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- Kim Denise Heidebrecht zu:»»Waiting« – das barrierefreie Musikvideo jetzt bei YouTube & Vimeo«
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- Neue Einträge bei Events: http://einfachfueralle.de/blog/id/2584 #a11y
[ vor 17 Tagen ] - Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit ist online: http://einfachfueralle.de/blog/id/2583
[ vor 37 Tagen ] - 224 Webseiten wollen eine BIENE / Mehr komplexe als einfache Angebote: http://einfachfueralle.de/blog/id/2582
[ vor 39 Tagen ] - »Waiting« – das barrierefreie Musikvideo: http://einfachfueralle.de/blog/id/2581 #dgs #a11y
[ vor 42 Tagen ] - Neue Einträge beim Events-Kalender im EfA AccessBlog:
http://einfachfueralle.de/blog/id/2580
[ vor 42 Tagen ] - Endspurt bei der BIENE 2010 – Bewerben bis zum 15. Juli: http://einfachfueralle.de/blog/id/2579 #biene10 #a11y
[ vor 58 Tagen ] - BIENE sucht Vorbilder – Testverfahren veröffentlicht / Teilnahme bis 15. Juli möglich: http://einfachfueralle.de/blog/id/2578 #biene10 #a11y
[ vor 84 Tagen ] - Blinde im Mitmach-Web: http://bit.ly/aYQnuE – dritter Teil der Serie von Domingos de Oliveira zum Thema ›Wie Blinde Websites erkunden‹ #a11y
[ vor 107 Tagen ] - ›Multimedia für Blinde‹ – zweiter Teil der Serie ›Wie Blinde Websites erkunden‹: http://einfachfueralle.de/blog/id/2576 #a11y
[ vor 107 Tagen ] - Biene-Wettbewerb erhöht Mindestanforderungen: http://bit.ly/bfT3S2 (♻ @kobinetev)
[ vor 116 Tagen ]
News mit tag »eGovernment«
01 Mär 2010
Cebit und Inklusion
Das Institut für Inklusion fördert als sozial-digitales Kompetenzzentrum die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am öffentlichen Leben und in der Arbeitswelt. Hierfür sollen in Kooperation mit ExpertInnen in eigener Sache, Universitäten und Unternehmen barrierefreie Internetdienste zur sozial-digitalen Teilhabe für Menschen mit spezifischen Anforderungen gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention und der EU-Dienstleistungsrichtlinie entwickelt werden.
Einige spannende Veranstaltungen finden in den nächsten Tagen auf der Cebit am Sonderexponat-Stand E-Inklusion mit barrierefreien ID-Security-Technologien, Halle 9, Stand B60 statt:
- Dienstag, 2.3.
- 9–11h: Karl Finke, Behindertenbeauftragter von Niedersachsen, www.behindertenbeauftragter-niedersachsen.de
- 9–9.30h: Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière
- 9.30–10h: Bundesbeauftragte für IT, Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe
- Mittwoch, 3.3.
- 10.30h: Ottmar Miles-Paul, Landesbeauftragter für die Belange behinderter Menschen in Rheinland-Pfalz, (www.lb.rlp.de) auf dem Rheinland-Pfalz-Stand C39, ebenfalls in Halle 9. An der Diskussion unter dem Motto »Neue Techniken – Zugang für Alle« nehmen auch der Vizepräsident des rheinland-pfälzischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung, Detlev Placzek, Wilhelm Lickteig vom Landesblinden- und Sehbehindertenverband Rheinland-Pfalz sowie Melanie Müller und André Necke vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales teil.
- 13–14h: Ottmar Miles Paul zum Gespräch »Informationstechnik ohne Barrieren« beim Institut für Inklusion.
- 15.40–16h: Im Forum: Slot des Instituts für Inklusion: »Sozial-digitale Inklusion sicher und barrierefrei im Web 2.0 mit dem neuen Personalausweis realisieren!«
- Donnerstag, 4.3.
- 10–10.30h: Interview zum Thema »Barrierefreiheit im Web durch Design for all« mit dem Internet-TV-Sender »Live im Netz« – wird live ausgestrahlt.
- Freitag, 5.3.
- 15–15.30h: Hannelore Loskill, Sprecherin des Sprecherrates des Deutschen Behindertenrates, stellvertretenden Bundesvorsitzenden der BAG Selbsthilfe, Diplom-Informatikerin, Anwendungs- und Systemprogrammiererin im Rechenzentrum der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Gespräch über »E-Inklusion mit barrierefreien ID-Security-Technologien.«
- Samstag, 6.3. (Publikumstag)
- 14.–14.20h: Im Forum: Slot des Instituts für Inklusion: »Sozial-digitale Inklusion sicher und barrierefrei im Web 2.0 mit dem neuen Personalausweis realisieren!«
01 Feb 2010
Berge hoch, Barrieren niedrig – Schweiz setzt WCAG 2.0 um
Gute Nachrichten für Internetnutzer in der Schweiz. Das Land hat seine Richtlinien für die Gestaltung von barrierefreien Internetangeboten auf Grundlage der Web Content Accessibility Guidelines 2.0 (WCAG 2.0) aktualisiert. Der Informatikrat des Bundes (IRB) hat am 26. Januar 2010 einstimmig die Änderungen des Standards P028 Version 2.0 angenommen. Bestehende Webseiten des Bundes müssen demnach bis zum 31.12.2010 den Bedingungen der WCAG 2.0 entsprechen und mindestens die Konformitätsstufe AA erreichen. Neue Websites müssen ab sofort diese Richtlinien einhalten.
