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News mit dem Tag »Webstandards«

10 Aug 2011

Die HTML-Arbeitsgruppe des W3C hat einen ersten öffentlichen Arbeitsentwurf von HTML5 speziell für die Ersteller von Webseiten vorgelegt: HTML5: Edition for Web Authors. Dieses Dokument ist eine Untermenge der gesamten HTML5-Spezifikation ohne die für Webentwickler eher uninteressanten Anweisungen an die Browserhersteller zur Implementierung des Standards in ihren Produkten. Es richtet sich somit an Nutzer von HTML die eine Ansicht benötigen, die sich ausschließlich auf die Details beschränkt, die für die Erstellung von Web-Dokumenten und -Applikationen relevant sind.

Die gesamte HTML5-Spezifikation befindet sich weiterhin im Status des sog. ›Last Call‹, in dem die verbliebenen Bugs und offenen Punkte abgearbeitet werden. Gerade die allnächtliche Flut von Bugs zum Thema Accessibility zeigt, dass die Spezifikation an manchen Stellen noch nicht wirklich fertig ist. Weitere Infos zu den HTML-Aktivitäten des W3C finden Sie auf den Seiten der HTML Working Group.

25 Jul 2011

Die Web Accessibility Initiative des W3C hat einen aktualisierten Entwurf der User Agent Accessibility Guidelines (UAAG) 2.0 und der Authoring Tool Accessibility Guidelines (ATAG 2.0) veröffentlicht – diese Standards machen neben den WCAG immerhin zwei Drittel des Gesamtbildes ›Barrierefreiheit‹ aus.

Die ATAG beschreiben, wie Autorenwerkzeuge möglichst zugängliche Webinhalte produzieren sollten und wie Autoren und Entwickler in ihrer Arbeit durch Werkzeuge wie Editoren und Redaktionssysteme in der Erstellung barrierefreier Inhalte unterstützt werden. Ein wichtiger Aspekt ist, dass solche Anwendungen natürlich auch für Menschen mit Behinderung bedienbar sein sollen.
Die UAAG definieren, wie Browser, Media Player und andere sog. ›User Agents‹ die barrierefreie Nutzung von Webinhalten durch Menschen mit Behinderungen ermöglichen sollen.

Die Arbeitsgruppe bittet Interessierte darum, die Entwürfe zu lesen und bei Bedarf bis zum 15. September 2011 zu kommentieren. Weitere Infos dazu:

22 Nov 2010

Nachdem sich unser Lieblings-Validator eine längere Auszeit genommen hatte, ist der Dienst Validome nun wieder verfügbar. Das Tool prüft HTML-/XHTML- (leider noch ohne die kommende Version 5), WML- und XML-Dokumente, aber auch RSS- bzw. Atom-Feeds und sitemap.xml-Dateien auf ihre Konformität mit den offiziellen Standards.

Die durchgängig deutschsprachige Oberfläche bietet dabei eine sinnvolle Verlinkung der Fehlermeldungen mit Erklärungen in der Referenz SELFHTML. Bei der Prüfung werden eine ganze Reihe Fehler gefunden, die andere Validatoren übersehen – gerade bei typischen Fehlern wie unzulässigen Attributwerten, fehlerhaften Ankern und IDs kann Validome gegenüber anderen Tools punkten. Weitere Infos findet man in der Dokumentation unter »Validator-Features und Fehlerdokumente«.

21 Okt 2010

Das W3C hat am 16. September einen zweiten sogenannten Last Call Working Draft des kommenden WAI-ARIA-Standards und verwandter Dokumente veröffentlicht:

In dieser Phase der Entwicklung sollen letzte Kommentare aus der Community eingeholt werden, bevor die Texte als fertige Spezifikation veröffentlicht werden. Damit soll sichergestellt werden dass nichts übersehen wurde, was eine Implementierung des Standards in Browser und Hilfsmittel verhindert, oder die Umsetzbarkeit durch Web-Entwickler erschwert. Die Frist zur Abgabe von Kommentaren läuft bis zum 29. Oktober 2010, das Prozedere ist unter w3.org/WAI/PF/comments/instructions erklärt; weitere Informationen dazu im Call for Review.

25 Mär 2010

Immer wieder erreichen uns Anfragen, warum der Webauftritt von ›Einfach für Alle‹ nicht gegen HTML 4 und CSS 2 validiert. Die Antwort ist einfach: Barrierefreiheit ist uns wichtiger als valider Code. EfA setzt auf neue Techniken aus der WAI-ARIA-Spezifikation des W3C, um die Zugänglichkeit unseres Angebots zu verbessern.

Der letzte Arbeitsentwurf der WAI-ARIA stammt vom 15. Dezember 2009. Ähnlich wie bei HTML5 gelten einige der Spezifikation schon als stabil und werden von aktuellen Browsern und Hilfsprogrammen unterstützt.

WAI-ARIA erlaubt unter anderem das Definieren von Orientierungspunkten einer Website: Wichtige Elemente wie die Navigation oder der Inhaltsbereich können eindeutig benannt und angesteuert werden. Bei Formularen erlaubt WAI-ARIA das eindeutige Kennzeichnen von Pflichtfeldern. Die endgültige Version der WAI-ARIA sieht auch das Steuern von Schiebereglern und die Verwendung komplexer AJAX-Anwendungen vor.

Diese Eigenschaften werden auch von aktuellen Browsern wie dem Firefox 3, dem Screenreader Jaws 10 und einigen anderen Browsern und Hilfsprogrammen unterstützt. Auch das am 1. Februar 2010 gestartete neue Portal der Aktion Mensch verwendet bereits WAI-ARIA.

Die derzeit aktuellen Versionen von HTMLHTML 4.01 und XHTML 1.0 – kennen die WAI-ARIA noch nicht, deshalb lassen sich unsere aktuellen Websites nicht validieren.

