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Aktuelles zum Thema Barrierefreies Webdesign.

Immer häufiger findet man im Netz bei Anmeldeformularen und Logins eine Methode, mit der automatische Anmeldeskripte ausgesperrt werden sollen. Diese Methode ist aber auch für viele Menschen aus Fleisch und Blut eine unüberwindbare Hürde. In der Fachsprache der Entwickler heißt der angewendete Trick »CAPTCHA«, was für Completely Automated Public Turing Test to tell Computers and Humans Apart steht.

Benannt ist die Methode nach dem Mathematiker Alan Turing, der sich schon 1950 Gedanken darüber machte wie man als Mensch unterscheiden kann, ob man sich mit einem anderen Menschen oder einer Maschine unterhält. Dazu wird ein Bild mit einem verzerrten Text erzeugt, den der Nutzer erkennen und in ein dafür vorgesehenes Feld eintippen muß, um z. B. Zugang zu einem Webmailer zu erhalten.

Nach den Richtlinien zur Barrierefreiheit sollte ein solches Bild natürlich einen alternatives Textäquivalent enthalten – was aber den Text auch für automatische Anmeldeskripte offenlegen würde, die von Versendern unerwünschter Werbemails (sog. Spammern) gerne zu solchen Zwecken eingesetzt werden. Aber nicht nur für blinde oder sehbehinderte Menschen entsteht hier durch eine Barriere, auch Menschen mit einer Leseschwäche oder Lernbehinderung scheitern oftmals an dieser Hürde.

Assistive Technologien, wie sie von behinderten Menschen eingesetzt werden sind hier vergleichbar mit den Robotern, die man damit effektiv aussperren möchte. Wenn man aber die CAPTCHA-Metode z. B. für einen Screenreader zugänglich gestalten würde, wäre sie damit wohl auch für automatische Anmeldeskripte überwindbar.

Wie wir im Blog von Kynn Bartlett lesen, gibt es mittlerweile aber auch publizierte Hacks, mit denen diese Tests von Spam-Versendern ganz bequem überwunden werden können. Damit wäre dann auch das Sicherheitsargument hinfällig und übrig bleiben nur noch die Barrieren für eine große Anzahl von Menschen.

Mehr zu dem Thema gibt es bei Matt May von der Web Accessibility Initiative: Escape from CAPTCHA. Einige Vorschläge für einen verbesserten Turing-Test zur Feststellung, ob es sich tatsächlich um einen Menschen handelt, fanden wir im Blog mit dem schönen Namen Aurora Borealis von W. L. Estes: Captcha and Accessibility.