Workshop 07: Zugänglichkeit und Mobilität ¶

Welchen Beitrag kann ein barrierefreies mobiles Web zur Bewegungsfreiheit von Menschen mit Behinderung leisten?

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Was bedeuten Zugänglichkeit und Mobilität für Menschen mit Behinderung? Für blinde Nutzer ist es zum Beispiel die barrierefreie Programmierung der Bus- und Bahnfahrpläne oder die internetgestützte Datenbank, die ihm in einer fremden Stadt hilft, von A nach B zu finden. Gehörlose Nutzer die unterhalten sich via Video-Handy und Video-Community in Gebärdensprache, oder erfahren durch einen mobilen Datendienst auf einer Party, dass ein weiterer gehörloser Gast den Raum betreten hat. Menschen mit geistiger Behinderung oder Lernschwierigkeiten hilft die intuitive Nutzerführung eines interaktiven Stadtplans, sich zu orientieren. Und Rollifahrer können sich über einen Server und mobile Endgeräte über die besten barrierefreien Routen durch die Stadt informieren und eigene Routen anderen zur Verfügung stellen.

Für alle Menschen mit Behinderungen gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Zugänglichkeit im Internet und realer gesellschaftlicher Mobilität. Ein barrierefreies mobiles Web kann helfen, Zugänge in Räume zu eröffnen, die dem Nutzer aufgrund seiner Behinderung ohne fremde Hilfe verschlossen blieben.

Folgende Fragen konnten im Rahmen des Workshops diskutiert werden:

  • Welche Beispiele für vernetzte Mobilität gibt es?
  • Lassen sich »Barrieren im Raum« mit »virtuellen Barrieren vergleichen? Wo sind Gemeinsamkeiten? Wo Unterschiede?
  • Können virtuelle Angebote reale Barrieren abbauen können und umgekehrt?
  • Gibt es einen Zusammenhang von realer und gesellschaftlicher Mobilität? Lassen sie sich vergleichen?
  • Was sind die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für reale und gesellschaftliche Mobilität?
  • Welche neuen Möglichkeiten eröffnen sich für Menschen mit Behinderungen, wenn sie geografisch oder gesellschaftlich flexibel sind?
  • Welchen Beitrag können Politik, Gesellschaft und Wirtschaft leisten, um die Mobilität von Menschen mit Behinderungen zu verbessern?

Moderation:

  • Martin Ladstätter, Journalist und Redakteur, BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben

Experten & Ihre Thesen:

  • Jochen Hahnen, Mitarbeiter im Kompetenzzentrum Kooperationssysteme des Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik:
    1. Das mobile Web entwickelt sich zum Massenmarkt und verschmilzt mit dem ›normalen‹ Internet.
    2. Das Internet hat sich in den letzten Jahren von einem reinen Informationsweb zu einem Mitmachweb gewandelt.
    3. Im Fortschritt der Technologien GPS und Mobilfunk liegt ein großes Potenzial für neue Anwendungen, um die Mobilität von Menschen mit Behinderung zu verbessern.

Ergebnisse des Workshops 07 – Zugänglichkeit und Mobilität: Barrieren erfassen

Probleme:

  • Geodaten zu ungenau
  • Unterschiedliche individuelle Barrieren
  • Kosten?
  • Temporäre Barrieren
  • Ebenen/Mehrstöckigkeit bei Gebäuden zu komplex mit GPS zu erfassen

Ideen:

  • Daten aus dem Gebäude-Management aufbereiten und zur Verfügung stellen

Voraussetzungen:

  • Internet-Community in der Lage, Barrieren zu beschreiben (?) → ja, wenn Eingabe durch Betroffene möglich
  • Komplexe Informationsbeschreibung erforderlich
  • Wegbeschreibung alleine reicht nicht, es müssen zu bestimmten Punkten Informationen hinzugefügt werden können
  • Erschwinglichkeit → wird mittelfristig günstiger
  • »Statische« vs. »dynamische« (nutzergenerierte) Information - beides wird benötigt

Wünsche/Forderungen

  • Design muss sich in den Dienst der Kommunikation stellen
  • Fördermittel an Barrierefreiheit binden
  • Weniger Toleranz gegenüber mangelnder Barrierefreiheit

Fazit:

Web 2.0-Technologien sind eine Chance, sollten genutzt werden, sind aber noch lange nicht da, wo sie sein sollten.