Barrierefreieres Multimedia – Flash und die WCAG-Richtlinien

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Übersetzung: tc

Teil 2: Die Richtlinien 6-14

Checkpunkt 6.2

Sorgen Sie dafür, dass äquivalente für dynamischen Inhalt aktualisiert werden, wenn sich der dynamische Inhalt ändert.

Stellen Sie sicher, dass sich die Textäquivalente von animierten Elementen so ändern, wie es der Animation angemessen ist. Die Angemessenheit wird nach der Wichtigkeit der Änderung in Bezug auf die Weitergabe von zusätzlichen oder neuen Informationen beurteilt. Zum Beispiel brauchen dynamische dekorative Effekte keiner aktualisierten äquivalente.

Techniken für 6.2:

Derzeit bietet Flash keine Möglichkeit, die Eingabehilfen-Felder 'Name' und 'Beschreibung' eines bestehenden Objektes dynamisch zu ändern. Dynamisch erstellten Objekten können über das ActionScript '_accProps'-Objekt während der Erstellung die Eingabehilfen-Felder 'Name' und 'Beschreibung' zugewiesen werden. Leider hat die Änderung dieser Eigenschaften nach der Erstellung eines Objektes keinen Effekt mehr. Darüber hinaus kann es sein, dass diese Technik nicht wie beabsichtigt funktioniert, so dass weitere Tests notwendig sein können.

Eine andere Möglichkeit ist es, die Instanz eines Objektes mit einer Reihe von 'Name' und 'Beschreibung'-Feldwerten durch eine andere Instanz des selben Objektes mit einem anderen Satz von 'Name' und 'Beschreibung'-Feldwerten zu ersetzen. Diese Technik kann allerdings problematisch sein und sollte vor der Implementierung getestet werden.

Die Fähigkeit von ActionScript zu testen, ob eine Sprachausgabe aktiv ist oder nicht (Accessibility.IsActive() -Methode) oder ob das System die Kommunikation zwischen Accessibility-Hilfen und dem Flash Player unterstützt ( System.capabilities.hasAccessibility() -Methode) kann benutzt werden, um den passendsten Weg zu bestimmen.

Checkpunkt 6.3

Sorgen Sie dafür, dass Seiten verwendbar sind, wenn Scripts, Applets oder andere programmierte Objekte abgeschaltet sind oder nicht unterstützt werden. Ist dies nicht möglich, stellen Sie äquivalente Information auf einer alternativen zugänglichen Seite bereit.

Ein Flash-Film hat die Fähigkeit, Skriptbefehle (z. B. JavaScript, VB, etc.) auszuführen, die sich in der Hostanwendung (wie ein Browser oder Player) befinden und kann außerdem auf Skriptbefehle von außen reagieren. Inwiefern dieses Feature unterstützt wird ist variabel, daher sind Tests in allen Zielbrowsern notwendig.

Der Flash-Film selber ist ein programmiertes Objekt und als solches sollte er eine Alternative für Situationen haben, in denen er nicht geladen oder unterstützt wird.

Techniken für 6.3:

Die ActionScript-Methode 'fscommand' wird benutzt, um zwischen dem Flash-Film und dem Skript innerhalb der Hostanwendung zu kommunizieren. Einige andere ActionScript Befehle können dies eventuell auch für spezifischere Ereignisse tun, wie zum Beispiel der Aufruf eines URL (getURL).

Checkpunkt 6.4

Sorgen Sie dafür, dass die Eingabebehandlung von Scripts und Applets vom Eingabegerät unabhängig ist.

Ein Flash-Film hat die Fähigkeit, Skriptbefehle (z. B. JavaScript, VB, etc.) auszuführen, die sich in der Hostanwendung (wie ein Browser oder Player) befinden und kann außerdem auf Skriptbefehle reagieren. Dieses Feature wird unterschidlich unterstützt, daher sind Tests in allen Zielbrowsern notwendig.