04 Nov 2009

Von der Aktion Mensch ins Leben gerufene Arbeitsgruppe erstellt autorisierte deutsche Fassung der Web Content Accessibility Guidelines 2.0

Seit 2008 gelten neue internationale Richtlinien für barrierefreie Webinhalte, die Web Content Accessibility Guidelines in der Version 2.0 (WCAG 2.0). Eine von der Aktion Mensch ins Leben gerufene Arbeitsgruppe hat nun erstmals eine deutsche Übersetzung der Richtlinien vorgelegt. Das oberste Gremium zur Standardisierung von Webtechniken, das World Wide Web Consortium (W3C) hat diese Übersetzung autorisiert und offiziell unter w3.org/Translations/WCAG20-de veröffentlicht.

Für Menschen mit Behinderungen im deutschsprachigen Raum ist die Übersetzung nach Einschätzung der Aktion Mensch ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einem barrierefreien Internet. »Die WCAG 2.0 sind der Standard der Zukunft. Eine autorisierte Übersetzung hilft, diese Standards weiter bekannt zu machen, und ermöglicht es Agenturen und Anbietern Webangebote auf Grundlage der Richtlinien zu testen und entsprechend der Bedürfnisse von Nutzern mit Behinderungen weiterzuentwickeln«, erklärt Christian Schmitz, stellvertretender Pressesprecher der Aktion Mensch, die sich mit der Initiative ›Einfach für Alle‹ schon seit dem Jahr 2000 für ein barrierefreies Internet einsetzt.

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Nächste Meilensteine: BITV 2.0 und EU-weite Harmonisierung

Die deutsche Übersetzung ist auch ein wichtiger Schritt mit Blick auf die gesetzlichen Vorgaben in Deutschland. Bei der laufenden Überarbeitung der seit 2002 geltende »Barrierefreie Informationstechnik Verordnung« (BITV) orientiert sich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ausdrücklich an den Empfehlungen des W3C.

Darüber hinaus leistet die deutsche Übersetzung einen Beitrag zu der Harmonisierung der Richtlinien innerhalb der EU. So setzte sich Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien in einer Rede Anfang Oktober, für einen gemeinsamen »European Disability Act« ein, der die WCAG 2.0 als verbindlichen Standard festlegt und betonte dabei die Vorteile für Nutzer und Anbieter: »Die Informationsgesellschaft ist eine entscheidende Voraussetzung, um ein wettbewerbsfähiges, nachhaltiges und sozial integrierendes Europa zu schaffen.« Dabei könne es für Unternehmen jedoch sehr teuer werden, wenn sie sich an unterschiedliche nationale Normen anpassen müssten. Die Orientierung an den Standards der WCAG 2.0 verschafft Unternehmen daher auch Wettbewerbsvorteile.

Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

In der Arbeitsgruppe, die seit April dieses Jahres die Übersetzung der WCAG 2.0 vorangetrieben hat, haben sich insgesamt fast 30 Unternehmen, Hochschulen, Behörden und Initiativen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt. Nach der Veröffentlichung eines Entwurfs der Übersetzung im August konnte die Öffentlichkeit Vorschläge zur Verbesserung einsenden, die durch die Arbeitsgruppe eingearbeitet wurden. Der nächste Schritt ist nun die Übersetzung der Programmier- und Gestaltungstechniken zur WCAG 2.0 und weiterer erläuternder Dokumente.

Diese Pressemitteilung als PDF: Aktion_Mensch_WCAG2_091104.pdf

03 Nov 2009

Die Web Accessibility Initiative (WAI) des W3C hat eine aktualisierte Fassung des Entwurfes zu den Authoring Tool Accessibility Guidelines (ATAG 2.0) veröffentlicht und bittet um Kommentare bis zum 30. November. Wichtige Änderungen gibt es zum Beispiel in dem Punkt, wie Autoren bei der Produktion von barrierefreien Inhalten durch die Autoren-Werkzeuge unterstützt werden sowie eine Überarbeitung der Techniken unter Implementing ATAG 2.0.

ATAG ist wie die beiden anderen WAI-Empfehlungen WCAG und UAAG ein wichtiger Baustein zur Barrierefreiheit. Die Richtlinie beschreibt, wie Autorenwerkzeuge möglichst zugängliche Web-Inhalte produzieren sollten und wie Autoren und Entwickler in ihrer Arbeit durch Werkzeuge wie Editoren und Redaktionssysteme in der Erstellung barrierefreier Inhalte unterstützt werden. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass solche Anwendungen natürlich für Menschen mit Behinderung bedienbar und nutzbar sein sollten.

29 Okt 2009

Prozess abgeschlossen / Dokumente an W3C übergeben

Die in der Phase der öffentlichen Kommentierung der deutschen WCAG 2.0-Übersetzung eingegangenen Anmerkungen und Vorschläge wurden gesichtet und in die Übersetzung eingearbeitet. Nach Ablauf der Kommentierungsfrist wurden die Stakeholder und die Kommentatoren gebeten, den überarbeiteten Entwurf zu prüfen und ihre Zustimmung zu signalisieren. Die qualifizierte Mehrheit (29 ja, 0 nein, 4 ohne Rückmeldung) äusserte ihre Zustimmung zur vorliegenden finalen Fassung.

Somit ist der Übersetzungsprozess im Einklang mit Punkt 5. der Policy for Authorized W3C Translations von unserer Seite aus abgeschlossen und die Übersetzung wurde heute vom W3C unter www.w3.org/Translations/WCAG20-de/ veröffentlicht.

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Zusammenfassung der öffentlichen Kommentare

Während der Phase der öffentlichen Kommentierung des Übersetzungsentwurfes gab es einige Anregungen zur weiteren Übersetzung der noch in Englisch vorliegenden Linktexte. Diese wurden nun vollständig übersetzt und mit dem Zusatz (englisch) sowie dem hreflang-Attribut versehen um zu verdeutlichen, dass es sich um Links auf englischsprachige Dokumente handelt.

