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News mit dem Tag »Typografie«

Ok, wir können es uns nicht verkneifen – hier ein paar Links rund um das Thema Fußball-WM:

Um einen aktuellen Zustand von Browsertabitis zu beheben hier eine Reihe von Links zum Thema Netztypografie:

Kann sein, daß wir den schonmal hatten, aber die Artikelserie »Five simple steps to better typography« von Mark Boulton kann man gar nicht oft genug erwähnen:

  1. »Measure the measure«
  2. »Hanging punctuation«
  3. »Ligatures«
  4. »Typographic Hierarchy - size«
  5. »Typographic Hierarchy - weight«

Auch Marks nächste Serie mit dem Titel »Five Simple Steps to Typesetting on the web« ist Pflichtlektüre für jeden, der Texte ins Netz bringt:

  1. »Introduction«
  2. »The Right Glyph for the Job«
  3. »Dashes«
  4. »Printing the web«

Heute designlastig:

Die letzte Wochenendbeilage ist wegen der Nacharbeiten zur BIENE leider entfallen, daher heute etwas umfangreicher:

  • Dieser Artikel von Joachim Harloff ist zwar schon von Oktober des Jahres, aber wir haben ihn gerade erst in den Referrern gefunden: »Barrierefreiheit: Tritt in den IT-Hintern nötig?« – dem haben wir nichts hinzuzufügen.
  • Accessibility Statements (Hinweise zur Barrierefreiheit) sind meistens zu technisch oder eine bloße Nabelschau. Dabei können sie viele wertvolle Hinweise für Nutzer alternativer Zugangsarten enthalten. Gez Lemon hat zusammengestellt, was man beim Verfassen eines solchen Dokuments alles beachten sollte: »Writing a Good Accessibility Statement«.
  • Viele gute Gründe, warum man so langsam mal seine Seiten für richtige Browser optimieren sollte listet der Artikel »Why You Should Consider Budgeting a Site Redesign for Firefox 1.5 Now (Yes Firefox)«.
  • Luke Wroblewski und Jed Wood analysieren, was alles zu einem ordentlichen Weblog gehört: »Blog Interface Design 2.0«.
  • Roger Johansson erklärt nochmal die Unterschiede zwischen »Transitional vs. Strict Markup«.
  • Molly E. Holzschlag listet eine ganze Reihe Dinge auf die es zu beachten gilt, wenn man sich an ein internationales Publikum richtet: »Putting the World into ›World Wide Web‹«.
  • Patrick H. Lauke belegt, warum man sich nicht ausschließlich auf automatische Prüfprogramme verlassen sollte: »Legal advice from automated testing tools?«.
  • Just in dem Augenblick wo wir uns hier von runden Ecken wieder verabschieden fanden wir bei Frau Hoffmann den Link zu einem Artikel bei basement.org der erklärt, warum Rundungen besser sind: »Why Do We Love Rounded Corners?«
  • The Elements of Typographic Style von Robert Bringhurst ist eines der wenigen Bücher, die man als Typomane wirklich im Regal haben sollte. Richard Rutter versucht nun, die Prinzipien einer guten Lesetypografie aus den Printmedien ins Web zu übertragen. Großartig: »The Elements of Typographic Style Applied to the Web«
  • Und auch der nächste Link befasst sich mit diesem Thema – Andy Hume erklärt ebenfalls einige grundelegende Prinzipien in: »The Anatomy of Web Fonts« (wie bei allen Artikeln zur Typografie aus dem englischen Sprachraum gilt auch hier der Warnhinweis, dass vieles nicht 1:1 auf hiesige Verhältnisse übertragbar ist. Englische Worte sind im Schnitt ein Drittel kürzer als deutsche, dafür kommen in deutschen Texten mehr Ober- und Unterlängen vor, was beides das Schriftbild massiv beeinflusst.)

Microsoft hat nun auch offiziell bestätigt, dass sich der XP-Nachfolger Vista und damit auch der IE7 noch weiter vezögern. Es werden noch Wetten entgegen genommen, was zuerst fertig ist: WCAG 2 oder Windows Vista.

Damit wäre der Schweizer Typograf Ralf Turtschi zwar ein ganzes Jahr zu früh, aber sein Nachruf »Arial: ein Nekrolog« ist trotzdem lesenswert. Zumal Microsoft mit dem Umstieg von Helvetica Arial auf Frutiger Segoe 20 Jahre hinterher hinkt…

Heute endlich mal wieder was für die rechte Gehirnhälfte:

Die Mobile Web Best Practices Working Group des W3C hat einen ersten Entwurf der »Mobile Web Best Practices 1.0« veröffentlicht. Der Text beschreibt, wie man Webinhalte produziert, die auf mobilen Endgeräten oder kleinen Monitoren dargestellt werden. Aus dem Entwurf wird sehr deutlich, dass auch das W3C und insbesondere diese Arbeitsgruppe, der bedeutende Telcos, Handyhersteller und Softwarehäuser angehören, noch ganz am Anfang auf dem Weg zu einem mobilen Web stehen.

Wo wir gerade unterwegs sind: in einer Studie der Uni Glasgow wurde festgestellt, dass die von Nutzern bevorzugte Schriftgröße beim mobilen Surfen 10pt ist, wohin gegen es bei stationärer Nutzung eher 12pt sind.

