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News mit dem Tag »eGovernment«

Passend zum heutigen Blaue-Mützchen-Tag ein paar Veranstaltungstipps:

Falls Sie zufällig in Hannover sind und noch nichts vorhaben: heute abend um 18:45h wird die einhundertste Folge des Webstandards-Podcast Technikwürze beim örtlichen Web Montag live aufgezeichnet.

In Wien gibt es heute eine Veranstaltung des Sozialministeriums und des Kanzleramts unter dem Titel »Online ohne Ausnahme«, bei der Unternehmen von den Vorteilen des Themas Barrierefreiheit im Internet überzeugt werden sollen. Experten informieren darüber, was barrierefreies Webdesign leisten kann und welche Unterstützungsmöglichkeiten bei der Umsetzung von barrierefreien Webangeboten bestehen. (via)

Wer beim Symposium »Best of Accessibility« anwesend war, konnte die Unterlagen schon herunterladen; nun gibt es die gesammelten Tagungsunterlagen als frei verfügbaren Download für jedermann: »Unterlagen zum BOA-Symposium 2007 verfügbar«, Download der Veranstaltungs-Unterlagen.

Eine Nachlese zur neulich in London gelaufenen @media Ajax 2007 findet sich unter anderem bei PPK und bei Christian Heilmann.

Das Innen­ministerium des Landes Branden­burg veranstaltet noch bis zum 11. November den Internet-Wett­bewerb eKommune: Bürger­innen und Bürger stimmen online ab, welche Branden­burger Kommunen in punkto Service und Nutzerf­reund­lich­keit ihrer Inter­net­angebote die Nase vorn haben.

Allerdings gibt es in diesem Jahr auch einen Sonder­preis für ›Beste Barriere­freiheit‹, der gemeinsam mit dem Städte- und Gemeinde­bund Branden­burg vergeben wird und mit 3.000 € dotiert ist. Die Ent­scheidung trifft eine Jury, in der auch der Behin­derten­beauftragte des Landes, der Landes­be­hinderten­beirat und der Landes­senioren­rat e.V. Sitz und Stimme haben. Bewerben können sich die Land­kreise und kreis­freien Städte sowie amts­freien Gemeinden und Ämter. Bewerbungs­schluss ist der 12. Oktober 2007.

Die Brandenburgische BITV (BbgBITV) verpflichtet nur die Landes­ver­waltung, nicht jedoch die Kommunen. Der Preis soll Kommunen fördern, die sich trotz­dem damit befassen.

Die schweizerische Stiftung »Zugang für alle« hat 50 Internetangebote von Bund, Kantonen und Gemeinden auf ihre Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen getestet. Die Accessibility-Studie 2007 wurde gestern in einer Pressekonferenz im Medienzentrum des Bundes vorgestellt.

Neben den Resultaten der Tests beinhaltet die 80-seitige Studie ausgewählte Fachartikel zum Thema Barrierefreiheit. Mit vier konkreten Aufgaben zeigt ein Beitrag wie Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen das Internet nutzen, wo sie an Grenzen stossen und welches ihre Anforderungen sind. Ein Beitrag dokumentiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen. In einem weiteren wird ausgeführt, auf was zu achten ist bei der Durchführung barrierefreier Internet-Projekte. Der letzte Beitrag widmet sich der praktischen Umsetzung anhand angetroffener guter Beispiele.

Die Studie kann kostenlos als PDF-Dokument heruntergeladen werden: Schweizer Accessibility-Studie 2007 (PDF, 5 MB) oder als gedruckte Version per E-Mail bestellt werden. (via)

In unserem Sendegebiet finden wieder mal eine ganze Reihe Webmontage statt, so am 30. April in Wien, am 7. Mai in Bremen, Hamburg und Köln, am 21. Mai in Jena, Kiel und Innsbruck sowie am 30. Mai in Trier.

Auch uneingeschränkt zu empfehlen:

Und schonmal für 2008 vormerken: BarCampRhine.

