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Aktuelles zum Thema Barrierefreies Webdesign.

06 Mär 2009

Im Webentwickler-Teil von Klein-Bloggersdorf gab es in den letzten Wochen mal wieder ein beherrschendes Thema: alte und neue Browser und wie man damit umgeht. Auslöser dafür war der Markt, der zurzeit erstaunlich in Bewegung gekommen ist. Während die Browser-Landschaft vor einigen Jahren noch relativ stabil schien (IE6 = 80%, die restlichen 20% geteilt durch den Rest), haben nun einige neue Spieler das Feld betreten. Was wiederum den (ehemaligen) Platzhirschen Microsoft veranlasste, den hauseigenen Browser nach jahrelanger Vernachlässigung dann doch noch mal weiter zu entwickeln.

Nicht dass wir uns falsch verstehen: der IE6 war schon ein guter Browser. Damals. Also im August 2001. Das Problem ist nicht der IE6 – das Problem ist, dass es zwischen IE6 und heute keinen anderen IE gab, der mit den neueren Browsern einigermaßen in Sachen Standard-Unterstützung mithalten konnte. Nun würden wir nicht so weit gehen, eine Abwrackprämie für Internet Explorer 6 zu fordern, aber auch hier stellt sich die Frage, wie man mit einem Browser umgeht, der, anders als Netscape 4 selig, einfach nicht verschwinden will.

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Warum verschwindet der nicht?

Das weiss keiner so genau, noch nicht mal der Hersteller. Der seit geraumer Zeit auf dem Markt befindliche Nachfolger wurde von Microsoft sogar als kritisches Sicherheits-Update eingestuft (im Juli 2006!) und selbst der Nachfolger des Nachfolgers steht schon in den Startlöchern. Und trotzdem hat sich der IE7 nicht mit der gewünschten Geschwindigkeit verbreitet. Ein Blick in die Statistiken könnte da für Erhellung sorgen: hier bei EfA liegt der IE6 am Wochenende bei ca. 5-7%; von Montags um 9h bis Freitags um 5h steigt dann der Anteil auf bis zu 12%. Das kann nur den einen Schluss zulassen: Privatnutzer sind, zumindest was die Browser angeht, Upgrade-freudiger als Sysadmins in Firmen-Netzwerken, die oft mit einer veralteten IT-Infrastruktur zu kämpfen haben [Anmerkung].

Der verbliebene IE6-Traffic am Wochenende wiederum kommt von sehr alten, ungepatchten Windows-Versionen. Hier handelt es sich offensichtlich um »ausgeliehene« Software, bei der die Aktualisierungs-Funktion unterbunden wurde um die Zwangs-(De-)Aktivierung zu umgehen. Bei diesen Rechnern braucht man sich keine Hoffnungen auf Updates zu machen – erst wenn diese auf dem Elektroschrott landen und durch Neuere ersetzt werden, kommen diese Nutzer wohl in den Genuss modernerer Browser. (Unschön ist auch, dass der relative Anstieg der Uralt-Rechner am Wochenende scheinbar mit einem massiven Anstieg an Kommentar- und E-Mail-Spam zusammenfällt. Aufgrund der zahlreichen und massiven Sicherheitslücken solcher Systeme scheint es klar, dass diese zumindest zum Teil in ferngesteuerten Botnetzen hängen, über die dieser Werbemüll verteilt wird, sobald der Rechner am Wochenende angeschaltet wird. Alte Browser machen also nicht nur bei der CSS-Entwicklung Kopfschmerzen, sondern produzieren auch an anderer Stelle erhebliche Kosten.)

Zurückzanken?

Nun könnte man angesichts dieser Zahlen auf die Idee kommen, auf seinen Seiten einen mehr oder weniger freundlichen Upgrade-Hinweis anzubringen oder dem IE6 nur noch unformatierte Seiten auszuliefern oder gleich ganz zu ignorieren. Vorschläge dafür gibt es zuhauf im Netz, bis hin zum angekündigten Webmaster-Aufstand gegen alte Internet Explorer, aber es gibt eben auch genügend Beispiele, dass so etwas schlichtweg nicht funktioniert.

Aus Sicht der Barrierefreiheit kommt das Problem dazu, dass viele Menschen mit Behinderungen auf ganz spezielle Hilfsmittel angewiesen sind. Diese sind unter Umständen hochgradig auf die individuelle Behinderung angepasst sind und funktionieren nur mit ganz bestimmten Browser-/Betriebssystem-Konfigurationen. Und solch ein System tauscht man nicht mal so eben aus wie einen Billig-PC vom Kistenschieber.

