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News mit dem Tag »Barrierefreiheit«

01 Mär 2010

Das Institut für Inklusion fördert als sozial-digitales Kompe­tenz­zentrum die Teil­habe von Menschen mit Behin­derung am öffent­lichen Leben und in der Arbeits­welt. Hier­für sollen in Koopera­tion mit Expert­Innen in eigener Sache, Universi­täten und Unter­nehmen barriere­freie Inter­net­dienste zur sozial-digi­talen Teil­habe für Menschen mit spezi­fischen Anforder­ungen gemäß der UN-Behin­derten­rechts­konven­tion und der EU-Dienst­leistungs­richt­linie ent­wickelt werden.

Einige spannende Veranstal­tungen finden in den nächsten Tagen auf der Cebit am Sonder­exponat-Stand E-Inklu­sion mit barriere­freien ID-Security-Techno­logien, Halle 9, Stand B60 statt:

Dienstag, 2.3.
9–11h: Karl Finke, Behinderten­beauf­tragter von Nieder­sachsen, www.behinderten­beauftragter-nieder­sachsen.de
9–9.30h: Bundes­innen­minister Dr. Thomas de Maizière
9.30–10h: Bundes­beauf­tragte für IT, Staats­sekretärin Cornelia Rogall-Grothe
Mittwoch, 3.3.
10.30h: Ottmar Miles-Paul, Landes­beauf­tragter für die Belange behin­derter Menschen in Rhein­land-Pfalz, (www.lb.rlp.de) auf dem Rhein­land-Pfalz-Stand C39, eben­falls in Halle 9. An der Diskussion unter dem Motto »Neue Techniken – Zugang für Alle« nehmen auch der Vize­präsident des rhein­land-pfälzischen Landes­amtes für Soziales, Jugend und Ver­sorgung, Detlev Placzek, Wilhelm Lickteig vom Landes­blinden- und Seh­behinderten­verband Rhein­land-Pfalz sowie Melanie Müller und André Necke vom Bundes­minis­terium für Arbeit und Soziales teil.
13–14h: Ottmar Miles Paul zum Gespräch »Infor­mations­technik ohne Barrieren« beim Institut für Inklusion.
15.40–16h: Im Forum: Slot des Instituts für Inklusion: »Sozial-digitale Inklusion sicher und barriere­frei im Web 2.0 mit dem neuen Personal­ausweis realisieren!«
Donnerstag, 4.3.
10–10.30h: Interview zum Thema »Barriere­freiheit im Web durch Design for all« mit dem Inter­net-TV-Sender »Live im Netz« – wird live ausgestrahlt.
Freitag, 5.3.
15–15.30h: Hannelore Loskill, Sprecherin des Sprecher­rates des Deutschen Behinderten­rates, stell­vertretenden Bundes­vorsitzen­den der BAG Selbsthilfe, Diplom-Infor­matikerin, Anwendungs- und System­programmiererin im Rechen­zentrum der Heinrich-Heine-Uni­versität in Düssel­dorf. Gespräch über »E-Inklusion mit barriere­freien ID-Security-Technologien.«
Samstag, 6.3. (Publikumstag)
14.–14.20h: Im Forum: Slot des Instituts für Inklusion: »Sozial-digitale Inklusion sicher und barriere­frei im Web 2.0 mit dem neuen Personal­ausweis realisieren!«

18 Nov 2009

Das Thema »Barrierefreie Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen« gewinnt an Bedeutung: Zum einen erhöht sich durch die zunehmende Alterung unserer Gesellschaft die Nachfrage nach barrierefreien Produkten und Dienstleistungen. Zum anderen wird Barrierefreiheit bald ein wichtiges Vergabekriterium in Ausschreibungen der öffentlichen Hand sein. Die EU-Kommission hat ein Mandat an die europäischen Normungsinstitute vergeben, dazu die grundsätzlichen Regeln zu setzen.

Nur wenige Unternehmen kennen bislang die Anforderungen, die sich daraus ergeben können. Die meisten Anbieter haben sich noch nicht mit den möglichen weit reichenden Konsequenzen auseinandergesetzt. Aus diesem Grund möchte der Arbeitskreis Barrierefreiheit des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) mit einem öffentlichen Forum Unternehmen und Interessierten die Möglichkeit bieten, sich umfassend über aktuelle und kommende Regulierungen und Standardisierungen zu informieren. Dazu werden neben Vertretern von namhaften Unternehmen auch Repräsentanten der Bundesregierung und der Europäischen Kommission als Referenten zu Wort kommen.

