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W3C

WCAG 2.0 verstehen

Ein Leitfaden zum Verständnis und zur Implementierung der Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0

Anmerkung der W3C-Arbeitsgruppe 14. Oktober 2010

Diese Version:
http://www.w3.org/TR/2010/NOTE-UNDERSTANDING-WCAG20-20101014/
Aktuellste Version:
http://www.w3.org/TR/UNDERSTANDING-WCAG20/
Vorhergehende Version:
http://www.w3.org/TR/2008/NOTE-UNDERSTANDING-WCAG20-20081211/
Herausgeber:
Michael Cooper, W3C
Loretta Guarino Reid, Google, Inc.
Gregg Vanderheiden, Trace R&D Center, University of Wisconsin-Madison
Ben Caldwell, Trace R&D Center, University of Wisconsin-Madison
Vorhergehende Herausgeber:
Wendy Chisholm (bis Juli 2006 während ihrer Tätigkeit beim W3C)
John Slatin (bis Juni 2006 während seiner Tätigkeit am Accessibility Institute, University of Texas at Austin)

Abstract

Dieses Dokument „WCAG 2.0 verstehen“ ist ein grundlegender Leitfaden zum Verständnis und zum Gebrauch der Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) 2.0 [WCAG20]. Es ist Teil einer Serie von Dokumenten, die die WCAG 2.0 unterstützen. Bitte beachten Sie, dass der Inhalt dieses Dokumentes informativ ist (Orientierungshilfen bereitstellt) und nicht normativ (es werden keine Anforderungen zur Konformität zu den WCAG 2.0 festgelegt). Unter Übersicht zu den Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) finden Sie eine Einführung in die WCAG und Links zu technischem Material und Lehrmaterial.

WCAG 2.0 setzt eine Reihe von Erfolgskriterien fest, um die Konformität zu den WCAG 2.0-Richtlinien zu definieren. Ein Erfolgskriterium ist ein testbares Statement, das entweder wahr oder falsch ist, wenn man es auf konkrete Webinhalte anwendet. „WCAG 2.0 verstehen“ stellt detaillierte Informationen zu jedem Erfolgskriterium zur Verfügung; die Informationen beinhalten den Zweck des Erfolgskriteriums, die im Erfolgskriterium benutzen Schlüsselbegriffe und Informationen dazu, wie das Erfolgskriterium in den WCAG 2.0 Menschen mit unterschiedlichen Arten an Behinderungen hilft. Dieses Dokument stellt außerdem Beispiele von Webinhalten bereit, die das Erfolgskriterium erfüllen, indem verschiedene Webtechniken benutzt werden (zum Beispiel HTML, CSS, XML) und häufig anzutreffende Beispiele von Webinhalten, die das Erfolgskriterium nicht erfüllen.

Aus diesem Dokument werden die speziellen Techniken zur Erfüllung jedes Erfolgskriteriums ersichtlich. Details dazu, wie man jede Technik implementiert stehen in Techniken für WCAG 2.0 zur Verfügung, aber „WCAG 2.0 verstehen“ gibt die Informationen dazu, in welchem Verhältnis jede Technik zu dem Erfolgskriterium steht. Techniken werden entsprechend ihrem Grad der Unterstützung, die sie für das Erfolgskriterium liefern, kategorisiert. „Ausreichende Techniken“ sind ausreichend, um ein bestimmtes Erfolgskriterium zu erfüllen (entweder alleine oder in Zusammenhang mit anderen Techniken) während andere Techniken empfohlen und damit optional sind. Keine der Techniken ist vorgeschrieben, um die WCAG 2.0 zu erfüllen, obwohl einige die einzig bekannte Methode sind, wenn eine bestimmte Technik benutzt wird. „Empfohlene Techniken“ sind nicht ausreichend, um alleine ein Erfolgskriterium zu erfüllen (weil sie nicht testbar sind oder eine unvollständige Unterstützung bieten) aber Autoren werden dazu angehalten, sie wenn möglich zu beachten, um eine verbesserte Barrierefreiheit anzubieten. Eine andere Unterstützungskategorie ist „Verbreitete Fehler“, in der Autorenmethoden beschrieben werden von denen man weiß, dass Webinhalte durch ihre Benutzung nicht konform zu den WCAG 2.0 sind. Obwohl „Fehler“ beratende Informationen über bestimmte Autorenmethoden bereitstellt, müssen Autoren diese Methoden vermeiden, um das WCAG 2.0-Erfolgskriterium zu erfüllen.

Dieses Dokument ist Teil einer Serie von Dokumenten, die von der W3C Web Accessibility Initiative (WAI) herausgegeben wurden, um die WCAG 2.0 zu unterstützen. Dieses Dokument wurde als Working Group-Anmerkung zur selben Zeit, als die WCAG 2.0 als W3C-Empfehlung veröffentlicht wurde, herausgegeben. Im Gegensatz zu den WCAG 2.0 wird erwartet, dass die Informationen in WCAG 2.0 verstehen von Zeit zu Zeit aktualisiert werden. Unter Übersicht zu den Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) finden Sie eine Einführung in die WCAG und Links zu technischem Material und Lehrmaterial.

Status dieses Dokumentes

Dieser Abschnitt beschreibt den Status dieses Dokumentes zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung. Andere Dokumente können dieses hier ersetzen. Eine Liste mit aktuellen W3C-Veröffentlichungen und die neueste Revision dieses technischen Berichtes finden Sie im Verzeichnis der Standards und Entwürfe des W3C (englisch) unter http://www.w3.org/TR/.

Dies ist eine Arbeitsgruppen-Anmerkung „WCAG 2.0 verstehen“. Die Web Content Accessibility Guidelines-Arbeitsgruppe betrachtet dieses Dokument als wichtig für das Verständnis der Erfolgskriterien in der Empfehlung „Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) 2.0“. Bitte beachten Sie, dass der Inhalt dieses Dokumentes informativ ist (Orientierungshilfen bereitstellt) und nicht normativ (es werden keine Anforderungen zur Konformität zu den WCAG 2.0 festgelegt).

WCAG 2.0 verstehen wurde bereits am 11. Dezember 2008 als Anmerkung der Arbeitsgruppe veröffentlicht. Diese neue Version aktualisiert die für die WCAG 2.0 bereitgestellten unterstützenden Informationen. Beachten Sie, dass die WCAG 2.0 selber unverändert bleiben, nur die informativen Unterstützungsmaterialien wurden aktualisiert. Die primären Änderungen beinhalten das Hinzufügen der Flash-Techniken und Klarstellungen, die auf Hinweisen der Öffentlichkeit und der Übersetzer basieren. Die Änderungen sind in der diff-marked version (Englisch) hervorgehoben.

Die Arbeitsgruppe bittet darum, dass alle Kommentare über das bereitgestellte Online-Formular abgegeben werden. Falls dies nicht möglich ist, können Kommentare auch an public-comments-wcag20@w3.org gesendet werden. Die Archive für öffentliche Kommentare (englisch) stehen öffentlich zur Verfügung. Zu diesem Dokument eingegangene Kommentare können in zukünftigen Versionen dieses Dokumentes oder auf andere Art und Weise adressiert werden. Die Arbeitsgruppe plant nicht, formale Antworten auf Kommentare zu geben. Archive der Diskussionen der WCAG-WG-Mailingliste (englisch) stehen öffentlich zur Verfügung und zukünftige Arbeiten der Arbeitsgruppe können auf Kommentare Bezug nehmen, die zu diesem Dokument abgegeben werden.

Dieses Dokument wurde als Teil der W3C Web Accessibility Initiative (WAI) erstellt. Die Ziele der WCAG-Arbeitsgruppe werden in der Charta der WCAG-Arbeitsgruppe (englisch) behandelt. Die WCAG-Arbeitsgruppe ist Teil der WAI Technical Activity.

Die Veröffentlichung als Arbeitsgruppen-Anmerkung impliziert nicht die Unterstützung durch die W3C-Mitgliedschaft. Dieses Dokument ist ein Entwurf und kann jederzeit aktualisiert, durch andere Dokumente ersetzt oder obsolet werden. Es ist unangebracht, dieses Dokument als etwas anderes als ein in Arbeit befindliches Dokument zu zitieren.

Dieses Dokument wurde von einer Gruppe erstellt, die unter der W3C Patent Policy vom 5. February 2004 (englisch) agiert. Das W3C unterhält eine öffentliche Liste sämtlicher Patent-Offenlegungen, die in Verbindung mit den Arbeitsergebnissen (den sogenannten Deliverables) der Gruppe gemacht werden; diese Seite beinhaltet außerdem Anleitungen zur Offenlegung eines Patents. Eine Person, die Kenntnis von einem Patent hat, von dem sie glaubt, dass es essentielle Patentansprüche (englisch) beinhaltet, muss diese Informationen in Übereinstimmung mit Abschnitt 6 der W3C Patent Policy (englisch) offenlegen.


Inhaltsverzeichnis

Anhänge


Einführung in „WCAG 2.0 verstehen“

WCAG 2.0 verstehen ist ein grundlegender Leitfaden zum Verständnis und zum Gebrauch der „Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0“ [WCAG20]. Obwohl die normativen Definitionen und Anforderungen für die WCAG 2.0 alle im WCAG 2.0-Dokument selber gefunden werden können, können die Konzepte und Bestimmungen für einige Menschen neu sein. WCAG 2.0 verstehen stellt einen nicht-normativen, erweiterten Kommentar zu jeder Richtlinie und jedem Erfolgskriterium bereit, um Lesern dabei zu helfen, die Absicht zu verstehen und wie Richtlinien und Erfolgskriterien zusammen arbeiten. Es stellt außerdem Beispiele von Techniken oder Kombinationen von Techniken bereit, welche die Arbeitsgruppe als ausreichend zur Erfüllung jedes Erfolgskriteriums bezeichnet hat. Es werden dann Links zu den Rezensionen für jede der Techniken zur Verfügung gestellt.

Dies ist kein einleitendes Dokument. Es ist eine detaillierte technische Beschreibung der Richtlinien und ihrer Erfolgskriterien. Unter Übersicht zu den Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) finden Sie eine Einführung in die WCAG und Links zu technischem Material und Lehrmaterial.

WCAG 2.0 verstehen ist nach Richtlinien geordnet. Es gibt für jede Richtlinie einen Abschnitt Richtlinie X.X verstehen. Die Absicht und jegliche empfohlene Techniken, die sich auf die Richtlinie beziehen, sich aber nicht speziell auf eines ihrer Erfolgskriterien beziehen, werden dort ebenfalls aufgelistet.

Dem Abschnitt Richtlinie X.X verstehen folgt dann für jedes Erfolgskriterium dieser Richtlinie ein Abschnitt Erfolgskriterium X.X.X verstehen . Diese Abschnitte beinhalten:

Von jeder Richtlinie in den WCAG 2.0 gibt es einen direkten Link zu jeder Richtlinie X.X verstehen in diesem Dokument. Gleichermaßen gibt es einen Link von jedem Erfolgskriterium in den WCAG 2.0 zu dem Abschnitt Erfolgskriterium X.X.X verstehen in diesem Dokument.

Für Informationen über individuelle Techniken folgen Sie den überall in diesem Dokument vorhandenen Links zu den für Sie interessanten Techniken im Dokument Techniken für WCAG 2.0.

Unter Behinderungen bei Wikipedia finden Sie Links zu Informationen zu unterschiedlichen Behinderungen und assistierenden Techniken.

Die vier Prinzipien der Barrierefreiheit verstehen

Die Richtlinien und Erfolgskriterien sind um die folgenden vier Prinzipien herum angeordnet, welche die Grundlage bilden, die notwendig ist, damit jeder auf Webinhalte zugreifen und sie benutzen kann. Jeder, der das Web benutzen will, muss Inhalte haben, die:

  1. wahrnehmbar sind - Informationen und Bestandteile der Benutzerschnittstelle müssen den Benutzern so präsentiert werden, dass diese sie wahrnehmen können.

    • Das bedeutet, dass Benutzer in der Lage sein müssen, die präsentierten Informationen wahrnehmen zu können (sie dürfen nicht für all ihre Sinne unsichtbar sein)

  2. bedienbar sind - Bestandteile der Benutzerschnittstelle und Navigation müssen bedienbar sein.

    • Das bedeutet, dass Benutzer in der Lage sein müssen, die Schnittstelle zu bedienen (die Schnittstelle darf keine Interaktion erfordern, die ein Benutzer nicht ausführen kann)

  3. verständlich sind - Informationen und Bedienung der Benutzerschnittstelle müssen verständlich sein.

    • Das bedeutet, dass Benutzer in der Lage sein müssen, sowohl die Informationen als auch die Bedienung der Schnittstelle verstehen zu können (der Inhalt oder die Bedienung darf nicht über ihr Verständnis hinausgehen)

  4. robust sind - Inhalte müssen robust genug sein, damit sie zuverlässig von einer großen Auswahl an Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken interpretiert werden können.

    • Das bedeutet, dass Benutzer in der Lage sein müssen, auf Inhalte zuzugreifen während sich die Techniken weiter entwickeln (während sich Techniken und Benutzeragenten weiterentwickeln sollten die Inhalte barrierefrei bleiben)

Wenn einer dieser Punkte nicht gegeben ist, dann werden Benutzer mit Behinderungen nicht in der Lage sein, das Web zu nutzen.

Unter jedem der vier Prinzipien gibt es Richtlinien und Erfolgskriterien, die dabei helfen, diese Prinzipien für Menschen mit Behinderungen zu adressieren. Es gibt viele allgemeine Usability-Richtlinien, die Inhalte für alle Menschen benutzbarer machen, einschließlich derer mit Behinderungen. In den WCAG 2.0 sind allerdings nur solche Richtlinien enthalten, welche die Probleme adressieren, die speziell für Menschen mit Behinderungen bestehen. Dies beinhaltet Aspekte, die gerade Menschen mit Behinderungen den Zugriff auf das Web massiv blockieren oder den Zugriff auf das Web gravierend stören.

Ebenen der Anleitung

Die Richtlinien

Unter jedem Prinzip gibt es eine Liste mit Richtlinien, die das Prinzip adressieren. Es gibt insgesamt 12 Richtlinien. Eine praktische Liste nur mit den Richtlinien finden Sie im WCAG 2.0-Inhaltsverzeichnis. Eines der zentralen Ziele der Richtlinien ist es sicherzustellen, dass so viele Menschen wie möglich auf Inhalte unmittelbar zugreifen können und dass Inhalte auf unterschiedliche Arten neu präsentiert werden können, um den sensorischen, physischen und kognitiven Fähigkeiten verschiedener Menschen zu entsprechen.

Erfolgskriterien

Unter jeder Richtlinie gibt es Erfolgskriterien, die ausdrücklich beschreiben, was erreicht werden muss, um konform zu diesem Standard zu sein. Sie ähneln den „Prüfpunkten“ in den WCAG 1.0. Jedes Erfolgskriterium ist als Statement formuliert, das entweder wahr oder falsch ist, wenn konkrete Inhalte dagegen getestet werden. Die Erfolgskriterien sind so geschrieben, dass sie technik-neutral sind.

Alle WCAG 2.0-Erfolgskriterien wurden als testbare Kriterien formuliert, um objektiv zu bestimmen, ob Inhalte das Erfolgskriterium erfüllen. Während einige Tests durch die Benutzung von Software-Evaluationsprogrammen automatisiert werden können, sind bei anderen menschliche Testpersonen für einen Teil oder den gesamten Test erforderlich.

Obwohl der Inhalt möglicherweise das Erfolgskriterium erfüllt, kann es sein, dass der Inhalt nicht immer von Menschen mit einer breiten Vielfalt an Behinderungen benutzbar ist. Professionelle Überprüfungen, die anerkannte, qualitative Heuristik benutzen, sind wichtig, um die Barrierefreiheit für einige Zielgruppen zu erreichen. Darüber hinaus werden Usability-Tests empfohlen. Das Ziel der Usability-Tests ist es zu bestimmen, wie gut Menschen die Inhalte ihrem beabsichtigen Zweck nach benutzen können.

Die Inhalte sollten von denjenigen getestet werden, die verstehen, wie Menschen mit unterschiedlichen Arten der Behinderung das Web benutzen. Es wird empfohlen, dass Menschen mit Behinderungen in Testgruppen einbezogen werden, wenn Tests durch Menschen durchgeführt werden.

Jedes Erfolgskriterium einer Richtlinie hat einen Link zu dem Abschnitt des „Wie man erfüllt“-Dokumentes, welches folgende Informationen bereitstellt:

  • ausreichende Techniken zur Erfüllung des Erfolgskriteriums,

  • optionale empfohlene Techniken und

  • Beschreibungen dazu, welche Absicht das Erfolgskriteriums verfolgt einschließlich Nutzen und Beispiele

Ausreichende und empfohlene Techniken

Statt technik-spezifische Techniken in den WCAG 2.0 zu haben, wurden die Richtlinien und Erfolgskriterien selber in einer technik-neutralen Form geschrieben. Um Anleitungen und Beispiele zur Erfüllung der Richtlinien durch die Benutzung bestimmter Techniken (z.B. HTML) zur Verfügung zu stellen, hat die Arbeitsgruppe ausreichende Techniken für jedes Erfolgskriterium identifiziert, die ausreichen, um das Erfolgskriterium zu erfüllen. Ausreichende Techniken werden in einer nummerierten Liste bereitgestellt, in der jeder Punkt die Technik oder die Kombination von Techniken, die benutzt werden können, um das Erfolgskriterium zu erfüllen, zur Verfügung gestellt werden. Wenn es bei einem nummerierten Punkt auf der Liste mehrere Techniken gibt, die mit „UND“ verbunden sind, dann müssen alle dieser Techniken benutzt werden. Zum Beispiel listet Situation B in „Erfolgskriterium 2.2.1 verstehen“ als dritte ausreichende Technik auf: SCR16: Bereitstellung eines Scripts, das den Benutzer warnt, dass eine zeitliche Begrenzung bald abläuft (Scripting) UND SCR1: Es dem Benutzer ermöglichen, die Standardeinstellung der zeitlichen Begrenzung zu erweitern (Scripting).

Die Liste mit ausreichenden Techniken wird in „WCAG 2.0 verstehen“ auf dem aktuellen Stand gehalten (und in „Wie man WCAG 2.0 erfüllt“ gespiegelt). Die Einführung in die Techniken für WCAG 2.0 listet Techniken auf, für die es derzeit irgendwelche ausreichenden Techniken gibt. Durch die Trennung der normativen WCAG 2-Richtlinien von den Techniken, die benutzt werden, um die Erfolgskriterien in diesen Richtlinien zu erfüllen, ist es möglich, die Liste zu aktualisieren, wenn neue Techniken entdeckt werden und wenn sich Web-Techniken und assistierende Techniken weiter entwickeln.

Beachten Sie, dass alle Techniken informativ sind. Die „ausreichenden Techniken“ werden von der WCAG-Arbeitsgruppe als ausreichend betrachtet, um das Erfolgskriterium zu erfüllen. Es ist allerdings nicht notwendig, diese bestimmten Techniken zu benutzen. Wenn andere als die von der Arbeitsgruppe aufgelisteten Techniken verwendet werden, dann würde irgendeine andere Methode benötigt um festzustellen, ob eine Technik in der Lage ist, das Erfolgskriterium zu erfüllen.

Bei den meisten Erfolgskriterien sind mehrere ausreichende Techniken aufgeführt. Jede der aufgeführten ausreichenden Techniken kann benutzt werden, um das Erfolgskriterium zu erfüllen. Es ist möglich, dass es andere, nicht von der Arbeitsgruppe dokumentierte Techniken gibt, die das Erfolgskriterium ebenfalls erfüllen könnten. Sobald neue ausreichende Techniken erkannt werden, werden sie in die Liste aufgenommen.

Zusätzlich zu den ausreichenden Techniken gibt es eine Anzahl empfohlener Techniken, welche die Barrierefreiheit verbessern können, die sich aber nicht als ausreichende Techniken qualifizieren konnten, da sie nicht ausreichend sind, um die vollen Anforderungen des Erfolgskriteriums zu erfüllen, sie nicht testbar sind und/oder weil sie in einigen Situationen gute und effektive Techniken sind, in anderen aber nicht effektiv und hilfreich sind. Diese werden als empfohlene Techniken aufgelistet und stehen direkt unter den ausreichenden Techniken. Autoren werden dazu ermuntert, diese Techniken zu benutzen wann immer es passend ist, um die Barrierefreiheit ihrer Webseiten zu erhöhen.

Anmerkung: Die Code-Beispiele, die Sie in den ausreichenden Techniken finden, sind dazu gedacht, die in der Beschreibung der Technik besprochenen Prinzipien zu demonstrieren. Der Code ist nicht dazu gedacht, andere Aspekte der Barrierefreiheit, Usability oder Best Practices im Bereich des Coding, die nicht in Zusammenhang mit der Technik stehen, zu demonstrieren.


Textalternativen:
Richtlinie 1.1 verstehen

Richtlinie 1.1: Stellen Sie Textalternativen für alle Nicht-Text-Inhalte zur Verfügung, so dass diese in andere vom Benutzer benötigte Formen geändert werden können, wie zum Beispiel Großschrift, Braille, Symbole oder einfachere Sprache.

Absicht der Richtlinie 1.1

Ziel dieser Richtlinie ist es sicherzustellen, dass alle Nicht-Text-Inhalte auch in Textform zur Verfügung stehen. „Text“ bezieht sich auf elektronischen Text, nicht das Bild eines Textes. Elektronischer Text hat den Vorteil, dass er darstellungs-neutral ist. Das heißt, er kann visuell, auditiv, taktil oder durch jede Kombination gerendert werden. Das hat zur Folge, dass elektronischer Text in der Form präsentiert werden kann, die den Bedürfnissen des Benutzers am besten entspricht. Er kann auch einfach vergrößert oder laut gesprochen werden, so dass es für Menschen mit einer Lesebehinderung leichter ist, ihn zu verstehen; oder er kann in der taktilen Form, welche die Bedürfnisse des Benutzers am besten erfüllt, gerendert werden, .

Anmerkung: Während die Änderung des Inhalts in Symbole die Änderung des Inhalts in grafische Symbole für Menschen mit Entwicklungsstörungen und Störungen des Sprachverständnisses beinhaltet, so ist dies nicht auf diese Benutzung von Symbolen beschränkt.

Empfohlene Techniken für Richtlinie 1.1 (nicht erfolgskriterien-spezifisch)

Spezifische Techniken zur Erfüllung jedes Erfolgskriteriums für diese Richtlinie werden in den „Verstehen“-Abschnitten für jedes (unten aufgeführte) Erfolgskriterium aufgelistet. Wenn es allerdings Techniken gibt, um diese Richtlinie zu behandeln, die nicht unter eines der Erfolgskriterien fallen, dann sind diese hier aufgelistet. Diese Techniken sind nicht erforderlich oder ausreichend, um irgendein Erfolgskriterium zu erfüllen, können aber bestimmte Arten von Webinhalten für mehr Menschen barrierefreier machen.

  • Bereitstellung von Gebärdensprachvideos für reine Audio-Dateien (zukünftiger Link)

Nicht-Text-Inhalt:
Erfolgskriterium 1.1.1 verstehen

1.1.1 Nicht-Text-Inhalt: Alle Nicht-Text-Inhalte, die dem Benutzer präsentiert werden, haben eine Textalternative >, die einem äquivalenten Zweck dient, mit Ausnahme der unten aufgelisteten Situationen. (Stufe A)

  • Steuerelemente, Eingabe: Wenn es sich bei dem Nicht-Text-Inhalt um ein Steuerelement handelt oder Eingaben durch den Benutzer akzeptiert, dann hat dieser einen Namen, der seinen Zweck beschreibt. (Beachten Sie Richtlinie 4.1 für zusätzliche Anforderungen an Steuerelemente und Inhalte, die Eingaben durch den Benutzer akzeptieren.)

  • Zeitbasierte Medien: Wenn es sich bei den Nicht-Text-Inhalten um zeitbasierte Medien handelt, dann stellen Textalternativen zumindest eine deskriptive Identifizierung des Nicht-Text-Inhalts bereit. (Beachten Sie Richtlinie 1.2 für zusätzliche Anforderungen an Medien.)

  • Test: Wenn es sich bei dem Nicht-Text-Inhalt um einen Test oder eine Übung handelt, die nichtig wäre, wenn sie als Text dargestellt würde, dann stellen Textalternativen zumindest eine deskriptive Identifizierung des Nicht-Text-Inhalts bereit.

  • Sensorisch: Wenn Nicht-Text-Inhalt hauptsächlich dafür gedacht ist, eine bestimmte Sinneserfahrung zu schaffen, dann stellen Textalternativen zumindest eine deskriptive Identifizierung des Nicht-Text-Inhalts bereit.

  • CAPTCHA: Wenn der Zweck des Nicht-Text-Inhalts der ist zu bestätigen, dass eine Person und nicht ein Computer auf den Inhalt zugreift, dann werden Textalternativen bereitgestellt, die den Zweck des Nicht-Text-Inhalts identifizieren. Außerdem werden alternative Formen von CAPTCHAs bereitgestellt, die Ausgabeformen für verschiedene Arten der sensorischen Wahrnehmung nutzen, um verschiedenen Behinderungen Rechnung zu tragen.

  • Dekoration, Formatierung, unsichtbar: Wenn der Nicht-Text-Inhalt reine Dekoration ist, nur für visuelle Formatierung benutzt wird oder dem Benutzer gar nicht präsentiert wird, dann wird der Inhalt so implementiert, dass er von assistierender Technik ignoriert werden kann.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Informationen, die durch Nicht-Text-Inhalte vermittelt werden, durch die Benutzung einer Textalternative zugänglich zu machen. Textalternativen sind der primäre Weg, um Informationen zugänglich zu machen, weil sie durch jegliche sensorische Modalität (zum Beispiel visuell, auditiv oder taktil gerendert werden können, um zu den Bedürfnissen des Benutzer zu passen. Die Bereitstellung von Textalternativen ermöglicht es, dass die Informationen auf eine Vielzahl von Arten von einer Vielzahl an Benutzeragenten gerendert wird. Zum Beispiel kann einer Person, die kein Bild sehen kann, eine Textalternative laut vorgelesen werden, indem man die synthetische Sprachausgabe benutzt. Für eine Person, die keine Audiodatei hörten kann, kann eine Textalternative angezeigt werden, so dass er oder sie diese lesen kann. In Zukunft werden es Textalternativen auch ermöglichen können, dass Informationen leichter in Gebärdensprache oder in eine einfachere Form der gleichen Sprache übersetzt werden.

Anmerkung zu CAPTCHA

CAPTCHAs sind in der Barrierefreiheits-Community ein strittiges Thema. Wie in dem Artikel Fehlende Barrierefreiheit von CAPTCHAs (Inaccessibility of CAPTCHA, auf englisch) beschrieben, stoßen CAPTCHAs durch ihr Wesen begründet an die Grenzen der menschlichen Fähigkeiten bei dem Versuch, automatisierte Prozesse abzuwehren. Jede Art von CAPTCHAs wird von Benutzern mit bestimmten Behinderungen unlösbar sein. Sie werden allerdings weit verbreitet benutzt und die WCAG-Arbeitsgruppe glaubt, dass, wenn man CAPTCHAs umgehend verbieten würde, dass die Wahl bei Webseiten darauf fallen würde, nicht konform zu WCAG zu sein statt auf CAPTCHAs zu verzichten. Dies würde Barrieren für eine weitaus größere Anzahl an Benutzern mit Behinderungen schaffen. Aus diesem Grund hat die es Arbeitsgruppe vorgezogen, die Anforderungen zu den CAPTCHAs auf eine Art zu strukturieren, welche die Bedürfnisse der meisten Menschen mit Behinderungen erfüllt und dennoch als durch Sites annehmbar betrachtet werden. Das Verlangen zweier verschiedener Arten von CAPTCHAs auf einer bestimmten Site stellt sicher, dass die meisten Menschen mit Behinderungen eine Art finden, die sie benutzen können.

Da einige Benutzer mit Behinderungen immer noch nicht in der Lage sein werden, auf Sites zuzugreifen, die die minimalen Anforderungen erfüllen, stellt die Arbeitsgruppe Empfehlungen für zusätzliche Schritte zur Verfügung. Organisationen, die motiviert sind, WCAG-konform zu sein, sollten sich der Wichtigkeit dieses Themas bewusst sein und sollten so weit wie möglich über die minimalen Anforderungen der Richtlinie hinausgehen. Zusätzliche empfohlene Schritte beinhalten:

  • Die Bereitstellung von mehr als zwei Methoden eines CAPTCHAs

  • Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu einem realen Kundendienstmitarbeiter, der den CAPTCHA umgehen kann

  • CAPTCHAs nicht von autorisierten Benutzern verlangen

Zusätzliche Informationen

Nicht-Text-Inhalt kann eine Reihe von Formen annehmen und dieses Erfolgskriterium spezifiziert, wie jede gehandhabt werden muss.

Für Nicht-Text-Inhalt, der nicht durch eine der anderen unten aufgeführten Situationen behandelt wird, wie zum Beispiel Schaubilder, Diagramme, Audioaufnahmen, Bilder und Animationen, können Textalternativen die gleichen Informationen in einer Form zur Verfügung stellen, die durch jede Modalität gerendert werden kann (zum Beispiel visuell, auditiv oder taktil). Kurze und lange Textalternativen können je nach Bedarf benutzt werden, um die Informationen aus dem Nicht-Text-Inhalt zu vermitteln. Bitte beachten Sie, dass hier Dateien mit aufgezeichnetem reinen Audio- und aufgezeichnetem reinen Videoinhalt behandelt werden. Dateien mit reinem Live-Audio und reinem Live-Video werden unten behandelt (siehe 3. Paragraph nach diesem).

Für Nicht-Text-Inhalt, bei dem es sich um ein Steuerelement handelt oder der Eingaben durch den Benutzer erlaubt, wie als Absenden-Schaltfläche benutzte Bilder, Imagemaps oder komplexe Animationen, wird eine Name bereitgestellt, um den Zweck des Nicht-Text-Inhalts zu beschreiben, damit die Person zumindest weiß, um was es sich bei dem Nicht-Text-Inhalt handelt und warum es ihn gibt.

Nicht-Text-Inhalt, bei dem es sich um zeitbasierte Medien handelt, wird durch 1.2 barrierefrei gemacht. Es ist allerdings wichtig, dass Benutzer wissen, was es ist, wenn sie auf einer Seite darauf treffen, damit sie entscheiden können, welche Aktion sie gegebenenfalls ausführen wollen. Daher wird eine Textalternative, welche die zeitbasierten Medien beschreibt und/oder seinen Titel angibt, zur Verfügung gestellt.

Es kann sehr viel schwieriger sein, Textalternativen für reine Live-Audio- und reine Live-Video-Inhalte bereitzustellen, die gleichwertige Informationen wie die reinen Live-Audio- und die reinen Live-Video-Inhalte bereitstellen. Für diese Arten des Nicht-Text-Inhalts stellen Textalternativen eine deskriptive Beschriftung bereit.

Manchmal muss ein Test oder eine Übung teilweise oder komplett in einem Nicht-Text-Format präsentiert werden. Es werden auditive oder visuelle Informationen bereitgestellt, die nicht in Text umgeändert werden können, da der Test oder die Übung unter Benutzung dieses Sinnes durchgeführt werden muss. Zum Beispiel wäre ein Hörtest ungültig, wenn eine Textalternative bereitgestellt würde. Eine Übung zur Weiterentwicklung visueller Fähigkeiten würde gleichermaßen in Textform keinen Sinn ergeben. Und ein Rechtschreibtest mit Textalternativen wäre nicht sehr effektiv. In diesen Fällen sollten Textalternativen bereitgestellt werden, um den Zweck des Nicht-Text-Inhalts zu beschreiben; natürlich würden die Textalternativen nicht die gleichen Informationen bereitstellen, die notwendig sind, um den Test zu bestehen.

Manchmal sind Inhalte hauptsächlich dazu gedacht, eine bestimmte sensorische Erfahrung zu schaffen, die durch Worte nicht komplett zu erfassen ist. Beispiele beinhalten eine Symphonie-Aufführung, Werke visueller Kunst usw. Bei solchen Inhalten kennzeichnen Textalternativen den Nicht-Text-Inhalt zumindest mit einer deskriptiven Beschreibung und, wenn möglich, mit zusätzlichem deskriptivem Text. Wenn der Grund für das Einfügen des Inhalts auf der Seite bekannt ist und beschrieben werden kann, dann ist es hilfreich, diese Informationen beizufügen.

Manchmal gibt es Nicht-Text-Übungen, die benutzt werden um zu beweisen, dass Sie menschlich sind. Um zu vermeiden, dass Spam-Roboter und andere Software Zugriff auf eine Seite erhalten, wird ein Hilfsmittel, das CAPTCHA genannt wird, benutzt. Dieses beinhaltet normalerweise visuelle oder auditive Aufgaben, die über die derzeitigen Fähigkeiten von Web-Robotern hinausgehen. Die Bereitstellung einer Textalternative für diese Aufgaben würde allerdings dazu führen, dass diese von Robotern ausgeführt werden können, wodurch sie ihren eigentlichen Zweck verfehlen würden. In diesem Fall würde eine Textalternative den Zweck des CAPTCHA beschreiben und es würden alternative Formen, die unterschiedliche Modalitäten benutzen, bereitgestellt, um den Bedürfnissen von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen gerecht zu werden.

Manchmal gibt es Nicht-Text-Inhalt, der in Wirklichkeit nicht dazu gedacht ist, vom Benutzer gesehen oder verstanden zu werden. Transparente Bilder, die benutzt werden, um Text auf einer Seite beiseite zu rücken; ein unsichtbares Bild, das dazu benutzt wird, um Nutzungsstatistiken zu verfolgen; und ein Wirbel in der Ecke, der keine Informationen vermittelt, sondern nur einen Leerraum ausfüllt, um einen ästhetischen Effekt zu schaffen; dies sind alles Beispiele dafür. Das Hinzufügen von Textalternativen zu diesen Elementen lenkt Menschen, die Screenreader benutzen, nur vom Inhalt der Seite ab. Den Inhalt aber in keiner Weise zu kennzeichnen wiederum führt dazu, dass Benutzer versuchen zu erraten, worum es sich bei dem Nicht-Text-Inhalt handelt und welche Informationen ihnen wohl fehlen (auch wenn sie in Wirklichkeit nichts verpasst haben). Diese Art des Nicht-Text-Inhalts wird daher so gekennzeichnet oder implementiert, dass assistierende Techniken (AT) ihn ignorieren und dem Benutzer nichts präsentieren.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.1.1

  • Dieses Erfolgskriterium hilft Menschen, die Schwierigkeiten damit haben, visuelle Inhalte wahrzunehmen. Assistierende Techniken können Text laut vorlesen, ihn visuell darstellen oder ihn in Braille konvertieren.

  • Textalternativen können manchen Menschen helfen, die Schwierigkeiten damit haben, die Bedeutung von Fotografien, Zeichnungen, anderen Bildern (z.B. Strichzeichungen, grafische Designs, Gemälde, dreidimensionale Darstellungen), Diagrammen, Schaubildern, Animationen usw. zu verstehen.

  • Menschen, die taub sind, schwerhörig sind oder die aus irgendeinem Grund Probleme damit haben, Audio-Informationen zu verstehen, können die Textpräsentation lesen. Es gibt eine laufende Forschung in Bezug auf die automatische Übersetzung von Text in Gebärdensprache.

  • Menschen, die taub-blind sind, können den Text in Braille lesen.

  • Darüber hinaus unterstützen Textalternativen die Möglichkeit, nach Nicht-Text-Inhalt zu suchen und Inhalte auf eine Vielzahl von Arten zu einem neuen Zweck zu nutzen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.1.1

(derzeit keine dokumentiert)

  1. Ein Daten-Diagramm

    Ein Balkendiagramm vergleicht, wie viele Widgets im Juni, Juli und August verkauft wurden. Die kurze Beschriftung lautet: „Erste Zahl - Verkäufe im Juni, Juli und August.“ Die längere Beschreibung bezeichnet die Art des Diagramms, stellt eine hochrangige Zusammenfassung der Daten, Trends und Implikationen zur Verfügung, die vergleichbar mit denen des Diagramms sind. Die tatsächlichen Daten werden in einer Tabelle bereitgestellt, wenn dies möglich und praktikabel ist.

  2. Eine Audio-Aufnahme einer Rede

    Der Link zu einem Audio-Clip lautet: „Rede des Vorsitzenden auf der Versammlung.“ Direkt auf den Link zu dem Audio-Clip folgend wird ein Text-Transkript bereitgestellt.

  3. Eine Animation, die zeigt, wie ein Automotor funktioniert

    Eine Animation zeigt, wie ein Automotor funktioniert. Es gibt kein Audio und die Animation ist Teil eines Tutorials darüber, wie ein Motor funktioniert. Da der Text des Tutorials schon eine vollständige Erklärung bereitstellt, ist das Bild eine Alternative für Text und die Textalternative beinhaltet nur eine kurze Beschreibung der Animation und verweist auf den Text des Tutorials für weitere Informationen.

  4. Eine Verkehrs-Webkamera

    Eine Website erlaubt es Benutzern, aus einer Vielzahl von Webkameras auszuwählen, die in einer Großstadt verstreut aufgestellt sind. Nachdem eine Kamera ausgewählt wurde, aktualisiert sich das Bild alle zwei Minuten. Eine kurze Textalternative bezeichnet die Webkamera als „Verkehrs-Webkamera.“ Die Site stellt außerdem eine Tabelle mit Fahrzeiten für jede der Routen, die von den Webkameras abgedeckt wird, bereit. Die Tabelle wird ebenfalls alle zwei Minuten aktualisiert.

  5. Eine Fotografie eines historischen Ereignisses in einer Nachrichtenmeldung

    Eine Fotografie von zwei Weltführern, die sich die Hände schütteln, begleitet eine Nachrichtenmeldung über ein internationales Gipfeltreffen. Die Textalternative lautet: „Präsident X aus dem Land X gibt Premierminister Y aus dem Land Y die Hand.“

  6. Eine Fotografie eines historischen Ereignisses in Inhalt, in dem diplomatische Beziehungen besprochen werden.

    Das gleiche Bild wird in einem anderen Zusammenhang benutzt mit der Absicht, Nuancen bei diplomatischen Begegnungen zu erläutern. Das Bild des Präsidenten, der dem Premierminister die Hand gibt, erscheint auf einer Website, auf der komplizierte diplomatische Beziehungen besprochen werden. Die erste Textalternative lautet: „Präsident X aus dem Land X gibt Premierminister Y aus dem Land Y am 22. Januar 2009 die Hand.“ Eine zusätzliche Textalternative beschreibt sowohl den Raum, in dem die Oberhäupter stehen, als auch den Ausdruck auf den Gesichtern der Oberhäupter und identifiziert die anderen Menschen in dem Raum. Die zusätzliche Beschreibung kann auf der gleichen Seite wie die Fotografie hinzugefügt werden oder in einer separaten Datei, die mit dem Bild durch einen Link oder einen anderen standardmäßigen programmtechnischen Mechanismus verbunden wird.

  7. Eine Audio-Aufnahme einer Pressekonferenz

    Eine Webseite enthält einen Link zu einer Audio-Aufnahme einer Pressekonferenz. Der Linktext kennzeichnet die Audio-Aufnahme. Die Seite verlinkt außerdem zu einem Text-Transkript der Pressekonferenz. Das Transkript beinhaltet eine wortgetreue Aufnahme von allem, was die Sprecher sagen. Es kennzeichnet sowohl, wer gerade spricht, als auch andere signifikante Geräusche, die Teil der Aufnahme sind, wie beispielsweise Applaus, Gelächter, Fragen aus der Zuhörerschaft usw.

  8. Eine E-Learning-Anwendung

    Eine E-Learning-Anwendung benutzt Geräuscheffekte um anzuzeigen, ob die Antworten richtig sind oder nicht. Der Glockenton weist darauf hin, dass die Antwort korrekt ist und der Piepston weist darauf hin, dass die Antwort falsch ist. Es wurde außerdem eine Textbeschreibung hinzugefügt, so dass Menschen, die nicht hören oder das Geräusch nicht verstehen können, nachvollziehen können, ob die Antwort richtig oder falsch ist.

  9. Ein verlinkte Miniaturansicht eines Bildes

    Eine Miniaturansicht des Bildes der Titelseite einer Zeitung verlinkt zu der Homepage der „Smallville Times“. Die Textalternative lautet „Smallville Times“.

  10. Das gleiche Bild, auf verschiedenen Sites benutzt

    Unterschiedliche Alternativen für ein Bild der Welt: Ein Bild der Welt, das auf einer Reise-Site als Link zum Bereich mit internationalen Reisen benutzt wird, hat die Textalternative „Internationale Reisen“. Das gleiche Bild wird als Link auf einer Universitäts-Website mit der Textalternative „Internationale Universitätsgelände“ benutzt.

  11. Eine Imagemap

    Ein Bild des Grundrisses eines Gebäudes ist interaktiv und erlaubt es so dem Benutzer, einen bestimmten Raum auszuwählen und zu einer Seite zu navigieren, die Informationen über diesen Raum enthält. Eine kurze Textalternative beschreibt das Bild und seinen interaktiven Zweck: „Grundriss des Gebäudes. Wählen Sie einen Raum für weitere Informationen.“

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.1.1 - Nicht-Text-Inhalt

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Wählen Sie unten die Situation aus, die Ihrem Inhalt entspricht. Jede Situation beinhaltet nummerierte Techniken (oder Kombinationen von Techniken), welche die Arbeitsgruppe als ausreichend für diesen Sachverhalt erachtet.

Situation A: Wenn eine kurze Beschreibung den gleichen Zweck erfüllen und die gleichen Informationen präsentieren kann wie der Nicht-Text-Inhalt:
  1. G94: Bereitstellung einer kurzen Textalternative für Nicht-Text-Inhalte, die den gleichen Zweck erfüllt und die gleichen Informationen präsentiert wie der Nicht-Text-Inhalt, indem eine der unten aufgeführten Techniken zu kurzen Textalternativen benutzt wird

Situation B: Wenn eine kurze Beschreibung nicht den gleichen Zweck erfüllt und die gleichen Informationen präsentieren kann wie der Nicht-Text-Inhalt (z.B. ein Schaubild oder ein Diagramm):
  1. G95: Bereitstellung kurzer Textalternativen, die eine kurze Beschreibung der Nicht-Text-Inhalte geben, indem eine der unten aufgeführten Techniken zu kurzen Textalternativen benutzt wird UND eine der folgenden Techniken für eine lange Beschreibung:

Situation C: Wenn es sich bei dem Nicht-Text-Inhalt um ein Steuerelement handelt oder Eingaben durch den Benutzer akzeptiert werden:
  1. G82: Bereitstellung einer Textalternative, die den Zweck des Nicht-Text-Inhalts bezeichnet, indem eine der unten aufgeführten Techniken zu kurzen Textalternativen benutzt wird

  2. H44: Benutzung von Label-Elementen, um Text-Label mit den Steuerelementen eines Formulars zu assoziieren (HTML)

  3. H65: Benutzung des title-Attributs, um Formular-Steuerelemente zu kennzeichnen, wenn das Label-Element nicht benutzt werden kann (HTML)

  4. FLASH32: Benutzung der automatischen Beschriftung (auto labeling), um Text-Label mit Formular-Steuerelementen zu verknüpfen (Flash)

  5. FLASH29: Festlegung der Eigenschaft „Beschriftung“ (label) für Formular-Komponenten (Flash)

  6. FLASH25: Beschriftung eines Formular-Steuerelementes durch Festlegung seines barrierefreien Namens (Flash)

  7. FLASH30: Festlegung von barrierefreien Namen für Bild-Schaltflächen (Flash)

  8. FLASH27: Bereitstellung von Beschriftungen (Labels) für Schaltflächen, die den Zweck einer Schaltfläche beschreiben (Flash)

  9. FLASH6: Erstellung barrierefreier Hotspots durch die Benutzung unsichtbarer Schaltflächen (Flash)

Situation D: Wenn es sich bei dem Nicht-Text-Inhalt um zeitbasierte Medien handelt (einschließlich reines Live-Video und reines Live-Audio); ein Test oder eine Übung, die nichtig wäre, wenn sie als Text dargestellt würde; oder hauptsächlich dazu gedacht, eine bestimmte Sinneserfahrung zu schaffen:
  1. Bereitstellung einer beschreibenden Beschriftung, indem eine der unten aufgeführten Techniken zu kurzen Textalternativen benutzt wird

  2. G68: Bereitstellung einer beschreibenden Beschriftung, die den Zweck des reinen Live-Video- und des reinen Live-Audio-Inhalts beschreibt indem eine der unten beschriebenen Techniken zu kurzen Textalternativen benutzt wird

  3. G100: Bereitstellung des allgemein üblichen Namens oder eines beschreibenden Namens für Nicht-Text-Inhalt indem eine der unten aufgeführten Techniken zu kurzen Textalternativen benutzt wird

Situation E: Wenn es sich bei dem Nicht-Text-Inhalt um ein CAPTCHA handelt:
  1. G143: Bereitstellung einer Textalternative, die den Zweck des CAPTCHA beschreibt UND G144: Sicherstellung, dass die Webseite ein anderes CAPTCHA enthält, das den gleichen Zweck erfüllt, bei dem aber eine anderes Verfahren benutzt wird

Situation F: Wenn der Nicht-Text-Inhalt von assistierenden Techniken ignoriert werden sollte:
  1. Implementierung oder Kennzeichnung des Nicht-Text-Inhalts auf eine Weise, dass er von assistierenden Techniken ignoriert wird, indem eine der unten aufgeführten Technik-spezifischen Techniken benutzt wird

Techniken zu kurzen Textalternativen für die Benutzung in den oben genannten ausreichenden Techniken
  1. H36: Benutzung von alt-Attributen bei Bildern, die als submit-Schaltflächen benutzt werden (HTML)

  2. H2: Kombination nebeneinander liegender Bild- und Textlinks für die gleiche Ressource (HTML)

  3. H37: Benutzung von alt-Attributen bei img-Elementen (HTML)

  4. H35: Bereitstellung von Textalternativen bei applet-Elementen (HTML)

  5. H53: Benutzung des body des object-Elements (HTML)

  6. H24: Bereitstellung von Textalternativen für die area-Elemente bei Image Maps (HTML)

  7. H86: Bereitstellung von Textalternativen für ASCII Art, Emoticons und Leetspeak (Ersetzung von Buchstaben durch Ziffern oder Sonderzeichen) (HTML)

  8. FLASH28: Bereitstellung von Textalternativen für ASCII Art, Emoticons und Leetspeak (Ersetzung von Buchstaben durch Ziffern oder Sonderzeichen) in Flash (Flash)

  9. H30: Bereitstellung eines Linktextes, der den Zweck eines Links bei anchor-Elementen beschreibt (HTML)

  10. G196: Benutzung einer Textalternative bei einem Teil innerhalb einer Gruppe von Bildern, die alle Teile der Gruppe beschreibt

  11. FLASH1: Festlegung der Eigenschaft "Name" für ein Nicht-Text-Objekt (Flash)

  12. FLASH5: Kombination nebeneinander liegender Bild- und Textschaltflächen für die gleiche Ressource (Flash)

Techniken zu langen Textalternativen für die Benutzung in den oben genannten ausreichenden Techniken
  1. H45: Benutzung von longdesc (HTML)

  2. H53: Benutzung des body des object-Elements (HTML)

  3. FLASH2: Festlegung der Eigenschaft „Beschreibung“ für ein Nicht-Text-Objekt in Flash (Flash)

  4. FLASH11: Bereitstellung einer längeren Textbeschreibung eines Objektes (Flash)

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.1.1

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Allgemeine Techniken für informative Nicht-Text-Inhalte (empfohlen)
  • Kennzeichnung von informativen Nicht-Text-Inhalt (zukünftiger Link)

  • Kurze Beschreibungen kurz halten (zukünftiger Link)

  • Beschreibung von Bildern, die Text enthalten (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer längeren Beschreibung, wenn nur eine beschreibende Beschriftung erforderlich ist, indem eine der oben aufgeführten technik-spezifische Techniken (für eine die Barrierefreiheit unterstützende Technik zum Inhalt) für lange Beschreibungen benutzt wird (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung unterschiedlicher Größen für Nicht-Text-Inhalt, wenn es für diesen keine äquivalente, barrierefreie Alternative gibt (zukünftiger Link)

  • Benutzung von server-seitigen Scripts, um Bilder eines Text in ihrer Größe zu verändern (zukünftiger Link)

Allgemeine Techniken für Live Nicht-Text-Inhalt (empfohlen)
  • Verlinkung zu Informationen in Textform, die vergleichbare Informationen geben (z.B. könnte eine Stadtverwaltung für eine Verkehrs-Webcam einen Link zum Verkehrsbericht in Textform anbieten.) (zukünftiger Link)

Allgemeine Techniken, um die Barriere von CAPTCHAs zu minimieren
  • Bereitstellung von mehr als zwei CAPTCHA-Methoden (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines Zugriffs auf einen menschlichen Vertreter des Kundendienstes, der das CAPTCHA umgehen kann (zukünftiger Link)

  • Bei autorisierten Benutzern keine CAPTCHAs verlangen (zukünftiger Link)

HTML-Techniken (empfohlen)
CSS-Techniken (empfohlen)
WAI-ARIA-Techniken (empfohlen)
  • Benutzung der ARIA Presentation Role um anzuzeigen, dass Elemente nur zur Darstellung sind (zukünftiger Link)

Metadata-Techniken (empfohlen)
  • Benutzung von Metadaten, um Text-Transkriptionen mit einem Video zu verbinden (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Metadaten, um Text-Transkriptionen mit reinem Audioinhalt zu verbinden (zukünftiger Link)

    • BEISPIEL: Bereitstellung von URI(s), in Metadaten, die auf eine Audio-Beschreibung und auf ein Text-Transkript eines Videos hinweisen.

    • BEISPIEL: Bereitstellung von URI(s), in Metadaten, die auf mehrere Transkripte (Englisch, Französisch, Niederländisch) einer Audiodatei hinweisen.

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.1.1

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.1.1 betrachtet werden.

Schlüsselbegriffe

CAPTCHA

Initialwort für „Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart“

Anmerkung 1: CAPTCHA-Tests beinhalten oft die Aufforderung an den Benutzer, Text einzugeben, der in einem undeutlichen Bild angezeigt oder als verzerrte Audiodatei ausgegeben wird.

Anmerkung 2: Ein Turing-Test ist jedes System von Tests, das dazu entwickelt wurde, Menschen von einem Computer zu unterscheiden. Es wurde nach dem berühmten Computer-Wissenschaftler Alan Turing benannt. Der Begriff wurde von Forschern an der Carnegie Mellon University geprägt. [CAPTCHA]

Assistierende Technik (wie in diesem Dokument benutzt) (assistive technologies (as used in this document))

Hardware und/oder Software, die als Benutzeragent fungiert oder die mit einem gängigen Benutzeragenten zusammenarbeitet, um Funktionalität zur Verfügung zu stellen, damit die Anforderungen von Benutzern mit Behinderungen erfüllt werden, die über jene hinausgehen, die von gängigen Benutzeragenten angeboten werden.

Anmerkung 1: Funktionalitäten, die von assistierenden Techniken bereitgestellt werden, beinhalten alternative Präsentationen (z.B. als synthetische Sprachausgabe oder vergrößerte Inhalte), alternative Eingabemethoden (z.B. Sprache), zusätzliche Navigations- oder Orientierungsmechanismen und Inhaltstransformationen (z.B. um Tabellen barrierefreier zu machen).

Anmerkung 2: Assistierende Techniken tauschen Daten und Nachrichten mit gängigen Benutzeragenten oft durch die Benutzung und die Beobachtung von APIs aus.

Anmerkung 3: Die Abgrenzung zwischen gängigen Benutzeragenten und assistierenden Techniken ist nicht absolut. Viele gängige Benutzeragenten stellen einige Funktionen bereit, um Menschen mit Behinderungen zu unterstützen. Der grundlegende Unterschied besteht darin, dass gängige Benutzeragenten ein breites und verschiedenartiges Publikum als Zielgruppe haben, die normalerweise Menschen mit und ohne Behinderungen beinhaltet. Assistierende Techniken haben als Zielgruppe genau definierte Populationen von Benutzern mit bestimmten Behinderungen. Die Unterstützung, die durch assistierende Techniken bereitgestellt wird, ist spezifischer und entspricht den Bedürfnissen ihrer Zielgruppe. Der gängige Benutzeragent kann den assistierenden Techniken wichtige Funktionalitäten zur Verfügung stellen, wie das Abrufen von Webinhalten aus Programmobjekten oder das Aufgliedern von Markup in identifizierbare Datenstrukturen.

Beispiel: Assistierende Techniken, die im Zusammenhang mit diesem Dokument wichtig sind, beinhalten die folgenden:

  • Vergrößerungssoftware und andere visuelle Leseassistenten, die von Menschen mit visuellen, wahrnehmungsbedingten und körperlichen Einschränkungen in Bezug auf die Nutzung gedruckter Medien benutzt werden, um Schriftart, Größe, Spationierung, Textfarbe oder die Synchronisierung von Text mit Sprache usw. zu ändern, damit die visuelle Lesbarkeit von gerendertem Text oder Bildern verbessert wird;

  • Screenreader, die von blinden Menschen benutzt werden, um Informationen in Textform durch synthetische Sprachausgabe oder Braille zu lesen;

  • Sprachausgabe-Software (Text-to-Speech-Software), die von manchen Menschen mit kognitiven, Sprach- oder Lernbehinderungen benutzt wird, um Text in synthetische Sprachausgabe zu konvertieren;

  • Spracherkennungssoftware, die von Menschen mit Körperbehinderungen benutzt werden kann;

  • Alternative Tastaturen, die von Menschen mit bestimmten Körperbehinderungen benutzt werden, um die Tastatur zu simulieren (einschließlich alternativer Tastaturen, die über Kopfsteuerungen, Einzelschalter, Saug- und Blassteuerungen und andere besondere Eingabegeräte bedient werden);

  • Alternative Zeigegeräte, die von Menschen mit bestimmten Körperbehinderungen benutzt werden, um das Zeigen mit der Maus und die Aktivierung von Schaltflächen zu simulieren.

Name (name)

Text, mit dem Software eine Komponente innerhalb des Webinhalts für den Benutzer bezeichnen kann.

Anmerkung 1: Der Name kann versteckt sein und nur von assistierenden Techniken gezeigt werden, wobei eine Beschriftung (Label) allen Benutzern gezeigt wird. In vielen (aber nicht allen) Fällen sind Name und Beschriftung gleich.

Anmerkung 2: Dies steht nicht im Zusammenhang mit dem name-Attribut in HTML.

Nicht-Text-Inhalte (non-text content)

Jeglicher Inhalt, der keine Buchstabenfolge ist und der durch Software bestimmt werden kann oder bei dem die Abfolge etwas nicht in menschlicher Sprache ausdrückt.

Anmerkung: Dies beinhaltet ASCII Art (ein Muster von Buchstaben), Emoticons, Leetspeak (Ersetzung von Buchstaben durch Ziffern oder Sonderzeichen) und Bilder, die Text repräsentieren.

Reine Dekoration (pure decoration)

Dient nur einem ästhetischen Zweck, stellt keine Informationen bereit und hat keine Funktionalität.

Anmerkung: Text ist nur rein dekorativ, wenn die Wörter umgestellt oder ersetzt werden können, ohne dass der Zweck verändert wird.

Beispiel: Auf der Titelseite eines Wörterbuchs stehen beliebige Wörter in einem sehr hellen Text im Hintergrund.

Bestimmte Sinneserfahrung (specific sensory experience)

Eine Sinneserfahrung, die weder rein dekorativ ist, noch in erster Linie wichtige Informationen vermittelt oder eine Funktion ausführt.

Beispiel: Beispiele beinhalten die Vorführung eines Flötensolos, Arbeiten visueller Kunst usw.

Text

Eine Abfolge von Zeichen, die durch Software bestimmt werden kann, wobei die Abfolge etwas in menschlicher Sprache ausdrückt.

Textalternative (text alternative)

Text, der durch Software mit Nicht-Text-Inhalt verknüpft ist oder Text, auf den von einem Text aus verwiesen wird, der durch Software mit Nicht-Text-Inhalt verknüpft ist. Durch Software verknüpfter Text ist Text, dessen Position über den Nicht-Text-Inhalt durch Software bestimmt werden kann.

Beispiel: Ein Bild eines Diagramms wird textlich in dem Absatz nach dem Diagramm beschrieben. Die kurze Textalternative für das Diagramm deutet an, dass eine Beschreibung folgt.

Anmerkung: Für weitere Informationen beachten Sie Textalternativen verstehen.


Zeitbasierte Medien:
Richtlinie 1.2 verstehen

Richtlinie 1.2: Stellen Sie Alternativen für zeitbasierte Medien zur Verfügung.

Absicht der Richtlinie 1.2

Der Zweck dieser Richtlinie ist es, Zugriff auf zeitbasierte und synchronisierte Medien bereitzustellen. Dies beinhaltet folgende Medien:

  • Reiner Audioinhalt

  • Reiner Videoinhalt

  • Audio-Video

  • Audio und/oder Video kombiniert mit Interaktion

Um es für Autoren einfach zu machen, schnell festzustellen, welche Erfolgskriterien für ihren Inhalt gelten, wird die Art des Mediums, für das jedes Erfolgskriterium Anwendung findet, mit seinem Kurznamen eingefügt.

Für reine Audio- oder reine Video-Medien müssen Sie nur die Erfolgskriterien anwenden, die als Kurznamen "reines Audio" oder "reines Video" haben. Wenn es sich bei Ihren Medien nicht um reines Audio oder reines Video handelt, dann gilt der gesamte Rest der Erfolgskriterien.

Medien können auch live oder aufgezeichnet sein. Der Kurzname jedes Erfolgskriteriums sagt Ihnen deutlich, ob das Erfolgskriterium für live oder aufgezeichnete Medien Anwendung findet.

Synchronisierte Medien werden im Glossar definiert als:

Synchronisierte Medien (synchronized media)

Audio oder Video, synchronisiert mit einem anderen Format für die Präsentation von Informationen und/oder mit zeitbasierten interaktiven Komponenten, es sei denn, das Medium ist eine Medienalternative für Text, die als solche deutlich gekennzeichnet ist.

Bitte beachten Sie, dass hier eine mit Interaktion verbundene Audio-Datei behandelt wird, ebenso wie eine Video-Datei, die Interaktion umfasst. Diese werden hier behandelt. da die Interaktion zu einer bestimmten Zeit stattfinden muss. Es wäre nicht sehr hilfreich, ein Texttranskript zu haben, in dem es heißt „für weitere Informationen klicken Sie jetzt„, da der Leser keine Ahnung hätte, wann es im Audio „jetzt“ geheißen hat. Das bedeutet, dass synchronisierte Untertitel notwendig wären.

Manchmal gibt es so viel Dialog, dass die Audiodeskription nicht in bestehende Dialogpausen passen kann. Die Option auf Stufe 1, eine Alternative für zeitbasierte Medien bereitzustellen anstelle einer Audiodeskription für synchronisierte Medien, würde den Zugriff auf alle Informationen in den synchronisierten Medien erlauben. Diese Option erlaubt außerdem den Zugriff auf die visuellen Informationen in nicht-visueller Form, wenn aus irgendeinem anderen Grund keine Audiodeskription bereitgestellt wird.

Für synchronisierte Medien, die Interaktion enthalten, könnten interaktive Elemente (zum Beispiel Links) in die Alternative für zeitbasierte Medien eingebettet werden.

Diese Richtlinie enthält (auf Stufe AAA) sowohl auch die Übersetzung von synchronisierten Medien in die Gebärdensprache als auch eine Vorgehensweise genannt erweiterte Audiodeskription. Bei der erweiterten Audiodeskription wird das Video von Zeit zu Zeit angehalten, um mehr Audiodeskription ablaufen lassen zu können als während der bestehenden Dialogpausen möglich wären. Dies ist ein Fall, in dem Erfolgskriterien auf höherer Stufe auf die Anforderungen der Erfolgskriterien auf niedrigerer Stufe aufbauen mit der Absicht, kumulative, zunehmend stärkere Anforderungen zu haben.

Empfohlene Techniken für Richtlinie 1.2 (nicht erfolgskriterien-spezifisch)

Spezifische Techniken zur Erfüllung jedes Erfolgskriteriums für diese Richtlinie werden in den „Verstehen“-Abschnitten für jedes (unten aufgeführte) Erfolgskriterium aufgelistet. Wenn es allerdings Techniken gibt, um diese Richtlinie zu behandeln, die nicht unter eines der Erfolgskriterien fallen, dann sind diese hier aufgelistet. Diese Techniken sind nicht erforderlich oder ausreichend, um irgendein Erfolgskriterium zu erfüllen, können aber bestimmte Arten von Webinhalten für mehr Menschen barrierefreier machen.

  • Alle empfohlenen Techniken für diese Richtlinie beziehen sich auf bestimmte Erfolgskriterien.

Reine Audio- und Videoinhalte (aufgezeichnet):
Erfolgskriterium 1.2.1 verstehen

1.2.1 Reine Audio- und Videoinhalte (aufgezeichnet): Für aufgezeichnete reine Audio- und aufgezeichnete reine Video- Medien gilt das Folgende, außer die Audio- oder Videomedien sind eine Medienalternative für Text und als solche klar gekennzeichnet: (Stufe A)

  • Aufgezeichneter reiner Audioinhalt: Es wird eine Alternative für zeitbasierte Medien bereitgestellt, die äquivalente Informationen für aufgezeichneten reinen Audioinhalt bietet.

  • Aufgezeichneter reiner Videoinhalt: Es wird entweder eine Alternative für zeitbasierte Medien oder eine Audiospur zur Verfügung gestellt, die äquivalente Informationen für aufgezeichneten reinen Videoinhalt bietet.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Informationen, die durch aufgezeichnete reine Audio- und durch aufgezeichnete reine Video-Inhalte vermittelt werden, allen Benutzern zur Verfügung zu stellen. Alternativen für zeitbasierte Medien, die textbasiert sind, machen Informationen barrierefrei, weil Text durch jede sensorische Modalität (zum Beispiel visuell, auditiv oder taktil) gerendert werden kann, um den Bedürfnissen des Benutzers zu entsprechen. In Zukunft könnte Text auch in Symbole, Gebärdensprache oder einfache Formen der Sprache übersetzt werden (Zukunft).

Ein Beispiel für ein aufgezeichnetes Video ohne Audio-Informationen oder Benutzerinteraktion ist ein Stummfilm. Der Zweck des Transkipes ist es, ein Äquivalent zu dem, was visuell präsentiert wird, bereitzustellen. Bei aufgezeichneten Videoinhalten haben Autoren die Option, eine Audiospur bereitzustellen. Der Zweck der Audioalternative ist es, ein Äquivalent für das Video zu sein. Dadurch wird es Benutzern mit und ohne Beeinträchtigung des Sehvermögens ermöglicht, Inhalte simultan durchzusehen. Diese Herangehensweise kann es auch für diejenigen mit kognitiven, Sprach- oder Lernbehinderungen leichter machen, den Inhalt zu verstehen, da eine parallele Präsentation bereitgestellt würde.

Anmerkung: Für Audio, das als Äquivalent für Video ohne Audioinformationen bereitgestellt wird, ist kein Text-Äquivalent erforderlich. Zum Beispiel ist es nicht obligatorisch, eine Videodeskription, die als Alternative für einen Stummfilm bereitgestellt wird, zu untertiteln.

Siehe außerdem Erfolgskriterium 1.2.9 verstehen - Reiner Audio-Inhalt (Live)

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.2.1

  • Dieses Erfolgskriterium hilft Menschen, die Schwierigkeiten damit haben, visuelle Inhalte wahrzunehmen. Assistierende Techniken können Textalternativen laut lesen, diese visuell darstellen oder sie in Braille konvertieren.

  • Alternativen für zeitbasierte Medien, die textbasiert sind, können manchen Menschen, die Schwierigkeiten damit haben, die Bedeutung von aufgezeichneten Videoinhalten zu verstehen, helfen.

  • Menschen, die taub sind, schwerhörig sind oder die aus irgendeinem Grund Probleme damit haben, Audio-Informationen zu verstehen, können die Textpräsentation lesen. Es gibt eine laufende Forschung in Bezug auf die automatische Übersetzung von Text in Gebärdensprache.

  • Menschen, die taub-blind sind, können den Text in Braille lesen.

  • Darüber hinaus unterstützt Text die Möglichkeit, nach Nicht-Text-Inhalt zu suchen und Inhalte auf eine Vielzahl von Arten zu einem neuen Zweck zu nutzen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.2.1

  • Eine Audio-Aufnahme einer Rede

    Der Link zu einem Audio-Clip lautet: „Rede des Vorsitzenden auf der Versammlung.“ Direkt auf den Link zu dem Audio-Clip folgend wird ein Text-Transkript bereitgestellt.

  • Eine Audio-Aufnahme einer Pressekonferenz

    Eine Webseite einen Link zu einer Audio-Aufnahme einer Pressekonferenz, der die Audio-Aufnahme identifiziert. Die Seite verlinkt außerdem zu einem Text-Transkript der Pressekonferenz. Das Transkript beinhaltet eine wortgetreue Aufnahme von allem, was die Sprecher sagen. Es kennzeichnet sowohl, wer gerade spricht, als auch andere signifikante Geräusche, die Teil der Aufnahme sind, wie beispielsweise Applaus, Gelächter, Fragen aus der Zuhörerschaft usw.

  • Eine Animation, die zeigt, wie ein Automotor funktioniert

    Eine Animation zeigt, wie ein Automotor funktioniert. Es gibt kein Audio und die Animation ist Teil eines Tutorials darüber, wie ein Motor funktioniert. Da der Text des Tutorials schon eine vollständige Erklärung bereitstellt, ist das Medium eine Alternative für Text und die Textalternative beinhaltet nur eine kurze Beschreibung der Animation und verweist auf den Text des Tutorials für weitere Informationen.

  • Eine reine Video-Datei mit einer Audiospur

    Ein Stummfilm enthält eine Audiospur, die eine Beschreibung der Handlung in dem Video enthält.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.2.1 - Reine Audio- und Videoinhalte (aufgezeichnet)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Wählen Sie unten die Situation aus, die Ihrem Inhalt entspricht. Jede Situation beinhaltet nummerierte Techniken (oder Kombinationen von Techniken), welche die Arbeitsgruppe als ausreichend für diesen Sachverhalt erachtet.

Situation A: Wenn es sich bei dem Inhalt um aufgezeichnete Audioinhalte handelt:
  1. G158: Bereitstellung einer Alternative für zeitbasierte Medien für reine Audioinhalte

Situation B: Wenn es sich bei dem Inhalt um aufgezeichnete Videoinhalte handelt:
  1. G159: Bereitstellung einer Alternative für zeitbasierte Medien für reine Videoinhalte

  2. G166: Bereitstellung von Audio, in dem der wichtige Videoinhalt beschrieben wird und in dem der Inhalt als solcher beschrieben wird.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.2.1

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Bereitstellung eines Transkripts einer reinen Live-Audio-Präsentation im nachhinein (zukünftiger Link)

  • Verlinkung zu Informationen in Textform, die vergleichbare Informationen geben (z.B. könnte eine Stadtverwaltung für eine Verkehrs-Webcam einen Link zum Verkehrsbericht in Textform anbieten.) (zukünftiger Link)

Schlüsselbegriffe

Alternative für zeitbasierte Medien (alternative for time-based media)

Dokument, das korrekt aufeinanderfolgende Textbeschreibungen von zeitbasierten visuellen und auditiven Informationen beinhaltet und das es ermöglicht, sich das Ergebnis jeder zeitbasierten Interaktion zu erschließen

Anmerkung: Ein Drehbuch, das benutzt wurde um den synchronisierten Medieninhalt zu erstellen, würde dieser Definition nur dann entsprechen, wenn es so abgeändert wurde, dass es nun dem finalen synchronisierten Medium nach der Bearbeitung (nach dem Schnitt) genau entspricht.

Reiner Audioinhalt

Eine zeitbasierte Präsentation, die nur Audio (kein Video und keine Interaktion) enthält.

Medienalternative für Text (media alternative for text)

Medien, die nicht mehr Informationen präsentieren als bereits im Text präsentiert werden (direkt oder über eine Textalternative)

Anmerkung: Eine Medienalternative für Text wird für diejenigen bereitgestellt, die von alternativen Darstellungen des Textes profitieren. Medienalternativen für Text können sein: reiner Audioinhalt, reiner Videoinhalt (einschließlich Gebärdensprachvideo) oder Audio-Video-Inhalt.

Aufgezeichnet (prerecorded)

Informationen, die nicht live sind.

Reiner Videoinhalt

Eine zeitbasierte Präsentation, die nur Video (kein Audio und keine Interaktion) enthält.


Untertitel (aufgezeichnet):
Erfolgskriterium 1.2.2 verstehen

1.2.2 Untertitel (aufgezeichnet): Untertitel werden für alle aufgezeichneten Audioinhalte in synchronisierten Medien bereitgestellt, außer die Medien sind eine Medienalternative für Text und als solche deutlich gekennzeichnet. (Stufe A)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Menschen, die taub oder schwerhörig sind, in die Lage zu versetzen, synchronisierte Medienpräsentationen anzusehen. Untertitel stellen den Teil des Inhalts bereit, der über die Tonspur verfügbar ist. Untertitel beinhalten nicht nur den Dialog, sondern weisen auch darauf hin, wer gerade spricht und beinhalten nicht-sprachliche Informationen, die durch Ton, einschließlich bedeutungstragender Toneffekte, vermittelt werden.

Es ist bekannt, dass es derzeit Schwierigkeiten bei der Erstellung von Untertiteln für zeitkritische Materialien geben kann und dies kann dazu führen, dass Autoren vor der Wahl stehen, entweder Informationen so lange zurückzuhalten, bis Untertitel zur Verfügung stehen oder aber zeitkritische Inhalte zu veröffentlichen, die für taube Menschen nicht barrierefrei sind, zumindest in dem Zeitraum bis Untertitel zur Verfügung stehen. Im Laufe der Zeit können die Werkzeuge für sowohl die Untertitelung als auch den Einbau der Untertitel in den Lieferprozess solche Verzögerungen verkürzen.

Untertitel werden nicht benötigt, wenn es sich bei den synchronisierten Medien selbst um eine alternative Präsentation von Informationen, die auch per Text auf der Webseite dargestellt werden, handelt. Wenn zum Beispiel Informationen auf einer Seite von einer synchronisierten Medienpräsentation begleitet werden, die nicht mehr Informationen präsentiert als bereits in Textform präsentiert werden, die aber leichter zu verstehen ist für Menschen mit kognitiven Sprach- oder Lernbehinderungen, dann muss diese nicht untertitelt werden, da die Informationen bereits in Textform oder als Textalternativen (z.B. bei Bildern) auf der Seite präsentiert werden.

Siehe dazu auch Erfolgskriterium 1.2.4 verstehen - Untertitel (Live).

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.2.2

  • Menschen, die taub sind oder einen Hörschwund haben, können durch Untertitel auf die auditiven Informationen in den synchronisierten Medieninhalten zugreifen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.2.2

  • Ein untertiteltes Tutorial

    Ein Videoclip zeigt, wie man einen Knoten knüpft. Die Untertitel lauten:

    „(Musik)

    Die Benutzung von Seilen zum Knüpfen von Knoten war eine wichtige Fertigkeit

    für Leute wie Seefahrer, Soldaten und Waldarbeiter.“

    Aus „Sample Transcript Formatting“ von Whit Anderson.

  • Ein komplexes juristisches Dokument enthält für unterschiedliche Absätze synchronisierte Medienclips, die eine Person zeigen, die den Inhalt des Absatzes spricht. Jeder Clip ist mit seinem entsprechenden Absatz verknüpft. Für die synchronisierten Medien gibt es keine Untertitel.

  • Ein Handbuch, das die Beschreibung eines Teils und dessen notwendige Ausrichtung enthält, wird von einem synchronisierten Medienclip begleitet, der das Teil in seiner korrekten Ausrichtung zeigt. Es gibt für den synchronisierten Medienclip keine Untertitel.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.2.2 - Untertitel (aufgezeichnet)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

  1. G93: Bereitstellung offener (immer sichtbarer) Untertitel

  2. G87: Bereitstellung geschlossener Untertitel , indem irgendein jederzeit verfügbares Medienformat benutzt wird, das einen Video-Player hat, der geschlossene Untertitel unterstützt

  3. G87: Bereitstellung geschlossener Untertitel, indem eine der unten genannten technik-spezifischen Techniken benutzt werden

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.2.2

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Bereitstellung einer Anmerkung die bei reinen Video-Clips folgendes besagt: „In diesem Clip wurde kein Ton benutzt“ (zukünftiger Link)

  • Nutzung von SMIL 1.0, um Untertitel für alle Sprachen, für die Audiospuren vorhanden sind, zur Verfügung zu stellen (zukünftiger Link)

  • Nutzung von SMIL 2.0, um Untertitel für alle Sprachen, für die Audiospuren vorhanden sind, zur Verfügung zu stellen (zukünftiger Link)

Schlüsselbegriffe

Audio (audio)

Die Technik der Tonreproduktion

Anmerkung: Audio kann künstlich erstellt werden (einschließlich Sprachsynthese), durch die Aufzeichnung von Geräuschen aus der realen Welt entstehen oder eine Mischung aus beidem sein.

Untertitel (captions)

Synchronisierte visuelle Alternative und/oder Textalternative für sowohl sprachliche als auch nicht-sprachliche Audio-Informationen, die notwendig sind, um Medieninhalte zu verstehen.

Anmerkung 1: Untertitel (Captions) sind reinen Dialog-Untertiteln ähnlich mit der Ausnahme, dass sie nicht nur den Inhalt von gesprochenem Dialog wiedergeben, sondern auch Äquivalente für über den Dialog hinausgehende Audio-Informationen, die zum Verständnis des Programminhalts notwendig sind. Dies schließt Geräuscheffekte, Musik, Lachen, Identifizierung und Position des Sprechers ein.

Anmerkung 2: Geschlossene Untertitel (Closed Captions) sind Äquivalente, die in manchen Wiedergabeprogrammen an- und ausgeschaltet werden können.

Anmerkung 3: Offene Untertitel sind all jene, die nicht abgeschaltet werden können. Zum Beispiel, wenn es sich um visuell äquivalente Bilder eines Textes handelt, die in ein Video eingebettet sind.

Anmerkung 4: Untertitel (Captions) sollten relevante Informationen im Video nicht undeutlich machen oder verdecken.

Anmerkung 5: In einigen Ländern werden die hier gemeinten „Captions“ als Untertitel (Subtitles) bezeichnet.

Anmerkung 6: Audiodeskriptionen können, müssen aber nicht untertitelt sein, da es sich hier um Beschreibungen von Informationen handelt, die bereits visuell dargestellt werden.

Medienalternative für Text (media alternative for text)

Medien, die nicht mehr Informationen präsentieren als bereits im Text präsentiert werden (direkt oder über eine Textalternative)

Anmerkung: Eine Medienalternative für Text wird für diejenigen bereitgestellt, die von alternativen Darstellungen des Textes profitieren. Medienalternativen für Text können sein: reiner Audioinhalt, reiner Videoinhalt (einschließlich Gebärdensprachvideo) oder Audio-Video-Inhalt.

Aufgezeichnet (prerecorded)

Informationen, die nicht live sind.

Synchronisierte Medien (synchronized media)

Audio oder Video, synchronisiert mit einem anderen Format für die Präsentation von Informationen und/oder mit zeitbasierten interaktiven Komponenten, es sei denn, das Medium ist eine Medienalternative für Text, die als solche deutlich gekennzeichnet ist.


Audiodeskription oder Medienalternative (aufgezeichnet):
Erfolgskriterium 1.2.3 verstehen

1.2.3 Audiodeskription oder Medienalternative (aufgezeichnet): Eine Alternative für zeitbasierte Medien oder eine Audiodeskription des aufgezeichneten Videoinhalts wird für synchronisierte Medien bereitgestellt, außer die Medien sind eine Medienalternative für Text und als solche deutlich gekennzeichnet. (Stufe A)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Menschen, die blind oder sehbehindert sind, den Zugriff auf die visuellen Informationen in einer synchronisierten Medienpräsentation zur Verfügung zu stellen. Dieses Erfolgskriterium beschreibt zwei Vorgehensweisen, von denen jede benutzt werden kann.

Eine Vorgehensweise ist es, eine Audiodeskription des Videoinhalts bereitzustellen. Die Audiodeskription erweitert den Audioanteil der Präsentation um die Informationen, die benötigt werden, wenn der Videoanteil nicht zur Verfügung steht. Während existierender Pausen im Dialog stellen Audiodeskriptionen Informationen über Handlungen, Charaktere, Szenenwechsel und Bildschirmtext zur Verfügung, die wichtig sind und nicht in der Haupt-Tonspur beschrieben oder gesprochen werden.

Die zweite Vorgehensweise beinhaltet die Bereitstellung aller Informationen (sowohl visueller als auch auditiver) aus den synchronisierten Medien in Textform. Eine Alternative für zeitbasierte Medien stellt eine laufende Beschreibung aller Dinge, die im synchronisierten Medieninhalt passieren, zur Verfügung. Die Alternative für zeitbasierte Medien liest sich etwa so wie ein Drehbuch oder Buch. Im Gegensatz zur Audiodeskription ist die Beschreibung des Videoanteils nicht nur auf die Pausen im bestehenden Dialog beschränkt. Es werden vollständige Beschreibungen aller visueller Informationen, einschließlich visuellem Kontext, Handlungen, und Ausdruck der Schauspieler, und von sämtlichem anderen visuellen Material bereitgestellt. Zusätzlich wird nicht-sprachlicher Ton (Gelächter, Stimmen aus dem Off usw.) beschrieben und Transkripte des gesamten Dialogs werden hinzugefügt. Die Abfolge von Beschreibung und Dialogtranskript ist die gleiche, wie die Abfolge im synchronisierten Medium selber. Daraus folgt, dass die Alternative für zeitbasierte Medien eine sehr viel komplettere Repräsentation des synchronisierten Medieninhalts bereitstellen kann als die Audiodeskription alleine.

Wenn es irgendeine Interaktion als Teil der synchronisierten Medienpräsentation gibt (z.B. „Klicken sie jetzt, um die Frage zu beantworten“), dann würde die Alternative für zeitbasierte Medien Hyperlinks oder was auch immer notwendig ist, um die gleiche Funktionalität zu bieten, bereitstellen.

