Kontrast (erhöht):
Erfolgskriterium 1.4.6 verstehen

1.4.6 Kontrast (erhöht): Die visuelle Präsentation von Text und Bildern eines Textes hat ein Kontrastverhältnis von mindestens 7:1, mit folgenden Ausnahmen: (Stufe AAA)

  • Großer Text: Großer Text und Bilder von großem Text haben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1;

  • Nebensächlich: Text oder Bilder eines Textes, die Teil eines inaktiven Bestandteils der Benutzerschnittstelle, rein dekorativ, für niemanden sichtbar oder Teil eines Bildes sind, welches signifikanten anderen visuellen Inhalt enthält, gibt es keine Kontrastanforderung.

  • Wortbildmarken: Text, der Teil eines Logos oder eines Markennamens ist, hat keine Mindest-Kontrastanforderungen.

Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, einen ausreichenden Kontrast zwischen dem Text und seinem Hintergrund zur Verfügung zu stellen, so dass dieser von Menschen mäßig vermindertem Sehvermögen (die keine kontrast-erhöhende assistierende Technik benutzen) gelesen werden kann. Für Menschen ohne Farbschwäche haben Farbton und Sättigung eine minimale oder gar keine Auswirkung auf die Lesbarkeit gemäß Bewertung der Leseleistung (Knoblauch et al., 1991). Farbschwächen können den Luminanz-Kontrast etwas beeinträchtigen. Daher wird der Konrast in den Empfehlungen auf eine solche Art berechnet, dass die Farbe kein Schlüsselfaktor ist, so dass auch Menschen, die ein Defizit beim Farbsehen haben, einen ausreichenden Kontrast zwischen Text und Hintergrund haben.

Text, der dekorativ ist und keine Informationen vermittelt, ist davon ausgeschlossen. Wenn zum Beispiel beliebige Worte benutzt werden, um einen Hintergrund zu erstellen und die Worte anders angeordnet oder ersetzt werden könnten, ohne dass sich die Bedeutung ändert, dann wären diese dekorativ und müssten dieses Erfolgskriterium nicht erfüllen.

Text, der größer ist und breitere Buchstaben-Konturen hat, ist bei geringerem Kontrast leichter zu lesen. Die Kontrastanforderung für größeren Text ist daher geringer. Dies erlaubt es Autoren, eine größere Auswahl an Farben für großen Text zu benutzen, was beim Design von Seiten hilfreich ist, besonders bei Titeln. 18-Punkt Text oder 14-Punkt Fettschrift wird als groß genug beurteilt, um ein niedrigeres Kontrastverhältnis zu benötigen. (Siehe zu Großschrift „The American Printing House for the Blind Guidelines und The Library of Congress Guidelines“ unter Ressourcen). „18-Punkt“ und „fett“ können beide unterschiedliche Bedeutungen in unterschiedlichen Zeichensätzen haben, aber sie sollten, abgesehen von sehr dünnen oder ungewöhnlichen Zeichensätzen, ausreichend sein. Da es so viele verschiedene Zeichensätze gibt, werden die allgemeinen Maße benutzt und es wird eine Anmerkung in Bezug auf ausgefallene oder dünne Zeichensätze hinzugefügt.

Anmerkung 1: Wenn auf Schriftarten Kantenglättung angewendet wird, damit sie glatter aussehen, dann können sie Dunkelheit oder Helligkeit verlieren. Daher kann der tatsächliche Kontrast reduziert werden. Dickere Stammbreiten reduzieren diesen Effekt (bei dünnen Schriftarten könnte der gesamte Stamm aufgehellt werden statt nur die Enden). Es wird empfohlen, größere Schriftarten zu benutzen und die Lesbarkeit in Benutzeragenten zu testen, wenn die Kantenglättung angeschaltet ist.

Anmerkung 2: Da unterschiedliche Bildbearbeitungs-Anwendungen unterschiedliche Pixeldichten als Standardeinstellung übernehmen (ex. 72 PPI oder 96 PPI), kann die Festlegung von Punktgrößen für Zeichensätze aus einer Bildbearbeitungs-Anwendung heraus unzuverlässig sein, wenn es darum geht, Text in einer bestimmten Größe darzustellen. Wenn sie Bilder eines großen Textes erstellen, dann sollten Autoren sicherstellen, dass der Text im sich daraus ergebenden Bild ungefähr äquivalent ist zu 1,2 und 1,5 em oder zu 120% oder 150% der Standardgröße für Fließtext. Für ein 72 PPI-Bild würde ein Autor zum Beispiel ungefähr 19 pt und 24 pt große Schriftgrößen benutzen müssen, um einem Benutzer großformatige Bilder eines Textes erfolgreich zu präsentieren.