Innerhalb von Flash MX wird ActionScript benutzt, um weitere Anweisungen als Reaktion auf Ereignisse (Event triggers) auszulösen. Flash MX bietet Ereignisprozeduren (Event handlers), die über die in HTML verfügbaren hinausgehen. Flash MX erlaubt es sowohl den Geräten 'Maus' als auch 'Tastatur', einige Ereignisprozeduren auszulösen. Die von einer Maus abhängigen Ereignisprozeduren, die kein Tastatur-äquivalent haben sind 'releaseOutside', 'dragOver' und 'dragOut' und sollten vermieden werden oder es sollten, wie bei anderen geräteabhängigen Ereignisprozeduren, redundante Methoden zur Verfügung gestellt werden, um den Benutzern die Interaktion über alternative Eingabegeräte zu ermöglichen.

Anmerkung: in Flash MX zur Verfügung stehende vorgefertigten Komponenten, die Maus-abhängig sind sollten vermieden werden.

Techniken für 6.4:

Benutzen Sie ActionScript um zusätzliche Möglichkeiten zur Tastatureingabe für Maus-abhängige Effekte und Ereignisse anzubieten. Zum Beispiel können "drag 'n drop"-Übungen auch mit Hilfe einer Tastatur gemacht werden, indem man Auswahl und Bewegungstasten zulässt, wenn die entsprechenden Elemente den Fokus haben.

Unter Umständen sollten Sie Komponenten komplett neu erstellen, wobei Sie Tastatur-Kontrollelemente statt der vorgefertigten geräteabhängigen Komponenten benutzen.

Checkpunkt 6.5

Sorgen Sie dafür, dass dynamischer Inhalt zugänglich ist oder stellen Sie eine alternative Präsentation oder Seite bereit.

Flash unterstützt dynamische Inhalte einschließlich Data Population und das variable Laden von Inhalten. Diese Inhalte können barrierefrei sein oder auch nicht, was das Testen vor der Implementierung unumgänglich macht, um das gewünschte Ergebnis sicherzustellen. Wenn die Informationen aus den dynamischen Inhalten nicht barrierefrei gestaltet werden können, dann bieten Sie eine alternative Darstellung an.

Checkpunkt 7.3

Vermeiden Sie Bewegung in Seiten, bis Benutzeragenten das Einfrieren von Bewegung ermöglichen.

Vermeiden Sie Bewegung auf den Seiten, so lange Benutzeragenten nicht dazu in der Lage sind, bewegliche Inhalte in Objekten anzuhalten, oder geben Sie dem Benutzer die Möglichkeit, die Bewegung anzuhalten. Dies gilt für Animationsschleifen, Lauftext und Video.

Techniken für 7.3:

Geben Sie dem Benutzer so viel Kontrolle über den Inhalt wie möglich. Es sollten geräteunabhängige, bekannte Buttons angeboten werden, um animierte Inhalte anzuhalten (Stop und Pause), diese abzuspielen, zurück- und vorzuspulen und zu überspringen. Einige Animationen können möglicherweise passender über eine vom Benutzer für den gesamten Film selbst zu wählende Einstellung kontrolliert werden. Zum Beispiel könnte ein Benutzer eine Checkbox auswählen, um alle loopenden Hintergrundbewegungen (und/oder Audio) abzuschalten.

ActionScript stellt durch Movieclip-Methoden wie stop(), play(), stopAllSounds() entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung. Das Datumsobjekt und die Funktion getTimer sollten auf pause / resume und andere Kontrollelemente hin untersucht werden.

Schalten Sie darüber hinaus nicht das Kontextmenü (Zugriff über die rechte Maustaste) aus, das den Zugriff auf Kontrollelemente wie 'Abspielen' und 'Zurückspulen' ermöglicht. Bedenken Sie, dass ein Zugriff über die Tastatur zur Zeit nur unter Windows möglich zu sein scheint.

Checkpunkt 7.4

Bis Benutzeragenten es zulassen, den Refresh zu stoppen, erstellen Sie keine Seiten mit automatischer periodischer Aktualisierung.

Obwohl sich der Flash-Film selbst nicht automatisch aktualisiert, um Inhalte zu aktualisieren, so ist es doch eine zentrale Fähigkeit der Anwendung Inhalte zu streamen und neue Inhalte in bestimmten Zeitintervallen anzufordern. Die Änderungen an den Inhalten können Effekte hervorrufen, die für einige assistive Technologien dem einer automatischen Aktualisierung von HTML-Seiten gleichen. Potentiell erreicht ein Benutzer mit einer Sprachausgabe nicht einmal den Bereich, der automatisch aktualisiert wird, bevor der nächste Aufruf zur Aktualisierung gestartet wird.

