Techniken für WCAG 2.0

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PDF-Techniken für WCAG 2.0


PDF11: Bereitstellung von Links und Link-Text, indem man das /Link Strukturelement in PDF-Dokumenten benutzt

Anwendbarkeit

PDF-Dokumente, die Links enthalten

Die Technik bezieht sich auf:

Anmerkungen zur Unterstützung durch Benutzeragenten und assistierende Techniken

Siehe Anmerkungen zur PDF-Technik für Informationen zur Unterstützung von Benutzeragenten und assistierenden Techniken.

Beschreibung

Der Zweck dieser Technik ist es zu zeigen, wie Link-Text in PDF-Dokumenten ausgezeichnet werden kann, so dass er für Tastatur-Benutzer und für Benutzer assistierender Techniken erkannt werden kann. Das heißt, die Link-Informationen sind für Benutzeragenten durch Software verfügbar, so dass Links erkennbar sind, wenn sie in einem anderen Format dargestellt werden. Dies erreicht man normalerweise durch die Benutzung eines Werkzeugs zur Erstellung von PDFs.

Links in einem PDF-Dokument werden durch einen Link-Tag und Objekte in dessen Sub-Tree, bestehend aus einer Link-Objekt-Referenz (oder einem Link-Vermerk, einer sogenannten „Link Annotation“) und einem oder mehreren Textobjekten, repräsentiert. Das Textobjekt oder -objekte innerhalb des Link-Tags werden von assistierenden Techniken benutzt, um einen Namen für den Link bereitzustellen.

Der einfachste Weg, um Links bereitzustellen, die die WCAG-Erfolgskriterien erfüllen, ist, diese bei der Verfassung des Dokumentes zu erstellen und zwar vor der Konvertierung in ein PDF.

Es kann allerdings sein, dass es in manchen Fällen nicht möglich ist, die Links zu erstellen, indem man das ursprüngliche Autorenwerkzeug benutzt. In diesen Fällen kann Adobe Acrobat Pro benutzt werden, um den Link zu erstellen. Da aber der Tooltip, der über den Link-Dialog in Adobe Acrobat Pro erstellt wurde, für Screenreader nicht barrierefrei ist, sollten Sie sichergehen, dass der Link-Text oder der Link-Kontext den Zweck deutlich macht.

In allen Fällen sollte der Link-Zweck, wie in den allgemeinen Techniken beschrieben, deutlich gemacht werden:

Beispiele

Beispiel 1: Erstellung eines Hyperlinks in Microsoft Word 2007 vor der Konvertierung in ein PDF

Dieses Beispiel wird mit Microsoft Word gezeigt. Es gibt andere Software-Werkzeuge, die ähnliche Funktionen ausführen. Die Liste mit anderen Software-Werkzeugen finden Sie in PDF-Autorenwerkzeuge, die die Barrierefreiheit unterstützen.

Um einen Hyperlink in Microsoft Word zu erstellen müssen Sie zuerst das Element (z.B. die Webseite), auf das verlinkt werden soll, ausfindig machen. Dann:

  1. Entweder

    • Wählen Sie Einfügen auf dem Menüband und wählen Sie Hyperlink im Link-Werkzeug

    • Oder benutzen Sie den Tastaturkurzbefehl CTRL+K

  2. In dem Dialog zum Einfügen des Hyperlinks fügen Sie das Link-Ziel und den Link-Text hinzu.

  3. Speichern Sie die Datei als ein mit Tags versehenes PDF. (Lesen Sie dazu die Anmerkungen zur PDF-Technologie.)

Beispiel 2: Erstellung eines Hyperlinks in OpenOffice.org Writer 2.2 vor der Konvertierung in ein PDF

Dieses Beispiel wird mit OpenOffice.org Writer gezeigt. Es gibt andere Software-Werkzeuge, die ähnliche Funktionen ausführen. Die Liste mit anderen Software-Werkzeugen finden Sie in PDF-Autorenwerkzeuge, die die Barrierefreiheit unterstützen.

  1. Wählen Sie im Menü [noch übersetzen] Insert den Punkt Hyperlink.

  2. Fügen Sie im Hyperlink-Dialog den Ziel-URI in das [noch übersetzen] Target field unter Hyperlink Type ein.

  3. Fügen Sie den Linkt-Text in Textfeld unter [noch übersetzen] Further Settings hinzu. (Sie können auch den Link-Text aus dem Dokument-Text auswählen, bevor Sie den Dialog öffnen. Dann wird der ausgewählte Text in das Text-Feld eingefügt.)

