Suche:
Tags? RSS?
Wir erklären Ihnen, was das heißt und wie Sie damit immer auf dem neuesten Stand bleiben…
Kommentare:
- Martin zu:»Semantic Web einfach erklärt«
- Andreas Kuckartz zu:»Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit ist online«
- Kim Denise Heidebrecht zu:»»Waiting« – das barrierefreie Musikvideo jetzt bei YouTube & Vimeo«
- BR zu:»»Waiting« – das barrierefreie Musikvideo jetzt bei YouTube & Vimeo«
- Kim Denise Heidebrecht zu:»»Waiting« – das barrierefreie Musikvideo jetzt bei YouTube & Vimeo«
Themen:
- AJAX
- ATAG
- Ausbildung
- Barrierefreiheit
- Barrieren
- Best Practice
- BIENE
- BITV
- Blogs
- Browser
- CMS
- CSS
- Design
- DGS
- eCommerce
- EfATagung
- eGovernment
- eLearning
- Flash
- Gesetze
- Hausmitteilung
- Hilfsmittel
- Hörbehinderung
- HTML
- i18n
- JavaScript
- Leichte Sprache
- Lernbehinderung
- Linux
- Literatur
- Mac
- Microformats
- Mobile Web
- Motorische Behinderung
- Multimedia
- Navigation
- Österreich
- Podcast
- Schweiz
- Sehbehinderung
- Testen
- Typografie
- UAAG
- Usability
- Veranstaltung
- Veranstaltungen
- W3C
- WAI-ARIA
- WCAG
- Web 2.0
- Web-2.0
- Webstandards
- Werkzeuge
- Windows
- Zertifizierung
Lesenswertes:
Twitter Einzeiler:
- Neue Einträge bei Events: http://einfachfueralle.de/blog/id/2584 #a11y
[ vor 17 Tagen ] - Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit ist online: http://einfachfueralle.de/blog/id/2583
[ vor 37 Tagen ] - 224 Webseiten wollen eine BIENE / Mehr komplexe als einfache Angebote: http://einfachfueralle.de/blog/id/2582
[ vor 39 Tagen ] - »Waiting« – das barrierefreie Musikvideo: http://einfachfueralle.de/blog/id/2581 #dgs #a11y
[ vor 42 Tagen ] - Neue Einträge beim Events-Kalender im EfA AccessBlog:
http://einfachfueralle.de/blog/id/2580
[ vor 42 Tagen ] - Endspurt bei der BIENE 2010 – Bewerben bis zum 15. Juli: http://einfachfueralle.de/blog/id/2579 #biene10 #a11y
[ vor 58 Tagen ] - BIENE sucht Vorbilder – Testverfahren veröffentlicht / Teilnahme bis 15. Juli möglich: http://einfachfueralle.de/blog/id/2578 #biene10 #a11y
[ vor 84 Tagen ] - Blinde im Mitmach-Web: http://bit.ly/aYQnuE – dritter Teil der Serie von Domingos de Oliveira zum Thema ›Wie Blinde Websites erkunden‹ #a11y
[ vor 107 Tagen ] - ›Multimedia für Blinde‹ – zweiter Teil der Serie ›Wie Blinde Websites erkunden‹: http://einfachfueralle.de/blog/id/2576 #a11y
[ vor 107 Tagen ] - Biene-Wettbewerb erhöht Mindestanforderungen: http://bit.ly/bfT3S2 (♻ @kobinetev)
[ vor 116 Tagen ]
News mit tag »Sehbehinderung«
19 Mai 2010
Blinde im Mitmach-Web
Das Web 2.0 ist eine Einladung zum Mitmachen: Leser werden zu Schreibern, Hinschauer werden zu Fotografen, Menschen schließen sich zu Communities zusammen.
Große Teile des Mitmach-Web sind textbasiert. Für das Blogging und Mikro-Blogging gibt es netzbasierte Lösungen wie Wordpress oder AccessibleTwitter. Der blinde Heiko Kunert benutzt einige der Web-2.0-Tools wie Wordpress, Twitter oder Friendfeed, um unter anderem über die alltäglichen Schwierigkeiten Blinder zu berichten. Der ebenfalls blinde Programm-Entwickler Marco Zehe berichtet in seinem Weblog über seine Beteiligung an der Entwicklung des Firefox-Browsers und Aspekte der Barrierefreiheit. Der blinde Hörfunk-Journalist Marko Schlichting produziert »Markos Medienpodcast«, in dem er kritisch über die Medienkultur berichtet.
