News mit tag »Motorische Behinderung«

24 Apr 2009

Zugänglichkeit für Nutzer ohne Maus zu ermöglichen ist einer der wichtigsten Schritte beim Aufbau einer barrierefreien Webseite oder Web-Applikation. Beim Testen der Zugänglichkeit per Tastatur findet man sich immer wieder nach dem Drücken der Tabtaste in der Situation: »Wo ist mein Cursor?« oder »Welches Element hat eigentlich gerade den Fokus?«. Gerade bei Elementen, die per CSS aus dem sichtbaren Bildschirm-Bereich geschoben wurden, tabt man dann gern und lang im Dunkeln.

LogFocus – hilfreiches Bookmarklet beim Testen von Keyboard-Accessibility

Beim Aufräumen unserer Lesezeichen-Sammlung haben wir ein Skript von Dirk Ginader gefunden, das Licht in diese Situationen bringt, und das er vor einiger Zeit in ein handliches Bookmarklet gekapselt hat.

LogFocus arbeitet in allen Browsern, die eine Konsole zur Verfügung stellen: Im Firefox ist hierfür Firebug notwendig; in Safari (bzw. WebKit) muss das Develop‹-Menü aktiviert sein; für Internet Explorer empfiehlt sich das PlugIn Companion.JS und in Opera wird die eingebaute Konsole im Debugger Dragonfly genutzt.

Um das Bookmarklet zu installieren zieht man einfach den folgenden Link in die eigenen Bookmarks:

LogFocus

Von dort aus kann das Skript dann einfach per Klick auf jeder beliebigen Seite ausgeführt werden und die aktuelle Position wird in die Konsole geschrieben.

19 Dez 2007

In den Richtlinien zur Barriere­freiheit finden sich viele Vorgaben zur geräte­unab­hängigen Bedienung. Üblicher­weise wird darunter die Bedienung ohne Maus, also per Tastatur oder anderen Eingabe­geräten verstanden. Dabei geht es hier nicht nur um tech­nische Aspekte, sondern auch um die Gestal­tung der Inter­aktion und das visuelle Feedback für den Nutzer.

In einem neuen Artikel möchten wir einige Lösungen zeigen, mit denen Sie mit ein­fachsten Mitteln und im Ideal­fall ohne Eingriff in den HTML-Code einer Site ein ›mehr‹ an Zugäng­lich­keit für Nutzer mit motorischen Behin­derungen erreichen können:

»›Oops, wo bin ich?‹ – Ein Herz für Tastaturnutzer«.

11 Okt 2007

Wir hätten da eine Idee für die Accessibility Blog Parade: John Allsopp schlägt vor, mal einen Tag lang das Web ohne Tastatur zu benutzen – wir würden gerne den umgedrehten Vorschlag machen:
Klemmen Sie die Maus ab.
Einen ganzen Tag lang. Versuchen Sie nun, alle anfallenden Arbeiten nur mit der Tastatur zu erledigen. Berichten Sie über Ihre Erfahrungen in Ihrem Blog (oder hier in den Kommentaren). Und nein, Trackpad benutzen gilt nicht und Arbeiten auf Morgen verschieben auch nicht.

Nachtrag: »Maus raus« – ernüchternde Testergebnisse von Maria Putzhuber im MAIN_web-Blog.

26 Sep 2007

Pünktlich zum zehnten Geburtstag des GNOME-Projekts wurde neulich die Version 2.20 des Linux-Desktops veröffentlicht. Mit dabei sind eine ganze Reihe Dinge, die das alternative Linux-Betriebssystem gerade für Menschen mit Behinderungen interessant machen.

So gibt's (ohne Aufpreis :-) einen eingebauten Screenreader namens Orca mit eingebauter Bildschirmlupe und Braille-Unterstützung. Die neue Version arbeitet nun noch besser mit dem Office-Paket OpenOffice, dem Firefox-Browser, dem E-Mail-Client Thunderbird, Pidgin (einem IM-Programm) und Java-Applikationen zusammen.

Ebenfalls aktualisiert wurde die Bildschirm-Tastatur GOK und die alternative Eingabe-Oberfläche Dasher für Menschen mit motorischer Behinderung. Für die Nutzer der Kontrast- und Großschrift-Schemata gibt es nun bei der Einrichtung des Computers in den Voreinstellungen eine Vorschau auf das geänderte Erscheinungsbild.

