BIENE-Award 2003: Die Gewinner

Die Preisverleihung am 3. Dezember war nur der festliche Höhepunkt des BIENE-Awards, vorher hatten viele fleißige Helfer alle Hände voll zu tun. Die gesamte Vorbereitungszeit zog sich über fast das gesamte Jahr hin, in dem an der Uni Bremen das Prüfverfahren entwickelt wurde und in vielen Iterationen immer wieder mit dem fachlichen Beirat abgestimmt wurde.

Insgesamt wurden 173 Beiträge für den Wettbewerb eingereicht. In einem Ausschlussverfahren wurden zunächst 16 Kriterien in 29 Prüfschritten geprüft. 63 Beiträge hatten alle diese Kriterien ausreichend erfüllt und somit das Ausschlussverfahren bestanden. Bei diesen Kandidaten wurden danach in einem Feintestverfahren 80 Kriterien in 205 Prüfschritten untersucht. Aus den Ergebnissen wurden unter Berücksichtigung der Komplexität der Angebote insgesamt die 16 Kandidaten mit den besten Ergebnissen ausgewählt. Diese hatten anschließend Praxistests durch Menschen mit verschiedenen Behinderungen zu bestehen.

Auf Grund der Ergebnisse der Evaluationsverfahren und der Praxistests hat der fachliche Beirat dann seine Empfehlungen an die Jury ausgesprochen. Die Reihenfolge der Empfehlungen basiert auf dem Grad der Barrierefreiheit, den diese Angebote erreichen, wobei es hier deutliche Abstufungen gab, die sich in den Plätzen widerspiegeln. In einigen Kategorien ist es leider nicht möglich gewesen, Preiskandidaten vorzuschlagen bzw. einzelne Plätze zu besetzen.

Neben der enger gefassten Barrierefreiheit sollten bei den Preisträgern auch allgemeingültige Kriterien für gute Inhalte und gelungenes Webdesign Berücksichtigung finden. Die Aufgabe der Jury war es daher, die Qualität der Vorschläge aus Ihrem jeweiligen fachlichen Blickwinkel zu prüfen. Auch wenn in dieser Stufe des Verfahrens eines der vorgeschlagenen Angebote den Ansprüchen nicht genügt hat, konnte dies noch zu einer Herabstufung führen oder sogar von einer Prämierung abgesehen werden. Im Rahmen der Jurysitzung wurden die einzelnen Beiträge noch einmal vorgestellt und die Empfehlungen des fachlichen Beirats diskutiert. Die letztendliche Entscheidung über die endgültige Platzierung lag somit bei der Jury, die nach eingehender Beratung am 3. Dezember folgende Preisträger gekürt hat:

Die Preisträger:

Kategorie E-Commerce

nicht vergeben

Kategorie E-Government

Gold: Polizei Nordrhein Westfalen - www.polizei.nrw.de/im (Archivlink)

Bildschirmfoto von www.polizei.nrw.de/im

Einreicher:
Innenministerium Nordrhein-Westfalen
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Guido Karl
Haroldstraße 5
40213 Düsseldorf

Barrierefreie Umsetzung:
Dr. Michael Charlier, Essen

Grafische Gestaltung:
atw:kommunikation GmbH, Siegburg

Die Portalseite der nordrhein-westfälischen Polizei informiert die Bürgerinnen und Bürger über Themen und Aufgaben ihrer Polizei. In der Gestaltung und Aufbereitung wird starker Wert auf Bürgernähe gelegt.

Sehr gute Werte in allen Bereichen. Die Konzeption der Seite macht deutlich, dass Barrierefreiheit als eine universelle Zielsetzung verstanden wird und Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen mit berücksichtigt werden. Sehr positiv ist der inhaltlich sinnvolle Einsatz von Videosequenzen in Gebärdensprache zu bewerten, ein grafisch ansprechendes und übersichtliches Design bei gleichzeitig komfortabler Bedienung durch assistive Software. Sehr schön ist auch der gut sichtbare Fokus bei schlüssiger Tab-Reihenfolge: dies ist bei ausschließlicher Navigation durch die Tabulator-Taste ein sehr wichtiger Punkt.

Im Ranking der Praxistests teilte sich der Beitrag den ersten Platz mit dem Versorgungsamt Heidelberg.

