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Aktuelles zum Thema Barrierefreies Webdesign.

23 Jan 2009

So viele Seiten wie noch nie qualifizieren sich für die Endrunde des Wettbewerb für ein Barrierefreies Internet / Feierliche Preisverleihung am 30. Januar im Jüdischen Museum Berlin

Das Warten hat sich gelohnt. Nach der verlängerten Testphase hat der Fachliche Beirat der BIENE 34 Webseiten für das Finale des Wettbewerbs für ein Barrierefreies Internet nominiert. Das ist neuer Rekord für die Endrunde des Wettbewerbs, den die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen bereits zum fünften Mal ausgeschrieben haben. Welche Beiträge tatsächlich eine der begehrten BIENEN bekommen, entscheidet eine prominente Jury am 29. Januar. Die Preisträger werden dann im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung am 30. Januar im Jüdischen Museum Berlin ausgezeichnet.

»Die hohe Anzahl der Finalisten ist nicht nur ein quantitativer Erfolg«, erklärt Iris Cornelssen, Projektleiterin BIENE der Aktion Mensch. »Die höhere Qualität der Einreichungen wird daran deutlich, dass sich viel mehr komplexe Angebote für das Finale qualifizieren konnten. Diese kommen darüber hinaus immer mehr aus Bereichen, in denen Barrierefreiheit bislang keine herausragende Rolle gespielt hat oder keine gesetzliche Verpflichtung bestand. Die BIENE zieht also sehr erfolgreich ihre Kreise.«

Um mit der rasanten technischen Entwicklung des Internets Schritt halten zu können, hatte die BIENE im vergangenen Jahr das Prüfverfahren des Wettbewerbs komplett überarbeitet und mit der ›Einfach für Alle‹-Studie erstmals die Nutzung des Internets und von Web 2.0-Angeboten durch Menschen mit Behinderung untersucht. »Barrierefreie Seiten sind spannend und attraktiv für die Nutzer, das beweisen die diesjährigen Finalteilnehmer erneut«, hebt Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen hervor. »Wir freuen uns, dass viele der Nominierten die Nutzerinnen und Nutzer aktiv mit einbeziehen und damit auf das in der Studie geäußerte Interesse von Menschen mit Behinderung an Interaktion und Beteiligung eingehen.«

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Im Finale der BIENE 2008 stehen:

In der Kategorie »Einfache Informations- und Kommunikationsangebote«:

In der Kategorie »Komplexe Informations- und Kommunikationsangebote«:

In der Kategorie »Einfache Recherche- und Serviceangebote«:

In der Kategorie »Komplexe Recherche- und Serviceangebote«:

In der Kategorie »Einfache Einkaufs- und Transaktionsangebote«:

In der Kategorie »Komplexe Einkaufs- und Transaktionsangebote«:

In der Kategorie »Komplexe Gemeinschafts- und Interaktionsangebote«:

Für einen Sonderpreis nominiert ist:

Kommentare zu dieser Meldung: 21

Permalink Rainer Schlegel meinte am 23.01.2009:

Schön, dass so viele Angebote nominiert wurden, Gratulation den Teilnehmern.

Beim Finale wird sich hoffentlich noch Spreu vom Weizen trennen, denn ich wundere mich, dass beim Test offensichtlich wenig Wert auf die Tastaturbedienbarkeit gelegt wurde. Stichwort: sichtbarer Fokus.

Aber es gibt hier glücklicherweise auch gut gestaltete Angebote, die dieses Thema kreativ umgesetzt haben. Bin gespannt auf den Abend in Berlin und die Sieger *daumendrück*

Permalink Nina Gerling meinte am 24.01.2009:

Herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten :-)
Es gibt auch dieses Jahr wieder einige sehr interessante Projekte (von denen man viel lernen kann) und - was mich persönlich sehr freut - offensichtlich guten Nachwuchs.

Permalink Der Caspers meinte am 24.01.2009:

Rainer Schlegel meinte am 23.01.2009:
> Beim Finale wird sich hoffentlich noch Spreu vom Weizen trennen,
> denn ich wundere mich, dass beim Test offensichtlich wenig Wert
> auf die Tastaturbedienbarkeit gelegt wurde.