Die gemeinsame Informationsveranstaltung der Verbände BDI, BITKOM, DKE und ZVEI richtet sich sowohl an die Management-Ebene sowie an die Designer von Produkten und Dienstleistungen. Die Darstellung von Barrieren in unserer Gesellschaft, eine Übersicht über die aktuellen und geplanten Gesetze und relevanten Normen sowie zahlreiche Praxisbeispiele sollen den Teilnehmern die Bedeutung des Themas näher bringen.

10. Februar 2010; Hotel Aquino Tagungszentrum, Hannoversche Straße 5b, 10115 Berlin. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, weitere Infos und Anmeldung beim BITKOM.

13 Nov 2009

Das Portal www.einfach-teilhaben.de wurde im Juli 2009 eröffnet und möchte Menschen mit Behinderungen sowie deren Angehörige, aber auch Verwaltungen und Arbeitgeber über Angebote zur Unterstützung informieren und bei der Inanspruchnahme von Leistungen beraten. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Stiftung Digitale Chancen laden am 16. Dezember 2009 von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr ein zu der Veranstaltung ›einfach teilhaben!‹.

Die Teilnehmer sind aufgefordert, in verschiedenen Workshops gemeinsam Ideen zur Nutzung und Weiterentwicklung des Portals zu erarbeiten. Die Zahl der Veranstaltungsteilnehmer ist begrenzt, eine Anmeldung ist nur auf Einladung möglich. Wenn Sie bereits eine schriftliche Einladung erhalten haben, registrieren Sie sich bitte über das Anmeldeformular. Wenn Sie an der Teilnahme interessiert sind und noch keine Einladung erhalten haben, senden Sie bitte eine E-Mail an sbernsmann@digitale-chancen.de.

Datum: 16.12.09, 10:30 bis 17:30 Uhr; Veranstaltungsort: Neue Mälzerei, Friedenstr. 91, 10249 Berlin

28 Okt 2009

Das HTML & CSS-Framework YAML, auf dem auch diese Seiten hier aufgebaut sind, ist seit heute in der fertigen Version 3.2 am Start. Erst vor wenigen Tagen konnte das Projekt seinen vierten Geburts­tag feiern und auch nach einer so langen Zeit ist die Luft für Ver­besserungen und Weiter­ent­wicklungen noch nicht aufgebraucht. Die vor­liegende Version 3.2 bringt einige wichtige Än­derungen mit sich: neben dem schlankeren Framework-Kern, der Verein­fachung der Code-Basis, der Erweiterung der Gestal­tungs­raster (sog. Grids) und den Performance-Gewinnen gibt es eine ganze Reihe von Ver­besserungen im Bereich der Accessibility, die uns natür­lich besonders interessieren.

Barrierefreiheit eingebaut

Kein Framework, auch nicht YAML, ist ein Garant für barriere­freie Web­seiten (obwohl eine ganze Reihe von YAML-basierten Sites bereits mit einer BIENE ausgezeichnet wurden). Dennoch zeigt sich mehr und mehr, wie sinnvoll und richtig es ist, Web­entwicklern das grund­legende Hand­werks­zeug innerhalb von Frameworks zur Ver­fügung zu stellen. In YAML 3.2 wird eine neue Dar­stellungs­möglich­keit für Skiplinks unter­stützt, die ein Über­lagern des Layouts für die einge­blendeten Skiplinks ermög­licht und dadurch die sonst üblichen Probleme bei deren Inte­gration beseitigt. Zudem wird für Webkit-basierte Browser ein JavaScript-Fix mitge­liefert, um auch Apple’s Safari und Google Chrome dazu zu bewegen, den Fokus auf die ange­sprungene ID zu setzen.

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Ein weiterer Schritt ist die konse­quente Einbe­ziehung von WAI-ARIA: sämt­liche bei YAML mitge­lieferte Beispiel-Layouts sind nun mit sog. ARIA-Landmark-Roles versehen. Zwar handelt es sich hierbei nicht wirklich um ein Feature des Frameworks (die korrekte Aus­zeichnung sollte nach wie vor der Web­entwickler vornehmen), dennoch ist dieser Schritt wichtig, um trotz der noch fehlenden Vali­dierungs­möglich­keiten im W3C-Vali­dator die positiven Effekte des kommenden Standards hervorzuheben, denn schon heute können alle modernen Browser (einschließlich des IE 8) mit WAI-ARIA umgehen und ermöglichen somit einen deutlichen Zugewinn an Barriere­freiheit auf Web­seiten jeder Komplexitäts­stufe.

