Kriterien für den BIENE-Award 2004

Kriterien und Prüfschritte
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Kriteriengruppe 1: Variable Präsentation

  1. Jedem Bild, jeder Animation und jeder graphischen Repräsentation von Text ist eine angemessene textuelle Beschreibung unmittelbar zugeordnet.

    1.1 Beschreibungen zu inhaltlichen Bildern
    Prüfen Sie, ob zu allen inhaltlichen Bildern (z.B. Fotos, Logos) beschreibende Texte vorhanden sind.
    1.2 Beschreibung zu Bildern mit ausschließlich dekorativem Charakter
    Überprüfen Sie die Beschreibung des dekorativen Bildes in Bezug auf Inhalt und Angemessenheit.
    Beachten Sie, dass einem Bild, das im Wesentlichen dekorative Aufgaben hat, eine sehr knappe Beschreibung beigefügt sein soll.
    1.3 Beschreibung zu Bildern, mit denen eine Funktion verknüpft ist
    Überprüfen Sie, ob in Beschreibungen zu Bildern, mit denen eine Funktion verknüpft ist, diese deutlich benannt wird.
    1.4 Kennzeichnung von Layout-Bildern
    Prüfen Sie, ob zu »leeren« Bildern »leere« Beschreibungen vorhanden sind.
    1.5 Textäquivalent für graphische Repräsentationen von Text
    Prüfen Sie, ob für graphische Repräsentationen von Text Textäquivalente angeboten werden.
    1.6 Kennzeichnung von graphischen Darstellungen als Bedienelementen
    Prüfen Sie, ob alle graphischen Bedien- und Navigationselemente mit äquivalenten Alternativtexten versehen sind.
    1.8 Beschreibung zur Gesamtdarstellung einer Imagemap
    Prüfen Sie, ob die Beschreibung bzgl. der Darstellung und Funktion der Imagemap ausreichend vorhanden ist und hierbei die Sichtweise der Nutzerin/ des Nutzers widergespiegelt wird.
    1.9 Beschreibung zu den aktiven Regionen einer Imagemap
    Prüfen Sie bei clientseitigen Imagemaps, ob für jede aktive Region redundante Links zur Verfügung stehen.
    1.10 Beschreibungen zu Animationen mit dekorativer Aufgabe
    Prüfen Sie, ob zu dekorativen Animationen (z.B. animierte GIFs, Flash, JavaScript) zugängliche Beschreibungen vorhanden sind, die den Inhalt (akustisch, optisch) angemessen wiedergeben.
  2. Signifikante Geräusche, Klänge oder akustische Signale sind mit textuellen Beschreibungen versehen.

    2.1 Beschreibungen zu akustischen Informationen
    Prüfen Sie, ob Beschreibungen zu akustisch wahrnehmbaren Informationen in Bezug auf Inhalt, Symbolgehalt und Funktion des Geräusches angemessen sind.

    Anmerkung:
    Wenn der Zeitpunkt der Aktivierung bedeutungstragend ist, ist zusätzlich zu berücksichtigen, ob dies deutlich optisch sichtbar wird.
  3. Vorder- und Hintergrundgeräusche sind in Bezug auf Kontraste auch bei reduzierter Hörfähigkeit deutlich unterscheidbar.

    3.1 Unterscheidbarkeit von Vorder- und Hintergrundgeräuschen
    Prüfen Sie (Testperson mit Höreinschränkung), ob auf der Seite Geräusche erzeugt werden können oder vorhanden sind und stellen Sie fest, ob Vorder- und Hintergrundgeräusche klar unterscheidbar sind.
  4. Es wird keine Information ausschließlich durch Farbwechsel dargestellt

    4.1 Vermeidung von Informationen allein durch Farbwechsel
    Prüfen Sie, ob darauf verzichtet wird, ausschließlich durch Farbwechsel Inhalte zu transportieren, die nicht durch den Text allein ausgedrückt werden.
  5. Vorder- und Hintergrund sind in Bezug auf Kontraste auch bei reduzierter Farbwahrnehmung in der Default-Ansicht deutlich unterscheidbar und sind ggf. bei deaktivierten Style Sheets änderbar.