Mapping für Blinde
Die Routenplanungen für Fußgänger von GoogleMaps oder BingMaps erlauben Blinden, eine zu laufende Route bezüglich Entfernung und Namen der Straßen abzuschätzen und leistet damit einen Beitrag zur selbstständigen Mobilität. Noch weiter geht das freie Karten-Projekt OpenStreetMap. Hier haben alle Beteiligten die Möglichkeit, mit einem GPS-Tracker Material zu freien Karten beizusteuern. Die Nutzer werden auch dazu angehalten, für Blinde wichtige Punkte wie Haltestellen exakt zu kennzeichnen. Auch Blinde sind dazu eingeladen, Tracks zu spenden, schließlich wissen sie am besten, welche Orte für sie wichtig sind.
Soziale Netzwerke
Die großen sozialen Netzwerke gelten bisher als eher unzugänglich. Die Websites sind sehr komplex aufgebaut. Außerdem werden oft CAPTCHAs verwendet, das sind in Bildern versteckte Zeichen, die der menschliche Leser eingeben muss, um zum Beispiel Freunde oder Anwendungen zu seinem Profil hinzuzufügen. Die im ersten Beitrag erwähnten Mailinglisten können ähnliche Aufgaben wie die sozialen Netzwerke Erfüllen.
Offen und zugänglich – ein Web für Alle
Die Beiträge zeigen nur einen Bruchteil der Möglichkeiten und Anwendungen im Internet. Blinde Programmierer sind unter anderem an der Entwicklung der im ersten Teil genannten freien Screenreader oder an der freien Handy-Navigation Loadstone GPS beteiligt und verwenden dazu Anwendungen zur Zusammenarbeit im Netz wie Wikis.
Jeder Blinde im Besonderen und Behinderte im Allgemeinen entwickelt seine eigenen Strategien, um mit dem Netz zurecht zu kommen. Ein häufiges Argument, Anwendungen nicht barrierefrei zu machen lautet, dass diese sowieso nicht von Behinderten verwendet würden. Eine selbst erfüllende Prophezeiung.
Barrierefreiheit ist nicht nur für Blinde und Sehbehinderte wichtig. Auch Menschen mit Lernschwäche, motorischen Einschränkungen oder ältere Menschen stoßen auf mehr oder weniger große Schwierigkeiten bei der Nutzung des Web. Deswegen gehören selbstverständlich auch Bilder, Videos oder Animationen zur barrierefreien Webgestaltung.
Im Mitmach-Web muss Barrierefreiheit weiter gedacht werden:
- Die Websites vieler freier Redaktionssysteme sind oft schon barrierefrei. Behinderte sind aber nicht nur Konsumenten von Inhalten, sondern wollen selbst Inhalte bereit stellen. Deshalb sollte auch das Backend von Redaktionssystemen barrierefrei zugänglich sein.
- Die Frage sollte nicht lauten, ob Behinderte eine bestimmte Anwendung einsetzen werden. Eine Anwendung sollte möglichst für alle zugänglich sein. Im Rahmen des E-Goverment und von Open Data wird das Web nicht nur gesellschaftlich, sondern auch für die politische Teilnahme entscheidend an Bedeutung gewinnen. Das E-Goverment soll Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung online bereit stellen, im Rahmen von Open Data sollen Daten öffentlicher und wissenschaftlicher Einrichtungen bereit gestellt werden.
- Entscheidend für Anwendungen wie Easy YouTube oder AccessibleTwitter sind die Programmschnittstellen, die viele der großen Web-2.0-Anwendungen anbieten. Diese Application Programming Interfaces (APIs) erlauben den Zugriff auf Daten und Funktionen der Webanwendungen. APIs sind allerdings kein Ersatz, sondern eine Ergänzung barrierefreier Angebote. Sie erlauben alternative Zugriffswege und Darstellungsformen.
- Zu einem guten Web-Angebot gehören auch multimediale Inhalte und auch diese Inhalte müssen möglichst für alle zugänglich sein.
Das Internet macht es zum ersten Mal möglich, dass sich Behinderte und Nicht-Behinderte ohne große Berührungsängste untereinander austauschen. Dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen und die Zugänglichkeit der Plattformen ist die wichtigste Voraussetzung.
17 Mai 2010
Multimedia für Blinde
Obwohl das Web nach wie vor ein textbasiertes Medium ist, kommt kaum eine Website heute ohne multimediale Angebote aus. Vor allem im Bildungsbereich spielen Podcasts, Videos und Präsentationen eine immer größere Rolle.
Podcasts – hören statt sehen
Podcasts können mit geringem Aufwand produziert und angeboten werden und erfreuen sich großer Beliebtheit, weil sie problemlos mobil genutzt werden können. Für Blinde liegt der Vorteil von Podcasts darin, dass sie rein akkustisch sind, zumeist als Download angeboten werden und problemlos auf dem PC oder anderen Geräten angehört werden können.