Damit ist die Schweiz das erste deutschsprachige Land, das der offiziellen und vom W3C autorisierten deutschen Übersetzung der Richtlinien faktisch Gesetzesrang verliehen hat. Diese Übersetzung hat eine von der Aktion Mensch im Rahmen der Initiative ›Einfach für Alle‹ ins Leben gerufene Arbeitsgruppe im vergangenen Jahr erstellt. Derzeit werden unter Federführung der Aktion Mensch die Programmier- und Gestaltungstechniken zur WCAG 2.0 und weiterer erläuternder Dokumente übersetzt.
Deutsche Richtlinien sind veraltet
In Deutschland lässt dagegen die Neufassung der »Barrierefreie Informationstechnik Verordnung« (BITV) weiter auf sich warten. Das zuständige Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat zwar wiederholt erklärt, sich bei der Überarbeitung der BITV auch an den Empfehlungen der WCAG 2.0 zu orientieren, hat aber bislang keine verbindlichen Termine genannt.
Die gesetzlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit der Internetangebote der Behörden der Bundesverwaltung in Deutschland beruhen damit faktisch auf den technischen Standards der 1999 erstmals veröffentlichten WCAG 1.0. Wesentliche technische Entwicklungen der vergangenen 10 Jahre sind also nicht berücksichtigt. Gleiches gilt auch für die entsprechenden Verordnungen auf Landesebene und bei nachgeordneten Behörden, die sich an der BITV orientieren. Außerdem beeinflusst die Verzögerung die Umsetzung sogenannter Zielvereinbarungen zur Barrierefreiheit von Internetangeboten, die zwischen Unternehmen und Behindertenverbänden geschlossen werden können.
Schweiz setzt auf Kontrolle und Transparenz
Auch bei der Frage nach Möglichkeiten einer kontinuierlichen Fortschreibung entsprechender Richtlinien lohnt sich deshalb ein Blick in die Schweiz. Als sogenannte Prozessvorgabe schreibt die Schweizer Regelung fest, dass sich innerhalb von drei Monaten nach Erscheinen neuer Richtlinien der Web Accessibility Initiative (WAI) die Fachgruppe »Zugänglichkeit/Accessibility« trifft, um die Erneuerungen der Richtlinie des Bundes in die Wege zu leiten. Darüber hinaus wird die Bundeskanzlei – eine Behörde vergleichbar dem deutschen Bundeskanzleramt – ab 2011 jährlich überprüfen, ob die Standards eingehalten werden. Besonders bemerkenswert: Die Ergebnisse dieser Überprüfung sollen im Internet veröffentlicht werden.
09 Dez 2009
Hüppe wird Behindertenbeauftragter
Nachdem in dem für die BITV zuständigen Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) seit der Bundestagswahl nicht nur die Staatssekretäre, sondern auch gleich zweimal der Minister ausgetauscht wurde, soll nun endlich auch der vakante Posten des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung besetzt werden. Behindertenverbände hatten in den vergangenen Wochen mehrfach die Neubesetzung angemahnt.
Unbestätigten Agenturmeldungen zufolge soll der christdemokratische Politiker Hubert Hüppe die SPD-Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer im Amt für die Belange behinderter Menschen ablösen.
In der kommenden Woche soll die Berufung des 53-Jährigen Westfalen wohl auf der Tagesordnung des Bundeskabinetts stehen. Hüppe war bereits in der Unionsfraktion des Bundestags Beauftragter für die Belange der Menschen mit Behinderungen; bei der Bundestagswahl im September verlor er allerdings sein Parlamentsmandat. Der Beauftragte soll die Anliegen behinderter Menschen in die einzelnen Politikbereiche einbringen; in die Zuständigkeit fällt auch die ausstehende Überarbeitung der ›Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung‹ (BITV).
13 Nov 2009
einfach-teilhaben! Das Portal für Menschen mit Behinderungen - kennenlernen und weiterentwickeln
Das Portal www.einfach-teilhaben.de wurde im Juli 2009 eröffnet und möchte Menschen mit Behinderungen sowie deren Angehörige, aber auch Verwaltungen und Arbeitgeber über Angebote zur Unterstützung informieren und bei der Inanspruchnahme von Leistungen beraten. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Stiftung Digitale Chancen laden am 16. Dezember 2009 von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr ein zu der Veranstaltung ›einfach teilhaben!‹.
Die Teilnehmer sind aufgefordert, in verschiedenen Workshops gemeinsam Ideen zur Nutzung und Weiterentwicklung des Portals zu erarbeiten. Die Zahl der Veranstaltungsteilnehmer ist begrenzt, eine Anmeldung ist nur auf Einladung möglich. Wenn Sie bereits eine schriftliche Einladung erhalten haben, registrieren Sie sich bitte über das Anmeldeformular. Wenn Sie an der Teilnahme interessiert sind und noch keine Einladung erhalten haben, senden Sie bitte eine E-Mail an sbernsmann@digitale-chancen.de.
Datum: 16.12.09, 10:30 bis 17:30 Uhr; Veranstaltungsort: Neue Mälzerei, Friedenstr. 91, 10249 Berlin
04 Nov 2009
WCAG spricht Deutsch: Übersetzung der Richtlinien für barrierefreie Webinhalte veröffentlicht
Von der Aktion Mensch ins Leben gerufene Arbeitsgruppe erstellt autorisierte deutsche Fassung der Web Content Accessibility Guidelines 2.0
Seit 2008 gelten neue internationale Richtlinien für barrierefreie Webinhalte, die Web Content Accessibility Guidelines in der Version 2.0 (WCAG 2.0). Eine von der Aktion Mensch ins Leben gerufene Arbeitsgruppe hat nun erstmals eine deutsche Übersetzung der Richtlinien vorgelegt. Das oberste Gremium zur Standardisierung von Webtechniken, das World Wide Web Consortium (W3C) hat diese Übersetzung autorisiert und offiziell unter w3.org/Translations/WCAG20-de veröffentlicht.