Die bessere Alternative: vom Gas gehen und langsam ausrollen lassen

Aussperren geht also nicht, das geben die Zahlen einfach noch nicht her. Also was dann?

Der oftmals zu beobachtende Zwang, dass Webseiten in allen Browsern gleich aussehen sollen heisst letztendlich, dass sie dann eben so aussehen wie im IE6, wenn dieser als kleinster gemeinsamer Nenner nach wie vor Teil der Gleichung ist – das kann es ja wohl nicht sein. Ingo Chao bringt das schön auf den Punkt:

»The current paradigm: A page has to look equal in all browsers, that is, like in IE6.«

Jens Grochtdreis von den Webkrauts meint dazu:

»Wir müssen uns von der irrigen Annahme verabschieden, wir könnten Pixelperfektion in allen Browsern garantieren. Wir müssen uns von der Annahme verabschieden, Pixelperfektion sei ein sinnvoller Wert. Vor allem Kunden und Grafiker müssen in meinen Augen lernen, daß Pixelperfektion nur im Bildbearbeitungsprogramm sinnvoll ist, aber nicht in unterschiedlichen Browsern

Fazit: die Versorgung des IE6 mit einem halbwegs funktionierenden Layout ist schon schwierig genug (bei all den Bugs mit dem Box Model, Alpha-Kanal-PNGs, kein min-width und kein max-width, zerstörte Layouts durch kursive Buchstaben, verschwindende oder sich wie von Zauberhand verdoppelnde Abstände, etc. pp. – um nur einige zu nennen). Da kann man als Nutzer eines solchen Browsers nicht erwarten, eine identische Darstellung geliefert zu bekommen wie Nutzer moderner Versionen von Firefox, Safari, Opera und, ja, Internet Explorer 8.

Also kann man es durchaus rechtfertigen, eine Grenze zu ziehen, ab der sich der Aufwand nicht mehr lohnt. Jeremy Keith stellt dazu bei 24 ways eine interessante Beispielrechnung auf, die allerdings (wie er auch selber bemerkt) einen entscheidenden Fehler hat: man weiss leider erst dann, wieviel Aufwand das Debugging im IE6 verursacht, wenn man mit dem Debugging fertig ist. Und das kann sich für kleine und nicht ganz so kleine Darstellungsfehler schonmal gerne von Stunden auf Tage ausdehnen.

Die Lösung ist also, einzusehen dass der IE6 ein leicht anderes Erscheinungsbild bekommt, und zwar an genau den Stellen wo er mit modernen Techniken überfordert ist. Richtig eingesetzt wird dies dem IE6-Nutzer garnicht auffallen, ausser er wechselt zwischen verschiedenen Browsern hin und her (aber dann ist er ja kein echter IE6-User mehr im Sinne dieses Gedankenspiels, sondern wahrscheinlich ein Kollege Web-Entwickler, der nur mal was testen will).

Die eine Möglichkeit, dass der IE6 mit einem Conditional Comment in Quarantäne geschickt wird, hat sich mittlerweile durchgesetzt. Wendet man die Prinzipien der ›graceful degradation‹ jedoch konsequent weiter an, so ergeben sich neue Möglichkeiten. Zur Verdeutlichung ein einfaches praktisches Beispiel:

Auf den Seiten zum diesjährigen Biene-Wettbewerb gibt es ganz unten einen Abbinder, in dem weiterführende Links aufgelistet sind. Da die vertikale Auflistung der 14 Links zu lang geworden wäre hatten wir zunächst die Liste in drei einzelne Listen aufgeteilt, diese dann in verschachtelte div gesteckt und per CSS nebeneinander aufgereiht. Das Resultat war ein fürchterlich aufgeblähter Code, der zwar in allen Browsern in etwa gleich aussah, aber kaum mehr Flexibilität z.B. bei unterschiedlichen Fenster- oder Schriftgrößen bot. Zumal sich sowas im Screenreader merkwürdig anhört, wenn diese Liste von Links nur um der Optik willen als 3 Listen mit n Einträgen vorgelesen wird.