Auch Blinde schauen Videos
Viele Leute scheinen zu glauben, Blinde würden sich keine Videos anschauen. Allerdings dürfte es kaum jemanden überraschen, dass auch Blinde oft einen Fernseher zuhause stehen haben. Videos haben einen sehr hohen sprachlichen Anteil. Viele Vorträge, Vorlesungen, Interviews oder Ausschnitte aus aktuellen Fernsehsendungen werden als Video bereit gestellt. Das Einbinden und Verweisen auf Videos gehört zum Alltag im Web 2.0.
Flash als Barriere
Das Kernproblem bei der Zugänglichkeit der Videos besteht im verbreiteten Einsatz des Flash-Player. Videos auf YouTube lassen sich über Tastatur weder starten noch stoppen. Für Blinde wäre es besonders wichtig, die Lautstärke von Videos zu steuern, da sie bei zu lauten Videos ihre Sprachausgabe nicht mehr verstehen können.
Wie es anders geht, zeigen die Anwendungen EasyYouTube oder Accessible Interface to YouTube. Diese Anwendungen sind über den Screenreader steuerbar. Für den Browser Firefox gibt es verschiedene Erweiterungen, die das Herunterladen und bequeme Steuern der Videos zulassen. Der Online-Dienst Video2mp3 erlaubt das Konvertieren von Videos in mp3. Die Nachteile solcher Anwendungen sind aber offensichtlich:
- Es ist nicht klar, ob diese Anwendungen mit den Benutzungsbedingungen der Anbieter und dem Urheberrecht harmonieren.
- Diese Anwendungen sind oft auf bestimmte Plattformen zugeschnitten. Wenn man zum Beispiel Videostreams der eigenen Universität ansehen möchte, dann funktionieren auf YouTube zugeschnittene Programme nicht. Die Website Podcampus bietet Vorträge verschiedener Universitäten im Flash-Format an, ist aber von Haus aus nicht zugänglich.
- Zudem entgehen dem Nutzer viele Informationen und Funktionen der Ursprungs-Website, mehr oder weniger nützliche Kommentare und Anmerkungen, die Anzeige verwandter Inhalte oder erweiterte Suchfunktionen mit Filtermöglichkeiten.
Bedenklich ist auch die Tendenz, Präsentationen als Flash-Animation wie auf SlideShare bereit zu stellen. Präsentationen enthalten normalerweise keine Audio-Kommentierung und die Texte der Präsentationen sind für den Screenreader nicht lesbar. Besser sind die Screencasts, dabei werden Präsentationen und Vorlesungstext parallel aufgesprochen. Davon können auch Sehbehinderte profitieren, die an ihrem eigenen Bildschirm der Präsentation wesentlich besser folgen können als einer Leinwand-Projektion. Die Screencasts werden aber zumeist ebenfalls im Flash-Format angeboten und sind damit für Blinde nicht zugänglich.
Multimedia dient nicht nur der Unterhaltung, sondern wird zunehmend auch in den Bereichen Bildung und E-Learning eingesetzt. Daher wird es für Blinde immer wichtiger, dass auch solche Angebote zugänglich sind.
12 Mai 2010
Wie Blinde Websites erkunden
Wie klingt eigentlich eine Website? Das ist eine Frage, die vor allem Blinde beantworten können. Blinde und Sehgeschädigte gehören zu den intensivsten Nutzern des Internet. Wie sie das Netz nutzen, erfahren Sie in dieser dreiteiligen Artikelserie.
Am Beispiel von Texten wollen wir zunächst zeigen, wie Blinde eine optische Oberfläche für sich zugänglich machen. Im zweiten Teil wird es um die Nutzung multimedialer Angebote gehen. Wie Blinde selbst Inhalte im Web bereit stellen, erfahren die Leser im dritten Teil.
Die graphische Benutzeroberfläche und der Screenreader
Um einen Computer nutzen zu können, verwenden Blinde einen Screenreader. Dieses Programm gibt visuelle Inhalte wie Menüs oder Texte als Sprache oder als Blindenschrift auf einem Braille-Display aus. Die Steuerung erfolgt vollständig über die Tastatur. Die Zugänglichkeit der Programme ist sehr unterschiedlich, manche Programme lassen sich sehr gut über Tastatur und Screenreader bedienen, andere gar nicht.
Das Internet gehört zu den wichtigsten Bereichen der Computernutzung und ist über Screenreader generell gut zu erreichen. Der Screenreader orientiert sich nicht am optischen Erscheinungsbild, sondern an der Struktur einer Website. Elemente, die für den sehenden Nutzer parallel erscheinen, sind für den Nutzer von Screenreadern linear angeordnet.