06 Jul 2007

Neben den in der letzten Zeit wieder in den Fokus gerückten kognitiven Behinderungen gibt es noch weitere, die in der Diskussion um ein barrierefreies Web nicht unbedingt dominieren. Dabei sind diese Barrieren so einfach zu testen, dass sie bei der BIENE sogar zu den ganz hart angewendeten Vortest-Kriterien gehören. Deswegen geht der heutige Lesebefehl zu zwei Artikeln, in denen diese Barrieren ganz eingängig beschrieben und Strategien zu ihrer Vermeidung vorgestellt werden:

14 Mär 2007

Hilfsmittelwochen bei EfA: oft liegt der Fokus nur auf der Ausgabeseite und den dort eingesetzten assistiven Programmen wie Screenreader & Co. Dabei wird die Eingabeseite gerne übersehen (oder zumindest nicht gründlich genug getestet). Mel Pedley gibt bei Accessites.org einen kurzen Einblick in typische Computerhilfsmittel von Menschen mit motorischer Behinderung: »I Saw a Mouse! Where?« und erklärt, was das ganze für Auswirkungen auf das Webdesign hat.

30 Nov 2005

Bei der Preisverleihung des grössten Schweizer Internet-Wettbewerbs für Jugendliche, ThinkQuest, wurde am 26. November zum ersten Mal der Access4all Award vergeben. Bei diesem Preis geht es darum, dass junge Menschen die Anforderungen von Menschen mit Behinderungen bei der Gestaltung von Websites berücksichtigen. Von insgesamt 85 Teams haben rund die Hälfte besondere Anstrengungen unternommen, um ihr Projekt auch für Menschen mit Behinderung zugänglich zu machen.

Anlässlich der Preisverleihung wurden Workshops durchgeführt, in denen sehbehinderte, blinde und motorisch behinderte Tester der Stiftung »Zugang für alle« die Nutzbarkeit der eingereichten Projekte demonstrierten. Weitere Infos und Fotos der Preisverleihung: access-for-all.ch.

06 Okt 2005

IBM will mit neuen Techniken Computer vor allem für ältere und behinderte Menschen zugänglicher machen. Auf der Entwicklerseite von IBM werden neue Werkzeuge angeboten, die den Umgang erleichtern sollen. Dazu zählt ein Keyboard Optimizer, mit dem sich die Tastatureinstellungen auf den persönlichen Schreibstil anpassen lassen, je nachdem ob mit einer oder zwei Händen getippt wird und Tasten eher lange oder kurz gedrückt werden. Ein Programm namens Web Adaptation Technology soll Webseiten dynamisch an die Fähigkeiten von Seh- oder motorisch Behinderten Menschen anpassen. Die Inhalte werden dabei vergrößert, Schriften, Bilder und auch das Seiten-Layout angepasst, um Seiten leicht lesbar zu machen. Auch eine Sprachausgabe wird unterstützt. Eine spezielle Mouse Smoothing Software soll für ruhige Mausbewegungen sorgen, auch wenn der Benutzer stark zittert. Entsprechende Bewegungen filtert die Software aus, ähnlich wie ein Bildstabilisator bei Kameras (via kobinet).

15 Jul 2005

Das neulich vermeldete Skript zur Überprüfung animierter GIFs auf die Einhaltung der WCAG- und BITV-Richtlinie 7.1 liegt nun auch in einer englischen Übersetzung vor: »Flicker Rate Test for GIF images«.

Eventuell für Menschen mit motorischen Behinderungen interessant ist die neue Mouseless Browsing›-Erweiterung für den Firefox von Rudolf Noe.

28 Jun 2004

Das Zentralorgan des Silicon Valley berichtet über Barrieren, denen behinderte Nutzer täglich im Web gegenüberstehen: Surfing in the dark - The web is still full of roadblocks for disabled.

Leider geht auch dieser Artikel wieder nur am Rande auf die wirklichen Probleme ein und reduziert die Barrierefreiheit auf ein technisches Problem, das mit technischen Mitteln behoben werden könnte. Die wesentlich gravierenderen inhaltlichen Hürden, mit denen unerfahrene Nutzer, Migranten und Nicht-Muttersprachler, Menschen mit Lernbehinderung oder Dyslexie oder auch gehörlose Menschen konfrontiert werden, fallen wie üblich unter den Tisch.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Artikel die Direktorin der WAI, Judy Brewer mit den folgenden Worten zitiert: Ob jemand nun taub ist, motorisch oder kognitiv behindert, die Bedürfnisse und Lösungen ergänzen sich. Dem möchte man ein fröhliches So ein Quatsch! entgegenschmettern – verleitet die Aussage doch bei oberflächlicher Betrachtung zum vorschnellen Trugschluss, dass Barrierefreiheit nur etwas mit Alternativtexten für Screenreader zu tun hätte.