Es gab weiterhin eine Reihe Anregungen zur Verbesserung des Satzbaus und der Lesbarkeit; diese wurden umgesetzt, da sie nicht sinnverändernd waren. Es gab Hinweise auf Interpunktions-Fehler, die ebenfalls korrigiert wurden.

Einige Vorschläge z.B. zur Übersetzung des Copyright-Vermerks wurden nicht umgesetzt, da diese nach den Regeln des W3C in unveränderter Form übernommen werden müssen. Als Kompromiss wurde ein zusätzlicher Absatz mit der Übersetzung eingefügt.

Während der Übersetzung stellte sich heraus, dass einige Passagen oder Formulierungen des englischen Originals aufgrund grammatikalischer Unterschiede nicht ohne Weiteres ins Deutsche zu übertragen sind. Ein Beispiel hierfür ist die Aufzählung bei der Definition von Gebärdensprache – hier wurde in Absprache mit Vertretern der Hörbehinderten ein akzeptabler Kompromiss gefunden.

Einige weitere Anregungen wurden nach Diskussion im Übersetzer-Team nicht übernommen, da sie sinnentstellend und somit keine korrekte Übersetzung gewesen wären.

Eine Zusammenfassung der eingegangenen Kommentare und die Antworten der Übersetzer darauf finden Sie unter lists.w3.org/Archives/Public/public-auth-trans-de/2009Oct/0029.html (deutsch und englisch); die ausführliche Dokumentation der öffentlichen Kommentare finden Sie unter www.einfach-fuer-alle.de/wcag2.0/versionen/2009-09-16/kommentare.html (deutsch); die vollständige Dokumentation sämtlicher Kommentare der Partner im Übersetzungsprozess (sog. Stakeholder) zu den vorhergehenden Entwürfen finden sie unter www.einfach-fuer-alle.de/wcag2.0/versionen/ (deutsch).

Zustimmung der Stakeholder

Nach Ablauf der Kommentierungsfrist wurden die Stakeholder und die Kommentatoren gebeten, den überarbeiteten Entwurf zu prüfen und ihre Zustimmung zu signalisieren (siehe lists.w3.org/Archives/Public/public-auth-trans-de/2009Sep/0009.html). Die qualifizierte Mehrheit (29 ja, 0 nein, 4 bis dato keine Rückmeldung) äusserte ihre Zustimmung zur vorliegenden finalen Fassung.

Anmerkungen der Übersetzer

Geschlechterneutralität

In der Übersetzung wurde durchgängig das Maskulinum in seiner generischen Funktion verwendet. Das Dokument spricht somit sowohl das weibliche als auch das männliche Geschlecht an. Auf ein Gendering wurde zugunsten der Lesbarkeit verzichtet.

Glossar

In der Definition von Jargon heisst es:

»Beispiel: Bei dem Wort StickyKeys handelt es sich um Jargon aus dem Bereich der assistierenden Technik/Barrierefreiheit.«

Im Deutschen gibt es keine geeignete Übersetzung von StickyKeys, die der Definition von Jargon entsprechen würde. Hier wird z.B. von Einrastfunktion bzw. Einfingerbedienung gesprochen.

In der Definition von Audiodeskription heisst es:

»Anmerkung 4: Wird auch „Videodeskription“ und „deskriptive Erzählung“ genannt.«

Diese Begriffe werden im englischen Sprachraum benutzt; im deutschen Sprachgebrauch wird der Begriff Hörfilm für einen mit Audiodeskriptionen versehenen Film verwendet.

Die Übersetzung der WCAG 2.0-Dokumente ist ein kontinuierlicher Prozess, der mit dem Kern der Dokumente – den Richtlinien selbst – begonnen hat und noch nicht abgeschlossen ist. Daher führen die meisten Links zurzeit noch auf englischsprachige Dokumente; diese sind entsprechend mit (englisch) im Linktext gekennzeichnet.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit und zur Vermeidung von Redundanzen haben wir uns jedoch dafür entschieden, die zahlreichen Links zur Schnellreferenz und zu weiteren Dokumenten (z.B. 1.2.4 erfüllen | 1.2.4 verstehen) in den Richtlinien selbst nicht gesondert zu kennzeichnen. Diese Links zeigen zurzeit ebenfalls noch auf englischsprachige Dokumente, werden aber nach und nach übersetzt.

Errata

Die bis zum 22.10.2009 unter www.w3.org/WAI/WCAG20/errata dokumentierten Fehler sind in der Übersetzung bereits behoben.

Zusätzlich behebt die Übersetzung einen weiteren Fehler in den WCAG 2.0. Dort heisst es im letzten Absatz von WCAG 2.0 Layers of Guidance:

»… particularly in the cognitive language and learning areas.«

Hier fehlt zwischen cognitive und language ein Komma, wodurch der Sinn des Satzes entgegen der Intention verändert wird. Die WCAG-Arbeitsgruppe wurde hiervon in Kenntnis gesetzt, der Fehler ist in der Übersetzung bereits korrigiert.

Weitere Fehler sind zurzeit nicht bekannt. Eventuelle Fehler in dieser Übersetzung werden bei www.einfach-fuer-alle.de/wcag2.0/errata/ dokumentiert werden.

26 Okt 2009

Der norwegische Browser-Hersteller Opera war schon immer für Innovationen bekannt, die irgendwann ihren Weg in die anderen Browser fanden. Damit das weiter so bleibt, will Opera die nächste Generation von Führungskräften in der IT-Industrie erreichen und hält dazu Seminare an Hochschulen auf der ganzen Welt. Dabei geht es um die Geschichte und die Zukunft des Webs, die Browser-Industrie, offene Web-Standards, Web-Anwendungen und die Rolle der Webs und der mobilen Nutzung insbesondere in den Entwicklungsländern.

