BIENE-Award 2004: Sommerzeit - Bienenzeit

230 Organisationen, Unternehmen und Privatpersonen haben in diesem Jahr bis zum Einreichungsschluss 1. August ihre Websites zum gemeinschaftlich von der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen durchgeführten BIENE-Award angemeldet.

Autorin: cr

Damit liegt nun ein gutes Stück Arbeit vor dem Evaluationsteam am Institut für Informationsmanagement Bremen, das im Auftrag der Veranstalter die Prüfung der Beiträge zum BIENE-Award übernommen hat. Das Evaluationsteam setzt sich zusammen aus Studentinnen und Studenten der Universität Bremen, die durch ihre Teilnahme am Projekt Access im Fachbereich Informatik über Erfahrungen im Hinblick auf Barrierefreiheit verfügen. Geleitet wird das Evaluationsteam von der Diplom-Behindertenpädagogin Ulrike Peter und der Diplom-Informatikerin Beate Schulte. Die Beiträge zum BIENE-Award werden in einem mehrschrittigen Evaluationsverfahren, bestehend aus Ausschlusstest, Feintest und Praxistest auf Barrierefreiheit geprüft.

Der Ausschlusstest

Das BIENE-Evaluationsteam bei der Arbeit

Alle Wettbewerbseinreichungen werden zunächst im Ausschlusstest auf leicht abprüfbare Grund- oder Mindestanforderungen der Barrierefreiheit untersucht. Zur Überprüfung der Ergebnisse durchläuft jeder Wettbewerbsbeitrag den Ausschlusstest zweimal.

Der Feintest

Die Einreichungen, die im Ausschlusstest mit guten Ergebnissen abschneiden, werden anschließend dem Feintest unterzogen, bei dem die Komplexität der Einreichungen nach drei Stufen unterschieden wird. Für jede Website werden zwei Szenarien definiert, anhand derer das Angebot untersucht wird. Die Ergebnisse werden durch mindestens einen Gegentest validiert.

Der Praxistest

Die Einreichungen, die im Feintest die besten Ergebnisse erreichen, werden anschließend den Praxistests durch Menschen mit verschiedenen Behinderungsarten unterzogen. Die Testpersonen verfügen in der Regel bereits über gute Interneterfahrungen. Sie lernen das zu testende Angebot zunächst anhand einer gestellten Aufgabe kennen und beantworten in der Folge standardisierte Fragen zum Angebot. Die Praxistests erfolgen unter teilnehmender Beobachtung durch die beiden Leiterinnen des Evaluationsteams.

Der fachliche Beirat

Das Evaluationsverfahren wird begleitet durch den fachlichen Beirat zum BIENE-Award, dem behinderte und nichtbehinderte Expertinnen und Experten der Barrierefreiheit angehören. Der fachliche Beirat hat beratenden Einfluss auf die Prüfung der Beiträge, unterstützt das Evaluationsteam durch ergänzende Hinweise zu Inhalt und Design der Wettbewerbsbeiträge und ist in Zweifelsfällen letzte Entscheidungsinstanz der Prüfung. Aufgrund der Ergebnisse von Ausschlusstest, Feintest und Praxistests erarbeitet der fachliche Beirat eine Vorschlagsliste für die Jury.

Die Jury

In der zehn-köpfigen Jury sind Expertinnen und Experten für die fünf Wettbewerbskategorien sowie für Fragen des Designs und der Inhalte von Internetangeboten vertreten. Die endgültige Entscheidung über die Vergabe der BIENE-Awards in Gold, Silber und Bronze wird von der Jury im Rahmen einer mehrstündigen Sitzung am Tage der Preisverleihung, dem 3. Dezember 2004 getroffen.