    5.1 Graustufen-Ansicht
    Prüfen Sie, ob alle Inhalte in der Graustufen-Anzeige im Browserfenster deutlich erkennbar sind.
    5.2 Ansicht bei Farbfehlsicht
    Prüfen Sie, ob die Kontraste der Seite in den alternativen Darstellungsarten durch Vischeck deutlich optisch wahrnehmbar sind.
    5.3 änderbarkeit von Text- und Hintergrundfarben über die Browserfunktionalität
    Prüfen Sie, ob die Farben von Text und Hintergrund über Optionen des Browsers änderbar sind, ggf. bei deaktivierten Style Sheets.
    5.4 änderbarkeit von Text- und Hintergrundfarben innerhalb der Anwendung
    Prüfen Sie, ob innerhalb der Anwendung leicht auffindbare und ausreichende Optionen zur Anpassung der Farben von Text und Hintergrund vorhanden sind und ob die Defaultansicht leicht wieder herstellbar ist.
  6. Eine Skalierbarkeit der Schrift über Browser ist bei aktivierten Style Sheets oder innerhalb der Anwendung möglich.

    6.1 Skalierbarkeit der Schriftgröße über die Browserfunktionalität
    Prüfen Sie, ob mindestens Fließtext und Navigationselemente ausreichend vergrößert dargestellt werden (Schriftgröße mindestens ca. 16 pt) und ob bei vergrößerter Ansicht die Lesbarkeit durch das Layout unterstützt wird.
    6.2 Skalierbarkeit der Schriftgröße innerhalb der Anwendung
    Prüfen Sie, ob eine innerhalb der Anwendung leicht auffindbare Option zur Skalierbarkeit angeboten wird (Schriftgröße bei maximaler Vergrößerung mindestens ca. 16 pt) und ob die Defaultansicht leicht wieder herstellbar ist.
  7. Eine logische linearisierte Lesefolge ist möglich.

    7.1 Allgemeine Linearisierbarkeit
    Verschaffen Sie sich im Browserfenster einen Überblick über die Seite und ihren Aufbau. Stellen Sie mit einem Screenreader fest, ob die linearisierte Version alles verständlich abbildet und ob eine korrekte Zuordnung der Elemente hergestellt ist.
  8. Layout-Tabellen sind linearisierbar und verwenden keine strukturellen Tabellen-Elemente.

    8.1 Linearisierbarkeit von Layout-Tabellen
    Prüfen Sie mit einem Screenreader, ob die Seite in Bezug auf die linearisierten Layout-Tabellen leicht erschließbar ist.
    8.2 Verzicht auf Verwendung von strukturellen Tabellen-Elementen in Layout-Tabellen
    Prüfen Sie im Browserfenster, ob die Elemente header, thead, tfoot, tbody für Tabellen zum Layout verwendet werden.
  9. Es gibt eine eindeutige Zuordnungsmöglichkeit von Beschriftungen zu den Kontrollelementen (z.B. Radio-Buttons) und zu Formulareingabefeldern.

    9.1 Vergrößerte Ansicht: Zuordnung von Beschriftungen zu den Kontrollelementen und Eingabefeldern in Formularen
    Prüfen Sie in vergrößerter Ansicht (Schriftgröße ca. 16 pt), ob eine eindeutige Zuordnung von Beschriftungen zu den Kontrollelementen und Eingabefeldern möglich ist.
    9.2 Sinnvolle Linearisierung in Formularen
    Prüfen Sie mit einem Screenreader, ob die Zuordnung sinnvoll linearisierbar ist.
    9.3 Verwendung von <label for=""> bei Kontroll- und Eingabefeldern in Formularen
    Prüfen Sie, ob die Zuordnung von Beschriftungen zu den Eingabefeldern und Kontrollelementen mit <label for=""> umgesetzt ist.
  10. Zeitgesteuerte Änderungen werden vermieden oder sind durch die Nutzerin/ den Nutzer kontrollierbar.

    10.1 Verzicht auf clientseitige automatische Weiterleitungen
    Prüfen Sie, ob auf clientseitige automatische Weiterleitungen verzichtet wird.
    10.2 Vermeidung von periodischen Aktualisierungen
    Prüfen Sie, ob eine periodische Aktualisierung innerhalb einer Seite vermieden wird.

    Ausnahme:
    Prüfungssituationen oder Fälle, in denen überraschende Elemente grundlegend für die Anwendung sind.
    10.3 Vermeidung von blinkenden und flackernden Elementen
    Prüfen Sie, ob auf den Einsatz von blinkenden (2-50 Hz.) und flackernden Elementen verzichtet wird.
    10.4 Vermeidung von bewegten Elementen
    Prüfen Sie, ob auf den Einsatz von bewegten Inhalten verzichtet wird oder ob sie sich über eine Funktion innerhalb der Anwendung einfrieren lassen.