Während der Sehende mit einem Blick wichtige Elemente wie die Navigation und Text von Schmuckelementen wie Bannern oder Werbung unterscheiden kann, gilt es für den Blinden, zunächst alle Elemente der Website einmal zu erfassen, um sich auf der Website zurecht finden zu können. Der Inhalt von Bildern, Graphiken und Animationen bleibt für Blinde unsichtbar.
Texte und Foren
Normale Fließtexte stellen in der Regel kein Problem dar. Die kleine Anwendung RSS hat dabei zu einer wesentlichen Verbesserung geführt. Die Feeds erlauben das bequeme Lesen der Artikel, ohne die jeweiligen Seiten durchnavigieren zu müssen. Schwieriger sieht es bei komplexen Angeboten aus, wir wollen das hier am Beispiel von Foren deutlich machen.
Die klassischen Foren basieren auf der sogenannten Baumstruktur. Die Baumstruktur erlaubt das Erkennen von Diskussionssträngen. Der Nutzer sieht auf den ersten Blick, wer auf wen geantwortet hat. Für den Blinden ist das allerdings nicht erkennbar. Ebenfalls problematisch ist, dass Beiträge nur einzeln angezeigt werden. Der Screenreader muss bei jedem Aufruf die Seite neu einlesen und beginnt am Anfang der Seite. Der Blinde muss bei jedem Seitenaufruf nach dem Anfang des Beitrags suchen, ohne zu wissen, ob tatsächlich etwas lesenswertes in dem Beitrag steht. Manche Diskussionsfäden ziehen sich über Dutzende von Beiträgen, so dass selbst Normal-Sehende hier nicht alle Beiträge lesen würden.
Günstiger sind die Newsboards, wo die Antworten untereinander angeordnet werden, hier ist zumeist auch für den Sehenden nicht erkennbar, wer auf wen geantwortet hat. Das Projekt selfHTML hat das in seinem Forum elegant gelöst: Oben auf der Website wird der Forenbaum angezeigt, darunter werden alle Beiträge untereinander eingeblendet.
E-Mails als Austauschmedium
Viele Blinde bevorzugen für Austausch und Diskussionen E-Mails. Auf der Plattform Blindzeln gibt es über 70 Mailinglisten zu so verschiedenen Themen wie Kochen, Lesen oder Blindenhunden.
Das Mailprogramm bietet ein einheitliches Erscheinungsbild und hat viele Funktionen, die Foren und Newsboards entweder gar nicht bieten oder die für Blinde nur schwer oder gar nicht zugänglich sind:
- die Absender sind leicht erkennbar
- die Nachrichten lassen sich einfach nach Absender, Datum oder Thema sortieren
- die Diskussionsstränge lassen sich anhand der Betreffzeile erkennen
Der größte Vorteil besteht darin, dass alle Funktionen des Mailprogramms per Tastatur zugänglich sind.
Der Nachteil dieser Mailinglisten ist allerdings ebenso offensichtlich: Obwohl auch Menschen ohne Sehschädigung bei Blindzeln willkommen sind, bevorzugen die meisten Sehenden für sie attraktivere Austauschmedien. Was für den Blinden übersichtlich und einfach ist, wirkt auf den Sehenden unübersichtlich und textlastig.
Die Kommunikation verlagert sich zunehmend von E-Mails hin zu Statusmeldungen über Twitter oder zum Nachrichtenaustausch innerhalb der sozialen Netzwerke.
Zudem entgehen den Blinden wichtige Informationen und Hilfsmöglichkeiten, wenn sie gezielt Foren ausweichen. Foren werden gern zur Selbsthilfe genutzt und oftmals sind die hier gegebenen Antworten hilfreicher als die Hilfeseiten professioneller Anbieter.
Komplexe Anwendungen und Interaktion
Komplexe Websites erfordern einen hohen Lernaufwand des blinden Nutzers und sind daher oft nicht attraktiv. Schwierig sind zum Beispiel Shopping-Angebote und Online-Auktionen. Grundlegende Informationen wie Preise, Artikelbeschreibung oder allgemeine Geschäftsbedingungen sind zumeist noch erschließbar. Schwierig ist vor allem die Interaktion mit der Website, wenn es um die Eingabe von Daten und die Zahlungsmodalitäten geht. Die Shop-Betreiber setzen zumeist auf Technologien, die vom Screenreader nicht unterstützt werden, die nicht mit der Tastatur bedienbar sind und deren Rückmeldungen oft nicht verständlich sind.