Für Menschen mit Behinderungen im deutschsprachigen Raum ist die Übersetzung nach Einschätzung der Aktion Mensch ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einem barrierefreien Internet. »Die WCAG 2.0 sind der Standard der Zukunft. Eine autorisierte Übersetzung hilft, diese Standards weiter bekannt zu machen, und ermöglicht es Agenturen und Anbietern Webangebote auf Grundlage der Richtlinien zu testen und entsprechend der Bedürfnisse von Nutzern mit Behinderungen weiterzuentwickeln«
, erklärt Christian Schmitz, stellvertretender Pressesprecher der Aktion Mensch, die sich mit der Initiative ›Einfach für Alle‹ schon seit dem Jahr 2000 für ein barrierefreies Internet einsetzt.
Nächste Meilensteine: BITV 2.0 und EU-weite Harmonisierung
Die deutsche Übersetzung ist auch ein wichtiger Schritt mit Blick auf die gesetzlichen Vorgaben in Deutschland. Bei der laufenden Überarbeitung der seit 2002 geltende »Barrierefreie Informationstechnik Verordnung« (BITV) orientiert sich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ausdrücklich an den Empfehlungen des W3C.
Darüber hinaus leistet die deutsche Übersetzung einen Beitrag zu der Harmonisierung der Richtlinien innerhalb der EU. So setzte sich Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien in einer Rede Anfang Oktober, für einen gemeinsamen »European Disability Act« ein, der die WCAG 2.0 als verbindlichen Standard festlegt und betonte dabei die Vorteile für Nutzer und Anbieter: »Die Informationsgesellschaft ist eine entscheidende Voraussetzung, um ein wettbewerbsfähiges, nachhaltiges und sozial integrierendes Europa zu schaffen.«
Dabei könne es für Unternehmen jedoch sehr teuer werden, wenn sie sich an unterschiedliche nationale Normen anpassen müssten. Die Orientierung an den Standards der WCAG 2.0 verschafft Unternehmen daher auch Wettbewerbsvorteile.
Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
In der Arbeitsgruppe, die seit April dieses Jahres die Übersetzung der WCAG 2.0 vorangetrieben hat, haben sich insgesamt fast 30 Unternehmen, Hochschulen, Behörden und Initiativen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt. Nach der Veröffentlichung eines Entwurfs der Übersetzung im August konnte die Öffentlichkeit Vorschläge zur Verbesserung einsenden, die durch die Arbeitsgruppe eingearbeitet wurden. Der nächste Schritt ist nun die Übersetzung der Programmier- und Gestaltungstechniken zur WCAG 2.0 und weiterer erläuternder Dokumente.
Diese Pressemitteilung als PDF: Aktion_Mensch_WCAG2_091104.pdf
07 Okt 2009
Website-Qualität im E-Government: Österreich führend im deutschsprachigen Raum
Die Qualität einer Website entscheidet über den Erfolg im Internet – auch beim E-Government. Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen und Benutzerfreundlichkeit sind wichtige Kriterien für die Besucher von Webauftritten der öffentlichen Hand. Die zentralen Kriterien für die Bewertung einer Website sind dabei die Benutzerfreundlichkeit, die Barrierefreiheit, die Suchmaschinentauglichkeit und die technische Qualität. Die Qualidator-Studie der schweizerischen seven49.net brachte folgendes Ergebnis an den Tag: 1. Platz für Österreich mit 81.57 %, 2. Platz für Deutschland mit 79.03 % und 3. Platz für die Schweiz mit 77.87 % Gesamtqualität der E-Government-Angebote.
Städte im direkten Vergleich
Bei den österreichischen Städten liegt Bludenz vor Wien und Linz auf den Top-Plätzen. Die Stadt Bludenz hat ein Gesamtscore von 92,76 %, aufgegliedert in die Bereiche Barrierefreiheit (95,29 %), Benutzerfreundlichkeit (94,81 %) und der Suchmaschinentauglichkeit (87,95 %) und führt damit vor Wien mit 87,25 % und dem 2008 mit einer silbernen BIENE ausgezeichneten Linz mit 83,84 %. Fügt man sämtliche Städte der drei Länder Österreich, Schweiz und Deutschland in einem Ranking zusammen, so führt die Webseite von Bludenz (92,76 %) vor den Web-Auftritten der deutschen Städte Bonn (88,98 %) und Bochum (88,92 %).
Websites auf Bundesländerebene im Vergleich
Vergleicht man alle Web-Auftritte der schweizerischen Kantone und deutschen sowie österreichischen Bundesländer, ergibt sich ein Ranking, das vom Kanton Graubünden mit 90,79 % angeführt wird, vor den Bundesländern Wien mit 87,25 %, Sachsen mit 86,9 % und Nordrhein-Westfalen mit 86,87 %.
Bei den Web-Auftritten der österreichischen Bundesländer liegt die Stadt Wien mit einer Gesamtbewertung von 87,25 % vor dem Burgenland mit 86,28 % und der Steiermark mit 85,5 % in Führung. Die Bewertung von Wien mit 87,25 % setzt sich aus den Bereichen Barrierefreiheit (87,34 %), Benutzerfreundlichkeit (85,97 %) und der Suchmaschinen (85,58 %) zusammen.