Seit neuestem stehen diese Links wieder gemeinsam in einer Liste:

  1. <div id="related" role="complementary">
  2. <h2>Mehr zum Wettbewerb:</h2>
  3. <ul class="linkliste">
  4. <li><a href="/biene-2008/gewinner/">Die Gewinner</a></li>
  5. <li><a href="/biene-2008/gewinner/fotos/">Fotos der Ausgezeichneten</a></li>
  6. […]
  7. </ul>
  8. </div>

Der eigentliche Trick steht im CSS:

  1. .award #related ul {
  2. column-count: 3;
  3. column-width: 32%;
  4. column-gap: 10px;
  5. column-rule: solid #ddd 1px;
  6. -webkit-column-count: 3;
  7. -webkit-column-width: 32%;
  8. -webkit-column-gap: 10px;
  9. -webkit-column-rule: solid #ddd 1px;
  10. -moz-column-count: 3;
  11. -moz-column-width: 32%;
  12. -moz-column-gap: 10px;
  13. -moz-column-rule: solid #ddd 1px;
  14. }

Durch das nun auch schon nicht mehr so ganz taufrische CSS3-Modul Multi-column layout wird die Liste in drei Spalten aufgeteilt (column-count: 3;); wie viele Einträge in die jeweiligen Spalten rutschen wird nun nicht mehr im Markup bestimmt, sondern da wo sowas hingehört: auf der Präsentationsebene. Zusätzlich wird den Spalten noch eine Breite zugewiesen, der Spaltenabstand festgelegt und zur besseren optischen Trennung noch eine dünne Linie dazwischen gelegt. Da CSS3 bekanntlich noch nicht fertig spezifiziert ist, muss man wie üblich noch ein paar Browser-spezifische Regeln nachschieben, aber das tut dem ganzen keinen Abbruch.

Hier sind wir dann beim Punkt graceful degradation für den IE6 angelangt: da dieser älter ist als CSS3 kann er nichts damit anfangen und stellt die Liste einspaltig dar. Was nicht weiter schlimm ist, denn der Inhalt ist nach wie vor nicht nur nutzbar, sondern auch ansprechend formatiert – nur eben nicht mehrspaltig. Dafür kommen modernere Browser in den Genuss einer höheren Flexibilität, die man zum Beispiel bei der Darstellung mit vergrößerter Schrift sehen kann: passt ein Link nicht mehr in eine Spalte rein, dann wandert er einfach komplett in die nächste Spalte. Mit der ursprünglichen Lösung aus separaten Listen in divs wäre dies nicht gegangen.

Sie glauben ja gar nicht wie befreiend das sein kann, wenn man sich von diesem Zwang verabschiedet hat, dass Webseiten in allen Browsern gleich aussehen müssen. Zum Abschluss noch eine Liste von Links, bei denen ebenfalls pro & contra IE6 diskutiert wurde:

Pro IE6:

Irgendwo dazwischen:

Contra IE6:

Anmerkung zur Statistik

Wir sind uns natürlich der Tatsache bewusst, dass auf eine solche Statistik nie 100%-ig Verlaß ist. Moderne Browser handhaben ihren Cache anders als ältere Modelle, was die absoluten Zahlen zu Gunsten der älteren Browser verschiebt. Zudem produziert der IE alleine schon deswegen mehr Anfragen am Server, weil er als einziger per Conditional Comment ein zusätzliches Style Sheet zugewiesen bekommt, in dem darüber hinaus noch eine ganze Reihe Bilder aufgerufen sind, die im ›richtigen‹ Style Sheet direkt eingebettet sind (mehr dazu hier). Dazu kommt noch das alte Problem, dass sich viele Tools (z.B. Linkscanner) oder andere Browser als IE tarnen, indem dessen user agent string benutzt wird.

Kommentare zu dieser Meldung: 21

Permalink Markus Ladstätter meinte am 06.03.2009:

Guter Artikel! Bei sind es leider immer noch zwischen 20 und 35% unserer User, die IE6 verwenden.

Permalink Rainer meinte am 06.03.2009:

Zitat: "... für den IE6 angelangt: da dieser älter ist als CSS3 kann er nichts damit anfangen und stellt die Liste einspaltig dar"

Egal ob der IE7 älter ist als CSS3 oder nicht, auch er stellt die Liste einspaltig dar. Aber er gilt ja in der Gemeinde auch nicht als moderner Browser ;-) Immerhin ist in diesem Fall eine umfassende Zugänglichkeit gewahrt, der Rest ist optischer Schnickschnack (nicht negativ gemeint).