Vermeiden Sie darüber hinaus 'http-equiv=refresh'-Metadaten oder Skripte in der Hostseite, um Seiten automatisch zu aktualisieren.

Techniken für 7.4:

Begrenzen Sie das Laden von neuen Inhalten auf ein Minimum, da jeder Ladevorgang die Sprachausgabe dazu veranlasst, wieder vom Beginn der Seite anzufangen. Geben Sie dem Benutzer darüber soviel Kontrolle wie möglich, einschließlich der Möglichkeit die Zeitintervalle zwischen der automatischen Aktualisierung anzuhalten oder zu ändern.

Checkpunkt 7.5

Bis Benutzeragenten es zulassen, die automatische Weiterleitung (Redirect) zu stoppen, verwenden Sie keinen Auszeichnung, um eine Weiterleitung zu erzielen. Konfigurieren Sie stattdessen den Server so, dass er eine Weiterleitung ausführt.

Leiten Sie Seiten nicht automatisch weiter, so lange Benutzeragenten nicht die Möglichkeit bieten, die automatische Weiterleitung von Objekten oder der Hostseite anzuhalten. Flash MX unterstützt eine 'onClipEvent()'-Funktion, die den Benutzer weiterleiten kann, wenn der Film geladen ist (Parameter 'load' ) oder an beliebigen Punkten während des Films (Parameter 'enterFrame' ). Flash kann außerdem Skripte innerhalb der Hostanwendung aufrufen, um Seiten weiterzuleiten.

Techniken für 7.5:

Konfigurieren Sie den Server so, dass dieser automatische Weiterleitung ausführt. Benutzen Sie alternativ statische Inhalte und stellen Sie einen herkömmlichen Link im HTML zur Verfügung, um die Seite oder den Film weiterzuleiten.

Checkpunkt 8.1

Machen Sie programmierte Elemente wie Scripts und Applets direkt zugänglich oder kompatibel mit assistiven Technologien.

Stellen Sie sicher, dass Skripte innerhalb des Flash MX-Films und der Hostanwendung barrierefrei sind. Dies bedingt, dass Skripte, die von Mauskoordinaten und Doppelklicks abhängig sind und solche, die wichtige Informationen zur Verfügung stellen, aber nicht barrierefrei sind, vermieden werden. Einige Flash MX-Elemente wie unsichtbare Schaltflächen sind nicht barrierefrei umsetzbar und sollten vermieden oder mit redundanten barrierefreien Alternativen versehen werden.

Techniken für 8.1:

Informationen, die im 'Drücken-Zustand' einer Schaltfläche enthalten sind, stehen assistiven Technologien nicht zur Verfügung. Texte und Grafiken, die in diesem Zustand gezeigt werden oder dynamische Änderungen der Feldwerte 'Name' und 'Beschreibung' des Fenster 'Eingabehilfen' stehen assistiven Technologien nicht zur Verfügung. Vermitteln Sie keine wichtigen Informationen auf diese Art und Weise, sofern sie nicht auch noch zusätzlich auf barrierefreie Art zur Verfügung stehen.

Ähnlich verhält es sich mit unsichtbaren Schaltflächen, die in assistiven Technologien nicht zur Verfügung stehen: obwohl Flash MX für diese eine Eingabe für die Felder 'Name' und 'Beschreibung' des Fensters 'Eingabehilfen' erlaubt, werden diese von einer Sprachausgabe nicht ausgewertet. Darüber hinaus werden unsichtbare Schaltflächen nicht in der Tab-Reihenfolge eingeschlossen, womit diese Elemente geräteabhängig werden. Benutzen Sie barrierefreie interaktive Elemente überall dort, wo es möglich ist oder stellen Sie redundante barrierefreie Elemente zur Verfügung.

Checkpunkt 9.2

Sorgen Sie dafür, dass jedes Element, das über seine eigene Schnittstelle verfügt, in geräteunabhängiger Weise bedient werden kann.

Stellen Sie sicher, dass alle entsprechenden Elemente der Flash-Anwendung geräteunabhängig bedient werden können. Dies umschließt alle anderen Technologien wie QuickTime, die im Flash-Film eingebettet sind und den Zugriff auf den Flash-Film selber.