Das ›Accessible Tabs‹-Plugin von Dirk Ginader wird mit YAML 3.2 als Erweiterung ein fester Bestandteil des Frameworks. Die Um­setzung im Rahmen dieses Plugins ist mittler­weile ausge­reift, umfang­reich getestet und funktio­niert auch hervor­ragend mit aktuellen Hilfs­mitteln wie Screenreadern.

Entsorgung von Altlasten

Manchmal liegt eine Verbesserung auch im Ver­zicht auf ein Feature: so bot das Framework bisher die Möglich­keit, Spalten­hinter­gründe mit Hilfe der CSS-border-Defini­tion von bestimmten Spalten zu erzeugen. Zwar ist diese Technik denkbar einfach in der Um­setzung, sie beschwört aber in Ver­bindung mit den für viele Seh­behinderte typischen Ein­stellungen von Benutzer-definierten Farben (z.B. den Windows-Kontrastmodi) ein Zugäng­lich­keits­problem herauf, da dort Vorder­grund- und Rahmen­farben auf den gleichen Farb­wert gesetzt werden. Inhalte mit dahinter­liegenden farbigen Rahmen (den simu­lierten Spalten­hinter­gründen) waren infolge­dessen zum Teil nicht mehr lesbar. Erschwerend kam hinzu, dass diese Technik im Internet Explorer ein CSS-Anpassung benötigte, die in seltenen Fällen das Aus­wählen von In­halten mit der Maus im Browser blockierte. Daher ist diese Vari­ante nun, auch aufgrund unserer Über­zeugungs­arbeit, nicht mehr im Framework enthalten.

Neben diesen großen Neuerungen stehen zahl­reiche kleinere Korrek­turen, über die das Changelog im Detail Ausfunft gibt. Download des Gesamtpakets, Lizenzbedingungen; YAML Dokumentation: Deutsch (PDF), English (PDF)

08 Okt 2009

Der Wett­streit um das beste christli­che Internet­angebot 2010 ist eröffnet. Zum vierzehn­ten Mal schreibt die Evangeli­sche Kir­che in Deutsch­land (EKD) den »WebFish« aus, teilte die EKD heute in Hannover mit. Besonders berücksichtigt wer­den Angebote, die barrie­refrei sind.

Mit dem WebFish prämie­ren die EKD und das Gemeinschafts­werk der evangeli­schen Publizistik gemeinsam die bes­ten Online-Angebote in deut­scher oder eng­li­scher Spra­che, die den christli­chen Glau­ben aktuell und kreativ umset­zen. Anbie­ter sol­cher Sei­ten können ihre Bewer­bun­gen bis zum 31. Dezember online einrei­chen.

Im Januar 2010 wer­den unter den Bewer­bun­gen zehn Angebote aus­gewählt. Aus­wahlkrite­rien sind das Design, der Informati­ons­ge­halt, die tech­ni­sche Realisierung und die Möglichkeit der Interaktion. Besonders berücksichtigt wer­den Angebote, die barrie­refrei sind und somit allen Men­schen Zugang zu Informationen bie­ten. Ab Februar können die Internet-Nutzer unter den so nomi­nier­ten Angebo­ten in einer Online-Abstimmung ihren persönli­chen Favo­ri­ten aus­wäh­len und so mitbe­stimmen, wer die Gewinner sind.

Der Erstplatzierte erhält neben dem Goldenen WebFish einen Geld­preis in Höhe von 1.500 Euro. Der zweite Gewinner bekommt einen Silbernen WebFish und 1.000 Euro und für den drit­ten Sie­ger gibt es den Bronzenen WebFish und eine Sieger­prämie von 500 Euro.
(bei kobinet abge­schrie­ben)

07 Okt 2009

Die Qualität einer Website entscheidet über den Erfolg im Internet – auch beim E-Government. Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen und Benutzerfreundlichkeit sind wichtige Kriterien für die Besucher von Webauftritten der öffentlichen Hand. Die zentralen Kriterien für die Bewertung einer Website sind dabei die Benutzerfreundlichkeit, die Barrierefreiheit, die Suchmaschinentauglichkeit und die technische Qualität. Die Qualidator-Studie der schweizerischen seven49.net brachte folgendes Ergebnis an den Tag: 1. Platz für Österreich mit 81.57 %, 2. Platz für Deutschland mit 79.03 % und 3. Platz für die Schweiz mit 77.87 % Gesamtqualität der E-Government-Angebote.