Permalink Marco Zehe meinte am 06.03.2009:

Guter Artikel! Für Benutzer von Bildschirmleseprogrammen sind Umstiege auf moderne Browser wie den Firefox ja teilweise auch mit horrenden Updatekosten für das Hilfsmittel verbunden, es sei denn man macht den Sprung zu Open-Source-Lösungen wie dem NVDA. Da dies aber nicht jedermanns Sache ist, nicht ins Budget passt o. ä., ist wahrscheinlich der IE 6 noch länger unter manchen dieser Nutzergruppe verbreitet. :-(

Permalink molily meinte am 06.03.2009:

Vielleicht habe ich einen falschen Eindruck, aber zumindest in der bloggenden Webworker-Community ist es mittlerweile Common Sense, dass man nicht versucht, im IE 6 Pixelgenauigkeit, Schönheit und, koste es was wolle, Effekt- und Layout-Raffinessen zu erreichen. Ich weiß nicht, wie ihr das handhabt, aber unsere Auftraggeber akzeptieren unsere Bedingung, dass wir den IE 6 ohne Extrakosten nur hinsichtlich Funktionalität, nicht auf Pixelgenauigkeit bedienen (IE-6-Intranetanwendungen ausgenommen). Daher verstehe ich nicht ganz, warum die neuesten Äußerungen immer wieder darum drehen.

Der Rechnung zufolge müsste alles okay sein - ist es aber nicht. Das Problem ist aus meiner Sicht nicht die Pixelgenauigkeit, sondern das, was du so schön beschreibst: »die Versorgung des IE6 mit einem halbwegs funktionierenden Layout ist schon schwierig genug«. Oder, wie Ingo es ausdrückt: »we will make strong efforts that a page does work in IE6 with a rich user experience« - einfacher gesagt, als getan.

Deshalb verstehe ich nicht, wie man bei der Forderung stehen bleiben kann, auf Pixelperfektion und identische Darstellung zu verzichten. Ja, alles gut und richtig, <a href="http://aktuell.de.selfhtml.org/weblog/browser-kompatibilitaet">meine Rede</a>, aber ist dadurch wirklich so viel gewonnen? Das haben meiner Wahrnehmung nach schon sehr viele getan, das hat die Arbeit der Webworker sicherlich erleichtert. Aber eine Geißel der Menschheit ist der IE 6 dadurch immer noch - gerade beim ganz fundamentalen CSS-Layout, nicht in vernachlässigbaren Pixel-Feinheiten.

Die Losung »einfache Layouts für ältere Browser, bessere für neuere« klingt gut, aber vereinfacht die Webentwicklung nicht unbedingt. Fälle wie der, wo es reine Frage der Ästhetik oder des Bedienkomforts ist, ob Mehrspaltigkeit oder nicht, gibt's in den Layouts, die mir vorgesetzt werden, eher wenig.

Permalink Technikpedia meinte am 06.03.2009:

Also ich muss sagen, der IE6 ist schon sehr zurückgegangen. Obwohl ich noch andere Webseiten habe, die eher auf ältere Besucher abzielen, kommen nur noch ca. 6 oder 7 Personen von 20 mit dem IE6 daher. Die anderen User benutzen vermehrt den Firefox oder IE7.

Ich würde auch sagen, wenn sich mal paar bekannte Seiten wie Ebay oder Google finden lassen, die dem IE6 den Zugang verweigern, würde das einen enormen medienwirksamen Einfluss haben. Wenn dann noch ein paar andere Webseiten nachziehen, könnte man den IE6 sogar "besiegen" :D

Permalink Patrick meinte am 07.03.2009:

Was ich erschreckend finde: Ein Fünftel aller Laptops* sind mittlerweile Netbooks – und ein guter Teil davon wird mit Windows XP ausgeliefert. Wir haben zwei von den Dingern zu Hause rumstehen und auf beiden war ursprünglich einzig IE 6 installiert. Solange Microsoft also denkt, es sei eine gute Idee, den 6er als Standardbrowser in Windows XP zu packen, werden wir noch einige Zeit „Freude“ mit ihm haben.

*oder waren es sogar alle Computer? Ich weiß nicht mehr, wo ich die Statistik ausgegraben hab und find sie auch nicht mehr wieder, aber selbst wenn ich mich an die falschen Zahlen und die falsche Messgröße erinnern sollte, lässt sich ja ein grundsätzlicher Trend hin zu Netbooks ausmachen.