Anmerkung 1: Für 1.2.3, 1.2.5 und 1.2.7: Wenn alle Informationen aus der Videospur schon in der Audiospur bereitgestellt werden, dann ist keine Audiodeskription notwendig.

Anmerkung 2: 1.2.3, 1.2.5 und 1.2.8 überschneiden sich gegenseitig ein wenig. Dies ist deshalb so, damit Autoren ein wenig Auswahl auf der untersten Konformitätsstufe haben und um zusätzliche Bedingungen auf den höheren Stufen bereitzustellen. Auf Stufe A bei Erfolgskriterium 1.2.3 haben Autoren die Wahl zwischen der Bereitstellung von entweder einer Audiodeskription oder aber einer kompletten Textalternative. Wenn Autoren auf Stufe AA unter Erfolgskriterium 1.2.5 konform sein möchten, dann müssen sie eine Audiodeskription bereitstellen - eine Anforderung, die schon erfüllt ist, wenn sie diese Alternative für 1.2.3 ausgewählt haben, ansonsten eine zusätzliche Anforderung. Auf Stufe AAA unter Erfolgskriterium 1.2.8 müssen sie eine erweiterte Textbeschreibungt bereitstellen. Dies ist eine zusätzliche Anforderung, wenn sowohl 1.2.3 als auch 1.2.5 erfüllt würden, indem nur eine Audiodeskription bereitgestellt wird. Wenn 1.2.3 allerdings erfüllt wurde, indem eine Textbeschreibung bereitgestellt wurde und die 1.2.5 Anforderung an eine Audiodeskription erfüllt wurde, dann fügt 1.2.8 keine neue Anforderungen hinzu.

Siehe auch Erfolgskriterium 1.2.5 verstehen - Audiodeskription (aufgezeichnet), Erfolgskriterium 1.2.7 verstehen - Erweiterte Audiodeskription (aufgezeichnet) und Erfolgskriterium 1.2.8 verstehen - Medienalternative (aufgezeichnet).

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.2.3

  • Dieses Erfolgskriterium kann manchen Menschen helfen, die Probleme damit haben, Video oder anderen synchronisierten Medieninhalt anzusehen, einschließlich Menschen, die Probleme damit haben, bewegende Bilder wahrzunehmen oder zu verstehen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.2.3

  • Ein Film mit einer Audiodeskription.

    Beschreiber: Ein Titel, „Evolution lehren - Fallstudien (Teaching Evolution Case Studies). Bonnie Chen.“ Eine Lehrerin zeigt Fotografien von Vögeln mit langen, dünnen Schnäbeln.

    Bonnie Chen: „Diese Fotos wurden alle in den Everglades aufgenommen.“

    Beschreiber: Die Lehrerin gibt jedem Schüler zwei flache, dünne, hölzerne Stäbe.

    Bonnie Chen: „Heute werden Sie so tun, als wären sie eine Stelzvogel-Spezies, die einen Schnabel wie diesen hat.“

    Beschreiber: Die Lehrerin hält zwei der Stäbe vor ihren Mund und macht so die Form eines Schnabels.

    Transkript des Audios basierend auf den ersten paar Minuten von „Teaching Evolution Case Studies, Bonnie Chen“ (Copyright WGBH und Clear Blue Sky Productions, Inc.)

  • Eine alternative für zeitbasierte Medien für ein Trainingsvideo

    Eine Firma kauft ein Trainingsvideo für seine Mitarbeiter und stellt es ins Firmen-Intranet. Das Video enthält eine Erklärung zum Gebrauch einer neuen Technik und es gibt eine Person, die spricht und Dinge gleichzeitig zeigt. Da es keinen Platz gibt, um eine Audiodeskription der visuellen Demonstrationen während der Dialogpausen einzufügen, stellt die Firma eine Alternative für zeitbasierte Medien zur Verfügung, die alle Mitarbeiter, einschließlich derer, die die Demonstration nicht sehen können, benutzen können, um besser zu verstehen, was präsentiert wird.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.2.3 - Audiodeskription oder Medienalternative (aufgezeichnet)]

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.2.3

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Bereitstellung von Audiodeskriptionen in mehreren Sprachen in SMIL 1.0 (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung von Audiodeskriptionen in mehreren Sprachen in SMIL 2.0 (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.2.3

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.2.3 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Alternative für zeitbasierte Medien (alternative for time-based media)

Dokument, das korrekt aufeinanderfolgende Textbeschreibungen von zeitbasierten visuellen und auditiven Informationen beinhaltet und das es ermöglicht, sich das Ergebnis jeder zeitbasierten Interaktion zu erschließen

Anmerkung: Ein Drehbuch, das benutzt wurde um den synchronisierten Medieninhalt zu erstellen, würde dieser Definition nur dann entsprechen, wenn es so abgeändert wurde, dass es nun dem finalen synchronisierten Medium nach der Bearbeitung (nach dem Schnitt) genau entspricht.

Audiodeskription (audio description)

Schilderung, die zur Tonspur hinzugefügt wird, um wichtige visuelle Details zu beschreiben, die durch die Haupt-Tonspur allein nicht verständlich sind.

Anmerkung 1: Die Audiodeskription eines Videos gibt Informationen zu Handlungen, Charakteren, Szenenwechseln, Bildschirmtexten und anderen visuellen Inhalten.

Anmerkung 2: In gängigen Audiodeskriptionen wird die Schilderung während bestehender Dialogpausen hinzugefügt. (Siehe dazu auch Erweiterte Audiodeskription.)

Anmerkung 3: In Fällen, in denen alle Video-Informationen bereits in bestehendem Audio bereitgestellt werden, ist keine zusätzliche Audiodeskription notwendig.

Anmerkung 4: Wird auch "Videodeskription" und "deskriptive Erzählung" genannt. (Anmerkung der Übersetzer: Diese Begriffe werden im englischen Sprachraum benutzt, im deutschen Sprachgebrauch wird der Begriff Hörfilm für einen mit Audiodeskriptionen versehenen Film verwendet.)

Medienalternative für Text (media alternative for text)

Medien, die nicht mehr Informationen präsentieren als bereits im Text präsentiert werden (direkt oder über eine Textalternative)

Anmerkung: Eine Medienalternative für Text wird für diejenigen bereitgestellt, die von alternativen Darstellungen des Textes profitieren. Medienalternativen für Text können sein: reiner Audioinhalt, reiner Videoinhalt (einschließlich Gebärdensprachvideo) oder Audio-Video-Inhalt.

Aufgezeichnet (prerecorded)

Informationen, die nicht live sind.

Synchronisierte Medien (synchronized media)

Audio oder Video, synchronisiert mit einem anderen Format für die Präsentation von Informationen und/oder mit zeitbasierten interaktiven Komponenten, es sei denn, das Medium ist eine Medienalternative für Text, die als solche deutlich gekennzeichnet ist.

Video (video)

Die Technik von sich bewegenden oder aufeinander folgenden Fotos oder Bildern.

Anmerkung: Video kann aus animierten oder fotografischen Bilder oder beidem zusammengesetzt sein.


Untertitel (Live):
Erfolgskriterium 1.2.4 verstehen

1.2.4 Untertitel (Live): Untertitel werden für alle Live- Audioinhalte in synchronisierten Medien bereitgestellt. (Stufe AA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Menschen, die taub oder schwerhörig sind, in die Lage zu versetzen, Präsentationen in Echtzeit anzusehen. Untertitel stellen den Teil des Inhalts bereit, der über die Tonspur verfügbar ist. Untertitel enthalten nicht nur den Dialog, sondern weisen auch darauf hin, wer gerade spricht und notieren Toneffekte und andere signifikante Audioinhalte.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.2.4

  • Menschen, die taub sind oder einen Hörschwund haben, können durch Untertitel auf die auditiven Informationen in den synchronisierten Medieninhalten zugreifen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.2.4

  • Ein Webcast

    Eine Nachrichtenorganisation stellt ein live ausgestrahltes, untertiteltes Webcast bereit.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.2.4 - Untertitel (Live)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

  1. G9: Erstellung von Untertiteln für Live synchronisierte Medien UND G93: Bereitstellung offener (immer sichtbarer) Untertitel

  2. G9: Erstellung von Untertiteln für Live synchronisierte Medien UND G87: Bereitstellung geschlossener Untertitel, indem irgendein jederzeit verfügbares Medienformat benutzt wird, das einen Video-Player hat, der geschlossene Untertitel unterstützt

  3. G9: Erstellung von Untertiteln für Live synchronisierte Medien UND G87: Bereitstellung geschlossener Untertitel, indem eine der folgenden Techniken benutzt wird:

Anmerkung: Untertitel können generiert werden, indem man einen Echtzeit-Textübersetzungsdienst nutzt.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.2.4

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

(derzeit keine dokumentiert)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.2.4

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.2.4 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Audio (audio)

Die Technik der Tonreproduktion

Anmerkung: Audio kann künstlich erstellt werden (einschließlich Sprachsynthese), durch die Aufzeichnung von Geräuschen aus der realen Welt entstehen oder eine Mischung aus beidem sein.

Untertitel (captions)

Synchronisierte visuelle Alternative und/oder Textalternative für sowohl sprachliche als auch nicht-sprachliche Audio-Informationen, die notwendig sind, um Medieninhalte zu verstehen.

Anmerkung 1: Untertitel (Captions) sind reinen Dialog-Untertiteln ähnlich mit der Ausnahme, dass sie nicht nur den Inhalt von gesprochenem Dialog wiedergeben, sondern auch Äquivalente für über den Dialog hinausgehende Audio-Informationen, die zum Verständnis des Programminhalts notwendig sind. Dies schließt Geräuscheffekte, Musik, Lachen, Identifizierung und Position des Sprechers ein.

Anmerkung 2: Geschlossene Untertitel (Closed Captions) sind Äquivalente, die in manchen Wiedergabeprogrammen an- und ausgeschaltet werden können.

Anmerkung 3: Offene Untertitel sind all jene, die nicht abgeschaltet werden können. Zum Beispiel, wenn es sich um visuell äquivalente Bilder eines Textes handelt, die in ein Video eingebettet sind.

Anmerkung 4: Untertitel (Captions) sollten relevante Informationen im Video nicht undeutlich machen oder verdecken.

Anmerkung 5: In einigen Ländern werden die hier gemeinten „Captions“ als Untertitel (Subtitles) bezeichnet.

Anmerkung 6: Audiodeskriptionen können, müssen aber nicht untertitelt sein, da es sich hier um Beschreibungen von Informationen handelt, die bereits visuell dargestellt werden.

Live

Informationen, die bei einem Ereignis der realen Welt aufgenommen und an den Empfänger mit nicht mehr als der Übertragungsverzögerung übertragen werden.

Anmerkung 1: Eine Übertragungsverzögerung ist eine kurze (normalerweise automatisierte) Verzögerung, die zum Beispiel dazu genutzt wird, dem Sender die Zeit zu geben, die Audio- oder Video-Übertragung in eine Warteschlange zu stellen oder zu zensieren, die aber nicht ausreicht, um signifikantes Editieren zu ermöglichen.

Anmerkung 2: Wenn Informationen komplett vom Computer generiert werden, ist das nicht live.

Synchronisierte Medien (synchronized media)

Audio oder Video, synchronisiert mit einem anderen Format für die Präsentation von Informationen und/oder mit zeitbasierten interaktiven Komponenten, es sei denn, das Medium ist eine Medienalternative für Text, die als solche deutlich gekennzeichnet ist.


Audiodeskription (aufgezeichnet):
Erfolgskriterium 1.2.5 verstehen

1.2.5 Audiodeskription (aufgezeichnet): Eine Audiodeskription wird für alle aufgezeichneten Videoinhalte in synchronisierten Medien zur Verfügung gestellt. (Stufe AA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Menschen, die blind oder sehbehindert sind, den Zugriff auf die visuellen Informationen in einer synchronisierten Medienpräsentation zur Verfügung zu stellen. Die Audiodeskription erweitert den Audioanteil der Präsentation um die Informationen, die benötigt werden, wenn der Videoanteil nicht zur Verfügung steht. Während existierender Pausen im Dialog stellen Audiodeskriptionen Informationen über Handlungen, Charaktere, Szenenwechsel und Bildschirmtext zur Verfügung, die wichtig sind und nicht in der Haupt-Tonspur beschrieben oder gesprochen werden.

Anmerkung 1: Für 1.2.3, 1.2.5 und 1.2.7: Wenn alle Informationen aus der Videospur schon in der Audiospur bereitgestellt werden, dann ist keine Audiodeskription notwendig.

Anmerkung 2: 1.2.3, 1.2.5 und 1.2.8 überschneiden sich gegenseitig ein wenig. Dies ist deshalb so, damit Autoren ein wenig Auswahl auf der untersten Konformitätsstufe haben und um zusätzliche Bedingungen auf den höheren Stufen bereitzustellen. Auf Stufe A bei Erfolgskriterium 1.2.3 haben Autoren die Wahl zwischen der Bereitstellung von entweder einer Audiodeskription oder aber einer kompletten Textalternative. Wenn Autoren auf Stufe AA unter Erfolgskriterium 1.2.5 konform sein möchten, dann müssen sie eine Audiodeskription bereitstellen - eine Anforderung, die schon erfüllt ist, wenn sie diese Alternative für 1.2.3 ausgewählt haben, ansonsten eine zusätzliche Anforderung. Auf Stufe AAA unter Erfolgskriterium 1.2.8 müssen sie eine erweiterte Textbeschreibungt bereitstellen. Dies ist eine zusätzliche Anforderung, wenn sowohl 1.2.3 als auch 1.2.5 erfüllt würden, indem nur eine Audiodeskription bereitgestellt wird. Wenn 1.2.3 allerdings erfüllt wurde, indem eine Textbeschreibung bereitgestellt wurde und die 1.2.5 Anforderung an eine Audiodeskription erfüllt wurde, dann fügt 1.2.8 keine neue Anforderungen hinzu.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.2.5

  • Sowohl Menschen, die blind sind oder ein geringes Sehvermögen haben, als auch diejenigen mit kognitiven Einschränkungen, die Schwierigkeiten damit haben, visuell zu interpretieren, was passiert profitieren von einer Audiodeskription visueller Inhalte.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.2.5

  • Ein Film mit einer Audiodeskription.

    Beschreiber: Ein Titel, „Evolution lehren - Fallstudien (Teaching Evolution Case Studies). Bonnie Chen.“ Eine Lehrerin zeigt Fotografien von Vögeln mit langen, dünnen Schnäbeln.

    Bonnie Chen: „Diese Fotos wurden alle in den Everglades aufgenommen.“

    Beschreiber: Die Lehrerin gibt jedem Schüler zwei flache, dünne, hölzerne Stäbe.

    Bonnie Chen: „Heute werden Sie so tun, als wären sie eine Stelzvogel-Spezies, die einen Schnabel wie diesen hat.“

    Beschreiber: Die Lehrerin hält zwei der Stäbe vor ihren Mund und macht so die Form eines Schnabels.

    Transkript des Audios basierend auf den ersten paar Minuten von „Teaching Evolution Case Studies, Bonnie Chen“ (Copyright WGBH und Clear Blue Sky Productions, Inc.)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.2.5 - Audiodeskription (aufgezeichnet)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.2.5

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Bereitstellung von Audiodeskriptionen in mehreren Sprachen in SMIL 1.0 (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung von Audiodeskriptionen in mehreren Sprachen in SMIL 2.0 (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer Audiodeskriptionen für Live synchronisierte Medien (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.2.5

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.2.5 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Audiodeskription (audio description)

Schilderung, die zur Tonspur hinzugefügt wird, um wichtige visuelle Details zu beschreiben, die durch die Haupt-Tonspur allein nicht verständlich sind.

Anmerkung 1: Die Audiodeskription eines Videos gibt Informationen zu Handlungen, Charakteren, Szenenwechseln, Bildschirmtexten und anderen visuellen Inhalten.

Anmerkung 2: In gängigen Audiodeskriptionen wird die Schilderung während bestehender Dialogpausen hinzugefügt. (Siehe dazu auch Erweiterte Audiodeskription.)

Anmerkung 3: In Fällen, in denen alle Video-Informationen bereits in bestehendem Audio bereitgestellt werden, ist keine zusätzliche Audiodeskription notwendig.

Anmerkung 4: Wird auch "Videodeskription" und "deskriptive Erzählung" genannt. (Anmerkung der Übersetzer: Diese Begriffe werden im englischen Sprachraum benutzt, im deutschen Sprachgebrauch wird der Begriff Hörfilm für einen mit Audiodeskriptionen versehenen Film verwendet.)

Aufgezeichnet (prerecorded)

Informationen, die nicht live sind.

Synchronisierte Medien (synchronized media)

Audio oder Video, synchronisiert mit einem anderen Format für die Präsentation von Informationen und/oder mit zeitbasierten interaktiven Komponenten, es sei denn, das Medium ist eine Medienalternative für Text, die als solche deutlich gekennzeichnet ist.

Video (video)

Die Technik von sich bewegenden oder aufeinander folgenden Fotos oder Bildern.

Anmerkung: Video kann aus animierten oder fotografischen Bilder oder beidem zusammengesetzt sein.


Gebärdensprache (Aufgezeichnet):
Erfolgskriterium 1.2.6 verstehen

1.2.6 Gebärdensprache (aufgezeichnet): Eine Übersetzung in die Gebärdensprache wird für alle aufgezeichneten Audioinhalte in synchronisierten Medien bereitgestellt. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Menschen, die taub oder schwerhörig und fließend in einer Gebärdensprache sind, in die Lage zu versetzen, den Inhalt der Tonspur der synchronisierten Medienpräsentationen zu verstehen. Geschriebener Text, wie man ihn in Untertiteln findet, ist oft eine Zweitsprache. Da Gebärdensprache die Möglichkeit bietet, Intonation, Emotion und andere Audioinformationen, die in einer Übersetzung in die Gebärdensprache nicht aber in Untertiteln reflektiert werden bereitzustellen, bietet die Übersetzung in die Gebärdensprache einen reichhaltigeren und äquivalenteren Zugriff auf synchronisierte Medien. Menschen, die ausgiebig in Gebärdensprache kommunizieren, sind darüber hinaus schneller in Gebärdensprache und bei synchronisierten Medien handelt es sich um eine zeitbasierte Präsentation.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.2.6

  • Menschen, deren menschliche Sprache die Gebärdensprache ist, haben manchmal begrenzte Lesefähigkeiten. Diese Individuen sind möglicherweise nicht dazu in der Lage, die Untertitel zu lesen und zu verstehen und benötigen daher eine Übersetzung in die Gebärdensprache, um Zugriff auf die synchronisierten Medieninhalte zu bekommen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.2.6

  • Beispiel 1. Ein Unternehmen hat eine wichtige Bekanntmachung für all seine Mitarbeiter. Die Versammlung wird in der Hauptverwaltung stattfinden und wird ins Web gestreamt. Am Versammlungsort gibt es einen Übersetzer in die Gebärdensprache. Das Live-Video beinhaltet eine sowohl Vollansicht des Übersetzers in die Gebärdensprache als auch der präsentierenden Person.

  • Beispiel 2. Die gleiche Bekanntmachung wie in Beispiel 1 beschrieben wird auch per Webcast an weiter entfernte Mitarbeiter übertragen. Da hierfür nur ein Bildschirm zur Verfügung steht, wird der Übersetzer in die Gebärdensprache in einer Ecke des Bildschirms gezeigt.

  • Beispiel 3. Eine Universität stellt eine Online-Version einer bestimmten Vorlesung bereit, indem eine synchronisierte Medienpräsentation des Professors, der die Vorlesung hält, erstellt wird. Die Präsentation enthält ein Video des Professors wie er spricht und ein wissenschaftliches Experiment zeigt. Es wird eine Übersetzung der Vorlesung in die Gebärdensprache erstellt und im Web mit der synchronisierten Medienversion gezeigt.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.2.6 - Gebärdensprache (aufgezeichnet)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.2.6

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Metadata-Techniken
  • Benutzung von Metadaten, um Alternativen eines Videos in Gebärdensprache zu verbinden, um die Wahl der Gebärdensprache zu ermöglichen (zukünftiger Link)

    • BEISPIEL: Bereitstellung von URI(s), in Metadaten, die auf verschiedene, englische Übersetzungen einer Webseite in die Gebärdensprache verweisen (ASL, SASL, BSL, Auslan, ISL, NZSL).

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.2.6

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.2.6 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Audio (audio)

Die Technik der Tonreproduktion

Anmerkung: Audio kann künstlich erstellt werden (einschließlich Sprachsynthese), durch die Aufzeichnung von Geräuschen aus der realen Welt entstehen oder eine Mischung aus beidem sein.

Aufgezeichnet (prerecorded)

Informationen, die nicht live sind.

Übersetzung in Gebärdensprache (sign language interpretation)

Übersetzung einer Sprache, üblicherweise einer gesprochenen Sprache, in eine Gebärdensprache.

Anmerkung: Echte Gebärdensprachen sind unabhängige Sprachen, die nicht mit der oder den gesprochenen Sprache(n) des gleichen Landes oder der Region verwandt sind.

Synchronisierte Medien (synchronized media)

Audio oder Video, synchronisiert mit einem anderen Format für die Präsentation von Informationen und/oder mit zeitbasierten interaktiven Komponenten, es sei denn, das Medium ist eine Medienalternative für Text, die als solche deutlich gekennzeichnet ist.


Erweiterte Audiodeskription (aufgezeichnet):
Erfolgskriterium 1.2.7 verstehen

1.2.7 Erweiterte Audiodeskription (aufgezeichnet): Wenn die Pausen im Vordergrund-Audio nicht ausreichend sind, um Audiodeskriptionen zu ermöglichen, die den Sinn des Videos vermitteln, dann wird eine erweiterte Audiodeskription für alle aufgezeichneten Videoinhalte in synchronisierten Medien bereitgestellt. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Menschen, die blind oder sehbehindert sind, den Zugriff auf eine synchronisierte Medienpräsentation zur Verfügung zu stellen, die über das hinausgeht, was Standard-Audiodeskriptionen liefern können. Dies erreicht man, indem man die synchronisierte Medienpräsentation regelmäßig stoppt und zusätzliche Audiodeskriptionen abspielt. Die synchronisierte Medienpräsentation wird dann fortgesetzt.

Da dies die Betrachtung für diejenigen, die keine zusätzliche Beschreibung benötigen, stört, werden oft Techniken zur Verfügung gestellt, die es ermöglichen, die Funktion an- und auszuschalten. Alternativ können Versionen mit und ohne die zusätzlichen Beschreibungen zur Verfügung gestellt werden.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.2.7

  • Sowohl Menschen, die blind sind, die ein geringes Sehvermögen haben und den Bildschirm nicht sehen können, als auch diejenigen mit kognitiven Einschränkungen, die Schwierigkeiten damit haben, visuell zu interpretieren, was gerade passiert, benutzen häufig eine Audiodeskriptionen der visuellen Informationen. Wenn es allerdings zu viel Dialog gibt, dann ist die Audiodeskription unzureichend. Die erweiterte Audiodeskription kann die zusätzlichen Informationen liefern, die benötigt werden, um das Video zu verstehen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.2.7

  • Beispiel 1. Video einer Vorlesung. Ein Physik-Professor hält eine Vorlesung. Er macht Handskizzen auf dem Whiteboard und spricht schnell während er zeichnet. Sobald er mit der Erörterung einer Problemstellung fertig ist, wischt er die Zeichnung weg und mach einen neuen Sketch, während er weiterhin spricht und mit seiner anderen Hand gestikuliert. Das Video wird zwischen den Problemstellungen angehalten und es wird eine erweiterte Audiodeskription der Zeichnungen und Gesten des Professors bereitgestellt; das Video wird dann fortgesetzt.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.2.7 - Erweiterte Audiodeskription (aufgezeichnet)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

  1. G8: Bereitstellung eines Films mit erweiterten Audiodeskriptionen durch Nutzung einer der folgenden Techniken:

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.2.7

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Hinzufügen erweiterter Audiodeskriptionen in mehreren Sprachen in SMIL 1.0 (zukünftiger Link)

  • Hinzufügen erweiterter Audiodeskriptionen in mehreren Sprachen in SMIL 2.0 (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.2.7

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.2.7 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Audiodeskription (audio description)

Schilderung, die zur Tonspur hinzugefügt wird, um wichtige visuelle Details zu beschreiben, die durch die Haupt-Tonspur allein nicht verständlich sind.

Anmerkung 1: Die Audiodeskription eines Videos gibt Informationen zu Handlungen, Charakteren, Szenenwechseln, Bildschirmtexten und anderen visuellen Inhalten.

Anmerkung 2: In gängigen Audiodeskriptionen wird die Schilderung während bestehender Dialogpausen hinzugefügt. (Siehe dazu auch Erweiterte Audiodeskription.)

Anmerkung 3: In Fällen, in denen alle Video-Informationen bereits in bestehendem Audio bereitgestellt werden, ist keine zusätzliche Audiodeskription notwendig.

Anmerkung 4: Wird auch "Videodeskription" und "deskriptive Erzählung" genannt. (Anmerkung der Übersetzer: Diese Begriffe werden im englischen Sprachraum benutzt, im deutschen Sprachgebrauch wird der Begriff Hörfilm für einen mit Audiodeskriptionen versehenen Film verwendet.)

Erweiterte Audiodeskription (extended audio description)

Audiodeskription, die zu einer audiovisuellen Präsentation hinzugefügt wird, indem das Video angehalten wird, so dass Zeit da ist, um eine zusätzliche Deskription hinzuzufügen.

Anmerkung: Diese Technik wird nur benutzt, wenn der Sinn des Videos ohne die zusätzliche Audiodeskription verloren gehen würde und die Pausen zwischen den Dialogen/der Schilderung zu kurz sind.

Aufgezeichnet (prerecorded)

Informationen, die nicht live sind.

Synchronisierte Medien (synchronized media)

Audio oder Video, synchronisiert mit einem anderen Format für die Präsentation von Informationen und/oder mit zeitbasierten interaktiven Komponenten, es sei denn, das Medium ist eine Medienalternative für Text, die als solche deutlich gekennzeichnet ist.

Video (video)

Die Technik von sich bewegenden oder aufeinander folgenden Fotos oder Bildern.

Anmerkung: Video kann aus animierten oder fotografischen Bilder oder beidem zusammengesetzt sein.


Medienalternative (aufgezeichnet):
Erfolgskriterium 1.2.8 verstehen

1.2.8 Medienalternative (aufgezeichnet): Eine Alternative für zeitbasierte Medien wird für alle aufgezeichneten synchronisierten Medien und für alle aufgezeichneten reinen Videomedien bereitgestellt. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, audiovisuelle Materialien denjenigen Menschen zur Verfügung zu stellen, deren Sehvermögen zu gering ist, um Untertitel zuverlässig zu lesen und deren Hörvermögen zu gering ist, um Dialog und Audiodeskription zuverlässig zu hören. Dies erreicht man, indem man eine Alternative für zeitbasierte Medien bereitstellt.

Diese Vorgehensweise beinhaltet die Bereitstellung aller Informationen aus den synchronisierten Medien (sowohl visuelle als auch auditive) in Textform. Eine Alternative für zeitbasierte Medien stellt eine laufende Beschreibung aller Dinge, die im synchronisierten Medieninhalt passieren, zur Verfügung. Die Alternative für zeitbasierte Medien liest sich ungefähr so wie ein Buch. Im Gegensatz zur Audiodeskription ist die Beschreibung des Videoanteils nicht nur auf die Pausen im bestehenden Dialog beschränkt. Es werden vollständige Beschreibungen aller visueller Informationen, einschließlich visuellem Kontext, Handlungen, und Ausdruck der Schauspieler, und von sämtlichem anderen visuellen Material bereitgestellt. Zusätzlich wird nicht-sprachlicher Ton (Gelächter, Stimmen aus dem Off usw.) beschrieben und Transkripte des gesamten Dialogs werden hinzugefügt. Die Abfolge der Beschreibungen und der Dialog-Transkripte ist die gleiche wie die Abfolge in den synchronisierten Medien selber. Daraus folgt, dass die Alternative für zeitbasierte Medien eine sehr viel komplettere Repräsentation des synchronisierten Medieninhalts bereitstellen kann als die Audiodeskription alleine.

Wenn es als Teil der synchronisierten Medienpräsentation irgendeine Interaktion gibt (z.B. „Klicken sie jetzt, um die Frage zu beantworten“), dann würde die Alternative für zeitbasierte Medien Hyperlinks oder was auch immer sonst benötigt würde bereitstellen, um eine parallele Funktionalität zu bieten.

Menschen, deren Sehvermögen zu gering ist, um Untertitel zuverlässig zu lesen und deren Hörvermögen zu gering ist, um Dialog zuverlässig zu hören, können auf die Alternative für zeitbasierte Medien zugreifen, indem sie eine Braillezeile benutzen.

Anmerkung 1: Für 1.2.3, 1.2.5 und 1.2.7: Wenn alle Informationen aus der Videospur schon in der Audiospur bereitgestellt werden, dann ist keine Audiodeskription notwendig.

Anmerkung 2: 1.2.3, 1.2.5 und 1.2.8 überschneiden sich gegenseitig ein wenig. Dies ist deshalb so, damit Autoren ein wenig Auswahl auf der untersten Konformitätsstufe haben und um zusätzliche Bedingungen auf den höheren Stufen bereitzustellen. Auf Stufe A bei Erfolgskriterium 1.2.3 haben Autoren die Wahl zwischen der Bereitstellung von entweder einer Audiodeskription oder aber einer kompletten Textalternative. Wenn Autoren auf Stufe AA unter Erfolgskriterium 1.2.5 konform sein möchten, dann müssen sie eine Audiodeskription bereitstellen - eine Anforderung, die schon erfüllt ist, wenn sie diese Alternative für 1.2.3 ausgewählt haben, ansonsten eine zusätzliche Anforderung. Auf Stufe AAA unter Erfolgskriterium 1.2.8 müssen sie eine erweiterte Textbeschreibungt bereitstellen. Dies ist eine zusätzliche Anforderung, wenn sowohl 1.2.3 als auch 1.2.5 erfüllt würden, indem nur eine Audiodeskription bereitgestellt wird. Wenn 1.2.3 allerdings erfüllt wurde, indem eine Textbeschreibung bereitgestellt wurde und die 1.2.5 Anforderung an eine Audiodeskription erfüllt wurde, dann fügt 1.2.8 keine neue Anforderungen hinzu.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.2.8

  • Menschen, die nicht gut oder gar nicht sehen können und die auch nicht gut oder gar nicht hören können, können Zugriff auf Informationen aus audio-visuellen Präsentationen bekommen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.2.8

  • Beispiel 1. Alternative für zeitbasierte Medien für ein Trainingsvideo

    Ein Bürgerzentrum kauft ein Trainingsvideo für seine Kunden und stellt es in das Intranet des Zentrums ein. Das Video enthält eine Erklärung zum Gebrauch einer neuen Technik und es gibt eine Person, die spricht und Dinge gleichzeitig zeigt. Das Bürgerzentrum stellt eine Alternative für zeitbasierte Medien bereit, die alle Kunden einschließlich derer, die weder dazu in der Lage sind, die Demonstration zu sehen noch die Erklärungen in den synchronisierten Medien zu hören, benutzen können, um besser zu verstehen, was präsentiert wird.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.2.8 - Medienalternative (aufgezeichnet)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Wählen Sie unten die Situation aus, die Ihrem Inhalt entspricht. Jede Situation beinhaltet nummerierte Techniken (oder Kombinationen von Techniken), welche die Arbeitsgruppe als ausreichend für diesen Sachverhalt erachtet.

Situation A: Wenn es sich bei dem Inhalt um aufgezeichnete, synchronisierte Medien handelt:
  1. G69: Bereitstellung einer Alternative für zeitbasierte Medien durch die Nutzung einer der folgenden Techniken

Situation B: Wenn es sich bei dem Inhalt um aufgezeichnete Videoinhalte handelt:
  1. G159: Bereitstellung einer Alternative für zeitbasierte Medien für reine Videoinhalte

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.2.8

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.2.8

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.2.8 betrachtet werden.

Schlüsselbegriffe

Alternative für zeitbasierte Medien (alternative for time-based media)

Dokument, das korrekt aufeinanderfolgende Textbeschreibungen von zeitbasierten visuellen und auditiven Informationen beinhaltet und das es ermöglicht, sich das Ergebnis jeder zeitbasierten Interaktion zu erschließen

Anmerkung: Ein Drehbuch, das benutzt wurde um den synchronisierten Medieninhalt zu erstellen, würde dieser Definition nur dann entsprechen, wenn es so abgeändert wurde, dass es nun dem finalen synchronisierten Medium nach der Bearbeitung (nach dem Schnitt) genau entspricht.

Aufgezeichnet (prerecorded)

Informationen, die nicht live sind.

Synchronisierte Medien (synchronized media)

Audio oder Video, synchronisiert mit einem anderen Format für die Präsentation von Informationen und/oder mit zeitbasierten interaktiven Komponenten, es sei denn, das Medium ist eine Medienalternative für Text, die als solche deutlich gekennzeichnet ist.

Reiner Videoinhalt

Eine zeitbasierte Präsentation, die nur Video (kein Audio und keine Interaktion) enthält.


Reiner Audioinhalt (Live):
Erfolgskriterium 1.2.9 verstehen

1.2.9 Reiner Audioinhalt (Live): Eine Alternative für zeitbasierte Medien, die äquivalente Informationen für live übertragene reine Audioinhalte bietet, wird bereitgestellt. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Informationen, die durch Live-Audio, wie beispielsweise Videokonferenzen, live übertragene Reden und Radio-Webcasts, vermittelt werden, durch die Benutzung einer Textalternative barrierefrei zu machen. Ein Live-Untertitel-Service ermöglicht es, dass Live-Audio für Menschen, die taub oder schwerhörig sind oder das Audio anderweitig nicht hören können, zugänglich ist. Ein solcher Service setzt einen geschulten menschlichen Bearbeiter ein, der das, was gesagt wird, abhört und eine besondere Tastatur benutzt, um den Text mit nur kurzer Verzögerung einzugeben. Er ist in der Lage, ein Live-Ereignis mit großer Wiedergabetreue zu erfassen und fügt darüber hinaus Anmerkungen zu allen nicht -gesprochenen Audioinformationen ein, die unerlässlich für das Verständnis des Ereignisses sind. Ein Transkript ist manchmal eine Möglichkeit, wenn das Live-Audio einen festgelegten Skript folgt; aber ein Live-Untertitel-Service wird bevorzugt, da er im gleichen Tempo abläuft wie das Audio selber und an alle möglicherweise auftretenden Abweichungen vom Skript angepasst werden kann.

Der Einsatz ungeschulter Bearbeiter oder die Bereitstellung eines Transkripts, das sich deutlich von dem unterscheidet, was tatsächlich passiert, würde nicht als Erfüllung dieses Erfolgskriteriums betrachtet werden.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.2.9

  • Eine Firma für Öffentlichkeitsarbeit benutzt einen Web-basierten Untertitel-Service, um über Live Ereignisse zu berichten; der Output des Services wird in einen Sub-Frame der Webseite eingebunden, der das Streaming-Audio-Steuerelement enthält.

  • Ein Radioschauspiel einer experimentellen Theatergruppe wird live im Web ausgestrahlt. Da sich die Schauspieler größtenteils an das vorgegebene Skript halten und der Etat für das Programm klein ist, stellen die Produzenten einen Link (mit Genehmigung des Bühnenautors) zum Skript des Theaterstücks zur Verfügung.

  • Ein Streaming-Audio-Server verwendet ein Medienformat, das auch Text und Grafiken, wie beispielsweise Flash oder Silverlight aufnehmen kann. Es wird ein Stenograph eingesetzt, um Live-Untertitel bei einer Veranstaltung zu erstellen und diese werden schnell und spontan gemischt, um Live-Untertitel im Medien-Stream zu erstellen, die durch den Mediaplayer angesehen werden können.

  • Ein Vorstandsvorsitzender soll telefonisch für die Medien eine Pressemitteilung machen als Antwort auf eine Eilmeldung, das Audio wird aufgezeichnet und wird über das Internet gestreamt, aber aufgrund des Zeitdrucks kann ein Web-Untertitel-Service nicht rechtzeitig eingerichtet werden. Da es sich bei der Pressemitteilung um eine festgelegte Stellungnahme handelt, die der Vorstandsvorsitzende vorlesen wird, stellt die Firma zeitgleich das Transkript der Mitteilung zur Verfügung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.2.9 - Reiner Audioinhalt (Live)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.2.9

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Benutzung von Metadaten, um Text-Transkriptionen mit reinem Audioinhalt zu verbinden (zukünftiger Link)

    Beispiel: Bereitstellung von URI(s), in den Metadaten, die auf verschiedene Text-Transkripte (Englisch, Französisch, Niederländisch) einer Audiodatei verweisen.

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.2.9

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.2.9 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Alternative für zeitbasierte Medien (alternative for time-based media)

Dokument, das korrekt aufeinanderfolgende Textbeschreibungen von zeitbasierten visuellen und auditiven Informationen beinhaltet und das es ermöglicht, sich das Ergebnis jeder zeitbasierten Interaktion zu erschließen

Anmerkung: Ein Drehbuch, das benutzt wurde um den synchronisierten Medieninhalt zu erstellen, würde dieser Definition nur dann entsprechen, wenn es so abgeändert wurde, dass es nun dem finalen synchronisierten Medium nach der Bearbeitung (nach dem Schnitt) genau entspricht.

Reiner Audioinhalt

Eine zeitbasierte Präsentation, die nur Audio (kein Video und keine Interaktion) enthält.

Live

Informationen, die bei einem Ereignis der realen Welt aufgenommen und an den Empfänger mit nicht mehr als der Übertragungsverzögerung übertragen werden.

Anmerkung 1: Eine Übertragungsverzögerung ist eine kurze (normalerweise automatisierte) Verzögerung, die zum Beispiel dazu genutzt wird, dem Sender die Zeit zu geben, die Audio- oder Video-Übertragung in eine Warteschlange zu stellen oder zu zensieren, die aber nicht ausreicht, um signifikantes Editieren zu ermöglichen.

Anmerkung 2: Wenn Informationen komplett vom Computer generiert werden, ist das nicht live.


Anpassbar:
Richtlinie 1.3 verstehen

Richtlinie 1.3: Erstellen Sie Inhalte, die auf verschiedene Arten dargestellt werden können (z.B. einfacheres Layout), ohne dass Informationen oder Struktur verloren gehen.

Absicht der Richtlinie 1.3

Die Absicht dieser Richtlinie ist es sicherzustellen, dass alle Informationen in einer Form verfügbar sind, die von allen Benutzern wahrgenommen werden können, zum Beispiel laut gesprochen oder in einem einfacheren, visuellen Layout . Wenn alle Informationen in einer Form verfügbar sind, die durch Software bestimmt werden kann, dann können diese den Benutzern auf unterschiedliche Arten präsentiert werden (visuell, auditiv, taktil usw.). Wenn Informationen in eine bestimmte Präsentation auf eine solche Art und Weise eingebettet werden, dass die Struktur und die Informationen von der assistierenden Techniken nicht durch Software bestimmt werden können, dann können sie nicht je nach Bedarf des Benutzers in anderen Formaten gerendert werden.

Die Erfolgskriterien unter dieser Richtlinie bemühen sich alle darum sicherzustellen, dass unterschiedliche Arten von Informationen, die in Präsentationen oft kodiert sind, auch verfügbar sind, so dass sie in unterschiedlichen Modalitäten präsentiert werden können.

  • Struktur: Die Art, wie Teile einer Webseite in Relation zueinander organisiert sind; und die Art, wie eine Sammlung von Webseiten organisiert ist.

  • Präsentation: Rendering des Inhalts auf eine Art, dass der Benutzer diesen wahrnehmen kann.

Info und Beziehungen:
Erfolgskriterium 1.3.1 verstehen

1.3.1 Info und Beziehungen: Informationen, Struktur und Beziehungen, die über die Darstellung vermittelt werden, können durch Software bestimmt werden oder stehen in Textform zur Verfügung. (Stufe A)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass Informationen und Beziehungen, die durch visuelle oder auditive Formatierung impliziert werden, erhalten bleiben, wenn sich das Format der Präsentation ändert. Zum Beispiel ändert sich das Format der Präsentation, wenn der Inhalt von einem Screenreader gelesen wird oder wenn ein Benutzer-Stylesheet statt des vom Autor bereitgestellten Stylesheets benutzt wird.

Sehende Benutzer nehmen die Struktur durch verschiedene visuelle Hinweise wahr – Überschriften sind oft in einer größeren Fettschrift und werden von Absätzen durch Leerzeilen getrennt; Listenelementen geht ein Aufzählungspunkt voraus und sie sind vielleicht eingerückt; Absätze werden durch eine Leerzeile getrennt; Elemente, die ein gemeinsames Merkmal teilen, werden in tabellarische Reihen und Spalten gegliedert; Formularfelder können als Gruppen positioniert werden, die Text-Label teilen; eine unterschiedliche Hintergrundfarbe kann benutzt werden, um darauf hinzuweisen, dass verschiedene Elemente miteinander in Zusammenhang stehen; Worte, die einen speziellen Status haben, werden gekennzeichnet, indem die Schriftart-Familie geändert wird und/oder indem sie fett, kursiv oder unterstrichen geschrieben werden usw.

Auditive Hinweise können ebenfalls benutzt werden. Zum Beispiel kann ein Glockenton darauf hinweisen, dass ein neuer Abschnitt beginnt; eine Änderung der Stimmlage oder Sprechgeschwindigkeit kann benutzt werden, um wichtige Informationen hervorzuheben oder auf zitierten Text hinzuweisen usw.

Wenn solche Beziehungen für eine Gruppe an Nutzern wahrnehmbar ist, dann können diese Beziehungen so gestaltet werden, dass sie für alle wahrnehmbar sind. Eine Methode um zu bestimmen, ob Informationen allen Benutzern korrekt zur Verfügung stehen oder nicht, ist es, nacheinander mit unterschiedlichen Methoden auf die Informationen zuzugreifen.

Wenn Links zu Glossareinträgen implementiert werden, indem anchor-Elemente benutzt werden (oder das korrekte link-Element für die eingesetzte Technik) und identifiziert werden, indem eine unterschiedliche Schriftart benutzt wird, dann wird ein Screenreader-Nutzer, wenn er auf den Glossar-Begriff trifft, hören, dass es sich bei dem Element um einen Link handelt, auch wenn er möglicherweise nicht die Informationen über die Änderung der Schriftart erhält. Ein Online-Katalog kann Preise kennzeichnen, indem ein größere Schrift in der Farbe rot benutzt wird. Ein Screenreader oder eine Person, die das rot nicht wahrnehmen kann, bekommt nach wie vor die Information über den Preis solange diesem ein Währungssymbol vorangestellt wird.

Einige Techniken stellen keine Mittel zur Verfügung, um einige Arten von Informationen und Beziehungen durch Software zu bestimmen. In diesem Fall sollte es dann eine Textbeschreibung der Informationen und Beziehungen geben. Zum Beispiel: „Alle Pflichtfelder sind mit einem Asterisk (*) gekennzeichnet“. Die Beschreibung in Textform sollte in der Nähe der Informationen sein (wenn die Seite linearisiert wird), die sie beschreibt, wie zum Beispiel im parent-Element oder im benachbarten Element.

Es kann möglicherweise auch Fälle geben, in denen es eine Ermessensentscheidung ist, welche Informationen im Text erscheinen sollten und welche direkt verknüpft werden müssen, und es kann durchaus passend sein, einige Informationen zu duplizieren (zum Beispiel die Bereitstellung einer Zusammenfassung - in einer HTML-Tabelle - sowohl im Absatz vor der Tabelle als auch im summary-Attribut der Tabelle selber). Allerdings ist es, wann immer möglich, unerlässlich, dass Informationen durch Software bestimmt werden statt vor dem Treffen auf die Tabelle eine Beschreibung in Textform zur Verfügung zu stellen.

Anmerkung: Es ist nicht erforderlich, dass Farbwerte durch Software bestimmt werden. Die Information, die durch Farbe vermittelt wird, kann nicht adäquat dargestellt werden, indem man einfach nur den Wert zeigt. Daher adressiert Erfolgskriterium 1.4.1 statt Erfolgskriterium 1.3.1 die spezifische Situation von Farbe.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.3.1

  • Dieses Erfolgskriterium hilft Menschen mit verschiedenen Behinderungen, indem es Benutzeragenten ermöglicht wird, Inhalte entsprechend der Bedürfnisse individueller Benutzer anzupassen.

  • Benutzer, die blind sind (und einen Screenreader benutzen), profitieren davon, wenn Informationen, die durch Farbe vermittelt werden, auch in Textform zur Verfügung stehen (einschließlich Textalternativen für Bilder, bei denen Farbe benutzt wird, um Informationen zu vermitteln).

  • Es kann sein, dass Benutzer, die taub-blind sind und eine Braillezeile benutzen, nicht in der Lage sind, auf farbabhängige Informationen zuzugreifen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.3.1

  • Ein Formular mit Pflichtfeldern

    Eine Formular enthält einige Pflichtfelder. Die Beschriftungen für das Pflichtfeld werden in rot angezeigt. Zusätzlich gibt es am Ende jeder Beschriftung einen Asterisk, *. Die Anweisungen zum Ausfüllen des Formulars weisen darauf hin, dass „alle Pflichtfelder in rot angezeigt werden und mit einem Asterisk * gekennzeichnet sind“; darauf folgt ein Beispiel.

  • Ein Formular, indem Farbe und Text benutzt werden, um Pflichtfelder zu kennzeichnen

    Ein Formular enthält sowohl Pflichtfelder als auch optionale Felder. Anweisungen am Beginn des Formulars erläutern, dass Pflichtfelder mit rotem Text beschriftet sind und darüber hinaus ein Symbol haben, dessen Textalternative laute „Pflichtfeld“. Sowohl der rote Text als auch das Symbol sind durch Software mit den entsprechenden Formularfeldern verknüpft, so dass Benutzer assistierender Techniken die Pflichtfelder bestimmen können.

  • Ein Busfahrplan, bei dem die Überschriften für jede Zelle durch Software bestimmt werden können

    Ein Busfahrplan besteht aus einer Tabelle, in der die Haltestellen vertikal in der ersten Spalte und die unterschiedlichen Busse horizontal in der ersten Reihe aufgelistet werden. Jede Zelle enthält die Uhrzeit, wann der Bus an dieser Haltestelle sein wird. Die Zellen mit den Haltestellen und den Bussen wurden als Überschriften für ihre entsprechenden Zeilen oder Spalten gekennzeichnet, so dass assistierende Techniken durch Software bestimmen können, welcher Bus und welche Haltestelle mit der Zeit in jeder Zelle verknüpft sind.

  • Ein Formular, in dem die Label für die Kontrollkästchen durch Software bestimmt werden können

    Assistierende Techniken können in einem Formular die Label für jedes Kontrollkäschen durch Software bestimmen.

  • Ein Textdokument

    Ein einfaches Textdokument wird mit doppelten Leerzeilen vor Titeln, mit Asterisken zur Kennzeichnung von Listenelementen und anderen Standard-Formatierungskonventionen formatiert, so dass dessen Struktur durch Software bestimmt werden kann.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.3.1 - Info und Beziehungen

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Wählen Sie unten die Situation aus, die Ihrem Inhalt entspricht. Jede Situation beinhaltet nummerierte Techniken (oder Kombinationen von Techniken), welche die Arbeitsgruppe als ausreichend für diesen Sachverhalt erachtet.

Situation A: Die Technik stellt semantische Strukturen zur Verfügung, um Informationen und Beziehungen, die durch die Darstellung vermittelt werden, durch Software bestimmbar zu machen:
  1. G115: Benutzung von semantischen Elementen um Strukturen auszuzeichnen UND H49: Benutzung von semantischem Markup, um betonten oder besonderen Text zu kennzeichnen (HTML)

  2. G117: Benutzung von Text, um Informationen zu vermitteln, die durch Änderungen bei der Darstellung von Text vermittelt werden

  3. G140: Die Trennung von Informationen und Struktur von der Darstellung, um verschiedene Darstellungen zu ermöglichen

  4. Informationen und Beziehungen, die durch die Darstellung vermittelt werden, durch Software bestimmbar machen, indem die folgenden Techniken benutzt werden:

Situation B: Die benutzte Technik stellt KEINE semantischen Strukturen zur Verfügung, um Informationen und Beziehungen, die durch die Darstellung vermittelt werden, durch Software bestimmbar zu machen:
  1. G117: Benutzung von Text, um Informationen zu vermitteln, die durch Änderungen bei der Darstellung von Text vermittelt werden

  2. FLASH8: Hinzufügen eines Gruppen-Namens zu dem barrierefreien Namen eines Formular-Steuerelements (Flash)

  3. Informationen und Beziehungen, die durch die Darstellung vermittelt werden, werden durch Software bestimmbar gemacht oder stehen in Textform zur Verfügung, indem die folgenden Techniken benutzt werden:

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.3.1

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.3.1

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.3.1 betrachtet werden.

Schlüsselbegriffe

Präsentation (presentation)

Rendering des Inhalts auf eine Art, dass der Benutzer diesen wahrnehmen kann.

Durch Software bestimmt (durch Software bestimmbar) (programmatically determined (programmatically determinable))

Bestimmt von Software durch vom Autor gelieferte Daten, bereitgestellt auf eine Art und Weise, dass verschiedene Benutzeragenten, einschließlich assistierender Techniken, diese Informationen entnehmen und dem Benutzer in verschiedenen Modalitäten präsentieren können.

Beispiel 1: Bestimmt in einer Markup-Sprache aus Elementen und Attributen, auf die direkt durch allgemein erhältliche assistierende Techniken zugegriffen wird.

Beispiel 2: Bestimmt von Technik-spezifischen Datenstrukturen in einer Nicht-Markup-Sprache und gezeigt von assistierenden Techniken über ein Accessibility-API, welches von allgemein erhältlichen, assistierenden Techniken unterstützt wird.

Beziehungen (relationships)

Bedeutungstragende Verbindungen zwischen eigenständigen Inhaltsteilen.

Struktur (structure)
  1. Die Art, wie Teile einer Webseite in Relation zueinander organisiert sind und

  2. die Art, wie eine Sammlung von Webseiten organisiert ist.


Bedeutungstragende Reihenfolge:
Erfolgskriterium 1.3.2 verstehen

1.3.2 Bedeutungstragende Reihenfolge: Wenn die Reihenfolge, in der Inhalte präsentiert werden, sich auf deren Bedeutung auswirkt, kann die korrekte Leseabfolge durch Software bestimmt werden. (Stufe A)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, einen Benutzeragenten in die Lage zu versetzen, eine alternative Präsentation des Inhalts zur Verfügung zu stellen, während gleichzeitig die Lese-Reihenfolge, die notwendig ist, um die Bedeutung zu verstehen, erhalten bleibt. Es ist wichtig, dass es möglich ist, mindestens eine Abfolge des Inhalts, die einen Sinn ergibt, durch Software zu bestimmen. Inhalt, der dieses Erfolgskriterium nicht erfüllt, kann Benutzer verwirren oder desorientieren, wenn die assistierende Technik den Inhalt in der falschen Reihenfolge liest oder wenn alternative Stylesheets oder andere Formatierungsänderungen angewendet werden.

Eine Reihenfolge ist bedeutungstragend, wenn die Abfolge des Inhalts in der Reihenfolge nicht geändert werden kann, ohne einen Einfluss auf dessen Bedeutung zu haben. Wenn eine Seite zum Beispiel zwei unabhängige Artikel enthält, dann kann die relative Abfolge der Artikel möglicherweise deren Bedeutung nicht beeinflussen so lange sie nicht verzahnt sind. In einer solchen Situation können die Artikel selber eine bedeutungstragende Reihenfolge haben, aber die Container, welche die Artikel enthalten, haben möglicherweise keine bedeutungstragende Reihenfolge.

Die Semantik mancher Elemente definiert, ob es sich bei dem Inhalt um eine bedeutungstragende Reihenfolge handelt oder nicht. In HTML ist zum Beispiel Text immer eine bedeutungstragende Reihenfolge. Tabellen und geordnete Listen sind bedeutungstragende Reihenfolgen, ungeordnete Listen sind es aber nicht.

Die Abfolge des Inhalts in einer Reihenfolge ist nicht immer bedeutungstragend. Zum Beispiel hat die relative Abfolge des Hauptbereichs einer Webseite und des Bereichs mit der Navigation keinen Einfluss auf deren Bedeutung. Sie könnten in der durch Software bestimmten Lese-Reihenfolge in jeder Reihenfolge auftreten. Ein weiteres Beispiel: Ein Zeitschriftenartikel enthält verschiedene Callout-Seitenleisten. Die Abfolge des Artikels und der Seitenleisten haben keinen Einfluss auf deren Bedeutung. In diesen Fällen gibt es eine Reihe unterschiedlicher Lese-Reihenfolgen für eine Webseite, die das Erfolgskriterium erfüllen können.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.3.2

  • Dieses Erfolgskriterium kann Menschen helfen, die auf assistierende Techniken angewiesen sind, die Inhalt laut lesen. Die Bedeutung, die in der Reihenfolge der Informationen in der Standard-Präsentation evident ist, ist die gleiche, wenn der Inhalt in gesprochener Form präsentiert wird.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.3.2

  • Beispiel 1: In einem mehrspaltigen Dokument fließt die lineare Präsentation des Inhalts vom Beginn einer Spalte zum Ende einer Spalte, dann zum Beginn der nächsten Spalte.

  • Beispiel 2: CSS wird benutzt, um eine Navigationsleiste, das Hauptthema und ein Nebenthema zu positionieren. Die visuelle Präsentation der Abschnitte entspricht nicht der durch Software bestimmten Reihenfolge, aber die Bedeutung der Seite ist nicht abhängig von der Abfolge der Abschnitte.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.3.2 - Bedeutungstragende Reihenfolge

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.3.2

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Benutzung von linksbündigem Text bei Sprachen, die von links nach rechts geschrieben werden und rechtsbündigem Text bei Sprachen, die von rechts nach links geschrieben werden (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines Links zu linearisiertem Rendering (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines Style-Switchers zwischen Stylesheets, der die Darstellungsreihenfolge beeinflussen (zukünftiger Link)

Schlüsselbegriffe

Korrekte Leseabfolge (correct reading sequence)

Jede Abfolge, in der Wörter und Absätze in einer Reihenfolge dargestellt werden, welche die Bedeutung des Inhalts nicht verändert.

Durch Software bestimmt (durch Software bestimmbar) (programmatically determined (programmatically determinable))

Bestimmt von Software durch vom Autor gelieferte Daten, bereitgestellt auf eine Art und Weise, dass verschiedene Benutzeragenten, einschließlich assistierender Techniken, diese Informationen entnehmen und dem Benutzer in verschiedenen Modalitäten präsentieren können.

Beispiel 1: Bestimmt in einer Markup-Sprache aus Elementen und Attributen, auf die direkt durch allgemein erhältliche assistierende Techniken zugegriffen wird.

Beispiel 2: Bestimmt von Technik-spezifischen Datenstrukturen in einer Nicht-Markup-Sprache und gezeigt von assistierenden Techniken über ein Accessibility-API, welches von allgemein erhältlichen, assistierenden Techniken unterstützt wird.


Sensorische Eigenschaften:
Erfolgskriterium 1.3.3 verstehen

1.3.3 Sensorische Eigenschaften: Anweisungen, die für das Verständnis und die Bedienung von Inhalt bereitgestellt werden, stützen sich nicht nur auf sensorische Eigenschaften von Komponenten wie Form, Größe, visuelle Position, Ausrichtung oder Ton. (Stufe A)

Anmerkung: Für Anforderungen in Bezug auf Farbe beachten Sie Richtlinie 1.4.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass alle Benutzer auf Anweisungen zur Benutzung des Inhalts zugreifen können, auch wenn sie nicht die in der Lage sind, Form oder Größe wahrzunehmen oder Informationen zu räumlicher Position oder Ausrichtung zu benutzen. Manche Inhalte bauen darauf, dass man Kenntnis von Form oder Position von Objekten hat, die durch die Struktur des Inhalts nicht verfügbar ist (zum Beispiel „runde Schaltfläche“ oder „Schaltfläche rechts“). Manche Menschen mit Behinderungen sind aufgrund der Art der assistierenden Technik, die sie benutzen, nicht dazu in der Lage, Form oder Position wahrzunehmen. Dieses Erfolgskriterium verlangt, dass zusätzliche Informationen bereitgestellt werden, um all das zu verdeutlichen, was von dieser Art an Informationen abhängig ist.

Die Bereitstellung von Information durch die Benutzung von Form und/oder Position ist allerdings eine effektive Methode für viele Benutzer, einschließlich derer mit kognitiven Einschränkungen. Diese Vorschrift sollte Sie nicht davon abhalten, solche Arten von Hinweisen zu benutzen, so lange die Informationen auch auf andere Arten bereitgestellt werden.

In manchen Sprachen wird im Allgemeinen verstanden, dass sich „oben“ auf Inhalte bezieht, die der aktuellen Position im Inhalt vorangehen und dass sich „unten“ auf den Inhalt bezieht, der nach dieser Position folgt. Wenn der referenzierte Inhalt am passenden Platz in der Lese-Reihenfolge ist und die Verweise eindeutig sind, dann wären in solchen Sprachen Aussagen wie „wählen Sie einen der Links unten“ oder „alles, was oben steht“ konform zu diesem Erfolgskriterium.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.3.3

  • Menschen, die blind sind oder ein schlechtes Sehvermögen haben, sind möglicherweise nicht dazu in der Lage, Informationen zu verstehen, wenn diese durch Form und/oder Position vermittelt werden. Die Bereitstellung zusätzlicher Informationen neben Form und/oder Position erlaubt es ihnen, die durch Form und/oder Position allein vermittelten Informationen zu verstehen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.3.3

  • Beispiel 1: Ein Zeitplan mit Wettkampf-Veranstaltungen benutzt Farbe und Form, um die Zeit jeder Veranstaltung auseinanderzuhalten

    Eine Tabelle zeigt eine Liste mit Zeiten in der oberen Zeile und eine Liste mit Veranstaltungen in der ersten vertikalen Spalte. Die Zelle, die der Zeit einer bestimmten Veranstaltung entspricht, hat eine bestimmte Hintergrundfarbe und rautenförmige Glyphen, so dass man sie durch Farbe und Form erkennen kann.

  • Beispiel 2: Eine mehrseitige Online-Umfrage

    Eine mehrseitige Online-Umfrage benutzt einen Link, der implementiert wurde als grünes Pfeil-Symbol , das in der unteren rechten Ecke des Inhalts positioniert wurde, um von einer Umfrage-Seite zur nächsten zu gehen. Der Pfeil wurde deutlich mit „Nächste“ beschriftet und in den Anweisungen heißt es: „Um zum nächsten Abschnitt der Umfrage zu gelangen, wählen Sie das Symbol mit dem grünen Pfeil und der Beschriftung 'Nächste' in der unteren rechten Ecke unterhalb der letzten Frage.“ In diesem Beispiel werden sowohl Positionierung, Farbe als auch Beschriftung benutzt, um dabei zu helfen, das Symbol zu erkennen.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.3.3 - Sensorische Eigenschaften

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.3.3

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Benutzung eines Bildes mit einer Textalternative für grafische Symbole anstelle eines Unicode Glyphen mit dem gewünschten grafischen Erscheinungsbild aber einer anderen Bedeutung (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.3.3

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.3.3 betrachtet werden.


Unterscheidbar:
Richtlinie 1.4 verstehen

Richtlinie 1.4 Machen Sie es Benutzern leichter, Inhalt zu sehen und zu hören einschließlich der Trennung von Vorder- und Hintergrund.

Absicht der Richtlinie 1.4

Während manche Richtlinien sich darauf konzentrieren, Informationen auf eine Art verfügbar zu machen, die in alternativen Formaten präsentiert werden kann, beschäftigt sich diese Richtlinie damit, die Standard-Präsentation für Menschen mit Behinderungen so leicht wahrnehmbar zu machen wie möglich. Der Hauptaugenmerk liegt darauf, dass es Benutzern leichter gemacht wird, die Vordergrundinformationen vom Hintergrund zu unterscheiden. Bei visuellen Präsentationen bedeutet dies sicherzustellen, dass Informationen, die vor einem Hintergrund gezeigt werden, einen ausreichenden Kontrast zum Hintergrund haben. Bei Audio-Präsentationen bedeutet dies sicherzustellen, dass Vordergrundgeräusche ausreichend lauter sind als die Hintergrundgeräusche. Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen haben viel größere Probleme damit, Vorder- und Hintergrundinformationen zu unterscheiden.

Empfohlene Techniken für Richtlinie 1.4 (nicht erfolgskriterien-spezifisch)

Spezifische Techniken zur Erfüllung jedes Erfolgskriteriums für diese Richtlinie werden in den „Verstehen“-Abschnitten für jedes (unten aufgeführte) Erfolgskriterium aufgelistet. Wenn es allerdings Techniken gibt, um diese Richtlinie zu behandeln, die nicht unter eines der Erfolgskriterien fallen, dann sind diese hier aufgelistet. Diese Techniken sind nicht erforderlich oder ausreichend, um irgendein Erfolgskriterium zu erfüllen, können aber bestimmte Arten von Webinhalten für mehr Menschen barrierefreier machen.

  • Benutzung lesbarer Zeichensätze (zukünftiger Link)

  • Sicherstellen, dass jeglicher Text in Bildern von Text mindestens 14 Punkt ist und einen guten Kontrast hat (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines deutlich erkennbaren Mechanismus zur Hervorhebung von Links oder Steuerelemente, wenn sie den Tastaturfokus bekommen (zukünftiger Link)

Benutzung von Farbe:
Erfolgskriterium 1.4.1 verstehen

1.4.1 Benutzung von Farbe: Farbe wird nicht als einziges visuelles Mittel benutzt, um Informationen zu vermitteln, eine Handlung zu kennzeichnen, eine Reaktion zu veranlassen oder ein visuelles Element zu unterscheiden. (Stufe A)

Anmerkung: Bei diesem Erfolgskriterium geht es gezielt um Farbwahrnehmung. Andere Formen der Wahrnehmung werden in Richtlinie 1.3 behandelt, einschließlich des programmtechnischen Zugriffs auf Farbe und anderes Coding zur visuellen Darstellung.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass alle Benutzer auf Informationen zugreifen können, die durch Farbunterschiede vermittelt werden, d.h. durch die Benutzung von Farbe wobei jede Farbe eine ihr zugewiesene Bedeutung hat. Wenn die Informationen in einem Bild (oder in einem anderen Nicht-Text-Format) durch Farbunterschiede vermittelt werden, dann wird die Farbe möglicherweise von Benutzern mit Farbschwächen nicht gesehen. In diesem Fall stellt die Bereitstellung der durch Farbe vermittelten Informationen durch ein anderes visuelles Mittel sicher, dass Benutzer, die Farben nicht sehen können, die Informationen nach wie vor wahrnehmen können.

Farbe bietet wichtige Vorzüge beim Design von Webinhalten, dessen ästhetische Wirkung, dessen Usability und dessen Barrierefreiheit wird verbessert. Einige Benutzer haben allerdings Schwierigkeiten damit, Farbe wahrzunehmen. Menschen mit partiellem Sehvermögen erleben oft eine begrenztes Farbsehen und viele ältere Benutzer sehen Farben nicht gut. Darüber hinaus sind Menschen, die Displays oder Browser für reinen Text, begrenzte Farben oder monochrome Displays oder Browser benutzen nicht dazu in der Lage, auf Informationen zuzugreifen, die nur durch Farbe präsentiert werden.

Beispiele für Informationen, die durch Farbunterschiede vermittelt werden: „Pflichtfelder sind rot“, „Fehler werden in rot angezeigt“ und „Marys Verkaufszahlen sind rot, Toms sind blau“. Beispiele für Hinweise auf eine Funktion beinhalten: Benutzung von Farben, um darauf hinzuweisen, dass ein Link ein neues Fenster öffnen wird oder dass ein Datenbankeintrag erfolgreich aktualisiert wurde. Ein Beispiel für die Aufforderung zu einer Reaktion wäre: Benutzung von Hervorhebungen bei Formularfeldern, um darauf hinzuweisen, dass ein Pflichtfeld nicht ausgefüllt wurde.

Anmerkung: Dies sollte Sie in keiner Weise davon abhalten, Farben auf einer Seite oder sogar Farbkodierung zu benutzen, wenn dies redundant mit anderen visuellen Hinweisen ist.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.4.1

  • Benutzer mit partiellem Sehvermögen erleben oft eine begrenztes Farbsehen.

  • Einige ältere Benutzer sind möglicherweise nicht dazu in der Lage, Farben gut zu sehen.

  • Farbenblinde Benutzer profitieren davon, wenn Informationen, die durch Farbe vermittelt werden, auf andere visuelle Arten zur Verfügung stehen.

  • Menschen, die Displays für reinen Text, begrenzte Farben oder monochrome Displays benutzen sind möglicherweise nicht dazu in der Lage, auf farbabhängige Informationen zuzugreifen.

  • Benutzer, die Schwierigkeiten damit haben, Farben zu unterscheiden, können nach Hinweisen in Textform sehen oder auf diese hören.

  • Menschen die eine Braille-Zeile oder andere taktile Benutzerschnittstellen benutzen, können Hinweise in Textform durch Tasten entdecken.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.4.1

  • Ein Formular, indem Farbe und Text benutzt werden, um Pflichtfelder zu kennzeichnen

    Ein Formular enthält sowohl Pflichtfelder als auch optionale Felder. Anweisungen am Beginn des Formulars erläutern, dass Pflichtfelder mit rotem Text beschriftet sind und darüber hinaus ein Symbol haben, dessen Textalternative laute „Pflichtfeld“. Sowohl der rote Text als auch das Symbol sind durch Software mit den entsprechenden Formularfeldern verknüpft, so dass Benutzer assistierender Techniken die Pflichtfelder bestimmen können.

  • Eine Untersuchung.

    Schüler sehen sich ein SVG-Bild einer chemischen Verbindung an und identifizieren die enthaltenen chemischen Elemente auf Basis der in dem Diagramm benutzen Farben und Zahlen. Die mit jedem Element verknüpfte Textalternative benennt die Farbe des Elements und verweist auf die Position des Elements in dem Diagramm. Schüler, die Farben nicht wahrnehmen können, haben die gleichen Informationen über die Verbindung wie ihre Klassenkameraden. (Diese Technik erfüllt auch Richtlinie 1.1, Stufe A.)

  • Deaktivierte Formularelemente.

    Formularelemente, die per Markup oder Scripting deaktiviert wurden, sind ausgegraut und werden vom Benutzeragenten inaktiv gemacht. Im deaktivierten Status erhalten diese Elemente keinen Fokus. Assistierende Techniken können den Status deaktivierter Elemente durch Software bestimmen und stellen dem Benutzer diese Informationen zur Verfügung, wenn dieser auf diese Elemente auf der Seite trifft. Die Änderung der Farbe und der Verlust des Fokus geben redundante visuelle Informationen zum Status des Steuerelements.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.4.1 - Benutzung von Farbe

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.4.1

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.


Audio-Steuerelement:
Erfolgskriterium 1.4.2 verstehen

1.4.2 Audio-Steuerelement: Wenn Audioinhalt auf einer Webseite automatisch für mehr als 3 Sekunden abgespielt wird, dann gibt es entweder einen Mechanismus, um die Wiedergabe zu pausieren oder zu beenden, oder es gibt einen Mechanismus, um die Lautstärke unabhängig von der allgemeinen Systemlautstärke zu regeln. (Stufe A)

Anmerkung: Jeglicher Inhalt, der dieses Erfolgskriterium nicht erfüllt, kann die Möglichkeit eines Benutzers beeinträchtigen, die ganze Seite zu nutzen. Daher muss jeglicher Inhalt auf einer Webseite (egal ob er dazu benutzt wird, andere Erfolgskriterien zu erfüllen oder nicht) dieses Erfolgskriterium erfüllen. Lesen Sie Konformitätsbedingung 5: Nicht störend.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Individuen, die eine Screenreading-Software benutzen, können es schwierig finden, die Sprachausgabe zu hören, wenn gleichzeitig andere Audioinhalte abgespielt werden. Diese Schwierigkeit wird verschärft, wenn die Sprachausgabe des Screenreaders software-basiert ist (wie meistens heutzutage) und durch den gleichen Lautstärkeregler gesteuert wird wie der Ton. Daher ist es wichtig, dass der Benutzer in der Lage ist, den Hintergrundton abzustellen. Anmerkung: Die Kontrolle über die Lautstärke zu haben beinhaltet, dass man in der Lage ist, die Lautstärke auf Null zu reduzieren.

Anmerkung: Das automatische Abspielen von Audio, wenn man auf eine Seite gelangt, kann Auswirkungen haben auf die Fähigkeit eines Screenreader-Benutzers, den Mechanismus zum Anhalten des Tons zu finden, weil sie durch Hören navigieren und automatisch abgespielter Ton kann diese Navigation beeinträchtigen. Daher raten wir davon ab, automatisch abspielenden Ton zu benutzen (besonders, wenn dieser länger als 3 Sekunden dauert) und raten stattdessen dazu, dass der Ton durch eine Aktion, die vom Benutzer initiiert wird, nachdem er die Seite erreicht hat, gestartet wird statt zu verlangen, dass der Ton durch eine Handlung des Benutzers gestoppt wird, nachdem er auf der Seite gelandet ist.

Siehe auch Erfolgskriterium 1.4.7 verstehen Leiser oder kein Hintergrund-Audioinhalt.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.4.2

  • Individuen, die Screenreading-Techniken benutzen, können den Screenreader hören, ohne das andere Audioinhalte abgespielt werden. Dies ist besonders wichtig für diejenigen, die schwerhörig sind und für diejenigen, deren Screenreader die Systemlautstärke benutzen (so dass sie nicht den Ton leiser und den Screenreader lauter stellen können).

  • Von diesem Erfolgskriterium profitieren auch Menschen, die Schwierigkeiten damit haben, sich auf visuelle Inhalte (einschließlich Text) zu konzentrieren, wenn Audioinhalte abgespielt werden.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.4.2

  • Eine Audiodatei wird automatisch abgespielt, wenn eine Seite geöffnet wird. Der Audioinhalt kann allerdings vom Benutzer angehalten werden, indem er einen „Stumm“-Link am Beginn der Seite auswählt.

  • Eine Flash-Splash-Seite mit Ton, der abgespielt wird und dann in weniger als 3 Sekunden stoppt.

  • Eine Flash-Splash-Seite mit Ton, der automatisch abgespielt wird, beinhaltet oben ein Steuerelement, das es Benutzer erlaubt, den Ton auszuschalten.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.4.2 - Audio-Steuerelement

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.4.2

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Bereitstellung einer für die ganze Website geltende Einstellung, um die Wiedergabe von Audioinhalten zu stoppen zusätzlich zur Bereitstellung eines Steuerelementes nahe am Beginn einer Webseite, mit dem man Geräusche, die automatisch abgespielt werden, abschalten kann (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.4.2

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.4.2 betrachtet werden.

Schlüsselbegriffe

Mechanismus (mechanism)

Prozess oder Technik, um ein Ergebnis zu erzielen.

Anmerkung 1: Der Mechanismus kann explizit im Inhalt bereitgestellt werden oder man verlässt sich darauf, dass er entweder von der Plattform oder dem Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken bereitgestellt wird.

Anmerkung 2: Der Mechanismus muss alle Erfolgskriterien für die angegebene Konformitätsstufe erfüllen.


Kontrast (Minimum):
Erfolgskriterium 1.4.3 verstehen

1.4.3 Kontrast (Minimum): Die visuelle Darstellung von Text und Bildern von Text hat ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 mit folgenden Ausnahmen: (Stufe AA)

  • Großer Text: Großer Text und Bilder von großem Text haben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1;

  • Nebensächlich: Text oder Bilder eines Textes, die Teil eines inaktiven Bestandteils der Benutzerschnittstelle, rein dekorativ, für niemanden sichtbar oder Teil eines Bildes sind, welches signifikanten anderen visuellen Inhalt enthält, gibt es keine Kontrastanforderung.

  • Wortbildmarken: Text, der Teil eines Logos oder eines Markennamens ist, hat keine Mindest-Kontrastanforderungen.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, einen ausreichenden Kontrast zwischen dem Text und seinem Hintergrund zur Verfügung zu stellen, so dass dieser von Menschen mäßig vermindertem Sehvermögen (die keine kontrast-erhöhende assistierende Technik benutzen) gelesen werden kann. Für Menschen ohne Farbschwäche haben Farbton und Sättigung eine minimale oder gar keine Auswirkung auf die Lesbarkeit gemäß Bewertung der Leseleistung (Knoblauch et al., 1991). Farbschwächen können den Luminanz-Kontrast etwas beeinträchtigen. Daher wird der Konrast in den Empfehlungen auf eine solche Art berechnet, dass die Farbe kein Schlüsselfaktor ist, so dass auch Menschen, die ein Defizit beim Farbsehen haben, einen ausreichenden Kontrast zwischen Text und Hintergrund haben.

Text, der dekorativ ist und keine Informationen vermittelt, ist davon ausgeschlossen. Wenn zum Beispiel beliebige Worte benutzt werden, um einen Hintergrund zu erstellen und die Worte anders angeordnet oder ersetzt werden könnten, ohne dass sich die Bedeutung ändert, dann wären diese dekorativ und müssten dieses Erfolgskriterium nicht erfüllen.

Text, der größer ist und breitere Buchstaben-Konturen hat, ist bei geringerem Kontrast leichter zu lesen. Die Kontrastanforderung für größeren Text ist daher geringer. Dies erlaubt es Autoren, eine größere Auswahl an Farben für großen Text zu benutzen, was beim Design von Seiten hilfreich ist, besonders bei Titeln. 18-Punkt Text oder 14-Punkt Fettschrift wird als groß genug beurteilt, um ein niedrigeres Kontrastverhältnis zu benötigen. (Siehe zu Großschrift „The American Printing House for the Blind Guidelines und The Library of Congress Guidelines“ unter Ressourcen). „18-Punkt“ und „fett“ können beide unterschiedliche Bedeutungen in unterschiedlichen Zeichensätzen haben, aber sie sollten, abgesehen von sehr dünnen oder ungewöhnlichen Zeichensätzen, ausreichend sein. Da es so viele verschiedene Zeichensätze gibt, werden die allgemeinen Maße benutzt und es wird eine Anmerkung in Bezug auf ausgefallene oder dünne Zeichensätze hinzugefügt.

Anmerkung: Da unterschiedliche Bildbearbeitungs-Anwendungen unterschiedliche Pixeldichten als Standardeinstellung übernehmen (ex. 72 PPI oder 96 PPI), kann die Festlegung von Punktgrößen für Zeichensätze aus einer Bildbearbeitungs-Anwendung heraus unzuverlässig sein, wenn es darum geht, Text in einer bestimmten Größe darzustellen. Wenn sie Bilder eines großen Textes erstellen, dann sollten Autoren sicherstellen, dass der Text im sich daraus ergebenden Bild ungefähr äquivalent ist zu 1,2 und 1,5 em oder zu 120% oder 150% der Standardgröße für Fließtext. Für ein 72 PPI-Bild würde ein Autor zum Beispiel ungefähr 19 pt und 24 pt große Schriftgrößen benutzen müssen, um einem Benutzer großformatige Bilder eines Textes erfolgreich zu präsentieren.

Die vorgenannten Kontrastanforderungen für Text gelten auch für Bilder eines Textes (Text, der in Pixel gerendert und dann in einem Bildformat gespeichert wurde), wie in Erfolgskriterium 1.4.3 angegeben.

Diese Anforderung gilt für Situationen, in denen Bilder eines Textes dazu gedacht sind, als Text verstanden zu werden. Zufälliger Text, wie zum Beispiel in Fotos, auf denen zufälligerweise ein Straßenschild ist, ist nicht eingeschlossen. Ebenso nicht Text, der aus irgendeinem Grund so gestaltet wurde, dass er für alle Betrachter unsichtbar ist. Stilisierter Text, wie zum Beispiel in Firmenlogos, sollte in Bezug auf seine Funktion auf der Seite behandelt werden, was möglicherweise eine Aufnahme des Inhalts in der Textalternative rechtfertigt oder auch nicht. Visuelle Firmenrichtlinien, die über das Logo und die Wortbildmarke hinausgehen, sind in der Ausnahme nicht enthalten.

In dieser Bestimmung gibt es eine Ausnahme, die lautet: „die Teil eines Bildes sind, das signifikanten anderen visuellen Inhalt enthält“. Diese Ausnahme ist dazu gedacht, Bilder, die Text enthalten, abzugrenzen von Bildern eines Textes, die gemacht wurden, um Text zu ersetzen, um ein bestimmtes Aussehen zu erreichen.

Anmerkung 1: Einige Menschen mit kognitiven Behinderungen benötigen Farbkombinationen oder Farbtönungen, die einen geringen Kontrast haben und daher erlauben wir es Autoren und ermuntern sie dazu, Mechanismen bereitzustellen, um die Vorder- und Hintergrundfarben von Inhalten anzupassen. Es ist möglich, dass einige der auswählbaren Kombinationen über Kontrastverhältnisse verfügen, die geringer sind als diejenigen, die man in den Erfolgskriterien findet. Dies ist keine Verletzung dieser Erfolgskriterien, vorausgesetzt es gibt einen Mechanismus, der zu den in den Erfolgskriterien festgelegten Standardwerten zurückkehrt.

Anmerkung 2: Bilder eines Textes skalieren nicht so gut wir Text, weil sie dazu tendieren zu pixeln. Es ist außerdem schwieriger, den Vorder- und Hintergrundkontrast und die Farbkombinationen bei Bildern eines Textes zu ändern, was für einige Benutzer notwendig ist. Daher schlagen wir vor, wann immer möglich Text zu benutzen und, wenn dies nicht möglich ist, es in Betracht zu ziehen, ein Bild mit einer höheren Auflösung anzubieten.

Obwohl dieses Erfolgskriterium nur für Text gilt, treten ähnliche Probleme bei Daten, die in Schaubildern oder Diagrammen gezeigt werden, auf. Ein guter Farbkontrast sollte auch für in dieser Form präsentierte Daten bereitgestellt werden.

Siehe auch Erfolgskriterium 1.4.6 verstehen - Kontrast (erhöht).