Studenten können so neue Perspektiven auf Technologie-Trends gewinnen, in Podiumsdiskussionen direkte Fragen an Operas Software-Entwickler und Produktmanager stellen und sich mit Führungskräften der IT-Branche vernetzen. Nach über 80 Seminaren in 10 Ländern gibt die Opera University Tour nun ihr Gastspiel in Deutschland.

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Termine

Universität Datum Uhrzeit Raum
FU Berlin 03.11.09 12-14h Takustraße 9 HS Auditorium
Uni Furtwangen 05.11.09 16-18h Campus Furtwangen, Gebäude I, Raum I017
FH Augsburg 06.11.09    
Leibniz-Rechenzentrum München 09.11.09 14-16h Boltzmannstraße 1, Garching
Uni Hamburg 10.11.09 12-18h  
Uni Münster 11.11.09 10-12h Raum M1, Einsteinstraße 62
FH Münster 11.11.09 16-18h  
FH Düsseldorf 12.11.09 16-17h  
TU Dortmund 13.11.09 14-16h Raum HS 113 Gebäude V, Campus Süd

07 Okt 2009

Die Qualität einer Website entscheidet über den Erfolg im Internet – auch beim E-Government. Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen und Benutzerfreundlichkeit sind wichtige Kriterien für die Besucher von Webauftritten der öffentlichen Hand. Die zentralen Kriterien für die Bewertung einer Website sind dabei die Benutzerfreundlichkeit, die Barrierefreiheit, die Suchmaschinentauglichkeit und die technische Qualität. Die Qualidator-Studie der schweizerischen seven49.net brachte folgendes Ergebnis an den Tag: 1. Platz für Österreich mit 81.57 %, 2. Platz für Deutschland mit 79.03 % und 3. Platz für die Schweiz mit 77.87 % Gesamtqualität der E-Government-Angebote.

Städte im direkten Vergleich

Bei den österreichischen Städten liegt Bludenz vor Wien und Linz auf den Top-Plätzen. Die Stadt Bludenz hat ein Gesamtscore von 92,76 %, aufgegliedert in die Bereiche Barrierefreiheit (95,29 %), Benutzerfreundlichkeit (94,81 %) und der Suchmaschinentauglichkeit (87,95 %) und führt damit vor Wien mit 87,25 % und dem 2008 mit einer silbernen BIENE ausgezeichneten Linz mit 83,84 %. Fügt man sämtliche Städte der drei Länder Österreich, Schweiz und Deutschland in einem Ranking zusammen, so führt die Webseite von Bludenz (92,76 %) vor den Web-Auftritten der deutschen Städte Bonn (88,98 %) und Bochum (88,92 %).

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Websites auf Bundesländerebene im Vergleich

Vergleicht man alle Web-Auftritte der schweizerischen Kantone und deutschen sowie österreichischen Bundesländer, ergibt sich ein Ranking, das vom Kanton Graubünden mit 90,79 % angeführt wird, vor den Bundesländern Wien mit 87,25 %, Sachsen mit 86,9 % und Nordrhein-Westfalen mit 86,87 %.

Bei den Web-Auftritten der österreichischen Bundesländer liegt die Stadt Wien mit einer Gesamtbewertung von 87,25 % vor dem Burgenland mit 86,28 % und der Steiermark mit 85,5 % in Führung. Die Bewertung von Wien mit 87,25 % setzt sich aus den Bereichen Barrierefreiheit (87,34 %), Benutzerfreundlichkeit (85,97 %) und der Suchmaschinen (85,58 %) zusammen.

»Qualität und Service sind oberste Priorität beim Internet-Auftritt der Stadt Wien. Dabei spielen die Barrierefreiheit und Benutzerfreundlichkeit eine maßgebende Rolle. Die Platzierung von wien.gv.at beim Länder- und Städtevergleich ist ein zusätzlicher Ansporn, den Bedürfnissen der User noch mehr gerecht zu werden. Ein wichtiges Ziel dabei ist es, den Bürgern und Wirtschaftstreibenden nicht nur Informationen zur Verfügung zu stellen, sondern auch den Amtsweg zu erleichtern oder gar zu ersparen.«, so der Wiener Obersenatsrat Johannes Mittheisz, verantwortlich für die IKT-Strategie im Magistrat der Stadt.

01 Sep 2009

Passend zur Veröffentlichung des neuesten HTML 5-Entwurfes (wir berichteten) und der ganzen Begeisterung im Netz gab es heute eine überaus lesenswerte Veröffentlichung von einer Reihe bekannter Web-Menschen, die sich die HTML5 Super Friends nennen. Darin äussern sie grundsätzliche Zustimmung zu der eingeschlagenen Richtung, zeigen aber auch eine ganze Reihe Lücken, Fehler und Unzulänglichkeiten auf: »Super Friends Guide to HTML5 Hiccups«.

Weitere Hintergründe dazu von den Beteiligten selbst:

Und auch an anderer Stelle wird munter weiterdiskutiert:

28 Aug 2009

Die HTML-Arbeitsguppe des W3C hat einen neuen Entwurf von HTML 5 veröffentlicht. In HTML 5 werden eine ganze Reihe neuer Features eingeführt, die bei der Entwicklung von Web-basierten Applikationen helfen; neue Elemente werden auf Basis von aktuellen Praktiken in der Web-Entwicklung definiert, und besonderer Augenmerk liegt auf klaren Kriterien für die Implementierung in Browsern, um die Interoperabilität zu verbessern. Auch das Dokument HTML 5 differences from HTML 4 liegt in einer aktualisierten Fassung vor. Es beschreibt die Unterschiede zwischen dem aktuellen HTML 4 und dem kommenden HTML 5 und zeigt die Gründe für die Änderungen auf.