Zusammenfassende Ergebnisse der Feintests:

PrinzipPositive AspekteNegative Aspekte
BedienbarkeitSehr gute Bewertung, durch z.B. schlüssige Tab-Reihenfolge, Navigationslinks für TextbrowserHistory-Back-Button funktioniert nicht bei deaktivierten Scripten.
NachhaltigkeitHTML entspricht vollständig der Empfehlung des W3C
OrientierungÜbersichtliche Struktur. Die Links sind gut zu erkennen und besuchte Links erscheinen abgesetzt.Suche ist noch nicht barrierefrei realisiert, dies wurde bei der Einreichung begründet und wird absehbar geändert.
VerständlichkeitGute Werte durch weitgehenden Verzicht auf »Behördensprache« und den inhaltlich angemessenen Einsatz von Gebärden-Videos.
WahrnehmbarkeitSehr gut sichtbarer Fokus auch bei Tab-Navigation. Freie Skalierbarkeit der Schrift.Identische Titel der Fenster.

Begründung der Jury:

Der barrierefreie Auftritt der Polizei NRW enthält ein umfassendes Informationsangebot zu Arbeit der Polizei. Dass die Website barrierefrei gestaltet ist, ist vor allem dem persönlichen Einsatz eines Mitarbeiters im Ministerium zu verdanken. Er hat sich entschieden, nicht den bequemen Weg zu gehen, sondern, obwohl er gesetzlich nicht dazu verpflichtet gewesen wäre, die Chance genutzt, mehr zu tun als nötig. Damit zeigt die Website der Polizei NRW auch, was in Behörden möglich ist. Das Ergebnis überrascht auch, weil es durch die konsequente Umsetzung mit den Erwartungen an die Polizei als Institution bricht. Damit und der konsequenten Umsetzung der Barrierefreiheit sticht die Website unter allen eingereichten Arbeiten heraus.

Silber: Versorgungsamt Heidelberg - www.versorgungsverwaltung-baden-wuerttemberg.de/vahd/ (Archivlink)

Bildschirmfoto von www.versorgungsverwaltung-baden-wuerttemberg.de/vahd

Einreicher und Umsetzung:
Versorgungsamt Heidelberg
Maaßstraße 32
69123 Heidelberg
poststelle@vhd.lvs.bwl.de

Die Site gibt einen Überblick über die Aufgaben des Versorgungsamtes und soll für Menschen mit Behinderungen eine Hilfestellung bieten, eigene Ansprüche zu erkennen und zu verfolgen.

Sehr gute und gute Werte in allen Bereichen. Technisch saubere Lösungen, die jedoch nicht unbedingt intuitiv erschlossen werden können (Tab-Reihenfolge). Es werden unterschiedliche Navigationsmöglichkeiten angeboten, jedoch wäre aufgrund der Komplexität der Seite eine Suche darüber hinaus wünschenswert.

Im Ranking der Praxistests teilte sich der Beitrag den ersten Platz mit der Polizei NRW.

Zusammenfassende Ergebnisse der Feintests:

PrinzipPositive AspekteNegative Aspekte
BedienbarkeitAccesskeys kommen zum Einsatz und es besteht eine komfortable Druckmöglichkeit (Navigation wird nicht mit ausgedruckt)Tab-Reihenfolge ungewöhnlich
NachhaltigkeitHTML entspricht vollständig den Empfehlungen des W3C
OrientierungEin Index und eine Sitemap helfen bei der Orientierung auf der Seite. Die Navigation ist thematisch gegliedertSuche wäre wünschenswert
VerständlichkeitHilfreiche, leicht verständliche Erklärungen,keine illustrierenden Beispiele, direkte Ansprache fehlt
WahrnehmbarkeitSehr gute Werte: Skalierbarkeit der Schrift, gut sichtbarer Fokus

Begründung der Jury:

Der Auftritt des Versorgungsamtes Heidelberg bietet im Vergleich eine besondere Informationstiefe. Das Angebot umfasst u.a. Formulare und Dokumente und nutzt damit die interaktiven Möglichkeiten des Mediums. Hervorzuheben ist auch hier, dass die barrierefreie Gestaltung der Eigeninitiative der Behörde zu verdanken ist. Raum für Verbesserung besteht noch beim Design, vor allem im Vergleich mit der Website der Polizei NRW.