Die Folgen können hier sehr schwerwiegend sein, wenn etwa aus Versehen falsche Artikel bestellt werden. Deswegen bleiben viele Blinde lieber bei den Webseiten, die sie gut genug kennen, um sie bedienen und überschauen zu können.
Screenreader testen
Mittlerweile hat jeder die Möglichkeit, selbst mit Screenreadern zu experimentieren: Unter Windows gibt es die freien Screenreader NVDA und Thunder, die Linux-Distributionen Ubuntu und Knoppix haben von Haus aus die Screenreader Orca und ADRIANE an Bord. Die Apple-Betriebsysteme werden mit dem Screenreader VoiceOver ausgeliefert. Die professionelle Nutzung eines Screenreaders erfordert allerdings viel Erfahrung und Übung.
24 Apr 2009
Neues in der Werkzeugkiste
Zugänglichkeit für Nutzer ohne Maus zu ermöglichen ist einer der wichtigsten Schritte beim Aufbau einer barrierefreien Webseite oder Web-Applikation. Beim Testen der Zugänglichkeit per Tastatur findet man sich immer wieder nach dem Drücken der Tabtaste in der Situation: »Wo ist mein Cursor?« oder »Welches Element hat eigentlich gerade den Fokus?«. Gerade bei Elementen, die per CSS aus dem sichtbaren Bildschirm-Bereich geschoben wurden, tabt man dann gern und lang im Dunkeln.
LogFocus – hilfreiches Bookmarklet beim Testen von Keyboard-Accessibility
Beim Aufräumen unserer Lesezeichen-Sammlung haben wir ein Skript von Dirk Ginader gefunden, das Licht in diese Situationen bringt, und das er vor einiger Zeit in ein handliches Bookmarklet gekapselt hat.
LogFocus arbeitet in allen Browsern, die eine Konsole zur Verfügung stellen: Im Firefox ist hierfür Firebug notwendig; in Safari (bzw. WebKit) muss das ›Develop‹-Menü aktiviert sein; für Internet Explorer empfiehlt sich das PlugIn Companion.JS und in Opera wird die eingebaute Konsole im Debugger Dragonfly genutzt.
Um das Bookmarklet zu installieren zieht man einfach den folgenden Link in die eigenen Bookmarks:
Von dort aus kann das Skript dann einfach per Klick auf jeder beliebigen Seite ausgeführt werden und die aktuelle Position wird in die Konsole geschrieben.
26 Jun 2008
Schatten Design links
Einer aus der Serie ›Knapp daneben ist auch vorbei‹: Selamet Aydogdu über »Alternativtexte - Zuviel des Guten«.
27 Mai 2008
Neue Hilfeseite für blinde Nutzer bei Wikipedia
Seit kurzem gibt es bei Wikipedia eine Hilfeseite für blinde Benutzer. Die Seite soll bei den ersten Schritten helfen. Fragen und Anregungen, die sich auf die Bedienung von Wikipedia mit einer Screenreader-Software beziehen, kann man auf die dort verlinkten Diskussionsseiten schreiben.
Viele Wikipedia-Artikel, die sich auf Blindheit oder Sehbehinderung beziehen, sollten überarbeitet und ergänzt werden. Manch ein wünschenswerter Artikel existiert bislang noch nicht. Viele Menschen informieren sich bei Wikipedia und Suchmaschinen wie Google zeigen passende Wikipedia-Artikel in der Trefferliste ganz oben an. Gute Artikel sollten also im Interesse der
Öffentlichkeitsarbeit der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe sein. Dabei sollte jedoch ein enzyklopädischer Stil (also keine Werbung oder reine Selbstdarstellung) und das Urheberrecht beachtet werden. Das bedeutet, dass man Textfragmente aus anderen Quellen nicht einfach unverändert übernehmen kann, es sei denn, der Urheber des Textes spendet diesen ausdrücklich an Wikipedia beziehungsweise stellt diesen unter eine freie Lizenz wie die GPL. Mehr Informationen findet man auf den entsprechenden Hilfeseiten. Auch für Artikel, die sich mit anderen Behinderungen beschäftigen, wären Überarbeitungen und Ergänzungen durch kundige Bearbeiter wünschenswert.