Permalink Siegfried meinte am 07.03.2009:

Ja, ich denke, die Pixelperfektion ist das Grundübel hierbei. Zwar rumort es schon länger durch die Blogs und die Webworker Scene, dass Pixelperfektion eigentlich nicht Sinn des Webs ist, aber die Konsequenzen daraus sind noch immer kaum zu finden.

Nur als Beispiel: Ich habe eine lästige Sehschwäche. Auf dem einen Auge nur noch etwa 20% Sehkraft. Was tut man, wenn man schlecht sieht und im Internet unterwegs sein will? Man schafft sich einen großen Monitor an. Und man stellt die Schriften auf dem großen Monitor schön groß, so, daß man sie lesen kann. Heutzutage sind Widescreen-LCD Bildschirme erschwinglich geworden. Also habe ich einen 22 Zoll LCD mit 1680x1050 Pixeln und eine Schriftgröße von 22px. Damit komme ich klar.

Aber nun kommt die Pixelperfektion. Es geht natürlich nicht an, dass ich sorgfältig designte Webseiten nicht mit einer Schiftgröße von 10px (oder den leidigen 62.5%) lesen kann. Pixelperfektion heisst, der Designer hat entschieden, dass die Schrift 10px klein sein soll (Typographie lässt grüßen). Ohne Werkzeuge und Nachbesserung meinerseits für mich unzugänglich. Und diese Pixelperfektion finde ich auch bei Design-Gurus, die über semantisches Markup und Zugänglichkeit schreiben.

Dabei führt die Pixelperfektion sich aber selber ad absurdum. Viele, sehr viele Seiten sind erstellt für Monitore im 4:3 Format. Ein Widescreen hat aber nun mal ein anderes Format. Viele Seiten (gerade Blogs) sind so designt, dass in der Mitte ein Inhaltsblock ist, und links und rechts ein kleiner Rand. Jedenfalls auf einem 4:3 Monitor. Auf meinem Widescreen nimmt dieser Rand etwa 50% der Bildschirmfläche ein. Der Versuch, hier Pixelperfektion herzustellen, resultiert hier also im Gegenteil.

Viele andere solche Pixelperfektion-Sünden gibt es, wie z.B. das Festlegen der Zeilenhöhe in Pixel, was dazu führt, dass bei größerem Text die Zeilen sich überlappen. Oder das Festzurren von textareas in Pixeln, was dazu führt, dass ich einen Teil des Textes blind eingeben muss. Oder das Hinterlegen von Menues und/oder Buttons mit zum Teil aufwendigen Graphiken. Bei einer Textvergrößerung zerreisst das das Layout manchmal derartig, dass die Seite unbenutzbar wird. Und wenn ich die Seite als Ganzes vergrößere, bekomme ich oft genug einen horizontalen Scrollbalken. Wie auch immer, ich muss ständig als Nutzer solcher Seiten diese nachbessern, um sie für mich nutzbar zu machen. Glücklicherweise geht das, und die Werkzeuge sind einigermaßen ausgereift, aber es ist lästig. Das Problem daran ist in der Tat die Vorstellung, eine wie auch immer geartete oder erreichte Pixelperfektion herzustellen. Selbst in einem modernen standardkonformen Browser wie dem Firefox 3.1 hat Pixelperfektion schon im Ansatz Nichts zu suchen. Und selbst in einem Intranet hat Pixelperfektion Nichts zu suchen. Nicht einmal dann, wenn alle Mitarbeiter den gleichen Monitortyp haben. Pixelperfektion ist an der Idee des Web vorbei. Weniger _Schein_, mehr _Sein_, und das Web wäre leichter nutzbar, egal, ob IE6, IE7, IE8 oder sonst ein Browser.

Permalink Siegfried meinte am 07.03.2009:

Gerade gefunden: http://www.highresolution.info/weblog/entry/statistik_der_display-aufloesungen_januar_2009/

Permalink Gerhard meinte am 08.03.2009:

Bei den von mir betreuten Websites liegt der IE 6 mit rund 42 Prozent ganz klar in Führung. Der IE 7 erreicht knappe 17 Prozent. Selbst der leicht angestaubte IE 5 ist noch mit rund fünf Prozent vertreten. Ob es uns Webautoren gefällt oder nicht: Der IE 6 ist der Marktführer. Und wird es auch noch viele Jahre bleiben.