  4. Speichern Sie die Datei als ein mit Tags versehenes PDF. (Lesen Sie dazu die Anmerkungen zur PDF-Technologie.)

Beispiel 3: Erstellung eines Hyperlinks mit dem Dialog „Verknüpfung erstellen“ in Adobe Acrobat 9 Pro

Dieses Beispiel wird mit Adobe Acrobat Pro gezeigt. Es gibt andere Software-Werkzeuge, die ähnliche Funktionen ausführen. Die Liste mit anderen Software-Werkzeugen finden Sie in PDF-Autorenwerkzeuge, die die Barrierefreiheit unterstützen.

  1. Wählen Sie den Text, der zu dem Link-Text werden soll.

  2. Gehen Sie zu dem Kontextmenü und wählen Sie „Verknüpfung erstellen“.

Bild eines PDF-Dokumentes mit Text, der ausgewählt wurde, um einen Hyperlink zu erstellen. Das Kontextmenü zeigt, dass „Verknüpfung erstellen“ ausgewählt wurde.

3. Folgen Sie, wie weiter unten gezeigt, den Anweisungen im Dialog „Verknüpfung erstellen“, um das Aussehen des Links festzulegen.

Bild eines PDF-Dokumentes mit geöffnetem Dialog „Verknüpfung erstellen“ und den ausgewählten Optionen zur Verknüpfungsdarstellung.

Wählen Sie dann „Weiter“ und geben Sie den URL an. Das unten stehende Bild zeigt den hierdurch entstandenen Hyperlink und Tooltip (QuickInfo).

Bild eines PDF-Dokumentes mit einem Hyperlink, der mithilfe des Dialogs „Verknüpfung erstellen“ erstellt wurde, einschließlich des sich daraus ergebenden Tooltips (QuickInfo) beim darüber mausen.

Dieses Beispiel können Sie im Einsatz sehen im funktionierenden Beispiel von „creating a hyperlink in PDF“ (Erstellung eines Hyperlinks in einem PDF).

Beispiel 4: Auszeichnen des Link-Textes durch Benutzung eines /Link Struktur-Elementes

Link-Vermerke in PDF-Dokumenten sind mit einer geometrischen Region einer Seite verknüpft statt mit einem bestimmten Objekt im einem Content Stream. Aus diesem Grund sind Link-Vermerke alleine nicht hilfreich für Benutzer mit visuellen Störungen oder für Anwendungen, die bestimmen müssen, welcher Inhalt aktiviert werden kann, um einen Hyperlink-Text aufzurufen.

Tagged PDF /Link-Elemente benutzen die logische Struktur des PDFs, um die Verknüpfung zwischen Inhalts-Elementen und Link-Vermerken aufzubauen und stellen damit eine Funktionalität zur Verfügung, die mit HTML-Hypertext-Links vergleichbar ist.

In HTML bringt das folgende Beispiel Text hervor, der einen Hypertext-Link enthält:

							Hier ist Text <a href="http://www.w3.org/WAI/"> mit einem Link</a> darin.

In einem PDF muss die Seite erst beschrieben werden und dann muss ein Link-Vermerk über dem Bereich platziert werden, wo der Objekt-Prozess stattfinden wird.

Das folgende Code-Fragment zeigt ein PDF, das zu dem oben stehenden HTML äquivalent ist; es benutzt Link-Text, der in blau angezeigt wird und unterstrichen ist. Es folgt ein zweites Code-Fragment, das die damit verknüpfte logische Struktur-Hierarchie zeigt. Dies wird für gewöhnlich durch ein Autorenwerkzeug erreicht.

							 /P <</MCID 0>>                                                %Marked Content Sequence 0 (paragraph)
  BDC                                                          %Begin marked content sequence
   BT                                                          %Begin text object
    /F1 11.04 Tf                                               %set text font and size
    1 0 0 1 72.024 709.54 Tm                                   %set text matrix
    0 g                                                        %set non stroking color to black
    0 G                                                        %set stroke color to black
   [(H)3(ere )-4(is s)10(o)5(m)-4(e)9( t)-3(e)9(xt)-3( )] TJ   %Show text preceding the link" Here is some text"
   ET                                                          %end text object
  EMC                                                          %end marked content sequence
 