HTML 5 wird irgendwann HTML 4.01 ersetzen, die zuzeit noch dominierende Sprache, mit der Webseiten gebaut werden. An den Details wird natürlich noch gefeilt und niemand kann ernsthaft erwarten, dass der Entwurf über Experimente hinaus schon in der Praxis eingesetzt werden kann. Dafür ist der Entwurf noch zu unstabil und die Menge der Elemente, die gerade drinnen oder draussen sind, zu groß.

HTML 5 ist zwar noch lange nicht fertig, aber auch kein Luftschloß (wie so viele andere W3C-Entwürfe) – dafür ist die Unterstützung durch die großen und kleinen Browser-Hersteller einfach zu groß. Viele der Änderungen sind bereits in modernen Browsern implementiert und versuchen so, ihre Praxistauglichkeit zu beweisen.

Neben neuen, dringend benötigten Strukturelementen zur Auszeichnung von Seitenbereichen (welche das sein werden ist aktuell noch in der Diskussion) sind wohl die Elemente für direkte Audio- und Video-Einbettung am spannendsten, da sie mit bisherigen PlugIn-Techniken wie Flash und Silverlight in direkter Konkurrenz stehen.

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Weiterführende Literatur

Hier ein Überblick über lesenswerte Artikel zu HTML 5, die uns in letzter Zeit aufgefallen sind:

24 Aug 2009

Im Dezember 2008 wurden die neuen Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG 2.0) veröffentlicht – allerdings wie üblich in Englisch. Derzeit wird an einer autorisierten deutschen Übersetzung gearbeitet, die nun bis zum 12. September kommentiert werden kann. Martin Ladstätter von BIZEPS-INFO führte ein Interview zum Stand der Arbeiten mit Eric Eggert, einem in Wien lebenden Experten für barrierefreies Webdesign:

BIZEPS-INFO: Was genau ist mit Kommentarphase gemeint? Sind die Richtlinien noch nicht fertig?
Eric Eggert: Doch, die Richtlinien sind ja seit letztem Dezember bereits veröffentlicht. Wir übersetzen sie nun nur 1:1 ins Deutsche. Dabei muss man sich über Begrifflichkeiten abstimmen, nun hat jeder die Möglichkeit seine Kommentare zur Übersetzung abzugeben.
BIZEPS: Sie nehmen für die österreichische Plattform accessible-media an dem Übersetzungsprozess teil. Was genau ist Ihre Aufgabe und wo liegen die Herausforderungen?
Eggert: Die Aktion Mensch aus Deutschland hat die Übersetzung federführend übernommen. Die Aufgabe der anderen Stakeholder (zu denen auch accessible media gehört) war eine erste interne Kommentierung des Übersetzungsentwurfs. Der Prozess hat sich eigentlich ziemlich reibungslos gestaltet, der größte Stolperstein war sicher die Übersetzung des Glossars um ein Fundament für die Übersetzung zu haben.

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Wer soll kommentieren?

BIZEPS: Die Übersetzung befindet sich bis 12. September 2009 in der Kommentierungsphase. Was bedeutet dies und wer soll kommentieren?
Eggert: Das W3C hat jetzt die Öffentlichkeit dazu aufgerufen Kommentare zum Entwurf abzugeben, das heißt jeder, der sich mit der Materie auskennt, darf sich den Entwurf nicht nur durchlesen sondern auch mit dem Original vergleichen und seine Kommentare an die Mailingliste zu senden.
BIZEPS: Wie geht es dann im Übersetzungsprozess weiter?
Eggert: Nach dem 12. September 2009 werden die Kommentare ausgewertet und beantwortet und dann in den Übersetzungsentwurf eingearbeitet. Dann wird auch entschieden, ob es eine weitere Kommentarphase geben sollte oder nicht.

Wann wird die Übersetzung fertig sein?

BIZEPS: Können Sie schön abschätzen, wann eine autorisierten deutschen Übersetzung vorliegt?
Eggert: Das hängt von einigen Faktoren ab. Falls es keine zweite Kommentarphase mehr gibt muss das W3C entscheiden ob das Dokument autorisiert werden kann, danach wird es auf der W3C-Seite veröffentlicht. Im Moment sieht es so aus, als wenn wir spätestens bis zum ersten Geburtstag der Richtlinien fertig sein könnten. Danach fängt die Arbeit aber erst richtig an, schließlich sollen auch noch die Zusatzdokumente übersetzt werden.

Wer braucht eine deutsche Übersetzung?

BIZEPS: Warum besteht Ihrer Meinung nach der Bedarf nach einer deutschen Übersetzung der WCAG?
Eggert: Die WCAG 2.0 sind in Österreich, in der Schweiz und in Deutschland die Grundlage für die Gesetzgebung. In Österreich sind sie sogar direkt referenziert. Die Entwicklung der WCAG 2.0 hat lange gedauert und es sind sehr gute Richtlinien herausgekommen, die nun natürlich so vielen Menschen wie möglich zugänglich gemacht werden sollen. Zudem haben wir festgestellt, dass viele professionelle Webdesigner und -entwickler sich eher mit solchen Dokumenten auseinander setzen, wenn sie in ihrer Muttersprache vorliegen. Falls es später mal zu einheitlichen europäischen Richtlinien kommt sind viele Übersetzungen auch ein Argument nicht das Rad neu zu erfinden und keine europäische Sonderlösung zu suchen.
BIZEPS: Wir danken für das Interview.