Bis Jahresende müssen die behördlichen Internetauftritte in Österreich für behinderte Menschen barrierefrei zugänglich sein. Diesem Projekt wurde im Bundeskanzleramt höchste Priorität eingeräumt. Damit soll die Selbstverpflichtung des Bundes umgesetzt werden, Menschen mit Behinderung den Zugang zu den Leistungen und Angeboten der staatlichen Verwaltung zu ermöglichen.

Das Bundeskanzleramt lädt daher zu einer Veranstaltung unter dem Titel »Kick Off-Barrierefreiheit 2007« ein. Unser Ziel ist es, eine gemeinsame Initiative zur Erhebung der Barrierefreiheit von öffentlichen Internetangeboten der Bundesverwaltung voranzubringen, betonte Staatssekretärin Silhavy. An der Erhebung beteiligen sich alle Bundesministerien, die Gerichtshöfe öffentlichen Rechts, das Parlament, der Rechnungshof und die Volksanwaltschaft sowie die nachgeordneten Dienststellen des Bundeskanzleramt. Die Erhebung soll bis Ende April abgeschlossen sein und bis Ende Juni soll ein Erhebungsbericht präsentiert werden. (bei bizeps abgeschrieben)

Anfang Februar veranstaltete das W3C im spanischen Gijón ein zweitägiges Symposium zum Thema eGovernment. Man wollte herausfinden, ob und wie die elektronische Abwicklung von Verwaltungsakten und Dienstleistungen der öffentlichen Hand durch Webstandards unterstützt werden oder wo es noch hakt. Die Ergebnisse sind nun auf den Seiten des W3C veröffentlicht worden: »European W3C Symposium on eGovernment - Report«. Ob bei der Veranstaltung auch Politiker anwesend waren, die das Internetz von anderen bedienen lassen, war nicht in Erfahrung zu bringen.

Die »Verordnung zur Zugänglichmachung von Dokumenten für blinde und sehbehinderte Personen im gerichtlichen Verfahren« (ZMV, Dokumentation des Beratungsablaufs) wurde diese Woche im Bundesgesetzblatt verkündet und wird zum 1. Juni 2007 in Kraft treten.

Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer, begrüßte die Verordnung und ermutigte blinde und sehbehinderte Menschen, ihr Recht auf zugängliche Dokument einzufordern: Künftig haben blinde und sehbehinderte Menschen auch gegenüber Gerichten, Staatsanwaltschaften und den Behörden, die für die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten zuständig sind, einen Anspruch darauf, dass ihnen Dokumente in einem Format ihrer Wahl zugänglich gemacht werden - zum Beispiel in Punktschrift, als Tonaufzeichnung oder in Großdruck. Das stärkt sie bei der eigenständigen Wahrnehmung ihrer Rechte, erklärte Evers-Meyer.

Bereits seit 2002 haben blinde und sehbehinderte Menschen Anspruch auf zugängliche Bescheide gegenüber Behörden des Bundes (hierzu gehören zum Beispiel die Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Rentenversicherung Bund). Das ergibt sich aus dem BGG und der »Verordnung über barrierefreie Dokumente« (VBD). In vielen Bundesländern wurden vergleichbare Regelungen für Landes- und Gemeindebehörden geschaffen.
(bei kobinet abgeschrieben)

Das Schwerpunktthema des diesjährigen Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung ist ›E-accessibility‹ – der ungehinderte Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien. In einer Botschaft UN-Generalsekretär Kofi Annan auf die Wichtigkeit des gleichberechtigten Zugangs hin: So sehr wie sich Informations- und Kommunikationstechnologien über die ganze Welt verbreiten und täglich mehr Menschen miteinbeziehen, so sehr bleiben die meisten Websites unzugänglich für Millionen Menschen, die Schwierigkeiten haben, die Maus zu bedienen oder sehbehindert sind und einen Screenreader oder große Schriften brauchen, um eine Seite zu lesen hält Annan in einer Botschaft für den Tag der Menschen mit Behinderungen fest, die von kommunikationskultur.at ins Deutsche übersetzt wurde.