»Qualität und Service sind oberste Priorität beim Internet-Auftritt der Stadt Wien. Dabei spielen die Barrierefreiheit und Benutzerfreundlichkeit eine maßgebende Rolle. Die Platzierung von wien.gv.at beim Länder- und Städtevergleich ist ein zusätzlicher Ansporn, den Bedürfnissen der User noch mehr gerecht zu werden. Ein wichtiges Ziel dabei ist es, den Bürgern und Wirtschaftstreibenden nicht nur Informationen zur Verfügung zu stellen, sondern auch den Amtsweg zu erleichtern oder gar zu ersparen.«
, so der Wiener Obersenatsrat Johannes Mittheisz, verantwortlich für die IKT-Strategie im Magistrat der Stadt.
05 Okt 2009
EU-Kommissarin Reding: EU-weite Regelung für barrierefreie Websites nötig
Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien fordert, die Regelungen zur Barrierefreiheit europaweit zu vereinheitlichen. Nach einem Bericht von ZDNet sagte Sie in einer Rede vom 1. Oktober in Brüssel: »Jeder Mitgliedsstaat beschreitet beim barrierefreien Web seinen eigenen Weg. Wir müssen bedenken, dass das für die Unternehmen sehr teuer werden kann, weil sie sich an viele unterschiedliche nationale Normen anpassen müssen. Außerdem können sich die Anwender so nicht auf einen einheitlichen Qualitätsstandard bei den Webdiensten verlassen«
(gefunden via @w3c).
Nach Auffassung von Reding sollte es einen gemeinsamen »European Disability Act« geben, der im Bereich des barrierefreien Internets die Web Content Accessibility Guidelines 2.0 des W3C (WCAG2.0) als verbindlichen Standard festlegt und damit einer weiteren Fragmentierung entgegenwirkt und zueinander nicht kompatible Regelungen der EU-Mitgliedsstaaten verhindert.
In Deutschland regeln das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und die allgemein als veraltet anerkannte Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) den Aufbau von Websites des Bundes und der Länder, ohne dass sie Auswirkungen auf die Angebote der Privatwirtschaft hätten. Wie Jens Grochtdreis in einem Blog-Beitrag zum Thema feststellt »… feiert die WCAG2 bald ihren ersten Geburtstag und es sieht nicht danach aus, als bekämen wir vorher eine BITV2. Damit ist niemandem geholfen«
. Dem können wir uns nur anschließen. Um nochmal Viviane Reding zu zitieren:
»Die Informationsgesellschaft ist eine entscheidende Voraussetzung für die Verwirklichung des Lissabonner Ziels, ein wettbewerbsfähiges, nachhaltiges und sozial integrierendes Europa zu schaffen, in dem jeder - unabhängig von seinem Gesundheitszustand, Einkommen oder Wohnort - sein Potenzial ausschöpfen kann …«
- ZDNet.de: »EU-Kommissarin fordert EU-weites Gesetz für barrierefreie Websites«
- Jens Grochtdreis: »EU-weite Richtlinien für Barrierefreiheit«
- W3C WAI: »Why Standards Harmonization is Essential to Web Accessibility«
- 508portal: »European Commission considers web accessibility legislation«
- EfA: »Wenn wir einen Wunsch frei hätten …«
- EfA: »Ohne Harmonisierung von Standards geht es nicht«
- EfA: »BITV 2.0: Bundeskanzlerin um Unterstützung gebeten«
26 Aug 2009
Parteien im Web: Barrieren für Sehbehinderte
Für blinde und sehbehinderte Menschen ist das Internet eine wichtige Informationsquelle. Mithilfe von Screenreader, Sprachausgabe und Braillezeile ist das Surfen möglich. Aber auch die Webseiten müssen einige Voraussetzungen mitbringen. Das Stichwort hierfür ist Barrierefreiheit. Wie sieht es in Sachen Zugänglichkeit bei den Kampagnen-Seiten der Parteien aus? Auch blinde und sehbehinderte Menschen möchten sich vor der Bundestagswahl über Personen, Programme und Themen informieren. Ist das möglich? Haben die Parteien an behinderte Bürger gedacht?
Zusammen mit dem Accessibility-Experten Thomas Mayer hat Heiko Kunert, Sprecher des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg, die Startseiten der Parteien getestet:
»Parteien im Web: Barrieren für Behinderte«.
21 Jul 2009
BITV 2.0: Bundeskanzlerin um Unterstützung gebeten
Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde vom Deutschen Behindertenrat gebeten, sich für die neue Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik (BITV 2) nach dem Behindertengleichstellungsgesetz einzusetzen.
Der Deutsche Behindertenrat fürchtet, dass eine weitere Verzögerung angesichts der bevorstehenden Bundestagswahlen dazu führen wird, dass diese Verordnung nicht, wie ursprünglich angedacht, jetzt erlassen wird, sondern noch weitere Monate auf sich warten lässt. »Dies ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar. Wir bitten Sie daher sehr um Ihre Unterstützung, damit wir dem Ziel der umfassenden Teilhabe auch in diesem Bereich endlich ein Stück näher kommen«
, heißt es in einem Brief des Aktionsbündnisses der Behindertenverbände.
Das am 27.04.2002 in Kraft getretene Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) verfolgt das Ziel, behinderte Menschen in die Lage zu versetzen, in gleicher Weise wie nichtbehinderte Menschen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Um dieses Ziel zu verwirklichen, hat der Gesetzgeber das BGG mit entsprechenden Verordnungen flankiert, von denen sich die BITV in herausragender Weise des Themas Informationstechnik widmet.