(via BIZEPS-INFO)

21 Aug 2009

Da die Sommerferien nun in vielen Bundesländern nicht nur meteorologisch, sondern auch tatsächlich zu Ende gegangen sind möchten wir gerne nochmals in Erinnerung rufen, dass die Phase zur öffentlichen Kommentierung der WCAG 2.0-Übersetzung bereits läuft. Bis zum 12. September haben Fachleute noch die Gelegenheit, die sog. Candidate Authorized Translation (CAT) unter wcag2.0-blog.de/2009-07-28 zu überprüfen und Vorschläge zur Verbesserung einzusenden.

Die Übersetzung soll als gleichwertige, ebenfalls normative Version neben dem englischen Original veröffentlicht werden. Daher wäre es wichtig, dass möglichst viele der von den Richtlinien Betroffenen den aktuellen Entwurf Korrektur lesen, mit dem englischen Original abgleichen und ggf. Verbesserungen vorschlagen – seien es Designer, Texter, Konzepter, Front- & Backend-Entwickler, aber natürlich auch Anbieter von Websites und Software-Häuser, die z.B. Redaktionssysteme herstellen.

Weitere Infos darüber wie eine Beteiligung möglich ist finden Sie in der Meldung vom 4. August: Entwurf der WCAG 2.0-Übersetzung veröffentlicht.

19 Aug 2009

Motto des öff­entli­chen Thementages des W3C im Rah­men der Xinnovati­ons 2009 am 14. September in der Humboldt-Universität zu Berlin

Auch in diesem Jahr setzt das Deutsch-Öst­errei­chi­sche W3C-Büro sei­ne Koope­rati­on mit den Xinnovati­ons in Form ei­nes öff­entli­chen Thementages fort und bietet damit ei­ne Platt­form für den Dia­log von W3C-Mit­gliedern und in­ter­es­sier­ter Fachöff­entlichkeit über Webtech­nolgi­en und Stan­dardisierung.

Hin­ter dem diesjähr­igen Motto des W3C-Thementages »Das Web der Da­ten und das Web der Men­schen« ver­bergen sich drei zen­trale Fra­gen:

  1. Wie bringe ich mei­ne Da­ten »ans Web« und verknüpfe sie mit an­de­ren Da­ten?
  2. Wie inte­grie­re ich sie in das »Web für menschli­che Nutzer«?
  3. Wie kon­struie­re ich mit den Da­ten in­teraktive und für alle Men­schen zugängli­che Anwendun­gen?

Das W3C hat in diesem Jahr grundlegen­de Tech­no­logi­en vor­angetrie­ben, die bei der Be­antwor­tung die­ser Fra­gen helfen. Auf dem W3C-Tag 2009 wer­den ent­spre­chen­de Neu­entwicklun­gen vor­ge­stellt:

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  • Tech­no­logi­en des Se­mantic Web kommen vermehrt zum Ein­satz, um Da­ten an das Web zu brin­gen. Die ›Web Ontology Language‹ (OWL) dient dazu, Ei­genschaf­ten der Da­ten als ›Onto­logi­en‹ zu modellie­ren. OWL wurde in der Versi­on 1.0 lange Zeit erfolg­reich genutzt. In­zwi­schen ist OWL 2.0 in Arbeit. Das ›Rule In­terchange Format‹ (RIF) baut u.a. auf OWL auf und dient dem Aus­tausch von Business-Regeln.
  • Ein zen­trales Format um Da­ten an das Web zu brin­gen ist das ›Simple Knowledge Or­ganizati­on Sys­tem‹ (SKOS). SKOS hat dieses Jahr den Status ei­nes Stan­dards, d.h. ei­ner W3C Recommendati­on‹ erreicht. Es wird be­reits für ver­schiedenste Da­ten ein­gesetzt, von der Bibliotheks­klas­sifikati­on bis zum The­saurus ei­ner Fachdatenbank.
  • Zweck von der XML Pipe­line Language‹ XProc ist die Beschreibung von XML-Datenflüs­sen. Die XML-Da­ten wer­den anhand von XProc-Beschreibun­gen validiert, abge­fragt, oder trans­formiert für ver­schiede­ne Kon­sumen­ten, z.B. Mensch oder Ma­schine. Auf die­se Weise kann XProc als Ver­bindung zwi­schen dem ›Web der Da­ten‹ und dem ›Web der Men­schen‹ dienen.
  • Das menschli­che Web präsentiert den Nutzern Da­ten in ei­ner zu­nehmend in­teraktiven Weise. HTML ist die Grundla­ge für die Ent­wicklung ent­spre­chen­der Webap­plikationen. Mit der Ent­scheidung des W3C, die Ent­wicklung von XHTML 2 einzu­stel­len, liegt der Fokus nun gänzlich auf HTML 5.
  • Multimedi­ale Da­ten (Au­dio, Bil­der, Video) sind noch nicht ohne weite­res mit an­de­ren In­formationen im Web verknüpfbar, da ihr Inhalt nur schwer automatisch zu in­terpretie­ren ist. Was ist zum Bei­spiel das The­ma ei­nes Liedes / Fotos / Films? Met­ada­ten sind ein wichtiges Mit­tel um dieses Pro­blem zu lösen. Das W3C arbeitet de­shalb in der Media Anno­tati­ons Working Group an der In­ter­o­pe­rabilität zwi­schen ver­schiede­nen Met­adaten­forma­ten.

All die­se Tech­no­logi­en sind nur sinnvoll einsetzbar wenn die Zugänglichkeit des Webs für jeden Nutzer ge­si­chert ist. Zur Un­ter­stützung die­ser übergrei­fen­den Auf­gabe hat das W3C En­de letz­ten Jah­res die ›Web Con­tent Accessibility Guidelines‹ (WCAG) in der Versi­on 2.0 veröff­entlicht. Die deut­sche Community zur Zugänglichkeit des Webs arbeitet mit Hoch­druck an ei­ner deut­schen Fassung der Richtli­ni­en.