Begründung für die gewählten Verhältnisse

Ein Kontrastverhältnis von 3:1 ist das von [ISO-9241-3] und [ANSI-HFES-100-1988] empfohlene Minimum für Standardtext und Sehvermögen. Das Kontrastverhältnis von 4,5:1 wird in dieser Vorschrift benutzt, um dem Verlust des Kontrastes Rechnung zu tragen, der aus der mäßig geringen Sehschärfe, aus angeborenen oder erworbenen Farbschwächen, oder aus dem Verlust der Kontrastempfindlichkeit, der typischerweise mit dem Altern einhergeht, resultiert.

Die Begründung basiert auf a) Übernahme des Kontrastverhältnisses von 3:1 als zulässiger Mindestkontrast für normale Beobachter, im ANSI-Standard, und auf b) der empirischen Erkenntnis, dass in der Bevölkerung eine Sehschärfe von 20/40 mit einem Verlust der Kontrastempfindlichkeit von etwa 1,5 [ARDITI-FAYE] verbunden ist. Ein Benutzer mit 20/40 würde daher ein Kontrastverhältnis von 3 * 1,5 = 4,5 zu 1 benötigen. Wenn man analogen empirischen Erkenntnissen und der gleichen Logik folgt, dann würde ein Benutzer mit einer Sehschärfe von 20/80 ein Kontrastverhältnis von etwa 7:1 benötigen.

Farbtönungen werden von Benutzern mit (sowohl angeborenen als auch erworbenen) Farbsehschwächen unterschiedlich wahrgenommen, was zu unterschiedlichen Farben und zu unterschiedlichen relativen Luminanz-Kontrasten führt als bei normalsichtigen Benutzern. Daher sind der effiziente Kontrast und die Lesbarkeit für diese Bevölkerung anders. Farbschwächen sind allerdings so unterschiedlich, dass es nicht praktikabel ist, eine effiziente, allgemeine Benutzung von Farbpaaren (für Kontrast) basierend auf quantitativen Daten anzuordnen. Die Anforderung an einen guten Luminanz-Konrast trägt dem Rechnung, indem ein Kontrast verlangt wird, der unabhängig von der Farbwahrnehmung ist. Glücklicherweise ist das meiste des Luminanz-Beitrags von den Mittel- und Langwellen-Rezeptoren, die in ihren spektralen Reaktionen größtenteils überlappen. Daraus folgt, dass im allgemeinen ein effizienter Luminanz-Kontrast errechnet werden kann, ohne bestimmte Farbschwächen zu berücksichtigen, mit Ausnahme der Benutzung von vorwiegend langen Wellenlängen-Farben gegenüber dunkleren Farben (im allgemeinen schwarz erscheinend) bei denjenigen, die eine Rotblindheit haben. (Wir stellen eine empfohlene Technik bereit, um rot auf schwarz aus diesem Grund zu vermeiden). Für weitere Informationen lesen Sie [ARDITI-KNOBLAUCH] [ARDITI-KNOBLAUCH-1996] [ARDITI].

Das Kontrastverhältnis von 4,5:1 wurde für Stufe AA ausgewählt, da es den Verlust der Kontrastempfindlichkeit kompensiert, den normalerweise Benutzer erleben, die einen Verlust des Sehvermögens haben, der ungefähr einem Sehvermögen von 20/40 entspricht. (4,5:1 errechnet sich ungefähr aus 20/40.) 20/40 wird üblicherweise als typische Sehschärfe von älteren Menschen im Alter von ungefähr 80 Jahren angegeben. [GITTINGS-FOZARD]

Das Kontrastverhältnis von 7:1 wurde für Stufe AAA ausgewählt, da es den Verlust der Kontrastempfindlichkeit kompensiert, den normalerweise Benutzer erleben, die einen Verlust des Sehvermögens haben, der ungefähr einem Sehvermögen von 20/80 entspricht. Menschen, die einen höheren Grad an Verlust des Sehvermögens haben, benutzen normalerweise assistierende Techniken, um auf ihre Inhalte zuzugreifen (und die assistierenden Techniken haben normalerweise sowohl eine eingebaute Kontrasterhöhung als auch eine eingebaute Vergrößerungsfähigkeit). Die Stufe 7:1 bietet daher im allgemeinen eine Kompensation für den Verlust der Kontrastempfindlichkeit, den Benutzer mit geringem Sehvermögen erleben, die keine assistierende Technik benutzen und sie stellt außerdem eine Kontrasterhöhung für Farbschwächen bereit.

Anmerkung: Berechnungen in [ISO-9241-3] und [ANSI-HFES-100-1988] sind für Fließtext. Für Text, der viel größer ist, wird ein gelockertes Kontrastverhältnis bereitgestellt.

Anmerkungen zu Formeln

Die Umrechnung von nicht-linearen zu linearen RGB-Werten basiert auf IEC/4WD 61966-2-1 [IEC-4WD] und auf "A Standard Default Color Space for the Internet - sRGB" [sRGB].

Die Formel (L1/L2) für Kontrast basiert auf [ISO-9241-3] und [ANSI-HFES-100-1988] Standards.

Der ANSI/HFS 100-1988-Standard verlangt, dass die Wirkung des Umgebungslichtes in die Berechnung von L1 und L2 mit aufgenommen wird. Der ,05-Wert basiert auf dem „Typical Viewing Flare“ von [IEC-4WD] und dem [sRGB]-Referat von M. Stokes et al.

Dieses Erfolgskriterium und seine Definitionen benutzen die Begriffe „Kontrastverhältnis“ und „relative Luminanz“ anstelle von „Luminanz“, um die Tatsache widerzuspiegeln, dass Webinhalte selber kein Licht ausstrahlen. Das Kontrastverhältnis gibt ein Maß der relativen Luminanz, die sich beim anzeigen ergeben würde. (Da es sich um ein Verhältnis handelt ist es dimensionslos.)

Anmerkung 1: Beachten Sie die verwandten Ressourcen für eine Liste mit Werkzeugen, die das Kontrastverhältnis nutzen, um den Kontrast von Webinhalten zu analysieren.

Anmerkung 2: Siehe auch Erfolgskriterium 2.4.7 versehen - Fokus sichtbar für Techniken zur Anzeige des Tastatur-Fokus.

Anmerkung 3: Manchmal ist es für Autoren hilfreich, für bestimmte Bereiche einer Seite keine Farben zu bestimmen um den Benutzern zu helfen, die Inhalte mit bestimmten Farbkombinationen sehen müssen, um die Inhalte in ihrem bevorzugten Farbschema zu sehen. Für weitere Informationen beachten Sie Erfolgskriterium 1.4.5 verstehen - Bilder eines Textes.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.4.3

  • Menschen mit geringem Sehvermögen haben oft Schwierigkeiten, Text zu lesen, der keinen Kontrast zu seinem Hintergrund bildet. Dies kann verschärft werden, wenn die Person eine Farbschwäche hat, die den Kontrast noch weiter heruntersetzt. Die Bereitstellung einen minimalen Luminanz-Kontrastverhältnisses zwischen dem Text und seinem Hintergrund kann den Text lesbarer machen, auch wenn die Person nicht die gesamte Bandbreite an Farben sieht. Es funktioniert auch bei den seltenen Individuen, die keine Farben sehen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.4.3

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.4.3 - Kontrast (Minimum)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.4.3

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • G156: Benutzung einer Technik, die allgemein verfügbare Benutzeragenten hat, welche die Vorder- und Hintergrundfarbe von Textblöcken ändern kann

  • Benutzung eines höheren Kontrastwertes bei Text, der über gemustertem Hintergrund liegt (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Unicode-Text und Stylesheets anstelle von Bildern von Text (zukünftiger Link)

  • Benutzung eines höheren Kontrastwertes bei Linien in Diagrammen (zukünftiger Link)

  • Benutzung eines höheren Kontrastverhältnisses bei rot-schwarzen Text/Hintergrund-Kombinationen (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Farben, die überwiegend aus mittleren Spektralkomponenten für die hellen und spektralen Extremen (blaue und rote Wellenlängen) für die dunklen Farben zusammengestellt sind

  • Benutzung eines hellen, pastellfarbenen statt eines weißen Hintergrunds hinter schwarzem Text, um einen ausreichenden aber nicht extremen Kontrast zu schaffen (zukünftiger Link)

  • Erstellung von Icons, indem einfache Strichzeichnungen benutzt werden, die den Kontrastregelungen für Text entsprechen (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines ausreichenden Farbkontrastes in Diagrammen und Schaubildern (zukünftiger Link)

  • Benutzung eines Kontrastverhältnisses von 3:1 oder höher als Standarddarstellung (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines ausreichenden Farbkontrastes für leere Textfelder (zukünftiger Link)

Schlüsselbegriffe

Kontrastverhältnis (contrast ratio)

(L1 + 0.05) / (L2 + 0.05), wobei

Anmerkung 1: Kontrastverhältnisse können von 1 bis 21 reichen (üblicherweise geschrieben als 1:1 bis 21:1).

Anmerkung 2: Da Autoren keine Kontrolle über die Einstellungen der Benutzer haben, wie Text gerendert wird (zum Beispiel Schrift- oder Kantenglättung), kann das Kontrastverhältnis evaluiert werden, wenn Kantenglättung abgeschaltet ist.

Anmerkung 3: Im Kontext von Erfolgskriterium 1.4.3 und 1.4.6 wird der Kontrast in Bezug auf den spezifizierten Hintergrund gemessen, über dem der Text bei normalem Gebrauch gerendert wird. Wenn keine Hintergrundfarbe festgelegt ist, dann wird weiß angenommen.

Anmerkung 4: Die Hintergrundfarbe ist die festgelegte Farbe des Inhalts, über dem Text bei normalem Gebrauch gerendert werden soll. Es ist ein Fehler, wenn keine Hintergrundfarbe festgelegt ist, während die Textfarbe angegeben ist, da die Standardeinstellung der Hintergrundfarbe des Benutzers unbekannt ist und nicht nach ausreichendem Kontrast beurteilt werden kann. Aus dem gleichen Grund ist es ein Fehler, wenn keine Textfarbe, aber eine Hintergrundfarbe festgelegt wurde.

Anmerkung 5: Wenn Buchstaben einen Rahmen haben, dann kann dieser Rahmen den Kontrast erhöhen und würde benutzt, um den Kontrast zwischen Buchstabe und Hintergrund zu berechnen. Ein schmaler Rahmen um den Buchstaben würde als Buchstabe benutzt. Ein breiter Rahmen um den Buchstaben, der die inneren Details der Buchstaben ausfüllt, fungiert als Hof (halo) und würde als Hintergrund betrachtet.

Anmerkung 6: Die WCAG-Konformität sollte für im Inhalt festgelegte Farbpaare, von denen der Autor erwartet, dass sie in einer typischen Präsentation nebeneinander liegen, evaluiert werden. Autoren müssen keine ungewöhnlichen Präsentationen in Betracht ziehen wie zum Beispiel vom Benutzeragenten gemachte Farbänderungen, außer sie werden durch den Code des Autors verursacht.

Bild eines Textes (image of text)

Text, der in einer Nicht-Text-Form (z.B. einem Bild) gerendert wurde, um einen bestimmten visuellen Effekt zu erzielen.

Anmerkung: Dies beinhaltet keinen Text, der Teil eines Bildes ist, das signifikanten anderen visuellen Inhalt enthält.

Beispiel: Der Name einer Person auf einem Namensschild auf einem Foto.

Großer Text (large scale (text))

Mit mindestens 18 Punkt oder 14 Punkt fett oder einer Schriftgröße, die eine äquivalente Größe für chinesische, japanische und koreanische (CJK) Schriftarten ergeben würde.

Anmerkung 1: Schriftarten mit außergewöhnlich dünnen Strichen oder ungewöhnlichen Merkmalen und charakteristischen Eigenschaften, welche die Vertrautheit mit ihren Buchstabenformen reduzieren, sind schwerer zu lesen, insbesondere bei geringeren Kontrasten.

Anmerkung 2: Die Schriftgröße ist die Größe zum Zeitpunkt der Auslieferung des Inhalts. Sie beinhaltet keine Größenänderung, die der Benutzer durchführen könnte.

Anmerkung 3: Die tatsächliche Größe eines Buchstaben, den der Benutzer sieht, hängt sowohl von der vom Autor definierten Größe als auch von dem Bildschirm des Benutzers oder den Einstellungen des Benutzeragenten ab. . Für viele gängige Fließtext-Schriftarten sind 14 und 18 Punkt grob äquivalent zu 1.2 und 1.5 em oder zu 120 % oder 150 % der Standardgröße für Fließtext (unter der Annahme, dass die Fließtext-Schriftart 100 % ist). Autoren müssen dies aber für die tatsächlich genutzte Schriftart prüfen. Wenn Schriftarten in relativen Einheiten definiert sind, dann wird die tatsächliche Punktgröße vom Benutzeragenten für die Darstellung berechnet. Wenn man dieses Erfolgskriterium evaluiert, dann sollte man die Punktgröße vom Benutzeragenten erhalten oder man sollte sie, basierend auf der Metrik der Schriftart, berechnen, wie dies ein Benutzeragent macht. Benutzer mit einer Sehbehinderung sind verantwortlich für die Auswahl geeigneter Einstellungen.

Anmerkung 4: Wird Text ohne die Angabe einer Schriftgröße benutzt, dann wäre die kleinste von verbreiteten Browsern benutzte Schriftgröße für unspezifizierten Text eine vernünftigerweise anzunehmende Größe für die Schriftart. Wenn eine Überschrift erster Ebene in verbreiteten Browsern in 14 Punkt fett oder größer gerendert wird, dann wäre es vernünftig anzunehmen, dass es sich um großen Text handelt. Die relative Skalierung kann aus der Standardgröße auf eine ähnliche Art berechnet werden.

Anmerkung 5: Die 18- und 14-Punkt-Größen für Text im Normalschnitt werden von der minimalen Größe für Großschrift (14 Punkt) und der größeren Standardgröße (18 Punkt) abgeleitet. Für andere Schriftarten, wie zum Beispiel CJK-Sprachen, wären die „äquivalenten“ Größen die minimale Großschriftgröße, die für diese Sprachen benutzt wird, sowie die nächst größere Standard-Großschriftgröße.

Reine Dekoration (pure decoration)

Dient nur einem ästhetischen Zweck, stellt keine Informationen bereit und hat keine Funktionalität.

Anmerkung: Text ist nur rein dekorativ, wenn die Wörter umgestellt oder ersetzt werden können, ohne dass der Zweck verändert wird.

Beispiel: Auf der Titelseite eines Wörterbuchs stehen beliebige Wörter in einem sehr hellen Text im Hintergrund.

Text

Eine Abfolge von Zeichen, die durch Software bestimmt werden kann, wobei die Abfolge etwas in menschlicher Sprache ausdrückt.

Bestandteil der Benutzerschnittstelle (user interface component)

Ein Teil des Inhalts, der von den Benutzern als einzelnes Steuerelement für eine bestimmte Funktion wahrgenommen wird.

Anmerkung 1: Mehrere Bestandteile der Benutzerschnittstelle können als einzelnes programmtechnisches Element implementiert sein. In dem Zusammenhang ist das Wort „Bestandteil“ nicht an Programmiertechniken gebunden, sondern an das, was Benutzer als unterschiedliche Steuerelemente wahrnehmen.

Anmerkung 2: Bestandteile der Benutzerschnittstelle beinhalten sowohl Formularelemente und Links als auch Bestandteile, die von Skripten generiert werden.

Beispiel: Ein Applet hat ein „Steuerelement“, das dazu benutzt werden kann, sich Zeile für Zeile, Seite für Seite oder zufällig durch Inhalt zu bewegen. Da jede dieser Möglichkeiten einen Namen hat und unabhängig voneinander einzustellen sein müsste, wäre jede einzelne Möglichkeit ein „Bestandteil der Benutzerschnittstelle.“


Textgröße ändern:
Erfolgskriterium 1.4.4 verstehen

1.4.4 Textgröße ändern: Mit Ausnahme von Untertiteln und Bildern eines Textes, kann Text ohne assistierende Technik um bis zu 200 Prozent geändert werden, ohne dass dabei Inhalt oder Funktionalität verloren geht. (Stufe AA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass visuell gerenderter Text, einschließlich text-basierter Steuerelemente (Text-Zeichen, die angezeigt wurden, damit man sie sehen kann [versus Text-Zeichen, die noch in Datenform sind wie zum Beispiel ASCII]) erfolgreich skaliert werden kann, so dass er von Menschen mit leichten Sehbehinderungen direkt gelesen werden kann, ohne dass die Benutzung assistierender Techniken wie beispielsweise die einer Vergrößerungssoftware erforderlich ist. Benutzer können von der Skalierung aller Inhalte auf der Webseite profitieren, aber Text ist von äußerst entscheidender Bedeutung.

Die Skalierung von Inhalten ist hauptsächlich Aufgabe des Benutzeragenten. Benutzeragenten, die UAAG 1.0 Checkpoint 4.1 erfüllen, ermöglichen es Benutzern, die Textskalierung zu konfigurieren. Es liegt im Verantwortungsbereich des Autors, Webinhalte zu schaffen, die es nicht verhindern, dass der Benutzeragent die Inhalte erfolgreich skaliert. Autoren können dieses Erfolgskriterium erfüllen, indem sie verifizieren, dass Inhalte die Unterstützung des Benutzeragenten zur Größenänderung von Text, einschließlich text-basierter Steuerelemente, nicht behindern oder indem sie eine direkte Unterstützung zur Größenänderung von Text oder zur Änderung des Layouts bereitstellen. Ein Beispiel der direkten Unterstützung könnte per server-seitigem Skript sein, das benutzt werden kann, um verschiedene Stylesheets zuzuweisen.

Der Autor kann sich zur Erfüllung dieses Erfolgskriteriums für HTML-Inhalte nicht auf den Benutzeragenten verlassen, wenn Benutzer keinen Zugriff auf einen Benutzeragenten mit Zoom-Unterstützung haben. Wenn sie zum Beispiel in einer Umgebung arbeiten, die von ihnen verlangt, IE 6 oder Firefox zu benutzen.

Wenn der Autor eine Technik benutzt, deren Benutzeragenten keine Zoom-Unterstützung bereitstellen, dann ist der Autor dafür verantwortlich, diese Art der Funktionalität direkt bereitzustellen oder Inhalte anzubieten, die mit der Art der Funktionalität, die durch den Benutzeragenten bereitgestellt wird, funktionieren. Wenn der Benutzeragent keine Zoom-Funktion bietet, den Benutzer aber die Textgröße ändern lässt, dann ist der Autor dafür verantwortlich sicherzustellen, dass der Inhalt benutzbar bleibt, wenn der Text in der Größe verändert wird.

Einige Bestandteile der Benutzerschnittstelle, die als Label fungieren und einer Aktivierung durch den Benutzer bedürfen, um auf Inhalt zuzugreifen, sind nicht breit genug, um den Inhalt des Labels aufzunehmen. Zum Beispiel kann es sein, dass die Spalte „Betreff“ in Webmail-Anwendungen nicht breit genug ist, um jeden denkbaren Betreff aufzunehmen, aber die Aktivierung des Betreff-Headers führt den Benutzer zur kompletten Nachricht mit dem kompletten Betreff-Header. In webbasierten Tabellenkalkulationen können Zelleninhalte, die zu lang sind, um in einer Spalte angezeigt zu werden, abgeschnitten werden und der komplette Inhalt der Zelle steht dem Benutzer dann zur Verfügung, wenn die Zelle den Fokus erhält. Der Inhalt eines Bestandteils einer Benutzerschnittstelle kann auch in den Benutzerschnittstellen zu breit werden, in denen der Benutzer die Spaltenbreite in der Größe verändern kann. Bei dieser Art des Bestandteils der Benutzerschnittstelle ist ein Zeilenumbruch nicht erforderlich; ein Abschneiden ist zulässig, wenn der komplette Inhalt des Bestandteils bei Fokussierung oder nach der Aktivierung durch den Benutzer zur Verfügung steht und dem Benutzer ein Hinweis darauf, dass auf diese Information zugegriffen werden kann, auf irgendeine Art ausgenommen der Tatsache, dass der Inhalt abgeschnitten ist, gegeben wird.

Inhalte erfüllen das Erfolgskriterium, wenn sie auf bis zu 200 % skaliert werden können, sprich bis zur doppelten Breite und Höhe. Autoren können die Skalierung über dieses Limit hinaus unterstützen; adaptive Layouts können allerdings, wenn die Skalierung extremer wird, Usability-Probleme mit sich bringen. Zum Beispiel könnten Worte zu breit sein, um in den ihnen zur Verfügung stehenden horizontalen Platz zu passen, was dazu führt, dass sie abgeschnitten werden; Layout-Zwänge können dazu führen, dass Text mit anderen Inhalten überlappt, wenn er größer skaliert wird; oder nur ein Wort eines Satzes passt in jede Zeile, was dazu führt, dass der Satz als vertikale Textspalte angezeigt wird, die schwer zu lesen ist.

Die Arbeitsgruppe glaubt, dass 200% ein vertretbares Entgegenkommen ist, das ein breites Spektrum an Designs und Layouts unterstützen kann und ältere Vergrößerungssoftware ergänzt, die eine minimale Vergrößerung von 200 % bietet. Über 200% kann Zoom (der Text, Bilder und Layout-Bereiche in der Größe verändert und eine größere Arbeitsfläche schafft, die möglicherweise sowohl horizontales als auch vertikales Scrollen erforderlich macht) wirksamer sein als das Verändern der Textgröße. Assistierende Techniken, die die Unterstützung von Zoom zum Ziel haben, würden normalerweise in solch einer Situation benutzt und bieten möglicherweise eine besserer Barrierefreiheit als Versuche des Autors, den Benutzer direkt zu unterstützen.

Anmerkung: Bilder eines Textes skalieren nicht so gut wie Text, da sie dazu tendieren zu pixeln und daher empfehlen wir, wann immer möglich, Text zu benutzen. Es ist außerdem schwieriger, den Vorder- und Hintergrundkontrast und Farbkombinationen für Bilder eines Textes zu ändern, die für manche Benutzer notwendig sind.

Lesen Sie auch Erfolgskriterium 1.4.8 verstehen - Visuelle Präsentation

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.4.4

  • Dieses Erfolgskriterium hilft Menschen mit geringem Sehvermögen, indem sie die Textgröße von Inhalten vergrößern können, so dass sie diese lesen können.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.4.4

  • Ein Benutzer mit Störungen des Sehvermögens vergrößert die Textgröße auf einer Webseite in einem Browser von 1 em auf 1.2 ems. Während die Benutzerin den Text in der kleineren Größe nicht lesen könnte, kann sie den größeren Text hingegen lesen. Alle Informationen auf der Seite werden nach wie vor angezeigt, wenn die größere Schriftart für den Text benutzt wird.

  • Eine Webseite enthält ein Steuerelement zur Änderung des Maßstabs der Seite. Die Auswahl verschiedener Einstellungen ändert das Layout der Seite, damit das beste Design für diese Skalierung benutzt wird.

  • Ein Benutzer benutzt eine Zoom-Funktion in seinem Benutzeragenten, um die Skalierung des Inhalts zu ändern. Der gesamte Inhalt skaliert gleichmäßig und der Benutzeragent stellt, wenn nötig, Scrollbalken zur Verfügung.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.4.4 - Textgröße ändern

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.4.4

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Schlüsselbegriffe

Assistierende Technik (wie in diesem Dokument benutzt) (assistive technologies (as used in this document))

Hardware und/oder Software, die als Benutzeragent fungiert oder die mit einem gängigen Benutzeragenten zusammenarbeitet, um Funktionalität zur Verfügung zu stellen, damit die Anforderungen von Benutzern mit Behinderungen erfüllt werden, die über jene hinausgehen, die von gängigen Benutzeragenten angeboten werden.

Anmerkung 1: Funktionalitäten, die von assistierenden Techniken bereitgestellt werden, beinhalten alternative Präsentationen (z.B. als synthetische Sprachausgabe oder vergrößerte Inhalte), alternative Eingabemethoden (z.B. Sprache), zusätzliche Navigations- oder Orientierungsmechanismen und Inhaltstransformationen (z.B. um Tabellen barrierefreier zu machen).

Anmerkung 2: Assistierende Techniken tauschen Daten und Nachrichten mit gängigen Benutzeragenten oft durch die Benutzung und die Beobachtung von APIs aus.

Anmerkung 3: Die Abgrenzung zwischen gängigen Benutzeragenten und assistierenden Techniken ist nicht absolut. Viele gängige Benutzeragenten stellen einige Funktionen bereit, um Menschen mit Behinderungen zu unterstützen. Der grundlegende Unterschied besteht darin, dass gängige Benutzeragenten ein breites und verschiedenartiges Publikum als Zielgruppe haben, die normalerweise Menschen mit und ohne Behinderungen beinhaltet. Assistierende Techniken haben als Zielgruppe genau definierte Populationen von Benutzern mit bestimmten Behinderungen. Die Unterstützung, die durch assistierende Techniken bereitgestellt wird, ist spezifischer und entspricht den Bedürfnissen ihrer Zielgruppe. Der gängige Benutzeragent kann den assistierenden Techniken wichtige Funktionalitäten zur Verfügung stellen, wie das Abrufen von Webinhalten aus Programmobjekten oder das Aufgliedern von Markup in identifizierbare Datenstrukturen.

Beispiel: Assistierende Techniken, die im Zusammenhang mit diesem Dokument wichtig sind, beinhalten die folgenden:

  • Vergrößerungssoftware und andere visuelle Leseassistenten, die von Menschen mit visuellen, wahrnehmungsbedingten und körperlichen Einschränkungen in Bezug auf die Nutzung gedruckter Medien benutzt werden, um Schriftart, Größe, Spationierung, Textfarbe oder die Synchronisierung von Text mit Sprache usw. zu ändern, damit die visuelle Lesbarkeit von gerendertem Text oder Bildern verbessert wird;

  • Screenreader, die von blinden Menschen benutzt werden, um Informationen in Textform durch synthetische Sprachausgabe oder Braille zu lesen;

  • Sprachausgabe-Software (Text-to-Speech-Software), die von manchen Menschen mit kognitiven, Sprach- oder Lernbehinderungen benutzt wird, um Text in synthetische Sprachausgabe zu konvertieren;

  • Spracherkennungssoftware, die von Menschen mit Körperbehinderungen benutzt werden kann;

  • Alternative Tastaturen, die von Menschen mit bestimmten Körperbehinderungen benutzt werden, um die Tastatur zu simulieren (einschließlich alternativer Tastaturen, die über Kopfsteuerungen, Einzelschalter, Saug- und Blassteuerungen und andere besondere Eingabegeräte bedient werden);

  • Alternative Zeigegeräte, die von Menschen mit bestimmten Körperbehinderungen benutzt werden, um das Zeigen mit der Maus und die Aktivierung von Schaltflächen zu simulieren.

Untertitel (captions)

Synchronisierte visuelle Alternative und/oder Textalternative für sowohl sprachliche als auch nicht-sprachliche Audio-Informationen, die notwendig sind, um Medieninhalte zu verstehen.

Anmerkung 1: Untertitel (Captions) sind reinen Dialog-Untertiteln ähnlich mit der Ausnahme, dass sie nicht nur den Inhalt von gesprochenem Dialog wiedergeben, sondern auch Äquivalente für über den Dialog hinausgehende Audio-Informationen, die zum Verständnis des Programminhalts notwendig sind. Dies schließt Geräuscheffekte, Musik, Lachen, Identifizierung und Position des Sprechers ein.

Anmerkung 2: Geschlossene Untertitel (Closed Captions) sind Äquivalente, die in manchen Wiedergabeprogrammen an- und ausgeschaltet werden können.

Anmerkung 3: Offene Untertitel sind all jene, die nicht abgeschaltet werden können. Zum Beispiel, wenn es sich um visuell äquivalente Bilder eines Textes handelt, die in ein Video eingebettet sind.

Anmerkung 4: Untertitel (Captions) sollten relevante Informationen im Video nicht undeutlich machen oder verdecken.

Anmerkung 5: In einigen Ländern werden die hier gemeinten „Captions“ als Untertitel (Subtitles) bezeichnet.

Anmerkung 6: Audiodeskriptionen können, müssen aber nicht untertitelt sein, da es sich hier um Beschreibungen von Informationen handelt, die bereits visuell dargestellt werden.

Bild eines Textes (image of text)

Text, der in einer Nicht-Text-Form (z.B. einem Bild) gerendert wurde, um einen bestimmten visuellen Effekt zu erzielen.

Anmerkung: Dies beinhaltet keinen Text, der Teil eines Bildes ist, das signifikanten anderen visuellen Inhalt enthält.

Beispiel: Der Name einer Person auf einem Namensschild auf einem Foto.

Text

Eine Abfolge von Zeichen, die durch Software bestimmt werden kann, wobei die Abfolge etwas in menschlicher Sprache ausdrückt.


Bilder eines Textes:
Erfolgskriterium 1.4.5 verstehen

1.4.5 Bilder eines Textes: Wenn die benutzten Techniken die visuelle Präsentation bewirken können, dann wird Text statt Bilder eines Textes dazu benutzt, Informationen zu vermitteln mit den folgenden Ausnahmen: (Stufe AA)

  • Anpassbar: Das Bild eines Textes kann visuell an die Anforderungen des Benutzers angepasst werden;

  • Unentbehrlich: Eine bestimmte Präsentation von Text ist für die vermittelten Informationen unentbehrlich.

Anmerkung: Wortbildmarken (Text, der Teil eines Logos oder Markennamens ist) werden als unentbehrlich betrachtet.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Autoren, die Techniken benutzen, die dazu in der Lage sind, eine bestimmte visuelle Präsentation zu erreichen, um es Menschen, die eine bestimmte visuelle Darstellung des Textes benötigen, zu ermöglichen, die Textdarstellung nach Bedarf anzupassen, zu ermöglichen.... Dies beinhaltet Menschen, die Text in einer bestimmten Schriftgröße benötigen, mit einer bestimmten Vorder- und Hintergrundfarbe, in einer bestimmten Schriftenfamilie, mit einem bestimmten Zeilenabstand oder einer bestimmten Ausrichtung.

Wenn ein Autor Text benutzen kann, um den gleichen visuellen Effekt zu erzielen, dann sollte er oder sie die Informationen lieber als Text präsentieren statt ein Bild zu benutzen. Wenn der Autor den Text aus irgendeinem Grund nicht so formatieren kann, dass er den gleichen Effekt erzielt, wenn der Effekt nicht zuverlässig auf den üblicherweise verfügbaren Benutzeragenten dargestellt wird oder wenn sich die Benutzung einer Technik zur Erfüllung dieses Erfolgskriteriums störend auf die Erfüllung eines anderen Erfolgskriteriums wie zum Beispiel 1.4.4 auswirken würde, dann kann ein Bild eines Textes benutzt werden. Dies beinhaltet Fälle, in denen eine bestimmte Präsentation von Text unerlässlich für die vermittelten Informationen ist, wie beispielsweise Schriftbeispiele, Wortbildmarken, Branding usw. Bilder eines Textes können auch benutzt werden, um eine bestimmte Schriftart zu benutzen, die entweder nicht weit verbreitet eingesetzt wird oder bei der der Autor nicht das Recht hat, diese weiter zu verteilen, oder um sicherzustellen, dass der Text in allen Benutzeragenten geglättet würde.

Bilder eines Textes können auch benutzt werden, wenn es für den Benutzer möglich ist, das Bild eines Textes individuell anzupassen, damit es ihren Anforderungen entspricht.

Techniken zur Erfüllung dieses Erfolgskriteriums sind die gleichen wie die für Erfolgskriterium 1.4.9, mit der Ausnahme, dass sie nur dann gelten müssen, wenn die visuelle Präsentation mit den Techniken, die der Autor benutzt, erreicht werden kann. Bei Erfolgskriterium 1.4.9 würden die ausreichenden Techniken nur dann angewendet, wenn der Benutzer den Output individuell anpassen kann.

Lesen Sie auch Erfolgskriterium 1.4.9 verstehen - Bilder eines Textes (keine Ausnahme).

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.4.5

  • Menschen mit geringem Sehvermögen (die möglicherweise Schwierigkeiten damit haben, den Text mit der vom Autor vorgegebenen Schriftenfamilie, Größe und/oder Farbe zu lesen).

  • Menschen mit Problemen bei der visuellen Spurhaltung (die möglicherweise Schwierigkeiten damit haben, den Text mit dem vom Autor vorgegebenen Zeilenabstand und/oder Ausrichtung zu lesen).

  • Menschen mit kognitiven Behinderung, die das Lesen beeinträchtigen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.4.5

  • Formatierte Überschriften

    Statt Bitmap-Bilder zu benutzen, um Überschriften in einer bestimmten Schriftart und Größe darzustellen, benutzt ein Autor CSS, um das gleiche Ergebnis zu erzielen.

  • Dynamisch generierte Bilder

    Eine Webseite benutzt server-seitiges Scripting, um Text als Bild darzustellen. Die Seite beinhaltet Steuerelemente, die es dem Benutzer ermöglichen, die Schriftgröße und die Vorder- und Hintergrundfarben des generierten Bildes anzupassen.

  • Ein Zitat

    Eine Webseite enthält ein Zitat. Das Zitat selber wird als kursiver Text dargestellt, eingerückt vom linken Rand. Der Name der Person, der dieses Zitat zugeschrieben wird, steht unterhalb des Zitats mit 1,5-fachem Zeilenabstand und weiter eingerückt vom linken Rand. CSS wird benutzt, um den Text zu positionieren, um den Abstand zwischen den Zeilen festzulegen, und auch um die Schriftenfamilie, Größe, Farbe und Gestaltung (decoration) des Textes anzuzeigen.

  • Navigationselemente

    Eine Webseite enthält ein Menü mit Navigationslinks, die sowohl ein Symbol als auch einen Text haben, um ihr Ziel zu beschreiben. CSS wird benutzt, um sowohl die Schriftenfamilie, Größe, Vorder- und Hintergrundfarben des Textes anzuzeigen, als auch den Zeilenabstand zwischen den Navigationslinks.

  • Eine Logo, das Text enthält

    Eine Website enthält das Logo der Organisation in der oberen linken Ecke jeder Webseite. Das Logo enthält den Firmenschriftzug (Text als Teil des Logos oder als gesamtes Logo). Die visuelle Darstellung des Textes ist wesentlich für die Identität des Logos und es wird als gif-Bild, das keine Änderung der Text-Charakteristika erlaubt, eingefügt. Das Bild hat eine Textalternative.

  • Darstellung einer Schriftenfamilie

    Eine Webseite enthält Informationen zu einer bestimmten Schriftenfamilie. Das Ersetzen der Schriftenfamilie mit einer anderen Schriftart würde den Zweck der Darstellung zunichte machen. Die Darstellung wird als jpeg-Bild, das keine Änderung der Text-Charakteristika erlaubt, eingefügt. Das Bild hat eine Textalternative.

  • Die Darstellung eines Briefes

    Eine Webseite enthält die Darstellung eines Originalbriefes. Die Abbildung des Briefes in seinem Originalformat ist wesentlich für die Informationen, die über den Zeitraum, in dem er geschrieben wurde, vermittelt werden. Der Brief wird als gif-Bild, das keine Änderung der Text-Charakteristika erlaubt, eingefügt. Das Bild hat eine Textalternative.

  • Symbolische Textbuchstaben

    Ein Formular erlaubt es Benutzer, Textblöcke einzugeben. Das Formular stelle eine Reihe an Schaltflächen zur Verfügung, einschließlich Funktionen, um den Text zu formatieren und die Rechtschreibung zu überprüfen. Einige der Schaltflächen benutzen Textbuchstaben, die keine Abfolge bilden, die etwas in menschlicher Sprache ausdrückt. Zum Beispiel „B“, um das Schriftgewicht zu vergrößern, „I“, um Text kursiv zu machen und „ABC“, um die Rechtschreibung zu überprüfen. Die symbolischen Textbuchstaben werden als gif-Bilder, die keine Änderung der Text-Charakteristika erlauben, eingefügt. Die Schaltflächen haben Textalternativen.

  • Individuell anpassbare Einstellung der Schriftart in Bildern eines Textes

    Eine Website erlaubt es Benutzern, Einstellungen der Schriftart festzulegen, und alle Bilder eines Textes auf der Site werden dann auf Basis dieser Einstellungen zur Verfügung gestellt.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.4.5 - Bilder eines Textes

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.4.5

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Allgemeine Techniken für Nicht-Text-Inhalte
  1. Kennzeichnung von informativen Nicht-Text-Inhalt (zukünftiger Link)

CSS-Techniken
  1. C12: Benutzung von Prozent für Schriftgrößen (CSS)

  2. C13: Benutzung von genannten Schriftgrößen (CSS)

  3. C14: Benutzung von em-Einheiten für Schriftgrößen (CSS)

  4. C8: Benutzung des CSS letter-spacing, um die Laufweite innerhalb eines Wortes zu steuern (CSS)

  5. C6: Positionierung von Inhalten basierend auf strukturellem Markup (CSS)

  6. Vermeiden Sie es, innerhalb eines Wortes Text-Styling auf Text-Zeichen anzuwenden (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.4.5

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.4.5 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Unentbehrlich (essential)

Wenn dies entfernt würde, würde die Information oder Funktionalität des Inhalts grundlegend verändert, und Information und Funktionalität können nicht auf andere konforme Art und Weise erreicht werden.

Bild eines Textes (image of text)

Text, der in einer Nicht-Text-Form (z.B. einem Bild) gerendert wurde, um einen bestimmten visuellen Effekt zu erzielen.

Anmerkung: Dies beinhaltet keinen Text, der Teil eines Bildes ist, das signifikanten anderen visuellen Inhalt enthält.

Beispiel: Der Name einer Person auf einem Namensschild auf einem Foto.

Text

Eine Abfolge von Zeichen, die durch Software bestimmt werden kann, wobei die Abfolge etwas in menschlicher Sprache ausdrückt.

Visuell angepasst (visually customized)

Schriftart, Größe, Farbe und Hintergrund können eingestellt werden.


Kontrast (erhöht):
Erfolgskriterium 1.4.6 verstehen

1.4.6 Kontrast (erhöht): Die visuelle Präsentation von Text und Bildern eines Textes hat ein Kontrastverhältnis von mindestens 7:1, mit folgenden Ausnahmen: (Stufe AAA)

  • Großer Text: Großer Text und Bilder von großem Text haben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1;

  • Nebensächlich: Text oder Bilder eines Textes, die Teil eines inaktiven Bestandteils der Benutzerschnittstelle, rein dekorativ, für niemanden sichtbar oder Teil eines Bildes sind, welches signifikanten anderen visuellen Inhalt enthält, gibt es keine Kontrastanforderung.

  • Wortbildmarken: Text, der Teil eines Logos oder eines Markennamens ist, hat keine Mindest-Kontrastanforderungen.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, einen ausreichenden Kontrast zwischen dem Text und seinem Hintergrund zur Verfügung zu stellen, so dass dieser von Menschen mäßig vermindertem Sehvermögen (die keine kontrast-erhöhende assistierende Technik benutzen) gelesen werden kann. Für Menschen ohne Farbschwäche haben Farbton und Sättigung eine minimale oder gar keine Auswirkung auf die Lesbarkeit gemäß Bewertung der Leseleistung (Knoblauch et al., 1991). Farbschwächen können den Luminanz-Kontrast etwas beeinträchtigen. Daher wird der Konrast in den Empfehlungen auf eine solche Art berechnet, dass die Farbe kein Schlüsselfaktor ist, so dass auch Menschen, die ein Defizit beim Farbsehen haben, einen ausreichenden Kontrast zwischen Text und Hintergrund haben.

Text, der dekorativ ist und keine Informationen vermittelt, ist davon ausgeschlossen. Wenn zum Beispiel beliebige Worte benutzt werden, um einen Hintergrund zu erstellen und die Worte anders angeordnet oder ersetzt werden könnten, ohne dass sich die Bedeutung ändert, dann wären diese dekorativ und müssten dieses Erfolgskriterium nicht erfüllen.

Text, der größer ist und breitere Buchstaben-Konturen hat, ist bei geringerem Kontrast leichter zu lesen. Die Kontrastanforderung für größeren Text ist daher geringer. Dies erlaubt es Autoren, eine größere Auswahl an Farben für großen Text zu benutzen, was beim Design von Seiten hilfreich ist, besonders bei Titeln. 18-Punkt Text oder 14-Punkt Fettschrift wird als groß genug beurteilt, um ein niedrigeres Kontrastverhältnis zu benötigen. (Siehe zu Großschrift „The American Printing House for the Blind Guidelines und The Library of Congress Guidelines“ unter Ressourcen). „18-Punkt“ und „fett“ können beide unterschiedliche Bedeutungen in unterschiedlichen Zeichensätzen haben, aber sie sollten, abgesehen von sehr dünnen oder ungewöhnlichen Zeichensätzen, ausreichend sein. Da es so viele verschiedene Zeichensätze gibt, werden die allgemeinen Maße benutzt und es wird eine Anmerkung in Bezug auf ausgefallene oder dünne Zeichensätze hinzugefügt.

Anmerkung 1: Wenn auf Schriftarten Kantenglättung angewendet wird, damit sie glatter aussehen, dann können sie Dunkelheit oder Helligkeit verlieren. Daher kann der tatsächliche Kontrast reduziert werden. Dickere Stammbreiten reduzieren diesen Effekt (bei dünnen Schriftarten könnte der gesamte Stamm aufgehellt werden statt nur die Enden). Es wird empfohlen, größere Schriftarten zu benutzen und die Lesbarkeit in Benutzeragenten zu testen, wenn die Kantenglättung angeschaltet ist.

Anmerkung 2: Da unterschiedliche Bildbearbeitungs-Anwendungen unterschiedliche Pixeldichten als Standardeinstellung übernehmen (ex. 72 PPI oder 96 PPI), kann die Festlegung von Punktgrößen für Zeichensätze aus einer Bildbearbeitungs-Anwendung heraus unzuverlässig sein, wenn es darum geht, Text in einer bestimmten Größe darzustellen. Wenn sie Bilder eines großen Textes erstellen, dann sollten Autoren sicherstellen, dass der Text im sich daraus ergebenden Bild ungefähr äquivalent ist zu 1,2 und 1,5 em oder zu 120% oder 150% der Standardgröße für Fließtext. Für ein 72 PPI-Bild würde ein Autor zum Beispiel ungefähr 19 pt und 24 pt große Schriftgrößen benutzen müssen, um einem Benutzer großformatige Bilder eines Textes erfolgreich zu präsentieren.

Die vorgenannten Kontrastanforderungen für Text gelten auch für Bilder eines Textes (Text, der in Pixel gerendert und dann in einem Bildformat gespeichert wurde), wie in Erfolgskriterium 1.4.3 angegeben.

Diese Anforderung gilt für Situationen, in denen Bilder eines Textes dazu gedacht sind, als Text verstanden zu werden. Zufälliger Text, wie zum Beispiel in Fotos, auf denen zufälligerweise ein Straßenschild ist, ist nicht eingeschlossen. Ebenso nicht Text, der aus irgendeinem Grund so gestaltet wurde, dass er für alle Benutzer unsichtbar ist. Stilisierter Text, wie zum Beispiel in Firmenlogos, sollte in Bezug auf seine Funktion auf der Seite behandelt werden, was möglicherweise eine Aufnahme des Inhalts in der Textalternative rechtfertigt oder auch nicht. Visuelle Firmenrichtlinien, die über das Logo und die Wortbildmarke hinausgehen, sind in der Ausnahme nicht enthalten.

In dieser Bestimmung gibt es eine Ausnahme, die lautet: „die Teil eines Bildes sind, das signifikanten anderen visuellen Inhalt enthält“. Diese Ausnahme ist dazu gedacht, Bilder, die Text enthalten, abzugrenzen von Bildern eines Textes, die gemacht wurden, um Text zu ersetzen, um ein bestimmtes Aussehen zu erreichen.

Obwohl dieses Erfolgskriterium nur für Text gilt, treten ähnliche Probleme bei Daten, die in Schaubildern oder Diagrammen gezeigt werden, auf. Ein guter Farbkontrast sollte auch für in dieser Form präsentierte Daten bereitgestellt werden.

Begründung für die gewählten Verhältnisse

Ein Kontrastverhältnis von 3:1 ist das von [ISO-9241-3] und [ANSI-HFES-100-1988] empfohlene Minimum für Standardtext und Sehvermögen. Das Kontrastverhältnis von 4,5:1 wird in Erfolgskriterium 1.4.3 benutzt, um dem Verlust des Kontrastes Rechnung zu tragen, der aus der mäßig geringen Sehschärfe, aus angeborenen oder erworbenen Farbschwächen, oder aus dem Verlust der Kontrastempfindlichkeit, der typischerweise mit dem Altern einhergeht, resultiert.

Die Begründung basiert auf a) Übernahme des Kontrastverhältnisses von 3:1 als zulässiger Mindestkontrast für normale Beobachter, im ANSI-Standard, und auf b) der empirischen Erkenntnis, dass in der Bevölkerung eine Sehschärfe von 20/40 mit einem Verlust der Kontrastempfindlichkeit von etwa 1,5 [ARDITI-FAYE] verbunden ist. Ein Benutzer mit 20/40 würde daher ein Kontrastverhältnis von 3 * 1,5 = 4,5 zu 1 benötigen. Wenn man analogen empirischen Erkenntnissen und der gleichen Logik folgt, dann würde ein Benutzer mit einer Sehschärfe von 20/80 ein Kontrastverhältnis von etwa 7:1 benötigen.

Farbtönungen werden von Benutzern mit (sowohl angeborenen als auch erworbenen) Farbsehschwächen unterschiedlich wahrgenommen, was zu unterschiedlichen Farben und zu unterschiedlichen relativen Luminanz-Kontrasten führt als bei normalsichtigen Benutzern. Daher sind der effiziente Kontrast und die Lesbarkeit für diese Bevölkerung anders. Farbschwächen sind allerdings so unterschiedlich, dass es nicht praktikabel ist, eine effiziente, allgemeine Benutzung von Farbpaaren (für Kontrast) basierend auf quantitativen Daten anzuordnen. Die Anforderung an einen guten Luminanz-Konrast trägt dem Rechnung, indem ein Kontrast verlangt wird, der unabhängig von der Farbwahrnehmung ist. Glücklicherweise ist das meiste des Luminanz-Beitrags von den Mittel- und Langwellen-Rezeptoren, die in ihren spektralen Reaktionen größtenteils überlappen. Daraus folgt, dass im allgemeinen ein effizienter Luminanz-Kontrast errechnet werden kann, ohne bestimmte Farbschwächen zu berücksichtigen, mit Ausnahme der Benutzung von vorwiegend langen Wellenlängen-Farben gegenüber dunkleren Farben (im allgemeinen schwarz erscheinend) bei denjenigen, die eine Rotblindheit haben. (Wir stellen eine empfohlene Technik bereit, um rot auf schwarz aus diesem Grund zu vermeiden). Für weitere Informationen lesen Sie [ARDITI-KNOBLAUCH] [ARDITI-KNOBLAUCH-1996] [ARDITI].

Das Kontrastverhältnis von 4,5:1 wurde für Stufe AA ausgewählt, da es den Verlust der Kontrastempfindlichkeit kompensiert, den normalerweise Benutzer erleben, die einen Verlust des Sehvermögens haben, der ungefähr einem Sehvermögen von 20/40 entspricht. (4,5:1 errechnet sich ungefähr aus 20/40.) 20/40 wird üblicherweise als typische Sehschärfe von älteren Menschen im Alter von ungefähr 80 Jahren angegeben. [GITTINGS-FOZARD]

Das Kontrastverhältnis von 7:1 wurde für Stufe AAA ausgewählt, da es den Verlust der Kontrastempfindlichkeit kompensiert, den normalerweise Benutzer erleben, die einen Verlust des Sehvermögens haben, der ungefähr einem Sehvermögen von 20/80 entspricht. Menschen, die einen höheren Grad an Verlust des Sehvermögens haben, benutzen normalerweise assistierende Techniken, um auf ihre Inhalte zuzugreifen (und die assistierenden Techniken haben normalerweise sowohl eine eingebaute Kontrasterhöhung als auch eine eingebaute Vergrößerungsfähigkeit). Die Stufe 7:1 bietet daher im allgemeinen eine Kompensation für den Verlust der Kontrastempfindlichkeit, den Benutzer mit geringem Sehvermögen erleben, die keine assistierende Technik benutzen und sie stellt außerdem eine Kontrasterhöhung für Farbschwächen bereit.

Anmerkung: Berechnungen in [ISO-9241-3] und [ANSI-HFES-100-1988] sind für Fließtext. Für Text, der viel größer ist, wird ein gelockertes Kontrastverhältnis bereitgestellt.

Anmerkungen zu Formeln

Die Umrechnung von nicht-linearen zu linearen RGB-Werten basiert auf IEC/4WD 61966-2-1 [IEC-4WD] und auf "A Standard Default Color Space for the Internet - sRGB" [sRGB].

Die Formel (L1/L2) für Kontrast basiert auf [ISO-9241-3] und [ANSI-HFES-100-1988] Standards.

Der ANSI/HFS 100-1988-Standard verlangt, dass die Wirkung des Umgebungslichtes in die Berechnung von L1 und L2 mit aufgenommen wird. Der ,05-Wert basiert auf dem „Typical Viewing Flare“ von [IEC-4WD] und dem [sRGB]-Referat von M. Stokes et al.

Dieses Erfolgskriterium und seine Definitionen benutzen die Begriffe „Kontrastverhältnis“ und „relative Luminanz“ anstelle von „Luminanz“, um die Tatsache widerzuspiegeln, dass Webinhalte selber kein Licht ausstrahlen. Das Kontrastverhältnis gibt ein Maß der relativen Luminanz, die sich beim anzeigen ergeben würde. (Da es sich um ein Verhältnis handelt ist es dimensionslos.)

Anmerkung 1: Beachten Sie die verwandten Ressourcen für eine Liste mit Werkzeugen, die das Kontrastverhältnis nutzen, um den Kontrast von Webinhalten zu analysieren.

Anmerkung 2: Siehe auch Erfolgskriterium 2.4.7 versehen - Fokus sichtbar für Techniken zur Anzeige des Tastatur-Fokus.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.4.6

  • Menschen mit geringem Sehvermögen haben oft Schwierigkeiten, Text zu lesen, der keinen Kontrast zu seinem Hintergrund bildet. Dies kann verschärft werden, wenn die Person eine Farbschwäche hat, die den Kontrast noch weiter heruntersetzt. Die Bereitstellung einen minimalen Luminanz-Kontrastverhältnisses zwischen dem Text und seinem Hintergrund kann den Text lesbarer machen, auch wenn die Person nicht die gesamte Bandbreite an Farben sieht. Es funktioniert auch bei den seltenen Individuen, die keine Farben sehen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.4.6

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.4.6 - Kontrast (erhöht)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.4.6

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • G156: Benutzung einer Technik, die allgemein verfügbare Benutzeragenten hat, welche die Vorder- und Hintergrundfarbe von Textblöcken ändern kann

  • Benutzung eines höheren Kontrastwertes bei Text, der über gemustertem Hintergrund liegt (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Unicode-Text und Stylesheets anstelle von Bildern von Text (zukünftiger Link)

  • Benutzung eines höheren Kontrastwertes bei Linien in Diagrammen (zukünftiger Link)

  • Benutzung eines höheren Kontrastverhältnisses bei rot-schwarzen Text/Hintergrund-Kombinationen

  • Benutzung von Farben, die überwiegend aus mittleren Spektralkomponenten für die hellen und spektralen Extremen (blaue und rote Wellenlängen) für die dunklen Farben zusammengestellt sind

  • Benutzung eines hellen, pastellfarbenen statt eines weißen Hintergrunds hinter schwarzem Text, um einen ausreichenden aber nicht extremen Kontrast zu schaffen (zukünftiger Link)

  • Erstellung von Icons, indem einfache Strichzeichnungen benutzt werden, die den Kontrastregelungen für Text entsprechen (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines ausreichenden Farbkontrastes in Diagrammen und Schaubildern (zukünftiger Link)

  • Benutzung eines Kontrastverhältnisses von 3:1 oder höher als Standarddarstellung (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines ausreichenden Farbkontrastes für leere Textfelder (zukünftiger Link)

Schlüsselbegriffe

Kontrastverhältnis (contrast ratio)

(L1 + 0.05) / (L2 + 0.05), wobei

Anmerkung 1: Kontrastverhältnisse können von 1 bis 21 reichen (üblicherweise geschrieben als 1:1 bis 21:1).

Anmerkung 2: Da Autoren keine Kontrolle über die Einstellungen der Benutzer haben, wie Text gerendert wird (zum Beispiel Schrift- oder Kantenglättung), kann das Kontrastverhältnis evaluiert werden, wenn Kantenglättung abgeschaltet ist.

Anmerkung 3: Im Kontext von Erfolgskriterium 1.4.3 und 1.4.6 wird der Kontrast in Bezug auf den spezifizierten Hintergrund gemessen, über dem der Text bei normalem Gebrauch gerendert wird. Wenn keine Hintergrundfarbe festgelegt ist, dann wird weiß angenommen.

Anmerkung 4: Die Hintergrundfarbe ist die festgelegte Farbe des Inhalts, über dem Text bei normalem Gebrauch gerendert werden soll. Es ist ein Fehler, wenn keine Hintergrundfarbe festgelegt ist, während die Textfarbe angegeben ist, da die Standardeinstellung der Hintergrundfarbe des Benutzers unbekannt ist und nicht nach ausreichendem Kontrast beurteilt werden kann. Aus dem gleichen Grund ist es ein Fehler, wenn keine Textfarbe, aber eine Hintergrundfarbe festgelegt wurde.

Anmerkung 5: Wenn Buchstaben einen Rahmen haben, dann kann dieser Rahmen den Kontrast erhöhen und würde benutzt, um den Kontrast zwischen Buchstabe und Hintergrund zu berechnen. Ein schmaler Rahmen um den Buchstaben würde als Buchstabe benutzt. Ein breiter Rahmen um den Buchstaben, der die inneren Details der Buchstaben ausfüllt, fungiert als Hof (halo) und würde als Hintergrund betrachtet.

Anmerkung 6: Die WCAG-Konformität sollte für im Inhalt festgelegte Farbpaare, von denen der Autor erwartet, dass sie in einer typischen Präsentation nebeneinander liegen, evaluiert werden. Autoren müssen keine ungewöhnlichen Präsentationen in Betracht ziehen wie zum Beispiel vom Benutzeragenten gemachte Farbänderungen, außer sie werden durch den Code des Autors verursacht.

Bild eines Textes (image of text)

Text, der in einer Nicht-Text-Form (z.B. einem Bild) gerendert wurde, um einen bestimmten visuellen Effekt zu erzielen.

Anmerkung: Dies beinhaltet keinen Text, der Teil eines Bildes ist, das signifikanten anderen visuellen Inhalt enthält.

Beispiel: Der Name einer Person auf einem Namensschild auf einem Foto.

Großer Text (large scale (text))

Mit mindestens 18 Punkt oder 14 Punkt fett oder einer Schriftgröße, die eine äquivalente Größe für chinesische, japanische und koreanische (CJK) Schriftarten ergeben würde.

Anmerkung 1: Schriftarten mit außergewöhnlich dünnen Strichen oder ungewöhnlichen Merkmalen und charakteristischen Eigenschaften, welche die Vertrautheit mit ihren Buchstabenformen reduzieren, sind schwerer zu lesen, insbesondere bei geringeren Kontrasten.

Anmerkung 2: Die Schriftgröße ist die Größe zum Zeitpunkt der Auslieferung des Inhalts. Sie beinhaltet keine Größenänderung, die der Benutzer durchführen könnte.

Anmerkung 3: Die tatsächliche Größe eines Buchstaben, den der Benutzer sieht, hängt sowohl von der vom Autor definierten Größe als auch von dem Bildschirm des Benutzers oder den Einstellungen des Benutzeragenten ab. . Für viele gängige Fließtext-Schriftarten sind 14 und 18 Punkt grob äquivalent zu 1.2 und 1.5 em oder zu 120 % oder 150 % der Standardgröße für Fließtext (unter der Annahme, dass die Fließtext-Schriftart 100 % ist). Autoren müssen dies aber für die tatsächlich genutzte Schriftart prüfen. Wenn Schriftarten in relativen Einheiten definiert sind, dann wird die tatsächliche Punktgröße vom Benutzeragenten für die Darstellung berechnet. Wenn man dieses Erfolgskriterium evaluiert, dann sollte man die Punktgröße vom Benutzeragenten erhalten oder man sollte sie, basierend auf der Metrik der Schriftart, berechnen, wie dies ein Benutzeragent macht. Benutzer mit einer Sehbehinderung sind verantwortlich für die Auswahl geeigneter Einstellungen.

Anmerkung 4: Wird Text ohne die Angabe einer Schriftgröße benutzt, dann wäre die kleinste von verbreiteten Browsern benutzte Schriftgröße für unspezifizierten Text eine vernünftigerweise anzunehmende Größe für die Schriftart. Wenn eine Überschrift erster Ebene in verbreiteten Browsern in 14 Punkt fett oder größer gerendert wird, dann wäre es vernünftig anzunehmen, dass es sich um großen Text handelt. Die relative Skalierung kann aus der Standardgröße auf eine ähnliche Art berechnet werden.

Anmerkung 5: Die 18- und 14-Punkt-Größen für Text im Normalschnitt werden von der minimalen Größe für Großschrift (14 Punkt) und der größeren Standardgröße (18 Punkt) abgeleitet. Für andere Schriftarten, wie zum Beispiel CJK-Sprachen, wären die „äquivalenten“ Größen die minimale Großschriftgröße, die für diese Sprachen benutzt wird, sowie die nächst größere Standard-Großschriftgröße.

Reine Dekoration (pure decoration)

Dient nur einem ästhetischen Zweck, stellt keine Informationen bereit und hat keine Funktionalität.

Anmerkung: Text ist nur rein dekorativ, wenn die Wörter umgestellt oder ersetzt werden können, ohne dass der Zweck verändert wird.

Beispiel: Auf der Titelseite eines Wörterbuchs stehen beliebige Wörter in einem sehr hellen Text im Hintergrund.

Text

Eine Abfolge von Zeichen, die durch Software bestimmt werden kann, wobei die Abfolge etwas in menschlicher Sprache ausdrückt.

Bestandteil der Benutzerschnittstelle (user interface component)

Ein Teil des Inhalts, der von den Benutzern als einzelnes Steuerelement für eine bestimmte Funktion wahrgenommen wird.

Anmerkung 1: Mehrere Bestandteile der Benutzerschnittstelle können als einzelnes programmtechnisches Element implementiert sein. In dem Zusammenhang ist das Wort „Bestandteil“ nicht an Programmiertechniken gebunden, sondern an das, was Benutzer als unterschiedliche Steuerelemente wahrnehmen.

Anmerkung 2: Bestandteile der Benutzerschnittstelle beinhalten sowohl Formularelemente und Links als auch Bestandteile, die von Skripten generiert werden.

Beispiel: Ein Applet hat ein „Steuerelement“, das dazu benutzt werden kann, sich Zeile für Zeile, Seite für Seite oder zufällig durch Inhalt zu bewegen. Da jede dieser Möglichkeiten einen Namen hat und unabhängig voneinander einzustellen sein müsste, wäre jede einzelne Möglichkeit ein „Bestandteil der Benutzerschnittstelle.“


Leiser oder kein Hintergrund-Audioinhalt:
Erfolgskriterium 1.4.7 verstehen

1.4.7 Leiser oder kein Hintergrund-Audioinhalt: Für aufgezeichneten, reinen Audioinhalt, der (1) hauptsächlich Sprache im Vordergrund enthält, (2) kein Audio-CAPTCHA oder ein Audio-Logo ist und (3) bei dem es sich nicht um eine Vokalisierung handelt, die hauptsächlich als musikalischer Ausdruck bestimmt ist wie beispielsweise Singen oder Rappen, gilt mindestens eines der Folgenden: (Stufe AAA)

  • Kein Hintergrund: Der Audioinhalt enthält keine Hintergrundgeräusche.

  • Abschalten: Die Hintergrundgeräusche können abgeschaltet werden.

  • 20 dB: Die Hintergrundgeräusche sind mindestens 20 Dezibel leiser als der Sprachinhalt im Vordergrund mit der Ausnahme von gelegentlichen Geräuschen, die nur 1 oder 2 Sekunden andauern.

    Anmerkung: Gemäß der Definition von "Dezibel" sind Hintergrundgeräusche, die diese Anforderung erfüllen, ungefähr viermal so leise wie der Sprachinhalt im Vordergrund.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass alle nicht-sprachlichen Geräusche leise genug sind, damit ein Benutzer, der schwerhörig ist, die Sprache von den Hintergrundgeräuschen oder von anderen Störgeräuschen in Vordergrund-Sprachinhalten trennen kann.

Der Wert 20 dB wurde basierend auf „Large area assistive listening systems (ALS): Review and recommendations [LAALS]“ und “In-the-ear measurements of interference in hearing aids from digital wireless telephones [HEARING-AID-INT]“ gewählt

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.4.7

  • Menschen, die schwerhörig sind, haben oft große Schwierigkeiten damit, Sprache von Hintergrundgeräuschen zu trennen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.4.7

(derzeit keine dokumentiert)

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.4.7 - Leiser oder kein Hintergrund-Audioinhalt

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.4.7

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Bereitstellung einer Möglichkeit für Benutzer, die Geräuschpegel von Vorder- und Hintergrundgeräuschen unabhängig voneinander einzustellen (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer Audiospur für synchronisierte Medien, die Hintergrundgeräusche enthält, die mindestens 20 Dezibel leiser sind als Sprache (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.4.7

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.4.7 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

CAPTCHA

Initialwort für „Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart“

Anmerkung 1: CAPTCHA-Tests beinhalten oft die Aufforderung an den Benutzer, Text einzugeben, der in einem undeutlichen Bild angezeigt oder als verzerrte Audiodatei ausgegeben wird.

Anmerkung 2: Ein Turing-Test ist jedes System von Tests, das dazu entwickelt wurde, Menschen von einem Computer zu unterscheiden. Es wurde nach dem berühmten Computer-Wissenschaftler Alan Turing benannt. Der Begriff wurde von Forschern an der Carnegie Mellon University geprägt. [CAPTCHA]

Reiner Audioinhalt

Eine zeitbasierte Präsentation, die nur Audio (kein Video und keine Interaktion) enthält.

Aufgezeichnet (prerecorded)

Informationen, die nicht live sind.


Visuelle Präsentation:
Erfolgskriterium 1.4.8 verstehen

1.4.8 Visuelle Präsentation: Für die visuelle Präsentation von Textblöcken gibt es einen Mechanismus, um das Folgende zu erreichen: (Stufe AAA)

  1. Vorder- und Hintergrundfarben können vom Benutzer ausgewählt werden.

  2. Die Breite beträgt nicht mehr als 80 Zeichen oder Glyphen (40 wenn es sich um CJK handelt).

  3. Text ist nicht im Blocksatz ausgerichtet (sowohl links- als auch rechtsbündig ausgerichtet).

  4. Der Zeilenabstand (Durchschuss) ist mindestens 1,5-fach innerhalb von Paragraphen und der Paragraphenabstand ist mindestens 1,5-fach so groß wie der Zeilenabstand.

  5. Die Textgröße kann ohne assistierende Technik bis auf 200 Prozent skaliert werden und zwar so, dass der Leser nicht horizontal scrollen muss, um eine Textzeile in einem bildschirmfüllenden Fenster zu lesen.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass visuell gerenderter Text auf eine solche Art und Weise präsentiert wird, dass er wahrgenommen werden kann, ohne dass sein Layout seine Lesbarkeit beeinträchtigt. Menschen mit einigen kognitiven, Sprach- oder Lernbehinderungen und mache Benutzer mit geringem Sehvermögen können den Text nicht wahrnehmen und/oder die Lesestelle verlieren, wenn der Text auf eine Art und Weise präsentiert wird, die für sie schwierig zu lesen ist.

Menschen mit einigen visuellen oder kognitiven Behinderungen müssen in der Lage sein, die Farbe des Textes und die Farbe des Hintergrunds auszuwählen. Manchmal wählen sie Kombinationen, die für jemanden ohne diese Behinderung nicht intuitiv erscheinen. Manchmal haben diese Kombinationen einen sehr geringen Kontrast. Manchmal sind nur sehr bestimmte Farbkombinationen für sie in Ordnung . Die Steuerung von Farbe und von anderen Aspekten der Textdarstellung bedeuten einen großen Unterschied für ihr Verständnis.

Für manche Menschen mit einigen Lese- oder Sehbehinderungen können lange Textzeilen zu einer signifikanten Barriere werden. Sie haben Schwierigkeiten damit, an der richtigen Stelle zu bleiben und dem Textfluss zu folgen. Ein schmalerer Textblock erleichtert es ihnen, zur nächsten Zeile in einem Block zu gehen. Zeilen sollten 80 Zeichen oder Glyphen (40 wenn es sich um CJK handelt) nicht überschreiten, in Fällen, in denen Glyphen das Element des Schreibens im Schreibsystem für den Text sind.. Studien haben gezeigt, dass chinesische, japanische und koreanische (CJK) Zeichen ungefähr doppelt so breit sind wie nicht-CJK-Zeichen, wenn beide Arten der Zeichen mit Charakteristika angezeigt werden, die die gleiche Lesbarkeit erreichen; daher ist die maximale Zeilenbreite für CJK-Zeichen halb so groß wie die für Nicht-CJK-Zeichen.

Menschen mit einigen kognitiven Behinderungen finden es schwierig, dem Text zu folgen, wenn die Zeilen eng beieinander sind. Die Bereitstellung von zusätzlichem Platz zwischen Zeilen und Absätzen ermöglicht es ihnen, der nächsten Zeile besser zu folgen und zu erkennen, wenn sie das Ende eines Absatzes erreicht haben. Es ist am besten, wenn es mehrere verschiedene Optionen gibt, zum Beispiel 1,5-facher und doppelter Abstand beim Zeilenabstand. Mit 1,5-fach innerhalb von Absätzen meinen wir, dass das obere Ende einer Zeile 150% weiter vom oberen Ende der darunter stehenden Zeile entfernt ist als der Fall wäre, wenn der Text einen 'einfachen Zeilenabstand' hätte (der Standard-Abstand für die Schriftart). Mit Absatzabstand, der 1,5-mal größer ist als der Zeilenabstand, meinen wir, dass der Abstand vom oberen Ende der letzten Zeile eines Absatzes 250% weiter vom oberen Ende der ersten Zeile des nächsten Absatzes entfernt ist (d.h. dass es zwischen den beiden Absätzen eine Leerzeile gibt, die 150% der Leerzeile mit einfachem Abstand ist).

Menschen mit bestimmten kognitiven Behinderungen haben Probleme damit, Text zu lesen, der sowohl linksbündig als auch rechtsbündig ausgerichtet ist. Der ungleiche Abstand zwischen Worten in Text, der im Blocksatz ausgerichtet ist, kann dazu führen, dass „rivers of white“ die Seite hinunter fließen, so dass das Lesen schwierig und in manchen Fällen unmöglich wird. Die bündige Ausrichtung von Text kann auch dazu führen, dass Worte so eng beieinander stehen, dass es für diese Benutzer schwierig ist, Wortgrenzen auszumachen.

Die Vorschrift zur Größenänderung stellt sicher, dass visuell gerenderter Text (Textzeichen, die angezeigt werden, so dass man sie sehen kann [versus Text-Zeichen, die noch in Datenform sind wie zum Beispiel ASCII]) erfolgreich skaliert werden kann, ohne dass der Benutzer nach links und rechts scrollen muss, um den gesamten Inhalt zu sehen. Wenn der Inhalt so verfasst wurde, dass dies möglich ist, dann sagt man, dass der Inhalt neu umbricht. Dies erlaubt es Menschen mit geringem Sehvermögen und Menschen mit kognitiven Behinderungen die Textgröße zu vergrößern ohne dass sie die Orientierung verlieren.

Die Skalierung von Inhalten ist hauptsächlich Aufgabe des Benutzeragenten. Benutzeragenten, die UAAG 1.0 Checkpoint 4.1 erfüllen, ermöglichen es Benutzern, die Textskalierung zu konfigurieren. Es liegt im Verantwortungsbereich des Autoren, Webinhalte zu erstellen, die eine Skalierung durch den Benutzeragenten nicht verhindern und die es ermöglichen, dass der Inhalt innerhalb der aktuellen Breite des Ansichtsfensters neu umbricht. Lesen sie Erfolgskriterium 1.4.4 verstehen - Textgröße ändern für weitere Diskussionen zur Größenänderung von Text.

Die Bedingung zum horizontalen Scrollen ist nicht für die Anwendung bei Geräten mit kleinem Bildschirm gedacht, wo lange Worte möglicherweise in einer einzigen Zeile angezeigt werden und von Benutzer verlangen, horizontal zu scrollen. Zum Zweck dieser Bedingung sollten Autoren sicherstellen, dass Inhalte diese Bedingung auf Standard-Desktop-/Laptop-Bildschirmen mit maximiertem Browserfenster erfüllen. Da Menschen ihre Computer normalerweise mehrere Jahre behalten, ist es am Besten, sich nicht auf die Auflösung der neuesten Desktop/Laptop-Bildschirme zu verlassen, sondern die Auflösung der üblichen Desktop-/Laptop-Bildschirme der letzten Jahre in Betracht zu ziehen, wenn man diese Einschätzung macht.

Ein Zeilenumbruch sollte immer möglich sein, sofern Worte nicht so lang sind, dass ein einziges Wort mehr als Hälfte der Breite eines gesamten Bildschirms einnimmt. Sehr lange URIs laufen möglicherweise an der Seite eines vergrößerten Bildschirms hinaus, aber sie würden nicht als Text zum „lesen“ betrachtet und würden daher diese Bestimmung nicht verletzen.

Diese Bestimmung bedeutet nicht, dass ein Benutzer niemals horizontal scrollen muss. Sie bedeutet nur, dass Benutzer nicht horizontal hin- und herscrollen müssen, um eine Textzeile zu lesen. Wenn zum Beispiel eine Seite aus zwei gleich großen Textspalten bestehen würde, dann würde sie automatisch diese Bestimmung erfüllen. Das Vergrößern der Seite würde bedeuten, dass die erste Spalte komplett auf dem Bildschirm ist und der Benutzer einfach nur vertikal die Seite hinunter scrollen könnte, um diese zu lesen. Um die zwei Spalte zu lesen, müsste er horizontal nach rechts scrollen, wobei die rechte Spalte dann komplett in die Breite des Bildschirms passen würde, und dann die Spalte ohne weiteres horizontales scrollen lesen. .

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.4.8

Dieses Erfolgskriterium hilft Benutzern mit geringem Sehvermögen, indem man sie den Text ohne ablenkende Darstellungsmerkmale sehen lässt . Es lässt sie Text auf Arten konfigurieren, die für sie einfacher zu sehen sind, indem man sie die Farbe und Größe von Textblöcken steuern lässt.

Dieses Erfolgskriterium hilft Menschen mit kognitiven, Sprach- und Lernbehinderungen dabei, Text wahrzunehmen und ihre Position innerhalb von Textblöcken nachzuvollziehen.

  • Menschen mit einigen kognitiven Behinderungen können Text besser lesen, wenn sie ihre eigenen Kombinationen aus Vorder- und Hintergrundfarbe auswählen.

  • Menschen mit einigen kognitiven Behinderungen können ihre Position leichter nachvollziehen, wenn Textblöcke schmal sind und wenn sie den Platz zwischen Zeilen und Absätzen konfigurieren können.

  • Menschen mit einigen kognitiven Behinderungen können Text leichter lesen, wenn der Abstand zwischen Worten gleichmäßig ist.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.4.8

Die folgenden Bilder zeigen Textbeispiele mit einfachem, 1,5-fachem und doppeltem Zeilenabstand in einem Absatz.

Textbeispiel mit einfachem Zeilenabstand. (kein Abstand zwischen den einzelnen Textzeilen)Textbeispiel mit 1,5-fachem Zeilenabstand. (ein Abstand, der gleich der Hälfte der Höhe einer Textzeile ist)Textbeispiel mit doppeltem Zeilenabstand. (ein Abstand zwischen den einzelnen Zeilen, der gleich der Höhe einer Textzeile ist)

Beispiele von Glyphen beinhalten „A“, „→“ (ein Pfeilsymbol) und „さ“ (ein japanisches Zeichen).

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.4.8 - Visuelle Präsentation

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Da dies ein mehrteiliges Erfolgskriterium ist, müssen Sie einen der nummerierten Punkte für jede der unten aufgeführten Bedingungen erfüllen.

Erste Bedingung: Techniken, um sicherzustellen, dass Benutzer Vorder- und Hintergrundfarbe auswählen können
  1. C23: Festlegung der Text- und Hintergrundfarbe von zweitrangigen Inhalten wie Banner, Funktionen und Navigation in CSS während Text- und Hintergrundfarbe des primären Inhalts nicht festgelegt werden (CSS) ODER

  2. C25: Festlegung von Rahmen und Layout in CSS, um Bereiche einer Webseite zu umreißen während Text- und Texthintergrundfarbe nicht festgelegt werden (CSS) ODER

  3. G156: Benutzung einer Technik, die allgemein verfügbare Benutzeragenten hat, welche den Vorder- und Hintergrund von Textblöcken ändern kann ODER

  4. G148: Keine Festlegung von Hintergrundfarbe, Textfarbe und keine Benutzung von Technikfunktionen, die diese Standardeinstellungen ändern ODER

  5. G175: Bereitstellung eines mehrfarbigen Auswahlwerkzeugs auf der Seite für Vorder- und Hintergrundfarben

Zweite Bedingung: Techniken um sicherzustellen, dass die Breite nicht mehr als 80 Zeichen oder Glyphen (40 bei CJK) beträgt
  1. H87: Keine störende Auswirkung auf den Umbruch des Textes im Benutzeragenten, wenn das Ansichtsfenster schmaler gemacht wird (HTML) oder

  2. C20: Benutzung von relativen Maßen, um Spaltenbreiten festzulegen, so dass Zeilen durchschnittlich 80 Zeichen oder weniger haben, wenn der Browser in der Größe verändert wird (CSS)

Dritte Bedingung: Techniken um sicherzustellen, dass Text nicht im Blocksatz ausgerichtet ist (sowohl links- als auch rechtsbündig ausgerichtet)
  1. C19: Festlegung von entweder rechts- ODER linksbündiger Ausrichtung in CSS (CSS) ODER

  2. G172: Bereitstellung eines Mechanismus, um die Ausrichtung eines Textes im Blocksatz zu entfernen ODER

  3. G169: Ausrichtung eines Textes zu nur einer Seite

Vierte Bedingung: Techniken, um sicherzustellen, dass der Zeilenabstand (Durchschuss) mindestens 1,5-fach innerhalb von Paragraphen ist und der Paragraphenabstand mindestens 1,5-fach so groß wie der Zeilenabstand ist
  1. G188: Bereitstellung einer Schaltfläche auf der Seite, um Zeilen- und Paragraphenabstände zu vergrößern ODER

  2. C21: Festlegung des Zeilenabstands in CSS (CSS)

Fünfte Bedingung: Techniken um sicherzustellen, dass die Textgröße ohne assistierende Techniken auf bis zu 200 Prozent skaliert werden kann und zwar so, dass der Leser nicht horizontal scrollen muss, um eine Textzeile in einem bildschirmfüllenden Fenster zu lesen
  1. Keine störende Auswirkung auf den Umbruch des Textes im Benutzeragenten, wenn das Ansichtsfenster schmaler gemacht wird (allgemeiner, zukünftiger Link) ODER

  2. G146: Benutzung eines fließenden Layouts UND Benutzung von Maßen, die relativ zu anderen Maßen im Inhalt sind, indem eine oder mehrere der folgenden Techniken benutzt werden:

  3. C26: Bereitstellung von Optionen innerhalb des Inhalts, um zu einem Layout zu wechseln, bei dem der Benutzer nicht horizontal scrollen muss, um eine Zeile Text zu lesen (CSS)

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.4.8

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Benutzung eines Hover-Effekts, um einen Paragraphen, Listenelemente oder Tabellenzellen hervorzuheben (CSS) (zukünftiger Link)

  • Darstellung des Textes in einer serifenlosen Schriftart oder Bereitstellung eines Mechanismus, um dies zu erreichen (CSS) (zukünftiger Link)

  • Benutzung von vertikalen Listen (mit Aufzählungszeichen oder nummeriert) anstelle von Listen innerhalb des Textes (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Groß- und Kleinschreibung gemäß der Rechtschreibkonventionen der Textsprache (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung großer Schriftgrößen als Standard (zukünftiger Link)

  • Vermeidung der Benutzung von Text in Rasterbildern (zukünftiger Link)

  • Vermeiden, dass Schriftgrößen kleiner skaliert werden, als die Standardeinstellung des Benutzeragenten (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung von ausreichendem Zwischenraum zwischen Spalten (zukünftiger Link)

  • Vermeidung von zentriertem Text (zukünftiger Link)

  • Vermeidung großer Mengen an kursivem Text (zukünftiger Link)

  • Vermeidung übermäßiger Nutzung von unterschiedlichen Schriftschnitten auf einzelnen Seiten und auf Sites (zukünftiger Link)

  • Links visuell eindeutig machen (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung von erweiterbaren Aufzählungszeichen (zukünftiger Link)

  • Aufzählungspunkte anzeigen / verstecken (zukünftiger Link)

  • em-Leerzeichen oder zwei Leerzeichen hinter Sätze stellen (zukünftiger Link)

Schlüsselbegriffe

Textblöcke (blocks of text)

Text mit mehr als einem Satz

Mechanismus (mechanism)

Prozess oder Technik, um ein Ergebnis zu erzielen.

Anmerkung 1: Der Mechanismus kann explizit im Inhalt bereitgestellt werden oder man verlässt sich darauf, dass er entweder von der Plattform oder dem Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken bereitgestellt wird.

Anmerkung 2: Der Mechanismus muss alle Erfolgskriterien für die angegebene Konformitätsstufe erfüllen.

In einem bildschirmfüllenden Fenster (on a full-screen window)

Auf dem Desktop-/Laptop-Bildschirm der gängigsten Größe mit maximiertem Viewport.

Anmerkung: Da Menschen ihre Computer normalerweise mehrere Jahre behalten, ist es am Besten, sich nicht auf die Auflösung der neuesten Desktop/Laptop-Bildschirme zu verlassen, sondern die Auflösung der üblichen Desktop-/Laptop-Bildschirme der letzten Jahre in Betracht zu ziehen, wenn man diese Einschätzung macht.