»Die neuen Informationstechniken spielen in der heutigen Gesellschaft eine an Bedeutung zunehmende Rolle und sind einer Dynamik unterworfen, die einer ständigen Überprüfung und Anpassung bedürfen. Der Verordnungsgeber hat dies erkannt und für die BITV nach drei Jahren eine Überprüfung festgeschrieben. Dieser Zeitraum ist seit geraumer Zeit abgelaufen und das federführende Ministerium hat sich bemüht, im ständigen Kontakt und Austausch mit den Behindertenverbänden eine BITV 2 zu formulieren, die dem o. g. Anspruch Rechnung trägt und auf Weiterentwicklungen und Empfehlungen des W3C reagiert«
, heißt es weiter in dem Brief.
Jetzt liegt seit einem halben Jahr ein abgestimmter Entwurf der BITV 2 vor. »Allerdings sehen wir nicht, dass dieser in die Tat umgesetzt wird bzw. als BITV 2 erlassen wird. Dem DBR ist es wichtig, dass die Weiterentwicklung der Verordnung, die jetzt auch auf die Belange von Personengruppen wie lernbehinderte, gehörlose und geistig behinderte Menschen eingeht, unverzüglich umgesetzt und die alte BITV abgelöst wird«
, betont der Deutsche Behindertenrat. Der Anspruch auf eine uneingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Zugang zu Informationen und zu Kommunikationswegen sei auch im Hinblick auf die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen dringend zu realisieren. Jeder Ausschluss bedeute Diskriminierung.
(via kobinet)
22 Dez 2008
Wenn wir einen Wunsch frei hätten …
… für 2009, dann wäre das die möglichst zeitnahe 1:1-Übernahme der WCAG 2.0 in die BITVen des Bundes und der Länder. Neben den vielen guten Argumenten, warum eine Harmonisierung der Standards wichtig ist gibt es noch einen weiteren, vollkommen eigennützigen Grund: wir würden gerne unsere Ressourcen im nächsten Jahr darauf konzentrieren, die international anerkannte Richtlinie zu erklären, ohne dauernd auf Unterschiede und Abweichungen eingehen zu müssen – es ist auch so schon komplex genug.
Auch ein Prüfverfahren wie das der BIENE muss einheitliche Maßstäbe anlegen können, um nachher mit einem sauberen Ergebnis dazustehen. Wenn Seiten von Bund, Ländern und Kommunen in ein- und derselben Kategorie mit privaten Angeboten konkurrieren, dann muss dies nach den gleichen Kriterien geschehen. Da für private Anbieter die BITV nicht gilt, kann der Maßstab nur ein Prüfverfahren auf Basis des international anerkannten Standards sein, zumal dieser auf allgemeinem Konsens beruht.
Wenn die BIENE nun nach diesen Maßstäben testet, dann haben öffentliche Seiten keine Chancen mehr auf eine Prämierung, sofern diese nach abgeschwächten Maßstäben entwickelt wurden. Eine Barriere ist ein Barriere ist eine Barriere, egal ob sie unter bund.de verlinkt ist oder in der freien Wirtschaft zu finden ist. Und: die inhaltlichen, gestalterischen und technischen Mittel zur Verhinderung von Barrieren sind identisch, egal aus welchem Topf sie bezahlt werden.
In diesem Sinne verabschieden wir uns von 2008, wünschen dem Bund ein gutes Gelingen bei der ausstehenden Überarbeitung der BITV, und unseren Lesern ein gutes neues Jahr.
Zur Erinnerung
Die Verordnung des Bundes zur Barrierefreien Informationstechnik (BITV) trat am 24. Juli 2002 in Kraft. Sie sah die folgenden Fristen zur Umsetzung vor:
- 24.07.2002:
Neu erstellte, in wesentlichem Umfang veränderte oder angepasste Angebote (Inter- und öffentliches Intranet)- 24.07.2002:
Neu erstellte und mittels Informationstechnik realisierte graphische Programmoberflächen- 31.12.2003:
Angebote, die sich speziell an Menschen mit Behinderung richten- 24.07.2005
Die Verordnung ist unter Berücksichtigung der technischen Entwicklung regelmäßig zu überprüfen. Sie wird spätestens nach Ablauf von drei Jahren nach ihrem Inkrafttreten auf ihre Wirkung überprüft. (§ 5 Folgenabschätzung)- 31.12.2005:
Bereits bestehende Angebote im Inter- und öffentlich zugänglichen Intranet
24 Jun 2008
Barrierefreiheit bei den Nachbarn
Auch in Großbritannien ist jetzt Schluß mit lustig:
»All new UK public sector websites must conform to at least ›AA‹ accessibility standards as specified by the W3C Web Content Accessibility Guidelines, according to guidance published this month by the Cabinet Office.«
Leider wurde jedoch die Androhung, dass unzugängliche Websites bei Verstreichen der Frist vom Netz genommen werden, zuletzt etwas entschärft; dafür hat das Cabinet Office aber eine umfassende Anleitung veröffentlicht, was zu tun ist um britische Regierungsseiten zugänglich zu gestaltalten: »Delivering inclusive websites«.
23 Jun 2008
Gesammelte Werke
Die wöchentliche Accessibility-Debatte.