Die bes­ten Tech­no­logi­en nut­zen nichts wenn sie nicht bekannt sind. In diesem Sinne wird auf dem W3C-Tag STI Germany‹, der deut­sche Be­stand­teil des ›Se­mantic Tech­nology In­sti­tu­te‹ präsentiert, de­ren Ziel die Ent­wicklung und Nutzung se­manti­scher Tech­no­logi­en ist. Die Vor­stellung von STI auf dem W3C-Tag wird dem Motto der Xinnovati­ons in besonde­rer Weise ge­recht: ›bet­ter by networking‹.

Weite­re Infos zur Xinnovati­ons 2009 und der An­meldung zur Teilnah­me un­ter: www.xinnovati­ons.org.

27 Jul 2009

Die Web Accessibility Initiative des W3C hat einen aktualisierten Entwurf der User Agent Accessibility Guidelines (UAAG) 2.0 veröffentlicht. Die UAAG definieren, wie Browser, Media Player und andere sog. ›User Agents‹ die barrierefreie Nutzung von Webinhalten durch Menschen mit Behinderungen ermöglichen sollen. Die Arbeitsgruppe bittet Interessierte darum, den Entwurf zu lesen und bei Bedarf bis zum 9. September 2009 zu kommentieren. Weitere Infos dazu im Call for Review, mehr Details zur Richtlinie bei UAAG Overview.

24 Jul 2009

Die CSS-Arbeitsgruppe des W3C hat eine ganze Reihe neuer Entwürfe für Module der kommenden CSS 3-Spezifikation vorgestellt. Ganz frisch am Start sind Flexible Box Layout Module und CSS Image Values Module, beide vom 23. Juli und beide erscheinen uns beim ersten Drüberlesen sehr sinnvoll zu sein. Besonders flexbox hat es uns angetan, weil es mit sehr einfachen Regeln ermöglicht, eine Menge HTML- und CSS-Hacks zu ersparen:

»In this new box model, the children of a box are laid out either horizontally or vertically, and unused space can be assigned to a particular child or distributed among the children by assignment of ›flex‹ to the children that should expand. Nesting of these boxes (horizontal inside vertical, or vertical inside horizontal) can be used to build layouts in two dimensions.«

Bereits beim Status eines Last Call angelangt ist Ende letzten Monats der Entwurf des CSS 3-Moduls Multi-column layout, das, wie der Name schon sagt, wirklich echte mehrspaltige Layouts ermöglicht. Hier bittet die Arbeitsgruppe um Kommentare bis zum 01. Oktober diesen Jahres.

Wir hatten neulich schon mal etwas mit Multi-column layout herumgespielt und siehe da: es funktioniert sogar in modernen Browsern wie Safari 4, Google Chrome 2 oder Firefox 3.5 3.0. Zum selber ausprobieren: die Liste im Kasten »mehr zum wettbewerb:« ganz unten auf einfach-fuer-alle.de/biene-2009 basiert auf einer simplen Mehrspalten-Anordnung mit reinem CSS ohne jegliche Eingriffe ins HTML.

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Einige weitere Entwürfe aus der letzten Zeit:

Die letzten vier basieren allesamt auf Vorschlägen von Apple und funktionieren teilweise schon in aktuellen Versionen der Webkit-Engine, sind aber sicher noch nicht für den Produktiveinsatz geeignet. Und sie sind auch nicht ganz unumstritten: OK, dass von Flash-Hersteller Adobe Einwände gegen zu viel Animationen in CSS kommen mussten war vorhersehbar, aber die Frage bleibt doch, wo die Präsentations-Ebene aufhört und wo die Ebene des Verhaltens von Elementen anfängt und ob man da nicht etwas vermischt, was besser getrennt bleiben sollte.

Andererseits gibt es neben fundamentalen Fehlern noch eine Menge Löcher in den CSS-Spezifikationen aller Versionsnummern, die es zu stopfen gilt. Eine ganze Reihe von Wünschen aus der Community hatten sich schon im vergangenen Jahr aus dem WaSP Community CSS3 Feedback 2008 ergeben, wie zum Beispiel die Möglichkeit, Selektoren zu gruppieren (hier die Erklärung bei Eric Meyer) oder ein wirkliches Layout-System, dass diesen Namen auch verdient.

Und das eigentliche Problem – dass sich die CSS-Arbeitsgruppe mit geradezu Gletscher-artiger Geschwindigkeit zu bewegen scheint – ist damit auch noch nicht behoben. Zum Vergleich hier eine Liste der aktuellen CSS 3-Module mit ihrem letzten Aktualisierungs-Datum: CSS3 Module Status bei CSS3.Info – da sind schon ein paar Dinge drin, die Web-Entwickler dringend bräuchten, die aber teilweise seit 2002 (!) niemand mehr angefasst hat.

Was geht?

Gut dass zumindest ein Teil der Browser-Hersteller da etwas schneller ist und Teile der Spezifikation schon fleißig implementiert. Wenn man sich von dem Mantra verabschiedet, dass Webseiten in allen Browsern 100%ig gleich aussehen müssen (müssen sie das?), dann kann man schon vieles davon verwenden, wie die folgenden Tutorials zeigen (teilweise schon was älter, aber immer noch gut):

Wenn das noch nicht reicht: hier ist eine der zurzeit ach so beliebten Top-irgendwas-Listen: »CSS3 Exciting Functions and Features: 30+ Useful Tutorials«

21 Mai 2009

Die Web Accessibility Initiative des W3C hat eine aktualisierte Fassung des Entwurfes zu den Authoring Tool Accessibility Guidelines (ATAG 2.0) veröffentlicht und bittet um Kommentare bis zum 11. Juni. Ziel dieser Runde ist es, den als nächsten Schritt geplanten ›Last Call Working Draft‹ vorzubereiten. Wichtige Änderungen gibt es zum Beispiel in dem Punkt, wie Anwendungen mit Alternativtexten umgehen sollten (z.B. bei Foto-Communities wie flickr); ausserdem ist das Glossar komplett überarbeitet worden.

