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Aktuelles zum Thema Barrierefreies Webdesign.

Neuer Accessibility-Standard für die Schweiz

Von der schweizerischen eCH-Fachgruppe Accessibility wurde 2006/07 der Accessibility-Standard eCH-0059 ausgearbeitet. Dieser Standard befindet sich zurzeit in der öffentlichen Vernehm­lassung (was ist das?). Das Ziel des Standards besteht darin, die Vorgaben des eidge­nössischen Behin­derten­gleich­stellungs­gesetzes auch auf Ebene der Kantone und Gemeinden umzusetzen und diesen Prozess zu unterstützen. Der Standard eCH-0059 regelt unter anderem die einzuhaltenden Kon­formitäts­stufen, Formate und schlägt Fristen vor.

Der Standard eCH-0059 lehnt sich inhaltlich stark an die Richtlinien des Bundes für die Gestaltung von barriere­freien Inter­net­ange­boten (P028) an. Dadurch wird die rasche Umsetzung der Barriere­freiheit auf allen Ebenen gefördert, da alle öffentlichen Institu­tionen an dieselben Anforderungen gebunden sind. Anders als die Richt­linie P028 des Bundes empfiehlt der Standard eCH-0059 aufgrund der am 11. Juni 2006 an der europäischen Minister­konferenz unterzeichneten Deklaration in Riga eine Umsetzungsfrist bis spätestens Ende 2010. Bis dahin sollen alle öffent­lichen Inter­net­angebote des Gemein­wesens an die Kon­formitäts­stufe AA der WCAG 1.0 angepasst sein. (via)

Neue Fristen in Großbritannien

Auch die britische Regierung verpflichtet sich nun selbst, die genannten Rigaer Beschlüsse einzuhalten. Bis Ende Dezember 2008 müssen alle Regierungsseiten mindestens dem WCAG 1.0 Level AA entsprechen, ansonsten droht der Entzug der .gov.uk-Domain.

Damit das auch klappt hat das Cabinet Office eine Anleitung veröffentlicht, die weit über den genannten Standard hinausgeht. Themen sind neben Argumenten pro Barrierefreiheit auch die Analyse von Bedürfnissen der Nutzer und Tipps zur Beschaffung von zugänglichen Autorenwerkzeugen und Redaktionssystemen. Zum Herunterladen:

Ähnlich wie in der Schweiz könnte es somit in England aufgrund der langen Fristen passieren, dass die WCAG 2.0 vorher fertig ist und man sich trotzdem an einen gemein­hin als veraltet bekannten Standard halten muss.

Und hierzulande?

Im Flurfunk macht zurzeit das Gerücht die Runde, dass es in Berlin wohl schon erste Anhörungen zum Thema BITV 2.0 gegeben hätte (man beachte den Konjunktiv). Eventuell kann jemand aus unserer Leser­schaft näheres dazu sagen – auf regierungs­amtlichen Seiten lässt sich nichts dazu finden.