BIENE 2009 – Das Bewertungsverfahren

Die Veranstalter haben gemeinsam mit dem Fachlichen Beirat des Wettbewerbs ein Bewertungsverfahren entwickelt, um Internet-Angebote auf Barrierefreiheit zu überprüfen. Grundlagen des Verfahrens sind unter anderem die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung des Bundes (BITV) sowie weitere international anerkannte Richtlinien.

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Der Kriterienkatalog ist jedoch keine Anleitung zur Erstellung barrierefreier Webseiten. Die Kriterien und Prüfschritte dienen dazu, die Webseiten in einem mehrstufigen Testverfahren detailliert zu prüfen und zu bewerten und die besten Angebote zu ermitteln.

Preiswürdig im Sinne des BIENE-Wettbewerbs sind Angebote, die die Wettbewerbskriterien erfüllen und darüber hinaus innovative und kreative Lösungen bieten. Der Fachliche Beirat begleitet diesen Prozess. Die besten Webseiten in den einzelnen Kategorien qualifizieren sich für die Endrunde des Wettbewerbs. Im Finale bewertet eine prominente Jury die Wettbewerbsbeiträge zusätzlich nach allgemeinen Kriterien.

Die Kriterien des BIENE-Wettbewerbs orientieren sich an den folgenden Prinzipien:

Verständlichkeit
Eine klare und leicht verständliche Sprache kommt allen Besucherinnen und Besuchern einer Webseite zugute. Die Inhalte und die Bedienelemente müssen leicht verständlich und genau formuliert sein. Texte sollen so kurz und einfach wie möglich sein. Daneben können grafische Elemente die schriftlichen Informationen sinnvoll ergänzen.
Wahrnehmbarkeit
Alle in der Webseite enthaltenen Informationen und Funktionen müssen so dargestellt werden, dass sie von jeder Nutzerin und jedem Nutzer wahrgenommen werden können. Inhaltlich relevante Bilder und Grafiken müssen für Blinde durch beschreibende Texte ergänzt werden, der Nutzen und die Funktion von akustischen Informationen müssen für Hörgeschädigte erläutert werden. Individuell einstellbare Schriftgrößen und -farben sowie ausreichende Kontraste erleichtern Sehbehinderten die Nutzung.
Bedienbarkeit
Alle Elemente, die benötigt werden, um sich die Inhalte der Webseite zu erschließen, müssen von allen Anwendern bedienbar sein. Dies gilt insbesondere für Navigations- und Menüleisten, Schaltflächen, und Eingabefelder. Menschen mit bestimmten motorischen Beeinträchtigungen und blinde Menschen können die Computermaus nicht benutzen und sind daher auf eine vollständige Bedienbarkeit der Seiten über alternative Eingabeformen wie die Tastatur angewiesen. Anwender sollen eine Webseite in ihrer individuellen Geschwindigkeit bedienen können, ohne dass es durch Zeitbeschränkungen zum automatischen Abbruch von Vorgängen kommt. Sicherheitsrelevante Zeitbeschränkungen sind davon ausgenommen.
Orientierung
Jede Nutzerin und jeder Nutzer möchte sich schnell und einfach innerhalb der Webseite orientieren und bewegen können. Voraussetzung dafür ist eine wiederkehrende, sinnvolle Struktur für Seitenaufbau, Navigation und Inhalte.
Nachhaltige Nutzbarkeit
Menschen mit Behinderungen nutzen zum Teil spezielle Hard- und Softwarelösungen wie Lupenprogramme, Vergrößerungssoftware, Screenreader oder Spracheingaben. Die verwendeten Webtechniken sollen es daher erlauben, dass man mit aktuellen und zukunftsweisenden Technologien auf die Webseite zugreifen kann.
Inhaltliche Relevanz und Integration
Um das Ziel der digitalen Integration zu erreichen, sollen Webangebote für Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen interessant und nutzbar sein. Webseiten, die sich an einen ganz speziellen Nutzerkreis richten, sollen so gestaltet sein, dass sie in Grundzügen auch allen anderen Nutzern, die sich dafür interessieren, inhaltlich zugänglich sind. Webseiten, denen parallel ein alternatives Angebot zur Seite gestellt wird, beispielsweise Nur-Text-Versionen, sind prinzipiell nicht preiswürdig im Sinne der BIENE. Ebenso werden keine Angebote ausgezeichnet, deren inhaltlicher Schwerpunkt das Thema Barrierefreiheit ist. Von dieser Regelung nicht betroffen sind technische Lösungen, die es dem Nutzer ermöglichen, ein Angebot frei zu konfigurieren oder sich Inhalte alternativ zu erschließen.
Design
Gute Gestaltung ist ein Wesensmerkmal der Barrierefreiheit und steht damit auch nicht im Widerspruch zu umfassenden Gestaltungskonzepten von Unternehmen und Organisationen. Im Gegenteil: Gerade gut gestaltete Webseiten erleichtern Nutzern durch ihre Konsistenz und Klarheit die Orientierung. Deshalb berücksichtigt der Wettbewerb auch ästhetische und ergonomische Kriterien.

Der Katalog der Kriterien und Prüfschritte, die dem Bewertungsverfahren der BIENE 2009 zugrunde liegen, wird auf der Webseite des Wettbewerbs unter www.biene-wettbewerb.de veröffentlicht.