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Aktuelles zum Thema Barrierefreies Webdesign.

Das Zentralorgan des Silicon Valley berichtet über Barrieren, denen behinderte Nutzer täglich im Web gegenüberstehen: Surfing in the dark - The web is still full of roadblocks for disabled.

Leider geht auch dieser Artikel wieder nur am Rande auf die wirklichen Probleme ein und reduziert die Barrierefreiheit auf ein technisches Problem, das mit technischen Mitteln behoben werden könnte. Die wesentlich gravierenderen inhaltlichen Hürden, mit denen unerfahrene Nutzer, Migranten und Nicht-Muttersprachler, Menschen mit Lernbehinderung oder Dyslexie oder auch gehörlose Menschen konfrontiert werden, fallen wie üblich unter den Tisch.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Artikel die Direktorin der WAI, Judy Brewer mit den folgenden Worten zitiert: Ob jemand nun taub ist, motorisch oder kognitiv behindert, die Bedürfnisse und Lösungen ergänzen sich. Dem möchte man ein fröhliches So ein Quatsch! entgegenschmettern – verleitet die Aussage doch bei oberflächlicher Betrachtung zum vorschnellen Trugschluss, dass Barrierefreiheit nur etwas mit Alternativtexten für Screenreader zu tun hätte.

Einem Menschen, der seit seiner Kindheit in Gebärdensprache kommuniziert, ist mit diesen Alternativtexten nur bedingt geholfen. Einem ausschließlich motorisch behinderten Menschen ist es herzlich egal, wie sich die Seiten mit einem Screenreader anhören. Einem lernbehinderten Nutzer bleibt die spezielle Semantik bestimmter HTML-Tags wohl verborgen und unerfahrene User scheitern schon an simplen Konzepten, die in den Richtlinien gar nicht bedacht sind.

Barrierefreiheit als One Size fits All führt in die Sackgasse, wenn man nur einen Ausschnitt der Problematik berücksichtigt.