Die vorgenannten Kontrastanforderungen für Text gelten auch für Bilder eines Textes (Text, der in Pixel gerendert und dann in einem Bildformat gespeichert wurde), wie in Erfolgskriterium 1.4.3 angegeben.

Diese Anforderung gilt für Situationen, in denen Bilder eines Textes dazu gedacht sind, als Text verstanden zu werden. Zufälliger Text, wie zum Beispiel in Fotos, auf denen zufälligerweise ein Straßenschild ist, ist nicht eingeschlossen. Ebenso nicht Text, der aus irgendeinem Grund so gestaltet wurde, dass er für alle Benutzer unsichtbar ist. Stilisierter Text, wie zum Beispiel in Firmenlogos, sollte in Bezug auf seine Funktion auf der Seite behandelt werden, was möglicherweise eine Aufnahme des Inhalts in der Textalternative rechtfertigt oder auch nicht. Visuelle Firmenrichtlinien, die über das Logo und die Wortbildmarke hinausgehen, sind in der Ausnahme nicht enthalten.

In dieser Bestimmung gibt es eine Ausnahme, die lautet: „die Teil eines Bildes sind, das signifikanten anderen visuellen Inhalt enthält“. Diese Ausnahme ist dazu gedacht, Bilder, die Text enthalten, abzugrenzen von Bildern eines Textes, die gemacht wurden, um Text zu ersetzen, um ein bestimmtes Aussehen zu erreichen.

Obwohl dieses Erfolgskriterium nur für Text gilt, treten ähnliche Probleme bei Daten, die in Schaubildern oder Diagrammen gezeigt werden, auf. Ein guter Farbkontrast sollte auch für in dieser Form präsentierte Daten bereitgestellt werden.

Begründung für die gewählten Verhältnisse

Ein Kontrastverhältnis von 3:1 ist das von [ISO-9241-3] und [ANSI-HFES-100-1988] empfohlene Minimum für Standardtext und Sehvermögen. Das Kontrastverhältnis von 4,5:1 wird in Erfolgskriterium 1.4.3 benutzt, um dem Verlust des Kontrastes Rechnung zu tragen, der aus der mäßig geringen Sehschärfe, aus angeborenen oder erworbenen Farbschwächen, oder aus dem Verlust der Kontrastempfindlichkeit, der typischerweise mit dem Altern einhergeht, resultiert.

Die Begründung basiert auf a) Übernahme des Kontrastverhältnisses von 3:1 als zulässiger Mindestkontrast für normale Beobachter, im ANSI-Standard, und auf b) der empirischen Erkenntnis, dass in der Bevölkerung eine Sehschärfe von 20/40 mit einem Verlust der Kontrastempfindlichkeit von etwa 1,5 [ARDITI-FAYE] verbunden ist. Ein Benutzer mit 20/40 würde daher ein Kontrastverhältnis von 3 * 1,5 = 4,5 zu 1 benötigen. Wenn man analogen empirischen Erkenntnissen und der gleichen Logik folgt, dann würde ein Benutzer mit einer Sehschärfe von 20/80 ein Kontrastverhältnis von etwa 7:1 benötigen.

Farbtönungen werden von Benutzern mit (sowohl angeborenen als auch erworbenen) Farbsehschwächen unterschiedlich wahrgenommen, was zu unterschiedlichen Farben und zu unterschiedlichen relativen Luminanz-Kontrasten führt als bei normalsichtigen Benutzern. Daher sind der effiziente Kontrast und die Lesbarkeit für diese Bevölkerung anders. Farbschwächen sind allerdings so unterschiedlich, dass es nicht praktikabel ist, eine effiziente, allgemeine Benutzung von Farbpaaren (für Kontrast) basierend auf quantitativen Daten anzuordnen. Die Anforderung an einen guten Luminanz-Konrast trägt dem Rechnung, indem ein Kontrast verlangt wird, der unabhängig von der Farbwahrnehmung ist. Glücklicherweise ist das meiste des Luminanz-Beitrags von den Mittel- und Langwellen-Rezeptoren, die in ihren spektralen Reaktionen größtenteils überlappen. Daraus folgt, dass im allgemeinen ein effizienter Luminanz-Kontrast errechnet werden kann, ohne bestimmte Farbschwächen zu berücksichtigen, mit Ausnahme der Benutzung von vorwiegend langen Wellenlängen-Farben gegenüber dunkleren Farben (im allgemeinen schwarz erscheinend) bei denjenigen, die eine Rotblindheit haben. (Wir stellen eine empfohlene Technik bereit, um rot auf schwarz aus diesem Grund zu vermeiden). Für weitere Informationen lesen Sie [ARDITI-KNOBLAUCH] [ARDITI-KNOBLAUCH-1996] [ARDITI].