Städte im direkten Vergleich

Bei den österreichischen Städten liegt Bludenz vor Wien und Linz auf den Top-Plätzen. Die Stadt Bludenz hat ein Gesamtscore von 92,76 %, aufgegliedert in die Bereiche Barrierefreiheit (95,29 %), Benutzerfreundlichkeit (94,81 %) und der Suchmaschinentauglichkeit (87,95 %) und führt damit vor Wien mit 87,25 % und dem 2008 mit einer silbernen BIENE ausgezeichneten Linz mit 83,84 %. Fügt man sämtliche Städte der drei Länder Österreich, Schweiz und Deutschland in einem Ranking zusammen, so führt die Webseite von Bludenz (92,76 %) vor den Web-Auftritten der deutschen Städte Bonn (88,98 %) und Bochum (88,92 %).

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Websites auf Bundesländerebene im Vergleich

Vergleicht man alle Web-Auftritte der schweizerischen Kantone und deutschen sowie österreichischen Bundesländer, ergibt sich ein Ranking, das vom Kanton Graubünden mit 90,79 % angeführt wird, vor den Bundesländern Wien mit 87,25 %, Sachsen mit 86,9 % und Nordrhein-Westfalen mit 86,87 %.

Bei den Web-Auftritten der österreichischen Bundesländer liegt die Stadt Wien mit einer Gesamtbewertung von 87,25 % vor dem Burgenland mit 86,28 % und der Steiermark mit 85,5 % in Führung. Die Bewertung von Wien mit 87,25 % setzt sich aus den Bereichen Barrierefreiheit (87,34 %), Benutzerfreundlichkeit (85,97 %) und der Suchmaschinen (85,58 %) zusammen.

»Qualität und Service sind oberste Priorität beim Internet-Auftritt der Stadt Wien. Dabei spielen die Barrierefreiheit und Benutzerfreundlichkeit eine maßgebende Rolle. Die Platzierung von wien.gv.at beim Länder- und Städtevergleich ist ein zusätzlicher Ansporn, den Bedürfnissen der User noch mehr gerecht zu werden. Ein wichtiges Ziel dabei ist es, den Bürgern und Wirtschaftstreibenden nicht nur Informationen zur Verfügung zu stellen, sondern auch den Amtsweg zu erleichtern oder gar zu ersparen.«, so der Wiener Obersenatsrat Johannes Mittheisz, verantwortlich für die IKT-Strategie im Magistrat der Stadt.

31 Aug 2009

Bereits zum vierten Mal lädt accessible media zur österreichischen Web-Accessibility-Konferenz »A-Tag« nach Wien. Mit hochklassigen Referentinnen und Referenten aus dem In- & Ausland will der Verein ein Bewusstsein für neue barrierefreie Techniken schaffen. Am Wochenende wurde nun das Programm veröffentlicht und die kostenlose Anmeldung freigeschaltet.

»A-Tag ’09 – Interaktiv Barrierefrei – Fachkonferenz Barrierefreies Internet«; Freitag, 16. Oktober 2009, 9:00 Uhr im TechGate Vienna, Donau-City-Straße, Wien; weitere Infos unter atag.accessiblemedia.at.

20 Aug 2009

Das Akti­ons­bündnis für barrie­refreie In­formati­ons­tech­nik (AbI) stellt die deutsch­landweit erste Mus­ter­inte­grati­ons­ver­einbarung mit dem Schwerpunkt »Barrie­refreie In­formati­ons- und Kommunikati­ons­tech­nik« ins In­ternet. Sie ent­hält Textbau­stei­ne, die Un­ternehmen, Betriebe und Behör­den in Inte­grati­ons­ver­einbarun­gen übernehmen können.

