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Aktuelles zum Thema Barrierefreies Webdesign.

23 Jul 2010

Musik gehört jedem und jeder sollte zu ihr Zugang haben. Und ob man es glauben mag oder nicht: Auch gehörlose Menschen können Musik empfinden und genießen. Das Video »Waiting« der Frankfurter Band BREITENBACH, bestehend aus Toby, Robby und PogoTS, will dies beweisen. Es ist das erste Musikvideo, das nicht nur in Deutsche Gebärdensprache übersetzt und mit Untertiteln versehen wurde, sondern das auch gleichzeitig Musik-Untertitel liefert: Beat-Points und Sound-Bars.

Die Band BREITENBACH sowie die gehörlosen Performer Fabian, Anna, Okan und Erik stehen gleichberechtigt nebeneinander und demonstrieren Barrierefreiheit und wie einfach es ist, die oft betonten Barrieren zwischen Gehörlose und Hörende zu durchbrechen.

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Das schreibt die Frankfurter Neue Presse dazu:

»Ein Musikvideo für Gehörlose – wie geht das denn? Das fragten sich alle, denen Max Heidenfelder von seinem Projekt erzählte. […] Denn der Frankfurter Kameramann hat nicht einfach ein Video mit Untertiteln versehen. In dem Film zum Titel ›Waiting‹ der Band Breitenbach zeigen dazu Dolmetscher und die Musiker den Text in Gebärdensprache. Und selbst die Musik wird optisch umgesetzt – mit einem grauen Punkt am Bildrand, der den Takt angibt und Diagrammen, die die Dynamik von Gitarre, Bass und Schlagzeug zeigen. ›Die sind wie Untertitel für die Musik. Das war viel Fummelarbeit, weil es sowas noch nicht gab‹, sagt Max Heidenfelder.«

»Waiting« – barrierefreies Musikvideo von max heidenfelder bei Vimeo.

Gedreht wurde das Video mit einer Canon 7D an 2 Tagen; Idee, Konzept & Postproduktion sind von Max Heidenfelder, der das Video auch zusammen mit Anna-Lilja Häfele produziert hat. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es bei facebook.com/breitenbachwaiting, Infos zur Band BREITENBACH bei www.breitenbach.tv und mehr zu den Machern bei www.maxheidenfelder.de bzw. www.lilien-film.de.

Kommentare zu dieser Meldung: 5

Permalink Gabriel Süss meinte am 23.07.2010:

Musik für Gehörlose, immer wieder ein interessantes Thema! Die Firma D-Pan produziert professionelle Musikvideos mit Gebärdensprache: www.d-pan.com.

Ebenfalls interessant, unser Interaction Design-Abschlussprojekt, das sich damit befasst, wie Musik für Gehörlose auf den Körper übertragen werden kann: www.feelthemusic.ch

Permalink Gerhard meinte am 23.07.2010:

Sauber. Das schafft Barrieren für Ersteller. Es ist kein Beispiel für Barrierefreiheit sondern Vielseitigkeit. Ein gutes Beispiel sind PDF-Dokumente. Ein halbwegs barrierefreies Dokument erfordert bereits ein Informatikstudium.

Permalink Kim Denise Heidebrecht meinte am 25.07.2010:

Es ist 23.26 Uhr und wenn ich mir das Video noch einmal ansehe ist Montag, bevor ich im Bett bin. Ich hab's mir dreimal angesehen - innerhalb der letzten Stunde. Tolle Idee! Super Band! Tolle Choreographie! Eigentlich sollte ich nicht so lange "auf den Beinen bleiben": Ist schlecht für meinen Kreislauf ... Ich hab' mir überlegt, ob ich mir das Video jetzt ein viertes Mal ansehe ...

Permalink BR meinte am 27.07.2010:

Also ich finde das mal klasse...eine ganz tolle Idee obwohl ich glaube das gibt es schon länger. Hörgeschädigte gehendenke ich sowieso nach Vibrationen....das muß man erst mal fühlen können...find ich interessant...aber genauso traurig .... nicht im bösesn Sinne gemeint....schau mir das Video jetzt noch mal an....

Permalink Kim Denise Heidebrecht meinte am 30.07.2010:

Hallo, ich schon wieder ... Ich könnte mir das Video ständig ansehen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich mir "waiting" angesehen habe, ich habe nicht mitgezählt, aber wahrscheinlich so achtmal mindestens. Von mir aus könnten ruhig mehrere Bands/Solokünstler so etwas machen. Servus.