Aus technischen Gründen wie so oft erst montags. Heute eher konzeptionell orientiert:

Die Älteren unter uns werden sich vielleicht noch an die 4er-Browser erinnern und daran, dass deren Hersteller sich jede Woche etwas neues ausdachten, um die Marketingabteilung zu erfreuen und die Webdesigner zu ärgern. In die letzte Kategorie gehörte sicher die Möglichkeiten zu Einbindung von Fonts in Webseiten – wie es sich für die 4er-Generation gehört natürlich inkompatibel zur Methode der jeweiligen Konkurrenz. Weswegen es auch kaum jemand benutzt hat und weswegen einer der Hersteller dieser Technik nun das Handtuch wirft: »Bitstream has discontinued WebFont Maker, WebFont Wizard, and dynamic fonts for the web«. Womit wieder ein Kapitel Web-Geschichte zu Ende geht, an das wir uns mit Schaudern erinnern (via Jeffrey Veen).

Wenn man den Statistiken glauben darf sind im letzten Jahr zum ersten Mal mehr LCD- als Röhrenmonitore verkauft worden. Um aber in den vollen Genuß aller Qualitäten eines Flachbildschirms wie z. B. die bessere Lesbarkeit von Text zu kommen, muss man bei bestimmten Betriebssystemen noch ein paar weitere Einstellungen vornehmen. Einstellungen, die so gut versteckt und auch noch kryptisch beschriftet sind, dass sie Otto Normalnutzer kaum finden wird. Wenn Sie allen Kollegen und Freunden einen Gefallen erweisen wollen, gehen Sie doch einfach bei jedem Rechner mit WindowsXP in Systemsteuerung > Anzeige > Darstellung > Effekte und aktivieren dort ClearType – der Unterschied ist eine drastisch verbesserte Lesbarkeit besonders bei längeren Texten. Wie das mit der Schriftglättung genau funktioniert erklärt ein Artikel von Steve Gibson: »How Sub-Pixel Font Rendering Works«.

Ab sofort wieder Freitags und diesmal wieder zur Typografie im Web:

  • Roy Reed hat eine übersichtliche Tabelle gebastelt, in der die Umrechnungsfaktoren sämtlicher Schriftgrade von 6 bis 36pt nach Pixel, em und Prozenten stehen: »Approximate Conversion from Points to Pixels«
  • Thomas Stich hat eine Testseite gebaut, mit der sich verschiedenste Kombinationen von Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand und Zeilenlänge ausprobieren lassen: »Testseite zur Zeilenbreite«
  • Charl van Niekerk macht sich Gedanken über die Schriftglättung auf verschiedenen Betriebssystemen: »Font Smoothing«
  • Veerle Pieters gibt wie immer wertvolle kleine Tips für Photoshopper: »Photoshop type tips«

Weil's gerade so schön passt gibt es diesesmal eine Spezialausgabe zum Thema Typografie:

Calibri, Cambria, Candara, Consolas, Constantina, Corbel – an die Namen sollten Sie sich schon mal gewöhnen. Warum die alle mit C anfangen und die Namen irgendwie nach coreanischen Cleinwagen klingen wissen wir nicht, aber das sind die neuen Zeichensätze, die Microsoft für den XP-Nachfolger in Auftrag gegeben hat. Die Aufträge entgegen genommen haben Typogötter wie Luc(as) de Groot, sodaß die Fonts wohl würdige Nachfolger für Verdana & Co. werden. Eine Vorschau fanden wir bei Poynter: »The Next Big Thing in Online Type« und »Microsoft Longhorn Fonts«; weitere Infos findet man auch in Ausgabe 11/2004 (PDF) des immer wieder gerne gelesenen tschechischen Magazins typo.

Heute sehr akademisch:

Aus bekannten Gründen einen Tag zu früh. Heute zum Thema CSS, Design & Online-Typografie:

Und damit schließen wir das letzte Türchen für dieses Jahr und gehen bis zum 10. Januar in den Winterschlaf.

Heute wieder mal eher gestalterisch:

Auch wenn andere darin die »Revolution der Webtypografie« sehen, die Barrieren bei den sIFR oder FIR genannten Techniken zur Ersetzung von Text durch Bilder bleiben bestehen. Einen guten Teil der Probleme hatten wir ja bereits hier bei EfA im Artikel »Image Replacement-Techniken nicht zugänglich für Sehbehinderte« aufgezeigt. In eine ähnliche Kerbe schlägt John Allsopp, CSS Samurai des Web Standards Project in einem Interview mit der australischen Web Standards Group. Fazit:

  • die dikutierten Techniken vermischen Inhalt und Präsentation,
  • die Skalierbarkeit ist nicht mehr gegeben,
  • Änderungen oder alleine die simple Beseitigung von Tippfehlern vervielfachen den Aufwand.

Ganz schlimm wird es dann, wenn Techniken zum Einsatz kommen, bei denen man im Gegensatz zu dem für sIFR benötigten Flash nicht davon ausgehen kann, dass diese überhaupt von einem meßbaren Teil der Nutzer dargestellt werden können. So wie die in einem Workshop in der aktuellen PAGE 12/2004 vorgestellte Variante über die Einbindung mit dem Vektorgrafikformat SVG. Diese Technik ist zwar aus rein technischer Sicht zumindest theoretisch barrierereduzierter, aber vollkommen an der Realität im Web vorbei.