EfA 2006 – Teil 2: Grundsätzliches zur Qualität des Code

Wie bereits bei früheren Relaunches werden wir auch diesmal versuchen, sämtliche anzuwendenden Standards weitestgehend zu erfüllen. Dies gilt insbesondere für die Vorgaben der BITV bzw. der WCAG. Dazu gehören neben den Ansprüchen an eine funktionierende Informationsarchitektur, die wir in der ersten Folge behandelt haben, auch die technische Grundlage in Form von HTML, CSS & JavaScript.

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Stand: 22.11.2005, Autor: tc

Ja, Sie haben richtig gelesen, HTML, nicht XHTMLEfA macht den Schritt zurück zu HTML 4.01. Vorzugsweise in der Variante HTML 4.01 strict, bei begründeten Ausnahmen auch 4.01 transitional.

Die Hintergründe dieser Entscheidung

Die Seiten von ›Einfach für Alle‹ basierten vom Start weg auf XHTML 1, aus Gründen der Kompatibilität der Gestaltung mit den Möglichkeiten der damaligen Browser zunächst in der Variante transitional. Bei den vergangenen Relaunches vollzogen wir dann für den überwiegenden Teil der Inhalte den Schritt zur Variante strict. Ausgenommen waren Seiten, wo inhaltliche Gründe Attribute erforderten, die in der strikten Variante nicht mehr erlaubt waren.

Ein Beispiel hierfür ist das start-Attribut des OL-Elementes – das W3C vertritt die Auffassung, dass man fortlaufende Nummerierungen über mehrere Listen hinweg per CSS erreichen sollte. In einigen Fällen handelt es sich unserer Meinung nach bei dieser Art der Auszeichnung (wie wir sie zum Beispiel bei Codelistings verwenden) um echte Inhalte und nicht um Dekoration. Gerade wenn im Text Bezüge zu Zeilennummern (im konkreten Fall also die Ordnungszahlen der OL‹s) stehen, wäre es fatal, wenn diese in Clients ohne CSS-Unterstützung auf einmal anders nummeriert wären. Daher sind einige Seiten bei EfA nach wie vor transitional.

  • Eines der Versprechen von XHTML gegenüber klassischem HTML war, dass die Sprache beliebig erweiterbar ist. Wir haben keinen Bedarf, mathematische oder chemische Formeln in unsere Texte einzubetten, und der Satz an möglichen Elementen in HTML reicht für unsere Zwecke vollkommen aus. Ein Punkt Abzug für XHTML.
  • Der nächste logische Schritt wäre gewesen, die Seiten in Zukunft auf XHTML1.1 umzustellen. Hiervon gibt es aber keine transitional-Variante mehr, auf die wir teilweise angewiesen sind. Ein Punkt Abzug für XHTML.
  • XHTML 1.1 muss zudem mit einem Mime-Type ausgeliefert werden, den der marktführende Browser MS IE bis heute nicht unterstützt. Ein Punkt Abzug für XHTML.
  • XHTML 1.0 hingegen kann vom Server auch so an Browser ausgeliefert werden, dass es abwärtskompatibel zu unvollständigen oder fehlerhaften Implementierungen ist (Stichwort: text/html). Allerdings verliert man jegliche Flexibilität und die Seiten verhalten sich im Browser so, als wären sie HTML 4 – dann kann man auch bei HTML 4 bleiben. Ein Punkt Abzug für XHTML.
  • Bisher waren alle HTML-Spezifikationen in gewisser Weise immer zueinander kompatibel. Die bisherigen Entwürfe zu XHTML 2 sind nicht mehr abwärtskompatibel zu älteren Implementierungen. Es ist also abzusehen, dass in Zukunft eine ganze Reihe verbreiteter Clients außen vor bleiben werden. Dies würde in eine Sackgasse führen, aus der man schwer wieder herauskommt. Ein Punkt Abzug für XHTML.

XHTML profitierte einige Zeit von seinem »Coolness-Faktor«, der sich aber schnell abgenutzt hat. Die wesentlichen Unterschiede für die Barrierefreiheit und Medienunabhängigkeit liegen aber nicht zwischen HTML 4 und XHTML 1.x, sondern zwischen den jeweiligen Varianten strict und transitional. So kann eine Seite in HTML 4 in der Variante strict durchaus weniger Barrieren haben als eine optisch identische Seite in XHTML 1 transitional, die veraltete Elemente und Attribute benutzt.

Erleichtert wird diese Entscheidung dadurch, dass beim aktuellen Relaunch die gesamte Struktur überarbeitet und auch das Redaktionssystem (und somit sämtliche Templates) ausgetauscht wird. Die dazu notwendigen Änderungen in den Inhalten sind mit einigen intelligenten Suchmustern schnell erledigt. Der Aufwand für diesen Wechsel zurück ist somit zu vernachlässigen – ein klarer Vorteil durch die eingebaute Logik barrierearmer Webinhalte, der sich nun auszahlt.

In der nächsten Folge werden Sie sehen, wie das HTML der neuen Startseite aufgebaut ist.

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