Das Kontrastverhältnis von 4,5:1 wurde für Stufe AA ausgewählt, da es den Verlust der Kontrastempfindlichkeit kompensiert, den normalerweise Benutzer erleben, die einen Verlust des Sehvermögens haben, der ungefähr einem Sehvermögen von 20/40 entspricht. (4,5:1 errechnet sich ungefähr aus 20/40.) 20/40 wird üblicherweise als typische Sehschärfe von älteren Menschen im Alter von ungefähr 80 Jahren angegeben. [GITTINGS-FOZARD]

Das Kontrastverhältnis von 7:1 wurde für Stufe AAA ausgewählt, da es den Verlust der Kontrastempfindlichkeit kompensiert, den normalerweise Benutzer erleben, die einen Verlust des Sehvermögens haben, der ungefähr einem Sehvermögen von 20/80 entspricht. Menschen, die einen höheren Grad an Verlust des Sehvermögens haben, benutzen normalerweise assistierende Techniken, um auf ihre Inhalte zuzugreifen (und die assistierenden Techniken haben normalerweise sowohl eine eingebaute Kontrasterhöhung als auch eine eingebaute Vergrößerungsfähigkeit). Die Stufe 7:1 bietet daher im allgemeinen eine Kompensation für den Verlust der Kontrastempfindlichkeit, den Benutzer mit geringem Sehvermögen erleben, die keine assistierende Technik benutzen und sie stellt außerdem eine Kontrasterhöhung für Farbschwächen bereit.

Anmerkung: Berechnungen in [ISO-9241-3] und [ANSI-HFES-100-1988] sind für Fließtext. Für Text, der viel größer ist, wird ein gelockertes Kontrastverhältnis bereitgestellt.

Anmerkungen zu Formeln

Die Umrechnung von nicht-linearen zu linearen RGB-Werten basiert auf IEC/4WD 61966-2-1 [IEC-4WD] und auf "A Standard Default Color Space for the Internet - sRGB" [sRGB].

Die Formel (L1/L2) für Kontrast basiert auf [ISO-9241-3] und [ANSI-HFES-100-1988] Standards.

Der ANSI/HFS 100-1988-Standard verlangt, dass die Wirkung des Umgebungslichtes in die Berechnung von L1 und L2 mit aufgenommen wird. Der ,05-Wert basiert auf dem „Typical Viewing Flare“ von [IEC-4WD] und dem [sRGB]-Referat von M. Stokes et al.

Dieses Erfolgskriterium und seine Definitionen benutzen die Begriffe „Kontrastverhältnis“ und „relative Luminanz“ anstelle von „Luminanz“, um die Tatsache widerzuspiegeln, dass Webinhalte selber kein Licht ausstrahlen. Das Kontrastverhältnis gibt ein Maß der relativen Luminanz, die sich beim anzeigen ergeben würde. (Da es sich um ein Verhältnis handelt ist es dimensionslos.)

Anmerkung 1: Beachten Sie die verwandten Ressourcen für eine Liste mit Werkzeugen, die das Kontrastverhältnis nutzen, um den Kontrast von Webinhalten zu analysieren.

Anmerkung 2: Siehe auch Erfolgskriterium 2.4.7 versehen - Fokus sichtbar für Techniken zur Anzeige des Tastatur-Fokus.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.4.6

  • Menschen mit geringem Sehvermögen haben oft Schwierigkeiten, Text zu lesen, der keinen Kontrast zu seinem Hintergrund bildet. Dies kann verschärft werden, wenn die Person eine Farbschwäche hat, die den Kontrast noch weiter heruntersetzt. Die Bereitstellung einen minimalen Luminanz-Kontrastverhältnisses zwischen dem Text und seinem Hintergrund kann den Text lesbarer machen, auch wenn die Person nicht die gesamte Bandbreite an Farben sieht. Es funktioniert auch bei den seltenen Individuen, die keine Farben sehen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.4.6

(derzeit keine dokumentiert)

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.4.6 - Kontrast (erhöht)