Permalink Naddi meinte am 09.03.2009:

Ich habe bis vor kurzem auch noch den alten Internet Explorer verwendet - bis mein Freund mir den Firefox installiert hat. Wusste gar nicht dass es den auch gibt, finde ihn aber jetzt viel besser!

Permalink Rainer meinte am 09.03.2009:

Ich glaube, Naddi bringt's auf den Punkt, was den Durchschnittsnutzer angeht. Dem ist's egal, was für einen Browser er hat.
Also muss der Webworker für sich (und die gewünschten Benutzer) entscheiden, ob er sich die Mühe macht, für alle Browser pixelgenau zu arbeiten, oder etwas produziert, was zumindest überall brauchbare Präsentationen liefert.

Permalink Siegfried meinte am 10.03.2009:

@Rainer: Amen!

Permalink [SEO-Spam gelöscht] meinte am 18.03.2009:

In meinen Statistiken fürht inzwischen der Firefox, aber nur knapp und das war auch lange Zeit nicht der Fall. Zuviele normale User benutzen eben immer noch den IE, und auf dem normalen Hausfrauenrechner spielen Performance oder Sicherheit mangels besseren Wissens eher eine untergeordnete Rolle.

Permalink [SEO-Spam gelöscht] meinte am 20.03.2009:

generell sollte man seine Seite zumindest für die großen und häufig benutzten Seiten grafisch ansehnlich bzw. kompatible gestallten. Wem das zu bunt ist kann sich ja auch Browser beschränken, die der grüßte Teil der Besucher benutzt. Dazu empfield es sich über eine Zeit hinweg Statisktiken zu sammeln um die Brosweranteile auszumachen.

Permalink Wolfgang meinte am 20.03.2009:

Wenn der Internet Explorer nicht Bestandteil des Betriebssystems wäre hätte es Firefox meines Erachtens viel schwieriger gehabt sich neben dem IE zu etablieren. Seit einigen Jahren nutze ich auch Firefox und bin meistens damit zufrieden.

Permalink Tom meinte am 03.04.2009:

Stimmt, der Firefox hat sich wirklich gut etabliert neben dem IE, die anderen Browser fristen da ja nur ein Leben am Rande....

Permalink Sebastian meinte am 16.04.2009:

Bis vor einem Jahr hab ich den IE benutzt. Dann bin ich auf Firefox umgestiegen.
Wer sich die Zeit nimmt und sich mal in der riesigen Auswahl an Add-ons umschaut,
wird von den Möglichkeiten des Firefox begeistert sein.
Sind einige tolle und nützliche Erweiterungen dabei.
IE war gestern.

Permalink [Edit: netter Versuch, SEO-Spam wird trotzdem gelöscht] meinte am 17.04.2009:

Als Webmaster liebe ich Firefox und hasse IE 6 über alles. Glücklicherweise sind innerhalb der IE Zahlen bei uns die Prozente so verteilt: ~74% IE 7, ~23% IE 6 und ~3% IE8. Die Nutzer mit dem IE 6 haben allerdings definitiv nicht viel Freude an der Seitendarstellung.

Permalink Thomas Germscheid meinte am 23.01.2010:

Auch in bin ein Umsteiger von IE auf Firefox, muss mir allerdings meine entwicktelten Projekte immer mit allen möglichen Browsern anschauen, da die Darstellungen von Browser zu Browser sehr unterschiedlich sind. Insbesondere Experimentiere ich mit Flash - php - mysql Kombinationen und da passieren beim IE schon mal die unheimlichsten Dinge.

Permalink Trierer meinte am 31.01.2010:

Es geht nichts über den Firefox mit seinen vielen Addons, das kann (und will) Microsoft nicht bieten. Da sind mir die Firefox-Plugins wirklich lieber, und warum sollte jemand der mit dem FF gut klar kommt plötzlich wechseln? Ich denke der Zug für Microsoft ist weg, da wird sich auch nichts mehr ändern.

Permalink Syliva meinte am 14.03.2012:

Ich nutze auch immer noch den Internet Explorer und bin im großen und ganzen eigentlich zufrieden, aber der Artikel hat mich neugierig gemacht und ich will es mal mit Firefox probieren. Da ihr ja alle davon recht angetan seid, bin ich sehr gespannt, wie ich damit klar komme.