Bilder eines Textes (keine Ausnahme):
Erfolgskriterium 1.4.9 verstehen

1.4.9 Bilder eines Textes (keine Ausnahme): Bilder eines Textes werden nur rein dekorativ benutzt oder dann, wenn eine bestimmte Präsentation von Text unentbehrlich für die zu vermittelnden Informationen ist. (Stufe AAA)

Anmerkung: Wortbildmarken (Text, der Teil eines Logos oder Markennamens ist) werden als unentbehrlich betrachtet.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Menschen, die eine bestimmte visuelle Darstellung benötigen, dazu in die Lage zu versetzen, die Darstellung von Text wie erforderlich anpassen zu können. Dies beinhaltet Menschen, die Text in einer bestimmten Schriftgröße benötigen, mit einer bestimmten Vorder- und Hintergrundfarbe, in einer bestimmten Schriftenfamilie, mit einem bestimmten Zeilenabstand oder einer bestimmten Ausrichtung.

Dies bedeutet, dass Text auf eine Art implementiert wird, die es erlaubt, dass dessen Darstellung geändert wird oder indem ein Mechanismus bereitgestellt wird, durch den der Benutzer eine alternative Darstellung auswählen kann. Die Benutzung von Bildern eines Textes ist ein Beispiel für eine Implementierung, die es Benutzern nicht erlaubt, die darin enthaltene Darstellung von Text zu verändern.

In manchen Situationen ist eine bestimmte visuelle Darstellung des Textes unentbehrlich für die vermittelten Informationen. Dies bedeutet, dass Informationen ohne diese bestimmte visuelle Darstellung verloren gehen würden. In diesem Fall ist die Implementierung des Textes auf eine Art, die eine Änderung dessen Darstellung erlaubt, nicht vorgeschrieben. Dies beinhaltet Text, der einen bestimmten visuellen Aspekt des Textes demonstriert, wie zum Beispiel eine bestimmte Schriftenfamilie oder Text, der eine Identität vermittelt, wie beispielsweise Text innerhalb eines Firmenlogos.

Text, der dekorativ ist, muss nicht auf eine Art implementiert werden, die eine Änderung dessen Darstellung erlaubt.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.4.9

  • Menschen mit geringem Sehvermögen (die möglicherweise Schwierigkeiten damit haben, den Text mit der vom Autor vorgegebenen Schriftenfamilie, Größe und/oder Farbe zu lesen).

  • Menschen mit Problemen bei der visuellen Spurhaltung (die möglicherweise Schwierigkeiten damit haben, den Text mit dem vom Autor vorgegebenen Zeilenabstand und/oder Ausrichtung zu lesen).

  • Menschen mit kognitiven Behinderung, die das Lesen beeinträchtigen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.4.9

  • Ein Zitat

    Eine Webseite enthält ein Zitat. Das Zitat selber wird als kursiver Text dargestellt, eingerückt vom linken Rand. Der Name der Person, der dieses Zitat zugeschrieben wird, steht unterhalb des Zitats mit 1,5-fachem Zeilenabstand und weiter eingerückt vom linken Rand. CSS wird benutzt, um den Text zu positionieren, um den Abstand zwischen den Zeilen festzulegen, und auch um die Schriftenfamilie, Größe, Farbe und Gestaltung (decoration) des Textes anzuzeigen.

  • Navigationselemente

    Eine Webseite enthält ein Menü mit Navigationslinks, die sowohl ein Symbol als auch einen Text haben, um ihr Ziel zu beschreiben. CSS wird benutzt, um sowohl die Schriftenfamilie, Größe, Vorder- und Hintergrundfarben des Textes anzuzeigen, als auch den Zeilenabstand zwischen den Navigationslinks.

  • Eine Logo, das Text enthält

    Eine Website enthält das Logo der Organisation in der oberen linken Ecke jeder Webseite. Das Logo enthält den Firmenschriftzug (Text als Teil des Logos oder als gesamtes Logo). Die visuelle Darstellung des Textes ist wesentlich für die Identität des Logos und es wird als gif-Bild, das keine Änderung der Text-Charakteristika erlaubt, eingefügt. Das Bild hat eine Textalternative.

  • Darstellung einer Schriftenfamilie

    Eine Webseite enthält Informationen zu einer bestimmten Schriftenfamilie. Das Ersetzen der Schriftenfamilie mit einer anderen Schriftart würde den Zweck der Darstellung zunichte machen. Die Darstellung wird als jpeg-Bild, das keine Änderung der Text-Charakteristika erlaubt, eingefügt. Das Bild hat eine Textalternative.

  • Die Darstellung eines Briefes

    Eine Webseite enthält die Darstellung eines Originalbriefes. Die Abbildung des Briefes in seinem Originalformat ist wesentlich für die Informationen, die über den Zeitraum, in dem er geschrieben wurde, vermittelt werden. Der Brief wird als gif-Bild, das keine Änderung der Text-Charakteristika erlaubt, eingefügt. Das Bild hat eine Textalternative.

  • Symbolische Textbuchstaben

    Ein Formular erlaubt es Benutzer, Textblöcke einzugeben. Das Formular stelle eine Reihe an Schaltflächen zur Verfügung, einschließlich Funktionen, um den Text zu formatieren und die Rechtschreibung zu überprüfen. Einige der Schaltflächen benutzen Textbuchstaben, die keine Abfolge bilden, die etwas in menschlicher Sprache ausdrückt. Zum Beispiel „B“, um das Schriftgewicht zu vergrößern, „I“, um Text kursiv zu machen und „ABC“, um die Rechtschreibung zu überprüfen. Die symbolischen Textbuchstaben werden als gif-Bilder, die keine Änderung der Text-Charakteristika erlauben, eingefügt. Die Schaltflächen haben Textalternativen.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.4.9 - Bilder eines Textes (keine Ausnahme)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.4.9

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Allgemeine Techniken für nicht-dekorative Inhalte
  • Benutzung von server-seitigen Scripts, um Bilder eines Text in ihrer Größe zu verändern (zukünftiger Link)

CSS-Techniken

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.4.9

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.4.9 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Unentbehrlich (essential)

Wenn dies entfernt würde, würde die Information oder Funktionalität des Inhalts grundlegend verändert, und Information und Funktionalität können nicht auf andere konforme Art und Weise erreicht werden.

Bild eines Textes (image of text)

Text, der in einer Nicht-Text-Form (z.B. einem Bild) gerendert wurde, um einen bestimmten visuellen Effekt zu erzielen.

Anmerkung: Dies beinhaltet keinen Text, der Teil eines Bildes ist, das signifikanten anderen visuellen Inhalt enthält.

Beispiel: Der Name einer Person auf einem Namensschild auf einem Foto.

Reine Dekoration (pure decoration)

Dient nur einem ästhetischen Zweck, stellt keine Informationen bereit und hat keine Funktionalität.

Anmerkung: Text ist nur rein dekorativ, wenn die Wörter umgestellt oder ersetzt werden können, ohne dass der Zweck verändert wird.

Beispiel: Auf der Titelseite eines Wörterbuchs stehen beliebige Wörter in einem sehr hellen Text im Hintergrund.

Text

Eine Abfolge von Zeichen, die durch Software bestimmt werden kann, wobei die Abfolge etwas in menschlicher Sprache ausdrückt.


Per Tastatur zugänglich:
Richtlinie 2.1 verstehen

Richtlinie 2.1 Sorgen Sie dafür, dass alle Funktionalitäten per Tastatur zugänglich sind.

Absicht der Richtlinie 2.1

Wenn alle Funktionalitäten über die Benutzung einer Tastatur ausgeführt werden können, dann können diese durch Tastaturbenutzer, Spracheingabe (die eine Tastatureingabe erstellt), Maus (Benutzung von On-Screen-Tastaturen) und durch eine Vielzahl an assistierenden Techniken, die simulierte Tastenanschläge als Output erstellen, ausgeführt werden. Keine andere Eingabe-Form hat diese Flexibilität oder wird überall unterstützt und ist durch Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen bedienbar, sofern die Tastatureingabe nicht zeitabhängig ist.

Beachten Sie, dass die Bereitstellung der universellen Eingabe per Tastatur nicht bedeutet, dass andere Eingabearten nicht unterstützt werden sollten. Optimierte Spracheingabe, optimierte Maus-/Zeigegerät-Eingabe usw. sind auch gut. Der Schlüssel liegt darin, sowohl eine Tastatureingabe als auch ein Tastatur-Steuerelement bereitzustellen.

Einige Geräte haben keine nativen Tastaturen - zum Beispiel ein elektronischer Organizer oder Handy. Wenn diese Geräte allerdings eine Möglichkeit zum Browsen im Web haben, dann haben sie irgendeine Möglichkeit zur Generierung von Text oder „Tastenanschlägen“. Diese Richtlinie benutzt den Begriff „Tastaturschnittstelle“ um einzuräumen, dass Webinhalte durch Tastenanschläge gesteuert werden sollten, die von einer Tastatur, einem Tastatur-Emulator oder von anderer Hardware oder Software kommen können, die Tastatur- oder Texteingaben generieren.

Empfohlene Techniken für Richtlinie 2.1 (nicht erfolgskriterien-spezifisch)

Spezifische Techniken zur Erfüllung jedes Erfolgskriteriums für diese Richtlinie werden in den „Verstehen“-Abschnitten für jedes (unten aufgeführte) Erfolgskriterium aufgelistet. Wenn es allerdings Techniken gibt, um diese Richtlinie zu behandeln, die nicht unter eines der Erfolgskriterien fallen, dann sind diese hier aufgelistet. Diese Techniken sind nicht erforderlich oder ausreichend, um irgendein Erfolgskriterium zu erfüllen, können aber bestimmte Arten von Webinhalten für mehr Menschen barrierefreier machen.

  • Alle empfohlenen Techniken für diese Richtlinie beziehen sich auf bestimmte Erfolgskriterien.

Tastatur:
Erfolgskriterium 2.1.1 verstehen

2.1.1 Tastatur: Alle Funktionalitäten des Inhalts sind durch eine Tastaturschnittstelle bedienbar, ohne dass eine bestimmte Zeiteinteilung für einzelne Tastenanschläge erforderlich ist, außer wenn die zugrunde liegende Funktion Eingaben verlangt, die vom Pfad der Bewegung des Benutzers und nicht nur von den Endpunkten abhängig sind. (Stufe A)

Anmerkung 1: Diese Ausnahme bezieht sich auf die zugrunde liegende Funktion und nicht auf die Eingabetechnik. Zum Beispiel: Wenn man Handschrift benutzt, um Text einzugeben, dann verlangt die Eingabetechnik (Handschrift) Pfad-abhängige Eingaben, die zugrunde liegende Funktion (Texteingabe) verlangt dies aber nicht.

Anmerkung 2: Es ist nicht verboten noch sollte es Sie davon abhalten, eine Maus-Eingabe oder andere Eingabemethoden zusätzlich zur Tastaturbedienung zur Verfügung zu stellen.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass Inhalt, wann immer möglich, durch eine Tastatur oder eine Tastaturschnittstelle (so dass eine alternative Tastatur benutzt werden kann) bedient werden kann. Wenn Inhalt durch eine Tastatur oder eine alternative Tastatur bedient werden kann, dann ist er sowohl durch Menschen ohne Sehvermögen (die keine Geräte wie eine Maus benutzen können, die eine Auge-Hand-Korrdination erfordern) als auch durch Menschen, die alternative Tastaturen oder Eingabegeräte, die als Tastatur-Emulatoren fungieren, benutzen müssen, bedienbar. Tastatur-Emulatoren beinhalten Spracheingabe-Software, Saug- und Blassteuerungs-Software, On-Screen-Tastaturen, Scan-Software und eine Vielzahl assistierender Techniken und alternativer Tastaturen. Individuen mit geringem Sehvermögen haben möglicherweise auch Probleme damit, einem Zeiger zu folgen und finden die Benutzung von Software viel einfacher (oder nur dann möglich), wenn sie diese von der Tastatur aus steuern können.

Beispiele einer „bestimmten Zeiteinteilung für einzelne Tastenanschläge“ beinhalten Situationen, in denen von einem Benutzer verlangt würde, dass er mehrere Tastenanschläge innerhalb eines kurzen Zeitraums wiederholen oder ausführen müsste oder in denen eine Taste für einen längeren Zeitraum gedrückt gehalten werden muss, bevor der Tastenanschlag registriert wird.

Die Formulierung „außer wenn die zugrunde liegende Funktion Eingaben verlangt, die vom Pfad der Bewegung des Benutzers und nicht nur von den Endpunkten abhängig sind“ wurde hinzugefügt, um die Dinge zu separieren, die nicht auf vernünftige Art über eine Tastatur gesteuert werden können.

Die meisten Aktionen, die durch ein Zeigegerät ausgeführt werden, können auch von der Tastatur aus gesteuert werden (zum Beispiel klicken, auswählen, bewegen, Größenänderung). Es gibt allerdings eine kleine Kategorie an Eingaben, die mit einem Zeigegerät gemacht werden und die nicht von der Tastatur aus auf irgendeine bekannte Art gemacht werden können, ohne dass eine übermäßige Anzahl an Tastenanschlägen erforderlich wäre. Freihandzeichnen, Aquarellzeichnen und das Fliegen eines Hubschraubers durch eines Hinderniskurs sind alles Beispiele für Funktionen, die eine pfad-abhängige Eingabe benötigen. Das Zeichnen gerader Linien, gleichmäßiger geometrischer Formen die Größenänderung eines Fensters und das Ziehen von Objekten zu einem Ort (wenn der Pfad zu diesem Ort nicht relevant ist) erfordern keine pfad-abhängigen Eingaben.

Die Benutzung von MouseKeys würde dieses Erfolgskriterium nicht erfüllen, weil dies für die Anwendung kein Tastatur-Äquivalent ist; es ist ein Maus-Äquivalent (d.h. es sieht für die Anwendung aus wie eine Maus).

Es wird angenommen, dass das Design von Funktionen zur Eingabe durch den Benutzer berücksichtigt, dass Tastatur-Barrierefreiheitsfunktionen des Betriebssystems in Gebrauch sein können. Zum Beispiel könnte es sein, dass das „modifier key locking“ (das Feststellen der Sondertasten) angeschaltet ist. Inhalt funktioniert in einer solchen Umgebung weiterhin und schickt Events nicht ab, die mit dem „modifier key lock“ kollidieren und so unerwartete Ergebnisse produzieren würden.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 2.1.1

  • Menschen, die blind sind (die Geräte wie eine Maus, die eine Auge-Hand-Koordination erfordern, nicht benutzen können)

  • Menschen mit geringem Sehvermögen (die möglicherweise Schwierigkeiten damit haben, einen Zeiger auf dem Bildschirm zu finden oder zu verfolgen)

  • Manchen Menschen mit Hand-Tremor finden es sehr schwer, eine Maus zu benutzen und benutzen daher normalerweise eine Tastatur

Beispiele für Erfolgskriterium 2.1.1

  • Beispiel 1: Ein Zeichenprogramm.

    Ein Zeichenprogramm erlaubt es Benutzern per Tastatur Objekte zu erstellen, auszumessen, zu positionieren und zu drehen.

  • Beispiel 2: Eine Funktion zum ziehen und loslassen (drag-and-drop).

    Eine Anwendung, die ziehen und loslassen benutzt, unterstützt auch „ausschneiden“ und „einfügen“ oder Formularsteuerelemente, um Objekte zu bewegen.

  • Beispiel 3: Sich zwischen einzelnen Punkten bewegen und diese verbinden.

    Ein Punkte-verbinden-Programm erlaubt es dem Benutzer, sich zwischen den Punkten auf dem Bildschirm zu bewegen und die Leertaste zu benutzen, um den aktuellen Punkt mit dem vorhergehenden zu verbinden.

  • Beispiel 4: Ausnahme - Malprogramm.

    Ein Aquarell-Malprogramm geht als Ausnahme durch, da die Pinselstriche je nach Geschwindigkeit und Dauer der Bewegung variieren.

  • Beispiel 5: Ausnahme - Trainingssimulator für den Hubschrauber-Modellflug.

    Ein Trainingssimulator für den Hubschrauber-Modellflug geht als Ausnahme durch, weil es in der Natur der Sache liegt, dass ein Simulator das Echtzeit-Verhalten eines Modellhubschraubers unterrichtet.

  • Beispiel 6: Ein elektronischer Organizer mit einer optionalen Tastatur

    Ein elektronischer Organizer, der normalerweise über einen Eingabestift bedient wird, hat eine optionale Tastatur, die angeschlossen werden kann. Die Tastatur ermöglicht das uneingeschränkte, standardmäßige Browsen im Web. Der Webinhalt ist bedienbar, denn er wurde so gestaltet, dass er auch nur mit Zugriff per Tastatur funktioniert.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 2.1.1 - Tastatur

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 2.1.1

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Benutzung von XHTML role-, state- und value-Atrributen, wenn statische Elemente als interaktive Bestandteile der Benutzeroberfläche zu einem neuen Zweck genutzt werden (zukünftiger Link) UND SCR29: Hinzufügen von per Tastatur zugänglichen Interaktionen zu statischen HTML-Elementen (Scripting)

  • Bereitstellung von Tastaturkurzbefehlen zu wichtigen Links und Steuerelementen von Formularen (zukünftiger Link)

  • Benutzung einzigartiger Buchstabenkombinationen, um jeden Punkt einer Liste zu beginnen (zukünftiger Link)

  • Auswahl des abstraktesten Event Handlers (zukünftiger Link) (Scripting)

  • Benutzung des Events onactivate (zukünftiger Link) (Scripting)

  • Vermeiden Sie es, in Benutzeragenten gängige Tastaturbefehle für andere Zwecke zu benutzen (zukünftiger Link)

Schlüsselbegriffe

Funktionalität (functionality)

Prozesse und Ergebnisse, die durch Handlungen der Benutzer erreicht werden.

Tastaturschnittstelle (keyboard interface)

Schnittstelle, die von der Software benutzt wird, um Eingaben per Tastenanschlag zu erhalten.

Anmerkung 1: Eine Tastaturschnittstelle erlaubt es Benutzern, bei Programmen Eingaben per Tastenanschlag zu machen, auch wenn die native Technik keine Tastatur enthält.

Beispiel: Ein elektronischer Organizer mit berührungssensitivem Bildschirm hat sowohl eine in sein Betriebssystem eingebaute Tastaturschnittstelle, als auch einen Anschluss für externe Tastaturen. Anwendungen auf dem elektronischen Organizer können die Schnittstelle nutzen, um Tastatureingaben entweder von einer externen Tastatur oder von Anwendungen zu erhalten, die eine simulierte Tastatur-Ausgabe bereitstellen, wie zum Beispiel Schrifterkennungs- oder Spracheingabe-Anwendungen mit der Funktion, eine „Tastatur zu emulieren“.

Anmerkung 2: Bedienung der Anwendung (oder von Teilen der Anwendung) durch einen Tastatur-gesteuerten Maus-Emulator wie zum Beispiel MouseKeys qualifiziert sie nicht als Bedienung durch eine Tastaturschnittstelle, da die Bedienung des Programms durch eine Zeigewerkzeug-Schnittstelle und nicht durch die Tastaturschnittstelle stattfindet.


Keine Tastaturfalle:
Erfolgskriterium 2.1.2 verstehen

2.1.2 Keine Tastaturfalle: Wenn der Tastaturfokus durch eine Tastaturschnittstelle auf einen Bestandteil der Seite bewegt werden kann, dann kann der Fokus von diesem Bestandteil weg bewegt werden, indem man nur die Tastaturschnittstelle benutzt; wenn man dazu mehr als nicht modifizierte Pfeil- oder Tabulatortasten oder andere übliche Ausstiegsmethoden benutzen muss, dann wird der Benutzer über die Methode zum Bewegen des Fokus informiert. (Stufe A)

Anmerkung: Jeglicher Inhalt, der dieses Erfolgskriterium nicht erfüllt, kann die Möglichkeit eines Benutzers beeinträchtigen, die ganze Seite zu nutzen. Daher muss jeglicher Inhalt auf einer Webseite (egal ob er dazu benutzt wird, andere Erfolgskriterien zu erfüllen oder nicht) dieses Erfolgskriterium erfüllen. Lesen Sie Konformitätsbedingung 5: Nicht störend.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass Inhalte den Tastatur-Fokus innerhalb von Unterbereichen des Inhalts auf einer Webseite nicht „einschließen“. Dies ist ein gängiges Problem, wenn innerhalb einer Seite verschiedene Formate kombiniert werden und gerendert werden, indem Plug-Ins oder eingebettete Anwendungen benutzt werden.

Es mag Zeiten geben, in denen die Funktionalität der Webseite den Fokus auf einen Unterbereich des Inhalts beschränkt, solange der Benutzer weiß, wie man diesen Zustand verlässt und den Fokus „befreit“.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 2.1.2

  • Menschen, die auf eine Tastatur oder eine Tastaturschnittstelle angewiesen sind, um das Web zu benutzen, einschließlich Menschen, die blind sind und Menschen mit Körperbehinderungen.

Beispiele für Erfolgskriterium 2.1.2

  • Ein Kalender-Widget

    Ein Kalender-Widget erlaubt es Benutzern, Einträge zu ihrem Kalender hinzuzufügen, zu entfernen oder zu aktualisieren, indem sie die Tastatur benutzen. Die Steuerelemente in dem Widget sind Teil der Tab-Reihenfolge innerhalb der Webseite, so dass es Benutzern ermöglicht wird, per Tab-Taste sowohl durch die Steuerlemente in dem Widget zu navigieren als auch zu allen folgenden Links oder Steuerelementen zu gehen.

  • Ein Puzzle-Applet

    Sobald ein Benutzer per Tab in ein Applet geht, werden die weiteren Tabs und andere Tastenanschläge von dem Applet verarbeitet. Sowohl vor dem Applet als auch innerhalb des Applets selber werden Anweisungen bereitgestellt, in denen der Tastenanschlag, der benutzt wird, um das Applet zu verlassen, beschreiben wird.

  • Eine modale Dialogbox

    Eine Webanwendung öffnet eine Dialogbox. Unter dem Dialog gibt es zwei Schaltflächen, abbrechen und OK. Sobald der Dialog geöffnet wurde, ist der Fokus innerhalb des Dialogs gefangen; wenn man per Tab das letzte Steuerelement des Dialogs verlässt, dann wird der Fokus auf das erste Steuerelement im Dialog gesetzt. Der Dialog wird ausgeblendet, indem die Schaltfläche abbrechen oder OK aktiviert wird.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 2.1.2 - Keine Tastaturfalle

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

  1. G21: Sicherstellen, dass Benutzer nicht im Inhalt festsitzen

  2. FLASH17: Bereitstellung eines Zugangs per Tastatur auf ein Flash-Objekt und Vermeidung einer Tastatur-Falle

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 2.1.2

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

(derzeit keine dokumentiert)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 2.1.2

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 2.1.2 betrachtet werden.

Schlüsselbegriffe

Tastaturschnittstelle (keyboard interface)

Schnittstelle, die von der Software benutzt wird, um Eingaben per Tastenanschlag zu erhalten.

Anmerkung 1: Eine Tastaturschnittstelle erlaubt es Benutzern, bei Programmen Eingaben per Tastenanschlag zu machen, auch wenn die native Technik keine Tastatur enthält.

Beispiel: Ein elektronischer Organizer mit berührungssensitivem Bildschirm hat sowohl eine in sein Betriebssystem eingebaute Tastaturschnittstelle, als auch einen Anschluss für externe Tastaturen. Anwendungen auf dem elektronischen Organizer können die Schnittstelle nutzen, um Tastatureingaben entweder von einer externen Tastatur oder von Anwendungen zu erhalten, die eine simulierte Tastatur-Ausgabe bereitstellen, wie zum Beispiel Schrifterkennungs- oder Spracheingabe-Anwendungen mit der Funktion, eine „Tastatur zu emulieren“.

Anmerkung 2: Bedienung der Anwendung (oder von Teilen der Anwendung) durch einen Tastatur-gesteuerten Maus-Emulator wie zum Beispiel MouseKeys qualifiziert sie nicht als Bedienung durch eine Tastaturschnittstelle, da die Bedienung des Programms durch eine Zeigewerkzeug-Schnittstelle und nicht durch die Tastaturschnittstelle stattfindet.


Tastatur (keine Ausnahme):
Erfolgskriterium 2.1.3 verstehen

2.1.3 Tastatur (keine Ausnahme): Alle Funktionalitäten des Inhalts sind durch eine Tastaturschnittstelle bedienbar, ohne dass eine bestimmte Zeiteinteilung für einzelne Tastenanschläge erforderlich ist. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass sämtlicher Inhalt per Tastatur bedienbar ist. Dies ist das Gleiche wie in Erfolgskriterium 2.1.1, außer dass keine Ausnahmen erlaubt sind. Dies bedeutet nicht, dass Inhalte, bei denen die zugrundeliegende Funktion Eingaben erfordert, die vom Pfad der Bewegungen des Benutzers und nicht nur von den Endpunkten abhängig sind (dies fällt nicht unter die Anforderungen von 2.1.1) per Tastatur zugänglich gemacht werden müssen. Es bedeutet vielmehr, dass Inhalte, die analoge, zeit-abhängige Eingaben benutzen, nicht konform zu diesem Erfolgskriterium sein können und daher Richtlinie 2.1 nicht auf Stufe AAA erfüllen können.

Beispiele für Erfolgskriterium 2.1.3

(derzeit keine dokumentiert)

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 2.1.3 - Tastatur (keine Ausnahme)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

  1. Für dieses Erfolgskriterium gibt es keine weiteren Techniken. Folgen Sie den Techniken für Erfolgskriterium 2.1.1. Falls dies nicht möglich ist, weil eine analoge, zeitabhängige Eingabe erforderlich ist, dann ist es nicht möglich, dieses Erfolgskriterium der Stufe AAA zu erfüllen.

Schlüsselbegriffe

Funktionalität (functionality)

Prozesse und Ergebnisse, die durch Handlungen der Benutzer erreicht werden.

Tastaturschnittstelle (keyboard interface)

Schnittstelle, die von der Software benutzt wird, um Eingaben per Tastenanschlag zu erhalten.

Anmerkung 1: Eine Tastaturschnittstelle erlaubt es Benutzern, bei Programmen Eingaben per Tastenanschlag zu machen, auch wenn die native Technik keine Tastatur enthält.

Beispiel: Ein elektronischer Organizer mit berührungssensitivem Bildschirm hat sowohl eine in sein Betriebssystem eingebaute Tastaturschnittstelle, als auch einen Anschluss für externe Tastaturen. Anwendungen auf dem elektronischen Organizer können die Schnittstelle nutzen, um Tastatureingaben entweder von einer externen Tastatur oder von Anwendungen zu erhalten, die eine simulierte Tastatur-Ausgabe bereitstellen, wie zum Beispiel Schrifterkennungs- oder Spracheingabe-Anwendungen mit der Funktion, eine „Tastatur zu emulieren“.

Anmerkung 2: Bedienung der Anwendung (oder von Teilen der Anwendung) durch einen Tastatur-gesteuerten Maus-Emulator wie zum Beispiel MouseKeys qualifiziert sie nicht als Bedienung durch eine Tastaturschnittstelle, da die Bedienung des Programms durch eine Zeigewerkzeug-Schnittstelle und nicht durch die Tastaturschnittstelle stattfindet.


Ausreichend Zeit:
Richtlinie 2.2 verstehen

Richtlinie 2.2 Geben Sie den Benutzern ausreichend Zeit, Inhalte zu lesen und zu benutzen.

Absicht der Richtlinie 2.2

Viele Benutzer mit Behinderungen benötigen mehr Zeit als die Mehrheit der Benutzer, um Aufgaben zu erfüllen: es kann sein, dass sie länger brauchen, um physisch zu reagieren; es kann sein, dass sie länger brauchen, um Dinge zu lesen; es kann sein, dass sie ein verringertes Sehvermögen haben und länger brauchen, um Dinge zu finden oder diese zu lesen; oder es kann sein, dass sie über eine assistierende Technik, die mehr Zeit erfordert, auf Inhalte zugreifen. Diese Richtlinie konzentriert sich darauf sicherzustellen, dass Benutzer dazu in der Lage sind, die vom Inhalt verlangten Aufgaben in ihren eigenen, individuellen Reaktionszeiten fertigzustellen. Die primären Vorgehensweisen beschäftigen sich damit, Zeitbeschränkungen zu eliminieren oder Benutzern genügend zusätzliche Zeit zur Verfügung zu stellen, um es ihnen zu erlauben ermöglichen, ihre Aufgaben fertigzustellen. Für diejenigen Fälle, in denen dies nicht möglich ist, werden Ausnahmen zur Verfügung gestellt .

Empfohlene Techniken für Richtlinie 2.2 (nicht erfolgskriterien-spezifisch)

Spezifische Techniken zur Erfüllung jedes Erfolgskriteriums für diese Richtlinie werden in den „Verstehen“-Abschnitten für jedes (unten aufgeführte) Erfolgskriterium aufgelistet. Wenn es allerdings Techniken gibt, um diese Richtlinie zu behandeln, die nicht unter eines der Erfolgskriterien fallen, dann sind diese hier aufgelistet. Diese Techniken sind nicht erforderlich oder ausreichend, um irgendein Erfolgskriterium zu erfüllen, können aber bestimmte Arten von Webinhalten für mehr Menschen barrierefreier machen.

  • Alle empfohlenen Techniken für diese Richtlinie beziehen sich auf bestimmte Erfolgskriterien.

Zeiteinteilung anpassbar::
Erfolgskriterium 2.2.1 verstehen

2.2.1 Zeiteinteilung anpassbar: Für jede zeitliche Begrenzung, die vom Inhalt festgelegt wird, gilt mindestens eines der Folgenden: (Stufe A)

  • Abschalten: Der Benutzer kann die zeitliche Begrenzung abschalten, bevor er darauf trifft oder

  • Anpassen: Der Benutzer darf die zeitliche Begrenzung anpassen, bevor er darauf trifft, und zwar so weitreichend, dass es sich um die mindestens zehnfache Zeit der Standardeinstellung handelt oder

  • Ausweiten: Der Benutzer wird gewarnt, bevor die Zeit abläuft und bekommt mindestens 20 Sekunden Zeit, um die zeitliche Begrenzung mit einer einfachen Handlung auszuweiten (zum Beispiel: „Drücken Sie die Leertaste“) und der Benutzer darf die zeitliche Begrenzung mindestens 10 mal ausweiten oder

  • Echtzeit-Ausnahme: Die zeitliche Begrenzung ist ein erforderlicher Bestandteil eines Echtzeit-Ereignisses (zum Beispiel einer Auktion) und es gibt keine Alternative zur zeitlichen Begrenzung oder

  • Unentbehrliche Ausnahme: Die zeitliche Begrenzung ist unentbehrlich und eine Ausweitung dieser würde die Handlung ungültig machen oder

  • 20 Stunden-Ausnahme: Die zeitliche Begrenzung beträgt mehr als 20 Stunden.

Anmerkung: Dieses Erfolgskriterium hilft dabei sicherzustellen, dass Benutzer Aufgaben beenden können ohne unerwartete Änderungen am Inhalt oder Gesamtzusammenhang, die das Ergebnis einer zeitlichen Begrenzung sind. Dieses Erfolgskriterium sollte zusammen mit Erfolgskriterium 3.2.1 betrachtet werden, welches Änderungen am Inhalt oder am Gesamtzusammenhang als Ergebnis von Benutzerhandlungen begrenzt.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass Benutzer mit Behinderungen, wann immer möglich, eine adäquate Zeit bekommen, um mit dem Webinhalt zu interagieren. Es kann sein, dass Menschen mit Behinderungen wie etwa Blindheit, geringem Sehvermögen, Einschränkungen der Fingerfertigkeit und kognitiven Einschränkungen mehr Zeit benötigen, um Inhalte zu lesen oder um Funktionen auszuführen wie etwa das Ausfüllen von Online-Formularen. Wenn Web-Funktionen zeitabhängig sind, wird es für einige Benutzer schwierig sein, die erforderliche Aktion auszuführen bevor eine zeitliche Begrenzung auftritt. Dies kann dazu führen, dass der Service für sie nicht zugänglich ist. Die Gestaltung von Funktionen, die nicht zeitabhängig sind, hilft Menschen mit Behinderungen, diese Funktionen erfolgreich auszuführen. Die Bereitstellung von Optionen zur Deaktivierung von zeitlichen Begrenzungen, zur individuellen Anpassung der zeitlichen Begrenzungen oder zur Anforderung von mehr Zeit, bevor eine zeitliche Begrenzung auftritt, hilft denjenigen Benutzern, die mehr Zeit als erwartet benötigen, um Aufgaben erfolgreich durchzuführen. Diese Optionen werden in der Reihenfolge, in der sie für den Benutzern am hilfreichsten sind, aufgelistet. Die Deaktivierung von zeitlichen Begrenzungen ist besser als die individuelle Anpassung der Länge der zeitlichen Begrenzung, was besser ist als zusätzliche Zeit anzufordern, bevor eine zeitliche Begrenzung auftritt.

Jeder Prozess, der ohne Initiation durch den Benutzer nach einer festgelegten Zeit oder auf periodischer Basis passiert, ist eine zeitliche Begrenzung. Dies beinhaltet partielle oder komplette Aktualisierungen des Inhalts (zum Beispiel Seiten-Aktualisierung), Änderungen am Inhalt oder der Ablauf eines Zeitfensters zur Reaktion eines Benutzers auf eine Eingabe-Aufforderung.

Es beinhaltet außerdem Inhalt, der sich in einer Geschwindigkeit weiter bewegt oder aktualisiert, die jenseits der Fähigkeit des Benutzers ist, den Inhalt zu lesen und/oder zu verstehen. In anderen Worten führt animierter, sich bewegender oder scrollender Inhalt zu einer zeitlichen Begrenzung der Fähigkeit des Benutzers, Inhalte zu lesen.

In manchen Fällen ist es allerdings nicht möglich, die zeitliche Begrenzung zu ändern (zum Beispiel bei einer Auktion oder einem anderen Echtzeit-Ereignis) und daher werden Ausnahmen für diese Fälle bereitgestellt.

Anmerkungen in Bezug auf zeitliche Begrenzungen des Servers

  • Zeitlich festgelegte Server-Umleitungen können Sie unten unter den verbreiteten Fehlern finden.

  • Zeitlich nicht festgelegte Server-Umleitungen (z.B. 3xx Response Codes) finden keine Anwendung, da es keine zeitliche Begrenzung gibt: sie funktionieren unverzüglich.

  • Dieses Erfolgskriterium gilt nur für zeitliche Begrenzungen, die vom Inhalt selber bestimmt sind. Wenn zum Beispiel eine zeitliche Beschränkung eingebaut wird, um Sicherheits-Bedenken zu adressieren, dann würde diese als durch den Inhalt festgelegt betrachtet werden, da sie dazu konzipiert ist, Teil der Präsentation und der Interaktions-Erfahrung für diesen Inhalt zu sein. Zeitliche Begrenzungen, die extern für den Inhalt bestimmt wurden, wie etwa durch den Benutzeragenten oder durch Faktoren, die für das Internet spezifisch sind, entziehen sich der Kontrolle des Autors und unterliegen nicht den WCAG-Konformitätsbedingungen. Zeitliche Begrenzungen, die von Webservern festgelegt wurden, sollten der Kontrolle des Autors / der Organisation unterliegen und sind abgedeckt. (Erfolgskriterien 2.2.3, 2.2.4 und 2.2.5 können möglicherweise ebenfalls Anwendung finden.)

  • Basierend auf klinischen Erfahrungen und anderen Richtlinien wurde das Zehnfache des Standardwertes ausgewählt. Wenn ein Benutzer zum Beispiel 15 Sekunden Zeit hat, um zu reagieren und einen Schalter zu treffen, dann würden 150 Sekunden ausreichen, um es fast Benutzern zu ermöglichen, einen Schalter zu treffen, auch wenn sie Schwierigkeiten hatten.

  • 20 Sekunden basieren auch auf klinischen Erfahrungen und anderen Richtlinien. 20 Sekunden sind für beinahe alle Benutzer, einschließlich derjenigen mit spastischen Lähmungen, ausreichend, um ‚irgendeinen Schalter‘ zu treffen. Einige würden es nicht schaffen, aber manche würden es bei jeglicher Zeitdauer nicht schaffen. Zur Anforderung von zusätzlicher Zeit ist ein vertretbarer Zeitraum erforderlich, da eine willkürlich lange Zeit bei manchen Anwendungen Sicherheitsrisiken für alle Benutzer in sich bergen kann, einschließlich derjenigen mit Behinderungen. Es ist zum Beispiel bei Kiosks oder Terminals, die für finanzielle Transaktionen benutzt werden, recht üblich, dass Menschen weggehen ohne sich auszuloggen. Dadurch sind sie gegenüber denjenigen, die hinter ihnen kommen, schutzlos. Die Bereitstellung eines langen Zeitraums der Inaktivität, bevor nachgefragt wird und dann die Bereitstellung eines langen Zeitraums, in dem die Person angeben muss, dass sie präsent ist, kann dazu führen, dass Terminals für Missbrauch offen sind. Wenn es keine Aktivität gibt, dann sollte das System fragen, ob der Benutzer da ist. Es sollte dann nach einem Hinweis fragen, dass eine Person da ist (‚drücken Sie irgendeine Taste‘) und dann lang genug warten, damit nahezu jeder antworten kann. Für „drücken Sie irgendeine Taste“ würden 20 Sekunden dieses erfüllen. Wenn die Person angibt, dass sie nach wie vor da ist, dann sollte das Gerät den Benutzer zu genau dem exakten Zustand zurückbringen, der bestand, als die Frage gestellt wurde.

  • 20 Stunden wurden als Obergrenze ausgewählt, denn dies ist länger als der komplette Wachzustand eines Tages.

In Fällen, in denen die Zeiteinteilung keine intrinsische Anforderung ist, aber die Tatsache, dass man dem Benutzer die Kontrolle über zeitlich festgelegte Ereignisse gibt, das Ergebnis unwirksam machen würde, kann eine dritte Partei die zeitlichen Begrenzungen frü den Benutzer kontrollieren (zum Beispiel die Gestattung von doppelter Zeit bei einem Test).

Lesen Sie auch Erfolgskriterium 2.2.3 verstehen - Keine Zeiteinteilung.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 2.2.1

  • Menschen mit Körperbehinderungen brauchen oft mehr Zeit um zu reagieren, zu tippen und Aktivitäten fertig zu stellen. Menschen mit geringem Sehvermögen benötigen mehr Zeit, um Dinge auf dem Bildschirm aufzufinden und zu lesen. Menschen, die blind sind und Screenreader benutzen, benötigen möglicherweise mehr Zeit, um Bildschirm-Layouts zu verstehen, Informationen zu finden und Steuerelemente zu bedienen. Menschen, die kognitive oder Sprach-Einschränkungen haben, benötigen mehr Zeit zum lesen und zum verstehen. Menschen, die taub sind und in Gebärdensprache kommunizieren benötigen möglicherweise mehr Zeit, um Informationen, die in Textform gedruckt sind (was für einige eine Zweitsprache sein kann), zu lesen.

  • In Situationen, in denen ein Übersetzer in die Gebärdensprache möglicherweise einem tauben Benutzer Audioinhalte erzählt, ist die Kontrolle über zeitliche Begrenzungen ebenfalls wichtig.

  • Menschen mit Lesebehinderungen, kognitiven Einschränkungen und Lernbehinderungen, die möglicherweise mehr Zeit benötigen, um Informationen zu lesen und zu verstehen, können zusätzliche Zeit zum Lesen der Informationen haben, indem sie den Inhalt anhalten.

Beispiele für Erfolgskriterium 2.2.1

  • Eine Website benutzt eine client-seitige zeitliche Begrenzung, um dabei zu helfen, Benutzer zu schützen, die sich möglicherweise von ihrem Computer entfernen. Nach einem Zeitraum der Inaktivität fragt die Webseite, ob der Benutzer mehr Zeit benötigt. Wenn es keine Antwort gibt, dann wird der Vorgang wegen Zeitüberschreitung beendet.

  • Eine Webseite hat ein Feld, das sich automatisch auf rotierende Art und Weise mit den neuesten Schlagzeilen aktualisiert. Es gibt ein interaktives Steuerelement, das es dem Benutzer erlaubt, die Dauer zwischen den einzelnen Aktualisierungen bis auf das zehnfache des Standards zu verlängern. Das Steuerelement kann entweder mit einer Maus oder einer Tastatur bedient werden.

  • Eine Webseite beinhaltet eine Animation, die Text enthält, der durchweg erscheint und verschwindet. In manchen Fällen scrollt der Text über den Bildschirm und in anderen Fällen wird er nur für eine kurze Zeit angezeigt, bevor er wieder in den Hintergrund rückt. Die Seite enthält eine Pause-Schaltfläche, so dass Benutzer, die Schwierigkeiten damit haben, den Text zu lesen bevor er verschwindet, diesen lesen können.

  • Bei einer Auktion ist die Zeit, die ein Benutzer hat, um ein Gebot anzugeben, begrenzt. Da die zeitliche Begrenzung für alle Benutzer gilt, die auf einen bestimmten Artikel bieten wollen, wäre es unfair, die zeitliche Begrenzung für irgendeinen bestimmten Benutzer auszuweiten. Daher ist für diese Art der Aktivität eine zeitliche Begrenzung notwendig und es wird keine Ausweitung, Anpassung oder Deaktivierung der zeitlichen Begrenzung von diesem Erfolgskriterium verlangt.

  • Eine Site zum Online-Kauf von Eintrittskarten gibt dem Benutzer zwei Minuten Zeit, um einen Kauf zu bestätigen, bevor die Sitzplätze wieder dem allgemeinen Kontingent zugeführt werden. Da auf solchen Sites Karten schnell ausverkauft werden können, könnte die längere Reservierung von Karten das Wesen der Site für nichtig erklären, so dass dies ein Fall ist, in dem die Begrenzung unerlässlich ist und diese nicht ausgeweitet werden kann, ohne die Aktivität unwirksam zu machen. Die Site verlegt allerdings so viel des Prozesses wie möglich auf eine Zeit außerhalb des zeitkritischen Zeitraums, zum Beispiel indem sie es Benutzern erlaubt, notwendige Informationen wie Name, Zahlungsweise usw. einzugeben, bevor die zeitkritische Phase beginnt.

  • Eine Site zum Kauf von Eintrittskarten gibt dem Benutzer zwei Minuten Zeit, um den Kauf ausgewählter Sitzplätze zu bestätigen, warnt den Benutzer aber, wenn die Zeit fast abgelaufen ist und erlaubt es dem Benutzer, die zeitliche Begrenzung einige Male mit einer einfachen Handlung, wie beispielsweise dem Klicken einer Schaltfläche „Zeitliche Begrenzung verlängern“, zu verlängern.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 2.2.1 - Zeiteinteilung anpassbar

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Wählen Sie unten die Situation aus, die Ihrem Inhalt entspricht. Jede Situation beinhaltet nummerierte Techniken (oder Kombinationen von Techniken), welche die Arbeitsgruppe als ausreichend für diesen Sachverhalt erachtet.

Situation A: Wenn es zeitliche Begrenzungen bei Sitzungen gibt:
  1. G133: Bereitstellung einer Checkbox auf der ersten Seite eines mehrteiligen Formulars, die es den Benutzern ermöglicht, um längere zeitliche Begrenzungen oder keine zeitliche Begrenzungen bei einer Sitzung zu bitten

  2. G198: Bereitstellung einer Möglichkeit für den Benutzer, die zeitliche Begrenzung abzuschalten

Situation B: Wenn die zeitliche Begrenzung von einem Script auf der Seite gesteuert wird:
  1. G198: Bereitstellung einer Möglichkeit für den Benutzer, die zeitliche Begrenzung abzuschalten

  2. G180: Dem Benutzer eine Mittel zur Verfügung stellen, die zeitliche Begrenzung auf die zehnfache Zeit der Standardeinstellung einzustellen

  3. SCR16: Bereitstellung eines Scripts, das den Benutzer warnt, dass eine zeitliche Begrenzung bald abläuft (Scripting) UND SCR1: Es dem Benutzer ermöglichen, die Standardeinstellung der zeitlichen Begrenzung zu erweitern (Scripting)

  4. FLASH19: Bereitstellung eines Skriptes, das den Benutzer warnt, dass eine zeitliche Begrenzung bald abläuft und das eine Möglichkeit bietet, diese zu verlängern (Flash)

  5. FLASH24: Es dem Benutzer ermöglichen, die Standardeinstellung der zeitlichen Begrenzung zu erweitern (Flash)

Situation C: Wenn es zeitliche Begrenzungen beim Lesen gibt:
  1. G4: Ermöglichen Sie es, Inhalte anzuhalten und vor der Stelle, an der sie angehalten wurden, wieder zu starten

  2. G198: Bereitstellung einer Möglichkeit für den Benutzer, die zeitliche Begrenzung abzuschalten

  3. SCR33: Benutzung eines Scripts, um Inhalte zu scrollen und Bereitstellung eines Mechanismus, dies anzuhalten (Scripting)

  4. SCR36: Bereitstellung eines Mechanismus, um es Benutzern zu ermöglichen, Text, der sich bewegt, der gescrollt wird oder der sich automatisch aktualisiert in einem statischen Fenster oder Bereich anzuzeigen (Scripting)

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 2.2.1

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Benutzung eines Scripts, um den Server abzufragen und den Benutzer zu benachrichtigen, wenn es eine zeitliche Begrenzung gibt (zukünftiger Link) (Scripting)

  • Benutzung von Geräuschen, um die Aufmerksamkeit des Benutzers zu fokussieren (zukünftiger Link)

Schlüsselbegriffe

Unentbehrlich (essential)

Wenn dies entfernt würde, würde die Information oder Funktionalität des Inhalts grundlegend verändert, und Information und Funktionalität können nicht auf andere konforme Art und Weise erreicht werden.


Pausieren, beenden, ausblenden:
Erfolgskriterium 2.2.2 verstehen

2.2.2 Pausieren, beenden, ausblenden: Für sich bewegende, blinkende, scrollende oder sich automatisch aktualisierende Informationen gelten alle folgenden Punkte: (Stufe A)

  • Sich bewegend, blinkend, scrollend: Für alle sich bewegenden, blinkenden oder scrollenden Informationen, die (1) automatisch beginnen, (2) länger als 5 Sekunden dauern und (3) parallel zu anderen Inhalten dargestellt werden, gibt es einen Mechanismus für den Benutzer, um diese zu pausieren, zu beenden oder auszublenden außer die Bewegung, das Blinken oder das Scrollen ist Teil einer Handlung, bei der es unentbehrlich ist und

  • Automatische Aktualisierung: Für alle sich automatisch aktualisierenden Informationen, die (1) automatisch beginnen und (2) parallel mit anderen Inhalten dargestellt werden, gibt es einen Mechanismus, damit der Benutzer die Aktualisierung pausieren, beenden oder ausblenden oder die Häufigkeit der Aktualisierung kontrollieren kann, außer die automatische Aktualisierung ist Teil einer Handlung, bei der sie unentbehrlich ist.

Anmerkung 1: Für Anforderungen in Bezug auf flackernden oder blitzenden Inhalt beachten Sie Richtlinie 2.3.

Anmerkung 2: Jeglicher Inhalt, der dieses Erfolgskriterium nicht erfüllt, kann die Möglichkeit eines Benutzers beeinträchtigen, die ganze Seite zu nutzen. Daher muss jeglicher Inhalt auf einer Webseite (egal ob er dazu benutzt wird, andere Erfolgskriterien zu erfüllen oder nicht) dieses Erfolgskriterium erfüllen. Lesen Sie Konformitätsbedingung 5: Nicht störend.

Anmerkung 3: Inhalt, der regelmäßig durch Software aktualisiert oder zum Benutzeragenten gestreamt wird, muss Informationen, die zwischen dem Beginn der Pause und der Wiederaufnahme der Präsentation generiert oder erhalten werden, nicht aufrechterhalten oder anzeigen, da dies möglicherweise technisch nicht möglich ist und es in vielen Situationen irreführend sein könnte, dies zu tun.

Anmerkung 4: Eine Animation, die als Teil einer Vorlade-Phase oder einer ähnlichen Situation entsteht, kann als unentbehrlich angesehen werden, wenn für alle Benutzer während dieser Phase keine Interaktion stattfinden kann und wenn es Benutzer verwirren könnte oder dazu führen könnte, dass sie denken, dass der Inhalt eingefroren oder defekt ist, wenn der Fortschritt nicht angezeigt wird.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist, es zu vermeiden, dass Benutzer während ihrer Interaktion mit einer Webseite abgelenkt werden.

„Sich bewegend, blinkend und scrollend“ bezieht sich auf Inhalt, bei dem der sichtbare Inhalt ein Gefühl von Bewegung vermittelt. Gängige Beispiele beinhalten Spielfilme, synchronisierte Medienpräsentationen, Animationen, Echtzeit-Spiele und scrollende Aktien-Ticker. „Automatische Aktualisierung“ bezieht sich auf Inhalt, der sich auf Basis eines vorab festgelegten Zeitintervalls aktualisiert oder verschwindet. Gängige zeitbasierte Inhalte enthalten Audio-Inhalte, automatisch aktualisierte Wetterinformationen, Nachrichten, Aktualisierungen von Aktienpreisen und Präsentationen und Nachrichten, die sich automatisch weiter bewegen. Die Anforderungen für sich bewegende, blinkende und scrollende Inhalte und für sich automatisch aktualisierende Inhalte sind die gleichen, mit der Ausnahme, dass:

  • Autoren die Option haben, dem Benutzer ein Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Häufigkeit der Aktualisierungen zu steuern, wenn sich Inhalt automatisch aktualisiert und

  • dass es keine drei-Sekunden-Ausnahme zur automatischen Aktualisierung gibt, da es wenig Sinn macht, für gerade mal drei Sekunden eine automatische Aktualisierung zu machen und dann damit aufzuhören

Inhalte, die sich bewegen oder sich automatisch aktualisieren können sowohl für diejenigen, die Schwierigkeiten haben, stationären Text schnell zu lesen als auch für diejenigen, die Schwierigkeiten haben, sich bewegende Objekte zu verfolgen, eine Barriere darstellen. Sie können auch bei Screenreadern zu Problemen führen.

Sich bewegende Inhalte können für manche Menschen auch eine massive Ablenkung sein. Bestimmte Gruppen, besonders diejenigen mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, finden blinkende Inhalte ablenkend; diese erschweren es ihnen, sich auf andere Teile der Webseite zu konzentrieren. Fünf Sekunden wurden ausgewählt, weil dies lang genug ist, um die Aufmerksamkeit des Benutzers zu bekommen, aber nicht so lang, dass ein Benutzer, wenn notwendig, nicht das Ende der Ablenkung abwarten kann, um die Seite zu benutzen.

Inhalt, der pausiert wurde, kann entweder in Echtzeit fortgesetzt werden oder von dem Punkt der Präsentation an weiterlaufen, an dem der Benutzer stehengeblieben ist.

  1. Pausieren und an dem Punkt fortfahren, an dem der Benutzer stehengeblieben ist, ist am Besten für Benutzer, die zum Lesen des Inhalts pausieren wollen und funktioniert am Besten, wenn der Inhalt nicht mit einem Echtzeit-Ereignis oder Status verknüpft ist.

    Anmerkung: Lesen Sie Erfolgskriterium 2.2.1 verstehen - Zeiteinteilung anpassbar für zusätzliche Anforderungen in Bezug auf zeitliche Begrenzungen zum Lesen.

  2. Pausieren und zur aktuellen Anzeige springen (wenn die Pause beendet wird) ist besser bei Informationen, die vom Wesen her Echtzeit oder „Status“ sind. Zum Beispiel würden ein Wetterradar, ein Börsenticker, eine Verkehrskamera oder ein Auktions-Timer irreführende Informationen zeigen, wenn eine Pause dazu führen würde, dass alte Informationen angezeigt würden, wenn der Inhalt wieder gestartet würde.

    Anmerkung: Das Ausblenden des Inhalts würde das gleiche Ergebnis haben wie das Pausieren und das Springen zur aktuellen Anzeige (wenn die Pause aufgehoben wird).

Anmerkung: Die Begriffe „blinkend“ und „blitzend“ können sich manchmal auf den gleichen Inhalt beziehen.

  • „Blinkend“ bezieht sich auf Inhalt, der zu einem Ablenkungs-Problem führt. Blinken kann für eine kurze Zeit zugelassen werden, so lange es aufhört (oder gestoppt werden kann)

  • „Blitzend“ bezieht sich auf Inhalt, der einen Anfall auslösen kann (wenn es mehr als 3 Blitze pro Sekunde sind und groß und hell genug ist). Dies kann nicht einmal für eine Sekunde erlaubt werden oder es könnte zu einem Anfall führen. Und das Abschalten des Blitzens ist auch keine Option, denn der Anfall könnte schneller auftreten als die meisten Benutzer es abschalten könnten.

  • Blinken tritt normalerweise nicht mit Geschwindigkeiten von 3 pro Sekunde oder mehr auf, aber es kann. Wenn das Blinken schneller als 3 pro Sekunde ist, dann würde man es als Blitz ansehen.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 2.2.2

  • Die Bereitstellung von Inhalt, der nach fünf Sekunden aufhört zu blinken oder die Bereitstellung eines Mechanismus für Benutzer, um blinkende Inhalte zu stoppen, erlaubt es Menschen mit bestimmten Behinderungen, mit der Webseite zu interagieren.

  • Ein Verwendungszweck von blinkenden Inhalten ist es, die Aufmerksamkeit des Besuchers auf diesen Inhalt zu ziehen. Auch wenn dies eine wirksame Technik für alle Benutzer mit Sehvermögen ist, kann es ein Problem für manche Benutzer sein, wenn es andauert. Für bestimmte Gruppen, einschließlich Menschen mit geringer Lese- und Schreibfähigkeit, Lesebehinderungen und intellektuellen Behinderungen und Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, kann blinkender Inhalt es schwierig oder sogar unmöglich machen, mit dem Rest der Webseite zu interagieren.

Beispiele für Erfolgskriterium 2.2.2

  • Eine essentielle Animation kann pausiert werden, ohne die Aktivität zu beeinflussen

    Eine Website hilft Benutzern durch Animationen, die Prozesse demonstrieren, zu verstehen, ‚wie die Dinge funktionieren‘. Animationen haben „Pause“ und „Wieder starten“ Schaltflächen.

  • Ein Börsenticker

    Ein Börsenticker hat „Pause“ und „Wieder starten“ Schaltflächen. Das Pausieren des Tickers führt dazu, dass er bei der aktuell angezeigten Aktie pausiert. Das erneute Starten führt dazu, dass der Ticker von dem angehaltenen Punkt an fortfährt, aber mit einer Mitteilung, dass die Anzeige verspätet ist. Da es normalerweise die Absicht eines Börsentickers ist, Informationen in Echtzeit zu geben, könnte es auch eine Schaltfläche geben, die den Ticker zu der zuletzt gehandelten Aktie vorrückt.

  • Ein Spiel wurde so gestaltet, dass sich die Benutzer abwechseln statt in Echtzeit zu konkurrieren

    Eine Seite kann das Spiel pausieren ohne dessen Wettbewerbsaspekt außer Kraft zu setzen.

  • Eine Web-Anzeige

    Eine Anzeige blinkt, um die Aufmerksamkeit der Betrachter zu bekommen, stoppt aber nach 5 Sekunden

  • Eine Eingabeaufforderung in einem Formular

    In einem Formular blinkt in der Nähe der Absenden-Schaltfläche ein Pfeil, wenn ein Benutzer mit dem Ausfüllen des Formulars fertig ist, aber die Absenden-Schaltfläche nicht aktiviert. Das Blinken stoppt nach 5 Sekunden.

  • Eine Animation

    Im oberen Bereich der Seite läuft eine Animation, aber in der Nähe des unteren Endes der Animation gibt es eine „Animation anhalten“-Schaltfläche.

  • Eine „Lade“ -Animation

    Auf einer Seite, bei der ein bestimmter Prozentsatz einer großen Datei heruntergeladen werden muss, bevor das Abspielen beginnen kann, wird eine Preloader-Animation gezeigt. Die Animation ist der einzige Inhalt auf der Seite und teilt dem Benutzer mit, dass er bitte warten möge während das Video lädt. Da der sich bewegende Inhalt nicht parallel zu anderem Inhalt gezeigt wird, muss kein Mechanismus zum Pausieren, Beenden oder Ausblenden bereitgestellt werden, auch wenn die Animation bei Benutzern mit einer langsamen Verbindung möglicherweise länger als 5 Sekunden läuft.

  • Eine ganzseitige Anzeige

    Eine Site verlangt, dass alle Benutzer eine 15 Sekunden dauernde Anzeige ansehen, bevor sie auf den kostenlosen Inhalt, der auf der Site zur Verfügung steht, zugreifen können. Da das Ansehen der Anzeige eine Bedingung für alle Benutzer ist und weil sie nicht parallel mit anderen Inhalten angezeigt wird, muss kein Mechanismus zum Pausieren, Beenden oder Ausblenden zur Verfügung gestellt werden.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler bei Erfolgskriterium 2.2.2 - Pausieren, beenden, ausblenden

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 2.2.2

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Bereitstellung eines Mechanismus, um alle blinkenden Inhalte innerhalb einer Webseite anzuhalten (zukünftiger Link)

  • Dem Benutzer eine Möglichkeit geben, alle sich bewegenden Inhalte zu beenden, auch wenn diese automatisch innerhalb von 5 Sekunden beendet werden (zukünftiger Link)

Schlüsselbegriffe

Blinkend (blinking)

Das Hin- und Herwechseln zwischen zwei visuellen Zuständen mit der Absicht, Aufmerksamkeit zu erregen

Anmerkung: Siehe auch Blitz. Es ist möglich, dass etwas groß genug ist und hell genug in der richtigen Frequenz blinkt, damit es auch als Blitz klassifiziert wird.

Unentbehrlich (essential)

Wenn dies entfernt würde, würde die Information oder Funktionalität des Inhalts grundlegend verändert, und Information und Funktionalität können nicht auf andere konforme Art und Weise erreicht werden.

Pausiert (paused)

Durch Aufforderung des Benutzers beendet und nicht wieder gestartet, bis der Benutzer dies anfordert.


Keine Zeiteinteilung:
Erfolgskriterium 2.2.3 verstehen

2.2.3 Keine Zeiteinteilung: Die Zeiteinteilung ist kein unentbehrlicher Teil eines vom Inhalt dargestellten Ereignisses oder einer Handlung außer bei nicht-interaktiven synchronisierten Medien und Echtzeit-Ereignissen. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, das Auftreten von Inhalten, bei denen eine zeitlich festgelegte Interaktion erforderlich ist, zu minimieren. Dies macht es blinden Menschen, Menschen mit geringem Sehvermögen, mit kognitiven Einschränkungen oder motorischen Beeinträchtigungen möglich, mit Inhalten zu interagieren. Dies weicht insofern vom Erfolgskriterium der Stufe A ab, als dass die einzige Ausnahme für Echtzeit-Ereignissen gilt.

Anmerkung: Reine Videoinhalte, wie beispielsweise Gebärdensprache, werden in Richtlinie 1.1 behandelt.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 2.2.3

  • Menschen mit Körperbehinderungen brauchen oft mehr Zeit um zu reagieren, zu tippen und Aktivitäten fertig zu stellen. Menschen mit geringem Sehvermögen benötigen mehr Zeit, um Dinge auf dem Bildschirm aufzufinden und zu lesen. Menschen, die blind sind und Screenreader benutzen, benötigen möglicherweise mehr Zeit, um Bildschirm-Layouts zu verstehen, Informationen zu finden und Steuerelemente zu bedienen. Menschen, die kognitive oder Sprach-Einschränkungen haben, benötigen mehr Zeit zum lesen und zum verstehen. Menschen, die taub sind und in Gebärdensprache kommunizieren benötigen möglicherweise mehr Zeit, um Informationen, die in Textform gedruckt sind (was für einige eine Zweitsprache sein kann), zu lesen.

  • In Situationen, in denen ein Übersetzer in die Gebärdensprache möglicherweise einem tauben Benutzer Audioinhalte erzählt, ist die Kontrolle über zeitliche Begrenzungen ebenfalls wichtig.

Beispiele für Erfolgskriterium 2.2.3

  • Ein Test ist so gestaltet, dass die zum Ausfüllen des Tests benötigte Zeit keinen Einfluss auf die Bewertung hat

    Statt einen Online-Test durch die Benutzung einer zeitlichen Begrenzung zu kalibrieren, wird der Test basierend auf den Punktebewertungen kalibriert, wenn Benutzer keine zeitliche Begrenzungen haben.

  • Ein Spiel wurde so gestaltet, dass sich die Benutzer abwechseln statt in Echtzeit zu konkurrieren

    Eine Seite kann das Spiel pausieren ohne dessen Wettbewerbsaspekt außer Kraft zu setzen.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 2.2.3 - Keine Zeiteinteilung

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 2.2.3

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

(derzeit keine dokumentiert)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 2.2.3

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 2.2.3 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Unentbehrlich (essential)

Wenn dies entfernt würde, würde die Information oder Funktionalität des Inhalts grundlegend verändert, und Information und Funktionalität können nicht auf andere konforme Art und Weise erreicht werden.

Echtzeit-Ereignis (real-time event)

Ereignis, das a) zur gleichen Zeit wie das Ansehen desselben stattfindet und b) nicht komplett vom Inhalt generiert wird.

Beispiel 1: Ein „Webcast“ einer Live-Aufführung (findet zur gleichen Zeit wie das Ansehen derselben statt und ist nicht aufgezeichnet).

Beispiel 2: Eine Online-Auktion mit bietenden Personen (findet zur gleichen Zeit statt wie das Ansehen).

Beispiel 3: Lebende Menschen, die in einer virtuellen Welt interagieren, indem sie Avatare benutzen (wird nicht komplett durch den Inhalt generiert und findet zur gleichen Zeit statt wie das Ansehen).

Synchronisierte Medien (synchronized media)

Audio oder Video, synchronisiert mit einem anderen Format für die Präsentation von Informationen und/oder mit zeitbasierten interaktiven Komponenten, es sei denn, das Medium ist eine Medienalternative für Text, die als solche deutlich gekennzeichnet ist.


Unterbrechungen: Erfolgskriterium 2.2.4 verstehen

2.2.4 Unterbrechungen: Unterbrechungen können vom Benutzer aufgeschoben oder unterdrückt werden mit Ausnahme von Unterbrechungen, bei denen es sich um einen Notfall handelt. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist, es Benutzern zu erlauben, Aktualisierungen vom Autor/Server auszuschalten, außer es handelt sich um einen Notfall. Mit Notfall sind zivile Notfall-Warnmeldungen oder jegliche andere Meldungen, die vor Gefahren für Gesundheit, Sicherheit oder Eigentum einschließlich Datenverlust, Verlust der Verbindung usw. warnen, gemeint.

Dies erlaubt den Zugriff durch Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder Aufmerksamkeitsstörungen und versetzt sie dazu in die Lage, sich auf den Inhalt zu konzentrieren. Es erlaubt außerdem blinden Benutzern oder Benutzern mit geringem Sehvermögen, ihren „Betrachtungs“-Fokus auf dem Inhalt zu halten, den sie derzeit lesen.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 2.2.4

  • Individuen mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom können sich ohne Ablenkung auf Inhalte konzentrieren.

  • Bei Individuen mit geringem Sehvermögen oder denjenigen, die Screenreader benutzen, wird Inhalt nicht aktualisiert, während sie ihn sich ansehen (was zu Brüchen und Missverständnissen führen kann, wenn sie das Lesen bei einem Thema beginnen und bei einem anderen beenden).

Beispiele für Erfolgskriterium 2.2.4

  • Beispiel 1. Festlegung von Benutzereinstellungen

    Die Einstellungsseite eines Webportals beinhaltet eine Option, um alle Aktualisierungen und Warnungen bis zum Ende der aktuellen Sitzung zu verschieben; eine Ausnahme bilden Warnmeldungen, die Notfälle betreffen.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 2.2.4 - Unterbrechungen

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 2.2.4

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

(derzeit keine dokumentiert)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 2.2.4

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 2.2.4 betrachtet werden.

Schlüsselbegriffe

Notfall (emergency)

Eine plötzliche, unerwartete Situation oder ein Ereignis, das sofortiges Handeln zum Schutz von Gesundheit, Sicherheit oder Eigentum erfordert.


Erneute Authentifizierung:
Erfolgskriterium 2.2.5 verstehen

2.2.5 Erneute Authentifizierung: Wenn eine authentifizierte Sitzung abläuft, kann der Benutzer die Handlung nach der erneuten Authentifizierung ohne Datenverlust fortführen. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, allen Benutzern zu erlauben, authentifizierte Transaktionen durchzuführen, die zeitliche Begrenzungen der Inaktivität haben oder andere Umstände, die dazu führen würden, dass ein Benutzer ausgeloggt wird, während er mitten in der Durchführung der Transaktion ist.

Viele Sites implementieren aus Sicherheitsgründen eine zeitliche Authentifizierungs-Begrenzung nach einer bestimmten Zeit der Inaktivität. Diese zeitlichen Begrenzungen kann bei Personen mit Behinderungen zu Problemen führen, da sie möglicherweise länger brauchen, um die Handlung durchzuführen.

Andere Sites loggen eine Person aus einer Sitzung aus, wenn eine Person sich von einem anderen Computer aus in die Website einloggt oder wenn andere Aktivitäten auftreten, welche die Site misstrauisch machen, ob die Person immer noch die gleiche legitime Person ist, die sich ursprünglich eingeloggt hat. Wenn Benutzer ausgeloggt werden, während sie noch mitten in einer Transaktion sind, dann ist es wichtig, dass die die Möglichkeit haben, sich erneut zu authentifizieren und und mit der Transaktion fortzufahren, ohne dass bereits irgendwelche eingegebenen Daten verloren gehen.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 2.2.5

  • Dieses Erfolgskriterium kommt den Menschen zugute, die möglicherweise zusätzliche Zeit benötigen, um eine Aktivität fertigzustellen. Menschen mit kognitiven Einschränkungen lesen möglicherweise langsam und benötigen zusätzliche Zeit, um zu lesen und auf einen Fragebogen zu antworten. Benutzer, die per Screenreader interagierten, benötigen möglicherweise zusätzliche Zeit, um zu navigieren und ein kompliziertes Formular auszufüllen. Eine Person mit motorischen Beeinträchtigungen oder jemand, der mit einem alternativen Eingabegerät navigiert, benötigt möglicherweise zusätzliche Zeit, um durch ein Formular zu navigieren oder Eingaben innerhalb eines Formulars fertigzustellen.

  • In Situationen, in denen ein Übersetzer in die Gebärdensprache möglicherweise einem tauben Benutzer Audioinhalte erzählt, ist die Kontrolle über zeitliche Begrenzungen ebenfalls wichtig.

Beispiele für Erfolgskriterium 2.2.5

  • Die Kasse einer Einkaufs-Site

    Ein Benutzer mit sehr eingeschränkter Nutzung seiner Hände ist auf einer Einkaufs-Site eingeloggt. Es dauert so lange, die Kreditkarteninformationen in die Anwendung einzugeben, dass eine zeitliche Begrenzung auftritt, während der Benutzer den Bezahlvorgang ausführt. Wenn der Benutzer zum Bezahlvorgang zurückkehrt und das Formular absendet, dann gibt die Site einen Login-Bildschirm zur erneuten Authentifizierung zurück. Nachdem sich der Benutzer eingeloggt hat, wird der Bezahlvorgang mit den gleichen Informationen und im gleichen Abschnitt wiederhergestellt. Der Benutzer hat keinerlei Daten verloren, weil der Server die abgesendeten Daten vorübergehend akzeptiert und gespeichert hatte, auch wenn die Sitzung abgelaufen war und hat für den Benutzer den gleichen Status wiederhergestellt, nachdem die erneute Authentifizierung abgeschlossen war.

  • Authentifizierung in einem E-Mail-Programm

    Ein E-Mail-Programm hat ein Authentifizierungs-Time-Out nach 30 Minuten. Das Programm zeigt dem Benutzer einige Minuten, bevor der Time-Out auftritt, eine Eingabeaufforderung und stellt einen Link zur Verfügung, um ein neues Fenster zur erneuten Authentifizierung zu öffnen. Das ursprüngliche Fenster mit der im Gang befindlichen E-Mail bleibt intakt und, nach der erneuten Authentifizierung, kann der Benutzer diese Daten senden.

  • Ein Fragebogen mit einer zeitlichen Begrenzung

    Ein langer Fragebogen, der innerhalb einer einzigen Webseite bereitgestellt wird, hat zu Beginn Informationen, die darauf hinweisen, dass die Sitzung nach 15 Minuten ablaufen wird. Der Benutzer wird ebenfalls darüber informiert, dass der Fragebogen jederzeit gespeichert werden und zu einem späteren Zeitpunkt fertiggestellt werden kann. Innerhalb der Webseite gibt es verschiedene Schaltflächen, um das zum Teil fertig gestellte Formular zu speichern. Mit JavaScript auf der Liste der die Barrierefreiheit unterstützenden Inhaltstechniken, auf die man sich verlässt, kann der Benutzer darüber hinaus bestimmen, dass er über ein Pop-Up gewarnt wird, wenn die Sitzung kurz davor ist abzulaufen.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 2.2.5 - Erneute Authentifizierung

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

  1. Bereitstellung von Optionen, um ohne Datenverlust fortzufahren, indem eine der folgenden Techniken benutzt wird:

Anmerkung: Lesen Sie Techniken, um Erfolgskriterium 2.2.1 zu adressieren für Techniken in Zusammenhang mit der Bereitstellung von Benachrichtigungen über zeitliche Begrenzungen.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 2.2.5

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

(derzeit keine dokumentiert)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 2.2.5

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 2.2.5 betrachtet werden.


Anfälle:
Richtlinie 2.3 verstehen

Richtlinie 2.3: Gestalten Sie Inhalte nicht auf Arten, von denen bekannt ist, dass sie zu Anfällen führen.

Absicht der Richtlinie 2.3

Manche Menschen mit Anfallsleiden können einen Anfall haben, der durch blitzende, visuelle Inhalte ausgelöst wird. Die meisten Menschen sind sich nicht darüber bewusst, dass sie diese Störung haben bis diese zuschlägt. 1997 beförderte ein Cartoon im Fernsehen in Japan mehr als 700 Kinder ins Krankenhaus, einschließlich ungefähr 500, die Anfälle hatten [EPFND]. Warnungen funktionieren nicht gut, da sie häufig verpasst werden, besonders von Kindern, die möglicherweise sogar gar nicht in der Lage sind, diese zu lesen.

Das Ziel dieser Richtlinie ist es sicherzustellen, dass Inhalt, der als konform zu den WCAG 2.0 gekennzeichnet ist, die Arten von Blitzen vermeidet, die am ehesten einen Anfall auslösen, wenn sie auch nur für ein oder zwei Sekunden angesehen werden.

Empfohlene Techniken für Richtlinie 2.3 (nicht erfolgskriterien-spezifisch)

Spezifische Techniken zur Erfüllung jedes Erfolgskriteriums für diese Richtlinie werden in den „Verstehen“-Abschnitten für jedes (unten aufgeführte) Erfolgskriterium aufgelistet. Wenn es allerdings Techniken gibt, um diese Richtlinie zu behandeln, die nicht unter eines der Erfolgskriterien fallen, dann sind diese hier aufgelistet. Diese Techniken sind nicht erforderlich oder ausreichend, um irgendein Erfolgskriterium zu erfüllen, können aber bestimmte Arten von Webinhalten für mehr Menschen barrierefreier machen.

  • Sicherstellen, dass Inhalte keine Grenzwerte für räumliche Muster verletzen (zukünftiger Link)

Grenzwert von dreimaligem Blinken oder weniger:
Erfolgskriterium 2.3.1 verstehen

2.3.1 Grenzwert von dreimaligem Blitzen oder weniger: Webseiten enthalten nichts, was öfter als dreimal in einem beliebigen, eine Sekunde dauernden Zeitraum blitzt, oder der Blitz ist unterhalb der allgemeinen Grenzwerte zu Blitzen und roten Blitzen. (Stufe A)

Anmerkung: Jeglicher Inhalt, der dieses Erfolgskriterium nicht erfüllt, kann die Möglichkeit eines Benutzers beeinträchtigen, die ganze Seite zu nutzen. Daher muss jeglicher Inhalt auf einer Webseite (egal ob er dazu benutzt wird, andere Erfolgskriterien zu erfüllen oder nicht) dieses Erfolgskriterium erfüllen. Lesen Sie Konformitätsbedingung 5: Nicht störend.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Benutzern zu erlauben, auf den kompletten Inhalt einer Site zuzugreifen, ohne dass Anfälle aufgrund von Photosensibilität verursacht werden.

Bei Individuen, die ein photosensitives Anfallsleiden haben, können Anfälle durch Inhalte, die mit einer bestimmten Frequenz für länger als ein paar Blitze lang blitzen, ausgelöst werden. Menschen reagieren bei rotem Blitzen sogar empfindlicher als bei andere Farben, so dass für gesättigtes rotes Blitzen ein besonderer Test bereitgestellt wird. Diese Richtlinien basieren auf Richtlinien für die Funk- und Fernsehbranche, die für Computerbildschirme, wo Inhalte aus näherer Entfernung (unter Nutzung eines größeren Betrachtungswinkels) angesehen werden, adaptiert worden sind.

Blitzen kann vom Bildschirm, vom Computer, der das Bild rendert, oder vom gerenderten Inhalt verursacht werden. Der Autor hat über die ersten zwei keine Kontrolle. Sie können durch das Design und die Geschwindigkeit des Bildschirms und Computers adressiert werden. Die Absicht dieses Kriteriums ist es sicherzustellen, dass Flackern, das die Blitz-Grenzwerte verletzt, nicht durch den Inhalt selbst verursacht wird. Zum Beispiel könnte der Inhalt einen Videoclip oder ein animiertes Bild einer Reihe von Stroboskop-Blitzen oder Nahaufnahmen von Schnellfeuer-Explosionen enthalten.

Dieses Erfolgskriterium ersetzt ein sehr viel restriktiveres Kriterium aus den WCAG 1.0, das keinerlei Blitzen (auch nicht das eines einzelnen Pixels) innerhalb eines breiten Frequenzbereiches (3 bis 50 Hz) erlaubte. Dieses Erfolgskriterium basiert auf bestehenden Spezifikationen, die in Großbritannien und anderen Ländern für Fernsehübertragungen benutzt werden und für die Ansicht auf Computerbildschirmen adaptiert wurden. Der 1024 x 768 Bildschirm wird als Referenz-Bildschirmauflösung für die Evaluation benutzt. Der Block 341 x 256 Pixel repräsentiert ein 10-Grad-Ansichtsfenster bei typischem Betrachtungsabstand. (Das 10-Grad-Feld stammt aus den Originalspezifikationen und repräsentiert den zentralen Sehbereich des Auges, in dem die meisten Menschen am anfälligsten für Lichtreize sind.)

Der kombinierte Bereich von Blitzen, die gleichzeitig und angrenzend auftreten, bedeutet den gesamten Bereich, der tatsächlich zur gleichen Zeit blitzt. Er wird berechnet, indem man die angrenzenden Bereiche, die zeitgleich innerhalb eines 10-Grad betragenden Betrachtungswinkel blitzen, addiert.

Anmerkung: Die Begriffe „blinkend“ und „blitzend“ können sich manchmal auf den gleichen Inhalt beziehen.

  • „Blinkend“ bezieht sich auf Inhalt, der zu einem Ablenkungs-Problem führt. Blinken kann für eine kurze Zeit zugelassen werden, so lange es aufhört (oder gestoppt werden kann)

  • „Blitzend“ bezieht sich auf Inhalt, der einen Anfall auslösen kann (wenn es mehr als 3 Blitze pro Sekunde sind und groß und hell genug ist). Dies kann nicht einmal für eine Sekunde erlaubt werden oder es könnte zu einem Anfall führen. Und das Abschalten des Blitzens ist auch keine Option, denn der Anfall könnte schneller auftreten als die meisten Benutzer es abschalten könnten.

  • Blinken tritt normalerweise nicht mit Geschwindigkeiten von 3 pro Sekunde oder mehr auf, aber es kann. Wenn das Blinken schneller als 3 pro Sekunde ist, dann würde man es als Blitz ansehen.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 2.3.1

  • Individuen, die Anfälle bekommen, wenn sie blitzendes Material ansehen, werden in der Lage sein, sämtliches Material auf einer Site anzusehen, ohne dass sie einen Anfall haben und ohne dass sie auf die komplette Erfahrung des Inhalts verzichten müssen, indem sie auf Textalternativen beschränkt sind. Dies beinhaltet Menschen mit sowohl photosensitiver Epilepsie als auch andern photosensitiven Anfallsleiden.

Beispiele für Erfolgskriterium 2.3.1

  • Eine Website enthält Video mit dem Mündungsfeuer von Maschinengewehrfeuer, beschränkt aber die Größe des blitzenden Bildes auf einen kleinen Bereich des Bildschirms, dessen Größe geringer ist als der Grenzwerte für Blitze.

  • Ein Film mit einer Szene, die sehr helle Blitze enthält, wird bearbeitet, so dass die Blitze nur dreimal in jedem beliebigen, eine Sekunde dauernden Zeitraum blitzen.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 2.3.1 - Grenzwert von dreimaligem Blinken oder weniger

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 2.3.1

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Reduzierung des Kontrastes für jegliche blitzende Inhalte (zukünftiger Link)

  • Vermeidung von vollkommen gesättigten Rot-Tönen bei jeglichen blitzenden Inhalten (zukünftiger Link)

  • Reduzierung der Anzahl an Blitzen, auch wenn diese nicht die Grenzwerte verletzen (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines Mechanismus, um jegliches Blitzen von Inhalten vor dem Beginn des Blitzens zu unterdrücken (zukünftiger Link)

  • Verlangsamung von live-Material, um schnelle Blitze zu vermeiden (wie in Blitzlampen) (zukünftiger Link)

  • Vorübergehendes Einfrieren eines Bildes, wenn mehr als drei Blitze innerhalb eines Zeitraums von 1 Sekunde entdeckt werden (zukünftiger Link)

  • Absenken des Kontrastverhältnisses, wenn drei Blitze innerhalb eines Zeitraums von 1 Sekunde entdeckt werden (zukünftiger Link)

  • Es ermöglichen, dass Benutzer einen individuellen Grenzwert für die Blitzfrequenz festlegen können (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 2.3.1

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 2.3.1 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Webseite

Eine nicht-eingebettete Ressource abgerufen von einem einzelnen URI unter der Benutzung von HTTP plus jeder anderen Ressource, die beim Rendern benutzt wird oder die dazu bestimmt ist, mit der Ursprungs-Ressource zusammen durch einen Benutzeragenten gerendert zu werden.