Doch eine Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die in Bälde von der Generalversammlung verabschiedet werden wird, wird diesen Bestrebungen zusätzlichen Antrieb geben, kündigt er an und führt weiter aus: Staaten, die diese Konvention unterstützen, verpflichten sich selbst, Schritte zu unternehmen, dass allgemein öffentliche Informationen Menschen mit Behinderungen – entsprechend den verschiedenen Arten von Behinderungen – in zugänglichen Formaten und Technologien schnellst möglich und ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung gestellt werden. (via BIZEPS)

Veranstaltungen der UNO

Im Rahmen des Internationalen Tags finden im UN-Hauptquartier in New York eine Reihe Veranstaltungen zum Thema ›Barrierefreie Informationstechnologien‹ statt. Die Schwerpunkte liegt dabei auf barrierefreiem Internet und Standardisierung der Technologien. Weitere Berichterstattung und Videos bei:

Der Freistaat Bayern hat zwar seit ziemlich genau drei Jahren ein Gesetz zur Gleichstellung, Integration und Teilhabe von Menschen mit Behinderung, eine der BITV entsprechende Landesverordnung fehlt aber nach wie vor. Das Innenministerium des Landes hat nun einen Entwurf einer BayBITV (PDF) veröffentlicht, der den Verbänden zur Abstimmung vorgelegt wurde.

Erste Reaktionen kann man im Blog von Wolfgang Wiese nachlesen, das Europa-Projektbüro Herzogsägmühle hat ein Diskussionsforum zum Entwurf eingerichtet.

Nachtrag: »BayBITV - nachgedacht«

In den Niederlanden ist im Juni der »Besluit Kwaliteit Rijksoverheidswebsites« in Kraft getreten. In diesem der deutschen BITV vergleichbaren Dokument werden verbindliche Qualitätsstandards für die Webseiten der Regierung festgeschrieben. Wie die BITV basiert auch diese Verordnung auf den Web Content Accessibility Guidelines 1.0 des W3C (WCAG), weicht aber in einem entscheidenden Punkt davon ab: der Priorisierung – es gibt nämlich keine mehr. Da alle Barrieren Hindernisse darstellen, egal wie man sie priorisiert, ist dies eigentlich nur konsequent.

Am 8. März soll im Vereinigten Königreich die lange erwartete Richtlinie PAS 78 des British Standards Institute und der Disability Rights Commission veröffentlicht werden. Mit dem »Guide to good practice in commissioning accessible websites« sollen Entscheidern konkrete Hilfestellungen an die Hand gegeben werden, um sie bei der Auswahl von Dienstleistern für barrierefreie Webangebote zu unterstützen (via Bruce Lawson).

Das scheint auch bitter nötig, denn die britische Regierung hat sich in ihren Webangeboten bisher trotz gesetzlicher Verpflichtung nicht wirklich um die Belange behinderter Menschen gekümmert - so schreibt jedenfalls die BBC: »Government sites ›fail disabled‹«. Zu verstecken braucht sich die britische Regierung allerdings nicht – wie wir in einer Studie aus dem Herbst letzten Jahres lesen konnten sieht es in den anderen EU-Mitgliedsstaaten auch nicht besser aus: »eAccessibility of public sector services in the European Union« (immerhin: Download auch als zugängliches PDF).

Auch in diesem Jahr findet wieder der Kongress »Barrierefreies E-Government« im Darmstädter ZGDV statt, diesmal unter dem Motto »Webseiten effektiv gestalten«. Aus dem Programm:

  • Das Instrument der Zielvereinbarung nach § 5 Bundesgleichstellungsgesetz und der Verbandsklage nach § 13 als Möglichkeit zur Verbesserung von Barrierefreiheit - eine kritische Zwischenbilanz
  • Barrieren im Internet - auch für gehörlose Menschen
  • Barrierefreiheit in der Schweiz - Lassen sich Erfahrungen tatsächlich übertragen?
  • Umsetzung der Barrierefreiheit in kleinen Kommunen
  • Mit gutem Beispiel voran: Erfahrungen aus der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe
  • Relaunch der Website landtag.nrw.de
  • Einsatz von Usability Engineering Methoden bei der Planung und Umsetzung barrierefreier Webangebote
  • Strategien zur nachhaltigen Etablierung barrierefreier Gestaltung von Produkten und Diensten in Unternehmen
  • Anforderungen der Barrierefreiheit als Chance und Herausforderung bei einem Relaunch mit Einführung eines neuen CMS

Donnerstag, 23. März 2006, Zentrum für Graphische Datenverarbeitung, Fraunhoferstr. 5, Darmstadt.