Techniken für 9.2:

Unsichtbare Schaltflächen sind nicht Teil der Tab-Reihenfolge, so dass diese Elemente dadurch geräteunabhängig sind. Benutzen Sie barrierefreie interaktive Elemente überall dort, wo es möglich ist oder stellen Sie redundante barrierefreie Elemente zur Verfügung.

Tastatureingaben können mit dem ActionScript Key-Objekt spezifiziert und erfasst werden. Das bedeutet auch, dass alle vorgefertigten Komponenten, die derzeit nicht geräteunabhängig sind, vermieden werden. Seien Sie sich allerdings darüber bewusst, welches Ausmaß die Belegung von Tastaturkürzeln, die schon von den Browsern, assistiven Technologien und Betriebssystemen benutzt werden, bereits angenommen hat.

Es kann sein, dass der Flash-Film selbst nicht den Fokus erhält, wenn er zum ersten Mal in den Browser geladen wird. Daher ist es manchmal notwendig, die geräteabhängige Aktion eines Mausklicks auf den Film durch den Benutzer zu simulieren, bevor der Benutzer die Tastatur benutzen kann, um innerhalb des Films zu navigieren. Derzeit scheint es noch keine geräteunabhängige Art zu geben, um dem Flash-Film den Fokus zu übergeben. Wenn JavaScript unterstützt und angeschaltet ist, dann kann die Funktion 'focus' dabei helfen, dem Film beim Laden der Seite den Fokus zu geben. Beachten Sie aber, dass dies eine JavaScript- und damit browserabhängige Option ist.

Checkpunkt 9.3

Spezifizieren Sie in Scripts logische Event-Handler anstelle von geräteabhängigen Event-Handlern.

Benutzen sie Ereignisprozedurmethoden auf der Ebene der Anwendung statt auf der Ebene der Interaktion durch den Benutzer. Das heißt, dass Sie es vermeiden sollten, Event-Handler (in der deutschen Flash-Version heißen diese "Ereignisprozeduren") zu spezifizieren, die geräteabhängig sind, wie z. B. Maus-spezifische oder Tastatur-spezifische Ereignisse. Benutzen Sie stattdessen geräteunabhängige Ereignisprozeduren wie 'focus' und 'blur' oder verdoppeln Sie die Angabe der geräteabhängigen Event-Handler (z. B. durch Maus-spezifische und zusätzlich auch Tastatur-spezifische Ereignisse für ein Kontrollelement).

Techniken für 9.3:

Flash hat die Fähigkeit, Skriptfunktionen, die sich innerhalb der Hostanwendung befinden, aufzurufen. Es kann notwendig sein, dass vorgefertigte Flash-Komponenten vermieden und geräteunabhängige äquivalente selbst erstellt werden müssen, um sicherzustellen, dass diese auf geräteunabhängige Weise aktiviert werden können.

Checkpunkt 9.4

Definieren Sie eine logische Tab-Reihenfolge für Links, Formular-Kontrollelemente und Objekte.

Die Navigation per Tastatur innerhalb einer Webseite und einem Flash-Film sollte in einer erwarteten Reihenfolge geschehen. Benutzer erwarten, dass die Tab-Reihenfolge einer bestimmten visuellen Linie folgt und dass verwandte Objekte in der Tab-Reihenfolge gruppiert sind. Wenn die standardmäßige Tab-Reihenfolge nicht den Erwartungen entspricht, dann sollte die Tab-Reihenfolge missachtet werden um eine logische Reihenfolge sicherzustellen.

Darüber hinaus ist es derzeit erforderlich, dem Benutzer einen Weg anzubieten, den Fokus über die Tastatur von einem Flash-Film wegzunehmen.

Techniken für 9.4:

Die standardmäßige Tab-Reihenfolge einer Flash Anwendung wird von einer Gewichtungsformel bestimmt, die oft nicht der erwarteten visuellen Reihenfolge entspricht (in den Referenzen finden Sie Hinweise, wie die standardmäßige Tab-Reihenfolge bestimmt wird). Die Standard-Tab-Reihenfolge kann übergangen werden, indem man die Reihenfolge über die ActionScript-Methoden 'tabIndex' , 'tabChildren' oder 'tabEnabled' angibt. Wenn Sie die Tab-Reihenfolge festlegen, dann sollten Sie daran denken, dass die Tab-Position aller barrierefreien Objekte eines Frames spezifiziert werden müssen. Dies beinhaltet dynamische Textobjekte und Movieclips, auch wenn diese eigentlich keine Tabstops sein müssten. Andernfalls würde die festgelegte Tab-Reihenfolge bei Benutzern, die den Film per Sprachausgabe ausgeben lassen, einfach ignoriert.