Anmerkung 1: Obwohl jede „andere Ressource“ zusammen mit der ursprünglichen Ressource gerendert würde, würden sie nicht zwangsläufig zeitgleich miteinander gerendert werden.

Anmerkung 2: Zum Zweck der Konformität mit diesen Richtlinien muss eine Ressource „nicht eingebettet“ innerhalb des Geltungsbereichs der Konformität sein, um als Webseite zu gelten.

Beispiel 1: Eine Web-Ressource, die alle eingebetteten Bilder und Medien beinhaltet.

Beispiel 2: Eine Web-Mail-Anwendung, die unter der Benutzung von Asynchronem JavaScript und XML (AJAX) entwickelt wurde. Das Programm liegt komplett unter http://example.com/mail, beinhaltet aber einen Posteingang, einen Kontaktbereich und einen Kalender. Es werden Links oder Schaltflächen bereitgestellt, die dazu führen, dass der Posteingang, die Kontakte oder der Kalender angezeigt werden, die aber nicht den URI der Seite als Ganzes verändern.

Beispiel 3: Eine anpassbare Portalseite, auf der Benutzer den anzuzeigenden Inhalt aus einer Gruppe verschiedener Inhaltsmodule auswählen können.

Beispiel 4: Wenn Sie in Ihrem Browser „http://shopping.example.com/“ eingeben, dann kommen Sie zu einer film-ähnlichen, interaktiven Einkaufsumgebung, in der Sie visuell in einem Geschäft herumgehen und Produkte aus den Regalen um Sie herum nehmen und in einen visuellen Einkaufswagen vor Ihnen legen können. Das Klicken auf ein Produkt führt dazu, dass es zusammen mit einem Datenblatt vorgestellt wird, das daneben schwebt. Dies kann eine einseitige Website sein oder einfach nur eine Seite innerhalb einer Website.

Blitz (flash)

Ein Paar von entgegengesetzten Änderungen in relativer Luminanz. Wenn die Änderungen groß genug sind und in der richtigen Frequenz auftreten, können sie bei manchen Menschen Anfälle hervorrufen.

Anmerkung 1: Siehe Allgemeine Grenzwerte zu Blitzen und roten Blitzen (general flash and red flash thresholds) für Informationen über Arten von Blitzen, die nicht erlaubt sind.

Anmerkung 2: Siehe auch Blinkend (blinking).

Allgemeine Grenzwerte zu Blitzen und roten Blitzen (general flash and red flash thresholds)

Ein Blitz oder eine schnell wechselnde Sequenz von Bildern ist unterhalb des Grenzwertes (d.h. Inhalt besteht die Prüfung), wenn eines der Folgenden zutrifft:

  1. Es gibt nicht mehr als drei allgemeine Blitze und / oder nicht mehr als drei rote Blitze innerhalb von beliebigen Ein-Sekunden-Zeiträumen; oder

  2. Der zusammengenommene Bereich von gleichzeitig auftretenden Blitzen belegt nicht mehr als eine Summe von .006 Steradianten innerhalb jedes beliebigen 10 Grad visuellen Feldes auf dem Bildschirm (25 % jedes beliebigen 10-Grad visuellen Feldes auf dem Bildschirm) bei einer typischen Betrachtungsentfernung.

Wobei:

  • Ein allgemeiner Blitz als ein Paar von entgegengesetzten Änderungen in relativer Luminanz von 10 % oder mehr der maximalen relativen Luminanz definiert wird, wobei die relative Luminanz des dunkleren Bildes unter 0.80 liegt; und wo „ein Paar von entgegengesetzten Änderungen“ eine Zunahme gefolgt von einer Abnahme ist oder eine Abnahme gefolgt von einer Zunahme. Und

  • Ein roter Blitz als jedes Paar von entgegengesetzten Übergängen, bei denen ein gesättigtes Rot beteiligt ist, definiert wird.

Ausnahme: Blitzen, das ein feines, ausgeglichenes Muster wie weißes Rauschen oder ein wechselndes Schachbrettmuster mit „Quadraten“ ist, die auf einer Seite kleiner sind als 0.1 Grad (des visuellen Feldes bei typischem Betrachtungsabstand), verstößt nicht gegen die Grenzwerte.

Anmerkung 1: Die Benutzung eines 341 x 256 Pixel großen Rechtecks irgendwo in dem gezeigten Bildschirmbereich, wenn der Inhalt bei 1024 x 768 Pixeln betrachtet wird, gibt bei allgemeiner Software oder Webinhalten eine gute Einschätzung eines 10 Grad visuellen Feldes für Standard-Bildschirmgrößen und Betrachtungsentfernungen (z.B. 15-17 Zoll Bildschirm bei 56 - 66 cm). (Bildschirme mit höheren Auflösungen, auf denen das gleiche Rendering des Inhalts gezeigt wird, ergeben kleinere und sicherere Bilder, daher werden die geringeren Auflösungen benutzt, um die Grenzwerte zu definieren.)

Anmerkung 2: Ein Übergang ist der Wechsel in relativer Luminanz (oder relativer Luminanz/Farbe für rotes Blitzen) zwischen nebeneinander liegenden Spitzen und Senken in einem Graph von relativer Luminanzmessung (oder relativer Luminanz/Farbe bei rotem Blitzen) in Bezug auf die Zeit. Ein Blitz besteht aus zwei entgegengesetzten Änderungen.

Anmerkung 3: Die derzeitige Arbeitsdefinition in diesem Fachbereich für ein "Paar von entgegengesetzten Übergängen, die ein gesättigtes Rot beinhalten" lautet: Wenn für jeden oder beide Zustände, die in jedem Übergang involviert sind, R/(R+ G + B) >= 0.8 und der Wechsel des Wertes von (R-G-B)x320 > 20 (negative Werte von (R-G-B)x320 werden auf Null gesetzt) für beide Übergänge ist. R, G, B Werte reichen von 0-1 wie in der „relativen Luminanz“-Definition festgelegt. [HARDING-BINNIE]

Anmerkung 4: Es gibt Werkzeuge, welche die Analyse durch die Erfassung des Video-Bildschirms ausführen. Es ist allerdings kein Werkzeug nötig, um diese Bedingung zu evaluieren, wenn das Blitzen weniger oder gleich 3 Blitze pro Sekunde ist. Der Inhalt besteht automatisch die Prüfung (siehe #1 und #2 oben).


Drei Blitze:
Erfolgskriterium 2.3.2 verstehen

2.3.2 Drei Blitze: Webseiten enthalten nichts, das öfter als dreimal in einem beliebigen, eine Sekunde dauernden Zeitraum blitzt. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Der Zweck dieses Erfolgskriteriums ist es, das Risiko von Anfällen weiter zu reduzieren. Anfälle können nicht komplett eliminiert werden, da manche Menschen so empfindlich sind. Das Risiko, dass eine Person einen Anfall bekommt, kann allerdings, indem jedes Blitzen von 3-Blitzen-pro-Sekunde in einem beliebigen Bereich des Bildschirms eliminiert wird, weiter reduziert werden, statt einfach nur den Maßnahmen, die heutzutage normalerweise in internationalen Standards benutzt werden, so wie wir dies auf Stufe A tun, nachzukommen.

Während Erfolgskriterium 2.3.1 Blitzen erlaubt, wenn es dunkel genug ist oder einen ausreichend kleinen Bereich betrifft, erlaubt Erfolgskriterium 2.3.2 kein Blitzen, das häufiger als 3 pro Sekunde auftritt, unabhängig von Helligkeit oder Größe. Das führt dazu, dass auch nur ein einziges blitzendes Pixel dieses Kriterium missachten würde. Die Absicht ist es, gegen Blitzen, das größer als ein einzelnes Pixel ist, zu schützen, da aber eine unbekanntes Maß an Vergrößerung oder unbekannte Einstellungen zu hohem Kontrast Anwendung finden könnten, gilt das Verbot für jegliches Blitzen.

Anmerkung: In manchen Fällen kann sich das, was wir als „blinkend“ und das, was wir als „blitzend“ bezeichnen, leicht überlappen. Wir benutzen unterschiedliche Begriffe für diese beiden, weil "blinkend" zu einem Ablenkungsproblem führt, das Sie für einen kurzen Zeitraum erlauben können, so lange es aufhört (oder gestoppt werden kann), während „blitzend“ ein Auslöser für Anfälle ist und nicht erlaubt werden kann, da es sonst zu einem Anfall führt. Der Anfall würde schneller auftreten als den meisten Benutzern ein Abschalten möglich wäre. „Blinken“ bezieht sich daher auf langsame, sich wiederholende Änderungen, die ablenken würden. „Blitz“ bezieht sich auf Änderungen, die einen Anfall auslösen könnten, wenn sie hell genug wären oder lang genug dauern würden. Blinken tritt normalerweise nicht mit Geschwindigkeiten von 3 oder mehr pro Sekunde auf, also überlappen sich blinken und blitzen nicht. Blinken kann allerdings schneller als 3 pro Sekunde auftreten, so dass es eine Überlappung geben könnte. Siehe Erfolgskriterium 2.2.2 verstehen - Pausieren, beenden, ausblenden für weitere Informationen zum Blinken.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 2.3.2

  • Individuen, die Anfälle bekommen, wenn sie blitzendes Material ansehen, werden in der Lage sein, sämtliches Material auf einer Site anzusehen, ohne dass sie einen Anfall haben und ohne dass sie auf die komplette Erfahrung des Inhalts verzichten müssen, indem sie auf Textalternativen beschränkt sind. Dies beinhaltet Menschen mit sowohl photosensitiver Epilepsie als auch andern photosensitiven Anfallsleiden.

Beispiele für Erfolgskriterium 2.3.2

  • Ein Film mit einer Szene, die sehr helle Blitze enthält, wird bearbeitet, so dass die Blitze nur dreimal in jedem beliebigen, eine Sekunde dauernden Zeitraum blitzen.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 2.3.2 - Drei Blitze

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 2.3.2

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Reduzierung des Kontrastes für jegliche blitzende Inhalte (zukünftiger Link)

  • Vermeidung von vollkommen gesättigten Rot-Tönen bei jeglichen blitzenden Inhalten (zukünftiger Link)

  • Reduzierung der Anzahl an Blitzen, auch wenn die Grenzwerte nicht verletzt werden (zukünftiger Link)

  • Verlangsamung von live-Material, um schnelle Blitze zu vermeiden (wie in Blitzlampen) (zukünftiger Link)

  • Vorübergehendes Einfrieren eines Bildes, wenn mehr als drei Blitze innerhalb eines Zeitraums von 1 Sekunde entdeckt werden (zukünftiger Link)

  • Absenken des Kontrastverhältnisses, wenn drei Blitze innerhalb eines Zeitraums von 1 Sekunde entdeckt werden (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 2.3.2

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 2.3.2 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Webseite

Eine nicht-eingebettete Ressource abgerufen von einem einzelnen URI unter der Benutzung von HTTP plus jeder anderen Ressource, die beim Rendern benutzt wird oder die dazu bestimmt ist, mit der Ursprungs-Ressource zusammen durch einen Benutzeragenten gerendert zu werden.

Anmerkung 1: Obwohl jede „andere Ressource“ zusammen mit der ursprünglichen Ressource gerendert würde, würden sie nicht zwangsläufig zeitgleich miteinander gerendert werden.

Anmerkung 2: Zum Zweck der Konformität mit diesen Richtlinien muss eine Ressource „nicht eingebettet“ innerhalb des Geltungsbereichs der Konformität sein, um als Webseite zu gelten.

Beispiel 1: Eine Web-Ressource, die alle eingebetteten Bilder und Medien beinhaltet.

Beispiel 2: Eine Web-Mail-Anwendung, die unter der Benutzung von Asynchronem JavaScript und XML (AJAX) entwickelt wurde. Das Programm liegt komplett unter http://example.com/mail, beinhaltet aber einen Posteingang, einen Kontaktbereich und einen Kalender. Es werden Links oder Schaltflächen bereitgestellt, die dazu führen, dass der Posteingang, die Kontakte oder der Kalender angezeigt werden, die aber nicht den URI der Seite als Ganzes verändern.

Beispiel 3: Eine anpassbare Portalseite, auf der Benutzer den anzuzeigenden Inhalt aus einer Gruppe verschiedener Inhaltsmodule auswählen können.

Beispiel 4: Wenn Sie in Ihrem Browser „http://shopping.example.com/“ eingeben, dann kommen Sie zu einer film-ähnlichen, interaktiven Einkaufsumgebung, in der Sie visuell in einem Geschäft herumgehen und Produkte aus den Regalen um Sie herum nehmen und in einen visuellen Einkaufswagen vor Ihnen legen können. Das Klicken auf ein Produkt führt dazu, dass es zusammen mit einem Datenblatt vorgestellt wird, das daneben schwebt. Dies kann eine einseitige Website sein oder einfach nur eine Seite innerhalb einer Website.

Blitz (flash)

Ein Paar von entgegengesetzten Änderungen in relativer Luminanz. Wenn die Änderungen groß genug sind und in der richtigen Frequenz auftreten, können sie bei manchen Menschen Anfälle hervorrufen.

Anmerkung 1: Siehe Allgemeine Grenzwerte zu Blitzen und roten Blitzen (general flash and red flash thresholds) für Informationen über Arten von Blitzen, die nicht erlaubt sind.

Anmerkung 2: Siehe auch Blinkend (blinking).


Navigierbar:
Richtlinie 2.4 verstehen

Richtlinie 2.4 Stellen Sie Mittel zur Verfügung, um Benutzer dabei zu unterstützen zu navigieren, Inhalte zu finden und zu bestimmen, wo sie sich befinden.

Absicht der Richtlinie 2.4

Die Absicht dieser Richtlinie ist es, Benutzern zu helfen, den Inhalt, den sie benötigen, zu finden und es ihnen zu ermöglichen, den Überblick über ihre Position zu behalten. Diese Aufgaben sind für Menschen mit Behinderungen häufig schwieriger. Zum Auffinden, zur Navigation und zur Orientierung ist es wichtig, dass der Benutzer herausfinden kann, was seine aktuelle Position ist. Zur Navigation müssen auch Informationen über die möglichen Ziele zur Verfügung stehen. Screenreader konvertieren Inhalte in synthetische Sprache, die, weil es sich um Audio handelt, in linearer Reihenfolge präsentiert werden muss. Einige Erfolgskriterien in dieser Richtlinie erklären, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen um sicherzustellen, dass Benutzer von Screenreadern erfolgreich im Inhalt navigieren können. Andere ermöglichen es den Benutzern, Navigationsleisten und Seitenüberschriften leichter zu erkennen und diese sich wiederholenden Inhalte zu umgehen. Ungewöhnliche Funktionen oder Verhalten der Benutzerschnittstelle können Menschen mit kognitiven Behinderungen möglicherweise verwirren.

Die Navigation hat, wie in The Motive Web Design Glossary beschreiben, zwei Hauptfunktionen:

  • Dem Benutzer zu sagen, wo er sich befindet

  • Es dem Benutzer zu ermöglichen, woanders hinzugehen

Diese Richtlinie arbeitet eng mit Richtlinie 1.3 zusammen, die sicherstellt, dass alle Strukturen im Inhalt wahrgenommen werden können, ebenfalls ein Grundstein für die Navigation. Überschriften sind besonders wichtige Mechanismen, um Benutzern zu helfen, sich selber innerhalb des Inhalts zu orientieren und durch ihn zu navigieren. Viele Benutzer von assistierenden Techniken verlassen sich auf passende Überschriften, um Überschriften zu überfliegen und auf einfache Art die unterschiedlichen Bereiche des Inhalts ausfindig zu machen. Die Erfüllung von Erfolgskriterium 1.3.1 für Überschriften thematisiert auch einige Aspekte von Richtlinie 2.4.

Empfohlene Techniken für Richtlinie 2.4 (nicht erfolgskriterien-spezifisch)

Spezifische Techniken zur Erfüllung jedes Erfolgskriteriums für diese Richtlinie werden in den „Verstehen“-Abschnitten für jedes (unten aufgeführte) Erfolgskriterium aufgelistet. Wenn es allerdings Techniken gibt, um diese Richtlinie zu behandeln, die nicht unter eines der Erfolgskriterien fallen, dann sind diese hier aufgelistet. Diese Techniken sind nicht erforderlich oder ausreichend, um irgendein Erfolgskriterium zu erfüllen, können aber bestimmte Arten von Webinhalten für mehr Menschen barrierefreier machen.

  • Begrenzung der Anzahl an Links pro Seite (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines Mechanismus, um zu den unterschiedlichen Inhaltsabschnitten einer Webseite zu navigieren (zukünftiger Link)

  • Links visuell eindeutig machen (zukünftiger Link)

  • Hervorhebung von Suchbegriffen (zukünftiger Link)

Blöcke umgehen:
Erfolgskriterium 2.4.1 verstehen

2.4.1 Blöcke umgehen: Es gibt einen Mechanismus, um Inhaltsblöcke zu umgehen, die auf verschiedenen Webseiten wiederholt werden. (Stufe A)

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist, es Menschen, die sequentiell durch Inhalte navigieren, einen direkteren Zugriff auf den primären Inhalt der Wesbseite zu ermöglichen . Webseiten und Anwendungen haben häufig Inhalte, die auf anderen Seiten oder Bildschirmen erscheinen. Beispiele von sich wiederholenden Blöcken an Inhalten beinhalten Navigationslinks, Überschriftengrafiken und Werbe-Frames, beschränken sich aber nicht auf diese. Kleinere sich wiederholende Bereiche wie einzelne Worte, Phrasen oder einzelne Links werden nicht als Blöcke im Sinne dieser Bestimmung betrachtet.

Im Unterschied dazu sind sehende Benutzer dazu in der Lage, wiederholtes Material zu ignorieren, indem sie sich entweder auf die Mitte des Bildschirms konzentrieren (wo normalerweise der Hauptinhalt erscheint) oder indem Mausbenutzer in der Lage sind, einen Link mit einen einzigen Mausklick auszuwählen, statt auf jeden Link oder jedes Formularsteuerlement zu treffen, das vor dem Element kommt, das sie wollen.

Es ist nicht die Absicht dieses Erfolgskriteriums, von Autoren zu verlangen, Methoden bereitzustellen, die redundant mit den vom Benutzeragenten bereitgestellten Funktionalitäten sind. Die meisten Webbrowser stellen Tastaturkurzbefehle zur Verfügung, um den Fokus des Benutzers auf den Beginn der Seite zu bewegen; wenn also am unteren Ende einer Webseite eine Reihe an Navigationslinks bereitgestellt wird, dann ist es möglicherweise unnötig, einen „Skip“-Link (einen Link zum überspringen) bereitzustellen.

Anmerkung: Obwohl sich dieses Erfolgs-kriterium mit Inhaltsblöcken, die auf mehreren Seiten wiederholt werden, beschäftigt, fördern wir auch ganz klar das strukturelle Markup auf einzelnen Seiten gemäß Erfolgskriterium 1.3.1.

  • Wenn dieses Erfolgskriterium nicht erfüllt wird, kann es für Menschen mit einigen Behinderungen möglicherweise schwierig sein, den Hauptinhalt einer Webseite schnell und einfach zu erreichen.

  • Benutzer von Screenreadern, die mehrere Seiten auf der gleichen Site besuchen, können es vermeiden, alle Überschriftengrafiken und Dutzende an Navigationslinks auf jeder Seite zu hören, bevor der Hauptinhalt gesprochen wird.

  • Menschen, die nur die Tastatur oder eine Tastaturschnittstelle benutzen, können den Inhalt mit weniger Tastenanschlägen erreichen. Andernfalls müssen sie unter Umständen Dutzende von Tastenanschlägen machen, bevor sie einen Link im Bereich des Hauptinhalts erreichen. Dies kann lange dauern und ernsthafte physische Schmerzen bei manchen Benutzern auslösen.

  • Menschen, die eine Vergrößerungssoftware benutzen, müssen nicht jedes Mal, wenn sie auf eine neue Seite kommen, die gleichen Überschriften oder andere Blöcke an Informationen durchsuchen um herauszufinden, wo der Inhalt beginnt.

  • Sowohl Menschen mit kognitiven Einschränkungen als auch Menschen, die Screenreader benutzen, können davon profitieren, wenn Links in Listen gruppiert sind.

  • Die Homepage einer Nachrichtenorganisation enthält einen Hauptartikel in der Mitte der Seite, umgeben von vielen Blöcken und Seitenleisten für Werbung, Suche und andere Services. Am Beginn der Seite gibt es einen Link, der zum Hauptartikel springt. Ohne die Benutzung dieses Links muss ein Tastaturbenutzer durch ungefähr 40 Links tabben, um zum Hauptartikel zu gelangen; der Screenreader-Benutzer muss sich 200 Worte anhören; und der Benutzer von Vergrößerungssoftware muss überall nach der Position des Hauptbereichs suchen.

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Bereitstellung eines Zugangs per Tastatur zu wichtigen Links und Formular-Steuerelementen (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung von „Skip Links“, um die Navigation auf der Seite zu verbessern (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung von Access Keys (zukünftiger Link)

  • Benutzung von die Barrierefreiheit unterstützenden Techniken, die eine strukturierte Navigation durch Benutzeragenten und assistierende Techniken zulassen (zukünftiger Link)

  • C6: Positionierung von Inhalten basierend auf strukturellem Markup (CSS)

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 2.4.1 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Webseite

Eine nicht-eingebettete Ressource abgerufen von einem einzelnen URI unter der Benutzung von HTTP plus jeder anderen Ressource, die beim Rendern benutzt wird oder die dazu bestimmt ist, mit der Ursprungs-Ressource zusammen durch einen Benutzeragenten gerendert zu werden.

Anmerkung 1: Obwohl jede „andere Ressource“ zusammen mit der ursprünglichen Ressource gerendert würde, würden sie nicht zwangsläufig zeitgleich miteinander gerendert werden.

Anmerkung 2: Zum Zweck der Konformität mit diesen Richtlinien muss eine Ressource „nicht eingebettet“ innerhalb des Geltungsbereichs der Konformität sein, um als Webseite zu gelten.

Beispiel 1: Eine Web-Ressource, die alle eingebetteten Bilder und Medien beinhaltet.

Beispiel 2: Eine Web-Mail-Anwendung, die unter der Benutzung von Asynchronem JavaScript und XML (AJAX) entwickelt wurde. Das Programm liegt komplett unter http://example.com/mail, beinhaltet aber einen Posteingang, einen Kontaktbereich und einen Kalender. Es werden Links oder Schaltflächen bereitgestellt, die dazu führen, dass der Posteingang, die Kontakte oder der Kalender angezeigt werden, die aber nicht den URI der Seite als Ganzes verändern.

Beispiel 3: Eine anpassbare Portalseite, auf der Benutzer den anzuzeigenden Inhalt aus einer Gruppe verschiedener Inhaltsmodule auswählen können.

Beispiel 4: Wenn Sie in Ihrem Browser „http://shopping.example.com/“ eingeben, dann kommen Sie zu einer film-ähnlichen, interaktiven Einkaufsumgebung, in der Sie visuell in einem Geschäft herumgehen und Produkte aus den Regalen um Sie herum nehmen und in einen visuellen Einkaufswagen vor Ihnen legen können. Das Klicken auf ein Produkt führt dazu, dass es zusammen mit einem Datenblatt vorgestellt wird, das daneben schwebt. Dies kann eine einseitige Website sein oder einfach nur eine Seite innerhalb einer Website.

Mechanismus (mechanism)

Prozess oder Technik, um ein Ergebnis zu erzielen.

Anmerkung 1: Der Mechanismus kann explizit im Inhalt bereitgestellt werden oder man verlässt sich darauf, dass er entweder von der Plattform oder dem Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken bereitgestellt wird.

Anmerkung 2: Der Mechanismus muss alle Erfolgskriterien für die angegebene Konformitätsstufe erfüllen.


Seite mit Titel versehen:
Erfolgskriterium 2.4.2 verstehen

2.4.2 Seite mit Titel versehen: Webseiten haben einen Titel, der Thema oder Zweck beschreibt. (Stufe A)

Die Absicht dieses dieses Erfolgskriteriums ist es, Benutzern zu helfen, Inhalte zu finden und sich selber darin zu orientieren, indem man sicherstellt, dass jede Webseite einen beschreibenden Titel hat. Titel identifizieren die aktuelle Position, ohne dass man vom Benutzer verlangt, den Inhalt der Seite zu lesen oder zu interpretieren. Wenn Titel in Sitemaps oder in Listen mit Suchergebnissen erscheinen, dann können Benutzer den Inhalt, den sie benötigen, schneller erkennen. Benutzeragenten stellen dem Benutzer den Titel der Seite auf einfache Art bereit, um die Seite zu identifizieren. Zum Beispiel kann ein Benutzeragent den Seitentitel entweder in der Titelleiste des Fensters oder als Name des Tabs, der die Seite enthält, anzeigen.

  • Diese Kriterium nützt allen Benutzern, indem es Benutzern erlaubt, schnell und einfach zu erkennen, ob die auf der Webseite enthaltenen Informationen relevant für ihre Bedürfnisse sind.

  • Menschen mit visuelle Behinderungen profitieren davon, dass sie in der Lage sind, Inhalte zu unterscheiden, wenn mehrere Webseiten geöffnet sind.

  • Menschen mit kognitiven Behinderungen, begrenztem Kurzzeitgedächtnis und Lesebehinderungen profitieren auch von der Möglichkeit, Inhalte durch ihren Titel zu identifizieren.

  • Dieses Kriterium nützt auch Menschen mit schweren Mobilitätsstörungen, deren Arbeitsweise sich auf Audio stützt, wenn sie zwischen Webseiten navigieren.

  • Eine HTML-Webseite

    Der beschreibende Titel einer HTML-Webseite ist mit dem <title>-Element ausgezeichnet, so dass er in der Titelleiste des Benutzeragenten angezeigt wird.

  • Eine Dokument-Sammlung.

    Der Titel von WCAG 2.0 verstehen lautet „WCAG 2.0 verstehen“.

    • Die Einleitungs-Seite hat den Titel "Einführung in ‚WCAG 2.0 verstehen‘“.

    • Hauptabschnitte des Dokumentes sind Seiten mit den Titeln „Richtlinie X verstehen“ und „Erfolgskriterium X verstehen“.

    • Anhang A hat den Titel „Glossar“.

    • Anhang B hat den Titel „Danksagungen“.

    • Anhang C hat den Titel „Referenzen“.

  • Eine Webanwendung.

    Eine Bank-Anwendung lässt den Benutzer seine Konten kontrollieren, ältere Auszüge ansehen und Transaktionen ausführen. Die Webanwendung generiert dynamisch Titel für jede Webseite, z.B. „Bank XYZ, Konten von John Smith“ „Bank XYZ, Dezember 2005, Auszug für Konto 1234-5678“.

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

  1. G88: Bereitstellung beschreibender Titel für Webseiten UND Verknüpfung eines Titels mit einer Webseite, indem eine der folgenden Techniken benutzt wird:

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 2.4.2 betrachtet werden.

Webseite

Eine nicht-eingebettete Ressource abgerufen von einem einzelnen URI unter der Benutzung von HTTP plus jeder anderen Ressource, die beim Rendern benutzt wird oder die dazu bestimmt ist, mit der Ursprungs-Ressource zusammen durch einen Benutzeragenten gerendert zu werden.

Anmerkung 1: Obwohl jede „andere Ressource“ zusammen mit der ursprünglichen Ressource gerendert würde, würden sie nicht zwangsläufig zeitgleich miteinander gerendert werden.

Anmerkung 2: Zum Zweck der Konformität mit diesen Richtlinien muss eine Ressource „nicht eingebettet“ innerhalb des Geltungsbereichs der Konformität sein, um als Webseite zu gelten.

Beispiel 1: Eine Web-Ressource, die alle eingebetteten Bilder und Medien beinhaltet.

Beispiel 2: Eine Web-Mail-Anwendung, die unter der Benutzung von Asynchronem JavaScript und XML (AJAX) entwickelt wurde. Das Programm liegt komplett unter http://example.com/mail, beinhaltet aber einen Posteingang, einen Kontaktbereich und einen Kalender. Es werden Links oder Schaltflächen bereitgestellt, die dazu führen, dass der Posteingang, die Kontakte oder der Kalender angezeigt werden, die aber nicht den URI der Seite als Ganzes verändern.

Beispiel 3: Eine anpassbare Portalseite, auf der Benutzer den anzuzeigenden Inhalt aus einer Gruppe verschiedener Inhaltsmodule auswählen können.

Beispiel 4: Wenn Sie in Ihrem Browser „http://shopping.example.com/“ eingeben, dann kommen Sie zu einer film-ähnlichen, interaktiven Einkaufsumgebung, in der Sie visuell in einem Geschäft herumgehen und Produkte aus den Regalen um Sie herum nehmen und in einen visuellen Einkaufswagen vor Ihnen legen können. Das Klicken auf ein Produkt führt dazu, dass es zusammen mit einem Datenblatt vorgestellt wird, das daneben schwebt. Dies kann eine einseitige Website sein oder einfach nur eine Seite innerhalb einer Website.


Fokus-Reihenfolge:
Erfolgskriterium 2.4.3 verstehen

2.4.3 Fokus-Reihenfolge: Wenn eine Webseite der Reihe nach navigiert werden kann und die Reihenfolge der Navigation die Bedeutung oder Bedienung beeinflusst, erhalten fokussierbare Komponenten den Fokus in einer Reihenfolge, der Bedeutung und Bedienbarkeit aufrecht erhält. (Stufe A)

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass Benutzer, wenn sie sequentiell durch Inhalt navigieren, Informationen in einer Reihenfolge antreffen, die konsistent mit der Bedeutung des Inhalts ist und die von der Tastatur aus bedient werden können. Damit wird Verwirrung reduziert, indem man es ermöglicht, dass Benutzer ein konsistentes mentales Modell des Inhalts entwickeln. Es kann unterschiedliche Reihenfolgen geben, welche die logischen Beziehungen im Inhalt reflektieren. Wenn man sich zum Beispiel durch die Komponenten einer Tabelle Zeile für Zeile oder Spalte für Spalte bewegt, so spiegelt beides die logischen Beziehungen im Inhalt wider. Jede der beiden Reihenfolgen kann dieses Erfolgskriterium möglicherweise erfüllen.

Die Art und Weise, wie die sequentielle Navigationsreihenfolge im Webinhalt bestimmt wird, wird durch die Technik des Inhalts definiert. Einfaches HTML zum Beispiel definiert die sequentielle Navigation über die Vorstellung der Tabreihenfolge. Dynamisches HTML kann die Navigationssequenz möglicherweise verändern, indem Scripting zusammen mit dem Hinzufügen eines Tabindex-Attributs benutzt wird, um den Fokus auf zusätzlichen Elementen zu erlauben. Wenn kein Scripting oder keine Tabindex-Attribute benutzt werden, dann ist die Navigationsreihenfolge die Reihenfolge, in der die Komponenten im Inhalts-Stream erscheinen. (Siehe HTML 4.01-Spezifikation, Abschnitt 17.11, „Giving focus to an element“).

Ein Beispiel für eine Tastaturnavigation, bei der es sich nicht um die in diesem Erfolgskriterium thematisierte sequentielle Navigation handelt, ist die Benutzung einer Navigation per Pfeiltasten, um eine Baumkomponente zu durchqueren. Der Benutzer kann die Hoch- und Runter-Pfeile benutzen, um sich von Baumknoten (tree node) zu Baumknoten zu bewegen. Das Drücken der Pfeiltaste nach links kann möglicherweise einen Knoten ausklappen, dann wird man durch die Pfeiltaste nach unten in den neu ausgeklappten Knoten bewegt. Diese Navigationssequenz folgt der erwarteten Sequenz für eine Baumsteuerung - sobald zusätzliche Elemente aus- oder eingeklappt werden, werden sie zu der Navigationssequenz hinzugefügt oder entfernt.

Die Fokus-Reihenfolge muss nicht identisch mit der durch Software bestimmten Lese-Reihenfolge sein (siehe Erfolgskriterium 1.3.2), sofern der Benutzer nach wie vor die Webseite verstehen und bedienen kann. Da es mehrere mögliche, logische Lese-Reihenfolgen für den Inhalt geben kann, kann die Fokus-Reihenfolge einer beliebigen entsprechen. Wenn sich allerdings die Reihenfolge einer bestimmten Präsentation von der durch Software bestimmten Lese-Reihenfolge unterscheidet, dann könnten es Benutzer einer dieser Präsentation schwierig finden, die Webseite zu verstehen oder zu bedienen. Autoren sollten all diese Benutzer beim Design ihrer Webseiten sorgfältig in Betracht ziehen.

Ein Screenreader-Benutzer interagiert zum Beispiel mit der durch Software bestimmten Lese-Reihenfolge während ein sehender Tastaturbenutzer mit der visuellem Präsentation der Webseite interagiert. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Fokus-Reihenfolge für beide Benutzergruppen einen Sinn ergibt und es keiner von beiden so erscheint, als würde diese willkürlich umher springen.

Von diese Techniken profitieren Tastaturbenutzer, die Dokumente sequentiell navigieren und erwarten, dass die Fokus-Reihenfolge mit der sequentiellen Lese-Reihenfolge übereinstimmt.

  • Menschen mit Mobilitäts-Einschränkungen, die auf einen Zugriff per Tastatur angewiesen sind, um eine Seite zu bedienen, profitieren von einer logischen, benutzbaren Fokus-Reihenfolge.

  • Menschen mit Behinderungen, die das Lesen erschweren, können die Orientierung verlieren, wenn das Tabben den Fokus an eine unerwartete Stelle setzt. Sie profitieren von einer logischen Fokus-Reihenfolge.

  • Menschen mit visuellen Einschränkungen können die Orientierung verlieren, wenn das Tabben den Fokus an eine unerwartete Stelle setzt oder wenn sie den Inhalt, der ein interaktives Element umgibt, nicht leicht finden können.

  • Für ein Individuum, das eine Vergrößerungssoftware mit einem hohen Grad an Vergrößerung benutzt, ist möglicherweise nur ein kleiner Teil der Seite sichtbar. Ein solcher Benutzer kann unter Umständen ein Feld im falschen Kontext interpretieren, wenn die Fokus-Reihenfolge nicht logisch ist.

(derzeit keine dokumentiert)

  1. Die Art und Weise, wie die sequentielle Navigationsreihenfolge im Webinhalt bestimmt wird, wird durch die Technik des Inhalts definiert. Einfaches HTML zum Beispiel definiert die sequentielle Navigation über die Vorstellung der Tabreihenfolge. Dynamisches HTML kann die Navigationssequenz möglicherweise verändern, indem Scripting zusammen mit dem Hinzufügen eines Tabindex-Attributs benutzt wird, um den Fokus auf zusätzlichen Elementen zu erlauben. In diesem Fall sollte die Navigation den Beziehungen und Sequenzen im Inhalt folgen. Wenn kein Scripting oder keine Tabindex-Attribute benutzt werden, dann ist die Navigationsreihenfolge die Reihenfolge, in der die Komponenten im Inhalts-Stream erscheinen. (Siehe HTML 4.01-Spezifikation, Abschnitt 17.11, „Giving focus to an element“).

  2. Benutzung einer Navigation per Pfeiltasten, um eine Baumkomponente zu durchqueren. Der Benutzer kann die Hoch- und Runter-Pfeile benutzen, um sich von Baumknoten (tree node) zu Baumknoten zu bewegen. Das Drücken der Pfeiltaste nach links kann möglicherweise einen Knoten ausklappen, dann wird man durch die Pfeiltaste nach unten in den neu ausgeklappten Knoten bewegt. Diese Navigationssequenz folgt der erwarteten Sequenz für eine Baumsteuerung - sobald zusätzliche Elemente aus- oder eingeklappt werden, werden sie zu der Navigationssequenz hinzugefügt oder entfernt.

  3. Eine Webseite implementiert nichtmodale Dialoge per Scripting. Wenn die auslösende Schaltfläche aktiviert wird, öffnet sich ein Dialog. Die interaktiven Elemente im Dialog werden sofort nach der Schaltfläche in die Fokus-Reihenfolge eingefügt. Wenn der Dialog geöffnet ist, geht die Fokus-Reihenfolge von der Schaltfläche zu den Elementen des Dialogs und dann zu dem interaktiven Element, das auf die Schaltfläche folgt. Wenn der Dialog geschlossen wird, geht die Fokus-Reihenfolge von der Schaltfläche zu dem darauf folgenden Element.

  4. Eine Webseite implementiert modale Dialoge per Scripting. Wenn die auslösende Schaltfläche aktiviert wird, öffnet sich ein Dialog der Fokus wird auf das erste interaktive Element in dem Dialog gesetzt. So lange der Dialog offen ist, ist der Fokus auf die Elemente des Dialogs beschränkt. Wenn der Dialog beendet wird, kehrt der Fokus zu der Schaltfläche oder zu dem Element, das auf die Schaltfläche folgt, zurück.

  5. Eine HTML-Webseite ist so gestaltet, dass die linksseitige Navigation im HTML nach dem Hauptteil des Inhalts erscheint und sie ist so mit CSS gestaltet, dass sie auf der linken Seite der Seite erscheint. Dies wird gemacht um zu ermöglichen, dass sich der Fokus erst zum Hauptteil des Inhalts bewegt, ohne dass tabIndex-Attribute oder JavaScript benötigt werden.

    Anmerkung: Auch wenn dieses Beispiel das Erfolgskriterium besteht, heißt das nicht notwendigerweise, dass jegliche Positionierung per CSS dies tun würde. Es kann sein, dass komplexere Positionierungs-Beispiele die Bedeutung und Bedienbarkeit unter Umständen erhalten oder auch nicht

  6. Das folgende Beispiel erfüllt das Erfolgskriterium nicht:

    Die Website einer Firma enthält ein Formular, das Marketing-Daten sammelt und es Benutzern erlaubt, verschiedene von der Firma veröffentlichte Newsletter zu abonnieren. Der Bereich des Formulars zur Sammlung von Marketing-Daten enthält Felder wie Name, Straße, PLZ, Ort und Bundesstaat oder Provinz. Ein anderer Bereich des Formulars enthält verschiedene Kontrollkästchen, so dass Benutzer die Newsletter, die sie erhalten möchten, kennzeichnen können. Die Tab-Reihenfolge für das Formular springt allerdings zwischen Feldern in unterschiedlichen Bereichen des Formulars hin und her, so dass sich der Fokus vom Namensfeld zu einem Kontrollkästchen, dann zur Straße und dann zu einem anderen Kontrollkästchen bewegt.

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Bereitstellung eines deutlich erkennbaren Mechanismus zur Hervorhebung von Links oder Steuerelemente, wenn sie den Tastaturfokus bekommen (zukünftiger Link)

  • Erstellung alternativer Reihenfolgen zur Darstellung (zukünftiger Link)

Webseite

Eine nicht-eingebettete Ressource abgerufen von einem einzelnen URI unter der Benutzung von HTTP plus jeder anderen Ressource, die beim Rendern benutzt wird oder die dazu bestimmt ist, mit der Ursprungs-Ressource zusammen durch einen Benutzeragenten gerendert zu werden.

Anmerkung 1: Obwohl jede „andere Ressource“ zusammen mit der ursprünglichen Ressource gerendert würde, würden sie nicht zwangsläufig zeitgleich miteinander gerendert werden.

Anmerkung 2: Zum Zweck der Konformität mit diesen Richtlinien muss eine Ressource „nicht eingebettet“ innerhalb des Geltungsbereichs der Konformität sein, um als Webseite zu gelten.

Beispiel 1: Eine Web-Ressource, die alle eingebetteten Bilder und Medien beinhaltet.

Beispiel 2: Eine Web-Mail-Anwendung, die unter der Benutzung von Asynchronem JavaScript und XML (AJAX) entwickelt wurde. Das Programm liegt komplett unter http://example.com/mail, beinhaltet aber einen Posteingang, einen Kontaktbereich und einen Kalender. Es werden Links oder Schaltflächen bereitgestellt, die dazu führen, dass der Posteingang, die Kontakte oder der Kalender angezeigt werden, die aber nicht den URI der Seite als Ganzes verändern.

Beispiel 3: Eine anpassbare Portalseite, auf der Benutzer den anzuzeigenden Inhalt aus einer Gruppe verschiedener Inhaltsmodule auswählen können.

Beispiel 4: Wenn Sie in Ihrem Browser „http://shopping.example.com/“ eingeben, dann kommen Sie zu einer film-ähnlichen, interaktiven Einkaufsumgebung, in der Sie visuell in einem Geschäft herumgehen und Produkte aus den Regalen um Sie herum nehmen und in einen visuellen Einkaufswagen vor Ihnen legen können. Das Klicken auf ein Produkt führt dazu, dass es zusammen mit einem Datenblatt vorgestellt wird, das daneben schwebt. Dies kann eine einseitige Website sein oder einfach nur eine Seite innerhalb einer Website.

Der Reihe nach navigiert (navigated sequentially)

In der Reihenfolge navigiert, die festgelegt wurde, um den Fokus durch die Benutzung einer Tastaturschnittstelle vorrücken zu lassen (von einem Element zum nächsten).


Linkzweck (im Kontext):
Erfolgskriterium 2.4.4 verstehen

2.4.4 Linkzweck (im Kontext): Der Zweck jedes Links kann durch den Linktext allein oder durch den Linktext zusammen mit seinem durch Software bestimmten Link-Kontext bestimmt werden außer in Fällen, in denen der Zweck des Links mehrdeutig für Benutzer im Allgemeinen wäre. (Stufe A)

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Benutzer zu helfen, den Zweck jedes Links zu verstehen, so dass sie entscheiden können, ob sie dem Link folgen wollen. Stellen Sie, wann immer möglich, Linktexte bereit, die den Zweck des Links bezeichnen, ohne dass zusätzlicher Kontext benötigt wird. Assistierende Techniken haben die Fähigkeit, Benutzern eine Liste mit Links, die auf der Webseite sind, bereitzustellen. Linktext, der so aussagekräftig wie möglich ist, hilft Benutzern, die aus dieser Liste mit Links auswählen möchten. Aussagekräftige Linktexte helfen auch denjenigen, die per Tab-Taste von Link zu Link gehen wollen. Aussagekräftige Links helfen Benutzern dabei auszuwählen, welchen Links sie folgen wollen, ohne dass komplizierte Strategien erforderlich sind, um die Seite zu versehen.

In manchen Situationen empfiehlt es sich, dass Autoren einen Teil der Beschreibung des Links in einem in logischem Zusammenhang stehenden Text, der den Kontext für den Link gibt, bereitstellen. In diesem Fall sollte der Benutzer in der Lage sein, den Zweck des Links zu erkennen, ohne dass er den Fokus von dem Link weg bewegen muss. In anderen Worten, sie können bei einem Link ankommen und mehr darüber herausfinden, ohne dass sie ihre Position verlieren. Dies kann man erreichen, indem die Beschreibung des Links in den gleichen Satz, Absatz Listenelement, in die Überschrift, die dem Link unmittelbar vorausgeht, in die als Link fungierende Tabellenzelle oder in die Überschriftenzelle einer Tabelle für einen Link in einer Datentabelle schreibt, da diese unmittelbar mit dem Link selber verbunden sind.

Dieser Kontext ist am brauchbarsten, wenn er dem Link vorangeht. (Wenn Sie zum Beispiel missverständlichen Linktext benutzen müssen, dann ist es besser, ihn an das Ende des Satzes, der dessen Ziel beschreibt, zu stellen, statt die missverständliche Phrase an den Beginn des Satzes zu stellen.) Wenn die Beschreibung auf den Link folgt, dann kann dies bei Benutzern von Screenreadern, welche die Seite der Reihe nach lesen (von oben nach unten), zu Verwirrung führen.

Links mit dem gleichen Ziel sollten die gleichen Beschreibungen haben (gemäß Erfolgskriterium 3.2.4), aber Links mit unterschiedlichen Zwecken und Zielen sollten unterschiedliche Beschreibungen haben.

Das Erfolgskriterium enthält eine Ausnahme für Links, bei denen sich der Zweck des Links nicht aus den Informationen auf der Webseite erschließt. In dieser Situation ist die Person mit der Behinderung nicht im Nachteil; es gibt keinen zusätzlichen Kontext, um den Zweck des Links zu verstehen. Allerdings muss alles, was auf der Webseite an Kontext zur Verfügung steht und das benutzt werden kann, um den Zweck des Links zu interpretieren, im Linktext bereitgestellt werden oder es muss durch Software mit dem Link verknüpft werden, um das Erfolgskriterium zu erfüllen.

Anmerkung: Es kann unter Umständen Situationen geben, in denen der Zweck des Links unbekannt oder nicht zu erkennen sein soll. Zum Beispiel kann ein Spiel möglicherweise Links haben, die nur als Tür #1, Tür #2 und Tür #3 gekennzeichnet sind. Dieser Linktext wäre ausreichend, denn der Zweck des Links ist es, Spannung für alle Benutzer zu schaffen.

Siehe auch Erfolgskriterium 2.4.9 verstehen - Linkzweck (reiner Link).

  • Dieses Erfolgskriterium hilft Menschen mit Bewegungseinschränkungen, indem man sie Links überspringen lässt, an denen sie nicht interessiert sind und damit Tastenanschläge vermeidet, die notwendig wären, um den referenzierten Inhalt zu besuchen und dann zum aktuellen Inhalt zurück zu kehren.

  • Menschen mit kognitiven Einschränkungen verlieren nicht die Orientierung durch mehrfache Navigation zu und von Inhalten, an denen sie nicht interessiert sind.

  • Menschen mit visuellen Behinderungen sind in der Lage, den Zweck eines Links zu bestimmen, indem die den Kontext des Links erkunden.

  • Ein Link enthält Text, der eine Beschreibung der Informationen an dem URI gibt

    Eine Seite enthält den Satz „There was much bloodshed during the Medieval period of history.“, wobei „Medieval period of history“ ein Link ist.

  • Einem Link geht eine Textbeschreibung der Informationen an dem URI voraus

    Eine Seite enthält den Satz „Learn more about the Government of Ireland's Commission on Electronic Voting at Go Vote!“, wobei „Go Vote!“ ein Link ist.

  • Sowohl ein Symbol als auch Text sind im gleichen Link enthalten

    Ein Symbol einer Wahlmaschine und der Text „Government of Ireland's Commission of Electronic Voting“ werden kombiniert, um einen einzigen Link zu ergeben. Der alt-Text für das Symbol ist leer, da der Zweck des Links schon durch den Text des Links neben dem Symbol beschrieben wird.

  • Eine Liste mit Buchtiteln

    Eine Liste an Büchern steht in drei Formaten zur Verfügung: HTML, PDF und mp3 (eine Aufnahme einer Person, die das Buch liest). Um zu vermeiden, dass man den Titel jedes Buches dreimal hört (einmal für jedes Format), ist der erste Link für jedes Buch der Titel des Buches, der zweite Link lautet „PDF“ und der dritte lautet „mp3“.

  • Zusammenfassung von Nachrichtenartikeln

    Eine Webseite enthält eine Sammlung an Nachrichtenartikeln. Auf der Hauptseite stehen die ersten paar Sätze jedes Artikels, gefolgt von einem „Weiterlesen“-Link. Ein Screenreader-Befehl zum Lesen des aktuellen Absatzes stellt den Kontext zur Verfügung, um den Zweck des Links zu interpretieren.

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

  1. G91: Bereitstellung eines Linktextes, der den Zweck eines Links beschreibt

  2. H30: Bereitstellung eines Linktextes, der den Zweck eines Links bei anchor-Elementen beschreibt (HTML)

  3. H24: Bereitstellung von Textalternativen für die area-Elemente bei Image Maps (HTML)

  4. FLASH27: Bereitstellung von Beschriftungen (Labels) für Schaltflächen, die den Zweck einer Schaltfläche beschreiben (Flash)

  5. Es dem Benutzer erlauben, zwischen kurzen und langen Linktexten zu wählen, indem eine der unten genannten Techniken benutzt wird:

  6. G53: Kennzeichnung des Linkzwecks, indem der Linktext zusammen mit dem Text des einschließenden Satzes benutzt wird

  7. Bereitstellung einer ergänzenden Beschreibung des Linkzwecks, indem eine der folgenden Techniken benutzt wird:

  8. Kennzeichnung des Linkzwecks, indem der Linktext zusammen mit seinem durch Software bestimmten Link-Kontext benutzt wird. Dies macht man durch die Benutzung einer der folgenden Techniken:

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Mehrdeutig für Benutzer im Allgemeinen (ambiguous to users in general)

Der Zweck kann nicht durch den Link und die gesamten Informationen auf der Webseite, die dem Benutzer gleichzeitig mit dem Link gezeigt werden, bestimmt werden (d.h. Leser ohne Behinderungen würden erst bei Aktivierung eines Links wissen, was dieser macht und nicht schon vorher).

Beispiel: Das Wort Guave im folgenden Satz „Eines der bedeutendsten Exportgüter ist die Guave“ ist ein Link. Der Link könnte zu einer Definition von Guave führen, zu einem Diagramm, in dem die Menge an exportierten Guaven aufgelistet ist oder zu einer Fotografie von Menschen bei der Guavenernte. Bevor der Link nicht aktiviert wird, sind sich alle Benutzer darüber im Unklaren und die Person mit einer Behinderung hat keinerlei Nachteil.

Linkzweck (link purpose)

Art des Ergebnisses, das man erhält, wenn man einen Hyperlink aktiviert.

Durch Software bestimmter Link-Kontext (programmatically determined link context)

Zusätzliche Informationen, die durch Beziehungen mit einem Link durch Software bestimmt werden können. Diese Informationen werden mit dem Link-Text kombiniert und dem Benutzer in verschiedenen Modalitäten präsentiert.

Beispiel: In HTML beinhalten Informationen, die von einem Link in Englisch durch Software bestimmbar sind, Text, der in dem gleichen Absatz, der gleichen Liste oder Tabellenzelle ist wie der Link oder in einer Zelle mit Tabellenüberschrift, die mit der Tabellenzelle verknüpft ist, die den Link enthält.

Anmerkung: Da Screenreader die Zeichensetzung interpretieren können, können sie auch den Zusammenhang aus dem aktuellen Satz verfügbar machen, wenn der Fokus auf einem Link in diesem Satz liegt.


Verschiedene Methoden:
Erfolgskriterium 2.4.5 verstehen

2.4.5 Verschiedene Methoden: Es gibt mehr als eine Methode, um eine Webseite innerhalb eines Satzes von Webseiten zu finden, außer die Webseite ist das Ergebnis oder ein Schritt innerhalb eines Prozesses. (Stufe AA)

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist, es Benutzern zu ermöglichen, Inhalte auf eine Art zu finden, die ihren Bedürfnissen am Besten entspricht. Benutzer finden möglicherweise eine Technik einfacher oder verständlicher zu nutzen als eine andere.

Auch kleine Sites könnten Benutzern irgendeine Art der Orientierung bieten. Für eine drei- oder vierseitige Site, bei der alle Seiten von der Homepage aus verlinkt sind, kann es unter Umständen ausreichen, einfach nur Links von und zur Homepage bereitzustellen, wobei die Links auf der Homepage auch als Sitemap dienen können.

  • Die Bereitstellung einer Möglichkeit, Sites auch mehr als eine Art zu navigieren, kann Menschen helfen, Informationen schneller zu finden. Benutzer mit visuellen Einschränkungen finden es möglicherweise einfacher, zum korrkten Teil der Site zu navigieren, indem sie eine Suche benutzen, statt mit einer Vergrößerungssoftware oder einem Screenreader durch eine große Navigationsleiste zu scrollen. Eine Person mit kognitiven Behinderungen zieht unter Umständen ein Inhaltsverzeichnis oder eine Sitemap vor, die einen Überblick über die Site bieten statt verschiedene Webseiten zu lesen und zu durchqueren. Einige Benutzer ziehen es möglicherweise vor, die Site auf sequentielle Art zu erkunden, indem sie sich von Webseite zu Webseite bewegen, um die Konzepte und das Layout bestmöglich zu verstehen.

  • Individuen mit kognitiven Einschränkungen finden es unter Umständen leichter, Suchfunktionen zu benutzen statt eines hierarchischen Navigationsschemas, das schwierig zu verstehen sein könnte.

  • Ein Suchmechanismus.

    Eine große Firma der verarbeitenden Lebensmittelindustrie bietet eine Site, auf der Rezepte sind, die mit ihren Produkte erstellt wurden. Die Site stellt einen Suchmechanismus bereit, um nach Rezepten zu suchen, die eine bestimmte Zutat enthalten. Darüber hinaus wird ein Listen-Kästchen bereitgestellt, in dem verschiedene Kategorien an Speisen aufgelistet werden. Ein Benutzer kann zum Beispiel „Suppe“ in der Suchmaschine eingeben oder „Suppe“ aus dem Listen-Kästchen auswählen, um zu einer Seite mit einer Liste an Rezepten zu gehen, die aus den Suppenprodukten der Firma hergestellt wurden

  • Links zwischen Webseiten.

    Ein örtlicher Friseur hat eine Website erstellt, um seine Dienstleistungen zu bewerben. Die Site enthält nur 5 Webseiten. Auf jeder Webseite gibt es Links, um auf den Webseiten sequentiell vor- oder zurück zu gehen. Darüber hinaus enthält jede Webseite eine Liste mit Links, um jede der anderen Webseiten zu erreichen.

  • Wenn Inhalte das Ergebnis eines Prozesses oder einer Aufgabe sind - Bestätigung einer Überweisung.

    Eine Site zur Abwicklung von Online-Bankgeschäfen ermöglicht es, Gelder über das Web zwischen Konten zu transferieren. Es gibt keine andere Methode, um die Bestätigung der Überweisung zu finden, bis dass der Kontoinhaber die Überweisung fertigstellt.

  • Wo Inhalt ein Ergebnis eines Prozesses oder einer Aufgabe ist - Suchmaschinenergebnisse.

    Eine Suchmaschine stellt die Suchergebnisse auf Basis der Eingaben durch den Benutzer bereit. Es gibt keine andere Methode, um die Suchergebnisse zu finden, außer den Suchvorgang selber durchzuführen.

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 2.4.5 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Webseite

Eine nicht-eingebettete Ressource abgerufen von einem einzelnen URI unter der Benutzung von HTTP plus jeder anderen Ressource, die beim Rendern benutzt wird oder die dazu bestimmt ist, mit der Ursprungs-Ressource zusammen durch einen Benutzeragenten gerendert zu werden.

Anmerkung 1: Obwohl jede „andere Ressource“ zusammen mit der ursprünglichen Ressource gerendert würde, würden sie nicht zwangsläufig zeitgleich miteinander gerendert werden.

Anmerkung 2: Zum Zweck der Konformität mit diesen Richtlinien muss eine Ressource „nicht eingebettet“ innerhalb des Geltungsbereichs der Konformität sein, um als Webseite zu gelten.

Beispiel 1: Eine Web-Ressource, die alle eingebetteten Bilder und Medien beinhaltet.

Beispiel 2: Eine Web-Mail-Anwendung, die unter der Benutzung von Asynchronem JavaScript und XML (AJAX) entwickelt wurde. Das Programm liegt komplett unter http://example.com/mail, beinhaltet aber einen Posteingang, einen Kontaktbereich und einen Kalender. Es werden Links oder Schaltflächen bereitgestellt, die dazu führen, dass der Posteingang, die Kontakte oder der Kalender angezeigt werden, die aber nicht den URI der Seite als Ganzes verändern.

Beispiel 3: Eine anpassbare Portalseite, auf der Benutzer den anzuzeigenden Inhalt aus einer Gruppe verschiedener Inhaltsmodule auswählen können.

Beispiel 4: Wenn Sie in Ihrem Browser „http://shopping.example.com/“ eingeben, dann kommen Sie zu einer film-ähnlichen, interaktiven Einkaufsumgebung, in der Sie visuell in einem Geschäft herumgehen und Produkte aus den Regalen um Sie herum nehmen und in einen visuellen Einkaufswagen vor Ihnen legen können. Das Klicken auf ein Produkt führt dazu, dass es zusammen mit einem Datenblatt vorgestellt wird, das daneben schwebt. Dies kann eine einseitige Website sein oder einfach nur eine Seite innerhalb einer Website.

Prozess (process)

Eine Serie von Benutzerhandlungen, bei der jede Handlung erforderlich ist, um eine Aktivität abzuschließen.

Beispiel 1: Die erfolgreiche Benutzung einer Reihe von Webseiten in einem Online-Shop verlangt von dem Benutzer, dass er alternative Produkte, Preise und Angebote ansieht, Produkte auswählt, eine Bestellung aufgibt und Versand- und Zahlungsinformationen angibt.

Beispiel 2: Eine Seite zur Registrierung eines Kontos verlangt die erfolgreiche Fertigstellung eines Turing-Tests, bevor auf die Registrierung zugegriffen werden kann.

Satz von Webseiten (set of Web pages)

Sammlung von Webseiten, die einem gemeinsamen Zweck dienen und die vom gleichen Autor, der gleichen Gruppe oder der gleichen Organisation erstellt werden.

Anmerkung: Versionen in verschiedenen Sprachen würde man als unterschiedliche Sätze von Webseiten betrachten.


Überschriften und Labels:
Erfolgskriterium 2.4.6 verstehen

2.4.6 Überschriften und Beschriftungen (Labels): Überschriften und Labels beschreiben ein Thema oder einen Zweck. (Stufe AA)

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Benutzern dabei zu helfen zu verstehen, welche Informationen auf den Webseiten enthalten sind und wie diese Informationen angeordnet sind. Wenn Überschriften eindeutig und beschreibend sind, können Benutzer die Informationen, die sie suchen, leichter finden und sie können die Beziehungen zwischen unterschiedlichen Teilen des Inhalts leichter verstehen. Beschreibende Beschriftungen helfen Benutzern dabei, bestimmte Komponenten innerhalb des Inhalts zu erkennen.

Beschriftungen und Überschriften müssen nicht übermäßig lang sein. Ein Wort oder auch nur ein einzelner Buchstabe kann möglicherweise ausreichen, wenn dieses oder dieser einen passenden Hinweis zum Auffinden und Navigieren des Inhalts bietet.

  • Beschreibende Überschriften sind für Benutzer, die Behinderungen haben, die das Lesen verlangsamen, und für Menschen mit einem begrenzten Kurzzeitgedächtnis besonders hilfreich. Diese Menschen profitieren davon, wenn Abschnitts-Titel es ermöglichen vorherzusehen, was jeder Abschnitt enthält.

  • Menschen, die Schwierigkeiten damit haben, ihre Hände zu benutzen, oder die Schmerzen haben, wenn sie dies tun, profitieren von Techniken, welche die Anzahl von Tastenanschlägen, die erforderlich sind, um den Inhalt, den sie benötigen, zu erreichen, reduzieren.

  • Dieses Erfolgskriterium hilft Menschen, die Screenreader benutzen, indem es sicherstellt, dass Beschriftungen und Überschriften aussagekräftig sind, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen und vorgelesen werden, zum Beispiel in einem Inhaltsverzeichnis oder wenn man innerhalb einer Seite von Überschrift zu Überschrift springt.

    Dieses Erfolgskriterium kann möglicherweise auch Benutzern mit geringem Sehvermögen, die nur ein paar Worte auf einmal sehen können, helfen.

  • Eine Nachrichten-Site.

    Die Homepage einer Nachrichten-Site listet die Überschriften für die Top-Themen der Stunde auf. Unter jeder Überschrift befinden sich die ersten 35 Worte der Nachricht und ein Link zum komplettem Artikel. Jede Überschrift vermittelt eine eindeutige Vorstellung des Themas des Artikels.

  • Eine Anleitung dazu, wie man gut schreibt

    Eine Anleitung zum Schreiben enthält die folgenden Abschnitts-Titel: Wie man gut schreibt, Weglassen von unnützen Worten, Erkennen von unnützen Worten usw. Die Abschnittsüberschriften sind eindeutig und präzise und die Struktur der Informationen wird in der Struktur der Überschriften widergespiegelt.

  • Beispiel 3: Durchgängige Überschriften in unterschiedlichen Artikeln

    Eine Website enthält Referate einer Konferenz. Einreichungen für die Konferenz müssen den folgenden Aufbau haben: Zusammenfassung, Einleitung, [andere Abschnitte, die spezifisch für diesen Artikel sind], Schlussfolgerung, Biografie des Autors, Glossar und Literaturverzeichnis. Der Titel jeder Webseite kennzeichnet eindeutig den enthaltenen Artikel und schafft damit eine nützliche Balance zwischen der Einzigartigkeit der Artikel und der Einheitlichkeit der Abschnittsüberschriften.

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

  1. G130: Bereitstellung beschreibender Überschriften

  2. G131: Bereitstellung beschreibender Labels

Anmerkung: Überschriften und Labels müssen durch Software bestimmt sein, durch Erfolgskriterium 1.3.1.

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Benutzung von einmaligen Abschnittsüberschriften auf einer Webseite (zukünftiger Link)

  • Beginn der Abschnittsüberschriften mit einmaligen Informationen (zukünftiger Link)

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 2.4.6 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Beschriftung / Label (label)

Text oder andere Komponente mit einer Textalternative, der oder die dem Benutzer präsentiert wird, um eine Komponente innerhalb von Webinhalten zu identifizieren.

Anmerkung 1: Eine Beschriftung (Label) wird allen Benutzern gezeigt, wobei der Name versteckt sein kann und nur von assistierenden Techniken gezeigt wird. In vielen (aber nicht allen) Fällen sind Name und Beschriftung gleich.

Anmerkung 2: Der Begriff Beschriftung (Label) ist nicht beschränkt auf das Label-Element in HTML.


Fokus sichtbar:
Erfolgskriterium 2.4.7 verstehen

2.4.7 Fokus sichtbar: Jede durch Tastatur bedienbare Benutzerschnittstelle hat einen Bedienmodus, bei dem der Tastaturfokus sichtbar ist. (Stufe AA)

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass es mindestens eine Art der Bedienung gibt, bei dem der Tastatur-Fokus-Indikator visuell ausfindig gemacht werden kann.

  • Dieses Erfolgskriterium hilft all denen, die auf die Tastatur angewiesen sind, um die Seite zu bedienen, indem man sie jederzeit die Komponente, mit der die Tastaturbedienung interagieren wird, visuell bestimmen lässt.

  • Menschen mit begrenzter Aufmerksamkeit, Einschränkungen im Kurzzeitgedächtnis oder Einschränkungen bei ausführenden Prozesses profitieren, indem sie in der Lage sind zu sehen, wo sich der Fokus befindet.

  • Wenn Textfelder den Fokus erhalten wird ein vertikaler Balken in dem Feld angezeigt, der darauf hinweist, dass der Benutzer Text einfügen kann ODER der gesamte Text wird hervorgehoben, was darauf hinweist, dass der Benutzer den Text überschreiben kann.

  • Wenn ein Steuerelement der Benutzerschnittstelle den Fokus erhält, wird ein sichtbarer Rahmen darum herum angezeigt.

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Hervorhebung eines Links oder Steuerelements, wenn die Maus darüber schwebt (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines deutlich erkennbaren Mechanismus zur Hervorhebung von Links oder Steuerelemente, wenn sie den Tastaturfokus bekommen (zukünftiger Link)


Position:
Erfolgskriterium 2.4.8 verstehen

2.4.8 Position: Es gibt Informationen zu der Position des Benutzers innerhalb eines Satzes von Webseiten. (Stufe AAA)

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, dem Benutzer die Möglichkeit zu geben, sich selber innerhalb eines Satzes an Webseiten, einer Website oder einer Webanwendung zu orientieren und damit im Zusammenhang stehende Informationen zu finden.

  • Dieses Erfolgskriterium ist hilfreich für Menschen mit einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne, die verwirrt werden könnten, wenn sie auf dem Weg zu einer Webseite einer langen Reihe an Navigationsschritten folgen müssen. Es ist außerdem hilfreich, wenn ein Benutzer direkt einem Link zu einer Seite folgt, die tief in einem Satz an Webseiten liegt und der auf dieser Website navigieren muss, um den Inhalt dieser Seite zu verstehen oder um weitere, damit im Zusammenhang stehende Informationen zu finden.

  • Links, um Benutzern zu helfen, ihre Position auf einer Site zu bestimmen

    Eine Forschungsgruppe ist Teil einer Bildungsabteilung an einer Universität. Die Homepage der Gruppe verlinkt zur Homepage der Abteilung und zur Homepage der Universität.

  • Ein „Brotkrumenpfad“

    Eine Portal-Website gliedert Themen in Kategorien. Während der Benutzer durch Kategorien und Unterkategorien navigiert, zeigt ein „Brotkrumenpfad“ die aktuelle Position in der Hierarchie der Kategorien. Jede Seite enthält außerdem einen Link zur Homepage des Portals.

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Bereitstellung eines Links zur Homepage oder Hauptseite (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer leicht zu lesenden Version mit Informationen zur Gliederung eines Satzes von Webseiten (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer Version in Gebärdensprache mit Informationen zur Gliederung eines Satzes von Webseiten (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer leicht zu lesenden Zusammenfassung am beginn jedes Inhaltsabschnitts (zukünftiger Link)

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 2.4.8 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Satz von Webseiten (set of Web pages)

Sammlung von Webseiten, die einem gemeinsamen Zweck dienen und die vom gleichen Autor, der gleichen Gruppe oder der gleichen Organisation erstellt werden.

Anmerkung: Versionen in verschiedenen Sprachen würde man als unterschiedliche Sätze von Webseiten betrachten.


Linkzweck (reiner Link):
Erfolgskriterium 2.4.9 verstehen

2.4.9 Linkzweck (reiner Link): Es gibt einen Mechanismus, um den Zweck jedes Links durch den Linktext allein zu erkennen, außer der Linkzweck wäre mehrdeutig für Benutzer im Allgemeinen. (Stufe AAA)

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Benutzern zu helfen, den Zweck jedes Links im Inhalt zu verstehen, so dass sie entscheiden können, ob sie ihm folgen wollen. Best Practice ist, dass Links mit demselben Ziel die gleichen Beschreibungen hätten, aber Links mit unterschiedlichen Zwecken und Zielen unterschiedliche Beschreibungen hätten (siehe auch Erfolgskriterium 3.2.4, das die Durchgängigkeit bei der Kennzeichnung von Komponenten mit der gleichen Funktionalität verlangt). Da der Zweck eines Links durch seinen Linktext bestimmt werden kann, kann man Links verstehen, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen sind, zum Beispiel wenn der Benutzeragent eine Liste mit allen Links, die auf einer Seite sind, bereitstellt.

Das Erfolgskriterium enthält eine Ausnahme für Links, bei denen sich der Zweck des Links nicht aus den Informationen auf der Webseite erschließt. In dieser Situation ist die Person mit der Behinderung nicht im Nachteil; es gibt keinen zusätzlichen Kontext, um den Zweck des Links zu verstehen. Egal, wie viel Kontext, der benutzt werden kann, um den Zweck des Links zu interpretieren, auf der Webseite zur Verfügung steht, dieser muss indessen im Linktext bereitgestellt werden, um das Erfolgskriterium zu erfüllen.

Das Wort „Mechanismus“ wird benutzt, um es Autoren zu erlauben, entweder alle Links standardmäßig außerhalb des Kontextes komplett verständlich zu machen oder aber eine Möglichkeit zu bieten, um sie so zu machen. Dies wurde gemacht, weil Seiten für manche Benutzer einfacher und für andere schwieriger werden, wenn die Links alle aus sich selbst heraus eindeutig sind. Die Bereitstellung der Möglichkeit die Links (aus sich selbst heraus) eindeutig zu machen oder auch nicht, gibt beiden Benutzern mit Behinderungen die Möglichkeit, die Seite in dem Format zu benutzen, die am besten ihren Bedürfnissen entspricht.

Zum Beispiel: Eine Seite, auf der 100 Buchtitel zusammen mit Links zum Herunterladen der Bücher in HTML, PDF, DOC, TXT, MP3 oder AAC aufgelistet werden, könnte normalerweise wie folgt angesehen werden: Buchtitel als Link mit den Worten „als HTML“ dahinter. Dann der Satz „Auch erhältlich in:“ gefolgt von einer Reihe an kurzen Links mit dem Text „HTML“, „PDF“, „DOC“, „TXT“, „MP3“ und „AAC“. Auf Stufe 3 könnten manche Benutzer wählen, dass sie die Seite auf diese Art sehen - weil sie die Seite schwerer zu verstehen oder langsamer zu benutzen fänden, wenn der komplette Buchtitel in jedem der Links aufgeführt würde. Andere könnten auswählen, dass sie die Seite mit dem vollen Titel als Teil jedes Links sehen wollen, so dass jeder Link aus sich selbst heraus verständlich wäre. Sowohl die erste als auch die letzte Gruppe könnte Menschen mit visuellen oder kognitiven Behinderungen enthalten, die unterschiedliche Techniken zum Browsen benutzen oder die unterschiedliche Arten oder Schweregrade an Behinderungen haben.

  • Dieses Erfolgskriterium hilft Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen, indem diese Webseiten, an denen sie nicht interessiert sind, überspringen können und dadurch Tastenanschläge vermieden werden, die notwendig wären, um den referenzierten Inhalt zu besuchen und dann zum aktuellen Inhalt zurückzukehren.

  • Menschen mit kognitiven Einschränkungen werden nicht durch zusätzliche Navigation zu und von Inhalten, an denen sie nicht interessiert sind, orientierungslos.

  • Menschen mit visuellen Behinderungen profitieren davon, dass sie ihren Platz im Inhalt nicht verlieren, wenn sie zur Ursprungsseite zurückkehren. Die Linkliste des Screenreaders ist zum Auffinden von Informationen nützlicher, weil die Ziele der Links beschrieben werden.

  • Sowohl ein Symbol als auch Text sind im gleichen Link enthalten

    Ein Symbol einer Wahlmaschine und der Text „Government of Ireland's Commission of Electronic Voting“ werden kombiniert, um einen einzigen Link zu ergeben.

  • Eine Liste mit Buchtiteln

    Eine Liste an Büchern steht in drei Formaten zur Verfügung: HTML, PDF und mp3 (eine Aufnahme einer Person, die das Buch liest). Auf den Buchtitel folgen Links zu den unterschiedlichen Formaten. Der gerenderte Text für jeden Link ist nur der Format-Typ, aber der Text, der mit jedem Link verknüpft ist, enthält sowohl den Titel als auch das Format; zum Beispiel „Gullivers Reisen, MP3“.

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Mehrdeutig für Benutzer im Allgemeinen (ambiguous to users in general)

Der Zweck kann nicht durch den Link und die gesamten Informationen auf der Webseite, die dem Benutzer gleichzeitig mit dem Link gezeigt werden, bestimmt werden (d.h. Leser ohne Behinderungen würden erst bei Aktivierung eines Links wissen, was dieser macht und nicht schon vorher).

Beispiel: Das Wort Guave im folgenden Satz „Eines der bedeutendsten Exportgüter ist die Guave“ ist ein Link. Der Link könnte zu einer Definition von Guave führen, zu einem Diagramm, in dem die Menge an exportierten Guaven aufgelistet ist oder zu einer Fotografie von Menschen bei der Guavenernte. Bevor der Link nicht aktiviert wird, sind sich alle Benutzer darüber im Unklaren und die Person mit einer Behinderung hat keinerlei Nachteil.

Mechanismus (mechanism)

Prozess oder Technik, um ein Ergebnis zu erzielen.

Anmerkung 1: Der Mechanismus kann explizit im Inhalt bereitgestellt werden oder man verlässt sich darauf, dass er entweder von der Plattform oder dem Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken bereitgestellt wird.

Anmerkung 2: Der Mechanismus muss alle Erfolgskriterien für die angegebene Konformitätsstufe erfüllen.


Abschnittsüberschriften:
Erfolgskriterium 2.4.10 verstehen

2.4.10 Abschnittsüberschriften: Abschnittsüberschriften werden genutzt, um den Inhalt zu gliedern. (Stufe AAA)

Anmerkung 1: „Überschrift“ wird in seiner allgemeinen Bedeutung benutzt und beinhaltet Titel und andere Methoden, um verschiedenen Arten von Inhalt eine Überschrift hinzuzufügen.

Anmerkung 2: Dieses Erfolgskriterium behandelt Abschnitte innerhalb von Geschriebenem, nicht Bestandteile der Benutzerschnittstelle. Bestandteile der Benutzerschnittstelle werden unter Erfolgskriterium 4.1.2 behandelt.

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Überschriften für Abschnitte einer Webseite bereitzustellen, wenn die Seite in Abschnitte gegliedert ist. Zum Beispiel werden lange Dokumente oft in eine Reihe an Kapitel unterteilt, Kapitel haben Unterthemen und Unterthemen werden in unterschiedliche Abschnitte unterteilt, Abschnitte in Absätze usw. Wenn solche Abschnitte existieren, dann müssen sie Überschriften haben, die diese einleiten. Dies weist deutlich auf die Gliederung des Inhalts hin, erleichtert die Navigation innerhalb des Inhalts und stellt mentale „Identifikatoren“ zur Verfügung, die beim Verständnis des Inhalts helfen. Andere Seitenelemente können Überschriften möglicherweise ergänzen, um die Darstellung zu verbessern (z.B. horizontale Linien und Kästen), aber die visuelle Darstellung ist nicht ausreichend, um Dokument-Abschnitte zu erkennen.

Diese Bestimmung ist auf Stufe AAA eingefügt, da sie nicht immer auf alle Arten des Inhalts angewendet werden kann und es unter Umständen nicht immer möglich ist, Überschriften einzufügen. Wenn man zum Beispiel ein bereits bestehendes Dokument im Web veröffentlichen will, dann kann man keine Überschriften, die ein Autor nicht in das Originaldokument eingefügt hat, hinzufügen. Oder ein langer Brief, der häufig unterschiedliche Themen behandelt; es wäre allerdings ziemlich merkwürdig, wenn man Überschriften in einen Brief einfügt. Wenn ein Dokument allerdings in Abschnitte mit Überschriften aufgeteilt werden kann, dann erleichtert das sowohl das Verständnis als auch die Navigation.

  • Menschen, die blind sind, wissen dann, wenn sie sich von einem Abschnitt einer Webseite zu einem anderen bewegt haben und sie kennen dann den Zweck jedes Abschnitts.

  • Menschen mit einigen Lernbehinderungen sind dann in der Lage, die Überschriften zu benutzen, um die gesamte Gliederung des Seiteninhalts leichter zu verstehen.

  • Menschen, die den Inhalt per Tastatur navigieren, sind dann in der Lage, den Fokus von Überschrift zu Überschrift springen zu lassen, was sie dazu in die Lage versetzt, Inhalt, der sie interessiert, schnell zu finden.

  • Auf Seiten, bei denen Inhalte in Teilen der Seite aktualisiert werden, können Überschriften benutzt werden, um schnell auf aktualisierte Inhalte zuzugreifen.

  • Eine Speisekarte enthält unterschiedliche Bereiche für verschiedene Gänge. Jeder Abschnitt hat eine Überschrift: Vorspeisen, Salate, Suppen, Hauptgerichte, Desserts.

  • Eine Webanwendung enthält eine Einstellungs-Seite, die in Gruppen mit verwandten Einstellungen unterteilt ist. Jeder Abschnitt enthält eine Überschrift, welche die Klasse der Einstellungen beschreibt.

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Benutzung der ‚live‘-Eigenschaft, um live-Bereiche zu markieren (zukünftiger Link) (ARIA)

  • Bereitstellung eines Mechanismus, um zu den unterschiedlichen Inhaltsabschnitten einer Webseite zu navigieren (zukünftiger Link)

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 2.4.10 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Abschnitt (section)

Ein in sich geschlossener Block von geschriebenem Inhalt, der ein oder mehrere verwandte Themen oder Gedanken behandelt.

Anmerkung: Ein Abschnitt kann aus einem oder mehreren Absätzen bestehen und Grafiken, Tabellen, Listen und Unter-Abschnitte beinhalten.

Bestandteil der Benutzerschnittstelle (user interface component)

Ein Teil des Inhalts, der von den Benutzern als einzelnes Steuerelement für eine bestimmte Funktion wahrgenommen wird.

Anmerkung 1: Mehrere Bestandteile der Benutzerschnittstelle können als einzelnes programmtechnisches Element implementiert sein. In dem Zusammenhang ist das Wort „Bestandteil“ nicht an Programmiertechniken gebunden, sondern an das, was Benutzer als unterschiedliche Steuerelemente wahrnehmen.

Anmerkung 2: Bestandteile der Benutzerschnittstelle beinhalten sowohl Formularelemente und Links als auch Bestandteile, die von Skripten generiert werden.

Beispiel: Ein Applet hat ein „Steuerelement“, das dazu benutzt werden kann, sich Zeile für Zeile, Seite für Seite oder zufällig durch Inhalt zu bewegen. Da jede dieser Möglichkeiten einen Namen hat und unabhängig voneinander einzustellen sein müsste, wäre jede einzelne Möglichkeit ein „Bestandteil der Benutzerschnittstelle.“


Lesbar:
Richtlinie 3.1 verstehen

Richtlinie 3.1 Machen Sie Inhalt lesbar und verständlich.

Absicht der Richtlinie 3.1

Die Absicht dieser Richtlinie ist, es zu ermöglichen, dass Textinhalt von Benutzern und assistierenden Techniken gelesen werden kann und sicherzustellen, dass für das Verständnis notwendige Informationen zur Verfügung stehen.