(bei kobinet abgeschrieben)
11 Mär 2008
Gesammelte Werke
Barrierefreiheit jenseits des Browsers:
- Golem: »Gnome: 50.000 US-Dollar für Barrierefreiheit«
- Bruce Byfield: »GNOME focuses on accessibility -- with a little help from Mozilla and others«
- Reverend Anthony: »Ramblings of a colorblind gamer«
- Tori Floyd: »Website Makes Gaming Accessible For Everyone«
- Eitan Glinert: »Designing Games That Are Accessible To Everyone«
- WebAIM: »Microsoft Word«
- Steve Lee: »Python Powered Accessibility«
- Wesley Fryer: »Converting text to and from speech for accessibility and convenience«
- E-Access Blog: »Dyslexia and the Civil Service«
- Microsoft UK: »Accessible Technology - A guide for teachers«
- Adam Lehman: »Is Adobe Flex Really Accessible? You bet your robot voice it is!«
- ATMac: »GarageBand Now Accessible For Blind Users«
- Regina Anthony: »Tech finally at hand for India’s 60 mn disabled«
- Joanna Bawa: »Investment in Accessibility is beginning to Pay Off«
- The Customer Respect Group: »Accessibility and business value study«
22 Feb 2008
Barrierefreiheit zum kucken
…und jetzt auch zum mitlesen: den ausgesprochen lehrreichen Film »Wie bedient ein sehbehinderter oder ein blinder Mensch das Web?« des Instituts für Medizinische Lehre der Uni Bern gibt es jetzt auch mit Untertiteln und Audiodeskription. Damit ist das Video auch für Blinde als Hörfilm, für Gehörlose, sowie für alle Menschen, die die Schweizer Umgangssprache nicht verstehen, dank der Untertitel zugänglich. Eine Auswahl der verschiedenen Varianten findet sich auf den Seiten des Usability-Labors der Uni Bern.
In dem Film zeigen Thomas Lanter, sehbehinderter Accessibility-Spezialist bei der Stiftung ›Zugang für alle‹ mit der Lupen-Software ZoomText und Jürg Cathomas, blinder IT-Spezialist des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbands mit dem Screenreader JAWS, wie barrierefrei nutzbare Web-Angebote aufgebaut sein sollten.
13 Feb 2008
Gesammelte Werke
- Jörg Morsbach: »Epileptische Anfälle - unterschätztes Phänomen«
- Matthias Koch: »Erst Flash - dann Crash: Wenn Screendesign zur Waffe wird«
- Darryll A. DeCoster: »Standards, compliance and what about Flash?«
- Kim Krause Berg: »Is Accessibility Hard To Learn And Implement?«
- Lorelle VanFossen: »Blog Challenge: Testing Your Blog’s Accessibility«
- Rajveer Rathore: »Web accessibility is not hard to learn«
- Ron Graham: »Innovations of iPhone should lead to greater overall web accessibility«
- Laura Whitehead: »Remember accessibilty when using widgets on your website«
- Mike Davies: »Configuring links in Screen readers«
- Bim Egan: »Too much accessibility - the rise and fall of the LONGDESC«
- Vishal Verma: »How to Design Web Accessible Pages for the Colorblind«
28 Jan 2008
Kleines Helferlein für Farbenblinde
Bekanntlich haben ca. 8 Prozent aller Männer auf diesem Planeten die eine oder andere Form der Farbfehlsichtigkeit, weswegen die BITV hierzu gleich zwei Bedingungen (2.2 und 2.3) hat. Nun gibt es für den Firefox-Browser eine Erweiterung, die Farben von Texten und Bildern so verändert, dass die für bestimmte Formen der Fehlsichtigkeit problematischen Farben besser wahrgenommen bzw. differenziert werden können: ColorBlindExt Firefox Add-on. Das ganze benötigt neben satt RAM zusätzlich auch noch Java für die Filterfunktionen und tut's nur unter Windows.
07 Dez 2007
Wochenendbeilage
Heute mal ganz pauschal zum Thema Behinderung und Technologie:
- Christiane Link: »Barrierefreiheit – Die Mission des blinden Google-Ingenieurs«
- Joe Clark: »Google can’t code«
- BBC Backstage Podcast: »Accessibility in a Web 2.0 world?«
- Access-for-all-Blog: »Word-Dokumente werden mit dem DAISY-Format barrierefrei«
- Thomas Reid: »Is technology an aid or hindrance to the transition into blindness?«
- Jon Hicks: »What colour is that?«
- John Nash: »Video: ›Doctors say colour blind aren't disabled‹«
- Proud Geek: »Yahoo Mail re-designed to work with screenreaders«
- NCTI: »AOL, Google, Microsoft, Yahoo! Unite to Advance Online Media Captioning«
- Christopher Phillips: »Icons, Symbols and Cognitive Disabilities«
- Sally Whittle: »Social networking: Not as inclusive as you might think«
- Lawrie Phipps: »Towards digital exclusion?«
- We Can Do: »Opinion: One Laptop Per Child—But Is It Inclusive?«
05 Dez 2007
Barrierefreiheit zum kucken
Unbedingt ansehen: »Wie bedient ein sehbehinderter oder ein blinder Mensch das Web?«. Ein Film zur Weiterbildung von Dozenten und Lehrern der pädagogischen Hochschule Zentralschweiz mit dem Lerninhalt »Usability und Accessibility«, produziert vom Usability Lab des Instituts für Medizinische Lehre an der Uni Bern. Darin zeigen Thomas Lanter, sehbehinderter Accessibility-Spezialist bei der Stiftung ›Zugang für alle‹ und Jürg Cathomas, blinder IT-Spezialist des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbands, wie barrierefrei nutzbare Web-Angebote aufgebaut sein sollten.