JavaScript kann benutzt werden, um den Fokus per Tastatur aus einem Flash-Objekt hinaus zu nehmen. Das bedeutet, dass ein ActionScript hinzugefügt werden muss, das entdeckt, wenn der Tab-Fokus am letzten oder ersten Element des Flash-Films ist, in welche Richtung er sich bewegt und dann ein JavaScript aufruft, das sich in der Hostseite befindet. Das JavaScript bewegt den Fokus vor oder nach dem Flash-Film auf das Objekt. Bedenken Sie bitte, dass der Gebrauch von JavaScript seine eigenen Probleme in Bezug auf die Barrierefreiheit hat.

Checkpunkt 9.5

Stellen Sie Tastatur-Kurzbefehle (Shortcuts) für wichtige Links (einschließlich solcher in Client-seitigen Imagemaps), Formular-Kontrollelemente und Gruppen von Formular-Kontrollelementen bereit.

Tastatur-Kurzbefehle ermöglichen einen schnellen Zugriff per Tastatur auf einen Link oder ein Formularelement, ohne dass man die Maus oder die Tabulatortaste wiederholt gebrauchen muss. Damit wird die Interaktion des Benutzers mit der Seite beschleunigt. Kontrollieren Sie dabei aber den Gebrauch von Tastaturkürzeln, die im Betriebssystem und anderen Softwarepakete (Browser und assistive Technologien) bereits belegt sein können, und vermeiden Sie es, Tasten zuzuweisen, die mit dem Gebrauch dieser Technologien kollidieren könnten.

Techniken für 9.5:

Das Feld 'Objekt mit Eingabehilfen versehen' im Fenster ' Eingabehilfeneinstellungen bearbeiten' erlaubt die Zuweisung von Tastenkombinationen für Objekte. Ein ActionScript Key-Objekt muss zusätzlich angegeben werden, um das Auslösen von Tasten auf der Tastatur zu erfassen.

Checkpunkt 10.1

Lassen Sie keine Pop-Ups oder andere Fenster erscheinen und wechseln Sie das aktuelle Fenster nicht, ohne den Benutzer zu informieren, bis Benutzeragenten es gestatten, die Erzeugung neuer Fenster zu unterbinden.

Die Erstellung oder das Wechseln von Fenstern ändert den Systemfokus, was mit Zugangsgeräten kollidieren kann. Es kann außerdem neue oder ungeübte Benutzer und solche mit kognitiven Behinderungen verwirren. Flash-Filme können wie in HTML Skriptfunktionen innerhalb eines Browsers aufrufen und damit neue Fenster öffnen, Pop-Ups erscheinen lassen und den Fensterfokus verändern. Darüber hinaus hat die ActionScript-Methode 'getURL()' die Möglichkeit, ein Ziel oder ein neues Fenster anzugeben, welches die gleichen Probleme in der Zugänglichkeit verursachen kann.

Weiterhin bietet Flash die Möglichkeit, Inhalte in Ebenen anzuordnen, was die sorgfältige Implementierung der Tastaturunterstützung und aller Elementäquivalente zu der aktuell im Vordergrund liegenden Ebene bedingt. Wenn der Fokus nicht alleine für die aktuelle Ebene erreicht werden kann, dann sollte diese Technik vermieden werden.

Techniken für 10.1:

Warnen Sie vor neuen Fenstern und Änderungen im Systemfokus. Warnungen sollten Teil des aktiven Elementes sein, entweder als Teil des Textes selbst oder wenigstens innerhalb des 'Name'- und 'Beschreibung'-äquivalentes, wenn zutreffend. Textäquivalente und Orientierungsinformationen sollten benutzt werden, damit sich der Benutzer zurechtfindet und um ihn über den neuen Fokus zu informieren. Wenn die Anordnung von Inhalten in Ebenen eingesetzt wird, um den Fokus zu verändern, dann stellen Sie sicher, dass eine ausreichende Beschreibung der Änderung als Textäquivalent oder als Teil des Inhaltes selber zur Verfügung steht. Stellen Sie außerdem die korrekte geräteunabhängige Navigation der aktuell im Vordergrund befindlichen Ebene sicher.