Einem Menschen, der seit seiner Kindheit in Gebärdensprache kommuniziert, ist mit diesen Alternativtexten nur bedingt geholfen. Einem ausschließlich motorisch behinderten Menschen ist es herzlich egal, wie sich die Seiten mit einem Screenreader anhören. Einem lernbehinderten Nutzer bleibt die spezielle Semantik bestimmter HTML-Tags wohl verborgen und unerfahrene User scheitern schon an simplen Konzepten, die in den Richtlinien gar nicht bedacht sind.

Barrierefreiheit als One Size fits All führt in die Sackgasse, wenn man nur einen Ausschnitt der Problematik berücksichtigt.

24 Mär 2004

Via /.: dem Vernehmen nach arbeitet der norwegische Browserhersteller an einer Sprachsteuerung für Opera durch den Einbau von IBM Embedded ViaVoice. Die Pressemitteilung streicht hauptsächlich die Möglichkeiten heraus, die sich für eher exotische Einsatzzwecke wie Opera Show als PowerPoint-Ersatz ergeben. Wir könnten uns aber durchaus vorstellen, daß Opera damit auch für Menschen mit motorischer Behinderung eine interessante Alternative wird.

18 Mär 2004

Die Ankündigung, daß Apple einen Screenreader in die nächste Version des Betriebssystems MacOS X einbauen wird, hatte ja gestern schon die Runde gemacht und für einiges Aufsehen gesorgt (mehr dazu bei O'Reilly: Are You Talking to Me? Speech on Mac OS X). Apple sucht nun nach Testern für die Software, insbesondere blinde oder sehbehinderte Menschen und Menschen mit motorischer oder Lernbehinderung. Falls Sie interessiert sind, das Produkt zu verbessern und vielleicht noch bestimmte Dinge berücksichtigt haben möchten, können Sie sich über dieses Formular melden (allerdings in Englisch).

08 Mär 2004

Gerade bei SourceForge gefunden: Skipper is a powerful accessibility package for Linux which enables severely physically disabled people with many different conditions to make full use of applications that normally require good mouse and keyboard control. The Skipper Accessibility Project.

20 Jan 2004

Im britischen Guardian fanden wir einen interessanten Artikel über Computerspiele, die auch für Menschen mit Menschen mit Sinnes- oder motorischen Behinderungen zugänglich sind: Accessing games through sound, motion and emotion.

08 Aug 2003

Im Internetangebot der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) werden die ersten Schritte zu einem barrierefreien Angebot getan. Ende des Jahres 2002 hat die EKD-Online Redaktion die technischen Barrieren des eigenen Auftritts untersuchen lassen. Eine größere Anzahl an Veränderungen wurde daraufhin umgesetzt. Die grundlegende Struktur und das Design wurden beibehalten, die auffälligste Neuerung ist wohl die Veränderung der Schriftgröße. Die Links sind klarer beschriftet und mit einer Farbe unterlegt, so dass Menschen mit motorischen Störungen besser durch das Angebot navigieren können. Die vollständige Umstellung auch der interaktiven Anwendungen wie Foren, Spiele und ähnlichem auf www.ekd.de wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, so Tom Brok, Leiter der Internetarbeit im EKD-Kirchenamt. Aber die ersten Schritte sind getan.

05 Aug 2003

Die britische Disability Rights Commision zeigt in einer Demo, was Barrieren im Netz für Menschen mit Behinderungen bedeuten können. Anhand von 3 Beispielscreens wird gezeigt, wie sich falsches Design auf die Bedienbarkeit für Menschen mit motorischer Behinderung oder Sehbehinderung auswirkt: Inaccessible Website Demonstration.

16 Jun 2003

Die Voice Browser Working Group des W3C hat einen neuen Entwurf der Voice Browser Call Control: CCXML Version 1.0 veröffentlicht. CCXML ergänzt die Sprache VoiceXML und andere Dialogsysteme, mit denen Webseiten und Webanwendungen über Sprachein- und ausgabe gesteuert werden können. Besonders hilfreich ist diese Technik für Menschen mit Sehbehinderungen oder motorischen Behinderungen, aber auch in Situationen, wo die Benutzer auf Sprachsteuerung angewiesen sind, weil man keine Hand zur Bedienung frei hat.