Menschen mit Behinderungen erleben Text auf viele verschiedene Arten. Für manche ist das Erlebnis visuell; für manche ist es auditiv; für manche ist es taktil; für wieder andere ist es sowohl visuell als auch auditiv. Manche Benutzer erleben große Schwierigkeiten bei der Erkennung geschriebener Worte, verstehen aber extrem komplexe und anspruchsvolle Dokumente, wenn der Text laut vorgelesen wird oder wenn zentrale Prozesse und Ideen visuell illustriert oder in Gebärdensprache übersetzt werden. Für manche Benutzer ist es schwierig, die Bedeutung eines Wortes oder einer Phrase aus dem Kontext zu folgern, besonders dann, wenn das Wort oder die Phrase auf ungewöhnliche Art benutzt wird oder eine besondere Bedeutung erhalten hat; für diese Benutzer kann die Fähigkeit zu lesen und zu verstehen möglicherweise davon abhängig sein, ob bestimmte Definitionen oder die ausgeschriebenen Fassungen von Akronymen oder Abkürzungen zur Verfügung stehen. Benutzeragenten einschließlich sprachgesteuerte und grafische Anwendungen sind möglicherweise nicht dazu in der Lage, Text korrekt darzustellen, wenn Sprache und Textrichtung nicht gekennzeichnet werden; während dies für die meisten Benutzer kleinere Probleme sind, können sie enorme Barrieren für Benutzer mit Behinderungen darstellen. In Fällen, in denen die Bedeutung nicht ohne Informationen zur Aussprache bestimmt werden kann (zum Beispiel bestimmte japanische Kanji-Zeichen), müssen auch die Informationen zur Aussprache zur Verfügung stehen

Empfohlene Techniken für Richtlinie 3.1 (nicht erfolgskriterien-spezifisch)

Spezifische Techniken zur Erfüllung jedes Erfolgskriteriums für diese Richtlinie werden in den „Verstehen“-Abschnitten für jedes (unten aufgeführte) Erfolgskriterium aufgelistet. Wenn es allerdings Techniken gibt, um diese Richtlinie zu behandeln, die nicht unter eines der Erfolgskriterien fallen, dann sind diese hier aufgelistet. Diese Techniken sind nicht erforderlich oder ausreichend, um irgendein Erfolgskriterium zu erfüllen, können aber bestimmte Arten von Webinhalten für mehr Menschen barrierefreier machen.

  • Angabe von Erwartungen zum Inhalt der Seite aus unkontrollierten Quellen (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer Übersetzung des gesamten Inhalts in die Gebärdensprache (zukünftiger Link)

  • Benutzung der klarsten und einfachsten Sprache, die für den Inhalt angemessen ist (zukünftiger Link)

  • Vermeidung von zentriertem Text (zukünftiger Link)

  • Vermeidung von Text, der so im Blocksatz (sowohl rechts- als auch linksbündig) gesetzt ist, dass es zu einem mangelhafter Abstand zwischen Worten und Buchstaben führt (zukünftiger Link)

  • Benutzung von linksbündigem Text bei Sprachen, die von links nach rechts geschrieben werden und rechtsbündigem Text bei Sprachen, die von rechts nach links geschrieben werden (zukünftiger Link)

  • Begrenzung der Breite von Textspalten (zukünftiger Link)

  • Vermeidung großer Mengen an kursivem Text (zukünftiger Link)

  • Vermeidung übermäßiger Nutzung von unterschiedlichen Schriftschnitten auf einzelnen Seiten und auf Sites (zukünftiger Link)

  • Links visuell eindeutig machen (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Bildern, Illustrationen, Videoinhalten, Audioinhalten oder Symbolen, um die Bedeutung zu veranschaulichen (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung praktischer Beispiele, um Inhalte zu verdeutlichen (zukünftiger Link)

  • Benutzung eines hellen, pastellfarbenen statt eines weißen Hintergrunds hinter schwarzem Text (zukünftiger Link)

  • Vermeiden Sie die unnötigen Benutzung von ungewöhnlichen Schnittstellen-Steuerelementen (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Groß- und Kleinschreibung gemäß der Rechtschreibregeln der Textsprache (zukünftiger Link)

  • Vermeidung von ungebräuchlichen, fremdländischen Worten (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer Version in Gebärdensprache über Informationen, Konzepte und Prozesse, die verstanden werden müssen, um den Inhalt nutzen zu können (zukünftiger Link)

  • Machen Sie jeden Verweis auf eine Position auf einer Webseite zu einem Link zu dieser Position (zukünftiger Link)

  • Sorgen Sie dafür, dass Verweise auf eine Überschrift oder einen Titel den kompletten Text des Titels enthalten (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer leicht zu lesenden Version mit den wesentlichen Informationen zu einem Satz an Webseiten einschließlich der Information dazu, wie man Kontakt mit dem Webmaster aufnimmt (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer Version in Gebärdensprache mit den wesentlichen Informationen zu einem Satz an Webseiten einschließlich der Information dazu, wie man Kontakt mit dem Webmaster aufnimmt (zukünftiger Link)

Sprache der Seite:
Erfolgskriterium 3.1.1 verstehen

3.1.1 Sprache der Seite: Die voreingestellte menschliche Sprache jeder Webseite kann durch Software bestimmt werden. (Stufe A)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass Entwickler von Inhalten Informationen, die Benutzeragenten benötigen, um Text und anderen linguistischen Inhalt korrekt darzustellen, auf der Webseite zur Verfügung stellen. Sowohl assistierende Techniken als auch konventionelle Benutzeragenten können Text genauer rendern, wenn die Sprache der Webseite kenntlich gemacht wird Screenreader können die korrekten Ausspracheregeln laden. Visuelle Browser können Zeichen und Skripte korrekt anzeigen. Mediaplayer können Untertitel korrekt zeigen. Dadurch sind Benutzer mit Behinderungen besser dazu in der Lage, den Inhalt zu verstehen.

Die voreingestellte menschliche Sprache der Webseite ist die Standard-Textverarbeitungssprache wie in Internationalization Best Practices: Specifying Language in XHTML & HTML Content besprochen. Wenn eine Webseite verschiedene Sprachen benutzt, dann ist die Standard-Textverarbeitungssprache die Sprache, die am meisten benutzt wird. (Wenn verschiedene Sprachen gleichermaßen benutzt werden, dann sollte die erste Sprache als voreingestellte menschliche Sprache gewählt werden.)

Anmerkung: Bei mehrsprachigen Seiten, die Konformitätsstufe A anstreben, regt die Arbeitsgruppe Entwickler verstärkt dazu an, auch Erfolgskriterium 3.1.2 zu folgen, auch wenn dies ein Erfolgskriterium der Stufe AA ist.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.1.1

Dieses Erfolgskriterium hilft:

  • Menschen, die Screenreader oder andere Techniken benutzen, die Text in eine synthetische Sprachausgabe konvertieren;

  • Menschen, dies es schwierig finden, geschriebenes Material flüssig und genau zu lesen, wie etwa das Erkennen von Buchstaben und Alphabeten oder das Entziffern von Worten;

  • Menschen mit bestimmten kognitiven, Sprach- und Lernbehinderungen, die eine Text-to-Speech Software benutzen

  • Menschen, die auf Untertitel für synchronisierte Medien angewiesen sind.

Beispiele für Erfolgskriterium 3.1.1

  • Beispiel 1. Eine Webseite mit Inhalten in zwei Sprachen

    Eine Webseite, die in Deutschland erstellt und in HTML geschrieben wurde, enthält sowohl deutsche als auch englische Inhalte, aber der größte Teil des Inhalts ist in deutsch. Als voreingestellte menschliche Sprache wird deutsch (de) angegeben und zwar durch das lang-Attribut auf dem html-Element.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.1.1 - Sprache der Seite

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.1.1

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.1.1

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.1.1 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Webseite

Eine nicht-eingebettete Ressource abgerufen von einem einzelnen URI unter der Benutzung von HTTP plus jeder anderen Ressource, die beim Rendern benutzt wird oder die dazu bestimmt ist, mit der Ursprungs-Ressource zusammen durch einen Benutzeragenten gerendert zu werden.

Anmerkung 1: Obwohl jede „andere Ressource“ zusammen mit der ursprünglichen Ressource gerendert würde, würden sie nicht zwangsläufig zeitgleich miteinander gerendert werden.

Anmerkung 2: Zum Zweck der Konformität mit diesen Richtlinien muss eine Ressource „nicht eingebettet“ innerhalb des Geltungsbereichs der Konformität sein, um als Webseite zu gelten.

Beispiel 1: Eine Web-Ressource, die alle eingebetteten Bilder und Medien beinhaltet.

Beispiel 2: Eine Web-Mail-Anwendung, die unter der Benutzung von Asynchronem JavaScript und XML (AJAX) entwickelt wurde. Das Programm liegt komplett unter http://example.com/mail, beinhaltet aber einen Posteingang, einen Kontaktbereich und einen Kalender. Es werden Links oder Schaltflächen bereitgestellt, die dazu führen, dass der Posteingang, die Kontakte oder der Kalender angezeigt werden, die aber nicht den URI der Seite als Ganzes verändern.

Beispiel 3: Eine anpassbare Portalseite, auf der Benutzer den anzuzeigenden Inhalt aus einer Gruppe verschiedener Inhaltsmodule auswählen können.

Beispiel 4: Wenn Sie in Ihrem Browser „http://shopping.example.com/“ eingeben, dann kommen Sie zu einer film-ähnlichen, interaktiven Einkaufsumgebung, in der Sie visuell in einem Geschäft herumgehen und Produkte aus den Regalen um Sie herum nehmen und in einen visuellen Einkaufswagen vor Ihnen legen können. Das Klicken auf ein Produkt führt dazu, dass es zusammen mit einem Datenblatt vorgestellt wird, das daneben schwebt. Dies kann eine einseitige Website sein oder einfach nur eine Seite innerhalb einer Website.

Menschliche Sprache (human language)

Eine Sprache, die gesprochen, geschrieben oder (auf visuelle oder taktile Weise) gebärdet wird, um mit Menschen zu kommunizieren.

Anmerkung: Siehe auch Gebärdensprache.

Durch Software bestimmt (durch Software bestimmbar) (programmatically determined (programmatically determinable))

Bestimmt von Software durch vom Autor gelieferte Daten, bereitgestellt auf eine Art und Weise, dass verschiedene Benutzeragenten, einschließlich assistierender Techniken, diese Informationen entnehmen und dem Benutzer in verschiedenen Modalitäten präsentieren können.

Beispiel 1: Bestimmt in einer Markup-Sprache aus Elementen und Attributen, auf die direkt durch allgemein erhältliche assistierende Techniken zugegriffen wird.

Beispiel 2: Bestimmt von Technik-spezifischen Datenstrukturen in einer Nicht-Markup-Sprache und gezeigt von assistierenden Techniken über ein Accessibility-API, welches von allgemein erhältlichen, assistierenden Techniken unterstützt wird.


Sprache von Teilen:
Erfolgskriterium 3.1.2 verstehen

3.1.2 Sprache von Teilen: Die menschliche Sprache jedes Abschnitts oder jedes Satzes im Inhalt kann durch Software bestimmt werden außer bei Eigennamen, technischen Fachbegriffen, Wörtern einer unklaren Sprache und Wörtern oder Wendungen, die Teil des Jargons des direkt umliegenden Textes geworden sind. (Stufe AA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass Benutzeragenten Inhalte, die in mehreren Sprachen geschrieben sind, korrekt darstellen können. Dadurch wird es Benutzeragenten und assistierenden Techniken ermöglicht, Inhalte gemäß der Darstellungs- und Aussprache-Regeln für diese Sprache darzustellen . Dies gilt sowohl für grafische Browser als auch für Screenreader, Braillezeilen und andere Sprachbrowser.

Sowohl assistierende Techniken als auch konventionelle Benutzeragenten können Text genauer rendern, wenn die Sprache jeder Textpassage gekennzeichnet wird. Screenreader können die Ausspracheregeln der Sprache des Textes benutzen. Visuelle Browser können Zeichen und Skripte auf geeignete Art anzeigen. Dies ist besonders wichtig, wenn man zwischen Sprachen wechselt, die von links nach rechts bzw. von rechts nach links gelesen werden oder wenn Text in einer Sprache gerendert wird, die ein anderes Alphabet benutzt. Benutzer mit Behinderungen, die alle auf der Webseite benutzten Sprachen können, sind besser dazu in der Lage, den Inhalt zu verstehen, wenn jede Passage entsprechend gerendert wird.

Wenn für eine Phrase oder eine Textpassage keine andere Sprache festgelegt wurde, dann ist dessen menschliche Sprache die voreingestellte menschliche Sprache der Webseite (siehe Erfolgskriterium 3.1.1). Also kann die menschliche Sprache des gesamten Inhalts in Dokumenten mit nur einer Sprache durch Software bestimmt werden.

Individuelle Worte oder Phrasen in einer Sprache können Teil einer anderen Sprache werden. Zum Beispiel ist „rendezvous“ ein französisches Wort, das in das Englische übernommen wurde, in englischen Wörterbüchern auftaucht und von englischen Screenreadern korrekt ausgesprochen wird. Daher kann eine englische Textpassage das Wort „rendezvous“ enthalten, ohne dass festgelegt wird, dass dessen menschliche Sprache französisch ist und das Erfolgskriterium wird dennoch nach wie vor erfüllt. Wenn es erscheint, als würde sich die menschliche Sprache des Textes für ein einziges Wort ändern, dann ist das Wort häufig Teil der Sprache des umgebenden Textes geworden. Da dies in manchen Sprachen so weit verbreitet ist, sollten einzelne Worte als Teil der Sprache des umgebenden Textes betrachtet werden, außer es ist deutlich, dass ein Sprachwechsel beabsichtigt war. Wenn es Zweifel gibt, ob ein Sprachwechsel beabsichtigt ist, überlegen Sie, ob das Wort in der Sprache des unmittelbar umliegenden Textes genauso ausgesprochen würde (mit Ausnahme von Akzent und Betonung).

Die meisten Berufe erfordern den häufigen Gebrauch technischer Begriffe, die möglicherweise aus einer Fremdsprache stammen. Solche Begriffe werden normalerweise nicht in alle Sprachen übersetzt. Das universelle Wesen technischer Begriffe erleichtert auch die Kommunikation zwischen Fachleuten.

Einige Beispiele technischer Begriffe beinhalten: Homo sapiens, Alpha Centauri, Hertz und Habeas Corpus.

Die Kennzeichnung von Sprachwechseln ist aus einer Reihe von Gründen wichtig:

  • Es erlaubt Braille-Übersetzungssoftware, Wechseln bei der Sprache zu folgen, z.B. akzentuierte Zeichen durch Steuer-Codes zu ersetzen und Steuer-Codes einzusetzen, die notwendig sind, um eine fehlerhafte Erstellung von Grad 2-Braille-Verkürzungen zu verhindern.

  • Sprach-Synthesizer, die mehrere Sprachen unterstützen, sind in der Lage, den Text in angemessenem Akzent mit der korrekten Aussprache zu sprechen. Wenn Wechsel nicht gekennzeichnet werden, dass wird der Synthesizer sein Bestes versuchen, um die Worte in der voreingestellten Sprache, mit der er arbeitet, auszusprechen. Daher würde das französische Wort für Auto, „voiture“, von einem Sprach-Synthesizer, der englisch als voreingestellte Sprache benutzt, „voyture“ ausgesprochen werden.

  • Die Kennzeichnung von Sprachwechseln kann zukünftigen Entwicklungen bei Techniken zugute kommen, zum Beispiel werden Benutzer, die selber nicht zwischen Sprachen übersetzen können, in der Lage sein, Maschinen zu benutzen, um unbekannte Sprachen zu übersetzen.

  • Die Kennzeichnung von Sprachwechseln kann auch Benutzeragenten bei der Bereitstellung von Definitionen helfen, indem sie ein Wörterbuch benutzen.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.1.2

Dieses Erfolgskriterium hilft:

  • Menschen, die Screenreader oder andere Techniken benutzen, die Text in eine synthetische Sprachausgabe konvertieren;

  • Menschen, dies es schwierig finden, geschriebenes Material flüssig und genau zu lesen, wie etwa das Erkennen von Buchstaben und Alphabeten, das Entziffern von Worten und das Verstehen von Worten und Phrasen;

  • Menschen mit bestimmten kognitiven, Sprach- und Lernbehinderungen, die eine Text-to-Speech Software benutzen

  • Menschen, die auf Untertitel angewiesen sind, um Sprachwechsel in der Tonspur von synchronisierten Medieninhalten zu erkennen.

Beispiele für Erfolgskriterium 3.1.2

(derzeit keine dokumentiert)

  1. Eine deutsche Phrase in einem englischen Satz.

    Im Satz „He maintained that the DDR (German Democratic Republic) was just a ‚Treppenwitz der Weltgeschichte‘“ ist die deutsche Phrase ‚Treppenwitz der Weltgeschichte‘ als deutsch gekennzeichnet. Abhängig von der Auszeichnungssprache kann englisch entweder als Sprache für das gesamte Dokument markiert werden außer dort, wo es einzeln angegeben oder auf Absatzebene gekennzeichnet ist. Wenn ein Screenreader auf die deutsche Phrase trifft, dann ändert er die Ausspracheregeln von englisch zu deutsch, um das Wort korrekt auszusprechen.

  2. Links zu alternativen Sprachen

    Eine HTML Webseite enthält Links zu Versionen der Seite in anderen Sprachen (z.B. deutsch, französisch, niederländisch, castellano usw.). Der Text jedes Links ist der Name der Sprache in dieser Sprache. Die Sprache jedes Links wird über das lang-Attribut angegeben.

  3. „Podcast“ wird in einem französischen Satz benutzt.

    Da „podcast“ Teil der Fachsprache des unmittelbar umliegenden Textes im folgenden Textauszug ist, ist eine Angabe zum Sprachwechsel nicht erforderlich: „À l'occasion de l'exposition "Energie éternelle. 1500 arts d'art indien", le Palais des Beaux-Arts de Bruxelles a lancé son premier podcast. Vous pouvez télécharger ce podcast au format M4A et MP3“.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.1.2 - Sprache von Teilen

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.1.2

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Text, der nicht in der voreingestellten menschlichen Sprache der Webseite ist, visuell deutlich machen (zukünftiger Link)

  • Angabe der Namen jeglicher Sprachen, die in den fremdländischen Abschnitten oder Ausdrücken benutzt werden (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung von Sprachauszeichnung bei Eigennamen, um die korrekte Aussprache in Screenreadern zu erleichtern (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.1.2

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.1.2 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Menschliche Sprache (human language)

Eine Sprache, die gesprochen, geschrieben oder (auf visuelle oder taktile Weise) gebärdet wird, um mit Menschen zu kommunizieren.

Anmerkung: Siehe auch Gebärdensprache.

Durch Software bestimmt (durch Software bestimmbar) (programmatically determined (programmatically determinable))

Bestimmt von Software durch vom Autor gelieferte Daten, bereitgestellt auf eine Art und Weise, dass verschiedene Benutzeragenten, einschließlich assistierender Techniken, diese Informationen entnehmen und dem Benutzer in verschiedenen Modalitäten präsentieren können.

Beispiel 1: Bestimmt in einer Markup-Sprache aus Elementen und Attributen, auf die direkt durch allgemein erhältliche assistierende Techniken zugegriffen wird.

Beispiel 2: Bestimmt von Technik-spezifischen Datenstrukturen in einer Nicht-Markup-Sprache und gezeigt von assistierenden Techniken über ein Accessibility-API, welches von allgemein erhältlichen, assistierenden Techniken unterstützt wird.


Ungewöhnliche Wörter:
Erfolgskriterium 3.1.3 verstehen

3.1.3 Ungewöhnliche Wörter: Es gibt einen Mechanismus, um spezielle Definitionen von Wörtern oder Wendungen zu erkennen, die auf ungewöhnliche oder eingeschränkte Weise benutzt werden, Idiome und Jargon eingeschlossen. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Bestimmte Behinderungen machen es schwierig, nicht-wörtlichen Wortgebrauch und fachbezogene Worte oder einen spezialisierten Gebrauch zu verstehen. Bestimmte Behinderungen erschweren das Verständnis figurativer Sprache oder eines spezialisierten Gebrauchs. Die Bereitstellung solcher Mechanismen ist für diese Zielgruppen unverzichtbar. Es wird angeregt, dass spezialisierte Information, die für Laien gedacht sind,dieses Erfolgskriterium erfüllen, auch wenn nur ein Anspruch auf eine A- oder AA-Konformität geltend gemacht wird.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.1.3

Dieses Erfolgskriterium kann möglicherweise Menschen mit kognitiven, Sprach- und Lernbehinderungen helfen, die:

  • Schwierigkeiten damit haben, Worte zu entschlüsseln

  • Schwierigkeiten damit haben, Worte und Phrasen zu verstehen

  • Schwierigkeiten damit haben, Kontext als Hilfe zum Verständnis zu benutzen

Es würde auch Menschen mit visuellen Behinderungen helfen, die:

  • den Kontext verlieren, wenn sie mit einer Vergrößerungssoftware hinein gezoomt haben

Beispiele für Erfolgskriterium 3.1.3

  • Text, der eine Definition für ein auf ungewöhnliche Weise benutztes Wort enthält.

    Gliedern Sie die Liste oder „Kaskade“ von Wörterbüchern und anderen Ressourcen, so dass die Definitionssuche die beabsichtigten Definitionen findet statt Definitionen von anderen Quellen in der „Kaskade“ anzuzeigen (Die „Kaskade“ listet die Wörterbücher und anderes Referenzmaterial in der Reihenfolge auf, in der es am wahrscheinlichsten ist, dass die richtigen Definitionen vorgebracht werden. Dies steuert die zu befolgende Reihenfolge, wenn man nach Definitionen sucht.)

  • Aufnahme von Definitionen in das Glossar.

    WCAG 2.0 benutzt das Wort „Text“ auf bestimmte Art und Weise. Wenn also das Wort „Text“ innerhalb den WCAG 2.0 benutzt wird, dann wird zur Definition von „Text“ verlinkt, die innerhalb der gleichen Seite in einem Glossar bereitgestellt wird.

  • Die spezifische Definition eines Wortes wird unten auf der Seite bereitgestellt.

    Der interne Link von dem Wort zu der entsprechenden Definition wird auch innerhalb der Seite bereitgestellt.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Anmerkung: Die Aufnahme eines Produkt- oder Herstellernamens in die unten stehende Liste bedeutet keine Unterstützung durch die Web Content Accessibility Guidelines-Arbeitsgruppe oder die Web Accessibility Initiative des World Wide Web Consortium. Diese Liste wird nur aus Gründen der Bequemlichkeit bereitgestellt und um Benutzern eine Vorstellung davon zu geben, welche Ressourcen möglicherweise zur Verfügung stehen

  • Kostenlose zweisprachige Wörterbücher, die auf der Freedict.org Website für eine Reihe an Sprachen zur Verfügung stehen. Die Wörterbücher haben, wie auf der Site vermerkt, keine einheitliche Qualität und Größe. Zuletzt abgerufen am 9. April 2005.

  • Die Site The WorldStar Free Dictionaries, Translators and Search Engines stellt Zugriff auf kostenlose Wörterbücher und Suchmaschinen in vielen Sprachen zur Verfügung. Zuletzt abgerufen am 18. November 2005.

  • Weitere Wörterbücher gibt es unter your dictionary, freelang.com (in englisch, spanisch und französisch!) uns an vielen anderen Stellen.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.1.3 - Ungewöhnliche Wörter

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Wählen Sie unten die Situation aus, die Ihrem Inhalt entspricht. Jede Situation beinhaltet nummerierte Techniken (oder Kombinationen von Techniken), welche die Arbeitsgruppe als ausreichend für diesen Sachverhalt erachtet.

Situation A: Wenn das Wort oder der Ausdruck eine ungewöhnliche Bedeutung innerhalb der Webseite hat:
  1. G101: Bereitstellung der Definition des auf ungewöhnliche oder eingeschränkte Weise benutzen Wortes oder Ausdrucks an der Stelle, an der es zum ersten Mal auf einer Webseite auftritt, indem eine der folgenden Techniken benutzt wird:

  2. G101: Bereitstellung der Definition des auf ungewöhnliche oder eingeschränkte Weise benutzen Wortes oder Ausdrucks an jeder Stelle, an der es auf der Webseite auftritt, indem eine der folgenden Techniken benutzt wird:

Situation B: Wenn das Wort oder der Ausdruck innerhalb der gleichen Webseite unterschiedliche Bedeutungen hat:
  1. G101: Bereitstellung der Definition des auf ungewöhnliche oder eingeschränkte Weise benutzen Wortes oder Ausdrucks an jeder Stelle, an der es auf der Webseite auftritt, indem eine der folgenden Techniken benutzt wird:

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.1.3

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Benutzung von Markup und visueller Formatierung, um Benutzern zu helfen, Wörter, die eine besondere Bedeutung haben, zu erkennen (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer sprachaktivierten Wörterbuch-Suche, so dass Benutzer, die Schwierigkeiten beim Tippen oder bei der Rechtschreibung haben, das Wort, dessen Definition sie benötigen, sprechen können (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines Wörterbuchs in Gebärdensprache, um gehörlosen Benutzern zu helfen, die notwendigen Definitionen zu finden (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines Mechanismus zur Auffindung von Definitionen aller Wörter im Textinhalt (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines Mechanismus, um die Bedeutung jedes Wortes oder jedes Ausdrucks im Textinhalt zu bestimmen (zukünftiger Link)

  • Vermeidung von ungebräuchlichen, fremdländischen Worten (zukünftiger Link)

  • Benutzung einer Reihe von Wörterbüchern auf kaskadierende Art, um Bedeutungen bereitzustellen (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.1.3

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.1.3 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Idiom (idiom)

Eine Phrase, deren Bedeutung sich nicht aus den einzelnen Wörtern erschließt und bei der man bestimmte Wörter nicht ändern kann, ohne die Bedeutung zu verlieren.

Anmerkung: Idiome können nicht direkt - wörtlich - übersetzt werden, ohne ihre (kulturelle oder sprachabhängige) Bedeutung zu verlieren.

Beispiel 1: Im Englischen bedeutet „spilling the beans“ „ein Geheimnis ausplaudern“. Dagegen bedeutet „knocking over the beans“ oder „spilling the vegetables“ nicht das Gleiche. (Anmerkung des Übersetzers: „spilling the beans“ heißt wörtlich übersetzt: „die Bohnen verschütten“, „knocking over the beans“ heißt wörtlich übersetzt „die Bohnen umkippen“ und „spilling the vegetables“ heißt wörtlich übersetzt „das Gemüse verschütten“)

Beispiel 2: Im Japanischen lautet die Phrase „さじを投げる“ wörtlich übersetzt „er wirft einen Löffel“, aber sie bedeutet, dass es nichts gibt, was er tun kann und er schließlich aufgibt.

Beispiel 3: Im Niederländischen lautet „Hij ging met de kippen op stok“ wörtlich übersetzt „Er ging mit den Hühnern zum Schlafen“, aber es bedeutet, dass er zeitig zu Bett ging.

Jargon (jargon)

Wörter, die auf eine bestimmte Art und Weise von Personen in einem bestimmten Bereich verwendet werden.

Beispiel: Bei dem Wort StickyKeys handelt es sich um Jargon aus dem Bereich der assistierenden Technik/Barrierefreiheit. (Anmerkung des Übersetzers: Im Deutschen gibt es keine geeignete Übersetzung von StickyKeys, die der Definition von Jargon entsprechen würde. Hier wird z.B. von Einrastfunktion bzw. Einfingerbedienung gesprochen.)

Mechanismus (mechanism)

Prozess oder Technik, um ein Ergebnis zu erzielen.

Anmerkung 1: Der Mechanismus kann explizit im Inhalt bereitgestellt werden oder man verlässt sich darauf, dass er entweder von der Plattform oder dem Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken bereitgestellt wird.

Anmerkung 2: Der Mechanismus muss alle Erfolgskriterien für die angegebene Konformitätsstufe erfüllen.

Benutzung auf ungewöhnliche oder eingeschränkte Weise (used in an unusual or restricted way)

Wörter, die so verwendet werden, dass Benutzer genau wissen müssen, welche Definition anzuwenden ist, um den Inhalt korrekt zu verstehen.

Beispiel: Wenn der Begriff „gig“ in einer Diskussion über Musikkonzerte auftaucht, bedeutet er etwas anderes, als wenn er in einem Artikel über Computer-Festplattenplatz auftaucht. Die passende Definition kann aber durch den Inhalt bestimmt werden. Im Gegensatz dazu wird das Wort „Text“ in den WCAG 2.0 auf eine sehr spezielle Art benutzt, so dass eine Definition im Glossar zur Verfügung gestellt wird.


Abkürzungen:
Erfolgskriterium 3.1.4 verstehen

3.1.4 Abkürzungen: Es gibt einen Mechanismus, um die ausgeschriebene Form oder Bedeutung von Abkürzungen zu erkennen. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass Benutzer auf die ausgeschriebene Form von Abkürzungen zugreifen können.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.1.4

Dieses Erfolgskriterium kann möglicherweise Menschen helfen, die:

  • Schwierigkeiten damit haben, Worte zu entschlüsseln

  • auf Vergrößerungssoftware angewiesen sind (die Vergrößerung kann möglicherweise konextuelle Hinweise verringern);

  • ein begrenztes Gedächtnis haben;

  • Schwierigkeiten damit haben, Kontext als Hilfe zum Verständnis zu benutzen

Abkürzungen können möglicherweise manche Benutzer auf verschiedene Arten verwirren:

  • Manche Abkürzungen sehen nicht wie normale Worte aus und können nicht entsprechend der normalen Regeln der Sprache ausgesprochen werden. Zum Beispiel wird das englische Wort „room“ als „rm“ abgekürzt, was keinem englischen Wort oder Phonem entspricht. Der Benutzer muss wissen, dass „rm“ eine Abkürzung für das Wort „room“ ist, damit er es korrekt sagen kann.

  • Manchmal bedeutet die gleiche Abkürzung unterschiedliche Dinge in unterschiedlichen Kontexten. Zum Beispiel ist das erste „Dr.“ in dem englischen Satz „Dr. Johnson lives on Boswell Dr.“ eine Abkürzung für „Doctor“ und das zweite Vorkommen ist eine Abkürzung für das Wort „Drive“ (ein Wort, das „Straße“ bedeutet). Benutzer müssen in der Lage sein, den Kontext zu verstehen, um zu wissen, was die Abkürzungen bedeuten.

  • Manche Akronyme werden wie normale Worte geschrieben, werden aber auf unterschiedliche Arten benutzt. So ist zum Beispiel „JAWS“ ein Akronym für einen Screenreader, dessen kompletter Name „Job Access with Speech“ lautet. Es ist außerdem ein gängiges englisches Wort, was sich auf den Teil des Mundes bezieht, der die Zähne hält. Das Akronym wird anders als das geläufige Wort benutzt.

  • Manche Akronyme klingen wie allgemein bekannte Worte, werden aber anders geschrieben. Das Akronym für Synchronized Multimedia Integration Language, S M I L zum Beispiel wird wie das englische Wort „smile“ ausgesprochen.

Es würde auch Menschen mit visuellen Behinderungen helfen, die:

  • den Kontext verlieren, wenn sie mit einer Vergrößerungssoftware hinein gezoomt haben

Beispiele für Erfolgskriterium 3.1.4

  • Eine Abkürzung, deren ausgeschriebene Form bereitgestellt, wenn die Abkürzung das erste Mal im Inhalt erscheint.

    Der Name „World Wide Web Consortium“ erscheint als erste Überschrift auf der Homepage der Organisation. Die Abkürzung „W3C“ wird in der gleichen Überschrift in Klammern hinzugefügt.

  • Eine Wörterbuch-Suchformular.

    Eine Website beinhaltet ein Suchformular, das von einem Online-Akronym-Service zur Verfügung gestellt wird. Benutzer geben ein Akronym ein und das Formular gibt eine Liste mit möglichen ausgeschriebenen Formen aus den von ihm durchsuchten Quellen zurück.

  • Eine medizinische Website.

    Eine medizinische Website stellt sowohl Informationen für Ärzte als auch für Patienten zur Verfügung. Die Site umfasst eine Sammlung von kaskadierenden Wörterbüchern; eine sehr fachbezogenes medizinisches Wörterbuch kommt zuerst, gefolgt von einem zweiten medizinischen Wörterbuch für die allgemeine Öffentlichkeit. Die Kaskade enthält auch eine Liste mit Akronymen und Abkürzungen, die nur die Site betreffen und schließlich gibt es auch ein Standard-Wörterbuch. Das Standard-Wörterbuch am Ende der Liste stellt Definitionen für die meisten Worte im Text zur Verfügung. Das fachbezogene medizinische Wörterbuch liefert Definitionen von ungewöhnlichen medizinischen Begriffen. Definitionen für Worte, die in mehr als einem Wörterbuch erscheinen, werden in der Reihenfolge der Kaskade aufgelistet. Die Bedeutung von Akronymen und Abkürzungen wird durch die Liste mit Akronymen und Abkürzungen bereitgestellt.

  • Ausgeschriebene Form von Abkürzungen.

    Die ausgeschriebene Form jeder Abkürzung ist auf eine durch Software bestimmbare Art verfügbar. Benutzeragenten, die den Text sprechen, können die ausgeschriebene Form benutzen, um die Abkürzung anzusagen. Andere Benutzeragenten könnten die ausgeschriebene Form als Tooltip oder als Kontexthilfe für die Abkürzung zur Verfügung stellen.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.1.4 - Abkürzungen

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Wählen Sie unten die Situation aus, die Ihrem Inhalt entspricht. Jede Situation beinhaltet nummerierte Techniken (oder Kombinationen von Techniken), welche die Arbeitsgruppe als ausreichend für diesen Sachverhalt erachtet.

Situation A: Wenn die Abkürzung innerhalb der Webseite nur eine Bedeutung hat:
  1. G102: Bereitstellung der ausgeschriebenen Form oder der Erklärung einer Abkürzung an der Stelle, an der sie zum ersten Mal auf einer Webseite auftritt, indem eine der folgenden Techniken benutzt wird:

  2. G102: Bereitstellung der ausgeschriebenen Form oder der Erklärung einer Abkürzung an allen Stellen, an denen sie auf der Webseite auftreten, indem eine der folgenden Techniken benutzt wird:

Situation B: Wenn die Abkürzung unterschiedliche Bedeutungen innerhalb ein und derselben Webseite hat:
  1. G102: Bereitstellung der ausgeschriebenen Form oder der Erklärung einer Abkürzung an allen Stellen, an denen die Abkürzungen auftreten, indem eine der folgenden Techniken benutzt wird:

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.1.4

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Benutzung von unverwechselbaren Abkürzungen auf einer Webseite (zukünftiger Link)

  • Benutzung von visueller Formatierung, um Benutzern zu helfen, Abkürzungen zu erkennen (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung der Zugriffs auf ein sprechendes Wörterbuch, um Benutzer zu unterstützen, die Schwierigkeiten haben, geschriebene Definitionen zu entschlüsseln (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer sprachaktivierten Wörterbuch-Suche, so dass Benutzer, die Schwierigkeiten beim Tippen oder bei der Rechtschreibung haben, das Wort, dessen Definition sie benötigen, sprechen können (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.1.4

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.1.4 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Abkürzung

Kurzform eines Wortes, einer Phrase oder eines Namens, wobei die Abkürzung nicht Teil der Sprache geworden ist

Anmerkung 1: Dies beinhaltet Initialworte und Akronyme, wobei:

  1. Initialworte Kurzformen eines Namens oder eine Phrase sind, gebildet aus den Anfangsbuchstaben oder Silben, die in dem Namen oder der Phrase vorkommen

    Anmerkung 1: Nicht in allen Sprachen definiert.

    Beispiel 1: SNCF ist ein französisches Initialwort, gebildet aus den Anfangsbuchstaben der Société Nationale des Chemins de Fer, der französischen nationalen Eisenbahn.

    Beispiel 2: ESP ist ein Initialwort für Extrasensory Perception (Übersinnliche Wahrnehmung).

  2. Akronyme abgekürzte Formen sind, die aus den Anfangsbuchstaben oder Teilen anderer Wörter (in einem Namen oder einer Phrase) gebildet werden und die als Wort ausgesprochen werden können

    Beispiel: NOAA ist ein Akronym, das aus den Anfangsbuchstaben der National Oceanic and Atmospheric Administration in den Vereinigten Staaten gebildet wird.

Anmerkung 2: Einige Unternehmen haben ein ehemaliges Initialwort als Firmennamen übernommen. In diesen Fällen sind die Buchstaben (z.B. Ecma) der neue Firmenname und das Wort wird nicht länger als Abkürzung betrachtet.

Mechanismus (mechanism)

Prozess oder Technik, um ein Ergebnis zu erzielen.

Anmerkung 1: Der Mechanismus kann explizit im Inhalt bereitgestellt werden oder man verlässt sich darauf, dass er entweder von der Plattform oder dem Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken bereitgestellt wird.

Anmerkung 2: Der Mechanismus muss alle Erfolgskriterien für die angegebene Konformitätsstufe erfüllen.


Leseniveau:
Erfolgskriterium 3.1.5 verstehen

3.1.5 Leseniveau: Wenn der Text nach der Entfernung von Eigennamen und Titeln Lesefähigkeiten voraussetzt, die über das Niveau der niedrigen, sekundären Schulbildung hinausgehen, dann gibt es ergänzenden Inhalt oder eine Version, die keine über die niedrige, sekundäre Schulbildung hinausgehenden Lesefähigkeiten verlangt. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Inhalte sollten so deutlich und einfach wie möglich geschrieben werden. Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es:

  • sicherzustellen, dass zusätzliche Inhalte zur Verfügung sehen, um beim Verständnis von schwierigem oder komplexem Text zu helfen;

  • eine testbare Maßnahme einzuführen, die darauf hinweist, wenn solch zusätzlicher Inhalt notwendig ist.

Dieses Erfolgskriterium hilft Menschen mit Lesebehinderungen während es Autoren gleichzeitig auch erlaubt, schwierige oder komplexe Webinhalte zu veröffentlichen. Der Schwierigkeitsgrad von Text wird in Bezug auf das Bildungsniveau beschreiben, das erforderlich ist, um den Text zu lesen. Das Bildungsniveau wird gemäß der internationalen Standardklassifikation von Bildung (International Standard Classification of Education) [UNESCO] definiert, die erstellt wurde, um einen internationalen Vergleich zwischen Bildungssystemen zu ermöglichen.

Schwieriger oder komplexer Text kann möglicherweise für die meisten Mitglieder der beabsichtigen Zielgruppe angemessen sein (das heißt, die Mehrzahl derjenigen, für die der Inhalt erstellt wurde). Aber es gibt auch unter den sehr gebildeten Benutzern mit Fachwissen zu dem Thema Menschen mit Behinderungen, einschließlich Lesebehinderungen. Es kann möglich sein, diesen Benutzern entgegenzukommen, indem man den Text lesbarer macht. Wenn der Text nicht lesbarer gemacht werden kann, dann wird ergänzender Inhalt benötigt. Ergänzender Inhalt wird benötigt, wenn der Text über die niedrige, sekundäre Schulbildung hinausgehende Lesefähigkeiten voraussetzt, d.h. mehr als 9 Jahre Schule. Solche Texte stellen für Menschen mit Lesebehinderungen ernsthafte Hindernisse dar und werden sogar als schwierig für Menschen ohne Behinderungen, welche die höhere, sekundäre Schulbildung abgeschlossen haben, angesehen.

Lesebehinderungen wie Dyslexie erschweren es, geschriebene oder gedruckte Worte zu erkennen und diese mit den korrekten Lauten zu verknüpfen. Dies bezeichnet man als „Entschlüsselung“ des Textes. Das Entschlüsseln muss automatisch passieren, damit Menschen flüssig lesen. Der Vorgang der Entschlüsselung des Textes Wort für Wort verbraucht viel von der mentalen Energie, welche die meisten Menschen benutzen können, um zu versehen, was sie lesen. Text, der kurze und gängige Worte und kurze Sätze verwendet, ist leichter zu entschlüsseln und setzt normalerweise weniger fortgeschrittene Lesefähigkeiten voraus als Text, der lange Sätze und lange oder unbekannte Worte verwendet.

Das Bildungsniveau, das erforderlich ist, um Textinhalte zu lesen (auch "Lesbarkeit" genannt), wird gemessen, indem man ausgewählte Passagen des Textes aus der Webseite analysiert. Wenn die Webseite Text enthält, der für unterschiedliche Zwecke geschrieben wurde oder wenn unterschiedliche Stile benutzt werden, dann enthalten die ausgewählten Passagen Beispiele der Arten des Inhalts auf der Webseite und die verschiedenen Stile, in denen der Inhalt geschrieben ist. (In vielen Fällen enthält die Webseite nur eine Art von Textinhalt – z.B. technische Dokumentationen, ein Impressum, Marketing-Material usw. – und der gesamte Inhalt benutzt den gleichen Stil.)

Pädagogen können ebenfalls das Bildungsniveau, das zum Lesen des Textinhalts erforderlich ist, messen. Zum Beispiel können qualifizierte Lehrer Text gemäß der örtlichen Bildungsstandards evaluieren um zu bestimmen, ob Lesenfähigkeiten erforderlich sind, die über das hinausgehen, was von Schülern im letzten Jahr der niedrigen sekundären Schulbildung erwartet wird.

Da die Namen von Personen, Städtenamen oder andere Eigennamen nicht zu kürzeren Namen mit weniger Silben verändert werden können und weil Sätze schwieriger zu verstehen sind, wenn man dies tut oder wenn man sich einfach auf jeden mit Pronomen bezieht , spezifiziert das Erfolgskriterium, dass Eigennamen ignoriert oder aus dem Text entfernt werden können, bevor man abschätzt, ob dieser die Anforderung an die Lesefähigkeit erfüllt. Titel beziehen sich auf den Namen von Dokumenten, Büchern, Filmen usw. Titel werden für die Analyse entfernt oder ignoriert, weil die Änderung von Worten im Titel zwar die Titel leichter lesbar machen würde, es aber unmöglich machen würde, das Element, auf das sich der Titel bezieht, zu verstehen. Dies würde es erschweren, den Inhalt zu lesen und zu verstehen (z.B. ein Buch, eine wissenschaftliche Abhandlung, Artikel usw.). Daher werden auch Titel ausdrücklich ausgenommen.

Wenn eine Webseite mehrere Sprachen enthält, sollte für jede Sprache, die mindestens 5% des Inhalts ausmacht und die in ganzen Sätzen oder Absätzen benutzt wird (nicht nur einzelne Worte oder Phrasen), ein Lesbarkeitsergebnis ermittelt werden. Die Gesamt-Lesbarkeit der Seite sollte nach der Sprache beurteilt werden, welche die schlechtesten Lesbarkeitsergebnisse liefert.

Die Lesbarkeit von Inhalt kann möglicherweise auch bestimmt werden, indem man eine Lesbarkeits-Formel auf die ausgewählte Passage anwendet. Viele (wenn auch nicht alle) Lesbarkeits-Formeln gründen ihre Berechnungen auf Passagen mit 100 Worten. Solche Formeln wurden für viele Sprachen entwickelt. Die Anzahl an Worten in der Passage wird gezählt und die Länge der Worte wird bestimmt, indem man entweder die Anzahl an Silben oder die Anzahl Buchstaben zählt. Die meisten Lesbarkeits-Formeln zählen auch die Anzahl und Länge von Sätzen. Die durchschnittliche Länge von Worten und Sätzen im Inhalt wird dann benutzt, um eine Punktzahl für die Lesbarkeit zu berechnen. (Manche Sprachen, wie beispielsweise japanisch, können möglicherweise mehrere Skripte innerhalb der gleichen Passage enthalten. Lesbarkeits-Formeln für diese Sprachen nutzen unter Umständen die Anzahl und Länge solcher „Abläufe (runs)“ bei ihren Berechnungen.) Das Ergebnis kann dann als Zahl (zum Beispiel auf einer Skala von 0-100) oder als Rangstufe dargestellt werden. Die Ergebnisse können dann interpretiert werden, indem man die Bildungsniveaus, die im „International Standard Classification of Education“ beschrieben werden, benutzt. Lesbarkeits-Formeln stehen zumindest für manche Sprachen zur Verfügung, wenn man eine Rechtschreibprüfung in gängigen Softwareprogrammen laufen lässt, falls Sie in den Einstellungen dieser Engine festlegen, dass Sie die Statistiken haben möchten, wenn die Überprüfung ihrer Dokumente abgeschlossen ist.

Bildungsniveau
Primäre SchulbildungNiedrige sekundäre SchulbildungHöhere sekundäre SchulbildungHöhere Bildung
Die ersten 6 Schuljahre7-9 Jahre Schule10-12 Jahre SchuleMehr als 12 Jahre Schule

Nach „International Standard Classification of Education“ [UNESCO]

Anmerkung: Laut der „Open Society Mental Health Initiative“ kann das Konzept des ‚leicht zu lesen‘ nicht universell sein und es wird nicht möglich sein, einen Text zu schreiben, der sich für die Fähigkeiten aller Menschen mit Problemen bei der Schreib- und Lesefähigkeit und dem Verständnis eignet. Die Benutzung der klarsten und einfachsten Sprache, die angemessenen ist, ist höchst wünschenswert, aber die WCAG-Arbeitsgruppe könnte keine Möglichkeit finden um zu testen, ob dies erreicht wurde. Die Benutzung des Leseniveaus ist eine Möglichkeit, um die Testbarkeit in ein Erfolgskriterium, das zu klarem Schreiben auffordert, einzuführen. Ergänzender Inhalt kann für Menschen mit einigen Kategorien an kognitiven Behinderungen eine machtvolle Technik sein.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.1.5

Dieses Erfolgskriterium kann möglicherweise Menschen helfen, die:

  • Schwierigkeiten damit haben, geschriebene Sprache zu verstehen und zu interpretieren (z.B. Artikel, Anweisungen oder Zeitungen in Textform oder Braille), um allgemeines Wissen oder bestimmte Informationen zu erhalten

Beispiele für Erfolgskriterium 3.1.5

(derzeit keine dokumentiert)

  1. Eine wissenschaftliche Zeitschrift einschließlich lesbarer Zusammenfassungen komplexer Forschungsartikel

    Eine wissenschaftliche Zeitschrift enthält Artikel , die in einer höchst fachspezifischen Sprache geschrieben sind und sich an Fachleute auf diesem Gebiet richten. Die Seite mit dem Inhaltsverzeichnis der Zeitschrift enthält eine Zusammenfassung jedes Artikels in gewöhnlicher Sprache. Die Zusammenfassungen sind für eine allgemeine Zielgruppe mit 8 Jahren Schulbildung gedacht. Die Metadaten für die Zeitschrift benutzen die Dublin Core-Spezifikationen, um das Bildungsniveau der beabsichtigten Zielgruppe der Artikel als „höher“ und das Bildungsniveau der beabsichtigten Zielgruppe für die Zusammenfassungen als „niedrige sekundäre Schulbildung“ zu kennzeichnen.

  2. Medizinische Informationen für Mitglieder der Öffentlichkeit.

    Eine medizinische Fakultät betreibt eine Website, auf der neue medizinische und wissenschaftliche Entdeckungen erklärt werden. Die Artikel auf der Site wurden für Menschen ohne medizinische Ausbildung geschrieben. Jeder Artikel benutzt die Dublin Core-Metadaten-Spezifikation, um das Bildungsniveau der angestrebten Zielgruppe als „niedrige sekundäre Schulbildung“ zu kennzeichnen und enthält die „Flesch Reading Ease“-Bewertung für den Artikel. Ein Link auf jeder Seite zeigt das Bildungsniveau und andere Metadaten an. Es wird kein ergänzender Inhalt benötigt, da Menschen, die entsprechend der niedrigen sekundären Schulbildung lesen, die Artikel lesen können.

  3. Eine E-Learning-Anwendung

    Ein Online-Kurs zu spanischer Kulturgeschichte enthält eine Lektion über maurische Architektur. Die Lektion enthält Text, der für Studenten mit unterschiedlichen Lesefähigkeiten geschrieben wurde. Fotografien und Zeichnungen von Gebäuden illustrieren architektonische Konzepte und Stile. Es werden grafische Organizer benutzt, um komplexe Beziehungen zu illustrieren und es gibt eine Audioversion, die eine synthetische Sprachausgabe benutzt. Die Metadaten für jede Version beschreiben das akademische Niveau des Inhalts und umfassen eine Lesbarkeits-Bewertung, die auf Formeln basiert, die für Text in spanischer Sprache entwickelt wurden. Die Lernanwendung nutzt diese Metadaten und Metadaten über die Studenten, um Versionen mit Lehrinhalten zur Verfügung zus stellen, die zu den Bedürfnissen einzelner Studenten passen.

  4. Wissenschaftliche Informationen, die eine Lesefähigkeit auf dem Niveau der niedrigen sekundären Schulbildung erfordern.

    Der unten stehende Text (116 Worte in Summe) erfordert eine Lesefähigkeit der Stufe 4,2 in den Vereinigten Staaten von Amerika gemäß der Flesch-Kincaid-Formel. In den USA ist Stufe 4,2 auf dem Niveau der primären Schulbildung.

    Science is about testing – and about looking closely. Some scientists use microscopes to take a close look. We're going to use a simple piece of paper.

    Here's what you do: Print this page and cut out the square to make a "window" one inch square. (It's easiest to fold the page in half before you cut.)

    Choose something interesting: a tree trunk, a leaf, flower, the soil surface, or a slice of soil from a shovel.

    Put your window over the thing and look at it closely. Take your time – this is not a race.

    To help you see more details, draw a picture of what's inside your square.

    Now let's think about what you've found.(In der Wissenschaft geht es ums Testen - und darum, genau hinzusehen. Manche Wissenschaftler benutzen Mikroskope, um etwas genau in Augenschein zu nehmen. Wir werden ein einfaches Blatt Papier benutzen. Hier steht, was Sie machen: Drucken Sie diese Seite und schneiden Sie das Quadrat aus, so dass ein 2,54 Quadratzentimeter großes „Fenster“ entsteht. (Es ist einfacher, die Seite halb zu falten, bevor Sie schneiden.) Such Sie sich etwas interessantes aus: einen Baumstamm, ein Blatt, eine Blume, die Erdoberfläche oder Stück Erde von einer Schaufel. Legen Sie Ihr Fenster über das Ding und sehen Sie es sich genau an. Nehmen Sie sich Zeit - dies ist kein Wettrennen. Um mehr Details sehen zu können, zeichnen Sie ein Bild von dem, was Sie innerhalb des Quadrates sehen. Jetzt lassen Sie uns darüber nachdenken, was Sie herausgefunden haben.)

    (Source: Howard Hughes Medical Institute http://www.hhmi.org/coolscience/forkids/inchsquare/)

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.1.5 - Leseniveau

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

  1. G86: Bereitstellung einer Zusammenfassung in Textform, die Lesefähigkeiten voraussetzt, die nicht so fortgeschritten sind wie die höhere, sekundäre Schulbildung

  2. G103: Bereitstellung visueller Illustrationen, Bilder und Symbole, die helfen, Konzepte, Ereignisse und Prozesse zu erklären

  3. G79: Bereitstellung einer gesprochenen Version des Textes

  4. G153: Den Text leichter lesbar machen

  5. G160: Bereitstellung einer Version in Gebärdensprache über Informationen, Konzepte und Prozesse, die verstanden werden müssen, um den Inhalt nutzen zu können

Anmerkung: Unterschiedliche Sites können dieses Erfolgskriterium auf unterschiedliche Arten behandeln. Eine Audioversion des Inhalts kann für einige Benutzer hilfreich sein. Für einige gehörlose Menschen kann eine Version der Seite in Gebärdensprache leichter zu verstehen sein als die Version in geschriebener Sprache, da die Gebärdensprache ihre Muttersprache sein kann. Einige Sites können entscheiden, beides oder andere Kombinationen zu machen. Keine Technik wird allen Benutzern, die Schwierigkeiten haben, helfen. Daher werden hier unterschiedliche Techniken als ausreichende Techniken für Autoren zur Verfügung gestellt, die versuchen, ihre Sites barrierefreier zu machen. Jede der oben genannten nummerierten Techniken oder Kombinationen kann von einer bestimmten Site benutzt werden und dies wird von der Arbeitsgruppe als ausreichend betrachtet.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.1.5

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Bereitstellung von Text für Navigations- und Lande-Seiten (landing sites), der Lesefähigkeiten voraussetzt, die nicht so fortgeschritten sind wie die niedrige, sekundäre Schulbildung (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung von Text für Innenseiten, der Lesefähigkeiten auf dem Niveau der niedrigen, sekundären Schulbildung voraussetzt (zukünftiger Link)

  • Zusammenfassungen des Inhalts in den Metadaten einfügen (zukünftiger Link)

  • Benutzung der klarsten und einfachsten Sprache, die für den Inhalt angemessen ist (zukünftiger Link)

  • Benutzung von RDF, um Ergänzungen mit dem primären Inhalt zu verbinden (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines deutlichen, repräsentativen Bildes auf der Homepage der Site (zukünftiger Link)

  • Deutliche Markierung - mit Hilfe von Text oder Icons - von Inhalten, die für das einfache Lesen optimiert wurden (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Sätzen, die keine redundanten Wörter enthalten, das heißt Wörter, die nicht die Bedeutung des Satzes ändern (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Sätzen, die nicht mehr als zwei Konjunktionen enthalten (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Sätzen, die nicht länger sind als die typischerweise akzeptierte Länge für die sekundäre Schulbildung (Anmerkung: Im Englischen sind das 25 Wörter) (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Sätzen, die keine komplexen Wörter oder Ausdrücke enthalten, die durch gebräuchlichere Wörter ersetzt werden können, ohne dass die Bedeutung des Satzes verändert wird (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung von Zusammenfassungen für unterschiedliche Textabschnitte (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Metadaten, um Alternativen auf unterschiedlichem Leseniveau zu verknüpfen. (zukünftiger Link)

  • Benutzung des Dublin Core Accessibility-Elementes, um Textinhalt mit Ergänzungen in Text-, grafischer oder gesprochener Form zu verbinden (zukünftiger Link)

  • Benutzung des ISO AfA Accessibility-Elements, um Textinhalt mit Ergänzungen in Text-, grafischer oder gesprochener Form zu verbinden (zukünftiger Link)

  • Benutzung des IMS Accessibility-Elements, um Textinhalt mit Ergänzungen in Text-, grafischer oder gesprochener Form zu verbinden (zukünftiger Link)

  • Metadaten für Menschen sichtbar machen (zukünftiger Link)

    • BEISPIEL: Bereitstellung von URI(s) - in den Metadaten -, die auf ein auf einem Vorschul-Leseniveau und auf primärem Leseniveau gehaltenes Text-Transkript eines Artikels über eine neue wissenschaftliche Entdeckung auf hohem Leseniveau hinweisen.

  • Bereitstellung einer progressiven Komplexität für Site- und Seiteninhalte (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.1.5

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.1.5 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Niedrige sekundäre Schulbildung (lower secondary education level)

Die zwei- oder dreijährige Phase der Bildung, die nach der Beendigung der ersten sechs Schuljahre beginnt und neun Jahre nach Beginn der Grundschule endet.

Anmerkung: Diese Definition basiert auf der internationalen Standard-Klassifikation von Bildung (International Standard Classification of Education) [UNESCO].

Ergänzender Inhalt (supplemental content)

Zusätzlicher Inhalt, der den primären Inhalt illustriert oder verdeutlicht.

Beispiel 1: Eine Audio-Version einer Webseite.

Beispiel 2: Eine Illustration eines komplexen Prozesses.

Beispiel 3: Ein Absatz, der die wichtigsten Ergebnisse und Empfehlungen einer wissenschaftlichen Studie zusammenfasst.


Aussprache:
Erfolgskriterium 3.1.6 verstehen

3.1.6 Aussprache: Es gibt einen Mechanismus, um die bestimmte Aussprache von Wörtern zu erkennen, wenn die Bedeutung der Wörter - im Zusammenhang - mehrdeutig ist, wenn man die Aussprache nicht kennt. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Menschen, die blind sind, Menschen, die ein geringes Sehvermögen haben und Menschen mit Lesebehinderungen zu helfen, Inhalte in den Fällen zu verstehen, in denen die Bedeutung von der Aussprache abhängt. Worte und Buchstaben haben oft unterschiedliche Bedeutungen, jedes bzw. jeder mit seiner eigenen Aussprache. Die Bedeutung solcher Worte oder Buchstaben kann normalerweise aus dem Kontext des Satzes bestimmt werden. Bei komplexeren oder mehrdeutigen Sätzen oder in manchen Sprachen kann allerdings die Bedeutung des Wortes nicht leicht oder gar nicht bestimmt werden, wenn man die Aussprache nicht kennt. Wenn der Satz laut vorgelesen wird und der Screenreader das Wort liest und dabei die falsche Aussprache benutzt, dann kann er sogar noch schwieriger zu verstehen sein, als würde er visuell gelesen. Wenn Worte mehrdeutig oder unklar sind außer die Aussprache ist bekannt, dann wird die Bereitstellung eines Mittels zur Bestimmung der Aussprache benötigt.

Heteronyme sind zum Beispiel in der englischen Sprache Worte, die gleich geschrieben werden, aber unterschiedliche Aussprachen und Bedeutungen haben, wie beispielsweise die Worte desert (verlassen) und desert (Wüste). Wenn die korrekte Aussprache aus dem Kontext des Satzes bestimmt werden kann, dann ist nichts weiter erforderlich. Wenn nicht, dann wäre irgendein Mechanismus zur Bestimmung der korrekten Aussprache erforderlich. Darüber hinaus können bestimmte Zeichen in manchen Sprachen auf unterschiedliche Art ausgesprochen werden. Im japanischen gibt es zum Beispiel Zeichen wie die Han-Zeichen (Kanji), die verschiedene Aussprachen haben. Screenreader sprechen die Zeichen ohne die Informationen zur Aussprache möglicherweise falsch aus. Der Inhalt ergibt für den Benutzer keinen Sinn, wenn er falsch gelesen wird.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.1.6

Dieses Erfolgskriterium kann möglicherweise Menschen helfen, die:

  • Schwierigkeiten damit haben, Worte zu entschlüsseln

  • Schwierigkeiten damit haben, Kontext als Hilfe zum Verständnis zu benutzen

  • Techniken benutzen, die Worte laut lesen

Beispiele für Erfolgskriterium 3.1.6

  • Angabe, wie man den Namen einer Person liest.

    Webinhalte auf japanisch stellen kana (japanische phonetische Silbenschrift-Zeichen) zur Verfügung, die neben den Han-Zeichen (Kanji) geschrieben werden, um die Aussprache des Namens einer Person zu zeigen. Das kana wird für den Benutzer direkt nach dem Wort in Klammern angegeben. Die Angabe, wie man in Han-Zeichen (Kanji) geschriebene Worte liest, erlaubt es sowohl sehenden Benutzern als auch Screenreadern, die Worte korrekt zu lesen/auszusprechen. Beachten Sie, dass Screenreader das Wort zweimal sprechen: Die Han-Zeichen (Kanji), die falsch ausgesprochen werden können, werden zuerst gelesen und dann wird kana gesprochen, um die korrekte Lesart bereitzustellen.

  • Die Lesart der Worte durch das ruby-Element zeigen.

    Webinahlte, die XHTML 1.1 benutzen, stellen kana (phonetische Silbenschrift-Zeichen) zur Verfügung, das über die Zeichen geschrieben wird, um die Lesart (Aussprache) der Worte zu zeigen, indem das ruby-Element benutzt wird.

  • Bereitstellung von Audiodateien mit der Aussprache.

    Ein Dokument enthält einige Worte, deren Bedeutung nicht bestimmt werden kann, wenn man die korrekte Aussprache nicht kennt. Jedes Wort ist mit einer Audiodatei verlinkt, in der man die korrekte Aussprache findet. Benutzer können diese Links auswählen um herauszufinden, wie man die Worte ausspricht.

  • Aufnahme von Informationen zur Aussprache im Glossar.

    Eine Webseite enthält einen Glossar-Abschnitt. Manche Elemente in dem Glossar enthalten sowohl Informationen zur Aussprache als auch Definitionen. Worte aus dem Inhalt, deren Bedeutung nicht bestimmt werden kann ohne dass man deren Aussprache kennt, werden zu den entsprechenden Einträgen im Glossar verlinkt.

  • Text, der Aussprache-Informationen für Zeichen enthält, die von mehreren Sprachen benutzt werden, die aber in jeder Sprache unterschiedlich ausgesprochen werden

    Eine japanische Universitäts-Website enthält mehrere kurze Phrasen, die aus wissenschaftlichen Texten auf chinesisch und koreanisch zitiert wurden. Die Zitate sind so geschrieben, dass sie die gleiche Schrift wie der japanische Text benutzen. Es werden Informationen zur Aussprache zur Verfügung gestellt, um die korrekte Lesart der chinesischen und koreanischen Zeichen zu zeigen.

Anmerkung: Im japanischen wird das ruby-Element benutzt, um die „Lesart“ statt die „Aussprache“ zu zeigen.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.1.6 - Aussprache

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

  1. G120: Bereitstellung der Aussprache unmittelbar nach dem Wort

  2. G121: Verlinkung zur Aussprache

  3. G62: Bereitstellung eines Glossars, in dem Informationen zur Aussprache von Wörtern, die eine ungewöhnliche Aussprache im Inhalt haben und deren Bedeutung von der Aussprache abhängt, enthalten sind

  4. G163: Benutzung von normierten Aussprachezeichen, die abgeschaltet werden können

  5. H62: Benutzung des ruby-Elementes (HTML) (XHTML 1.1)

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.1.6

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Bereitstellung der Aussprache in einer Sprachlaut-Datei, so das sich Benutzer die Aussprache des Wortes anhören können (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines Mechanismus, um die Aussprache für alle fremdartigen Wörter im Textinhalt zu finden (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines Mechanismus, um die Aussprache jedes Wortes oder Ausdrucks im Textinhalt zu bestimmen (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.1.6

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.1.6 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Mechanismus (mechanism)

Prozess oder Technik, um ein Ergebnis zu erzielen.

Anmerkung 1: Der Mechanismus kann explizit im Inhalt bereitgestellt werden oder man verlässt sich darauf, dass er entweder von der Plattform oder dem Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken bereitgestellt wird.

Anmerkung 2: Der Mechanismus muss alle Erfolgskriterien für die angegebene Konformitätsstufe erfüllen.


Vorhersehbar:
Richtlinie 3.2 verstehen

Richtlinie 3.2 Sorgen Sie dafür, dass Webseiten vorhersehbar aussehen und funktionieren.

Absicht der Richtlinie 3.2

Die Absicht dieser Richtlinie ist es, Benutzern mit Behinderungen zu helfen, indem man Inhalte in einer vorhersehbaren Anordnung von Webseite zu Webseite präsentiert und indem man das Verhalten von funktionalen und interaktiven Komponenten vorhersehbar macht. Für manche Benutzer ist es schwierig, sich einen Überblick über die Webseite zu verschaffen: Screenreader stellen Inhalte als eindimensionalen Stream synthetischer Sprache dar, was das Verständnis räumlicher Beziehungen erschwert. Benutzer mit kognitiven Einschränkungen können unter Umständen verwirrt werden, wenn Komponenten auf verschiedenen Seiten an verschiedenen Stellen erscheinen.

Zum Beispiel sehen Menschen, die eine Vergrößerungssoftware benutzen, zu jedem Zeitpunkt nur einen Teil des Bildschirms; ein durchgängiges Layout erleichtert es ihnen, Navigationsleisten und andere Komponenten zu finden. Die Platzierung sich wiederholender Komponenten in der gleichen relativen Reihenfolge innerhalb eines Satzes an Webseiten erlaubt es Benutzern mit Lesebehinderungen, sich auf einen Bereich des Bildschirms zu konzentrieren, statt zusätzliche Zeit darauf zu verwenden, den Text jedes Links zu entschlüsseln. Benutzer, die ihre Hände nur eingeschränkt nutzen können, können leichter feststellen, wie die ihre Aufgaben ausführen können, indem sie die kleinste mögliche Anzahl an Tastenanschlägen benutzen.

Empfohlene Techniken für Richtlinie 3.2 (nicht erfolgskriterien-spezifisch)

Spezifische Techniken zur Erfüllung jedes Erfolgskriteriums für diese Richtlinie werden in den „Verstehen“-Abschnitten für jedes (unten aufgeführte) Erfolgskriterium aufgelistet. Wenn es allerdings Techniken gibt, um diese Richtlinie zu behandeln, die nicht unter eines der Erfolgskriterien fallen, dann sind diese hier aufgelistet. Diese Techniken sind nicht erforderlich oder ausreichend, um irgendein Erfolgskriterium zu erfüllen, können aber bestimmte Arten von Webinhalten für mehr Menschen barrierefreier machen.

  • Positionierung von Labels, um die Vorhersehbarkeit von Beziehungen zu maximieren

Bei Fokus:
Erfolgskriterium 3.2.1 verstehen

3.2.1 Bei Fokus: Wenn irgendein Bestandteil den Fokus erhält, dann löst dies nicht eine Änderung des Kontextes aus. (Stufe A)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass Funktionalität vorhersehbar ist, während Besucher durch ein Dokument navigieren. Jedes Komponente, die ein Ereignis auslösen kann, wenn sie den Fokus erhält, darf den Kontext nicht ändern. Beispiele für eine Änderung des Kontextes, wenn eine Komponente den Fokus erhält, sind unter anderem:

  • Formulare, die automatisch abgesendet werden, wenn eine Komponente den Fokus erhält;

  • das Öffnen neuer Fenster, wenn eine Komponente den Fokus erhält;

  • der Fokus wechselt zu einer anderen Komponente, wenn diese Komponente des Fokus erhält;

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.2.1

  • Dieses Erfolgskriterium hilft Menschen mit visuellen Behinderungen, kognitiven Einschränkungen und motorischen Beeinträchtigungen, indem das Risiko, dass eine Änderung der Kontextes unerwartet eintritt, reduziert wird.

Beispiele für Erfolgskriterium 3.2.1

  • Beispiel 1: Ein Auswahlmenü

    Ein Auswahlmenü auf einer Seite erlaubt es Benutzern, zwischen Sprungzielen auszuwählen. Wenn eine Person die Tastatur benutzt, um sich nach unten zu einer Auswahl zu bewegen und diese aktiviert (mit der Leertaste oder der Eingabetaste), dann wird zu einer neuen Seite gesprungen. Wenn sich die Person allerdings nach unten zu einer Auswahl bewegt und entweder die Escape- oder die Tabulatortaste benutzt, um das Auswahlmenü zu verlassen, dann wird nicht zu einem neuen Bildschirm gesprungen, da sich der Fokus aus dem Auswahlmenü weg bewegt.

  • Beispiel eines Fehlers: Ein Hilfe-Dialog

    Wenn ein Feld den Fokus erhält, dann öffnet sich ein Fenster mit einem Hilfe-Dialog, in dem das Feld beschrieben wird und Optionen angeboten werden. Wenn sich ein Tastatur-Benutzer per Tab durch die Webseite bewegt, dann öffnet sich der Dialog und bewegt so jedes Mal, wenn der Benutzer versucht, über das Feld hinweg zu tabben, den Fokus von dem Steuerelement weg.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.2.1 - Bei Fokus

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

  1. G107: Benutzung von "activate" statt "focus" als Auslöser für Änderungen des Kontextes

Anmerkung: Eine Änderung des Inhalts ist nicht immer eine Änderung des Kontextes. Dieses Erfolgskriterium wird automatisch erfüllt, wenn Änderungen im Inhalt nicht auch Änderungen des Kontextes sind.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.2.1

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.2.1

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.2.1 betrachtet werden.

Schlüsselbegriffe

Änderungen des Kontextes (changes of context)

Wesentliche Änderungen am Inhalt einer Webseite, die, wenn sie vorgenommen werden, ohne dass dies dem Benutzer bewusst ist, zur Desorientierung derjenigen Benutzer führen können, die nicht die gesamte Seite zeitgleich sehen können.

Änderungen des Kontextes beinhalten Änderungen:

  1. des Benutzeragenten;

  2. des Viewports;

  3. des Fokus;

  4. des Inhalts, der zu einer Bedeutungsänderung der Webseite führt.

Anmerkung: Eine Änderung des Inhalts ist nicht immer eine Änderung des Kontextes. Änderungen am Inhalt, wie zum Beispiel eine expandierende Gliederung (expanding outline), ein dynamisches Menü oder eine Steuerung über Reiter, ändern nicht zwangsläufig den Kontext, außer sie ändern auch eines der oben genannten (z.B. den Fokus).

Beispiel: Das Öffnen eines neuen Fensters, das Bewegen des Fokus auf ein anderes Element, das Wechseln zu einer neuen Seite (einschließlich allem, was für den Benutzer so aussieht, als wäre er zu einer neuen Seite gegangen) oder eine signifikante Umordnung von Inhalten auf einer Seite sind Beispiele für Änderungen des Kontextes.


Bei Eingabe:
Erfolgskriterium 3.2.2 verstehen

3.2.2 Bei Eingabe: Die Änderung der Einstellung irgendeines Bestandteils der Benutzerschnittstelle führt nicht automatisch zur Änderung des Kontextes, außer der Benutzer wurde vor Benutzung des Bestandteils auf das Verhalten hingewiesen. (Stufe A)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass die Eingabe von Daten oder die Auswahl eines Formular-Steuerelements vorhersehbare Auswirkungen hat. Die Änderung der Konfiguration einer beliebigen Komponente der Benutzerschnittstelle bedeutet die Änderung irgendeines Zustands in dem Steuerelement, der fortbesteht, wenn der Benutzer nicht länger damit interagiert. Also ändert das Ankreuzen eines Kontrollkästchens oder die Eingabe von Text in einem Textfeld dessen Konfiguration, aber die Aktivierung eines Links oder einer Schaltfläche tut dies nicht. Änderungen des Kontextes können Benutzer, welche die Änderung nicht leicht wahrnehmen oder durch die Änderungen schnell abgelenkt werden, verwirren. Änderungen des Kontextes sind nur dann angemessen, wenn es klar ist, dass eine solche Änderung als Reaktion auf die Handlung des Benutzers passieren wird .

Anmerkung: Dieses Erfolgskriterium behandelt Änderungen des Kontextes aufgrund von Änderungen der Konfiguration eines Steuerelements. Das Klicken auf Links oder auf die Reiter in einer Reiter-Steuerung bedeutet die Aktivierung des Steuerelements und nicht die Änderung der Konfiguration dieses Steuerelements.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.2.2

  • Dieses Erfolgskriterium hilft Benutzern mit Behinderungen, indem interaktiver Inhalt vorhersehbarer gemacht wird. Unerwartete Änderungen des Kontextes können für Benutzer mit visuellen Behinderungen oder kognitiven Einschränkungen so verwirrend sein, dass sie nicht dazu in der Lage sind, den Inhalt zu benutzen.

  • Individuen, die nicht in der Lage sind, Änderungen des Kontextes zu entdecken, laufen nicht so schnell Gefahr, bei dem Navigieren durch eine Site die Orientierung zu verlieren. Zum Beispiel:

    • Individuen, die blind sind oder ein geringes Sehvermögen haben, haben möglicherweise Schwierigkeiten zu erkennen, wann eine visuelle Änderung des Kontextes aufgetreten ist, wie zum Beispiel das Erscheinen eines neuen Fensters. In diesem Fall minimiert eine Warnung des Benutzers vor der Änderung des Kontextes im Voraus die Verwirrung, wenn der Benutzer entdeckt, dass sich die zurück-Schaltfläche nicht länger wie erwartet verhält.

  • Manche Individuen mit geringem Sehvermögen, mit Lese- und intellektuellen Behinderungen und andere, die Schwierigkeiten damit haben, visuelle Hinweise zu interpretieren, können möglicherweise von zusätzlichen Hinweisen, damit sie die Änderungen des Kontextes wahrnehmen, profitieren.

Beispiele für Erfolgskriterium 3.2.2

  • In einer webbasierten Kalender- und Terminplan-Anwendung wird ein Formular zur Erstellung von Kalendereinträgen bereitgestellt. Neben den Standardfeldern für Betreff, Uhrzeit und Ort gibt es eine Reihe an Schaltflächen, um die Art des zu erstellenden Kalendereintrages auszuwählen. Die Art des Kalendereintrags kann Besprechung, Termin oder Erinnerung sein. Wenn der Benutzer die Schaltfläche für Besprechung auswählt, dann werden auf der Seite zusätzliche Felder angezeigt, um die Teilnehmer der Besprechung einzugeben. Wenn die Schaltfläche Erinnerung ausgewählt wird, dann erscheinen andere Felder. Da sich nur Teile des Eintrags ändern und die Gesamtstruktur gleich bleibt, bleibt der grundlegende Kontext für den Benutzer bestehen.

  • Ein Formular enthält Felder, die US-amerikanische Telefonnummern darstellen. Alle Nummern haben eine dreistellige Vorwahl, gefolgt von einer dreistelligen Ortsvorwahl und schließlich eine vierstellige Nummer; jeder Teil der Telefonnummer wird in ein separates Feld eingegeben. Wenn der Benutzer den Eintrag in einem Feld fertigstellt und die erste Zahl des nächsten Feldes eingibt, dann bewegt sich der Fokus automatisch zum nächsten Feld der Telefonnummer. Dieses Verhalten der Telefonnummer-Felder wird dem Benutzer zu Beginn des Formulars beschrieben.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.2.2 - Bei Eingabe

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.2.2

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Schlüsselbegriffe

Änderungen des Kontextes (changes of context)

Wesentliche Änderungen am Inhalt einer Webseite, die, wenn sie vorgenommen werden, ohne dass dies dem Benutzer bewusst ist, zur Desorientierung derjenigen Benutzer führen können, die nicht die gesamte Seite zeitgleich sehen können.

Änderungen des Kontextes beinhalten Änderungen:

  1. des Benutzeragenten;

  2. des Viewports;

  3. des Fokus;

  4. des Inhalts, der zu einer Bedeutungsänderung der Webseite führt.

Anmerkung: Eine Änderung des Inhalts ist nicht immer eine Änderung des Kontextes. Änderungen am Inhalt, wie zum Beispiel eine expandierende Gliederung (expanding outline), ein dynamisches Menü oder eine Steuerung über Reiter, ändern nicht zwangsläufig den Kontext, außer sie ändern auch eines der oben genannten (z.B. den Fokus).

Beispiel: Das Öffnen eines neuen Fensters, das Bewegen des Fokus auf ein anderes Element, das Wechseln zu einer neuen Seite (einschließlich allem, was für den Benutzer so aussieht, als wäre er zu einer neuen Seite gegangen) oder eine signifikante Umordnung von Inhalten auf einer Seite sind Beispiele für Änderungen des Kontextes.

Bestandteil der Benutzerschnittstelle (user interface component)

Ein Teil des Inhalts, der von den Benutzern als einzelnes Steuerelement für eine bestimmte Funktion wahrgenommen wird.

Anmerkung 1: Mehrere Bestandteile der Benutzerschnittstelle können als einzelnes programmtechnisches Element implementiert sein. In dem Zusammenhang ist das Wort „Bestandteil“ nicht an Programmiertechniken gebunden, sondern an das, was Benutzer als unterschiedliche Steuerelemente wahrnehmen.

Anmerkung 2: Bestandteile der Benutzerschnittstelle beinhalten sowohl Formularelemente und Links als auch Bestandteile, die von Skripten generiert werden.

Beispiel: Ein Applet hat ein „Steuerelement“, das dazu benutzt werden kann, sich Zeile für Zeile, Seite für Seite oder zufällig durch Inhalt zu bewegen. Da jede dieser Möglichkeiten einen Namen hat und unabhängig voneinander einzustellen sein müsste, wäre jede einzelne Möglichkeit ein „Bestandteil der Benutzerschnittstelle.“


Konsistente Navigation:
Erfolgskriterium 3.2.3 verstehen

3.2.3 Konsistente Navigation: Navigationsmechanismen, die auf mehreren Webseiten innerhalb eines Satzes von Webseiten wiederholt werden, treten jedes Mal, wenn sie wiederholt werden, in der gleichen relativen Reihenfolge auf, außer eine Änderung wird durch den Benutzer ausgelöst. (Stufe AA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, die Benutzung einer konsistenten Darstellung und eines konsistenten Layouts für Benutzer, die mit sich wiederholenden Inhalten innerhalb eines Satzes an Webseiten interagieren und die bestimmte Informationen oder Funktionalitäten mehr als einmal ausfindig machen müssen, zu fördern. Individuen mit geringem Sehvermögen, die eine Vergrößerungssoftware benutzen, um jeweils nur einen kleinen Bereich des Bildschirms anzuzeigen, benutzen oft visuelle Hinweise und Seitenbegrenzungen, um sich wiederholende Inhalte schnell zu finden. Die Darstellung von sich wiederholenden Inhalten in der gleichen Reihenfolge ist auch für visuelle Benutzer wichtig, die räumliches Erinnerungsvermögen oder visuelle Hinweise innerhalb des Designs benutzen, um sich wiederholende Inhalte zu finden.

Es ist wichtig anzumerken, dass die Benutzung der Phrase „gleiche Reihenfolge“ in diesem Abschnitt nicht implizieren soll, dass Unternavigations-Menüs oder Blöcke mit sekundärer Navigation oder Seitenstruktur nicht benutzt werden können. Stattdessen soll dieses Erfolgskriterium Benutzern, die über Webseiten hinweg mit sich wiederholenden Inhalten interagieren, in die Lage versetzen, die Position von Inhalten, nach denen sie suchen, vorherzusehen und sie schneller zu finden, wenn sie erneut darauf treffen.

Benutzer können eine Änderung der Reihenfolge initiieren, indem sie adaptive Benutzeragenten benutzen oder indem sie ihre Einstellungen so festlegen, dass die Informationen auf eine Art dargestellt werden, die für sie am nützlichsten ist.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.2.3

  • Das Sicherstellen, dass Komponenten, die sich wiederholen, auf jeder Seite einer Site in der gleichen Reihenfolge erscheinen, hilft Benutzern dabei sich sicher zu fühlen, dass sie in der Lage sind vorherzusehen, wo sie die Dinge auf jeder Seite finden können. Dies hilft Benutzern mit kognitiven Einschränkungen, Benutzern mit geringem Sehvermögen, Benutzern mit intellektuellen Behinderungen und auch denjenigen, die blind sind.

Beispiele für Erfolgskriterium 3.2.3

  • Ein konsistent platziertes Steuerelement

    Ein Suchfeld ist das letzte Element auf jeder Webseite einer Site. Benutzer können die Suchfunktion schnell finden.

  • Ein ausklappbares Navigationsmenü

    Ein Navigationsmenü enthält eine Liste mit sieben Elementen mit Links zu den Hauptabschnitten einer Site. Wenn ein Benutzer eines dieser Elemente auswählt, wird eine Liste mit Unternavigations-Elementen in das Navigationsmenü der oberen Ebene eingefügt.

  • Konsistent positionierte Steuerelemente zum Überspringen der Navigation

    Ein Link zum „Überspringen der Navigation“ befindet sich als erster Link auf jeder Seite einer Website. Der Link erlaubt es Benutzern, Überschrifteninformationen und Navigationsinhalte schnell zu umgehen und damit zu beginnen, mit dem primären Inhalt einer Seite zu interagieren.