Teil 1 – die Theorie:
- Eric Eggert: »Barrierefreiheit: Das Gesamtbild zählt«
- Sylvia Egger: »Barrierefreiheit: Je exotischer die Anforderungen, desto besser«
- Martin Kliehm: »BITV 2.0 am grünen Tisch?« (q.v. english abstract)
- Robert Lender: »Der lange Weg eines Bloggers zur Barrierefreiheit«
- Brian Kelly: »Is Accessibility 2.0 Becoming Mainstream?«
- José Manuel Alonso: »Improving access to Government through better use of the Web«
- Chris Heilmann: »Fencing in the habitat - doing things right and getting the accessibility wrong«
- E-Access Blog: »Web Accessibility. Life In the Post-Guideline Age.«
Teil 2 – die Praxis:
- Chris Heilmann: »Making YouTube easier and more accessible« (mit Bastelanleitung und Demo zum ausprobieren)
- Chris Heilmann: »Easy Flickr - just the photos please« (ebenfalls mit Bastelanleitung und Demo zum ausprobieren)
- Dan Jellinek: »Web Accessibility - The Power of Five« (deckt sich mit den Erfahrungen aus dem BIENE-Prüfverfahren: es sind immer die gleichen Fehler, an denen viele Einreichungen schon in der Gruppenphase scheitern)
- Steve Faulkner: »Developer Beware: Using Flash to Detect Screen Readers« (Stimmt uneingeschränkt. Also: bitte nicht nachmachen.)
- Joe Dolson: »Best Practices: Writing for Accessibility« (wobei wir die Forderung, Texte, Interpunktion etc. einzig auf die Fähigkeiten von Hilfsmitteln hin zu optimieren nicht ganz nachvollziehen können)
- T.V. Raman: »Design patterns for accessible, crawlable and indexable content«
- Bruce Lawson: »Is alt text necessary for photo sharing sites?« (Jein.)
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: Barrierefreiheit, eGovernment, Flash, Hilfsmittel, Lernbehinderung, Multimedia
13 Jun 2008
Bundesregierung: BGG hat sich bewährt
Sechs Jahre nach Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) zieht die Bundesregierung eine positive Bilanz. Das gesellschaftliche Bewusstsein für Gleichstellung, Nichtdiskriminierung und Barrierefreiheit sei mit dem BGG deutlich gewachsen
, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Große Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.
In der Antwort heißt es, die Definition von Barrierefreiheit habe sich bewährt. So werde Barrierefreiheit nicht nur als Beseitigung räumlicher Hindernisse für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen oder die kontrastreiche Gestaltung der Lebensumwelt für sehbehinderte Menschen verstanden. Vielmehr sei von dem Begriff eine barrierefreie Kommunikation für blinde und sehbehinderte Menschen in den elektronischen Medien ebenso umfasst wie diejenige mittels Gebärdendolmetscher für hör- und sprachbehinderte Menschen.
Die Regierung kündigt an, dass sie noch in diesem Jahr einen Entwurf zur Änderung der ›Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung‹ (BITV) vorlegen will. Darüber hinaus habe die Regierung Kenntnis von laufenden Arbeiten an einer DIN-Norm für die barrierefreie Zugänglichkeit visueller Informationen.
Hervorgehoben wird in der Antwort, dass seit der Einführung des BGG und der BITV im Bereich der Informationstechnik deutliche Fortschritte
erzielt worden seien. So seien etwa im letzten Ministerientest des Projektes ›barrierefrei informieren und kommunizieren – BIK‹ fast alle getesteten Seiten als sehr gut, gut beziehungsweise nahezu gut zugänglich bewertet worden. Die Regierung schreibt, dass zur Überarbeitung der BITV unter Federführung des Bundesarbeitsministeriums eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden sei, die seit Mai 2007 regelmäßig tage. Im Mittelpunkt der Überarbeitung stünden insbesondere die technischen Fortentwicklungen in den Bereichen Information und Kommunikation und die besonderen Belange gehörloser, lern- und geistig behinderter Menschen.
Die Beteiligung der Verbände behinderter Menschen erfolge thematisch gebunden. Die Arbeiten an einem Vorschlag zur Novellierung sollen bis Sommer 2008 abgeschlossen werden, betont die Regierung. Insgesamt wurde festgestellt, dass das Kriterium Barrierefreiheit sich verstärkt zu einem allgemeinen Qualitätsmerkmal entwickle.
2004 gab es übrigens schon mal eine Kleine Anfrage von der CDU/CSU sowie eine ebenso kleine Antwort der Bundesregierung - ebenfalls die Umsetzung der BITV betreffend.
(via Barrierekompass)
29 Mai 2008
Barrierefreiheit bei den Nachbarn
Diesmal ein paar interessante Vergleiche aus dem Norden:
- Die finnische Regierung hat ihre 41 Qualitätskriterien für öffentliche Webseiten nun auch auf Englisch veröffentlicht: Quality criteria for web services – A tool for assessing and developing public web services (PDF, 269 kB).
- Ähnliches aus Schweden: Swedish National Guidelines for Public Sector Websites (PDF, 1,3 MB) vom April 2008 und unter Creative Commons-Lizenz veröffentlicht.
- In Großbritannien wiederum gibt es eine neue ›Publicly Available Specification‹ (PAS 124) mit dem Namen »Defining, implementing and managing website standards« – allerdings kostenpflichtig.