Länge des Films: 17:24 Minuten, für Windows Media Player ( .wmv, 160 MB) oder als MPEG für alle anderen Abspielprogramme (.mpg, 207 MB).
02 Nov 2007
Wochenendbeilage
Die brückentagstaugliche Kurzübersicht, diesmal zum aktuellen Zustand der Hilfsmittel-Branche mit besonderem Augenmerk auf Screenreader:
- Mike Calvo: »The Coming Crisis«
- Darrell Shandrow: »My Thoughts on Altruism Versus Commercialism in the Assistive Technology Industry«
- Chris Hofstader: »Competition Among Screen Readers«
- Chris Hofstader: »Third Party JAWS Scripts and Why I Need Them«
- Ron Graham: »Freedom Scientific says no to access for deaf people«
- Darrell Shandrow: »Freedom Scientific Asked to Reasonably Accomodate Deaf-Blind Customers«
31 Okt 2007
Gesammelte Werke: Multimediales
Natürlich gibt es sie noch, die JavaScript-Abschalter, die das Web ausschließlich mit Lynx benutzen. Aber genauso gibt es ein Netz, in dem Inhalte eine wesentliche Rolle spielen, die weit über reinen Text hinausgehen. Und genau bei diesen multimedialen Inhalten müssen wir aufpassen, dass nicht wieder neue Barrieren aufgebaut werden:
ein gehörloser Nutzer kann mit einem Podcast herzlich wenig anfangen, wenn es keine Mitschrift gibt;
einem blinden Nutzer gehen unter Umständen wesentliche Informationen in einem Video verloren, wenn keine Audiodeskriptionen hinterlegt sind.
Und wie so oft liegt es nicht an den Werkzeugen, sondern am Problembewußtsein und am Willen des Anbieters. Die Tools ermöglichen es schon seit geraumer Zeit, multimediale Inhalte mit Text-Alternativen zu hinterlegen – man muss es halt nur machen. Deswegen haben wir mal ein paar empfehlenswerte Beispiele rausgekramt:
Der Online Subtitle Creator ist, wie der Name schon sagt, ein Online-Werkzeug, um vorhandene Flash Video-Dateien (FLV) mit Untertiteln zu versehen. Das gute daran: es lassen sich verschiedene vorhandene Formate importieren, Zwischenstände speichern und das Ergebnis lässt sich wieder in verschiedene Richtungen exportieren (u. a. Google Video, das schon seit geraumer Zeit untertitelte Videos unterstützt). Wie das Tool funktioniert lässt sich am besten in der Demo ansehen.
Falls Sie gute Beispiele für zugängliche Online-Videos suchen: Blinkx ist eine neue Suchmaschine für Video- und Audio-Inhalte. Das clevere daran: durchsucht werden auch die Untertitel. Ähnlich funktioniert auch Project readOn, aber wie üblich sind die Inhalte meist in Englisch.
Passend zum Thema:
- »Flash Video display with closed captions v2.1«
- »UAD2: The Accessible Video Interface«
- »ASL & subtitles together in online media«
- »AOL is testing captioning on online videos«
- »CaptionKeeper - take your closed captions with you«
29 Okt 2007
Schöner hören
Nachdem nun alle schon mal über das neu erschienene MacOS X 10.5 Leopard gebloggt haben wollen wir auch mal. Selbst ausprobiert haben wir es noch nicht, aber was man so im Netz über die Verbesserungen im Bereich barrierefreie Nutzung liest hört sich schon gut an.
So lässt sich das System auch direkt mit einer Braillezeile auf einen nackten Rechner installieren. Wenn das System dann läuft werden gängige Braillezeilen automatisch erkannt und konfiguriert. Drei wichtige Neuerungen gibt 's auch beim eingebauten Screenreader VoiceOver. Die hörbarste ist die neue (englische) Stimme »Alex«, die sich wirklich so anhört als hätte man einen menschlichen Vorleser vor sich sitzen (inklusive hörbaren Atemgeräuschen am Satzende). Der ganze Bereich Tastaturbedienung wurde überarbeitet, um den Umstieg von Konkurrenzprodukten zu vereinfachen, und die Voreinstellungen lassen sich nun auch auf einen USB-Stick speichern, um damit an andere Rechner zu gehen. Weitere Infos bei ATMac (Assistive Technology for Mac OS X Users).