Ich persönlich gehöre ja eher zu den Leuten, die sich über die enormen Fortschritte freuen, die es seit Bestehen der BIENE in der Qualität der Einreichungen und der Ausgezeichneten gegeben hat. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob das Glas halb voll oder halb leer ist …

Permalink Heribert Wettels meinte am 24.01.2009:

Auch wenn man es als Teilnehmer des Wettberwerbs leider nicht auf die Shortlist geschafft hat, ist das Glas ist natürlich halb voll! Sich durch die Prüfkriterien hangelnd hat man vieles gelernt, so manches verstanden und einiges an der eigenen Website verbessert.

Durch die lange Laufzeit des Wettberwebs - das soll keine Kritik sein - sind wahrscheinlich einige jüngere Verbesserungen im Laufe des Jahres vielleicht nicht mehr in die Bewertung eingeflossen. Aber 2009 komtm ja vielleicht eine neue Ausschreibung des Preises.

Für die nicht erfolgreichen Teilnehmer wäre eine Überlassung der Prüfprotokolle als Checkliste zum Abarbeiten für weitere Verbesserungen eine wertvolle Hilfe.

Permalink Carsten meinte am 25.01.2009:

Vor dem Hintergrund der Web 2.0 Studie und der Aussage, viele der Nominierten bezögen die Nutzerinnen und Nutzer aktiv mit ein und gingen damit auf das in der Studie geäußerte Interesse von Menschen mit Behinderung an Interaktion und Beteiligung, frage ich mich, bei welchen Angeboten das denn wirklich richtungsweisend umgesetzt ist.
Ich hatte mir erhofft, mehr Anregungen erhalten zu können - gerade im Bereich der BITV-verpflichteten Behörden. Da E-Partizipation eine solch geringe Rolle bei der Verleihung in Berlin spielen wird, sagt wahrscheinlich einiges über die Qualität der Angebote aus, die es nicht nach Berlin geschafft haben. Schade, denn das macht die Argumentation hier vor Ort noch schwieriger, in Richting barrierefreie Bürgerbeteiligung zu gehen. Bei all dem Vorlauf und der Anpassung der Kritierien fehlt mir ein klares Signal (oder es fehlen die Angebote).

Permalink Rainer Schlegel meinte am 25.01.2009:

@Tomas Caspers: Ich nehme an, der Wettbewerb hat verbindliche Kriterien (Prüfschritt 19.3). Also werde ich mich mal wundern dürfen ...
Und wie ich sehe, wurde hier und da auch ganz schnell nachgeladen. Das hat Klasse, so haben alle gleiche Bedingungen beim Finale und den Tastaturnutzern ist auch geholfen.
Nun haben wir ein richtig volles Glas zum Finale :o)

Permalink Rolf Moritz meinte am 26.01.2009:

ich bin froh, dass es jetzt Portale gibt, die intelligente Antworten auf meine Suchanfrage geben. Das bietet mir das Verwaltungsportal der Bayern zusammen mit deren Suchportal, bei dem die Antworten nach Lebenslagen geordnet sind. Und ich nicht wie bei Google durch eine Menge Werbung und uninteressante Treffer erschlagen werde.

Permalink Pia meinte am 26.01.2009:

@Rainer Schlegel: Vielleicht sollte man denjenigen, die knapp an einer Nominierung vorbeigeschrammt sind, auch erlauben, nachträglich eine paar Prüfkriterien zu erfüllen. Ob es nun die Tastaturbedienbarkeit oder die sinnvolle Bezeichnung von Links ("mehr" - Links wieder erwünscht?) oder die Auszeichnung von Abkürzungen oder valider Code oder.... ;-).

Permalink John meinte am 26.01.2009:

Es ist doch nur von Vorteil, wenn auch nominierte oder auch prämierte Seiten sich nicht darauf ausruhen, sondern noch Verbesserungen vornehmen, wo es sinnvoll ist. Für die Nominierung und eventl. den Gewinn spielt meines Wissens nicht der aktuelle Stand, sondern der Stand bei der Prüfung eine Rolle.

