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Aktuelles zum Thema Barrierefreies Webdesign.

Liest man das Echo auf die Veröffentlichung der Safari-Beta für Windows, so könnte man meinen dass Apple damit ganz tief in die Schüssel gegriffen hat. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass all die tollen Web2.0-Anwendungen im vermeintlich ewigen Beta-Stadium die Bedeutung des Begriffs Beta etwas verwässert haben, aber bei richtiger Software heisst dies nach wie vor: »Liebe Kinder, bitte nicht zuhause ausprobieren.«

Dabei übersieht man leicht den eigentlichen Kern der Nachricht: dieser Browser ist gleichzeitig auch die Entwicklungsplattform für das kommende iPhone. Gestandene Programmierer rümpfen die Nase, aber für Webentwickler und Nutzer ist das die frohe Botschaft: ab demnächst gelten Web-Standards auch auf mobilen Endgeräten. Wo man bisher für eine unbekannte Anzahl von unterschiedlichen Plattformen jeweils Sonderlösungen entwickeln und testen musste (den mobilen Opera mal ausgenommen, der ist schon ganz ordentlich), so wird man in Zukunft zumindest ein Gerät ausnehmen können, weil es dort genauso funktioniert wie auf dem Desktop-Rechner.

Gleichzeitig hat man damit auch schon die Entwicklungsumgebung für das iPhone nach Windows portiert, weil Anwendungen von Fremdanbietern wohl nur innerhalb des Browsers und damit auf Basis von HTML, CSS und JavaScript laufen werden. Womit dort auch die gleichen Regeln für barrierefreies Webdesign gelten.

Wo wir gerade so nett zusammensitzen: Apple hat auch die Webseiten gründlich renoviert, wirklich zugänglich sind die aber immer noch nicht. Neu sind hingegen die Informationen zu den geplanten Accessibility-Features des kommenden MacOS X 10.5. Der eingebaute Screenreader bekommt eine neue Stimme, die sich auch bei extremen Sprechgeschwindigkeiten noch gut anhört; die Unterstützung von Braillezeilen wurde ausgebaut und es gibt eine ganze Reihe neuer Tastaturbefehle zur Navigation und Bedienung.