  • Ein „Springen-zu“ Navigationslink

    Am Ende einer Seite gibt es einen „Springen-zu“ Link zum Navigationsinhalt. Der Link ist durchgängig am Beginn jeder Seite positioniert, so dass Tastaturbenutzer ihn leicht finden können, wenn dies nötig ist.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.2.3 - Konsistente Navigation

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.2.3

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Benutzung von Vorlagen, um die Konsistenz über mehrere Webseiten hinweg sicherzustellen (zukünftiger Link)

  • Erstellung von Layout, Positionierung, Layering und Ausrichtung (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.2.3

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.2.3 betrachtet werden.

Schlüsselbegriffe

Webseite

Eine nicht-eingebettete Ressource abgerufen von einem einzelnen URI unter der Benutzung von HTTP plus jeder anderen Ressource, die beim Rendern benutzt wird oder die dazu bestimmt ist, mit der Ursprungs-Ressource zusammen durch einen Benutzeragenten gerendert zu werden.

Anmerkung 1: Obwohl jede „andere Ressource“ zusammen mit der ursprünglichen Ressource gerendert würde, würden sie nicht zwangsläufig zeitgleich miteinander gerendert werden.

Anmerkung 2: Zum Zweck der Konformität mit diesen Richtlinien muss eine Ressource „nicht eingebettet“ innerhalb des Geltungsbereichs der Konformität sein, um als Webseite zu gelten.

Beispiel 1: Eine Web-Ressource, die alle eingebetteten Bilder und Medien beinhaltet.

Beispiel 2: Eine Web-Mail-Anwendung, die unter der Benutzung von Asynchronem JavaScript und XML (AJAX) entwickelt wurde. Das Programm liegt komplett unter http://example.com/mail, beinhaltet aber einen Posteingang, einen Kontaktbereich und einen Kalender. Es werden Links oder Schaltflächen bereitgestellt, die dazu führen, dass der Posteingang, die Kontakte oder der Kalender angezeigt werden, die aber nicht den URI der Seite als Ganzes verändern.

Beispiel 3: Eine anpassbare Portalseite, auf der Benutzer den anzuzeigenden Inhalt aus einer Gruppe verschiedener Inhaltsmodule auswählen können.

Beispiel 4: Wenn Sie in Ihrem Browser „http://shopping.example.com/“ eingeben, dann kommen Sie zu einer film-ähnlichen, interaktiven Einkaufsumgebung, in der Sie visuell in einem Geschäft herumgehen und Produkte aus den Regalen um Sie herum nehmen und in einen visuellen Einkaufswagen vor Ihnen legen können. Das Klicken auf ein Produkt führt dazu, dass es zusammen mit einem Datenblatt vorgestellt wird, das daneben schwebt. Dies kann eine einseitige Website sein oder einfach nur eine Seite innerhalb einer Website.

Gleiche relative Reihenfolge (same relative order)

Gleiche Position in Relation zu anderen Elementen.

Anmerkung: Elemente werden als in der gleichen relativen Reihenfolge betrachtet, auch wenn andere Elemente in die ursprüngliche Reihenfolge eingefügt oder daraus entfernt werden. Zum Beispiel können expandierende Navigationsmenüs eine zusätzliche Detailebene einfügen oder ein sekundärer Navigationsabschnitt kann in die Lesereihenfolge eingefügt werden.

Satz von Webseiten (set of Web pages)

Sammlung von Webseiten, die einem gemeinsamen Zweck dienen und die vom gleichen Autor, der gleichen Gruppe oder der gleichen Organisation erstellt werden.

Anmerkung: Versionen in verschiedenen Sprachen würde man als unterschiedliche Sätze von Webseiten betrachten.


Konsistente Erkennung:
Erfolgskriterium 3.2.4 verstehen

3.2.4 Konsistente Erkennung: Bestandteile mit der gleichen Funktionalität innerhalb eines Satzes von Webseiten werden konsistent erkannt. (Stufe AA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, die konsistente Erkennung von funktionalen Komponenten, die wiederholt innerhalb eines Satzes an Webseiten erscheinen, sicherzustellen. Eine Strategie, die Menschen, die Screenreader verwenden, benutzen, wenn sie eine Website bedienen, ist es, sich sehr auf ihre Vertrautheit mit Funktionen, die möglicherweise auf verschiedenen Webseiten erscheinen, zu verlassen. Wenn identische Funktionen unterschiedliche Beschriftungen auf verschiedenen Webseiten haben, dann ist die Site erheblich schwieriger zu benutzen. Es kann unter Umständen auch verwirrend sein und die kognitive Belastung für Menschen mit kognitiven Einschränkungen erhöhen. Daher hilft eine konsistente Beschriftung.

Diese Konsistenz erstreckt sich auch auf Textalternativen. Wenn Symbole oder andere Nicht-Text-Elemente die gleiche Funktionalität haben, dann sollten ihre Textalternativen ebenfalls konsistent sein.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.2.4

  • Menschen, die eine Funktionalität auf einer Seite einer Site lernen, können die die gewünschten Funktionen auf anderen Seiten finden, wenn sie dort vorhanden sind.

  • Wenn Nicht-Text-Inhalte auf konsistente Art benutzt werden, um Komponenten mit der gleichen Funktionalität zu kennzeichnen, können Menschen, die Schwierigkeiten damit haben, Text zu lesen oder Textalternativen zu entdecken, mit dem Web interagieren, ohne auf Textalternativen angewiesen zu sein.

  • Menschen, die von Textalternativen abhängig sind, können eine vorhersehbarere Erfahrung haben. Sie können auch nach der Komponente suchen, wenn diese eine konsistente Beschriftung auf verschiedenen Seiten hat.

Beispiele für Erfolgskriterium 3.2.4

  • Beispiel 1: Dokument-Symbol

    Ein Dokument-Symbol wird benutzt, um einen Dokument-Download auf der gesamten Site zu kennzeichnen. Die Textalternative für das Symbol beginnt immer mit dem Wort „Download“, gefolgt von einer abgekürzten Form des Dokument-Titels. Die Benutzung unterschiedlicher Textalternativen zur Kennzeichnung von Dokument-Namen für unterschiedliche Dokumente ist eine konsistente Benutzung von Textalternativen.

  • Beispiel 2: Häkchen

    Ein Symbol mit einem Häkchen fungiert auf einer Seite als „genehmigt“, auf einer anderen Seite als „inbegriffen“. Da sie unterschiedlichen Funktionen dienen, haben sie unterschiedliche Textalternativen.

  • Beispiel 3: Konsistente Verweise auf andere Seiten

    Eine Website veröffentlicht Artikel online. Jeder Artikel umspannt mehrere Webseiten und jede Seite enthält einen Link zur ersten Seite, zur nächsten Seite und zur vorhergehenden Seite des Artikels. Wenn die Verweise auf die nächste Seite „Seite 1“, „Seite 2“, „Seite 2“ usw. lauten, dann sind die Beschriftungen nicht gleich, aber sie sind konsistent. Daher stellen diese Verweise keine Fehler bei diesem Erfolgskriterium dar.

  • Beispiel 4: Symbole mit ähnlichen Funktionen

    Eine E-Commerce-Anwendung benutzt ein Drucker-Symbol, das es dem Benutzer erlaubt, Belege und Rechnungen auszudrucken. In einem Teil der Anwendung hat das Drucker-Symbol die Beschriftung „Beleg ausdrucken“ und wird dazu benutzt, um Belege auszudrucken, während es in einem anderen Teil die Beschriftung „Rechnung ausdrucken“ hat und zum Ausdruck von Rechnungen benutzt wird. Die Beschriftung ist konsistent („x ausdrucken“), aber die Beschriftungen lauten unterschiedlich, um die verschiedenen Funktionen des Symbols widerzuspiegeln. Daher scheitert dieses Beispiel nicht an dem Erfolgskriterium.

  • Beispiel 5: Speichern-Symbol

    Ein gebräuchliches „Speichern“-Symbol wird auf der gesamten Site hindurch an den Stellen benutzt, an denen eine Funktion zum Speichern einer Seite auf mehreren Webseiten bereitgestellt wird.

  • Beispiel 6: Beispiel eines Fehlers

    Sowohl eine Schaltfläche zum Absenden einer „Suche“ auf einer Seite als auch eine „Finden“-Schaltfläche auf einer anderen Webseite haben beide ein Feld, um einen Begriff einzugeben und listen Themen auf der Website auf, die mit dem abgesendeten Begriff in Zusammenhang stehen. In diesem Fall haben die Schaltflächen die gleiche Funktion, sind aber nicht konsistent beschriftet.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.2.4 - Konsistente Erkennung

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

  1. G197: Konsistente Benutzung von Labeln, Namen und Textalternativen bei Inhalt, der die gleiche Funktionalität hat UND Beachtung der ausreichenden Techniken für Erfolgskriterium 1.1.1 und der ausreichenden Techniken für Erfolgskriterium 4.1.2 für die Bereitstellung von Labeln, Namen und Textalternativen.

Anmerkung 1: Textalternativen, die „konsistent“ sind, sind nicht immer „identisch“. Sie können zum Beispiel einen grafischen Pfeil am unteren Ende einer Webseite haben, der zur nächsten Webseite verlinkt. Die Textalternative könnte heißen „Gehe zu Seite 4“. Es wäre natürlich nicht passend, genau diese Textalternative auf der nächsten Webseite zu wiederholen. Es wäre passender zu sagen „Gehe zu Seite 5“. Obwohl diese Textalternativen nicht identisch wären, wären sie dennoch konsistent und würden damit dieses Erfolgskriterium erfüllen.

Anmerkung 2: Ein einzelnes Element mit Nicht-Text-Inhalt kann benutzt werden, um unterschiedlichen Funktionen zu dienen. In solchen Fällen sind verschiedene Textalternativen notwendig und sollten benutzt werden. Beispiele finden Sie üblicherweise bei der Benutzung von Icons wie Häkchen, Kreuzen und Verkehrszeichen. Ihre Funktionen können unterschiedlich sein, abhängig vom Kontext der Webseite. Ein Icon mit Häkchen kann, abhängig von der Situation, als „genehmigt“, „vollständig“ oder „eingeschlossen“ dienen, um ein paar zu nennen. Die Benutzung des „Häkchens“ als Textalternative über alle Webseiten hinweg hilft den Benutzern nicht, die Funktion des Icons zu verstehen. Unterschiedliche Textalternativen können benutzt werden, wenn der gleiche Nicht-Text-Inhalt mehreren Funktionen dient.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.2.4

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Sicherstellen, dass die Textalternative die Funktion des Bestandteils und das, was passiert, wenn der Benutzer es aktiviert, vermittelt (zukünftiger Link)

  • Benutzung des gleichen Nicht-Text-Inhalts für eine bestimmte Funktion wann immer dies möglich ist (zukünftiger Link)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.2.4

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.2.4 betrachtet werden.

Schlüsselbegriffe

Webseite

Eine nicht-eingebettete Ressource abgerufen von einem einzelnen URI unter der Benutzung von HTTP plus jeder anderen Ressource, die beim Rendern benutzt wird oder die dazu bestimmt ist, mit der Ursprungs-Ressource zusammen durch einen Benutzeragenten gerendert zu werden.

Anmerkung 1: Obwohl jede „andere Ressource“ zusammen mit der ursprünglichen Ressource gerendert würde, würden sie nicht zwangsläufig zeitgleich miteinander gerendert werden.

Anmerkung 2: Zum Zweck der Konformität mit diesen Richtlinien muss eine Ressource „nicht eingebettet“ innerhalb des Geltungsbereichs der Konformität sein, um als Webseite zu gelten.

Beispiel 1: Eine Web-Ressource, die alle eingebetteten Bilder und Medien beinhaltet.

Beispiel 2: Eine Web-Mail-Anwendung, die unter der Benutzung von Asynchronem JavaScript und XML (AJAX) entwickelt wurde. Das Programm liegt komplett unter http://example.com/mail, beinhaltet aber einen Posteingang, einen Kontaktbereich und einen Kalender. Es werden Links oder Schaltflächen bereitgestellt, die dazu führen, dass der Posteingang, die Kontakte oder der Kalender angezeigt werden, die aber nicht den URI der Seite als Ganzes verändern.

Beispiel 3: Eine anpassbare Portalseite, auf der Benutzer den anzuzeigenden Inhalt aus einer Gruppe verschiedener Inhaltsmodule auswählen können.

Beispiel 4: Wenn Sie in Ihrem Browser „http://shopping.example.com/“ eingeben, dann kommen Sie zu einer film-ähnlichen, interaktiven Einkaufsumgebung, in der Sie visuell in einem Geschäft herumgehen und Produkte aus den Regalen um Sie herum nehmen und in einen visuellen Einkaufswagen vor Ihnen legen können. Das Klicken auf ein Produkt führt dazu, dass es zusammen mit einem Datenblatt vorgestellt wird, das daneben schwebt. Dies kann eine einseitige Website sein oder einfach nur eine Seite innerhalb einer Website.

Gleiche Funktionalität (same functionality)

Gleiches Ergebnis bei der Benutzung.

Beispiel: Eine Schaltfläche für „Suche“ absenden auf einer Webseite und eine Schaltfläche „finden“ auf einer anderen Webseite können beide ein Feld haben, um einen Begriff einzugeben und Themen auf der Website aufzulisten, die einen Bezug zum abgeschickten Begriff haben. In diesem Fall hätten sie die gleiche Funktionalität, wären aber nicht konsistent beschriftet.


Änderung auf Anfrage:
Erfolgskriterium 3.2.5 verstehen

3.2.5 Änderung auf Anfrage: Änderungen des Kontextes werden nur durch Benutzeranfrage ausgelöst oder es gibt einen Mechanismus, um solche Änderungen abzuschalten. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, eine Gestaltung von Webinhalten zu fördern, die den Benutzern die volle Kontrolle über Änderungen des Kontextes gibt. Dieses Erfolgskriterium zielt darauf ab, mögliche Verwirrungen, die möglicherweise durch unerwartete Änderungen des Kontextes wie beispielsweise das automatische Öffnen neuer Fenster, das automatische Absenden von Formularen nach der Auswahl eines Elementes aus einer Liste usw. verursacht werden, zu eliminieren. Solche unerwarteten Änderungen des Kontextes können unter Umständen zu Schwierigkeiten führen bei Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen, Menschen mit geringem Sehvermögen, blinden Menschen und Menschen mit bestimmten kognitiven Einschränkungen.

Einige Arten der Änderung des Kontextes sind für manche Benutzer nicht störend oder kommen manchen Benutzern aktiv zugute. Zum Beispiel sind Einzelschalter-Benutzer auf Änderungen des Kontextes, die vom System animiert werden, angewiesen und die Einstellungen von Benutzern mit geringem Sehvermögen können sich unter Umständen abhängig davon, wie viel sie zeitgleich von dem Inhalt sehen können und wie viel der Sitzungsstruktur sie im Arbeitsspeicher behalten können, ändern. Einige Arten an Inhalten wie beispielsweise Diashows erfordern die Möglichkeit zur Änderung des Kontextes, um die beabsichtigte Benutzererfahrung zu bieten. Inhalte, die Änderungen des Kontextes nur dann automatisch initiieren, wenn die Benutzereinstellungen dies erlauben, können konform zu diesem Erfolgskriterium sein.

Anmerkung: Das Klicken auf einen Link ist ein Beispiel für eine Aktion, die „nur auf Anfrage des Benutzers initiiert wird“.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.2.5

  • Individuen, die nicht in der Lage sind, Änderungen des Kontextes zu erkennen oder die möglicherweise nicht realisieren, dass sich der Kontext geändert hat, laufen weniger schnell Gefahr, dass sie beim Navigieren einer Site verwirrt werden. Zum Beispiel:

    • Individuen, die blind sind oder ein geringes Sehvermögen haben, haben möglicherweise Schwierigkeiten zu erkennen, wann eine visuelle Änderung des Kontextes aufgetreten ist, wie zum Beispiel das Erscheinen eines neuen Fensters. In diesem Fall minimiert eine Warnung des Benutzers vor der Änderung des Kontextes im Voraus die Verwirrung, wenn der Benutzer entdeckt, dass sich die zurück-Schaltfläche nicht länger wie erwartet verhält.

  • Manche Individuen mit geringem Sehvermögen, mit Lese- und intellektuellen Behinderungen und solche, die Schwierigkeiten damit haben, visuelle Hinweise zu interpretieren, können von zusätzlichen Hinweisen zur Erkennung von Änderungen des Kontextes profitieren.

  • Menschen mit bestimmten kognitiven Einschränkungen werden nicht verwirrt, wenn automatische Umleitungen durch den Webserver und nicht durch den Browser ausgeführt werden.

Beispiele für Erfolgskriterium 3.2.5

  • Eine „jetzt aktualisieren“-Schaltfläche

    Statt Inhalte automatisch zu aktualisieren, stellt der Autor eine „Jetzt aktualisieren“-Schaltfläche zur Verfügung, die eine Aktualisierung des Inhalts anfordert.

  • Eine automatische Umleitung

    Ein Benutzer wird automatisch auf eine solche Art und Weise von einer alten zu einer neuen Seite umgeleitet, dass er oder sie niemals realisieren, dass die Umleitung stattgefunden hat.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.2.5 - Änderung auf Anfrage

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Wählen Sie unten die Situation aus, die Ihrem Inhalt entspricht. Jede Situation beinhaltet nummerierte Techniken (oder Kombinationen von Techniken), welche die Arbeitsgruppe als ausreichend für diesen Sachverhalt erachtet.

Situation A: Wenn sich eine Webseite automatisch aktualisiert:
  1. G76: Bereitstellung eines Mechanismus, um die Aktualisierung von Inhalten anzufordern statt einer automatischen Aktualisierung

Situation B: Wenn automatische Umleitungen möglich sind:
  1. SVR1: Server-seitige statt client-seitige Implementierung automatischer Umleitungen (SERVER)

  2. G110: Benutzung einer sofortigen, client-seitigen Umleitung, indem eine der folgenden Techniken benutzt wird:

Situation C: Wenn die Webseite ein Pop-Up-Fenster benutzt:
  1. Einbeziehen von Pop-Up-Fenstern, indem eine der folgenden Techniken benutzt wird:

Situation D: Wenn ein onchange-Event auf einem ausgewählten Element benutzt wird:
  1. SCR19: Benutzung eines onchange-Events auf einem ausgewählten Element, ohne eine Änderung des Kontextes auszulösen (Scripting)

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.2.5

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Schlüsselbegriffe

Änderungen des Kontextes (changes of context)

Wesentliche Änderungen am Inhalt einer Webseite, die, wenn sie vorgenommen werden, ohne dass dies dem Benutzer bewusst ist, zur Desorientierung derjenigen Benutzer führen können, die nicht die gesamte Seite zeitgleich sehen können.

Änderungen des Kontextes beinhalten Änderungen:

  1. des Benutzeragenten;

  2. des Viewports;

  3. des Fokus;

  4. des Inhalts, der zu einer Bedeutungsänderung der Webseite führt.

Anmerkung: Eine Änderung des Inhalts ist nicht immer eine Änderung des Kontextes. Änderungen am Inhalt, wie zum Beispiel eine expandierende Gliederung (expanding outline), ein dynamisches Menü oder eine Steuerung über Reiter, ändern nicht zwangsläufig den Kontext, außer sie ändern auch eines der oben genannten (z.B. den Fokus).

Beispiel: Das Öffnen eines neuen Fensters, das Bewegen des Fokus auf ein anderes Element, das Wechseln zu einer neuen Seite (einschließlich allem, was für den Benutzer so aussieht, als wäre er zu einer neuen Seite gegangen) oder eine signifikante Umordnung von Inhalten auf einer Seite sind Beispiele für Änderungen des Kontextes.

Mechanismus (mechanism)

Prozess oder Technik, um ein Ergebnis zu erzielen.

Anmerkung 1: Der Mechanismus kann explizit im Inhalt bereitgestellt werden oder man verlässt sich darauf, dass er entweder von der Plattform oder dem Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken bereitgestellt wird.

Anmerkung 2: Der Mechanismus muss alle Erfolgskriterien für die angegebene Konformitätsstufe erfüllen.


Hilfestellung bei der Eingabe:
Richtlinie 3.3 verstehen

Richtlinie 3.3 Helfen Sie den Benutzern dabei, Fehler zu vermeiden und zu korrigieren.

Absicht der Richtlinie 3.3

Jeder macht Fehler. Menschen mit manchen Behinderungen haben allerdings mehr Schwierigkeiten dabei, fehlerfreie Eingaben zu erstellen. Darüber hinaus kann es für sie schwieriger zu erkennen sein, dass sie einen Fehler gemacht haben. Typische Methoden, um auf einen Fehler hinzuweisen, sind für sie aufgrund eines begrenzten Sichtfeldes, einer begrenzten Farbwahrnehmung oder aufgrund der Benutzung assistierender Techniken möglicherweise nicht offensichtlich. Diese Richtlinie versucht, die Anzahl der gemachten gravierenden oder irreversiblen Fehler zu reduzieren, die Wahrscheinlichkeit, dass alle Fehler vom Benutzer bemerkt werden, zu erhöhen, und Benutzern zu helfen, damit sie verstehen, was sie tun sollten, um einen Fehler zu korrigieren.

Empfohlene Techniken für Richtlinie 3.3 (nicht erfolgskriterien-spezifisch)

Spezifische Techniken zur Erfüllung jedes Erfolgskriteriums für diese Richtlinie werden in den „Verstehen“-Abschnitten für jedes (unten aufgeführte) Erfolgskriterium aufgelistet. Wenn es allerdings Techniken gibt, um diese Richtlinie zu behandeln, die nicht unter eines der Erfolgskriterien fallen, dann sind diese hier aufgelistet. Diese Techniken sind nicht erforderlich oder ausreichend, um irgendein Erfolgskriterium zu erfüllen, können aber bestimmte Arten von Webinhalten für mehr Menschen barrierefreier machen.

  • Ausblenden optionaler Formularfelder (zukünftiger Link)

Fehlererkennung:
Erfolgskriterium 3.3.1 verstehen

3.3.1 Fehlererkennung: Wenn ein Eingabefehler automatisch erkannt wird, dann wird das fehlerhafte Element identifiziert und der Fehler wird dem Benutzer in Textform beschrieben. (Stufe A)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass Benutzer sich darüber bewusst sind, dass ein Fehler aufgetreten ist und dass sie erkennen können, was falsch ist. Die Fehlermeldung sollte so konkret wir möglich sein. Im Falle einer gescheiterten Formularübermittlung reicht es bei manchen Benutzern nicht, das Formular erneut anzuzeigen und die fehlerhaften Fehler zu kennzeichnen, damit diese wahrnehmen, dass ein Fehler aufgetreten ist. Screenreader-Benutzer zum Beispiel wissen dann nicht, dass es einen Fehler gab bis sie auf einen der Indikatoren treffen. Es ist möglich, dass sie das Formular komplett verlassen, bevor sie auf einen Fehler-Indikator treffen, weil sie denken, dass die Seite einfach nicht funktionsfähig ist.

Die Kennzeichnung und Beschreibung eines Fehlers kann mit programmtechnischen Informationen, die Benutzeragenten oder assistierende Techniken benutzen können, um einen Fehler zu erkennen und dem Benutzer Informationen über den Fehler zu geben, kombiniert werden. Zum Beispiel können bestimmte Techniken festlegen, dass die Eingabe des Benutzers nicht außerhalb eines bestimmten Bereiches liegen darf oder dass es sich bei einem Formularfeld um ein Pflichtfeld handelt. Derzeit unterstützen wenige Techniken diese Art der programmtechnischen Informationen, aber weder erfordert das Erfolgskriterium dies, noch unterbindet es dies.

Es ist absolut akzeptabel, einen Fehler auf andere Arten zu kennzeichnen wie beispielsweise durch ein Bild, Farbe usw. zusätzlich zur Beschreibung in Textform.

Siehe auch Erfolgskriterium 3.3.3 verstehen - Fehlerempfehlung.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.3.1

  • Die Bereitstellung von Informationen über Eingabefehler in Textform ermöglicht es blinden oder farbenblinden Benutzern, die Tatsache wahrzunehmen, dass ein Fehler aufgetreten ist.

  • Dieses Erfolgskriterium hilft möglicherweise Menschen mit kognitiven, Sprach- und Lernbehinderungen, die Schwierigkeiten damit haben, die Bedeutung, die durch Symbole und andere visuelle Hinweise dargestellt wird, zu verstehen.

Beispiele für Erfolgskriterium 3.3.1

  • Erkennen von Fehlern beim Absenden eines Formulars

    Die Website einer Fluglinie bietet ein besonderes Werbeangebot bei reduzierten Flügen an. Der Benutzer wird darum gebeten, ein einfaches Formular auszufüllen, das nach persönlichen Informationen wie Name, Adresse, Telefonnummer, bevorzugtem Sitzplatz und E-Mail-Adresse fragt. Wenn irgendeines der Felder in dem Formular entweder nicht oder falsch ausgefüllt wird, dann wird ein Warnhinweis angezeigt, der den Benutzer darüber informiert, welches Feld oder welche Felder fehlen oder nicht korrekt sind.

    Anmerkung: Dieses Erfolgskriterium bedeutet nicht, dass Farbe oder Textformatierungen nicht benutzt werden können, um auf Fehler hinzuweisen. Es verlangt einfach nur, dass Fehler auch in Textform gekennzeichnet werden. In diesem Beispiel werden zusätzlich zur Farbe zwei Asterisken benutzt.

  • Bereitstellung mehrerer Hinweise

    Der Benutzer versäumt es, zwei Felder in dem Formular auszufüllen. Zusätzlich zur Beschreibung des Fehlers und der Bereitstellung eines unverwechselbaren Zeichens, um es zu erleichtern, nach den Feldern zu suchen, werden die Felder in gelb hervorgehoben, um es zu erleichtern, auch visuell nach ihnen zu suchen.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.3.1 - Fehlererkennung

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.3.1

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.3.1

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.3.1 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Eingabefehler (input error)

Vom Benutzer gegebene Information, die nicht angenommen wird.

Anmerkung: Dies beinhaltet:

  1. Information, die von der Webseite verlangt wird, vom Benutzer aber ausgelassen wurde.

  2. Vom Benutzer gegebene Information, die nicht dem erforderlichen Datenformat oder -wert entspricht.


Beschriftungen (Labels) oder Anweisungen:
Erfolgskriterium 3.3.2 verstehen

3.3.2 Beschriftungen (Labels) oder Anweisungen: Wenn der Inhalt eine Eingabe durch den Benutzer verlangt, werden Beschriftungen (Labels) oder Anweisungen bereitgestellt. (Stufe A)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Benutzern zu helfen, Fehler zu vermeiden, wenn Eingaben ihrerseits erforderlich sind. Es ist gutes Benutzerschnittstellen-Design, einfache Anweisungen und Hinweise zur Eingabe von Informationen bereitzustellen, um die Vermeidung von Fehler zu fördern. Manche Benutzer mit Behinderungen machen möglicherweise eher Fehler als Benutzer ohne Behinderungen oder die Korrektur von Fehlern ist möglicherweise schwieriger; daher ist die Vermeidung von Fehlern eine wichtige Strategie für Benutzer mit Behinderungen. Menschen mit Behinderungen sind auf gut dokumentierte Formulare und Vorgehensweisen angewiesen, um mit einer Seite zu interagieren. Blinde Benutzer müssen genau wissen, welche Informationen in die Formularfelder eingegeben werden sollten und wie die zur Verfügung stehende Wahlmöglichkeiten lauten. Einfache Anweisungen, die visuell mit den Formular-Steuerelementen verknüpft sind, können Benutzern mit kognitiven Behinderungen oder denjenigen, die mit einer Vergrößerungssoftware auf eine Seite zugreifen, helfen.

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, die Seite nicht mit unnötigen Informationen zu überladen, aber wichtige Hinweise und Anweisungen, von denen Menschen mit Behinderungen profitieren, zur Verfügung zu stellen. Zu viele Informationen oder Anweisungen können eine genauso große Behinderung sein wie zu wenige. Das Ziel ist es sicherzustellen, dass dem Benutzer genügend Informationen zur Verfügung stehen, um die Aufgabe ohne übermäßige Verwirrung oder Navigation auszuführen.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.3.2

  • Label-Elemente, die mit Input-Elementen verknüpft sind, stellen sicher, dass Informationen über das Eingabefeld von Screenreadern gesprochen werden, wenn das Feld den Fokus erhält.

  • Feld-Labels, die in nächster Nähe zum verknüpften Feld platziert sind, helfen Benutzern von Vergrößerungssoftware, weil Feld und Label innerhalb des vergrößerten Bereichs der Seite eher sichtbar sind.

  • Beispiele mit den erwarteten Datenformaten bereitzustellen hilft Benutzern mit kognitiven, Sprach- und Lernbehinderungen dabei, Informationen korrekt einzugeben.

  • Die klare Kennzeichnung von Pflichtfeldern verhindert, dass ein reiner Tastaturbenutzer ein unvollständiges Formular absendet und dann durch das erneut angezeigte Formular navigieren muss, um das unvollständige Feld zu finden und die fehlenden Informationen einzugeben.

Beispiele für Erfolgskriterium 3.3.2

  • Ein Feld, in das ein Benutzer die zwei Buchstaben lange Abkürzung für einen US-Bundestaat eingeben muss, hat direkt daneben einen Link, durch den eine alphabetische Liste mit den Namen der Bundesstaaten und den korrekten Abkürzungen erscheint.

  • Ein Feld zur Eingabe eines Datums enthält anfänglichen Text, der das korrekte Format des Datums zeigt.

  • Ein Feld zur Eingabe des Vornamens ist eindeutig mit „Vorname“ beschriftet und das Feld für den Nachnamen ist mit „Nachname“ beschriftet, um eine Verwirrung darüber zu vermeiden, welcher Name verlangt wird.

  • Eine US-amerikanische Telefonnummer trennt Vorwahl, Vermittlungsstelle und Nummer in drei Felder. Klammern umgeben das Feld mit der Vorwahl und ein Gedankenstrich trennt die Felder für Vermittlungsstelle und Nummer. Während die Zeichensetzung denjenigen visuelle Hinweise gibt, die mit dem Format von US-amerikanischen Telefonnummern vertraut sind, reicht die Zeichensetzung nicht aus, um die Felder zu beschriften. Ein einzelnes Label mit „Telefonnummer“ kann auch nicht alle drei Felder beschriften. Um dies zu thematisieren werden die drei Felder in einem fieldset gruppiert mit der legend „Telefonnummer“. Visuelle Labels (abgesehen von der Zeichensetzung) können bei dem Design nicht für die Felder zur Verfügung gestellt werden, also werden unsichtbare Labels mit dem „title“-Attribut für jedes der drei Felder bereitgestellt. Die Werte dieses Attributs für die drei Felder sind entsprechend „Vorwahl“, „Vermittlungsstelle“ und „Nummer“.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.3.2 - Beschriftungen (Labels) oder Anweisungen

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

  1. G131: Bereitstellung beschreibender Labels UND eines der Folgenden:

  2. H44: Benutzung von Label-Elementen, um Text-Label mit den Steuerelementen eines Formulars zu assoziieren (HTML)

  3. FLASH32: Benutzung der automatischen Beschriftung (auto labeling), um Text-Label mit Formular-Steuerelementen zu verknüpfen (Flash)

  4. FLASH29: Festlegung der Eigenschaft „Beschriftung“ (label) für Formular-Komponenten (Flash)

  5. FLASH25: Beschriftung eines Formular-Steuerelementes durch Festlegung seines barrierefreien Namens (Flash)

  6. H71: Bereitstellung einer Beschreibung für Gruppen von Formular-Steuerelementen, indem fieldset- und legend-Elemente benutzt werden (HTML)

  7. FLASH8: Hinzufügen eines Gruppen-Namens zu dem barrierefreien Namen eines Formular-Steuerelements (Flash)

  8. H65: Benutzung des title-Attributs, um Formular-Steuerelemente zu kennzeichnen, wenn das Label-Element nicht benutzt werden kann (HTML)

  9. G167: Benutzung einer benachbarten Schaltfläche, um den Zweck eines Feldes zu benennen

Anmerkung: Die Techniken am Ende der oben genannten Liste sollten als „letzter Ausweg“ betrachtet werden und nur dann benutzt werden, denn die anderen Techniken nicht auf die Seite angewendet werden können. Die davor genannten Techniken werden bevorzugt, weil sie die Barrierefreiheit für eine größere Gruppe an Benutzern erhöhen.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.3.2

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.3.2

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.3.2 betrachtet werden.

Schlüsselbegriffe

Beschriftung / Label (label)

Text oder andere Komponente mit einer Textalternative, der oder die dem Benutzer präsentiert wird, um eine Komponente innerhalb von Webinhalten zu identifizieren.

Anmerkung 1: Eine Beschriftung (Label) wird allen Benutzern gezeigt, wobei der Name versteckt sein kann und nur von assistierenden Techniken gezeigt wird. In vielen (aber nicht allen) Fällen sind Name und Beschriftung gleich.

Anmerkung 2: Der Begriff Beschriftung (Label) ist nicht beschränkt auf das Label-Element in HTML.


Fehlerempfehlung:
Erfolgskriterium 3.3.3 verstehen

3.3.3 Fehlerempfehlung: Wenn ein Eingabefehler automatisch erkannt wird und Korrekturempfehlungen bekannt sind, dann werden diese Empfehlungen dem Benutzer bereitgestellt, außer dies würde die Sicherheit oder den Zweck des Inhalts gefährden. (Stufe AA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass Benutzer, wenn möglich, passende Empfehlungen zur Korrektur eines Eingabefehlers erhalten.

Erfolgskriterium 3.3.1 sorgt für eine Fehlerbenachrichtigung . Allerdings finden es Personen mit kognitiven Einschränkungen möglicherweise schwierig zu verstehen, wie man die Fehler korrigiert. Menschen mit visuellen Behinderungen sind unter Umständen nicht dazu in der Lage herauszufinden, wie man den Fehler genau korrigiert. Im Falle einer erfolglosen Übermittlung eines Formulars verlassen die Benutzer möglicherweise das Formular, weil sie, auch wenn sie sich vielleicht darüber bewusst sind, dass ein Fehler aufgetreten ist, unsicher sind, wir man den Fehler korrigiert, obwohl ihnen klar ist, dass er aufgetreten ist.

Der Verfasser des Inhalts stellt möglicherweise die Beschreibung des Fehlers zur Verfügung oder der Benutzeragent stellt unter Umständen die Beschreibung des Fehlers basierend auf technik-spezifischen, durch Software bestimmte Informationen zur Verfügung.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.3.3

  • Die Bereitstellung von Informationen darüber, wie man Eingabefehler korrigiert, ermöglicht es Benutzern mit Lernbehinderungen, ein Formular erfolgreich auszufüllen. Benutzer, die blind sind oder ein verringertes Sehvermögen haben, verstehen die Art des Eingabefehlers und wie man ihn korrigiert leichter. Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen können die Häufigkeit, in der sie einen Eingabewert ändern müssen, reduzieren.

Beispiele für Erfolgskriterium 3.3.3

  • Zusätzliche Hilfe bei der Korrektur eines Eingabefehlers

    Das Ergebnis eines Formulars, das nicht erfolgreich versendet wurde, beschreibt einen Eingabefehler an Ort und Stelle auf der Seite zusammen mit der korrekten Eingabe und bietet zusätzliche Hilfe für das Formularfeld an, das zu dem Eingabefehler geführt hat.

  • Empfehlungen aus einer begrenzten Reihe an Werten

    Ein Eingabefeld erfordert die Eingabe eines Monats. Wenn der Benutzer „12“ eingibt, dann könnten die Empfehlungen für die Korrektur folgendes beinhalten

    • Eine Liste mit zulässigen Werten, z.B. „Wählen Sie einen aus: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember.“

    • Eine Beschreibung der Reihe an Werten, z.B. „Geben Sie bitte den Namen des Monats ein“.

    • Die Umwandlung der eingegebenen Daten, interpretiert in einem anderen Monatsformat, z.B. „Meinen Sie Dezember?“

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.3.3 - Fehlerempfehlung

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Anmerkung: In manchen Fällen kann möglicherweise mehr als eine dieser Situationen Anwendung finden. Zum Beispiel wenn es ein Pflichtfeld erfordert, dass die Daten auch in einem bestimmten Format sein müssen.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Wählen Sie unten die Situation aus, die Ihrem Inhalt entspricht. Jede Situation beinhaltet nummerierte Techniken (oder Kombinationen von Techniken), welche die Arbeitsgruppe als ausreichend für diesen Sachverhalt erachtet.

Situation A: Wenn ein Pflichtfeld keine Informationen enthält:
  1. G83: Bereitstellung von Textbeschreibungen, um nicht ausgefüllte Pflichtfelder zu identifizieren

Situation B: Wenn Informationen für ein Feld in einem bestimmten Datenformat sein müssen:
  1. G85: Bereitstellung einer Textbeschreibung, wenn die Eingaben des Benutzers außerhalb des verlangten Formats oder der verlangten Werte sind

  2. G177: Bereitstellung einer Empfehlung zur Korrektur des Textes

  3. SCR18: Bereitstellung einer client-seitigen Gültigkeitsprüfung und einer Warnmeldung (Scripting)

  4. SCR32: Bereitstellung einer client-seitigen Gültigkeitsprüfung und Hinzufügen von Fehlertext via DOM (Scripting)

  5. FLASH12: Bereitstellung einer client-seitigen Gültigkeitsprüfung und Hinzufügen von Fehlertext über die barrierefreie Beschreibung (Anmerkung des Übersetzers: Beschreibung im Panel Eingabehilfen) (Flash)

Situation C: Die vom Benutzer eingegebene Information muss ein Wert aus einem begrenzten Satz an Werten sein:
  1. G84: Bereitstellung einer Textbeschreibung, wenn der Benutzer Informationen eingibt, die nicht der Liste der erlaubten Werte entsprechen

  2. G177: Bereitstellung einer Empfehlung zur Korrektur des Textes

  3. SCR18: Bereitstellung einer client-seitigen Gültigkeitsprüfung und einer Warnmeldung (Scripting)

  4. SCR32: Bereitstellung einer client-seitigen Gültigkeitsprüfung und Hinzufügen von Fehlertext via DOM (Scripting)

  5. FLASH12: Bereitstellung einer client-seitigen Gültigkeitsprüfung und Hinzufügen von Fehlertext über die barrierefreie Beschreibung (Anmerkung des Übersetzers: Beschreibung im Panel Eingabehilfen) (Flash)

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.3.3

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • G139: Erstellung eines Mechanismus, der es Benutzern erlaubt, zu den Fehlern zu springen

  • Machen Sie Fehlermeldungen leicht verständlich und unterscheidbar von anderem Text auf der Webseite (zukünftiger Link)

  • Gültigkeitsprüfung von abgeschickten Formularen auf dem Server (zukünftiger Link)

  • Wenn obligatorische Informationen nicht eingegeben wurden, einschließlich Beschreibungen oder Beispiele mit korrekten Informationen zusätzlich zur Identifikation des Feldes als obligatorisch (zukünftiger Link)

  • Wiederholung und Verdeutlichung von Vorschlägen zur Korrektur jedes Eingabefehlers im Kontext seines Formularfeldes (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer Möglichkeit für den Benutzer, von jedem Punkt auf der Liste der Vorschläge zu dem dazugehörigen Formularfeld zu springen (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung zusätzlicher kontextbezogener Hilfe für das zu ändernde Formularfeld (zukünftiger Link)

  • Annahme von Eingabedaten in einer Vielzahl von Formaten (zukünftiger Link)

  • G199: Bereitstellung einer Erfolgsmeldung, wenn Daten erfolgreich verschickt wurden

Techniken, um dem Benutzer Empfehlungen zur Verfügung zu stellen (empfohlen)
  • Bereitstellung einer Textbeschreibung, die Informationen zu der Anzahl an Eingabefehlern, zu den Korrekturvorschlägen zu jedem Punkt und Anweisungen dazu enthält, wie fortzufahren ist (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer Textbeschreibung, die Korrekturvorschläge als ersten Punkt (oder einen der ersten Punkte) des Inhalts enthält oder diese Informationen im Inhalt hervorhebt (zukünftiger Link)

  • Anzeige der Fehler und Vorschläge im Kontext des ursprünglichen Formulars (zum Beispiel erneute Anzeige eines Formulars, wobei Eingabefehler und Empfehlungen zur Korrektur hervorgehoben und im Kontext des ursprünglichen Formulars angezeigt werden) (zukünftiger Link)

HTML-Techniken (empfohlen)
  • Bereitstellung „korrekter Beispiele“ für Daten und Datenformate als anfänglicher Text in Pflichtfeldern von Formularen (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung von Links zu empfohlenem Korrekturtext „nahe bei“ Formularfeldern oder Bereitstellung des empfohlenen Korrekturtextes selbst direkt auf der Webseite „neben“ Formularfeldern (zukünftiger Link)

Client-seitige Scripting-Techniken (empfohlen)
WAI-ARIA-Techniken (empfohlen)

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.3.3

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.3.3 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Eingabefehler (input error)

Vom Benutzer gegebene Information, die nicht angenommen wird.

Anmerkung: Dies beinhaltet:

  1. Information, die von der Webseite verlangt wird, vom Benutzer aber ausgelassen wurde.

  2. Vom Benutzer gegebene Information, die nicht dem erforderlichen Datenformat oder -wert entspricht.


Fehlervermeidung (rechtliche, finanzielle, Daten):
Erfolgskriterium 3.3.4 verstehen

3.3.4 Fehlervermeidung (rechtliche, finanzielle, Daten): Für Webseiten, die eine für den Benutzer auftretende rechtliche Verpflichtung oder finanzielle Transaktion zur Folge haben, die Benutzer-gesteuerte Daten in Datenspeicherungssystemen ändern oder löschen oder die Testantworten des Benutzers abschicken, gilt mindestens eines der Folgenden: (Stufe AA)

  1. Reversibel: Versendete Daten sind reversibel.

  2. Geprüft: Vom Benutzer eingegebene Daten werden auf Eingabefehler überprüft und der Benutzer erhält die Gelegenheit, diese zu korrigieren.

  3. Bestätigt: Es gibt einen Mechanismus, um Informationen zu überprüfen, zu bestätigen und zu korrigieren, bevor sie endgültig abgesendet werden.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Benutzern mit Behinderungen dabei zu helfen, ernsthafte Konsequenzen zu vermeiden als Ergebnis eines Fehlers bei der Ausführung einer nicht reversiblen Handlung. Zum Beispiel sind der Kauf eines nicht erstattungsfähigen Flugtickets oder das Absenden eines Auftrags zum Kauf von Aktien in einem Wertpapierdepot finanzielle Transaktionen mit ernsthaften Konsequenzen. Wenn der Benutzer einen Fehler beim Flugdatum gemacht hat, dann könnte er oder sie mit einem Ticket für den falschen Tag dastehen, das nicht umgebucht werden kann. Wenn der Benutzer einen Fehler bei der Anzahl zu kaufender Aktien gemacht hat, dann könnte er oder sie letztendlich mehr Aktien kaufen als beabsichtigt. Beide Arten an Fehlern enthalten Transaktionen, die unmittelbar stattfinden und nachher nicht mehr geändert werden können und die sehr kostspielig sein können. Gleichermaßen kann es unter Umständen ein nicht behebbarer Fehler sein, wenn Benutzer unbeabsichtigt in einer Datenbank gespeicherte Daten, auf die sie später zugreifen müssen, ändern oder löschen, wie zum Beispiel ihr Reiseprofil auf einer Reisedienst-Website. In dieser Bestimmung sind Testdaten eingeschlossen, da Benutzer, damit der Test Gültigkeit hat, ihre Antworten nicht mehr ändern dürfen, wenn sie einmal abgesendet wurden; also müssen Benutzer in der Lage sein sicherzustellen, dass Ihre Einsendung korrekt ist.

Benutzer mit Behinderungen können wahrscheinlich eher Fehler machen. Menschen mit Lesebehinderungen können Zahlen und Buchstaben vertauschen und diejenigen mit motorischen Behinderungen aus Versehen können Tasten drücken. Die Bereitstellung einer Möglichkeit zur Revidierung von Handlungen ermöglicht es Benutzern, einen Fehler zu korrigieren, der zu ernsthaften Konsequenzen führen könnte. Die Bereitstellung der Möglichkeit, Informationen zu überprüfen und zu korrigieren, gibt dem Benutzer die Möglichkeit, einen Fehler zu entdecken, bevor er eine Handlung ausführt, die ernsthafte Konsequenzen hat.

Benutzer-gesteuerte Daten sind Daten, die dazu gedacht sind, dass Benutzer darauf zugreifen (z.B. Name und Adresse für das Konto des Benutzers). Sie beziehen sich nicht auf Dinge wie Internet-Logs und Suchmaschinen-Monitoring-Daten.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.3.4

  • Die Bereitstellung von Schutzmaßnahmen, um ernsthafte, aus Fehlern resultierende Konsequenzen zu vermeiden, hilft Benutzern mit allen Behinderungen, die möglicherweise eher Fehler machen.

Beispiele für Erfolgskriterium 3.3.4

  • Bestellbestätigung.

    Ein Web-Einzelhändler bietet Kunden einen Online-Einkauf an. Wenn eine Bestellung abgeschickt wird, dann werden die Bestellinformationen – einschließlich der bestellten Artikel, der Menge jedes bestellten Artikeln, Lieferanschrift und Zahlungsmethode – angezeigt, so dass der Benutzer die Bestellung auf Richtigkeit prüfen kann. Der Benutzer kann die Bestellung entweder bestätigen oder Änderungen vornehmen.

  • Wertpapierhandel:

    Eine Finanzdienstleistungs-Website lässt Benutzer Wertpapiere online kaufen und verkaufen. Wenn ein Benutzer eine Bestellung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren abschickt, dann prüft das System, ob der Markt geöffnet ist oder nicht. Wenn es nach Geschäftsschluss ist, wird der Benutzer gewarnt, dass die Transaktion eine nachbörsliche Transaktion sein wird, er erfährt etwas über die Risiken des Handels außerhalb der regulären Börsenzeiten und er erhält die Möglichkeit, die Bestellung abzubrechen oder zu bestätigen.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.3.4 - Fehlervermeidung (rechtliche, finanzielle, Daten)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Wählen Sie unten die Situation aus, die Ihrem Inhalt entspricht. Jede Situation beinhaltet nummerierte Techniken (oder Kombinationen von Techniken), welche die Arbeitsgruppe als ausreichend für diesen Sachverhalt erachtet.

Situation A: Wenn eine Anwendung dazu führt, dass eine rechtliche Transaktion stattfindet, wie zum Beispiel ein Einkauf oder die Einreichung einer Einkommensteuererklärung:
  1. G164: Bereitstellung eines angegebenen Zeitraums nach dem Versenden des Formulars während dessen die Bestellung vom Benutzer aktualisiert oder storniert werden kann

  2. G98: Bereitstellung einer Möglichkeit für den Benutzer, die Antworten vor dem Absenden durchzusehen und zu korrigieren

  3. G155: Bereitstellung einer Checkbox zusätzlich zur Absenden-Schaltfläche

Situation B: Wenn eine Handlung dazu führt, dass Informationen gelöscht werden:
  1. G99: Bereitstellung der Möglichkeit, gelöschte Informationen wiederherzustellen

  2. G168: Aufforderung zur Bestätigung, um mit der ausgewählten Handlung fortzufahren

  3. G155: Bereitstellung einer Checkbox zusätzlich zur Absenden-Schaltfläche

Situation C: Wenn die Webseite eine Anwendung für einen Test enthält:
  1. G98: Bereitstellung einer Möglichkeit für den Benutzer, die Antworten vor dem Absenden durchzusehen und zu korrigieren

  2. G168: Aufforderung zur Bestätigung, um mit der ausgewählten Handlung fortzufahren

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.3.4

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.3.4

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.3.4 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Webseite

Eine nicht-eingebettete Ressource abgerufen von einem einzelnen URI unter der Benutzung von HTTP plus jeder anderen Ressource, die beim Rendern benutzt wird oder die dazu bestimmt ist, mit der Ursprungs-Ressource zusammen durch einen Benutzeragenten gerendert zu werden.

Anmerkung 1: Obwohl jede „andere Ressource“ zusammen mit der ursprünglichen Ressource gerendert würde, würden sie nicht zwangsläufig zeitgleich miteinander gerendert werden.

Anmerkung 2: Zum Zweck der Konformität mit diesen Richtlinien muss eine Ressource „nicht eingebettet“ innerhalb des Geltungsbereichs der Konformität sein, um als Webseite zu gelten.

Beispiel 1: Eine Web-Ressource, die alle eingebetteten Bilder und Medien beinhaltet.

Beispiel 2: Eine Web-Mail-Anwendung, die unter der Benutzung von Asynchronem JavaScript und XML (AJAX) entwickelt wurde. Das Programm liegt komplett unter http://example.com/mail, beinhaltet aber einen Posteingang, einen Kontaktbereich und einen Kalender. Es werden Links oder Schaltflächen bereitgestellt, die dazu führen, dass der Posteingang, die Kontakte oder der Kalender angezeigt werden, die aber nicht den URI der Seite als Ganzes verändern.

Beispiel 3: Eine anpassbare Portalseite, auf der Benutzer den anzuzeigenden Inhalt aus einer Gruppe verschiedener Inhaltsmodule auswählen können.

Beispiel 4: Wenn Sie in Ihrem Browser „http://shopping.example.com/“ eingeben, dann kommen Sie zu einer film-ähnlichen, interaktiven Einkaufsumgebung, in der Sie visuell in einem Geschäft herumgehen und Produkte aus den Regalen um Sie herum nehmen und in einen visuellen Einkaufswagen vor Ihnen legen können. Das Klicken auf ein Produkt führt dazu, dass es zusammen mit einem Datenblatt vorgestellt wird, das daneben schwebt. Dies kann eine einseitige Website sein oder einfach nur eine Seite innerhalb einer Website.

Eingabefehler (input error)

Vom Benutzer gegebene Information, die nicht angenommen wird.

Anmerkung: Dies beinhaltet:

  1. Information, die von der Webseite verlangt wird, vom Benutzer aber ausgelassen wurde.

  2. Vom Benutzer gegebene Information, die nicht dem erforderlichen Datenformat oder -wert entspricht.

Rechtliche Verpflichtungen (legal commitments)

Transaktionen, bei denen die Person Vereinbarungen eingeht, aus denen sich gesetzlich bindende Rechte und Pflichten ergeben.

Beispiel: Ein Aufgebot, ein Aktienhandel (finanziell und rechtlich), ein Testament, ein Darlehen, eine Adoption, Eintritt in den Militärdienst, ein Vertrag jeglicher Art usw.

Mechanismus (mechanism)

Prozess oder Technik, um ein Ergebnis zu erzielen.

Anmerkung 1: Der Mechanismus kann explizit im Inhalt bereitgestellt werden oder man verlässt sich darauf, dass er entweder von der Plattform oder dem Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken bereitgestellt wird.

Anmerkung 2: Der Mechanismus muss alle Erfolgskriterien für die angegebene Konformitätsstufe erfüllen.

Benutzer-gesteuert (user-controllable)

Daten, die dazu gedacht sind, dass der Benutzer auf sie zugreift.

Anmerkung: Dies bezieht sich nicht auf Dinge wie Internet-Logs und Daten zur Beobachtung und Analyse von Suchmaschinen.

Beispiel: Namens- und Adressfelder für ein Benutzerkonto.


Hilfe:
Erfolgskriterium 3.3.5 verstehen

3.3.5 Hilfe: Es gibt eine kontextsensitive Hilfe. (Stufe AAA)

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, den Benutzern dabei zu helfen, Fehler zu vermeiden. Manche Benutzer mit Behinderungen machen möglicherweise eher Fehler als Benutzer ohne Behinderungen. Durch die Benutzung einer kontextsensitiven Hilfe finden Benutzer heraus, wie man eine Handlung durchführt ohne dass sie dabei den Überblick darüber verlieren, was sie gerade tun.

Eine kontextsensitive Hilfe muss nur bereitgestellt werden, wenn die Beschriftung nicht ausreicht, um alle Funktionalitäten zu beschreiben. Das Vorhandensein einer kontextsensitiven Hilfe sollte für den Benutzer offensichtlich sein und er sollte in der Lage sein, diese zu bekommen wann immer er sie benötigt.

Der Verfasser des Inhalts kann den Hilfetext zur Verfügung stellen oder der Benutzeragent kann den Hilfetext basierend auf technik-spezifischen, durch Software bestimmte Informationen bereitstellen.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.3.5

  • Unterstützung bei der Texteingabe hilft Individuen mit Schreib-Behinderungen und Menschen mit Lesebehinderungen und intellektuellen Behinderungen, die oft Schwierigkeiten haben, Text in Formulare oder an andere Stellen, bei denen eine Texteingabe gefragt ist, zu schreiben.

  • Darüber hinaus hilft diese Art an Unterstützung Menschen, die älter werden und die gleichen Schwierigkeiten bei der Texteingabe und/oder Mausbedienung haben.

Beispiele für Erfolgskriterium 3.3.5

  • Online-Bewerbung um eine Stelle

    Manche der Fragen sind unter Umständen für neue Stellensuchende schwer zu verstehen. Ein Hilfe-Link neben jeder Frage stellt Anweisungen und Erklärungen für jede Frage zur Verfügung.

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.3.5 - Hilfe

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Wählen Sie unten die Situation aus, die Ihrem Inhalt entspricht. Jede Situation beinhaltet nummerierte Techniken (oder Kombinationen von Techniken), welche die Arbeitsgruppe als ausreichend für diesen Sachverhalt erachtet.

Situation A: Wenn ein Formular eine Texteingabe verlangt:
  1. G71: Bereitstellung eines Hilfe-Links auf jeder Webseite

  2. G193: Bereitstellung von Hilfe durch einen Assistenten auf der Webseite

  3. G194: Bereitstellung einer Rechtschreibprüfung und von Vorschlägen für die Texteingabe

  4. G184: Bereitstellung von Textanweisungen zu Beginn eines Formulars oder eines Satzes an Feldern, welche die notwendigen Eingaben beschreiben

Situation B: Wenn ein Formular eine Texteingabe in einem erwarteten Datenformat verlangt:
  1. G89: Bereitstellung des erwarteten Datenformats und Beispiels

  2. G184: Bereitstellung von Textanweisungen zu Beginn eines Formulars oder eines Satzes an Feldern, welche die notwendigen Eingaben beschreiben

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 3.3.5

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 3.3.5

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 3.3.5 betrachtet werden.

(Derzeit keine Fehler dokumentiert)

Schlüsselbegriffe

Kontextsensitive Hilfe (context-sensitive help)

Hilfetext, der Informationen zur aktuell ausgeführten Funktion gibt.

Anmerkung: Eindeutige Beschriftungen (Labels) können als kontextsensitive Hilfe dienen.


Fehlervermeidung (alle):
Erfolgskriterium 3.3.6 verstehen

3.3.6 Fehlervermeidung (alle): Für Webseiten, die verlangen, dass der Benutzer Informationen absendet, gilt mindestens eines der Folgenden: (Stufe AAA)

  1. Reversibel: Versendete Daten sind reversibel.

  2. Geprüft: Vom Benutzer eingegebene Daten werden auf Eingabefehler überprüft und der Benutzer erhält die Gelegenheit, diese zu korrigieren.

  3. Bestätigt: Es gibt einen Mechanismus, um Informationen zu überprüfen, zu bestätigen und zu korrigieren, bevor sie endgültig abgesendet werden.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Benutzern mit Behinderungen zu helfen, Konsequenzen zu vermeiden, die daraus resultieren können, dass ein Fehler beim Abschicken von Formulardaten gemacht wird. Dieses Kriterium baut auf Erfolgskriterium 3.3.4 auf insofern, als es für alle Formulare gilt, die von Benutzern verlangen, dass Informationen abgesendet werden.

Benutzer mit Behinderungen machen möglicherweise eher Fehler und haben unter Umständen mehr Schwierigkeiten damit, Fehler zu entdecken und wiedergutzumachen. Menschen mit Lesebehinderungen können Zahlen und Buchstaben vertauschen und diejenigen mit motorischen Behinderungen aus Versehen können Tasten drücken. Die Bereitstellung der Möglichkeit, Aktionen rückgängig zu machen, erlaubt es Benutzern, einen Fehler zu korrigieren. Die Bereitstellung einer Möglichkeit zur Überprüfung und Korrektur von Informationen gibt dem Benutzer die Möglichkeit, einen Fehler zu entdecken, bevor eine Aktion ausgeführt wird.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 3.3.6

  • Die Bereitstellung von Schutzmaßnahmen, um aus Fehlern resultierende Konsequenzen zu vermeiden, hilft Benutzern mit allen Behinderungen, die möglicherweise eher Fehler machen.

Beispiele für Erfolgskriterium 3.3.6

(derzeit keine dokumentiert)

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 3.3.6 - Fehlervermeidung (alle)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

  1. Beachtung der ausreichenden Techniken für Erfolgskriterium 3.3.4 für alle Formulare, die vom Benutzer verlangen, Informationen abzusenden.

Schlüsselbegriffe

Webseite

Eine nicht-eingebettete Ressource abgerufen von einem einzelnen URI unter der Benutzung von HTTP plus jeder anderen Ressource, die beim Rendern benutzt wird oder die dazu bestimmt ist, mit der Ursprungs-Ressource zusammen durch einen Benutzeragenten gerendert zu werden.

Anmerkung 1: Obwohl jede „andere Ressource“ zusammen mit der ursprünglichen Ressource gerendert würde, würden sie nicht zwangsläufig zeitgleich miteinander gerendert werden.

Anmerkung 2: Zum Zweck der Konformität mit diesen Richtlinien muss eine Ressource „nicht eingebettet“ innerhalb des Geltungsbereichs der Konformität sein, um als Webseite zu gelten.

Beispiel 1: Eine Web-Ressource, die alle eingebetteten Bilder und Medien beinhaltet.

Beispiel 2: Eine Web-Mail-Anwendung, die unter der Benutzung von Asynchronem JavaScript und XML (AJAX) entwickelt wurde. Das Programm liegt komplett unter http://example.com/mail, beinhaltet aber einen Posteingang, einen Kontaktbereich und einen Kalender. Es werden Links oder Schaltflächen bereitgestellt, die dazu führen, dass der Posteingang, die Kontakte oder der Kalender angezeigt werden, die aber nicht den URI der Seite als Ganzes verändern.

Beispiel 3: Eine anpassbare Portalseite, auf der Benutzer den anzuzeigenden Inhalt aus einer Gruppe verschiedener Inhaltsmodule auswählen können.

Beispiel 4: Wenn Sie in Ihrem Browser „http://shopping.example.com/“ eingeben, dann kommen Sie zu einer film-ähnlichen, interaktiven Einkaufsumgebung, in der Sie visuell in einem Geschäft herumgehen und Produkte aus den Regalen um Sie herum nehmen und in einen visuellen Einkaufswagen vor Ihnen legen können. Das Klicken auf ein Produkt führt dazu, dass es zusammen mit einem Datenblatt vorgestellt wird, das daneben schwebt. Dies kann eine einseitige Website sein oder einfach nur eine Seite innerhalb einer Website.

Eingabefehler (input error)

Vom Benutzer gegebene Information, die nicht angenommen wird.

Anmerkung: Dies beinhaltet:

  1. Information, die von der Webseite verlangt wird, vom Benutzer aber ausgelassen wurde.

  2. Vom Benutzer gegebene Information, die nicht dem erforderlichen Datenformat oder -wert entspricht.

Mechanismus (mechanism)

Prozess oder Technik, um ein Ergebnis zu erzielen.

Anmerkung 1: Der Mechanismus kann explizit im Inhalt bereitgestellt werden oder man verlässt sich darauf, dass er entweder von der Plattform oder dem Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken bereitgestellt wird.

Anmerkung 2: Der Mechanismus muss alle Erfolgskriterien für die angegebene Konformitätsstufe erfüllen.


Kompatibel:
Richtlinie 4.1 verstehen

Richtlinie 4.1: Maximieren Sie die Kompatibilität mit aktuellen und zukünftigen Benutzeragenten, einschließlich assistierender Techniken.

Absicht der Richtlinie 4.1

Der Zweck dieser Richtlinie ist es, die Kompatibilität mit aktuellen und zukünftigen Benutzeragenten, insbesondere mit assistierenden Techniken (AT) zu unterstützen. Dies wird gemacht, indem sowohl 1) sichergestellt wird, dass Autoren keine Dinge tun, die assistierende Techniken stören würden (z.B. schlecht geformtes Markup) oder die assistierende Techniken umgehen würden (z.B. indem unkonventionelles Markup oder Code benutzt wird) und 2) indem Informationen im Inhalt auf eine dem Standard entsprechende Art und Weise, die assistierende Techniken erkennen und mit denen sie interagieren können, gezeigt werden. Da sich Techniken schnell ändern und Entwickler von assistierenden Techniken viele Probleme damit haben, mit den sich rapide ändernden Techniken Schritt zu halten, ist es wichtig, dass der Inhalt Konventionen folgt und mit APIs kompatibel ist, so dass assistierende Techniken leichter mit neuen Techniken arbeiten können, so wie diese sich entwickeln.

Empfohlene Techniken für Richtlinie 4.1 (nicht erfolgskriterien-spezifisch)

Spezifische Techniken zur Erfüllung jedes Erfolgskriteriums für diese Richtlinie werden in den „Verstehen“-Abschnitten für jedes (unten aufgeführte) Erfolgskriterium aufgelistet. Wenn es allerdings Techniken gibt, um diese Richtlinie zu behandeln, die nicht unter eines der Erfolgskriterien fallen, dann sind diese hier aufgelistet. Diese Techniken sind nicht erforderlich oder ausreichend, um irgendein Erfolgskriterium zu erfüllen, können aber bestimmte Arten von Webinhalten für mehr Menschen barrierefreier machen.

  • Vermeidung abgelehnter Funktionen von W3C-Techniken (zukünftiger Link)

  • Keine Darstellung von Inhalten, die auf Techniken angewiesen sind, die nicht die Barrierefreiheit unterstützend sind, wenn die Technik abgeschaltet oder nicht unterstützt wird.

Syntaxanalyse:
Erfolgskriterium 4.1.1 verstehen

4.1.1 Syntaxanalyse: Bei Inhalt, der durch die Benutzung von Auszeichnungssprache implementiert wurde, haben Elemente komplette Start- und End-Tags, werden Elemente entsprechend ihrer Spezifikationen verschachtelt, enthalten Elemente keine doppelten Attribute und alle IDs sind einzigartig, außer wenn die Spezifikationen diese Eigenschaften erlauben. (Stufe A)

Anmerkung: Start- und End-Tags, bei denen entscheidende Zeichen in ihrer Formation fehlen, wie eine schließende spitze Klammer oder nicht zueinander passende Anführungszeichen von Attribut-Werten, sind nicht vollständig.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken Inhalte akkurat interpretieren und aufgliedern können. Wenn der Inhalt nicht in eine Datenstruktur aufgegliedert werden kann, dann ist es möglich, dass unterschiedliche Benutzeragenten diesen unterschiedlich darstellen oder dass sie überhaupt nicht dazu in der Lage sind, diesen aufzugliedern. Manche Benutzeragenten benutzen „Reparaturtechniken“, um schlecht kodierten Inhalt darzustellen.

Da die Reparaturtechniken zwischen den Benutzeragenten variieren, können Autoren nicht voraussetzen, dass Inhalt korrekt in eine Datenstruktur aufgegliedert wird oder dass er von spezialisierten Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken korrekt dargestellt wird, außer der Inhalt wird entsprechend der Regeln, die in der formalen Grammatik für diese Technik definiert wurden, erstellt. In Auszeichnungssprachen führen Fehler bei der Element- und Attribut-Syntax und das Versäumnis, korrekt verschachtelte Start-/End-Tags bereitzustellen, zu Fehlern, die Benutzeragenten daran hindern, den Inhalt zuverlässig aufzugliedern. Daher verlangt das Erfolgskriterium, dass der Inhalt gemäß der Regeln der formalen Grammatik aufgegliedert werden kann.

Anmerkung: Das Konzept der „Wohlgeformtheit“ liegt nahe bei dem, was hier verlangt wird. Allerdings variieren die genauen Anforderungen an die Syntaxanalyse zwischen den Auszeichnungssprachen und die meisten nicht-XML-basierten Sprachen definieren die Anforderungen an die Wohlgeformtheit nicht explizit. Daher war es notwendig, in dem Erfolgskriterium expliziter zu sein, damit es allgemein auf Auszeichnungssprachen anwendbar ist. Da der Begriff „Wohlgeformtheit“ nur in XML definiert ist und weil (da End-Tags manchmal optional sind) valides HTML keinen wohlgeformten Code verlangt, wird der Begriff in diesem Erfolgskriterium nicht benutzt.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 4.1.1

  • Das Sicherstellen, dass Webseiten vollständige Start- und End-Tags haben und gemäß der Spezifikation verschachtelt sind, hilft dabei sicherzustellen, dass assistierende Techniken den Inhalt korrekt und ohne abzustürzen aufgliedern können.

Beispiele für Erfolgskriterium 4.1.1

(derzeit keine dokumentiert)

Verwandte Ressourcen

Ressourcen sind nur zu Informationszwecken und keine offizielle Empfehlung.

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 4.1.1 - Syntaxanalyse

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 4.1.1

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

(derzeit keine dokumentiert)


Name, Rolle, Wert:
Erfolgskriterium 4.1.2 verstehen

4.1.2 Name, Rolle, Wert: Für alle Bestandteile der Benutzerschnittstelle (einschließlich, aber nicht beschränkt auf: Formularelemente, Links und durch Skripte generierte Komponenten) können Name und Rolle durch Software bestimmt werden; Zustände, Eigenschaften und Werte, die vom Benutzer festgelegt werden können, können durch Software festgelegt sein; und die Benachrichtigung über Änderungen an diesen Elementen steht den Benutzeragenten zur Verfügung, einschließlich assistierender Techniken. (Stufe A)

Anmerkung: Dieses Erfolgskriterium ist hauptsächlich für Webautoren gedacht, die ihre eigenen Bestandteile der Benutzerschnittstelle entwickeln oder skripten. Standard-HTML-Steuerelemente erfüllen zum Beispiel bereits dieses Erfolgskriterium, wenn sie entsprechend der Spezifikation benutzt werden.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es sicherzustellen, dass assistierende Techniken (AT) Informationen über Steuerelemente der Benutzerschnittstelle im Inhalt sammeln können, diese aktivieren (oder festlegen) können und über deren Status auf dem Laufenden bleiben können.

Wenn Standard-Steuerelemente aus barrierefreien Techniken benutzt werden, ist dieser Prozess unkompliziert. Wenn die Elemente der Benutzerschnittstelle gemäß der Spezifikation benutzt werden, dann werden die Bedingungen dieser Vorschrift erfüllt. (Siehe unten für Beispiele für Erfolgskriterium 4.1.2)

Wenn allerdings maßgefertigte Steuerelemente erstellt werden oder Schnittstellen-Elemente so programmiert werden (im Code oder Script), dass sie eine andere Rolle und/oder Funktion als üblich haben, dann müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden um sicherzustellen, dass die Steuerelemente assistierenden Techniken wichtige Informationen zur Verfügung stellen und dass sie es erlauben, dass sie von assistierenden Techniken gesteuert werden.

Ein besonders wichtiger Zustand eines Steuerelementes der Benutzerschnittstelle ist, ob dieses den Fokus hat oder nicht. Der Fokus-Zustand eines Steuerelementes kann durch Software bestimmt werden und Benachrichtigungen zur Änderung des Fokus werden an Benutzeragenten und assistierende Techniken gesendet. Andere Beispiele zum Status von Steuerelementen der Benutzerschnittstelle sind, ob ein Kontrollkästchen oder eine Optionsschaltfläche ausgewählt wurde oder nicht oder ob ein zusammenklappbarer Baum oder eine Lisen-Node ausgeklappt oder eingeklappt ist oder nicht.

Anmerkung: Erfolgskriterium 4.1.2 verlangt einen durch Software bestimmbaren Namen für alle Bestandteile der Benutzerschnittstelle. Namen können sichtbar oder unsichtbar sein. Gelegentlich muss der Name sichtbar sein, in welchem Fall er als Label gekennzeichnet ist. Für weitere Informationen sehen Sie sich die Definition von Name und Beschriftung (Label) im Glossar an.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 4.1.2

  • Die Bereitstellung von Informationen über Rolle, Zustand und Wert aller Bestandteilen der Benutzerschnittstelle ermöglicht die Kompatibilität mit assistierenden Techniken wie zum Beispiel Screenreadern, Vergrößerungssoftware und Spracherkennungssoftware, die von Menschen mit Behinderungen benutzt werden.

Beispiele für Erfolgskriterium 4.1.2

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 4.1.2 - Name, Rolle, Wert

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Wählen Sie unten die Situation aus, die Ihrem Inhalt entspricht. Jede Situation beinhaltet nummerierte Techniken (oder Kombinationen von Techniken), welche die Arbeitsgruppe als ausreichend für diesen Sachverhalt erachtet.

Situation A: Wenn ein Standard-Bestandteil der Benutzerschnittstelle in einer Auszeichnungssprache benutzt wird (z.B. HTML):
  1. G108: Benutzung von Auszeichnungsfunktionen, um Name und Rolle offenzulegen, um es zu ermöglichen, vom Benutzer einzustellende Properties direkt festzulegen und um Benachrichtigungen über Änderungen zur Verfügung zu stellen, indem unten genannte technik-spezifische Techniken benutzt werden:

Situation B: Wenn Script oder Code benutzt wird, um ein Standard-Bestandteil der Benutzerschnittstelle in einer Auszeichnungssprache zu einem neuen Zweck zu nutzen:
  1. Offenlegung der Namen und Rollen, so dass vom Benutzer festzulegende Eigenschaften direkt festgelegt werden können und Bereitstellung einer Benachrichtigung über Änderungen, indem eine der folgenden Techniken benutzt wird:

    • {bereitzustellende Techniken- ACTION-103}

Situation C: Wenn ein Standard-Bestandteil der Benutzerschnittstelle in einer Programmierungs-Technik benutzt wird:
  1. G135: Benutzung der API Barrierefreiheitsfunktionen einer Technik, um Namen und Rollen offenzulegen, um eine direkte Festlegung der vom Benutzer festzulegenden Eigenschaften zu ermöglichen und eine Benachrichtigung über Änderungen zur Verfügung zu stellen

Situation D: Wenn ein eigenes Bestandteil der Benutzerschnittstelle in einer Programmiersprache erstellt wird:
  1. G10: Durch die Benutzung einer Technik, welche die API-Barrierefreiheitsfunktion der Plattform, auf dem der Benutzeragent laufen wird, unterstützt, werden Bestandteilen erstellt, um Namen und Rollen offenzulegen, um eine direkte Festlegung der vom Benutzer festzulegenden Eigenschaften zu ermöglichen und eine Benachrichtigung über Änderungen zur Verfügung zu stellen

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 4.1.2

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • Bereitstellung von Beschriftungen für alle Steuerelemente eines Formulars, die keine implizite Beschriftung haben (zukünftiger Link)

Schlüsselbegriffe

Assistierende Technik (wie in diesem Dokument benutzt) (assistive technologies (as used in this document))

Hardware und/oder Software, die als Benutzeragent fungiert oder die mit einem gängigen Benutzeragenten zusammenarbeitet, um Funktionalität zur Verfügung zu stellen, damit die Anforderungen von Benutzern mit Behinderungen erfüllt werden, die über jene hinausgehen, die von gängigen Benutzeragenten angeboten werden.

Anmerkung 1: Funktionalitäten, die von assistierenden Techniken bereitgestellt werden, beinhalten alternative Präsentationen (z.B. als synthetische Sprachausgabe oder vergrößerte Inhalte), alternative Eingabemethoden (z.B. Sprache), zusätzliche Navigations- oder Orientierungsmechanismen und Inhaltstransformationen (z.B. um Tabellen barrierefreier zu machen).

Anmerkung 2: Assistierende Techniken tauschen Daten und Nachrichten mit gängigen Benutzeragenten oft durch die Benutzung und die Beobachtung von APIs aus.

Anmerkung 3: Die Abgrenzung zwischen gängigen Benutzeragenten und assistierenden Techniken ist nicht absolut. Viele gängige Benutzeragenten stellen einige Funktionen bereit, um Menschen mit Behinderungen zu unterstützen. Der grundlegende Unterschied besteht darin, dass gängige Benutzeragenten ein breites und verschiedenartiges Publikum als Zielgruppe haben, die normalerweise Menschen mit und ohne Behinderungen beinhaltet. Assistierende Techniken haben als Zielgruppe genau definierte Populationen von Benutzern mit bestimmten Behinderungen. Die Unterstützung, die durch assistierende Techniken bereitgestellt wird, ist spezifischer und entspricht den Bedürfnissen ihrer Zielgruppe. Der gängige Benutzeragent kann den assistierenden Techniken wichtige Funktionalitäten zur Verfügung stellen, wie das Abrufen von Webinhalten aus Programmobjekten oder das Aufgliedern von Markup in identifizierbare Datenstrukturen.

Beispiel: Assistierende Techniken, die im Zusammenhang mit diesem Dokument wichtig sind, beinhalten die folgenden:

  • Vergrößerungssoftware und andere visuelle Leseassistenten, die von Menschen mit visuellen, wahrnehmungsbedingten und körperlichen Einschränkungen in Bezug auf die Nutzung gedruckter Medien benutzt werden, um Schriftart, Größe, Spationierung, Textfarbe oder die Synchronisierung von Text mit Sprache usw. zu ändern, damit die visuelle Lesbarkeit von gerendertem Text oder Bildern verbessert wird;

  • Screenreader, die von blinden Menschen benutzt werden, um Informationen in Textform durch synthetische Sprachausgabe oder Braille zu lesen;

  • Sprachausgabe-Software (Text-to-Speech-Software), die von manchen Menschen mit kognitiven, Sprach- oder Lernbehinderungen benutzt wird, um Text in synthetische Sprachausgabe zu konvertieren;

  • Spracherkennungssoftware, die von Menschen mit Körperbehinderungen benutzt werden kann;

  • Alternative Tastaturen, die von Menschen mit bestimmten Körperbehinderungen benutzt werden, um die Tastatur zu simulieren (einschließlich alternativer Tastaturen, die über Kopfsteuerungen, Einzelschalter, Saug- und Blassteuerungen und andere besondere Eingabegeräte bedient werden);

  • Alternative Zeigegeräte, die von Menschen mit bestimmten Körperbehinderungen benutzt werden, um das Zeigen mit der Maus und die Aktivierung von Schaltflächen zu simulieren.

Name (name)

Text, mit dem Software eine Komponente innerhalb des Webinhalts für den Benutzer bezeichnen kann.

Anmerkung 1: Der Name kann versteckt sein und nur von assistierenden Techniken gezeigt werden, wobei eine Beschriftung (Label) allen Benutzern gezeigt wird. In vielen (aber nicht allen) Fällen sind Name und Beschriftung gleich.

Anmerkung 2: Dies steht nicht im Zusammenhang mit dem name-Attribut in HTML.

Durch Software bestimmt (durch Software bestimmbar) (programmatically determined (programmatically determinable))

Bestimmt von Software durch vom Autor gelieferte Daten, bereitgestellt auf eine Art und Weise, dass verschiedene Benutzeragenten, einschließlich assistierender Techniken, diese Informationen entnehmen und dem Benutzer in verschiedenen Modalitäten präsentieren können.

Beispiel 1: Bestimmt in einer Markup-Sprache aus Elementen und Attributen, auf die direkt durch allgemein erhältliche assistierende Techniken zugegriffen wird.

Beispiel 2: Bestimmt von Technik-spezifischen Datenstrukturen in einer Nicht-Markup-Sprache und gezeigt von assistierenden Techniken über ein Accessibility-API, welches von allgemein erhältlichen, assistierenden Techniken unterstützt wird.

Durch Software festgelegt (programmatically set)

Festgelegt von der Software unter der Benutzung von Methoden, die von Benutzeragenten, einschließlich assistierender Techniken, unterstützt werden.

Rolle (role)

Text oder Zahl, wodurch Software die Funktion einer Komponente innerhalb von Webinhalten identifizieren kann.

Beispiel: Eine Zahl, die angibt, ob ein Bild als Hyperlink, Schaltfläche oder Checkbox funktioniert.

Benutzeragent (user agent)

Jegliche Software, die Webinhalt für den Benutzer abruft und darstellt.

Beispiel: Webbrowser, Mediaplayer, Plug-Ins und andere Programme – einschließlich assistierender Techniken – die dabei helfen, Webinhalt abzurufen, ihn zu rendern und mit ihm zu interagieren.

Bestandteil der Benutzerschnittstelle (user interface component)

Ein Teil des Inhalts, der von den Benutzern als einzelnes Steuerelement für eine bestimmte Funktion wahrgenommen wird.

Anmerkung 1: Mehrere Bestandteile der Benutzerschnittstelle können als einzelnes programmtechnisches Element implementiert sein. In dem Zusammenhang ist das Wort „Bestandteil“ nicht an Programmiertechniken gebunden, sondern an das, was Benutzer als unterschiedliche Steuerelemente wahrnehmen.

Anmerkung 2: Bestandteile der Benutzerschnittstelle beinhalten sowohl Formularelemente und Links als auch Bestandteile, die von Skripten generiert werden.

Beispiel: Ein Applet hat ein „Steuerelement“, das dazu benutzt werden kann, sich Zeile für Zeile, Seite für Seite oder zufällig durch Inhalt zu bewegen. Da jede dieser Möglichkeiten einen Namen hat und unabhängig voneinander einzustellen sein müsste, wäre jede einzelne Möglichkeit ein „Bestandteil der Benutzerschnittstelle.“


Konformität verstehen

Alle WCAG 2.0-Erfolgskriterien wurden als testbare Kriterien formuliert, um objektiv zu bestimmen, ob Inhalte sie erfüllen. Das Testen der Erfolgskriterien würde eine Kombination von automatisierten Tests und Evaluation durch Menschen erfordern. Die Inhalte sollten von denjenigen getestet werden, die verstehen, wie Menschen mit unterschiedlichen Arten der Behinderung das Web benutzen.

Testen und testbar bezieht sich in dem Kontext auf funktionales Testen, das heißt verifizieren, dass der Inhalt wie erwartet funktioniert oder, in diesem Fall, dass er das Erfolgskriterium erfüllt. Obwohl der Inhalt möglicherweise alle Erfolgskriterien erfüllt, kann es sein, dass der Inhalt nicht immer von Menschen mit einer breiten Vielfalt an Behinderungen benutzbar ist. Daher werden Usability-Tests zusätzlich zu den erforderlichen funktionalen Tests empfohlen. Das Ziel der Usability-Tests ist es zu bestimmen, wie gut Menschen die Inhalte ihrem beabsichtigen Zweck nach benutzen können. Es wird empfohlen, dass Menschen mit Behinderungen in Testgruppen einbezogen werden, wenn Usability-Tests durchgeführt werden.