Silber: Bremische Bürgerschaft - www.bremische-buergerschaft.de

Bildschirmfoto von www.bremische-buergerschaft.de

Einreicher:
Bremische Bürgerschaft
Dr. Anja Eckhardt
Am Markt 20
28195 Bremen

Umsetzung:
WebMen Internet GmbH, Bremen

Die Site dient den bremischen Bürgerinnen und Bürgern als umfangreiche Informations- und Rechercheplattform des Landtags der Freien Hansestadt Bremen.

Wie auch das Portal der Polizei NRW wendet sich dieses Angebot an alle Bürgerinnen und Bürger und hat nicht explizit Menschen mit Behinderungen als Zielgruppe. Insgesamt gute und sehr gute Werte in allen Bereichen. Die Hauptanforderungen zur Barrierefreiheit sind alle weitestgehend erfüllt. Die umfangreichen Suchfunktionen sind zudem beispielhaft gelöst. Im Ranking der Praxistests teilte sich der Beitrag den dritten Platz mit der Site SGB IX umsetzen.

Zusammenfassende Ergebnisse der Feintests:

PrinzipPositive AspekteNegative Aspekte
BedienbarkeitSehr gute Werte, da eine sinnvolle Tab-Reihenfolge gegeben ist und umfangreiche gut bedienbare Suchfunktionen. Verwendung von Accesskeys.Die Schlagwortsuche ist bei deaktiviertem JavaScript nicht mehr benutzbar.
NachhaltigkeitInsgesamt gute WerteLeichte Verwendung von HTML-Attributen, die ausschließlich der Präsentation dienen.
OrientierungVor allem blinden Nutzenden erschließt sich die Unternavigation durch die Menüführung sofortIn Listen und zur Strukturierung von Texten in Abschnitten fehlen z.T. die erforderlichen HTML-Attribute.
Verständlichkeitviele Erklärungen vorhandenein Glossar wäre wünschenswert
WahrnehmbarkeitSehr gute Werte durch Skalierbarkeit, vorbildliche Alt-Texte und gut sichtbare Links und Fokus

Begründung der Jury:

Bei der Website der Bremischen Bürgerschaft handelt es sich um ein umfangreiches Informationsportal. Sie überzeugt durch eine sehr gute und umfassende Suche. Das ansprechende Design und die gute Struktur runden das Bilde ab. Die Einschränkungen im Hinblick auf die Barrierefreiheit stehen einer besseren Bewertung entgegen. Auch diese Seite unterliegt nicht der BITV. Auch hier ist die barrierefreie Gestaltung also auf das freiwillige Engagement der Betreiber/ Gestalter zurückzuführen.

Bronze: SGB IX umsetzen - www.sgb9-umsetzen.de

Bildschirmfoto von www.sgb9-umsetzen.de

Einreicher:
Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange Behinderter Menschen
Anke Glasmacher
11017 Berlin

Umsetzung:
Wegewerk Medienlabor GmbH, Berlin

Die Site dient als Informationsplattform zum SGB IX (Sozialgesetzbuch 9), um den Prozess der Umsetzung für alle am Rehabilitationsprozess Beteiligten in größtmöglicher Weise transparent zu gestalten.

Durchweg gute, teilweise sehr gute Werte. In vielen Bereichen beispielhaft: Tab-Reihenfolge, Sprungfunktionen, Piktogramme, individualisierbare Ansichten. Zu verbessern ist die erweiterte Suche und die Anzeige der Suchergebnisse.

Im Ranking der Praxistests teilte sich der Beitrag den dritten Platz mit der bremischen Bürgerschaft.