ATAG ist wie die beiden anderen WAI-Empfehlungen WCAG und UAAG ein wichtiger Baustein zur Barrierefreiheit. Die Richtlinie beschreibt, wie Autorenwerkzeuge möglichst zugängliche Web-Inhalte produzieren sollten und wie Autoren und Entwickler in ihrer Arbeit durch Werkzeuge wie Editoren und Redaktionssysteme darin unterstützt werden, saubere Arbeit ins Netz zu stellen. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass solche Anwendungen natürlich für Menschen mit Behinderung bedienbar und nutzbar sein sollten.

Rückrufaktion

Bei der XHTML2-Kindergarten -Arbeitsgruppe werden hingegen vier Entwürfe zurückgezogen, weil in der vorangegangenen Phase der Publizierung bestehende Einwände gegen die Entwürfe nicht beachtet wurden. Im einzelnen sind dies: XHTML™ 1.1 - Module-based XHTML - Second Edition, XHTML™ Basic 1.1 - Second Edition, XHTML-Print - Second Edition sowie XHTML™ 1.0. Hintergründe zu dieser Entscheidung kann man evtl. in dieser E-Mail von Bjoern Hoehrmann an die W3C-Mailingliste nachlesen.

19 Mai 2009

Beim Browser-Hersteller Opera läuft seit längerem eine Studie namens MAMA (Metadata Analysis and Mining Application). Untersucht werden versteckte Qualitäten von Webseiten wie deren Aufbau und die Verwendung (oder Nicht-Verwendung) von HTML-Tags und -Attributen – gemeinhin Dinge, die man kaum mit einer herkömmlichen Suchmaschine herausfinden wird. Interessant ist sowas vor allem für Browser-Hersteller wie eben Opera, aber auch für die Weiterentwicklung von HTML (zum Beispiel zur Version 5).

Untersucht wurden mittlerweile 4,2 Mio. URLs, die Ergebnisse werden nach und nach veröffentlicht (mehr zur Methodik und eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte). Heute fanden wir im Opera Developer Network einen Artikel von Henni Swan über einige gerade aus Sicht der Barrierefreiheit interessante Teilaspekte – die Verwendung von Überschriften-Strukturen, Bildern und Datentabellen: »Opera MAMA - a sneak peek at headings, images and summary«. Hier ein paar der wichtigsten Ergebnisse:

Weiterlesen …

Es gibt kein Bier auf h3 …

  • 58,5% der untersuchten Webseiten benutzen keinerlei Überschriften-Elemente,
  • 7,9% haben hingegen gleich mehrere <h1>,
  • 16,1% fangen ihre Überschriften-Struktur nicht mit der Ebene <h1> an, sondern mit <h2>, <h3>, etc.,
  • 11,3% der Seiten überspringen Überschriften-Ebenen, und bei
  • 7,1% der Seiten sind die Überschriften-Ebenen in keiner logischen Reihenfolge.

Über die Punkte 2-5 kann man geteilter Meinung sein (und wie bei Opera vermerkt gibt es mittlerweile sogar eine Seite www.h1debate.com, wo man sich per Twitter an dieser Endlos-Debatte beteilgen kann). Was aber ganz sicher gar nicht geht ist Überschriften ganz wegzulassen, da diese gerade für Screenreader-Nutzer eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Orientierungshilfe sind.

Es gibt nichts zu sehen, gehen Sie bitte weiter …

Ganz bitter auch das Bild bei Bildern, Grafiken und deren Alternativ-Texten:

  • 75,1% der untersuchten Seiten benutzen zumindest alt-Attribute für Bilder. Was aber im Umkehrschluss leider bedeutet, dass
  • 24,9% gar keine alt-Attribute verwenden. Abgesehen davon, dass hier oftmals relevante Informationen und Funktionen für Screenreader-Nutzer verborgen bleiben heisst das auch, dass bei diesen Seiten in gängigen Screenreadern unter Umständen der Pfad der Bilddatei vorgelesen wird – der Benutzer darf dann anhand des Dateinamens selbst herausfinden, was ihm da wohl verborgen bleibt.

Auch bei Datentabellen sieht es nicht besser aus:

  • 2,4% der Seiten benutzen überhaupt das summary-Attribut, allerdings bei
  • 1,7% der Seiten fehlerhaft, nämlich in der Form von summary="layout table"

Weitere Werte, die gefunden wurden waren "layout", "layout table", "header", "navigation", "content", "banner", "main", "main table", "breadcrumb", "category" etc. Das deckt sich weitestgehend mit unseren Erfahrungen – uns sind auch schon Websites mit hunderten summary="Zusammenfassung" (wörtlich!) untergekommen. Wenn schon immer noch Layout-Tabellen eingesetzt werden, dann wenigstens so richtig falsch!

Es gibt noch viel zu tun …

23 Mär 2009

Das World Wide Web Consortium (W3C) bittet um Meinungen zur neuen Website, die Ende letzter Woche als Beta-Version online gegangen ist. Das neue Site-Design ist nun weitestgehend harmonisiert, die Informationsarchitektur wurde vereinfacht, die sog. ›Technical Reports‹ (vulgo: Web-Standards) haben ein neues Aussehen; dazu gibt es neue Inhalte wie einen Kalender und aggregierte Blogs der W3C-Mitarbeiter.

Weitere Informationen zum Redesign sieht und hört man in einem 10-minütigen Screencast sowie als ausführlichen Text auf der Seite About the W3C Site Redesign, wo die Ziele, Features, Einschränkungen und die zukünftige Weiterentwicklung beschrieben werden. Falls jemand Vorschläge zur Verbesserung hat oder Fehler findet kann man diese an site-comments@w3.org schicken.