Checkpunkt 10.2

Sorgen Sie bei allen Formular-Kontrollelementen mit implizit zugeordneten Beschriftungen dafür, dass die Beschriftung korrekt positioniert ist, bis Benutzeragenten eine explizite Zuordnung von Beschriftung und Formular-Kontrollelement ermöglichen.

Flash MX hat eine Funktion zur automatischen Bezeichnung, um Formularelemente mit in der Nähe positionierten Beschriftungen zu verknüpfen. Für korrekte automatische Bezeichnungen muss das Textlabel (Beschriftung) entsprechend platziert sein.

Techniken für 10.2:

Stellen Sie sicher, dass Beschriftungen innerhalb, über oder nahe dem Textfeld platziert sind. So erreichen Sie, dass die Flash MX-Funktion zur automatischen Bezeichnung die Beschriftung automatisch den korrekten Formularfeldern zuordnet. In Fällen, in denen diese Funktion nicht passend ist, also z. B. wenn sich das Textäquivalent vom Textlabel unterscheiden sollte oder wenn sich die Beschriftung weiter von dem Formularelement entfernt befindet, dann kann im Fenster 'Eingabehilfen' explizit ein Textäquivalent für das Formular-Kontrollelement angegeben werden.

Richtlinie 12

Stellen Sie Informationen zum Kontext und zur Orientierung bereit.

Es ist möglich, ein Textäquivalent für eine gesamte Flash-Anwendung zu hinterlegen, in dem die Gestaltung des Films und seine Hauptkomponenten in Kurzform beschrieben wird. Die Beschreibung sollte sowohl den Zweck des Films als auch sein Layout einführen und erklären.

Auf die Felder 'Name' und 'Beschreibung' des Fensters 'Eingabehilfen' kann an der _root-Zeitleiste zugegriffen werden und alle Optionen können abgewählt werden.

Alternativ kann ein Movieclip in der oberen linken Ecke des Bildschirms eingefügt werden, in dem eine Beschreibung enthalten ist, die beim ersten Laden des Films ausgegeben wird. Dies bringt die Flexibilität, diese Beschreibung ändern zu können, wann immer eine Änderung die Sprachausgabe dazu bringt, erneut am oberen Ende des Flash-Screens zu beginnen. Diese Option ist offensichtlich zuverlässiger, da die Sprachausgabe Window Eyes dazu tendiert, das Beschreibungsfeld im ersten Durchgang nicht zu lesen.

Checkpunkt 12.4

Ordnen Sie Beschriftungen explizit ihren Kontrollelementen zu.

Techniken für 12.4:

Das Fenster 'Eingabehilfen' kann benutzt werden, um direkt eine Beschriftung für die meisten Formularelemente anzugeben.

Checkpunkt 13.4

Verwenden Sie Navigationsmechanismen in konsistenter Weise.

Flash hat die Fähigkeit, Elemente auf eine Vielzahl von Arten zu präsentieren. Während dies bedeuten kann, dass die Anwendung für viele Benutzer neu und interessant ist, kann eine Abkehr von der bekannten Darstellung und Interaktion mit Buttons, Links usw. verwirrend sein und zur Desorientierung führen. Flash-Anwendungen sollten bekannte Darstellungselemente verwenden und diese so durchgängig wie möglich benutzen.

Techniken für 13.4:

Vermeiden Sie es, nur die "Text Pixel" eines Textlinks aktiv zu machen. Das Fehlen eines aktiven Bereichs um den ganzen Textlink ist konträr zur Erfahrung des Benutzers in Bezug auf die Interaktion mit Links. Der Benutzer könnte fälschlicherweise das Vorhandensein eines aktiven Links übersehen oder nicht in der Lage sein, das Zeigegerät genau zu positionieren, um solche kleinen aktiven Bereiche auszuwählen. Vermeiden sie kleine Zielgrößen weitestgehend. ActionScript kann eingesetzt werden, um Zielgrößen bei einer Annäherung durch die Maus dynamisch zu vergrößern, aber diese Technik sollte nicht alleine eingesetzt werden, da sie nicht auf andere Auswahlwerkzeuge reagiert.