Zusammenfassende Ergebnisse der Feintests:

PrinzipPositive AspekteNegative Aspekte
BedienbarkeitSehr gute Werte. Die Tab-Reihenfolge ist schlüssig und blinden Nutzenden werden zusätzliche Sprungfunktionen angeboten
NachhaltigkeitVerwendung von HTML-Attributen, die ausschließlich der Präsentation dienen
OrientierungEine einfache und eine erweiterte Suche sind vorhandensehr lange Trefferlisten
VerständlichkeitEs werden praktische Beispiele zur Umsetzung und Reichweite des Gesetzes gegeben. Glossar ist vorhanden. Piktogramme illustrieren die Hauptnavigationselemente.Glossar nicht unmittelbar von jeder Seite erreichbar
WahrnehmbarkeitIndividualisierbare Ansicht über Browserfunktion und innerhalb der Anwendung (Einstellungen) möglich. Angebot von Hilfen zur Benutzung der Site.Links können nicht unmittelbar als solche identifiziert werden (fett hervorgehoben)

Begründung der Jury:

Die Website ist ein Angebot des Beauftragten des Bundestages für die Belange behinderter Menschen. Daher ist die barrierefrei Gestaltung gewissermaßen ein Muss. Das Angebot ist ein Informationsangebot zu einem Spezialthema. Die Site ist dadurch weniger komplex als vergleichbare Angebote. Sie ist klar strukturiert und ansprechend gestaltet.

Kategorie Wissenschaft und Forschung

Gold: nicht vergeben.

Silber: TU Dresden, Molekulare Biotechnologie - www.biologie.tu-dresden.de/biotech/main/ (Archiv)

Bildschirmfoto von www.biologie.tu-dresden.de/biotech/main

Einreicher und Umsetzung:
Technische Universität Dresden
Studiengang Molekulare Biotechnologie
Jan Heinicke
Hauptstraße 18
01454 Ullersdorf

Die Site bietet den Biotechnologie-Studierenden der TU Dresden insbesondere umfangreiches Arbeitsmaterial zu Veranstaltungen und die für das Studium notwendigen Prüfungsordnungen.

Die Anforderungen zur Nachhaltigkeit sind sehr gut realisiert. Auch die Anforderungen zur Wahrnehmbarkeit sind insgesamt gut gelöst, wie z.B. die angenehme Schriftgröße. Bei der Orientierung fällt leider negativ auf, dass inhaltliche Tabellen, die z.B. Übungsaufgaben enthalten, nicht entsprechend aufbereitet sind. Im Bereich der Bedienbarkeit sollte auf einigen Seiten die fehlerhafte Tab-Folge korrigiert werden. Es scheint, als ob nicht alle Redakteure mit den Anforderungen vertraut sind, oder als ob einige Probleme durch Flüchtigkeit entstanden sind.

Der Beirat hat insbesondere mit Blick auf die für wissenschaftliche Seiten auffallend angenehme Gestaltung und die im Wesentlichen guten Resultate im Ausschluss- und Feintest den 2. Platz in dieser Kategorie vorgeschlagen.

Im Ranking der Praxistests wurde dieser Beitrag deutlich vor dem Angebot der FH Frankfurt platziert, allerdings sahen in dieser Kategorie auffällig viele Testpersonen von einer Platzierung ab.

Zusammenfassende Ergebnisse der Feintests:

PrinzipPositive AspekteNegative Aspekte
BedienbarkeitTab-Folge nicht immer sinnvoll
NachhaltigkeitXHTML 1.0 strictsehr geringfügige Verwendung von HTML-Attributen, die der Präsentation dienen
OrientierungAnzahl der Funktionen ist überschaubar, Überladung wird vermiedenFokus nicht gut sichtbar, inhaltliche Tabellen sind nicht aufbereitet, besuchte Links als solche nicht deutlich erkennbar
Verständlichkeit(viel Fachvokabular, das aber der Zielgruppe angemessen ist.)
WahrnehmbarkeitGute Werte. Deutliche Kontraste und angenehme SchriftgrößeText und Hintergrund ist bei aktivierten Style Sheets nur unvollständig änderbar

Begründung der Jury:

Die Seite fällt positiv unter den deutschen Hochschulsites auf. Sie ist Ausdruck der Eigeninitiative der Mitarbeiter und Studierenden des Fachbereichs, die für die redaktionellen Inhalte verantwortlich sind. Das inhaltliche Angebot ist umfangreich und auf die Interessen der Studierenden zugeschnitten. Die Site erfüllt die Kriterien der Barrierefreiheit und ist klar gegliedert. Allerdings könnten insbesondere die Unterseiten aus Sicht der Jury noch ansprechender gestaltet werden.