Die eidgenössische Stiftung »Zugang für alle« und die Initiative »Design for All« hatten bei eCH, einem Verein zur Entwicklung und Förderung von E-Government-Standards in der Schweiz, einen Antrag zur Bildung der Fachgruppe ›Accessibility‹ eingereicht. Die nun gebildete Fachgruppe setzt sich aus Vertretern des Bundes, der Kantone, der Gemeinden, von Behinderten-Organisationen und Unternehmen der Informationstechnologie zusammen. Ihr Ziel besteht darin, die Vorgaben des Schweizer Gleichstellungsgesetzes umzusetzen und zu begleiten, die Förderung von barrierefreiem eGovernment in der Schweiz, die Information und Sensibilisierung aller betroffenen Organisationen und der Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Behörden, Organisationen, Betroffenen, Forschung, Lehre und Privatwirtschaft. Das nächste Treffen der Fachgruppe ist am Do., den 260.01.2006 von 14-17 Uhr in Bern.

  • Ab kommenden Donnerstag, den 17. November findet im englischen Birmingham die TechShare 2005-Konferenz des Royal National Institute of the Blind statt. Neben den Präsentationen gibt es auch eine Reihe interessanter Workshops zu verschiedenen Themen der Web Accessibility.
  • Vom 7. bis 9. Dezember findet in der Nähe von Melbourne, Australien die OZeWAI Web Adaptability-Konferenz zum Thema »How can we include everyone?« statt. Auch alles sehr interessant, aber leider ein bißchen weit weg.
  • Eine gute Veranstaltung erkennt man daran, dass möglichst viele Teilnehmer darüber bloggen und damit die gewonnenen Erkenntnisse vermehren. So geschehen bei der d.Construct 2005-Konferenz vom 11. November im englischen Seebad Brighton – den besten Überblick verschafft man sich wie üblich via Technorati.
  • In Wien findet am 17. November ein Tagesseminar zum Thema »Reif fuers E-Government-Gesetz« statt, in dem die österreichischen Vorgaben für barrierefreie Angebote der öffentlichen Verwaltung geregelt sind.

Wer in diesem Jahr alle Veranstaltungen zum Thema ‹Barrierefreies Internet› mitnehmen will kommt ganz schön rum. Letzte Woche gab es derer gleich zwei – zum einen die dritte Auflage des Symposiums »Mehr Wert für @lle« (diesmal in Bitburg, 2006 dann in 'Lautern), und zum anderen der eintägige und sehr angenehm kompakt gestaltete 3. Kongress des Fraunhofer ZGDV in Darmstadt zum Thema »Barrierefreies E-Government – Wirtschaftlichkeit«. Von letzterer Veranstaltung sind bereits ein Teil der Vorträge veröffentlicht worden:

Besonders den Beitrag von Arne Ohlsen möchten wir dem geneigten Leser nahelegen und erklären ihn hiermit zur Pflichtlektüre der Woche. Für Nicht-Volks- und Betriebswirte sicher zunächst einmal harte Kost, aber Ohlsen schafft darin den Nachweis des volkswirtschaftlichen Nutzens der beruflichen Integration behinderter Menschen und auch des finanziellen Nutzens barriererearmer E-Government-Anwendungen. Lesebefehl!

Noch ein kleiner Hinweis an die Veranstalter und solche, die es noch werden wollen: wenn Sie auf Ihrer Veranstaltung ein kostenloses WLAN anbieten (und das sollten Sie wirklich machen), dann sorgen Sie doch bitte dafür, daß dies auch läuft, dass das Anmeldeprozedere möglichst einfach gestaltet wird und dass man keinen 20-stelligen Hexadezimalcode eintippen muss, um drin zu sein. Danke.