03 Mär 2008
Weitere Richtlinien
Um die Verwirrung zu komplettieren hier noch weitere Richtlinien anderer Länder, die aktualisiert wurden oder bei denen eine Aktualisierung bereits in Arbeit ist:
- Neuseeland: »Government Web Standards Wiki«
- Irland: »accessIT: Guidelines and Resources on IT Accessibility«
- Belgien: »De Vlaamse overheid levert extra inspanningen om haar websites toegankelijk te maken voor mensen met een handicap«
- Großbritannien: »Raising the Standard» und »PAS 78 gets a refresh«
- USA: »TEITAC to Present its Report on the 508 Standards in April«
07 Feb 2008
Interview zum Thema ›barrierefreies Internet‹
Die Bundesregierung will durch die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologie die Teilhabe und Selbstbestimmung behinderter Menschen verbessern. Deshalb arbeitet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales augenblicklich an zwei Projekten in diesem Bereich: 1) Der Überarbeitung der »Barrierefreie Informationstechnik Verordnung« (BITV) und 2) dem Aufbau einer Internetplattform im Sinne eines ›one-stop-shop‹ für Belange von Menschen mit Behinderungen. Dort sollen vorhandene und relevante Internetangebote gebündelt oder vernetzt werden.
Ein Interview mit Erika Huxhold, Leiterin der Abteilung V ›Belange behinderter Menschen, Rehabilitation, Sozialhilfe‹.
- Frage: Frau Huxhold, welche konkreten Projekte wurden 2007 angegangen?
- Antwort: Die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologie kann die Teilhabe und Selbstbestimmung behinderter Menschen verbessern. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat deshalb in diesem Jahr zwei Projekte in diesem Bereich aufgegriffen.
- Zum einen geht es um die »Barrierefreie Informationstechnik Verordnung« (BITV). Drei Jahre nach dem Inkrafttreten der Verordnung war eine Evaluierung vorgesehen, die einen Überarbeitungsbedarf ergab. Dazu haben wir unter Federführung des BMAS eine Arbeitsgruppe eingerichtet.
- Außerdem beabsichtigt das BMAS im Rahmen des eGovernment-Programms der Bundesregierung ein Projekt zum Thema »eGovernment-Strategie für Teilhabeleistungen und Belange behinderter Menschen« zu entwickeln. Hierzu wurde im Juni 2007 im Arbeitsministerium eine Projektgruppe gebildet. Als ersten Schritt ist an den Aufbau einer Internetplattform im Sinne eines »one-stop-shop« für Belange von Menschen mit Behinderungen gedacht. Vorhandene und relevante Internetangebote sollen gebündelt oder vernetzt werden. Diese zentrale Plattform kann dann Ausgangspunkt für weitere eGovernment-Vorhaben sein, mit dem Ziel, Dienstleistungen durch eGovernment für die Bürgerinnen und Bürger einfacher und schneller zugänglich zu machen sowie verwaltungstechnische Abläufe effizienter zu gestalten.
- Frage: Wo liegt der Vorteil für die Nutzer, speziell für Nutzer mit Behinderungen?
- Antwort: Für Menschen mit Behinderungen ist außerordentlich wichtig, mittels barrierefreier IKT an Informationen zu gelangen und aktiv an der Kommunikation über das Internet teilzunehmen. Deshalb muss sichergestellt sein, dass die behinderten Menschen in Deutschland das Recht auf Gleichbehandlung und Teilhabe auch auf diesem Weg durchsetzen können.
- Bei der eGovernment-Strategie geht es darüber hinaus um die verbesserte Nutzung der Serviceleistungen von Instrumenten der Teilhabe behinderter Menschen über das Internet. So ist vorstellbar, mit Hilfe von elektronischen Informations- bzw. Kommunikationstechnologien auch die verschiedenen Verfahrensschritte der Leistungsträger so zu vernetzen, dass z. B. beim Persönlichen Budget auch eine elektronische Antragstellung und Bescheiderteilung entwickelt wird.
- Frage: Was erwartet uns in der kommenden Zeit bei den gesetzlichen Rahmenbestimmungen?
- Antwort: Neben der Überarbeitung der BITV bereitet das BMAS die Ratifikation der UN-Behindertenkonvention vor. Die Konvention verpflichtet die Vertragsstaaten, Informationen, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, auch Menschen mit Behinderungen angemessen und ohne Zusatzkosten zur Verfügung zu stellen. Im Laufe der Ratifizierung wird sich zeigen, ob an der ein oder anderen Stelle eine Anpassung geltender Regelungen erforderlich sein wird.
- Frage: Wie wird sich die BITV den technischen und inhaltlichen Entwicklungen des Internets anpassen?
- Antwort: Die mit der BITV zusammenhängenden praktischen und technischen Problemstellungen sind sehr unterschiedlich. Die Überlegungen zielen darauf, allen Behinderungsarten gerecht zu werden. Hierbei stellt sich beispielsweise die Frage inwieweit Web-Inhalte mittels Videounterstützung für gehörlose Menschen in Gebärdensprache aufbereitet werden können. Eine andere Frage betrifft die Forderung nach Informationen in einfacher Sprache für lernbehinderte Menschen und Menschen mit geistiger Behinderung. Und natürlich soll die BITV im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Internationalen Standards - Stichwort WCAG 2.0 - und im Hinblick auf die technischen Neuerungen, z. B. Web 2.0 Angebote, angepasst werden.
- Frage: Sind Menschen mit Behinderungen an der Weiterentwicklung beteiligt?