Bronze: Schülerportal der Fachhochschule Frankfurt am Main - www.fh-welcome.de

Bildschirmfoto von www.fh-welcome.de

Einreicher:
Fachhochschule Frankfurt
Referat Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Barbara Faller
Gebäude 10, 527
Nibelungenplatz 1
60318 Frankfurt am Main

Umsetzung:
Lesestein.de Büro für Wissenschaft & Information, Taunusstein
David Promies Multimedia, Wiesbaden

Das Portal richtet sich mit einem bunten Angebot von Informationen und Aktionen an Schülerinnen und Schüler, die Interesse bekunden, ein Studium an der FH Frankfurt zu beginnen.

Die Anforderungen der Prinzipien Bedienbarkeit und Nachhaltigkeit sind sehr gut erfüllt. Die Orientierung könnte auf der Site verbessert werden: Die Gestaltung wirkt modern und ist auf die junge Zielgruppe abgestimmt, erschwert aber auch durch die nicht gängige Platzierung der Navigation im oberen und oberen rechten Bereich die schnelle Orientierung. Die schwachen Kontraste insbesondere in der Navigation erschweren leider die Wahrnehmbarkeit.

Im Ranking der Praxistests wurde dieser Beitrag mit deutlichem Abstand zur TU Dresden platziert.

Zusammenfassende Ergebnisse der Feintests:

PrinzipPositive AspekteNegative Aspekte
Bedienbarkeitsehr gute Werte: z.B. leichte Bedienbarkeit der Formulare, sinnvolle Reihenfolge der Eingaben
NachhaltigkeitHTML 4.01 strict
Orientierungrecht gute Wertebesuchte Links nicht als solche erkennbar; Sitemap wäre hilfreich um den Gesamtumfang der Site schneller zu erfassen, Datenschutzhinweise sind nicht vorhanden
VerständlichkeitInsgesamt eine der Zielgruppe angemessene »lockere« SpracheEinzelne Fachbegriffe sollten erklärt werden (Zielgruppe Schüler und Schülerinnen)
WahrnehmbarkeitGute Werte, Sprachwechsel sind gekennzeichnet, längere Passagen linksbündig, Druckbild optimiert, Zeilenabstände skalieren mitNavigation skaliert nicht mit, Farben und Hindergrund nicht änderbar, schlecht sichtbarer Fokus, zum Teil schlechte Kontraste

Begründung der Jury:

Die Seite ist für die Zielgruppe ansprechend gestaltet und weitgehend barrierefrei. Sie vermittelt alle wichtigen Informationen über das Angebot der FH Frankfurt. Allerdings konzentriert sich die Seite auf ein reines Informationsangebot und bietet wenig Möglichkeiten zur Interaktion. In diesem Punkt bleibt sie hinter den Möglichkeiten des Mediums zurück.

Kategorie Medien

Gold: nicht vergeben.

Silber: nicht vergeben.

Bronze: Bizeps-Info - www.bizeps.or.at

Bildschirmfoto von www.bizeps.or.at

Die österreichische Site von und für Menschen mit Behinderungen bietet tagesaktuelle Nachrichten aus dem Behindertenbereich und weitergehende Serviceleistungen wie Bestellangebote von Broschüren u.ä.

In der Kategorie Medien sollten Webangebote der klassischen Medien, wie Druck und Rundfunk prämiert werden. Von den insgesamt nur 5 Einreichungen stammte nur eine aus diesem Bereich, die aber wegen fehlender Barrierefreiheit nicht für eine Prämierung in Frage kommt. Der fachliche Beirat empfiehlt das Angebot BIZEPS-Info für eine Bronze-Prämierung, da es einerseits nicht als best practice für Medienanbieter dienen kann, andererseits aber die Kriterien der Barrierefreiheit zufrieden stellend erfüllt.