Wer mehr erfahren will: am Mittwoch, den 31. Oktober um 13 Uhr amerikanischer Ostküsten-Zeit gibt es bei Apple einen Webcast mit Mike Shebanek, Senior OS Product Marketing Manager, in dem die Accessibility-Features von Mac OS X Leopard vorgestellt werden. Weitere Infos dazu bei Macenterprise.org.
26 Sep 2007
Es muss nicht immer teuer sein
Pünktlich zum zehnten Geburtstag des GNOME-Projekts wurde neulich die Version 2.20 des Linux-Desktops veröffentlicht. Mit dabei sind eine ganze Reihe Dinge, die das alternative Linux-Betriebssystem gerade für Menschen mit Behinderungen interessant machen.
So gibt's (ohne Aufpreis :-) einen eingebauten Screenreader namens Orca mit eingebauter Bildschirmlupe und Braille-Unterstützung. Die neue Version arbeitet nun noch besser mit dem Office-Paket OpenOffice, dem Firefox-Browser, dem E-Mail-Client Thunderbird, Pidgin (einem IM-Programm) und Java-Applikationen zusammen.
Ebenfalls aktualisiert wurde die Bildschirm-Tastatur GOK und die alternative Eingabe-Oberfläche Dasher für Menschen mit motorischer Behinderung. Für die Nutzer der Kontrast- und Großschrift-Schemata gibt es nun bei der Einrichtung des Computers in den Voreinstellungen eine Vorschau auf das geänderte Erscheinungsbild.
06 Jul 2007
Wochenendbeilage: Vergessene Barrieren
Neben den in der letzten Zeit wieder in den Fokus gerückten kognitiven Behinderungen gibt es noch weitere, die in der Diskussion um ein barrierefreies Web nicht unbedingt dominieren. Dabei sind diese Barrieren so einfach zu testen, dass sie bei der BIENE sogar zu den ganz hart angewendeten Vortest-Kriterien gehören. Deswegen geht der heutige Lesebefehl zu zwei Artikeln, in denen diese Barrieren ganz eingängig beschrieben und Strategien zu ihrer Vermeidung vorgestellt werden:
- Beim Dojo JavaScript Toolkit erfährt man Lehrreiches zu typischen Barrieren für stark sehbehinderte Nutzer: »Widgets and High Contrast Mode«
- Um Barrieren für Menschen mit motorischer Behinderung geht es in einem Text von Trenton Moss: »Improving accessibility for motor impaired users«
05 Jul 2007
Alternativtexte - das Experiment
Wie sieht eigentlich ein sinnvoller Alternativtext von Bildern oder Grafiken auf Webseiten aus? Muss der Text ausführlich sein? Muss dieser alles beinhalten, was das Bild zeigt? Oder reicht eine kurze Bildbeschreibung?
Angie Radtke führt hierzu ein Experiment durch mit Bildern, die Emotionen darstellen, welche nur schwer in Worte zu fassen sind. Es geht hier nicht um inhaltsfreie Schmuckgrafiken, sondern um Abbildungen, die selbst den Inhalt ausmachen oder Inhalte ergänzen.
Besucher werden gebeten, Vorschläge für Bildbeschreibungen in den Kommentaren zu hinterlassen. Mitmachen.
(hier abgeschrieben)
25 Jun 2007
iPodFutter
Video eines Vortrags von Shawn Henry von der W3C-WAI über die WCAG 2.0: »Web Accessibility Guidelines Update«.
Im YUI Theater gibt's zwei sehenswerte Videos zum Thema Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Computernutzer:
- Karo Caran and Victor Tsaran: »Introduction to Screen Magnifiers«
- Victor Tsaran: »Introduction to Screen Readers«
Ähnliches auch bei der University of Wisconsin:
21 Jun 2007
Wege aus der Kommunikations-Kluft
»Für Blinde und Gehörlose ist Websurfen noch immer ein Hindernis-Parcours. An den Communitys [sic!] des Web 2.0 können sie fast gar nicht teilnehmen. Mehrere Anbieter arbeiten an Lösungen für Behinderten-gerechtes Surfen. Erste Ansätze werden in Darmstadt präsentiert.« Weiterlesen bei Spiegel Online: »Internet für Behinderte: Wege aus der Kommunikations-Kluft«.
- Impressum |
- Kontakt |
- Rechte |
- Datenschutz






