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Aktuelles zum Thema Barrierefreies Webdesign.

Web-Standards werden entwickelt, um Usern und ihrer Zugangssoftware die Nutzung von Internetangeboten zu ermöglichen, und um Web-Entwicklern eine möglichst unkomplizierte Erstellung von Web-Inhalten zu garantieren. Dabei ist es unerlässlich, dass sich alle Beteiligten auf einen gemeinsamen Standard verlassen können, nach dem das Netz »funktioniert« und auf dessen Basis Inhalte erstellt, verarbeitet, dargestellt und bewertet werden.

Die internationale Harmonisierung von Standards zum Barrierefreien Webdesign ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Ziel eines zugänglichen Netzes für Menschen mit Behinderungen. Gemeinsame Standards ermöglichen die kostengünstigere Entwicklung von Hilfsmitteln, die verlässlicher Webinhalte verarbeiten können, da sich diese ebenfalls an den anerkannten Standards orientieren. Dieser egalisierte Markt bedeutet auch für die Hersteller von Autoren-, Prüf- und Reparaturwerkzeugen eine vereinfachte Implementierung der Standards in ihre Produkte, ohne dass sie auf regionale Besonderheiten und abweichende Verordnungen achten müssen.

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Das World Wide Web Consortium (W3C) bietet hierzu seit einiger Zeit die Möglichkeit, lokalisierte Fassungen von Standards und begleitenden Materialien als autorisierte Übersetzungen zu erstellen, die z.B. in Ausschreibungen und Pflichtenheften, aber auch von Verordnungen zu Grunde gelegt werden können. Das W3C verabschiedet zwar keine Normen im Sinne der DIN oder ISO, das Konsortium ist aber die führende Institution zur Erarbeitung von Web-Standards, und durch die breite Unterstützung durch die Industrie und das Konsens-Prinzip werden aus den Empfehlungen de-fakto-Standards. Bereits während der Entwicklung wird darauf geachtet, dass die verschiedenen Standards zueinander kompatibel sind und sich, wie z.B. im Falle von HTML und den WCAG, ergänzen bzw. präzisieren.

Web-Entwickler müssen jetzt schon ein breites Spektrum von Techniken beherrschen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Die Harmonisierung von Standards zur Barrierefreiheit ermöglicht es ihnen, sich einmalig die Fähigkeiten zur Erstellung barrierefreier Web-Inhalte anzueignen, und diese dann effizient in allen Projekten einzusetzen. Unterschiedliche Standards würden dazu führen, dass Prüfverfahren zur Bewertung barrierefreier Web-Inhalte unnötig kompliziert würden und die Ergebnisse nicht mehr vergleichbar wären. Nicht 100%ig zueinander kompatible Standards würden ebenso dazu führen, dass international aufgestellte kommerzielle Anbieter wertvolle Ressourcen in die Erstellung unterschiedlicher Inhalte investieren müssten, statt sich auf die international anerkannte Basis verlassen zu können. Auch für die Hersteller von Autorenwerkzeugen und Redaktionssystemen ergibt sich aus der Harmonisierung der Standards ein gewichtigerer Business Case, um Accessibility-Features in ihre Produkte einzubauen.

Standards sind notwendig – denn letztendlich spielt es keine Rolle, in welchem Sektor der Wirtschaft oder auf welcher Ebene der Verwaltung eine Barriere in der Web-Nutzung auftritt.