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.4.6

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

  • G156: Benutzung einer Technik, die allgemein verfügbare Benutzeragenten hat, welche die Vorder- und Hintergrundfarbe von Textblöcken ändern kann

  • Benutzung eines höheren Kontrastwertes bei Text, der über gemustertem Hintergrund liegt (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Unicode-Text und Stylesheets anstelle von Bildern von Text (zukünftiger Link)

  • Benutzung eines höheren Kontrastwertes bei Linien in Diagrammen (zukünftiger Link)

  • Benutzung eines höheren Kontrastverhältnisses bei rot-schwarzen Text/Hintergrund-Kombinationen

  • Benutzung von Farben, die überwiegend aus mittleren Spektralkomponenten für die hellen und spektralen Extremen (blaue und rote Wellenlängen) für die dunklen Farben zusammengestellt sind

  • Benutzung eines hellen, pastellfarbenen statt eines weißen Hintergrunds hinter schwarzem Text, um einen ausreichenden aber nicht extremen Kontrast zu schaffen (zukünftiger Link)

  • Erstellung von Icons, indem einfache Strichzeichnungen benutzt werden, die den Kontrastregelungen für Text entsprechen (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines ausreichenden Farbkontrastes in Diagrammen und Schaubildern (zukünftiger Link)

  • Benutzung eines Kontrastverhältnisses von 3:1 oder höher als Standarddarstellung (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines ausreichenden Farbkontrastes für leere Textfelder (zukünftiger Link)

Schlüsselbegriffe

Kontrastverhältnis (contrast ratio)

(L1 + 0.05) / (L2 + 0.05), wobei

Anmerkung 1: Kontrastverhältnisse können von 1 bis 21 reichen (üblicherweise geschrieben als 1:1 bis 21:1).

Anmerkung 2: Da Autoren keine Kontrolle über die Einstellungen der Benutzer haben, wie Text gerendert wird (zum Beispiel Schrift- oder Kantenglättung), kann das Kontrastverhältnis evaluiert werden, wenn Kantenglättung abgeschaltet ist.

Anmerkung 3: Im Kontext von Erfolgskriterium 1.4.3 und 1.4.6 wird der Kontrast in Bezug auf den spezifizierten Hintergrund gemessen, über dem der Text bei normalem Gebrauch gerendert wird. Wenn keine Hintergrundfarbe festgelegt ist, dann wird weiß angenommen.

Anmerkung 4: Die Hintergrundfarbe ist die festgelegte Farbe des Inhalts, über dem Text bei normalem Gebrauch gerendert werden soll. Es ist ein Fehler, wenn keine Hintergrundfarbe festgelegt ist, während die Textfarbe angegeben ist, da die Standardeinstellung der Hintergrundfarbe des Benutzers unbekannt ist und nicht nach ausreichendem Kontrast beurteilt werden kann. Aus dem gleichen Grund ist es ein Fehler, wenn keine Textfarbe, aber eine Hintergrundfarbe festgelegt wurde.

Anmerkung 5: Wenn Buchstaben einen Rahmen haben, dann kann dieser Rahmen den Kontrast erhöhen und würde benutzt, um den Kontrast zwischen Buchstabe und Hintergrund zu berechnen. Ein schmaler Rahmen um den Buchstaben würde als Buchstabe benutzt. Ein breiter Rahmen um den Buchstaben, der die inneren Details der Buchstaben ausfüllt, fungiert als Hof (halo) und würde als Hintergrund betrachtet.

Anmerkung 6: Die WCAG-Konformität sollte für im Inhalt festgelegte Farbpaare, von denen der Autor erwartet, dass sie in einer typischen Präsentation nebeneinander liegen, evaluiert werden. Autoren müssen keine ungewöhnlichen Präsentationen in Betracht ziehen wie zum Beispiel vom Benutzeragenten gemachte Farbänderungen, außer sie werden durch den Code des Autors verursacht.

Bild eines Textes (image of text)

Text, der in einer Nicht-Text-Form (z.B. einem Bild) gerendert wurde, um einen bestimmten visuellen Effekt zu erzielen.

Anmerkung: Dies beinhaltet keinen Text, der Teil eines Bildes ist, das signifikanten anderen visuellen Inhalt enthält.

Beispiel: Der Name einer Person auf einem Namensschild auf einem Foto.

Großer Text (large scale (text))

Mit mindestens 18 Punkt oder 14 Punkt fett oder einer Schriftgröße, die eine äquivalente Größe für chinesische, japanische und koreanische (CJK) Schriftarten ergeben würde.

