Umfassende Barrierefreiheit ist die zentrale Voraussetzung, wenn Integration gelingen und ein selbstbestimmtes Leben auch für behinderte Menschen eine Selbstverständlichkeit werden soll.

Grußwort der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer

Sehr geehrte Damen und Herren,

umfassende Barrierefreiheit ist die zentrale Voraussetzung, wenn Integration gelingen und ein selbstbestimmtes Leben auch für behinderte Menschen eine Selbstverständlichkeit werden soll.

Mit dem Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes (kurz BGG) ist die gesetzliche Grundlage für Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen, die im Regelungsbereich des Bundes liegen, geschaffen worden. Ein wichtiger Punkt im BGG ist vor allem die verbindliche Definition des Begriffs »Barrierefreiheit«: Jeder Mensch soll grundsätzlich ohne fremde Hilfe in der Lage zu sein, sich in der Gesellschaft zu bewegen. Gerade im Bereich des Bauens ist diese Forderung an vielen Stellen bereits beherzigt worden – es ist zweifelsohne eine zunehmende Sensibilität zu spüren. Dass aber auch eine barrierefreie Kommunikation und damit auch ein barrierefreies Internet gewährleistet sein müssen, wird noch allzu oft übersehen. Durch nicht barrierefreie Internetangebote werden behinderte Menschen ausgegrenzt, ihnen wird ein zunehmend wichtiger Teil der gesellschaftlichen Kommunikation vorenthalten. Für umso wichtiger halte ich die heutige Tagung, die sich mit genau diesem Thema auseinandersetzt. Vor allem die Chancen und Risiken des veränderten Internets für Menschen mit Behinderungen – aber auch für die ganze Gesellschaft – sollten hier thematisiert werden.

Ein barrierefreies Internet bietet eine umkomplizierte Möglichkeit für behinderte Menschen, sich zu informieren und mit anderen auszutauschen. Das wichtige, aber behinderten Menschen bislang kaum mögliche, social networking kann über das Internet stattfinden. Ich sehe hier eine große Chance für mehr Selbstbestimmung und Teilhabe. Die Seiten der Bundesbehörden sowie die einiger Unternehmen sind bereits barrierefrei. Diese guten Beispiele werden auch zunehmend öffentlich gemacht. Es spricht sich die Tatsache herum, dass man mit barrierefreien Internetseiten mehr und neue Kunden gewinnen kann. Diese Entwicklung verdanken wir nicht zuletzt dem von der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen jährlich ausgelobten »BIENE Award«.

Kein anderes Medium verändert den Alltag so stark wie das Internet und bietet so viele Chancen für behinderte Menschen zur Teilhabe in allen Lebensbereichen. Der Einsatz von IT bietet Assistenz und Unterstützung und ermöglicht so eine Unabhängigkeit von menschlichen Unterstützern. Und natürlich bietet der IT-Bereich Chancen am Arbeitsmarkt. Es gilt jetzt, diese Chancen auszuloten und in der Praxis zu nutzen! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche und interessante Tagung!

Mit herzlichen Grüßen

Ihre
Karin Evers-Meyer
Beauftragte der Bundesregierung
für die Belange behinderter Menschen

BIENE Wettbewerb 2008 gestartet

Ob und wie sich die Impulse der Tagung in Gelsen­kirchen in der Praxis auswirken, könnte sich be­reits im Dezem­ber zeigen.

Anlässlich der Tagung starteten die Aktion Mensch und die Stif­tung Digi­tale Chancen zum fünften Mal den BIENE-Wett­bewerb für die besten deutsch­sprachigen barriere­freien Web­seiten. Anbieter können ihre Web­seiten bis zum 15. Juli einreichen. Die Preis­verleihung findet im Dezem­ber 2008 in Berlin statt.

Weitere Infos und Anmeldung zum Wett­bewerb unter www.biene-wettbewerb.de