Permalink Ansgar Hein meinte am 26.01.2009:

Am Ende sollte man meinen, dass man barrierefreie Webseiten nicht für die BIENE baut, sondern für die Benutzer. Vielleicht gibt es ja mal die BIENE für beste Nachhaltigkeit. Einen solchen Positiv-Fall haben wir ja dieses Jahr in der Nominierungsliste: Gemeinde Schönefeld. Gratulation an Nina Gerling und die Verantwortlichen der Gemeinde - jetzt schon, am Freitag hoffentlich um so mehr.

Permalink Nina Gerling meinte am 27.01.2009:

@Ansgar: Danke für das Lob. Ich freue mich auch sehr darüber, dass der Bürgermeister der Gemeinde schon seit so vielen Jahren (und durchaus gegen politischen Gegenwind) die Barrierefreiheit ernst nimmt und unterstützt.

Permalink Lothar Seifert meinte am 28.01.2009:

Ich finde es nur sehr schade, dass Barrierefreiheit nicht im größeren Umfang angewendet wird. Wie viele schreiben Webseiten, die gar nicht in Browsern angezeigt werden könnten, wäre da nicht eine enorm hohe Fehlerschwelle. Deshalb ist diese Initiative enorm hoch zu bewerten. Freilich bieten nun langsam auch die Browser selbst einige Funktionen, die das Sufen erleichtern. Ob nun das Vergrößern der Webseite oder eine Abschaltfunktion für Werbung mittels add-ons, die Browserhersteller sind auf einem richtigen Weg. Und zum Schluss noch ein wichtiges Kriterium, auch Suchmaschienen mögen barrierefrei Webseiten über alles.

Permalink [Handgemachter Spam wird nicht toleriert - d. Red.] meinte am 28.01.2009:

Erstmal Gratulation zu allen Nominierten.
Hoffen wir aufs Beste!
Aber ich denke auch, dass es ziemlich tragisch ist, wenn die Barrierefreiheit nicht noch mehr angewendet wird. Ich denke, die hohe Fehlerquote beruht darauf, dass evt. die Technik noch nicht ganz ausgereift ist.

Aber ich bin zuversichtlich, dass sich im Finale wirklich nur die Besten aufeinandertreffen.

Permalink Roland meinte am 28.01.2009:

Interessante Betrachtung, die Auswahl der Shortlist,

Wirkt nicht besonders fein, die Auswahl. Man stößt bei vielen Seiten schon an Probleme mit dem Grunddenken. Navigationspunkte in weiß auf gelbem Hintergrund (darmkrebs.at), winzige Texte in denen eine Schriftvergrößerung angeboten wird sind so etwa wie Suchmaschinen, die nicht auffindbar sind (hauptbahnhof-wien.at). Auch "Kontrast"-Links, die auf eine weiße leere Seite führen, sind nicht derartig innovativ, dass man sie auszeichnen müsste (linz.at). Buttons, die Textinformation transportieren als Grafiken zu speichern (nur, damit eine bestimmte Schriftart erscheint), ist nicht die feine englische Art in Sachen Barrierefreiheit (webflohmarkt.wien.at).

Und das waren jetzt mal im Grobumriss die österreichischen Beiträge... kann man irgendwo erfahren, welche Kriterien ausschlaggebend waren? Ansonsten ist das nämlich jetzt eine nicht sehr radikal glücklich machende Auswahl der BIENE-Jury.

Permalink K.Pazunder meinte am 28.01.2009:

> Suchmaschinen, die nicht auffindbar sind (hauptbahnhof-wien.at)

Was ist an "oben rechts auf der Seite" nicht auffindbar?

> Auch "Kontrast"-Links, die auf eine weiße leere Seite führen, sind
> nicht derartig innovativ, dass man sie auszeichnen müsste (linz.at).

In welchem Browser? Bei mir führt der Kontrast-Link auf eine Seite mit invertierter und größtenteils linearisierter Darstellung.

