BIENE-Award 2004: Hohe Hürden auf dem Weg zum Honigtopf

Fast 100 Beiträge erfüllen Grundanforderungen der Barrierefreiheit / Preisverleihung am 3. Dezember in Berlin

Fast 100 Websites haben die erste Hürde des BIENE-Award erfolgreich überwunden. Bei den so genannten Ausschlusstests des Wettbewerbs für barrierefreie Webgestaltung haben sie die Grund- oder Mindestanforderungen erfüllt und sich für die Feintests qualifiziert.

Autorin: ic

»Dass fast 100 von mehr als 230 eingereichten Angeboten die grundlegenden Anforderungen an eine barrierefreie Gestaltung erfüllen, hatten wir erhofft, aber nicht unbedingt erwartet«, ist Iris Cornelssen, Projektleiterin BIENE-Award bei der Aktion Mensch, positiv überrascht. »Jetzt sind wir gespannt, wie viele Websites sich in den Fein- und Praxistests bewähren. Wir rechnen aber damit, dass die Jury in diesem Jahr deutlich mehr Beiträge bewerten kann als im vergangenen Jahr«, hofft Cornelssen.

Das BIENE-Evaluationsteam bei der Arbeit

Dafür, dass sich nur die besten Beiträge für die Preisverleihung am 3. Dezember in Berlin qualifizieren, ist das Evaluationsteam am Institut für Informationsmanagement Bremen mit verantwortlich. Unter der Leitung der Behindertenpädagogin Ulrike Peter und der Informatikerin Beate Schulte prüfen Studentinnen und Studenten der Universität Bremen die Beiträge, die sich dann für die abschließenden Praxistests qualifizieren.

Dort testen dann Menschen mit verschiedenen Behinderungsarten die Beiträge, die im Feintest die besten Ergebnisse erreicht haben. Für Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen, ist das umfangreiche Prüfverfahren gleichzeitig auch Qualitätsmerkmal: »Wir machen es den Teilnehmern nicht leicht«, bestätigt sie, »aber nur so können wir sicher sein, dass die eingereichten Webangebote es den Nutzern leicht machen. Und das ist ganz im Sinne des Wettbewerbs, mit dem wir die besten barrierefreien Webangebote auszeichnen wollen.«

Über den BIENE-Award

Der BIENE-Award soll die besten barrierefreien Angebote im Internet identifizieren, prämieren und als Vorbild bekannt machen. BIENE steht in diesem Zusammenhang für »Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten«, aber auch für Kommunikation, gemeinsames Handeln und produktives Miteinander.

Teilnehmen können Betreiber und Gestalter deutschsprachiger Webangebote in den Kategorien E-Commerce, E-Government (Bund, Länder, Kommunen), Kultur und Gesellschaft, Bildung, Wissenschaft und Forschung und Medien (Print und Rundfunk). Sonderpreise können für Lösungen vergeben werden, die spezifische Bedürfnisse einzelner Nutzergruppen berücksichtigen. Das können beispielsweise Angebote für Kinder, Angebote für gehörlose Menschen, die Gebärdensprache verwenden, Angebote für Menschen mit Lernschwierigkeiten, Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung oder andere herausragende und innovative Entwicklungen sein.

Der Award ist rein ideeller Natur. Für die Betreiber nicht kommerzieller Websites, wie Vereine oder Selbsthilfegruppen mit Angeboten von öffentlichem Interesse, können Förderpreise bis zu 2.000 Euro vergeben werden.

Die Ausschreibungsfrist hatte am 22. März begonnen. Teilnehmer konnten ihre Beiträge bis zum 1. August einreichen. Die Preisverleihung findet am 3. Dezember im Rahmen eines Festaktes in Berlin statt.

Weitere Information stehen unter www.biene-award.de zur Verfügung.