Anmerkung 1: Schriftarten mit außergewöhnlich dünnen Strichen oder ungewöhnlichen Merkmalen und charakteristischen Eigenschaften, welche die Vertrautheit mit ihren Buchstabenformen reduzieren, sind schwerer zu lesen, insbesondere bei geringeren Kontrasten.

Anmerkung 2: Die Schriftgröße ist die Größe zum Zeitpunkt der Auslieferung des Inhalts. Sie beinhaltet keine Größenänderung, die der Benutzer durchführen könnte.

Anmerkung 3: Die tatsächliche Größe eines Buchstaben, den der Benutzer sieht, hängt sowohl von der vom Autor definierten Größe als auch von dem Bildschirm des Benutzers oder den Einstellungen des Benutzeragenten ab. . Für viele gängige Fließtext-Schriftarten sind 14 und 18 Punkt grob äquivalent zu 1.2 und 1.5 em oder zu 120 % oder 150 % der Standardgröße für Fließtext (unter der Annahme, dass die Fließtext-Schriftart 100 % ist). Autoren müssen dies aber für die tatsächlich genutzte Schriftart prüfen. Wenn Schriftarten in relativen Einheiten definiert sind, dann wird die tatsächliche Punktgröße vom Benutzeragenten für die Darstellung berechnet. Wenn man dieses Erfolgskriterium evaluiert, dann sollte man die Punktgröße vom Benutzeragenten erhalten oder man sollte sie, basierend auf der Metrik der Schriftart, berechnen, wie dies ein Benutzeragent macht. Benutzer mit einer Sehbehinderung sind verantwortlich für die Auswahl geeigneter Einstellungen.

Anmerkung 4: Wird Text ohne die Angabe einer Schriftgröße benutzt, dann wäre die kleinste von verbreiteten Browsern benutzte Schriftgröße für unspezifizierten Text eine vernünftigerweise anzunehmende Größe für die Schriftart. Wenn eine Überschrift erster Ebene in verbreiteten Browsern in 14 Punkt fett oder größer gerendert wird, dann wäre es vernünftig anzunehmen, dass es sich um großen Text handelt. Die relative Skalierung kann aus der Standardgröße auf eine ähnliche Art berechnet werden.

Anmerkung 5: Die 18- und 14-Punkt-Größen für Text im Normalschnitt werden von der minimalen Größe für Großschrift (14 Punkt) und der größeren Standardgröße (18 Punkt) abgeleitet. Für andere Schriftarten, wie zum Beispiel CJK-Sprachen, wären die „äquivalenten“ Größen die minimale Großschriftgröße, die für diese Sprachen benutzt wird, sowie die nächst größere Standard-Großschriftgröße.

Reine Dekoration (pure decoration)

Dient nur einem ästhetischen Zweck, stellt keine Informationen bereit und hat keine Funktionalität.

Anmerkung: Text ist nur rein dekorativ, wenn die Wörter umgestellt oder ersetzt werden können, ohne dass der Zweck verändert wird.

Beispiel: Auf der Titelseite eines Wörterbuchs stehen beliebige Wörter in einem sehr hellen Text im Hintergrund.

Text

Eine Abfolge von Zeichen, die durch Software bestimmt werden kann, wobei die Abfolge etwas in menschlicher Sprache ausdrückt.

Bestandteil der Benutzerschnittstelle (user interface component)

Ein Teil des Inhalts, der von den Benutzern als einzelnes Steuerelement für eine bestimmte Funktion wahrgenommen wird.

Anmerkung 1: Mehrere Bestandteile der Benutzerschnittstelle können als einzelnes programmtechnisches Element implementiert sein. In dem Zusammenhang ist das Wort „Bestandteil“ nicht an Programmiertechniken gebunden, sondern an das, was Benutzer als unterschiedliche Steuerelemente wahrnehmen.

Anmerkung 2: Bestandteile der Benutzerschnittstelle beinhalten sowohl Formularelemente und Links als auch Bestandteile, die von Skripten generiert werden.

Beispiel: Ein Applet hat ein „Steuerelement“, das dazu benutzt werden kann, sich Zeile für Zeile, Seite für Seite oder zufällig durch Inhalt zu bewegen. Da jede dieser Möglichkeiten einen Namen hat und unabhängig voneinander einzustellen sein müsste, wäre jede einzelne Möglichkeit ein „Bestandteil der Benutzerschnittstelle.“