Ach ja, und auch beim Wiener Webflohmarkt kann ich keinen einzigen der kritisierten grafischen Button entdecken …

Permalink Der Caspers meinte am 28.01.2009:

Roland meinte am 28.01.2009:
»... kann man irgendwo erfahren, welche Kriterien ausschlaggebend waren?«

Die Dokumentation des kompletten Prüfverfahrens ist oben im Beitrag verlinkt.

Permalink Heribert meinte am 29.01.2009:

K.Pazunder meinte am 28.01.2009:
>> Auch "Kontrast"-Links, die auf eine weiße leere Seite führen, sind
>> nicht derartig innovativ, dass man sie auszeichnen müsste (linz.at).
>
> In welchem Browser? Bei mir führt der Kontrast-Link auf eine Seite
> mit invertierter und größtenteils linearisierter Darstellung.

Ich konnte die leere Seite reproduzieren mit Firefox 3.0.5 und IE 8 Beta.

Der Caspers meinte am 28.01.2009:
> Roland meinte am 28.01.2009:
> »... kann man irgendwo erfahren, welche Kriterien ausschlaggebend waren?«
>
> Die Dokumentation des kompletten Prüfverfahrens ist oben im Beitrag verlinkt.

Ich glaube, Roland meinte eher wie die Nominierten bei den einzelnen Prüfkriterien abgeschnitten haben. Wo hatten sie stärken, wo eventuell noch Schwächen?

Interessant zu wissen wäre auch, wie die anderen 134 abgeschnitten haben, die sich für die Feintests qualifiziert haben. Waren die Qualitätsunterschiede zu den Finalisten noch groß oder war es ganz knapp? Das wäre im Sinne eines Benchmarks nicht ganz uninteressant.

Bis morgen in Berlin...

Permalink Gleb Dolotov meinte am 29.01.2009:

Werden die Gewinner heute noch bekannt gegeben oder erst morgen?

Permalink Der Caspers meinte am 29.01.2009:

Zitat aus obenstehender Meldung:
»Die Preisträger werden dann im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung am 30. Januar im Jüdischen Museum Berlin ausgezeichnet.«

30. Januar ist morgen.

Permalink Roland meinte am 29.01.2009:

K.Pazunder

>> Suchmaschinen, die nicht auffindbar sind (hauptbahnhof-wien.at)
> Was ist an "oben rechts auf der Seite" nicht auffindbar?

Die Formulierung war ein Vergleich, nicht ein Kritikpunkt. Die Suchmaschien ist rechts oben und sichbar. Aber einen Text "Schriftgröße" so klein zu schreiben, dass man ihn nicht anständig lesen kann, ist *WIE* eine Suchmaschine zu verstecken. Jemand der eine größere Schrift benötigt, wird den Hinweis "Schriftgröße" nicht entdecken. Logisch, oder?

Die leere Seite bei linz.at scheint korrigiert zu sein, die URL, die gestern noch aufging, als ich es probiert habe, war auch anders als die URL die jetzt aufgeht. Jetzt erhalte ich auch eine kontrastreiche Seite, wenn ich auf den Kontrastlink gehe.

> Ach ja, und auch beim Wiener Webflohmarkt kann ich keinen einzigen der kritisierten grafischen Button entdecken …

Webflohmarkt Wien und ein Zitat aus den WAI-Kriterien aus dem Checkpoint 3.1: "When an appropriate markup language exists, use markup rather than images to convey information." -> Beim Wiener Webflohmarkt würde ich sagen, dass die Boxen mit "Inserat aufgeben", "Meine Inserate" und "Hilfe, Service" eine Textinformation beinhalten, die man passend in Markup umsetzen könnte und daher nicht Bilder verwenden sollte um die Information zu transportieren.

Permalink Gleb Dolotov meinte am 29.01.2009:

Ja, aber einen Satz zuvor heisst es:
"Welche Beiträge tatsächlich eine der begehrten BIENEN bekommen, entscheidet eine prominente Jury am 29. Januar."

Und "auszeichnen" bedeutet nicht "bekannt geben" :-)

Naja, dann bis morgen! Hoffentlich streikt die Bahn nicht, gel?