Was bedeutet Konformität?

Konformität zu einem Standard bedeutet, dass Sie die ‚Bedingungen‘ des Standard erfüllen oder diesen entsprechen. In den WCAG 2.0 sind die ‚Bedingungen‘ die Erfolgskriterien. Um konform zu den WCAG 2.0 zu sein, müssen Sie die Erfolgskriterien erfüllen, dass heißt, dass es keinen Inhalt gibt, der die Erfolgskriterien missachtet.

Anmerkung: Das bedeutet, dass, wenn es keinen Inhalt gibt, auf den ein Erfolgskriterium anwendbar ist, dann ist das Erfolgskriterium erfüllt.

Die meisten Standards haben nur eine Konformitätsstufe. Um verschiedenen Situationen Rechnung zu tragen, die möglicherweise einen größeren Grad an Barrierefreiheit als andere erfordern oder erlauben, haben die WCAG 2.0 drei Konformitätsstufen und daher drei Ebenen an Erfolgskriterien.

Konformitätsbedingungen verstehen

Es gibt fünf Bedingungen, die erfüllt werden müssen, damit der Inhalt als ‚konform‘ zu den WCAG 2.0 klassifiziert wird. Dieser Abschnitt bietet kurze Anmerkungen zu diesen Bedingungen an. Dieser Abschnitt wird mit der Zeit erweitert, um neu aufkommende Fragen zu thematisieren oder um neue Beispiele der Art und Weise, wie man die unterschiedlichen Konformitätsbedingungen erfüllt, bereitzustellen.

Bedingung 1 verstehen

1. Konformitätsstufe: Eine der folgenden Stufen der Konformität ist vollständig erfüllt.

  • Stufe A: Für eine Konformität auf Stufe A (die minimale Konformitätsstufe) muss die Webseite alle Erfolgskriterien der Stufe erfüllen oder es wird eine konforme Alternativversion zur Verfügung gestellt.

  • Stufe AA: Für eine Konformität auf Stufe AA muss die Webseite alle Erfolgskriterien der Stufen A und AA erfüllen oder es wird eine Stufe AA-konforme Alternativversion zur Verfügung gestellt.

  • Stufe AAA: Für eine Konformität auf Stufe AAA muss die Webseite alle Erfolgskriterien der Stufen A, AA und AAA erfüllen oder es wird eine Stufe AAA-konforme Alternativversion zur Verfügung gestellt.

Anmerkung 1: Obwohl eine Konformität nur in den angegebenen Stufen erreicht werden kann, werden Autoren dazu ermutigt, (in ihrer Erklärung) jeglichen Fortschritt, den sie in Bezug auf die Erfüllung von Erfolgskriterien aller Stufen über die erreichte Stufe der Konformität hinaus gemacht haben, aufzuführen.

Anmerkung 2: Es wird nicht empfohlen, Konformität auf Stufe AAA als allgemeine Richtlinie für komplette Websites zu fordern, da es bei manchen Inhalten nicht möglich ist, alle Erfolgskriterien der Stufe AAA zu erfüllen.

Die erste Bedingung beschäftigt sich mit den Stufen der Konformität. Im Wesentlichen besagt sie, dass alle Informationen auf einer Seite konform sind oder dass es eine konforme Alternativversion gibt, die von der Seite aus verfügbar ist. Die Bedingung erklärt außerdem, dass eine Konformität nicht möglich ist, ohne mindestens alle Erfolgskriterien der Stufe A zu erfüllen.

Die Anmerkung hebt hervor, dass Autoren dazu ermutigt werden, über die Konformität auf einer bestimmten Stufe hinauszugehen und jeglichen Fortschritt in Richtung auf höhere Stufen der Konformität zu vervollständigen und, wenn sie dies wünschen, darüber zu berichten.

Siehe auch Konforme Alternativversionen verstehen, worin Techniken für die Bereitstellung konformer Alternativversionen enthalten sind.

Bedingung 2 verstehen

2. Ganze Seiten: Konformität (und Konformitätsstufen) gelten nur für (eine) ganze Webseite(n) und kann nicht erreicht werden, wenn ein Teil einer Webseite ausgeschlossen ist.

Anmerkung 1: Zum Zweck der Bestimmung der Konformität gelten Alternativen zu einem Teil der Inhalte einer Seite als Teil der Seite, wenn die Alternativen direkt von der Seite aus erreicht werden können, z.B. eine lange Beschreibung oder eine alternative Darstellung eines Videos.

Anmerkung 2: Autoren von Webseiten, die aufgrund von Inhalten, die außerhalb der Kontrolle des Autors liegen, nicht konform sein können, können eine Erklärung partieller Konformität in Betracht ziehen.

Diese Bestimmung verlangt einfach nur, dass die gesamte Seite konform ist. Aussagen über „der Teil einer Seite ist konform“ können nicht gemacht werden.

Manchmal können zusätzliche Informationen von einer anderen Seite zu Informationen auf einer Seite verfügbar sein. Das longdesc-Attribut in HTML ist ein Beispiel. Mit longdesc könnte eine lange Beschreibung einer Grafik auf einer separaten Seite sein, zu der der Benutzer von der Seite mit der Grafik aus springen kann. Damit wird deutlich, dass solche Inhalte als Teil der Webseite betrachtet werden, so dass Bedingung #2 für den verbundenen Satz an Webseiten, der als eine einzige Webseite betrachtet wird, erfüllt wird. Alternativen können ebenso auf der gleichen Seite bereitgestellt werden. Zum Beispiel die Erstellung eines Äquivalents zum Steuerelement einer Benutzerschnittstelle.

Anmerkung 1: Aufgrund von Konformitätsbedingung 5 kann unter Umständen eine ganze Seite konform sein, auch wenn Teile der Seite Inhaltstechniken benutzen, welche die Barrierefreiheit nicht unterstützen, so lange sie sich nicht störend auf den Rest der Seite auswirken und alle Informationen und Funktionen an anderen Stelle auf der Seite oder von der Seite aus verfügbar sind.

Anmerkung 2: Es ist möglich, nicht-konforme Inhalte aufzunehmen. Siehe Konformitätsbedingung 5 verstehen.

Bedingung 3 verstehen

3. Vollständiger Prozess: Wenn eine Webseite Teil einer Folge von Webseiten ist, die einen Prozess darstellen (z.B. eine Folge von Schritten, die abgeschlossen werden müssen, um eine Handlung auszuführen), dann müssen alle Webseiten in dem Prozess zu der bestimmten Stufe oder höher konform sein. (Konformität zu einer bestimmten Stufe ist nicht möglich, wenn irgendeine Seite in dem Vorgang nicht zu der Stufe oder zu einer höheren Stufe konform ist.)

Beispiel: Ein Online-Shop hat eine Reihe von Seiten, die benutzt werden, um Produkte auszuwählen und zu kaufen. Alle Seiten in der Abfolge vom Anfang bis zum Ende (Kasse) sind konform, damit alle Seiten, die Teil des Prozesses sind, konform sind.

Diese Bestimmung verhindert, dass eine Webseite, die Teil eines größeren Prozesses ist, als konform betrachtet wird wenn der gesamte Prozess dies nicht ist. Dies würde verhindern, dass eine Einkaufs-Site als konform klassifiziert wird, wenn die Kasse oder andere Eigenschaften der Site, die Teil des Einkaufs- und Bezahlvorgangs sind, nicht konform sind.

Bedingung 4 verstehen

4. Ausschließliche Benutzung von Techniken auf eine die Barrierefreiheit unterstützende Art: Nur bei der Benutzung von Techniken auf eine die Barrierefreiheit unterstützende Art kann man sich darauf verlassen, dass die Erfolgskriterien erfüllt werden. Jegliche Information oder Funktionalität, die auf eine nicht die Barrierefreiheit unterstützende Art zur Verfügung gestellt wird, ist auch auf eine die Barrierefreiheit unterstützende Art und Weise verfügbar. (Siehe Barrierefreiheit unterstützend verstehen.)

Diese Konformitätsbedingung wird unten unter Barrierefreiheit unterstützend verstehen erklärt.

Bedingung 5 verstehen

5. Nicht störend: Wenn Techniken auf nicht die Barrierefreiheit unterstützende Art benutzt werden oder wenn sie auf nicht -konforme Art benutzt werden, dann blockieren sie nicht die Fähigkeit des Benutzers, auf den Rest der Seite zuzugreifen. Darüber hinaus erfüllt die Webseite als Ganzes weiterhin die Konformitätsbedingungen unter jeder der folgenden Bedingungen:

  1. wenn irgendeine Technik, auf die man sich nicht verlassen kann, in einem Benutzeragenten angeschaltet wird,

  2. wenn irgendeine Technik, auf die man sich nicht verlassen kann, in einem Benutzeragenten ausgeschaltet wird und

  3. wenn irgendeine Technik, auf die man sich nicht verlassen kann, nicht von dem Benutzeragenten unterstützt wird

Darüber hinaus gelten die folgenden Erfolgskriterien für sämtlichen Inhalt einer Seite einschließlich Inhalt, auf dessen Konformität man sich sonst nicht verlassen würde, da das Scheitern bei der Erfüllung dieser die Nutzung der Seite beeinträchtigen könnte:

  • 1.4.2 - Audio-Steuerelement,

  • 2.1.2 - Keine Tastaturfalle,

  • 2.3.1 - Grenzwert von dreimaligem Blinken oder weniger und

  • 2.2.2 - Pausieren, beenden, ausblenden.

Dies besagt im Wesentlichen, dass nicht die Barrierefreiheit unterstützende Techniken benutzt werden können, so lange alle Informationen auch verfügbar sind, indem die Barrierefreiheit unterstützende Techniken benutzt werden, welche und so lange sich das Material, das die Barrierefreiheit nicht unterstützt nicht störend auswirkt.

Nicht die Barrierefreiheit unterstützende Techniken können benutzt werden oder die Barrierefreiheit unterstützende Techniken können auf eine nicht-konforme Art und Weise benutzt werden, so lange alle Informationen durch die konforme Benutzung von die Barrierefreiheit unterstützende Techniken verfügbar sind und so lange sich das Material, das die Barrierefreiheit nicht unterstützt, nicht störend auswirkt.

Es gibt vier Bestimmungen, die sich besonders mit Problemen der Beeinträchtigung beim Gebrauch der Seite beschäftigen. Diese vier sind hier in einer Anmerkung beigefügt. Eine Anmerkung zu jeder dieser Bestimmungen weist darauf hin, dass diese Erfolgskriterien für den gesamten Inhalt einschließlich des Inhalts, der durch die Benutzung von Techniken, welche die Barrierefreiheit nicht unterstützen, erstellt wurde, erfüllt werden müssen.

Beispiel: Eine Webseite bindet eine neue interaktive, grafische Technik namens „ZAP“ ein. Obwohl ZAP die Barrierefreiheit unterstützt werden die Informationen, die in ZAP präsentiert werden, auch in HTML auf der Seite präsentiert, so dass man man sich nicht auf ZAP verlässt. Also würde diese Seite Konformitätsbedingung #1 bestehen. Wenn der Benutzer allerdings versucht, per Tab-Taste durch den ZAP-Inhalt zu gehen, dann fällt der Fokus in das ZAP-Objekt und bleibt dort stecken. Wenn er einmal dort drin ist, kann der Benutzer nichts tun, um den Fokus wieder dort herauszubekommen. Also können Tastaturbenutzer die untere Hälfte der Seite nicht benutzen. Der ZAP-Inhalt blitzt außerdem ständig hell in unterschiedlichen Frequenzen und hört damit nicht auf. Also werden Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit abgelenkt und diejenigen mit photosensitiven Anfallsleiden können möglicherweise Anfälle haben. Konformitätsbedingung #5 verhindert, dass Situationen wie diese auf einer konformen Seite möglich sind.

Konformitätserklärungen verstehen

Es ist nicht erforderlich, irgendeine Konformitätserklärung abzugeben, um konform zu sein. Wenn man aber eine Konformitätserklärung abgibt, dann müssen die Regeln befolgt werden.

Manchmal möchte man unter Umständen eine Erklärung nur für die Inhalte abgeben, die nach einem bestimmten Datum hinzugefügt wurden. Oder man möchte eine Konformitätserklärung zu den WCAG 1.0 für Inhalte bis zu einem gewissen Datum abgeben und zu den WCAG 2.0 für Inhalte, die nach diesem Datum erstellt oder verändert wurden. Es gibt in den WCAG 2.0 keine Verbote zu irgendwelchen dieser Praktiken so lange es klar ist, welche Seiten eine Konformitätserklärung zu welcher Version der WCAG abgeben.

Anmerkung 1: Wenn wir über Techniken „auf die man sich verlässt“ sprechen, dann sprechen wir über Webinhalts-Techniken (HTML, CSS, JavaScript usw.) und nicht über Benutzeragenten (Browser, assistierende Techniken usw.).

Anmerkung 2: Konformitätserklärungen werden normalerweise nicht auf jeder Webseite innerhalb des Geltungsbereiches der Konformität platziert.

Informationen über jegliche unternommene zusätzliche Schritte, die über die Erfolgskriterien hinausgehen

Eine der optionalen Komponenten einer Konformitätserklärung ist „Informationen über jegliche unternommene zusätzliche Schritte, die über die Erfolgskriterien hinausgehen, um die Barrierefreiheit zu verbessern“. Diese können zusätzliche Erfolgskriterien beinhalten, die erfüllt wurden, empfohlene Techniken, die implementiert wurden, Informationen zu jeglichen zusätzlich benutzen Protokollen, um den Zugriff für Menschen mit bestimmten Behinderungen oder Bedürfnissen zu unterstützen usw. Jegliche Informationen, die für Menschen hilfreich beim Verständnis der Barrierefreiheit der Seiten wären, dürfen hinzugefügt werden.

Benutzung von Metadaten um Konformitätserklärungen zu verkünden

Der nützlichste Weg, um Konformitätserklärungen an Inhalte anzuhängen, wäre, dies in normgerechter maschinenlesbarer Form zu machen. Wenn dieses Verfahren weit verbreitet ist, werden Suchwerkzeuge oder spezielle Benutzeragenten in der Lage sein, diese Informationen zu benutzen, um Inhalte, die barrierefreier sind, zu finden und bereitzustellen oder diese so zu nutzen, dass die Benutzeragenten sich dem Inhalt anpassen können. Es sind eine Reihe an auf Metadaten basierende Optionen zur Abgabe von Erklärungen in der Entwicklung und Autoren und Werkzeugentwickler werden dazu angeregt, diese zu unterstützen.

Darüber hinaus können Metadaten benutzt werden, um die Konformität zu einzelnen Erfolgskriterien zu melden sobald die Konformität auf Stufe A erreicht wurde.

Es gibt außerdem programmtechnische Berichtsformate wie beispielsweise Evaluation and Report Language (EARL), die derzeit entwickelt werden und die maschinenlesbare Formate für detaillierte Konformitätsinformationen bereitstellen könnten. So wie die Berichtsformate formalisiert werden und sich die Unterstützung für sie entwickelt, werden sie hier dokumentiert.

Beispiele für Konformitätserklärungen

Beispiele für erforderliche Komponenten von Konformitätserklärungen

Beispiel 1: Am 20. September 2009 sind alle Webseiten unter http://www.example.com konform zu den Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0 unter at http://www.w3.org/TR/2006/REC-WCAG20-20081211/. Konformität der Stufe A.

  • Die dokumentierte Menge von den die Barrierefreiheit unterstützenden Inhaltstechniken, auf die man sich verlässt für diese Erklärung ist eine Teilmenge von ISA- AsCTset#1-2008 unter http://ISA.example.gov/AsCTsets/AS2-2008.

Beispiel 2: (Benutzung eines regulären Ausdrucks) Am 12. August 2009 sind Seiten, die dem Schema http://www.example.com/(marketing|sales|contact)/.* entsprechen, konform zu den Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0 unter http://www.w3.org/TR/2006/REC-WCAG20-20081211/. Konformität der Stufe AA.

  • Die Techniken, auf die sich dieser Inhalt „verlässt“ sind: XHTML 1.0 Transitional, CSS 2.0 und JavaScript 1.2.

Beispiel 3: (Benutzung der booleschen Logik) Am 6. Januar 2009 ist http://example.com/ UND NICHT (http://example.com/archive/ ODER http://example.com/publications/archive/) konform zu den Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0 unter http://www.w3.org/TR/2006/REC-WCAG20-20081211/. Konformität der Stufe AA.

  • Die dokumentierte Menge von den die Barrierefreiheit unterstützenden Inhaltstechniken, auf die man sich verlässt für diese Erklärung beinhalten XHTML 1.0 und SMIL aus dem ISA- AsCTset#1-2008 unter http://ISA.example.gov/AsCTsets/AS2-2008.

Beispiele für Konformitätserklärungen, die optionale Komponenten enthalten

Beispiel 1: Am 5. Mai 2009 ist die Seite „G7: An Introduction“ http://telcor.example.com/nav/G7/intro.html konform zu den Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0 unter http://www.w3.org/TR/2006/REC-WCAG20-20081211/. Konformität der Stufe AA.

  • Die folgenden, zusätzlichen Erfolgskriterien wurden auch erfüllt: 1.1.2, 1.2.5 und 1.4.3.

  • Die dokumentierte Menge von den die Barrierefreiheit unterstützenden Inhaltstechniken, die für diese Erklärung benutzt wurden, sind AsCTset#1-2006 unter http://UDLabs.org/AsCTset#1-2006.html.

  • Die Techniken, auf die sich dieser Inhalt „verlässt“ sind: XHTML 1.0 (Strict) und Real Video.

  • Die Techniken, die dieser Inhalt „benutzt auf die er sich aber nicht verlässt“ sind: JavaScript 1.2, CSS2.

Beispiel 2: Am 21. Juni 2009 ist der gesamte Inhalt, der mit dem URI http://example.com/nav und http://example.com/docs beginnt, konform zu den Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0 unter http://www.w3.org/TR/2006/REC-WCAG20-20081211/. Konformität der Stufe AAA.

  • Die dokumentierte Menge von den die Barrierefreiheit unterstützenden Inhaltstechniken, die für diese Erklärung benutzt wurden, sind SMITH- AsCTset#2-2008 unter http://smithreports.example.com/AsCTsets/AS2-2008.

  • Die Techniken, auf die sich dieser Inhalt „verlässt“ sind: XHTML 1.0 (Strict), CSS2, JavaScript 1.2, JPEG, PNG.

  • Die Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken, mit denen dieser Inhalt getestet wurde, kann man unter http://example.com/docs/WCAG20/test/technologies.html finden.

Beispiel 3: Am 23. März 2009 ist der gesamte Inhalt, der auf dem Server unter http://www.wondercall.example.com zur Verfügung steht, konform zu den Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0 unter http://www.w3.org/TR/2006/REC-WCAG20-20081211/. Einzel-A Konformität.

  • Die Technik. auf die sich dieser Inhalt „verlässt“ ist: HTML 4.01.

  • Die Techniken, die dieser Inhalt „benutzt auf die er sich aber nicht verlässt“ sind: CSS2 und gif.

  • Dieser Inhalt wurde geteset, indem die folgenden Benutzeragenten und assistierenden Techniken benutzt wurden: Firefox 1.5 unter Windows Vista mit Screenreader X 4.0, Firefox 1.5 unter Windows XP SP 2 mit Screenreader X 3.5, IE 6.0 unter Windows 2000 SP4 mit Screenreader Y 5.0, IE 6.0 unter Windows 2000 SP4 mit Screenreader Z 2.0 und Firefox 1.5 unter Windows XP SP2 mit Screenreader X 4.0, Safari 2.0 unter OS X 10.4.

Techniken für Konformitätserklärungen

Empfohlene Techniken
  • Bekundung einer Konformitätserklärung zu den WCAG 2.0 in Dublin Core-Elementen (zukünftiger Link)

Stufen der Konformität verstehen

Erstens gibt es eine Reihe an Bedingungen, die erfüllt werden müssen, damit ein Erfolgskriterium überhaupt aufgenommen wird. Diese beinhalten:

  1. Alle Erfolgskriterien müssen wichtige Zugriffs-Probleme für Menschen mit Behinderungen sein, die Probleme thematisieren, die über die Usability-Probleme, mit denen alle Benutzer konfrontiert werden könnten, hinausgehen. In anderen Worten: Die Zugriffs-Probleme müssen ein proportional größeres Problem für Menschen mit Behinderungen als für Menschen ohne Behinderungen verursachen, damit sie als Barrierefreiheits-Problem betrachtet werden (und in diesen Richtlinien zur Barrierefreiheit behandelt werden).

  2. Alle Erfolgskriterien müssen außerdem testbar sein. Dies ist wichtig, da es andernfalls nicht möglich wäre zu bestimmen, ob eine Seite die Erfolgskriterien erfüllt hat oder nicht. Die Erfolgskriterien können durch eine Kombination aus Evaluation durch Maschinen und Menschen getestet werden, so lange es möglich ist, mit einem hohem Grad an Genauigkeit zu bestimmen, ob ein Erfolgskriterium erfüllt wurde.

Die Arbeitsgruppe hat die Erfolgskriterien einer der drei Stufen der Konformität zugeordnet nachdem sie eine große Bandbreite an Interaktionsproblemen in Betracht gezogen hat . Einige der gemeinsamen Faktoren, die bei der Festlegung der Stufen evaluiert wurden, umfassten:

  • ob das Erfolgskriterium unentbehrlich ist (in anderen Worten, wenn das Erfolgskriterium nicht erfüllt wird, dann können auch assistierende Techniken den Inhalt nicht barrierefrei machen)

  • ob es möglich ist, das Erfolgskriterium für alle Websites und Arten an Inhalten, für die das Erfolgskriterium gelten würde, zu erfüllen (z.B. unterschiedliche Themen, Inhaltsformen, Arten an Webtechniken)

  • ob das Erfolgskriterium Fähigkeiten erfordert, die von den Erstellern des Inhalts in vernünftigem Maße erreicht werden könnten (das heißt, das Wissen und die Fähigkeiten, um die Erfolgskriterien zu erfüllen, könnten in einer Woche Training oder weniger erlangt werden)

  • ob das Erfolgskriterium dem „look & feel“ und/oder der Funktion der Webseite Einschränkungen aufzwingen würde. (Einschränkungen in Bezug auf Funktion, Darstellung, Freiheit des Ausdrucks, des Designs oder der Ästhetik, welche die Erfolgskriterien den Autoren auferlegen könnten)

  • ob es keine Workarounds gibt, wenn die Erfolgskriterien nicht erfüllt werden

Barrierefreiheit unterstützend verstehen

Viele der Erfolgskriterien beschäftigen sich mit der Bereitstellung von Barrierefreiheit durch assistierende Techniken oder spezielle Barrierefreiheits-Funktionen in etablierten Benutzeragenten (zum Beispiel eine ‚Untertitel anzeigen‘-Option in einem Mediaplayer). Das heißt, die Erfolgskriterien machen es erforderlich, dass im Webinhalt etwas gemacht wird, das es assistierenden Techniken ermöglicht, dem Benutzer die Informationen des Inhalts erfolgreich zu präsentieren. Zum Beispiel wäre ein Bild, auf das Sie klicken sollen, um zu einem Thema zu gehen, für eine blinde Person nicht barrierefrei außer es würden Textalternativen für das Bild auf eine Art und Weise bereitgestellt, die Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken finden und anzeigen könnten. Hier liegt der Schlüssel darin, dass die Textalternative auf eine Art eingebunden sein muss, die Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken verstehen und benutzen können – auf eine Art, die „die Barrierefreiheit unterstützend“ ist.

Ein anderes Beispiel wäre ein individuell erstelltes Steuerelement, das auf einer Webseite eingefügt wurde. In diesem Fall würde ein Standard-Benutzeragent für gewöhnlich nicht in der Lage sein, dem Benutzer eine Alternative zu präsentieren. Wenn allerdings Informationen über das Steuerelement einschließlich dessen Name, Rolle, Wert, wie man es setzt usw. auf eine Art bereitgestellt werden, die assistierende Techniken verstehen können und so dass sie es steuern können, dann werden Benutzer mit assistierenden Techniken in der Lage sein, diese Steuerelemente zu benutzen.

Wenn neue Techniken eingeführt werden, dann müssen zwei Dinge passieren, damit Menschen, die assistierende Techniken benutzen, in der Lage sind, auf diese zuzugreifen. Erstens müssen die Techniken auf eine Art und Weise gestaltet werden, dass Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken auf alle Informationen, die sie benötigen, um dem Benutzer den Inhalt zu präsentieren, zugreifen könnten. Zweitens müssen Benutzeragenten und assistierende Techniken möglicherweise neu gestaltet oder modifiziert werden, um tatsächlich mit diesen neuen Techniken arbeiten zu können.

Die Barrierefreiheit unterstützend“ bedeutet, dass beides gemacht wurde und dass die Technik mit Benutzeragenten und assistierenden Techniken funktioniert.

Benötigter Grad der Unterstützung assistierender Techniken, der für „Barrierefreiheit unterstützend“ benötigt wird

Dieses Thema wirft die Frage auf, wie viele oder welche assistierenden Techniken eine Webtechnik unterstützen müssen, damit diese Webtechnik als „Barrierefreiheit unterstützend“ angesehen wird. Die WCAG-Arbeitsgruppe und das W3C legen nicht fest, welche oder wie viele assistierende Techniken eine Webtechnik unterstützen müssen, damit diese Webtechnik als Barrierefreiheit unterstützend eingestuft wird. Dies ist ein komplexes Thema und eines, das sich sowohl mit der Umgebung als auch der Sprache ändert. Ein externer und internationaler Dialog zu diesem Thema ist notwendig. Einige Anmerkungen, die dabei helfen, dieses Thema zu verstehen und zu erkunden, sind:

  1. Die Unterstützung der Barrierefreiheit von Webtechniken ändert sich je nach Umgebung

    • In einer Firma, in der alle Mitarbeiter mit bestimmten Benutzeragenten und assistierenden Techniken ausgestattet sind, müssen Webtechniken vielleicht nur von diesen Benutzeragenten und älteren assistierenden Techniken unterstützt werden.

    • Inhalte, die ins öffentliche Netz eingestellt werden, müssen vielleicht mit einer größeren Bandbreite an Benutzeragenten und assistierenden Techniken funktionieren.

  2. Die Unterstützung der Barrierefreiheit von Webtechniken ändert sich je nach Sprache (und Dialekt)

    • Es gibt verschiedene Ebenen der Unterstützung von älteren assistierenden Techniken in verschiedenen Sprachen und sogar Ländern. Manche Umgebungen oder Länder stellen möglicherweise kostenlose assistierende Techniken zur Verfügung.

  3. Neue Techniken werden nicht in älteren assistierenden Techniken unterstützt

    • Ohne Frage kann eine neue Technik nicht von allen vergangenen assistierenden Techniken unterstützt werden, also ist es nicht möglich zu verlangen, dass eine Technik von allen assistierenden Techniken unterstützt wird.

  4. Die Unterstützung für eine einzige ältere assistierende Technik ist normalerweise nicht ausreichend.

    • Unterstützung durch nur eine assistierende Technik (für eine bestimmte Behinderung) wäre normalerweise nicht genug, besonders wenn die meisten Benutzer, die sie brauchen, um auf Inhalte zugreifen zu können, diese assistierende Technik nicht haben und sie sich nicht leisten können. Die Ausnahme wären hier Informationen, die nur an Firmenmitarbeiter verteilt würden, wobei alle eine assistierende Technik (dieser Art) haben.

  5. Derzeit sind assistierende Techniken, die für die allgemeine Öffentlichkeit erschwinglich sind, häufig sehr schlecht

    • CEs sollte vermieden werden, Inhalt zu erstellen, die von einem breiten Publikum mit Behinderungen nicht benutzt werden können. In vielen Fällen sind die Kosten für assistierende Techniken zu hoch für die Benutzer, die sie benötigen. Darüber hinaus ist die Leistungsfähigkeit kostenloser oder günstiger assistierender Techniken heute oft so gering, dass Webinhalte realistischerweise nicht auf diesen kleinsten (oder auch mittleren) gemeinsamen Nenner beschränkt werden können. Dadurch entsteht ein sehr schwieriges Dilemma, das thematisiert werden muss.

Daher hat sich die Arbeitsgruppe selber darauf beschränkt zu definieren, was Unterstützung ausmacht und fügt sich der Beurteilung durch die Community und die Instanzen, die näher an den Situationen dran sind, die Anforderungen an eine Organisation, einen Kauf, eine Community usw festlegen, wie sehr, wie viele oder welche assistierenden Techniken eine Technik unterstützen müssen.

Die Arbeitsgruppe ermuntert zu weiteren Diskussionen über dieses Thema in allgemeinen öffentlichen Diskussionen der Gesellschaft, da dieses Fehlen von allgemein verfügbaren und dennoch robusten assistierenden Techniken ein Problem darstellt, das Benutzer, Technikentwickler und Autoren negativ beeinflusst.

Technische Definition von „Barrierefreiheit unterstützend“

Im Wesentlichen ist eine Webinhalts-Technik „Barrierefreiheit unterstützend“, wenn die assistierenden Techniken der Benutzer mit den Webtechniken funktionieren UND wenn die Barrierefreiheitsfunktionen von etablierten Techniken mit der Technik funktionieren. Im Besonderen muss das folgende für eine Technik wahr sein, damit die als die Barrierefreiheit unterstützende Technik qualifiziert:

Barrierefreiheit unterstützend

Sowohl von den assistierenden Techniken der Benutzer als auch von den Barrierefreiheitsfunktionen in Browsern und anderen Benutzeragenten unterstützt

Sowohl 1. als auch 2. müssen für eine Webinhalts-Technik (oder einen Bestandteil einer Technik) erfüllt werden, damit sich die Anwendung einer Webinhalts-Technik oder eines Bestandteils einer Technik als die Barrierefreiheit unterstützend qualifiziert:

  1. Die Art und Weise, in der die Webinhalts-Technik benutzt wird, muss von der assistierenden Technik (AT) der Benutzer unterstützt werden. Dies bedeutet, dass die Art und Weise, wie die Technik benutzt wird, auf Interoperabilität mit der assistierenden Technik der Benutzer in der menschlichen Sprache des Inhalts getestet wurde

    UND

  2. Dass Benutzeragenten existieren, die diese Webinhalts-Technik unterstützen und den Benutzern zur Verfügung stehen. Dies bedeutet, dass mindestens eine der folgenden vier Aussagen zutrifft:

    1. Die Technik wird nativ in weit verbreiteten Benutzeragenten unterstützt, die außerdem Barrierefreiheit unterstützend sind (wie HTML und CSS);

      ODER

    2. Die Technik wird in einem weit verbreiteten Plug-In unterstützt, das außerdem Barrierefreiheit unterstützend ist;

      ODER

    3. Der Inhalt steht in einer geschlossenen Umgebung zur Verfügung, wie in einem Universitäts- oder Firmennetzwerk, in dem der von der Technik benötigte und von der Organisation benutzte Benutzeragent außerdem die Barrierefreiheit unterstützend ist;

      ODER

    4. Der/die Benutzeragent(en), welche die Technik unterstützen, sind Barrierefreiheit unterstützend und stehen so zum Herunterladen oder zum Kauf zur Verfügung, dass:

      • sie für eine Person mit einer Behinderung nicht teurer sind als für eine Person ohne Behinderung und

      • sie für eine Person mit einer Behinderung genauso einfach zu finden und zu erhalten sind, wie für eine Person ohne Behinderungen.

Anmerkung 1: Die WCAG-Arbeitsgruppe und das W3C führen nicht genau auf, welche oder wie viel Unterstützung durch assistierende Techniken für eine bestimmte Nutzung einer Webtechnik vorhanden sein muss, damit diese als Barrierefreiheit unterstützend klassifiziert wird. (Siehe dazu Notwendiger Grad der Unterstützung assistierender Techniken für die Bezeichnung „Barrierefreiheit unterstützend“.)

Anmerkung 2: Webtechniken können auf nicht die Barrierefreiheit unterstützende Arten benutzt werden, so lange man sich nicht auf sie verlässt und die Seite als Ganzes den Konformitätsbedingungen entspricht einschließlich Konformitätsbedingung 4: Benutzung von Techniken auf Barrierefreiheit unterstützende Arten und Konformitätsbedingung 5: Nicht störend.

Anmerkung 3: Wenn eine Webtechnik auf eine die „Barrierefreiheit unterstützende“ Art benutzt wird, dann impliziert das nicht, dass die gesamte Technik oder alle Anwendungen dieser Technik unterstützt werden. Bei den meisten Techniken einschließlich HTML fehlt die Unterstützung für mindestens einen Bestandteil oder eine Art der Anwendung. Seiten sind nur dann WCAG-konform, wenn man sich darauf verlassen kann, dass die Anwendung der die Barrierefreiheit unterstützenden Technik den WCAG-Anforderungen entspricht.

Anmerkung 4: Wenn Webinhalts-Techniken aufgeführt werden, von denen es verschiedene Versionen gibt, dann sollte(n) die unterstützte(n) Version(en) spezifiziert werden.

Anmerkung 5: Eine Möglichkeit für Autoren, die Anwendung einer die Barrierefreiheit unterstützenden Technik ausfindig zu machen, wäre es, Sammlungen von Anwendungsarten zu konsultieren, bei denen dokumentiert wurde, dass sie die Barrierefreiheit unterstützen. (Siehe die Barrierefreiheit unterstützenden Webtechnik-Anwendungsarten verstehen.) Es ist möglich, dass Autoren, Firmen, Lieferanten von Techniken oder Andere die Benutzungsweisen von Barrierefreiheit unterstützenden Webinhalts-Techniken dokumentieren. Allerdings müssen alle Arten der Benutzung von Techniken in der Dokumentation der oben genannten Definition von Barrierefreiheit unterstützenden Webinhalts-Techniken entsprechen.

Die Barrierefreiheit unterstützende Anwendungen von Webtechniken verstehen

Individuelle Autoren werden normalerweise nicht in der Lage sein, alle notwendigen Tests durchzuführen, die notwendig sind um zu bestimmen, welche Arten der Benutzung welcher Webtechniken tatsächlich von welchen Versionen assistierender Techniken und Benutzeragenten unterstützt werden. Autoren können sich daher auf öffentlich dokumentierte Zusammenstellungen verlassen, die dokumentieren, welche assistierenden Techniken welche Art der Benutzung welcher Webtechniken unterstützen. Mit öffentlich meinen wir nicht, dass die Zusammenstellung und dessen Dokumentation notwendigerweise von einem Träger öffentlicher Belange entwickelt wurde, sondern nur, dass sie der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Jeder kann öffentlich dokumentierte Zusammenstellungen mit „Anwendungen von Webtechniken und ihre Unterstützung der Barrierefreiheit“ erstellen. Menschen können Zusammenstellungen erstellen und diesen Namen geben, mit denen Autoren darauf Bezug nehmen können. So lange sie öffentlich dokumentiert sind können Autoren oder Kunden usw. auf einfache Weise Anwendungen auswählen, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Kunden und andere können Techniken wählen, die zu jeder Zeit zu ihrer Umgebung oder Sprache passen und festlegen, dass diese bei der Erstellung ihrer Inhalte benutzt werden sollen. Autoren werden eindringlich dazu angehalten, Quellen zu benutzen, die einen etablierten Ruf für Exaktheit und Zweckmäßigkeit haben. Entwickler von Techniken werden eindringlich dazu angehalten, Informationen über die Unterstützung der Barrierefreiheit ihrer Techniken bereitzustellen. Die Arbeitsgruppe nimmt an, dass nur Dokumente, die korrekte Informationen bereitstellen und sowohl Autoren als auch Benutzern zugute kommen, langfristig eine Marktakzeptanz erreichen werden.

Es gibt in den WCAG keine Anforderung, dass eine öffentlich dokumentierte Zusammenstellung benutzt werden muss oder dass nur Technikenanwendungen aus einer solchen Zusammenstellung benutzt werden sollen. Die öffentlich dokumentierten Zusammenstellungen werden nur als Methode beschrieben, um einen andernfalls kritischen aber etwas komplizieren Aspekt der Konformität für Autoren, die selber keine Experten bei der Unterstützung assistierender Techniken sind (oder die einfach nicht die Zeit haben, mit den Fortschritten bei der gegenseitigen Unterstützung etablierter und assistierender Techniken Schritt zu halten), einfacher zu machen.

Autoren, Firmen oder andere möchten unter Umständen ihre eigenen Zusammenstellungen an Technikanwendungen, welche die Barrierefreiheit unterstützen, erstellen und benutzten und dies ist bei der Erfüllung der WCAG erlaubt. Kunden, Firmen oder andere möchten hingegen möglicherweise festlegen, dass Technikanwendungen einer individuell erstellten oder öffentlichen Zusammenstellung benutzt werden sollen. Siehe Anhang B Dokumentation der Unterstützung der Barrierefreiheit für Anwendungen einer Webtechnik.

Aussagen zur Unterstützung der Barrierefreiheit

Beispiele für Wege, wie eine Konformitätserklärung seine Unterstützung der Barrierefreiheit dokumentieren könnte, beinhalten:

  1. Diese Konformitätserklärung erfüllt die Anforderungen an die Unterstützung der Barrierefreiheit basierend auf dem Testen des Inhalts in der Sprache/den Sprachen des Inhalts mit den Benutzeragenten A, B und C und den assistierenden Techniken X, Y und Z. Dies bedeutet, dass wir in der Lage waren, alle Erfolgskriterien für Stufe A der WCAG 2.0 durch die Benutzung dieser Produkte zu bestehen.

  2. Diese Konformitätserklärung erfüllt die Anforderung an die Unterstützung der Barrierefreiheit für die Sprache(n) des Inhalts basierend auf der Anwendung von Techniken und Anmerkungen zu Benutzeragenten, die in den Techniken für WCAG 2.0 dokumentiert sind. Sie basiert außerdem auf der Dokumentation zur Unterstützung der Barrierefreiheit für die Techniken (auf die wir uns zum Zwecke der Konformität verlassen haben), die in „Dokumentation zur Unterstützung der Barrierefreiheit der Organisation XYZ “ zur Verfügung stehen.

  3. Diese Konformitätserklärung erfüllt die Anforderung an die Unterstützung der Barrierefreiheit für die Sprache(n) des Inhalts basierend auf der Anwendung der Technik Z, wie in „Technik Z - die Barrierefreiheit unterstützende Techniken für WCAG 2.0“ dokumentiert.

  4. Diese Konformitätserklärung erfüllt die Anforderung an die Unterstützung der Barrierefreiheit für die Sprache des Inhalts basierend auf der Anwendung der Richtlinien zur Barrierefreiheit für Technik A und der Richtlinien zur Barrierefreiheit für Technik B. Informationen zur Unterstützung durch Benutzeragenten und assistierende Techniken finden Sie in „Anforderungen an die Unterstützung der Barrierefreiheit für Produkt XYZ“, die in diesen Richtlinien dokumentiert wurden.

„Durch Software bestimmt“ verstehen

Verschiedenen Erfolgskriterien verlangen, dass Inhalte (oder bestimmte Aspekte des Inhalts) „durch Software bestimmt“ werden können. Dies bedeutet, dass Inhalte auf eine solche Art und Weise verfasst werden, dass Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken auf die Informationen zugreifen können.

Damit Inhalte, die mit Webtechniken (wie beispielsweise HTML, CSS, PDF, GIF, MPEG, Flash usw.) erstellt wurden, für Menschen mit verschiedenen Arten an Behinderungen barrierefrei sind, ist es unentbehrlich, dass die benutzen Techniken mit den Barrierefreiheitsfunktionen von Browsern und anderen Benutzeragenten, einschließlich assistierenden Techniken, funktionieren. Damit etwas ein Erfolgskriterium erfüllt, das verlangt, dass es „durch Software bestimmt“ ist, müsste es implementiert werden, indem eine Technik benutzt wird, die assistierende Techniken unterstützt.

Inhalt, der „durch Software bestimmt“ werden kann, kann (durch Benutzeragenten einschließlich assistierende Techniken) in verschiedene sensorische Formate (z.B. visuell, auditiv) oder von individuellen Benutzern benötigte Gestaltungsweisen umgewandelt werden. Wenn bestehende assistierende Techniken dies nicht können, dann kann man nicht sagen, dass diese Informationen durch Software bestimmt sind.

Der Begriff wurde erdacht, damit es der Arbeitsgruppe möglich ist, die Stellen, an denen Informationen für assistierende Techniken (und für andere Benutzeragenten, die als Hilfen bei der Barrierefreiheit agieren) barrierefrei sein müssen eindeutig zu kennzeichnen ohne genau festzulegen, wie dies zu tun ist. Dies ist aufgrund des sich ständig ändernden Wesens der Techniken wichtig. Der Begriff ermöglicht es, dass die Richtlinien kennzeichnen, was „durch Software bestimmt“ sein muss, damit diese Richtlinien erfüllt werden und dann separate Dokumente zu haben (die Dokumente „Wie man erfüllt“, „Verstehen“ und „Techniken“), die im Laufe der Zeit aktualisiert werden können und die bestimmte Techniken auflisten, die funktionieren und die, basierend auf der Unterstützung durch Benutzeragenten und assistierende Techniken, zu jedem Zeitpunkt ausreichend sind.

„Barrierefreiheit unterstützend“ versus „Durch Software bestimmt“

„Barrierefreiheit unterstützend“ bezieht sich auf Unterstützung von bestimmten Arten der Anwendung von Webtechniken durch Benutzeragenten (inklusive assistierende Techniken). Anwendungen von Webtechniken, welche die Barrierefreiheit unterstützen, funktionieren mit assistierenden Techniken und den Barrierefreiheitsfunktionen in etablierten Benutzeragenten (Browser und Player usw.).

„Durch Software bestimmt“ bezieht sich auf Informationen im Webinhalt. Wenn Techniken, die die Barrierefreiheit unterstützen, korrekt benutzt werden, dann können assistierende Techniken und Benutzeragenten auf die Informationen im Inhalt zugreifen (d.h. die Informationen im Inhalt durch Software bestimmen) und diese dem Benutzer präsentieren.

Die zwei Konzepte arbeiten zusammen um sicherzustellen, dass Informationen dem Benutzer durch Benutzeragenten inklusive assistierende Techniken präsentiert werden können. Autoren dürfen sich nur auf Anwendungen von Techniken verlassen, welche die Barrierefreiheit unterstützen – und müssen diese korrekt anwenden, damit die Informationen durch Software bestimmbar sind – und damit von assistierenden Techniken und Benutzeragenten darstellbar sind für Benutzer mit Behinderungen.

Konforme Alternativversionen verstehen

Konformitätsbedingung #1 erlaubt es, dass nicht-konforme Seiten im Rahmen der Konformität ausgenommen werden können, so lange sie eine „konforme Alternativversion“ haben. Die konforme Alternativversion wird definiert als:

Konforme Alternativversion

Eine Version, die

  1. mit der angegebenen Konformitätsstufe übereinstimmt und

  2. die gleichen Informationen und Funktionalitäten in der gleichen menschlichen Sprache bereitstellt und

  3. genauso aktuell ist wie der nicht-konforme Inhalt und

  4. für die mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft:

    1. Die konforme Version kann von der nicht-konformen Seite aus über einen die Barrierefreiheit unterstützenden Mechanismus erreicht werden oder

    2. die nicht-konforme Version kann nur von der konformen Version aus erreicht werden oder

    3. die nicht-konforme Version kann nur von einer konformen Seite aus erreicht werden, die außerdem einen Mechanismus bereitstellt, um die konforme Version zu erreichen.

Anmerkung 1: In dieser Definition bedeutet „kann nur erreicht werden“, dass es einen Mechanismus wie eine bedingte Umleitung gibt, der verhindert, dass der Benutzer die nicht-konforme Seite „erreicht“ (lädt), außer der Benutzer kommt gerade von der konformen Version.

Anmerkung 2: Die Alternativversion muss nicht Seite für Seite dem Original entsprechen (z.B. kann die konforme Alternativversion aus mehreren Seiten bestehen).

Anmerkung 3: Wenn es Versionen in verschiedenen Sprachen gibt, dann muss es konforme Alternativversionen für jede angebotene Sprache geben.

Anmerkung 4: Alternativversionen können bereitgestellt werden, um unterschiedlichen Technikumgebungen oder Benutzergruppen entgegen zu kommen. Jede Version sollte so konform wie möglich sein. Eine Version müsste vollkommen konform sein, um der Konformitätsbedingung 1 zu entsprechen.

Anmerkung 5: Die konforme Alternativversion muss nicht innerhalb des Bereichs der Konformität liegen und sie muss nicht einmal auf der gleichen Website sein, so lange sie so frei verfügbar ist wie die nicht-konforme Version.

Anmerkung 6: Alternativversionen sollten nicht verwechselt werden mit ergänzendem Inhalt, der die Originalseite unterstützt und die Verständlichkeit verbessert.

Anmerkung 7: Die Einstellung von Benutzerpräferenzen innerhalb des Inhalts zur Erstellung einer konformen Alternativversion ist ein akzeptabler Mechanismus, um eine andere Version zu erreichen, solange die zur Einstellung der Präferenzen benutzte Methode Barrierefreiheit unterstützend ist.

Damit wird sichergestellt, dass alle Informationen und alle Funktionalitäten, die innerhalb des Geltungsbereiches der Konformität auf den Seiten sind, auf konformen Webseiten verfügbar sind.

Warum Alternativversionen erlauben?

Warum erlauben die WCAG es, dass konforme Alternativversionen von Seiten in den Konformitätserklärungen aufgenommen werden dürfen? Das heißt, warum Seiten aufnehmen, welche die Erfolgskriterien für eine Konformitätsstufe im Geltungsbereich der Konformität oder einer Erklärung nicht erfüllen?

  • Manchmal benutzen Seiten Techniken, die noch nicht Barrierefreiheit unterstützend sind. Wenn eine neue Technik entsteht, dann kann es sein, dass die Unterstützung durch assistierende Techniken hinterherhinkt oder nur manchen Zielgruppen zur Verfügung steht. Also kann es sein, dass Autoren sich nicht bei allen Benutzern auf die neue Technik verlassen können. Es kann allerdings andere Vorteile geben, die für die Benutzung der neuen Technik sprechen, z.B. bessere Performance, ein größerer Umfang an verfügbaren Modalitäten usw. Die Bedingung „Alternativversion“ erlaubt es Autoren, solche Webseiten in ihrer Website aufzunehmen, indem eine barrierefreie alternative Seite in Techniken, welche die Barrierefreiheit unterstützend sind, zur Verfügung gestellt wird. Benutzer, bei denen die neue Technik adäquat unterstützt wird, erhalten den Vorteil der neuen Version. Autoren, die nach vorne auf die zukünftige Unterstützung der Barrierefreiheit blicken, können die Erfolgskriterien jetzt mit der Alternativversions-Seite erfüllen und außerdem mit der anderen Seite arbeiten, um den zukünftigen Zugriff einzubauen, wenn die Unterstützung durch assistierende Techniken (AT) zur Verfügung steht.

  • Aus einer Reihe an Gründen ist es unter Umständen nicht möglich, manche Inhalte auf einer Webseite zu modifizieren. Zum Beispiel:

    • Es kann möglicherweise aus rechtlichen oder historischen Gründen bedenklich sein, eine exakte visuelle Kopie eines Dokumentes beizufügen.

    • Die Webseite kann auf einer Site enthalten sein, aber der Besitzer der Site hat möglicherweise nicht das Recht, den Inhalt der Originalseite zu verändern.

    • Die Firma darf vielleicht aus rechtlicher Sicht nichts, was vorher veröffentlicht wurde, entfernen oder auf irgendeine Art verändern.

    • Ein Autor hat möglicherweise nicht die Erlaubnis, ein Dokument aus einer anderen Abteilung, Behörde oder Firma zu verändern

  • Manchmal machen Benutzer mit bestimmten Arten an Behinderungen die beste Erfahrung dadurch, dass eine Webseite speziell drauf zugeschnitten wird, dieser Behinderung Rechnung zu tragen. In solche einer Situation ist es unter Umständen nicht möglich oder praktikabel, die Webseite so zu gestalten, dass sie allen Behinderungen Rechnung trägt, indem alle Erfolgskriterien erfüllt werden. Die Bedingung „Alternativversion“ erlaubt es, dass solch spezialisierte Seiten in eine Konformitätserklärung aufgenommen werden können, so lange es eine voll konforme Seite mit einer ‚Alternativversion‘ gibt.

  • Viele Sites, die sich der Barrierefreiheit verschrieben haben, haben große Mengen an Altlast-Dokumenten. Auch wenn die Informationen in barrierefreien Formaten bereitgestellt wurden, gäbe es einen signifikanten institutionellen Widerstand und verfahrensrechtliche Hindernisse bei der Entfernung dieser Dateien en masse. Manche Organisationen, insbesondere Regierungsbehörden, geben traditionellen druck-orientierten Prozessen den Vorrang. Auch wenn diese Organisationen sich an die Veröffentlichung im Internet angepasst und das Bedürfnis nach barrierefreien Formaten wahrgenommen haben, so behalten Sie dennoch eine Papier-Mentalität bei und bestehen als „primäre“Version oft auf Formaten, die für den Ausdruck gestaltet wurden (auch bei Dokumenten, die überhaupt nur elektronisch „veröffentlicht“ werden). Auch wenn die Arbeitsgruppe der Meinung ist, dass diese Vorgehensweisen abgelehnt werden sollten, so ist sie dennoch nicht der Auffassung, dass diese verboten werden können so lange barrierefreie Versionen leicht erhältlich sind.

Wenn man Webseiten erlaubt, welche die Erfolgskriterien nicht erfüllen, dann besteht die Sorge, dass Menschen mit Behinderungen auf diese nicht-konformen Seiten treffen, nicht in der Lage sind, auf deren Inhalte zuzugreifen und nicht in der Lage sind, die „konforme Alternativversion“ zu finden. Daher ist die Möglichkeit, die konforme Seite (die Alternativversion) von der nicht-konformen Seite aus zu finden, wenn man auf diese trifft, ein zentraler Punkt der Bestimmung „Alternativversion“. Die Konformitätsbedingung, die alternative Seiten erlaubt, verlangt daher auch eine Möglichkeit für Benutzer, die barrierefreie Version unter den Alternativversionen zu finden.

Beachten Sie, dass die Bereitstellung einer Alternativversion eine Ersatz-Option für die Konformität zu den WCAG ist und dass es die bevorzugte Methode der Konformität ist, jeglichen Inhalt unmittelbar barrierefrei zu machen.

Techniken zur Bereitstellung einer konformen Alternativversion

Der wichtigste Teil bei der Bereitstellung einer konformen Alternativversion ist es, einen Mechanismus bereitzustellen, um diese von der nicht-konformen Version aus zu finden. Es wurden eine Reihe unterschiedlicher Methoden identifiziert, um dies zu tun, da spezielle Techniken möglicherweise nicht immer bei bestimmten Techniken oder Situationen möglich sind. Wenn der Autor zum Beispiel Kontrolle über den Server hat, dann gibt es einige leistungsfähige Techniken, die es den Benutzern erlauben, immer im Voraus zu wählen. In vielen Fällen hat der Autor allerdings unter Umständen keine Kontrolle über die Leistungen auf seinem Webserver. In diesen Fällen werden andere Techniken bereitgestellt. Ein Link auf der nicht-konformen Seite ist eine andere leistungsfähige Technik, aber nicht alle nicht-konformen Techniken unterstützen Hypertext-Links.

Unten stehen die Techniken, die bisher identifiziert wurden. Wir erwarten, dass mit der Zeit auch zusätzliche Techniken entwickelt werden und sie werden, wenn sie erscheinen, hier hinzugefügt und die Unterstützung dieser Methoden durch Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken kann demonstriert werden. Zum Beispiel könnte ein Entwickler einer neuen Technik, auf die einige assistierende Techniken nicht zugreifen können, eine Funktion einbauen, die es diesen Techniken erlauben würde, Benutzern automatisch einen Link zu zeigen, der sie zu einer Alternativversion führen könnte.

Ausreichende Techniken zur Bereitstellung von konformen Alternativversionen von Webseiten

Jeder unten stehende nummerierte Punkt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Bereitstellung von konformen Alternativversionen hält.

  1. G136: Bereitstellung eines Links am Beginn einer nicht-konformen Webseite, der auf eine konforme Alternativversion hinweist

  2. G190: Bereitstellung eines Links neben einem oder verbunden mit einem nicht-konformen Objekt, der zu einer konformen Alternativversion verlinkt

  3. C29: Benutzung eines Style-Switchers, um eine konforme Alternativversion zur Verfügung zu stellen (CSS)

  4. SVR2: Benutzung von .htaccess, um sicherzustellen, dass der einzige Weg, um auf nicht-konformen Inhalt zuzugreifen, von konformem Inhalt aus ist (SERVER)

  5. SVR3: Benutzung eines HTTP Referer, um sicherzustellen, dass der einzige Weg, um auf nicht-konformen Inhalt zuzugreifen, von konformem Inhalt aus ist (SERVER)

  6. SVR4: Es dem Benutzer ermöglichen, Präferenzen zur Darstellung von konformen Alternativversionen zu bestimmen (SERVER)

Verbreitete, von der Arbeitsgruppe gefundene Fehler
Zusätzliche Techniken (empfohlen) zur Bereitstellung von konformen Alternativversionen von Webseiten
  • Bereitstellung reziproker Links zwischen konformen und nicht-konformen Versionen (zukünftiger Link)

  • Ausschluss von nicht-konformem Inhalt in den Suchergebnissen (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Inhaltsvereinbarung (content negotiation) (zukünftiger Link)

  • Keine Darstellung von Inhalten, die auf Techniken angewiesen sind, die nicht die Barrierefreiheit unterstützend sind, wenn die Technik abgeschaltet oder nicht unterstützt wird. (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Metadaten, um es zu ermöglichen, die Position einer konformen Alternativversion vom URI einer nicht-konformen Seite aus zu bestimmen (zukünftiger Link)

Beispiele für konforme Alternativversionen
  • Eine Intranet-Site mit mehreren Versionen.

    Eine große Firma hatte die Sorge, dass die Benutzung neu aufkommender Webtechniken auf einer Intranet-Site ihre Fähigkeit einschränken könnte, die Bedürfnisse verschiedener Büro-Standorte, die eine unterschiedliche technische Basis haben und die individuelle Mitarbeiter haben, die eine breite Vielzahl an Benutzeragenten und assistierenden Techniken benutzen, zu adressieren Um dieses Anliegen in Angriff zu nehmen hat die Firma eine Alternativversion des Inhalts erstellt, die alle Erfolgskriterien der Stufe A erfüllt, indem eine begrenztere Reihe an Anwendungen von Inhalts-Techniken, welche die Barrierefreiheit unterstützen, benutzt wird. Die zwei Versionen verlinken zueinander.

  • Eine Informations-Site, die eine Rückwärts-Kompatibilität gewährleistet.

    Eine Informations-Site deckt eine große Zahl an Themen ab und möchte es Besuchern ermöglichen, die Themen, nach denen sie suchen, schnell zu finden. Um dies zu tun, hat die Site ein interaktives Menü-System implementiert, das nur in der aktuellsten Version von zwei gängigen Benutzeragenten unterstützt wird. Um sicherzustellen, dass auch Besucher, die diese bestimmten Benutzeragenten nicht benutzen, dennoch in der Lage sind, die Site effektiv zu nutzen, wird den Benutzeragenten, welche die neuere Technik nicht unterstützen, ein Navigationsmechanismus präsentiert, der nicht von dem interaktiven Menü-System abhängig ist.

„Webseite“ verstehen

Die Definition einer Webseite lautet:

Webseite

Eine nicht-eingebettete Ressource abgerufen von einem einzelnen URI unter der Benutzung von HTTP plus jeder anderen Ressource, die beim Rendern benutzt wird oder die dazu bestimmt ist, mit der Ursprungs-Ressource zusammen durch einen Benutzeragenten gerendert zu werden.

Anmerkung 1: Obwohl jede „andere Ressource“ zusammen mit der ursprünglichen Ressource gerendert würde, würden sie nicht zwangsläufig zeitgleich miteinander gerendert werden.

Anmerkung 2: Zum Zweck der Konformität mit diesen Richtlinien muss eine Ressource „nicht eingebettet“ innerhalb des Geltungsbereichs der Konformität sein, um als Webseite zu gelten.

Beispiel 1: Eine Web-Ressource, die alle eingebetteten Bilder und Medien beinhaltet.

Beispiel 2: Eine Web-Mail-Anwendung, die unter der Benutzung von Asynchronem JavaScript und XML (AJAX) entwickelt wurde. Das Programm liegt komplett unter http://example.com/mail, beinhaltet aber einen Posteingang, einen Kontaktbereich und einen Kalender. Es werden Links oder Schaltflächen bereitgestellt, die dazu führen, dass der Posteingang, die Kontakte oder der Kalender angezeigt werden, die aber nicht den URI der Seite als Ganzes verändern.

Beispiel 3: Eine anpassbare Portalseite, auf der Benutzer den anzuzeigenden Inhalt aus einer Gruppe verschiedener Inhaltsmodule auswählen können.

Beispiel 4: Wenn Sie in Ihrem Browser „http://shopping.example.com/“ eingeben, dann kommen Sie zu einer film-ähnlichen, interaktiven Einkaufsumgebung, in der Sie visuell in einem Geschäft herumgehen und Produkte aus den Regalen um Sie herum nehmen und in einen visuellen Einkaufswagen vor Ihnen legen können. Das Klicken auf ein Produkt führt dazu, dass es zusammen mit einem Datenblatt vorgestellt wird, das daneben schwebt. Dies kann eine einseitige Website sein oder einfach nur eine Seite innerhalb einer Website.

Es ist wichtig zu beachten, dass in diesem Standard der Begriff „Webseite“ sehr viel mehr beinhaltet als statische HTML-Seiten. Der Begriff „Webseite“ wurde in diesen Richtlinien benutzt, damit die Richtlinien verständlicher sind. Aber der Begriff ist mit fortschreitenden Techniken in seiner Bedeutung gewachsen, um einen große Bandbreite an Techniken zu umfassen, von denen viele nicht ‚seiten-mäßig‘ sind. Er beinhaltet außerdem zunehmend dynamische Webseiten, die im Web neu entstehen, einschließlich „Seiten“, die komplette virtuelle, interaktive Communities darstellen können. Zum Beispiel würde der Begriff „Webseite“ eine umfassende, interaktive film-ähnliche Erfahrung beinhalten, die Sie an einem einzelnen URI finden.

„Textalternativen“ verstehen

Eine Textalternative ist Text, der anstelle von Nicht-Text-Inhalten benutzt wird für diejenigen, die den Nicht-Text-Inhalte nicht sehen können Nicht-Text-Inhalt beinhaltet solche Dinge wie Bilder, Diagramme, Applets, Audiodateien usw. Menschen, die zum Beispiel nicht sehen können, wären nicht dazu in der Lage, die Informationen zu sehen, die in einem Bild oder Diagramm gezeigt werden. Daher wird eine Textalternative bereitgestellt, die es dem Benutzer erlaubt, die Informationen (den Text) in Sprache zu konvertieren. In der Zukunft wird die Tatsache, dass die Informationen in Textform vorliegen, es auch ermöglichen, die Informationen in die Gebärdensprache, in Bilder oder in eine einfachere Schriftart zu übersetzen.

Damit Menschen mit Behinderungen in der Lage sind, diesen Text zu nutzen, muss der Text „durch Software bestimmbar“ sein. Dies bedeutet, dass es möglich sein muss, dass der Text von assistierenden Techniken (und den Barrierefreiheitsfunktionen in Browsern), die Menschen mit Behinderungen benutzen, gelesen und benutzt werden kann.

Es muss Menschen, die assistierende Techniken benutzen, auch möglich sein, diese Textalternativen zu finden, wenn sie auf für sie nicht nutzbare Nicht-Text-Inhalte treffen. Um dies zu erreichen sagen wir, dass der Text mit dem Nicht-Text-Inhalt „durch Software verknüpft“ sein muss. Dies bedeutet, dass Benutzer dazu in der Lage sein müssen, ihre assistierenden Techniken zu benutzen, um den Alternativtext (den sie benutzen können) zu finden, wenn sie bei dem Nicht-Text-Inhalt (den sie nicht benutzen können) landen.


Anhang A Wie man die WCAG 2.0 von anderen Dokumenten aus referenziert

Bitte beachten Sie, dass die folgende Sprache zur Referenzierung der WCAG 2.0 in ihre eigenen Dokumente eingefügt werden kann.

Informationsreferenzen

Wenn die WCAG 2.0 auf informelle Art referenziert werden, kann das folgende Format benutzt werden.

Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0, W3C World Wide Web Consortium-Empfehlung XX Monat Jahr (http://www.w3.org/TR/200X/REC-WCAG20-20081211/, Aktuellste Version unter http://www.w3.org/TR/WCAG20/)


Wenn von einem anderen Standard aus mit einem „sollte"-Statement auf die WCAG 2.0 verwiesen wird

Wenn die WCAG 2.0 von innerhalb eines sollte-Statements in einem Standard (oder in einer beratenden Äußerung in einer Verordnung), referenziert werden, dann sollten die vollständigen WCAG 2.0 referenziert werden. Das würde bedeuten, dass alle drei Stufen der WCAG 2.0 in Betracht gezogen werden sollten, dass aber keine verlangt wird. Daher ist das Format zur Referenzierung der WCAG 2.0 von einem „should“Statement aus wie folgt:

Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0, W3C World Wide Web Consortium-Empfehlung XX Monat Jahr. (http://www.w3.org/TR/200X/REC-WCAG20-20081211/)


Wenn von einem anderen Standard aus mit einem „Soll- oder Müssen“-Statement auf die WCAG 2.0 verwiesen wird

Wenn die WCAG 2.0 als Teil einer Anforderung (z.B. ein Soll- oder ein Muss-Statement in einem Standard oder einer Verordnung) zitiert wird, dann muss die Referenz die bestimmten Teile der WCAG 2.0, die als erforderlich gelten sollen, beinhalten. Wenn die WCAG 2.0 auf diese Art referenziert werden, dann gelten die folgenden Regeln:

  1. Die Konformität auf jeder beliebigen Stufe der WCAG 2.0 erfordert es, dass alle Erfolgskriterien der Stufe A erfüllt werden. Eine Bezugnahme auf die WCAG 2.0-Konformität kann nicht für eine beliebige Teilmenge von Stufe A sein.

  2. Über Stufe A hinaus kann eine „Soll- oder Muss“-Referenz jede beliebige Teilmenge an Regelungen in den Stufen AA und AAA enthalten. Zum Beispiel: „die gesamte Stufe A und [irgendeine bestimmte Liste mit Erfolgskriterien der Stufe AA und Stufe AAA]" muss erfüllt werden.

  3. Wenn eine Konformität zu den WCAG 2.0 auf Stufe AA spezifiziert wird, dann müssen alle Erfolgskriterien der Stufe A und der Stufe AA erfüllt werden.

  4. Wenn eine Konformität zu den WCAG 2.0 auf Stufe AAA spezifiziert wird, dann müssen alle Erfolgskriterien der Stufe A, der Stufe AA und der Stufe AAA erfüllt werden.

    Anmerkung 1: Es wird nicht empfohlen, jemals die Konformität auf Stufe AAA für komplette Websites als allgemeine Richtlinie zu fordern, da es bei manchen Inhalten nicht möglich ist, alle Erfolgskriterien der Stufe AAA zu erfüllen.

    Anmerkung 2: Die Zusammenstellungen an Erfolgskriterien, die in den WCAG definiert werden, greifen ineinander und individuelle Erfolgskriterien sind auf eine Art und Weise auf die gegenseitigen Definitionen angewiesen, die für den Leser möglicherweise nicht unmittelbar offensichtlich ist. Jede beliebige Zusammenstellung an Erfolgskriterien muss alle Regelungen der Stufe A enthalten.


Beispiele

Um nur die Erfolgskriterien der Stufe A zu zitieren (Einfache-A-Konformität):

Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0, W3C World Wide Web Consortium-Empfehlung XX Monat Jahr, Erfolgskriterien der Stufe A. (http://www.w3.org/TR/200X/REC-WCAG20-20081211/)

Um die Erfolgskriterien der Stufe A und AA zu zitieren (Doppel-A-Konformität):

Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0, W3C World Wide Web Consortium-Empfehlung XX Monat Jahr, Erfolgskriterien der Stufe A & der Stufe AA. (http://www.w3.org/TR/200X/REC-WCAG20-20081211/)

Um Erfolgskriterien der Stufe A und ausgewählte Erfolgskriterien der Stufen AA und AAA zu zitieren:

Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0, W3C World Wide Web Consortium-Empfehlung XX Monat Jahr, Erfolgskriterien der Stufe A plus Erfolgskriterien 1.x.x, 2.y.y, … 3.z.z. (http://www.w3.org/TR/200X/REC-WCAG20-20081211/)

Beispiel zur Benutzung einer WCAG-Referenz in einem „Soll- oder Muss-“Statement.

Alle Webinhalte auf öffentlich verfügbaren Websites sollen konform sein zu den Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0, W3C World Wide Web Consortium-Empfehlung XX Monat Jahr, Erfolgskriterien der Stufe A plus Erfolgskriterien 1.2.3, 2.4.5-6, 3.1.2 (http://www.w3.org/TR/200X/REC-WCAG20-20081211/)


Bezugnahme auf Inhalte aus WCAG-Support-Dokumenten

Techniken, die in WCAG 2.0 verstehen aufgelistet und in anderen unterstützenden Dokumenten beschrieben werden, sind nicht Teil der normativen WCAG 2.0-Empfehlung und sollten nicht zitiert werden, indem die Zitierung für die WCAG 2.0-Empfehlung selber benutzt wird. Referenzen zu Techniken in unterstützenden Dokumenten sollten separat zitiert werden.

Techniken können basierend auf dem individuellen Techniken-Dokument oder auf dem WCAG 2.0-Haupt-Techniken-Dokument zitiert werden. Zum Beispiel könnte die Technik „Benutzung von alt-Attributen bei img-Elementen“ zitiert werden als

„Benutzung von alt-Attributen bei img-Elementen“, W3C World Wide Web Consortium-Anmerkung. (URI: {URI der Technik})

oder

W3C World Wide Web Consortium (200x): WCAG2.0 HTML-Techniken (URI: {URI der HTML-Techniken})

Techniken sind nicht dazu vorgesehen, von irgendeinem Standard oder einer Verordnung aus als „erforderlich“ referenziert zu werden. Keine bestimmte Technik sollte in Standards und Verordnungen als obligatorisch gelten, aber man hat die Wahl, eine Technik zu empfehlen.


Anhang B Dokumentation der Unterstützung der Barrierefreiheit für Anwendungen einer Webtechnik

Die Dokumentation der Unterstützung der Barrierefreiheit für Anwendungen einer Webtechnik stellt die Informationen bereit, die benötigt werden um zu bestimmen, ob es möglich ist, die WCAG 2.0-Erfolgskriterien für eine bestimmte Umgebung zu erfüllen.

Die Dokumentation der Unterstützung der Barrierefreiheit für Anwendungen einer Webtechnik beinhaltet die folgenden Informationen:

Ziel-Umgebungen werden von den Benutzeragenten und den assistierenden Techniken, die den Benutzern zur Verfügung stehen, definiert. Die Dokumentation der Unterstützung der Barrierefreiheit erfordert ein detailliertes Verständnis darüber, wie man die Funktionalität einer Technik benutzt, um die Erfolgskriterien zu erfüllen, und auch ein detailliertes Verständnis von Benutzeragenten und assistierenden Techniken. Aus diesem Grunde werden Anbieter und Entwickler von Webtechniken und Benutzeragenten darin bestärkt, diese Informationen über die die Unterstützung der Barrierefreiheit durch ihre Produkte bereitzustellen. Gleichermaßen werden Entwickler und Anbieter von assistierenden Techniken darin bestärkt, diese Informationen über die Art der Anwendung von Webtechniken, die von ihren Produkten unterstützt wird, bereitzustellen. Autoren sollten nur dann die die Barrierefreiheit unterstützenden Arten der Anwendung einer Technik dokumentieren müssen, wenn es keine verlässliche Dokumentation von Anbietern oder Testgruppen für diese Anwendung gibt.

In einer kontrollierten Umgebung, wie einem Firmen-Arbeitsplatz, kann es sich bei den zur Verfügung stehenden Benutzeragenten und assistierenden Techniken um eine bestimmte Reihe an Versionen von Benutzeragenten auf einer bestimmten Reihe an Plattformen handeln. Um festzustellen, ob der Gebrauch einer Webtechnik die Barrierefreiheit in einer Zielumgebung unterstützt, prüft der Autor, ob die zur Verfügung stehenden Benutzeragenten und assistierenden Techniken in der Gruppe der unterstützten Benutzeragenten und assistierenden Techniken sind, die für diesen Gebrauch in der Dokumentation der Unterstützung der Barrierefreiheit aufgelistet sind.

Bei einer Zielumgebung wie dem Internet müssen Autoren möglicherweise eine viel größere Reihe an Benutzeragenten, einschließlich älterer Versionen, auf einer größeren Vielzahl an Plattformen berücksichtigen.

Bei Umgebungen, die verschiedene natürliche Sprachen benutzen, handelt es sich um unterschiedliche Zielumgebungen. So können zum Beispiel die Arten der Anwendung von Barrierefreiheit unterstützenden Techniken für die englische Sprachumgebung anders sein als die für eine arabische Sprachumgebung, da es unterschiedliche Benutzeragenten und assistierende Techniken geben kann, die diese Sprachen unterstützen.

Die Dokumentation beinhaltet versions-spezifische Informationen über alle assistierenden Techniken und alle Benutzeragenten und die Art und Weise, wie sie miteinander interagieren. Wenn die Unterstützung in diesen Benutzeragenten ähnlich ist, dann ist es für einen Autor einfach zu entscheiden, ob eine dokumentierte Art und Weise der Benutzung einer Technik die Barrierefreiheit unterstützend ist. Wenn die unterstützen Anwendungen in verschiedenen Versionen unterschiedlich sind, dann können sich Autoren bei der Ermittlung der Unterstützung der Barrierefreiheit nur auf die Anwendungen verlassen, die in den Versionen, die ihren Benutzern zur Verfügung stehen, unterstützt werden.

Wenn man sich bei der Konformität auf die Art und Weise, wie eine Technik benutzt wird, nicht verlassen kann, dann verhindert das Fehlen der Unterstützung der Barrierefreiheit für diese Anwendung nicht die Konformität der Webseite. Wenn also die nicht unterstützte Art der Anwendung im Inhalt gar nicht auftritt oder wenn es eine konforme Version dieses Inhalts gibt, dann ist die Webseite nach wie vor konform. Zum Beispiel würde das Fehlen der Unterstützung der Barrierefreiheit bei interaktiven Steuerelementen in einer Webtechnik nicht den Gebrauch der Webtechnik bei nicht-interaktiven Inhalten, welche die Barrierefreiheit unterstützen, verhindern.

Anhang C Metadaten verstehen

Dieser Abschnitt bespricht Metadaten-Techniken, die eingesetzt werden können, um die WCAG 2.0-Erfolgskriterien zu erfüllen. Für weitere Informationen zu Metadaten lesen Sie die unten stehenden Ressourcen.

Auf der elementarsten Ebene sind Metadaten im Wesentlichen ‚Daten über Daten‘ und werden benutzt, um Ressourcen sowohl zu beschrieben als auch zu finden.

Metadaten sind ein leistungsfähiges Werkzeug, das benutzt werden kann, um sowohl Webseiten und barrierefreie Komponenten von Webseiten zu beschreiben, als auch um alternative Versionen von Webinhalten miteinander zu verknüpfen. Diese Beschreibungen wiederum erlauben es Benutzern, die konkreten Informationen zu finden, die sie brauchen oder bevorzugen.

In Verbindung mit den WCAG können Metadaten eine Reihe an Funktionen haben, darunter:

  1. Metadaten können benutzt werden, um konforme Alternativversionen von Webseiten mit Webseiten, die nicht konform sind, zu verknüpfen damit es Benutzern ermöglicht wird, die konforme Alternativversion zu finden, wenn sie auf einer nicht-konformen Seite landen, die sie nicht benutzen können.

  2. Metadaten können benutzt werden, um alternative Seiten zu finden und auch zu beschreiben, wenn es mehrere Versionen einer Seite gibt, die entwickelt wurden, besonders dann, wenn die alternativen Seiten für Individuen mit unterschiedlichen Behinderungen optimiert sind. Die Benutzer können die Metadaten benutzen, um sowohl die Alternativversionen zu finden, als auch um die Charakteristika der Versionen zu erkennen, so dass sie diejenige finden können, die den eigenen Bedürfnissen am Besten entspricht.

  3. Zusätzlich zum Gebrauch für ganze Seiten (wie in #1 und #2 oben) können Metadaten benutzt werden, um Alternativversionen von Unterkomponenten einer Seite zu beschreiben. Auch hier können Metadaten benutzt werden, um sowohl Alternativversionen einer Komponente einer Webseite zu finden, als auch um Beschreibungen der Alternativversionen zu bekommen ( wenn es mehrere gibt) um zu bestimmen, welche am Besten den Bedürfnissen des Benutzers entspricht.

Metadaten-Ressourcen

Metadaten-Beschreibungen stellen oft Werte aus einem definierten, vereinbarten Vokabular bereit, wie beispielsweise das Thema der Ressource oder dessen Veröffentlichungsdatum und sie sind maschinen-lesbar - Software, die das verwendete Metadaten-Schema versteht, kann nützliche Aufgaben ausführen, die andernfalls nicht durchführbar wären. Typischerweise kann ein Objekt, das Metadaten hat, eine oder mehrerer solcher Metadaten-Beschreibungen haben.

Bekannte Spezifikationen (Schemata) für Metadaten sind unter anderem:

Es gibt einige Werkzeuge, um Beschreibungen von Ressourcen bereitzustellen oder man kann diese manuell zur Verfügung stellen. Je einfacher die Metadaten erstellt und zum Entstehungszeitpunkt einer Ressource oder zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erfasst werden können, desto effizienter ist der Prozess und desto wahrscheinlicher ist es, dass er stattfindet.

Eine Beispiele sind unter anderem:

Implementationen von Barrierefreiheits-Metadaten sind unter anderem:


Anhang D Referenzen

ANSI-HFES-100-1988
ANSI/HFS 100-1988, American National Standard for Human Factors Engineering of Visual Display Terminal Workstations, Section 6, pp. 17-20.
ARDITI
Arditi, A. (2002). Effective color contrast: designing for people with partial sight and color deficiencies. New York, Arlene R. Gordon Research Institute, Lighthouse International. Auch erhältlich unter http://www.lighthouse.org/color_contrast.htm.
ARDITI-FAYE
Arditi, A. and Faye, E. (2004). Monocular and binocular letter contrast sensitivity and letter acuity in a diverse ophthalmologic practice. Supplement to Optometry and Vision Science, 81 (12S), 287.
ARDITI-KNOBLAUCH
Arditi, A. and Knoblauch, K. (1994). Choosing effective display colors for the partially-sighted. Society for Information Display International Symposium Digest of Technical Papers, 25, 32-35.
ARDITI-KNOBLAUCH-1996
Arditi, A. and Knoblauch, K. (1996). Effective color contrast and low vision. In B. Rosenthal and R. Cole (Eds.) Functional Assessment of Low Vision. St. Louis, Mosby, 129-135.
CAPTCHA
The CAPTCHA Project, Carnegie Mellon University. Das Projekt ist online unter http://www.captcha.net.
EPFND
Experts Issue Recommendations to Protect Public from Seizures Induced by TV / Videogames. Eine Kopie des Standards ist erhältlich unter http://www.epilepsyfoundation.org/aboutus/pressroom/pr20050919.cfm.
GITTINGS-FOZARD
Gittings, NS and Fozard, JL (1986). Age related changes in visual acuity. Experimental Gerontology, 21(4-5), 423-433.
HARDING-BINNIE
Harding G. F. A. and Binnie, C.D., Independent Analysis of the ITC Photosensitive Epilepsy Calibration Test Tape. 2002.
HEARING-AID-INT
Levitt, H., Kozma-Spytek, L., & Harkins, J. (2005). In-the-ear measurements of interference in hearing aids from digital wireless telephones. Seminars in Hearing, 26(2), 87.
IEC-4WD
IEC/4WD 61966-2-1: Colour Measurement and Management in Multimedia Systems and Equipment - Part 2.1: Default Colour Space - sRGB. 5. Mai 1998.
ISO-9241-3
ISO 9241-3, Ergonomic requirements for office work with visual display terminals (VDTs) - Part 3: Visual display requirements. Amendment 1.
I18N-CHAR-ENC
"Tutorial: Character sets & encodings in XHTML, HTML and CSS," R. Ishida, ed., Dieses Tutorial ist erhältlich unter http://www.w3.org/International/tutorials/tutorial-char-enc/.
KNOBLAUCH
Knoblauch, K., Arditi, A. and Szlyk, J. (1991). Effects of chromatic and luminance contrast on reading. Journal of the Optical Society of America A, 8, 428-439.
LAALS
Bakke, M. H., Levitt, H., Ross, M., & Erickson, F. (1999). Large area assistive listening systems (ALS): Review and recommendations (Final Report. NARIC Accession Number: O16430). Jackson Heights, NY: Lexington School for the Deaf/Center for the Deaf Rehabilitation Research Engineering Center on Hearing Enhancement.
sRGB
"A Standard Default Color Space for the Internet - sRGB," M. Stokes, M. Anderson, S. Chandrasekar, R. Motta, eds., Version 1.10, November 5, 1996. Ein Exemplar dieser Arbeit ist erhältlich unter http://www.w3.org/Graphics/Color/sRGB.html.
UNESCO
International Standard Classification of Education, 1997. Ein Exemplar dieses Standards ist erhältlich unter http://www.unesco.org/education/information/nfsunesco/doc/isced_1997.htm.
WCAG20
"Web Content Accessibility Guidelines 2.0," B. Caldwell, M Cooper, L Guarino Reid und G. Vanderheiden, Herausgeber, W3-Empfehlung 12. Dezember 2008, http://www.w3.org/TR/2008/REC-WCAG20-20081211. Die aktuellste Version der WCAG 2.0 ist erhältlich unter http://www.w3.org/TR/WCAG20/