Zusammenfassende Ergebnisse der Feintests:

PrinzipPositive AspekteNegative Aspekte
BedienbarkeitSehr gute Werte. Schlüssige Tab-Reihenfolge und ein leicht auszufüllendes FormularUngewöhnlich ist die Bestellung über den lokalen Web-Client. Angebot nur einer Bezahlvariante.
NachhaltigkeitSehr gute Werte. HTML entspricht vollständig den Empfehlungen des W3C
OrientierungInsgesamt gute Werte. Die Navigation ist in Kategorien unterteilt. Listenelemente kommen adäquat zum EinsatzAngaben zu Datenschutz und Widerspruchsrechten fehlen, bzw. sind nicht unmittelbar auffindbar.
VerständlichkeitPrägnante Ankündigungen zu den ArtikelnKeine Angebote in leichter Sprache, die der Zielgruppe angemessen wären.
WahrnehmbarkeitGute Werte. Besuchte Links erscheinen nicht mehr fett. Die Schrift ist skalierbarFokus ist bei Tab-Navigation nicht in allen Positionen deutlich sichtbar

Begründung der Jury:

In der Kategorie Medien geht eine bronzene BIENE an die Website von Bizeps-Info aus Wien. Sie erfüllt sowohl die Kriterien der Barrierefreiheit und bietet ein inhaltlich interessantes Angebot für die Zielgruppe. Allerdings lässt das Design noch ein paar Wünsche offen.

Offensichtlich haben die hohen Anforderungen aber andere Medien etwas verschreckt. Wir würden uns freuen, wenn sich der BIENE-Award auch als Impulsgeber für die Medienbranche erweist. Die Macher von BIZEPS-Info haben das anscheinend vor allen anderen erkannt.

Kategorie Kultur und Gesellschaft

Gold: nicht vergeben.

Silber: nicht vergeben.

Bronze: Chancen für alle – Initiative neue Soziale Marktwirtschaft - www.chancenfueralle.de

Bildschirmfoto von www.chancenfueralle.de

Einreicher:
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
c/o berolino.pr
Uwe Claßen
Gustav-Heinemann-Ufer 84-88
50968 Köln

Umsetzung:
Aperto AG, Berlin

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist »eine überparteiliche Reformbewegung von Bürgern, Unternehmen und Verbänden für mehr Wettbewerb und Arbeitsplätze in Deutschland« und bietet tagesaktuelle Nachrichten zu Themen wie Arbeit, Soziales und Bildung.

Insgesamt gute bis sehr gute Werte im Ausschluss- und Feintest, lediglich etwas stärkere Abzüge im Bereich Orientierung, die auch in den Praxistests bestätigt wurden. Während der Testphase wurde festgestellt, dass in der täglichen Arbeit offensichtlich nicht immer mit gleicher Konstanz auf die Einhaltung der Kriterien geachtet wurde. Die Qualität der Bildbeschreibungen schwankt ebenso wie die Aufbereitung von tagesaktuellen Aktionen / Befragungen.

Der Beitrag hebt sich durch einzelne positive Akzente heraus (Konzept der Farbverwendung, Umgang mit Newsticker).

Im Ranking der Praxistests wurde diesem Angebot der 4. Platz zugeteilt.

Zusammenfassende Ergebnisse der Feintests:

PrinzipPositive AspekteNegative Aspekte
BedienbarkeitSehr gute Werte. Formulare leicht mit Tastatur bedienbar, mit Tab alles erreichbar
NachhaltigkeitSehr gute Werte: fast ganz sauberes HTMLgeringe Nutzung von HTML-Attributen, das der Präsentation dienen
OrientierungInhaltliche Gruppierung wird durch Einsatz von Farben unterstützt, korrespondiert mit der NavigationÜberfülle, nicht eindeutig benannte Links (»Lesen Sie mehr«), besuchte Links nicht erkennbar, komplexe Navigation zu der keine Hilfestellung angeboten wird, keine Beschreibungen zu den Trefferlisten
VerständlichkeitLexikon vorhanden!hohes Sprachniveau, fehlende Beispiele
WahrnehmbarkeitGute Aufbereitung für den Druck, Zeilenabstand skaliert mit, gute Skalierbarkeitz.T. fehlende oder unzureichende ALT-Texte zu den Bildern, nicht deutlich sichtbarer Fokus, kleine Schriftgröße als Default

Begründung der Jury:

Die Website »Chancen für alle« zeigt, dass auch komplexe Angebote barrierefrei gestaltet werden können. Als Plattform eines gesamtgesellschaftlichen Anliegens, um strukturelle Hemmnisse abzubauen ist es nur konsequent, dass die Initiative auch ihre Website weitgehend barrierefrei gemacht hat. Mit dem BIENE-Award möchten wir das honorieren.