- Antwort: Für eine Überarbeitung der BITV sind die Erfahrungen der Verbände behinderter Menschen von großer Bedeutung. Die Projektgruppe führt daher regelmäßige Erfahrungsaustausche mit den behinderten Menschen sowie den entsprechenden Verbänden durch. Zuletzt fanden am 17. September 2007 Gespräche mit den Verbänden der gehörlosen und schwerhörigen Menschen sowie der lern- und geistig behinderten Menschen statt. Die Projektarbeitsgruppe ist so konzipiert, dass zuerst in kleinen Gruppen mit den jeweiligen Verbänden und Experten Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden, um diese dann mit allen Behindertenverbänden zu diskutieren und auf den Weg zu bringen.
- Frage: Wann ist mit der überarbeiteten BITV zu rechen?
- Antwort: Auch die überarbeitete Version der BITV soll sich an den vom World Wide Web Consortium herausgegebenen Standard »Web Content Accessibility Guidelines (WCAG)« orientieren. Anfang 2008 soll die Version WCAG 2.0 erscheinen, die als Grundlage für eine Fortschreibung der BITV dient. Dann kann voraussichtlich im Frühjahr 2008 die Projektarbeitsgruppe einen ersten Entwurf vorlegen. Denkt man optimistisch – und das tue ich – dann können wir schon 2008 eine überarbeitete BITV in Kraft setzen.
- Frage: Welche Schritte plant die Bundesregierung, auch privatwirtschaftliche Anbieter im Netz von den Vorteilen des barrierefreien Internets zu überzeugen?
- Antwort: Zur Umsetzung der Barrierefreiheit wurde im BGG das Instrument der Zielvereinbarung geschaffen, mit dem anerkannte Behindertenverbände zusammen mit der Wirtschaft die Ziele zur Herstellung von Barrierefreiheit selbst bestimmen und vereinbaren können. Die Zielvereinbarung überlässt es den Beteiligten, konkrete Regelungen zur Herstellung von Barrierefreiheit zu treffen, die den jeweiligen Verhältnissen und Bedürfnissen angepasst sind und so flexible und verhältnismäßige Lösungen ermöglichen. Beispielhaft ist hier die Zielvereinbarung der Verbände mit der Firma Pfizer Deutschland GmbH, die ihre Internetseiten barrierefrei gestalten werden.
- Eine stärkere Nutzung des Instruments der Zielvereinbarungen durch die Verbände behinderter Menschen und Unternehmen ist aus Sicht des BMAS wünschenswert. Das BMAS prüft die Möglichkeit einer Förderung bestehender Kompetenzzentren für verschiedene Bereiche der Barrierefreiheit (Mobilität, barrierefreies Bauen, Kommunikation), um damit auch die Verbände und Unternehmen beim Abschluss weiterer Zielvereinbarungen unterstützen zu können.
21 Dez 2007
Brüsseler Realsatire
Zuerst hatten wir an einen arg verfrühten Aprilscherz der EU gedacht, aber das ist wohl wirklich Ernst gemeint: aus Brüssel kommen eine Studie, in der die Fortschritte der ›eAccessibility‹ in Europa gemessen werden. Aus der Beschreibung:
The ›Measuring progress of eAccessibility in Europe‹ (MeAC) study was launched as part of the follow-up to the European Commission’s Communication on eAccessibility of 2005. This Communication highlighted the need for improving access to Information and Communication Technologies (ICTs) by people with disabilities. It also announced that a follow-up on the eAccessibility situation would be made two years after the Communication, at which time the Commission may consider additional measures. The current report supports that follow-up, providing the results of an extensive benchmarking exercise and analysis on the status and progress of eAccessibility in Europe.
Komischerweise ist nicht ein einziges der verlinkten PDF- und Word(!)-Dokumente barrierefrei aufbereitet; sie sind somit für Menschen mit Behinderungen, um die es in der Studie ja gerade offensichtlich geht, selbst nicht nutzbar.
Schade auch …
11 Dez 2007
Barrierefreiheit bei den Nachbarn
Eine Untersuchung von anysurfer.be und der Katholischen Hochschule Kempen über die Zugänglichkeit belgischer Websites für Menschen mit Behinderung: »Toegankelijkheidsmonitor 2007«. (via)
27 Nov 2007
Ländersache
Aktennotiz an uns selber: die Beschlüsse des niedersächsischen Landtages zum neulich dann doch noch mal verabschiedeten Gleichstellungsgesetz (wir berichteten) finden sich mittlerweile auf dem Webserver des Landtages als PDF (ca. 685 kb) (via).
26 Nov 2007
Veranstaltungshinweise
Passend zum heutigen Blaue-Mützchen-Tag ein paar Veranstaltungstipps:
Falls Sie zufällig in Hannover sind und noch nichts vorhaben: heute abend um 18:45h wird die einhundertste Folge des Webstandards-Podcast Technikwürze beim örtlichen Web Montag live aufgezeichnet.
In Wien gibt es heute eine Veranstaltung des Sozialministeriums und des Kanzleramts unter dem Titel »Online ohne Ausnahme«, bei der Unternehmen von den Vorteilen des Themas Barrierefreiheit im Internet überzeugt werden sollen. Experten informieren darüber, was barrierefreies Webdesign leisten kann und welche Unterstützungsmöglichkeiten bei der Umsetzung von barrierefreien Webangeboten bestehen. (via)
Wer beim Symposium »Best of Accessibility« anwesend war, konnte die Unterlagen schon herunterladen; nun gibt es die gesammelten Tagungsunterlagen als frei verfügbaren Download für jedermann: »Unterlagen zum BOA-Symposium 2007 verfügbar«, Download der Veranstaltungs-Unterlagen.
Eine Nachlese zur neulich in London gelaufenen @media Ajax 2007 findet sich unter anderem bei PPK und bei Christian Heilmann.
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