 /Span <</MCID 1>>                                             %Marked Content Sequence 1 (underlined link text)
  BDC                                                          %Begin marked content sequence
   BT                                                          %Begin text object
    1 0 0 1 152.42 709.54 Tm                                   %set text matrix
    0 0 1 rg                                                   %set non-stroking color to blue
    0 0 1 RG                                                   %set stroke color to blue
    [(with a )-2(li)3(n)14(k)] TJ                              %Show link text " with a link"
   ET                                                          %end text object
    0 0 1 rg                                                   %set stroke color to blue
    152.42 707.62 45.984 0.72 re                               %rectangle operator - target area for the link
    f*                                                         %fill the path using the even-odd rule
  EMC                                                          %end marked content sequence
 
 /P <</MCID 2>>                                                %Marked Content Sequence 2 (paragraph)
  BDC                                                          %Begin marked content sequence
   BT                                                          %begin text object
    1 0 0 1 198.41 709.54 Tm                                   %set text matrix                                            
    0 g                                                        %set non stroking color to black
    0 G                                                        %set stroke color to black
    [( )] TJ                                                   %empty text string showing white space
   ET                                                          %end text object
   BT                                                          %begin text object
    1 0 0 1 200.93 709.54 Tm                                   %set text matrix
    [(in)5(sid)5(e.)] TJ                                       %show text following the link "inside."
   ET                                                          %end text
   BT                                                          %begin text object
    1 0 0 1 229.97 709.54 Tm                                   %set text matrix
    [( )] TJ                                                   %empty text string showing white space
   ET                                                          %end text object
  EMC                                                          %end marked content sequence 
  

Das folgende Code-Fragment ist ein Auszug der logischen Struktur, die die Verbindung zwischen den Inhalts-Elementen und dem Link-Vermerk aufbaut:

							 11 0 obj                                              %Object ID 11, generation   0, obj keyword
  <</K[1                                               %immediate child of the structure tree root
   <<
    /Obj 26 0 R                                        %reference to Object 26
    /Type/OBJR                                         %this object describes an indirect object reference
   >>]
    /P 12 0 R
    /Pg 17 0 R
    /S/Link
  >>
 endobj
 
 26 0 obj                                              %object ID 26 which is referenced by the OBJR in Object 11
  <</A 31 0 R
   /BS
   <</S/S
     /Type/Border
     /W 0
   >>
   /Border[0 0 0]                                      %a colorless border
   /H/I
   /Rect[150.128 694.558 200.551 720.0]                %the boundaries defining target area where link annotation is active
   /StructParent 1
   /Type/Annot                                         %Structure element is an annotation
   /Subtype/Link
  >>                                                   %It is a link annotation                                                 
 endobj     
 31 0 obj                                              %Object 31, gen 0, obj
  <</S/URI                                             %Object type is URI action
    /URI(http://www.w3.org/WAI)                        %The Uniform resource identifier to resolve
  >>   
 endobj

Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Tests

Vorgehensweise

Verifizieren Sie für jeden Hyperlink, dass der Link korrekt mit Tags versehen ist und dass der Link-Text korrekt angezeigt wird:

  1. Lesen Sie das PDF-Dokument mit einem Screenreader und achten Sie darauf, dass der Link korrekt gelesen wird und dass er den Zweck des Links (d.h. dessen Ziel) beschreibt.

  2. Scannen Sie den Tag-Baum visuell um zu verifizieren, dass der Link korrekt mit Tags versehen ist dass der Link-Text angezeigt wird (für Benutzer von Vergrößerungssoftware und für sehende Benutzer mit kognitiven Behinderungen).

  3. Benutzen Sie ein Werkzeug, das in der Lage ist, den Wert des /Link-Eintrags anzuzeigen, um das PDF-Dokument zu öffnen und sich den Hyperlink und den Link-Text anzusehen.

  4. Benutzen Sie ein Werkzeug, das das Dokument durch das Accessibility API zeigt, und verifizieren Sie, dass der Link den richtigen Link-Text hat.

  5. Gehen Sie per Tab-Taste zu jedem Link und prüfen Sie, ob man diesem zu seinem Ziel folgen kann, indem man die Eingabe-Taste drückt.

Erwartete Ergebnisse

  • #1 oder #2 oder #3 oder #4 ist wahr.

  • #5 ist wahr.

Wenn dies eine ausreichende Technik für ein Erfolgskriterium ist, dann bedeutet das Scheitern an diesem Testverfahren nicht zwangsläufig, dass das Erfolgskriterium nicht auf irgendeine andere Art und Weise erfüllt wurde, sondern nur, diese Technik nicht erfolgreich implementiert wurde und nicht benutzt werden kann, um die Konformität zu erklären.