Die sehr gute Anlage ließe sich aber noch erweitern, wenn die Redakteure bei der Einbindung der redaktionellen Inhalte konsequent einheitliche Standards anwenden würden.

Sonderpreise

Neben den vorgestellten Websites wurden insgesamt drei Sonderpreise vergeben, welche die speziellen Bedürfnisse einzelner Nutzergruppen berücksichtigen:

Sonderpreis: »Angebote für Menschen mit Lernschwierigkeiten«:

Lebenshilfe angesagt www.lebenshilfe-angesagt.de

Bildschirmfoto von www.lebenshilfe-angesagt.de

Einreicher und Umsetzung:
Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V.
Redaktion "Lebenshilfe-angesagt"
Raiffeisenstraße 18
35043 Marburg

Das Angebot der Bundesvereinigung Lebenshilfe bietet Menschen mit Lernschwierigkeiten Nachrichten und unterschiedliche Interaktions- und »Mitmach«-Angebote.

Die Seite erhielt in den Ausschluss- und Feintests gute und auch sehr gute Werte. Zielgruppe sind explizit Menschen mit Lernschwierigkeiten, was leider auf Kosten z.B. Blinder geht, da eine angemessener Einsatz von Strukturierungselementen nicht durchgängig verfolgt wird. So werden beispielsweise auch Zeilenumbrüche mit dem Abschnitts-Element <p> erzeugt und die Alternativtexte zu den Bildern bieten wenig Orientierung. Sehr positiv sind die zusätzlichen Bedienfunktionen zu bewerten, die direkt auf der Seite angeboten werden.

Sonderpreise: »Angebote für gehörlose Menschen«:

Der fachliche Beirat hat sich für die Vergabe von zwei Sonderpreisen entschieden, weil die beiden ausgewählten Angebote vollständig andere Zielsetzungen verfolgen. Die Website zu den Zielvereinbarungen setzt Gebärdensprach-Videos als äquivalent zu den textuellen Inhalten ein, um deren Verständlichkeit sicherzustellen. Das Projekt des Hamburger Gehörlosenverbandes strebt an, die aktuellen politischen Entwicklungen weiter zu dokumentieren und das Angebot an Videos auf der Seite zu erweitern.

Zielvereinbarungen nach § 5 Bundesgleichstellungsgesetz - www.zielvereinbarung.stero.de

Bildschirmfoto von zielvereinbarung.stero.de

Einreicher:
Gehörlosenverband Hamburg e.V.
Thomas Worseck
Bernadottestraße 126
22605 Hamburg

Umsetzung:
Stero Webservice Stephan Rothe, Hamburg

Die Site, die vom Gehörlosenverband Hamburg e.V. eingereicht wurde, gibt Inhalte einer Diplomarbeit zum Thema Zielvereinbarungen wider und bietet für umfangreiche Passagen DGS-Videos an.

Die Seite hat im Ausschluss- und Feintest mit sehr guten Werten abgeschnitten. Es wird deutlich, dass damit Betroffene aller Behinderungsarten angesprochen werden, wenn auch das praktische Beispiel zum Thema dem Anliegen Gehörloser entspricht. In den Praxistest mit Gehörlosen standen die Gebärdensprach-Videos im Mittelpunkt.

Gebärdensprach-Web-TV - www.focus-5.tv

Bildschirmfoto von www.focus-5.tv

Einreicher und Umsetzung:
Focus-5
Postfach 3369
CH-8021 Zürich

Der Internetauftritt von Gebärdensprach-Web-TV entstand, nachdem im Schweizer Fernsehen die Sendungen von und für Gehörlose eingestellt wurden. Im Rahmen einer Privatinitiative dokumentieren die Anbieter der Site mit geringen technischen Mitteln, Themen, Veranstaltungen und Aktivitäten Gehörloser und Schwerhöriger.

Das Angebot konnte den Anforderungen des Ausschlusstests nicht genügen. Es wendet sich ausschließlich an Gehörlose und Schwerhörige und kommt den Anforderungen, die durch andere Beeinträchtigungen entstehen, nicht nach. Der fachliche Beirat hat sich trotzdem für eine Prämierung ausgesprochen, da dieses Angebot einmalig im deutschsprachigen Raum ist und für förderungswürdig gehalten wird.