Bisher gibt es in Deutsch­land nur gesetzli­che Regelun­gen, wie bei­spielsweise ein barrie­refreier Zugang zum Arbeits­platz für Roll­stuhlfah­rer aus­se­hen soll. »Für In­formati­ons- und Kommunikati­ons­tech­nik ohne Hindernis­se existie­ren jedoch kei­ne Stan­dards«, kri­tisiert Pro­fes­sor Christi­an Büh­ler, Lei­ter des Akti­ons­bündnis­ses. Um in diesem Be­reich ei­ne Orientierungs­hilfe zu bie­ten, er­arbeite­ten AbI-Exper­ten mit Schwerbehinderten­vertretern die ent­spre­chen­den Anforde­run­gen. Das Ergebnis sind Textblöcke, die nach dem Baukas­ten­prinzip ein­zeln in be­reits be­stehen­de Inte­grati­ons­ver­einbarun­gen ein­gesetzt wer­den können. Es be­steht eben­falls die Möglichkeit, alle Bau­stei­ne komplett in ei­ner separa­ten Zu­satzver­einbarung abzuschließen.

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Ein Anreiz für die Un­ternehmen: Wird be­reits bei der Beschaffung und Ent­wicklung von Kommunikati­ons- und In­formati­ons­tech­nik dar­auf geach­tet, dass die­se barrie­refrei ist, wer­den auf lange Sicht Kos­ten ge­spart. Denn so wird si­cherge­stellt, dass alle Mit­arbei­ter - egal ob mit oder ohne Behinde­rung - die ge­samte Tech­nik im Büro ohne fremde Hilfe und zusätzli­chen Auf­wand nut­zen können. Ein Bei­spiel: Blin­de Mit­arbei­ter oder An­ge­stellte mit be­stimm­ten motori­schen Ein­schränkun­gen verwen­den kei­ne Maus. Damit sie trotzdem selbst­ständig am Compu­ter arbei­ten können, ist es wichtig, dass sich die betriebs­in­terne Soft­ware auch über die Ta­s­tatur steuern lässt.

Die Mus­ter­inte­grati­ons­ver­einbarung mit dem Schwerpunkt »Barrie­refreie In­formati­ons- und Kommunikati­ons­tech­nik« kann kosten­los bei www.wob11.de/integrationsvereinbarung.html herun­ter­gela­den wer­den.

20 Jul 2009

Am 1. Juni 2009 ist der 12. Rund­funk­änderungs­staats­vertrag in Kraft getreten. In §3 Allge­meine Grund­sätze heisst es:

»(2) Die Anbieter nach Absatz 1 Satz 1 sollen über ihr bereits bestehendes Engagement hinaus im Rahmen ihrer tech­nischen und finanziellen Mög­lich­keiten barriere­freie Ange­bote ver­mehrt aufnehmen.«

Warum ›sollen‹? Sollte da nicht ›müssen‹ stehen? Die wahlweise hinzu­schalt­baren Video­text-Unter­titel gibt es in der aktuellen Form seit 1980. Die Selbst­ver­pflichtung wurde jedoch in den letzten 30 Jahren nicht ernst genommen: obwohl seit fast 30 Jahren ein Ausbau der Unter­titel­ung gefordert wird, liegt ihr Anteil bei nur 10,3% (Stand April 2009).

Da Rundfunk Ländersache ist, haben die Hör­geschädig­ten-Ver­bände Anfang Juni 2009 in allen Bundes­ländern entsprechende Peti­tions­anträge einge­reicht, mit denen eine 100%-ige Unter­titelungs­pflicht inner­halb von 10 Jahren gefor­dert wird. Die Mit­zeichnungs­frist endet in 6 Wochen am 31. August 2009.

Die Petition selbst steht unter www.untertitel-petition.de im Netz, weitere Hintergründe gibt es bei der Arbeitsgruppe im Deutschen Gehör­losen-Bund e.V. ›Sign-Dialog – Mehr Bildung durch Untertitel‹ unter www.sign-dialog.de und natürlich auch in Gebärden­sprache.

30 Jun 2009

›Accessible‹ ist ein europäisches Projekt mit dem Ziel, die Zugänglichkeit von Soft­ware­ent­wicklungs­produkten zu verbessern. Erreicht werden soll dies durch die Ein­führung einer möglichst vereinheit­lichten Zugäng­lichkeits­methodik in Soft­ware­ent­wicklungs­pro­zessen sowie durch bessere Prüf- und Bewertungs­strategien und -Methoden. Die ange­strebte Ver­besserung soll es großen Orga­nisationen, kleinen und mittel­ständischen Unter­nehmen, Entwicklern und Designern ermöglichen, Soft­ware mit dem höchst­möglichen Grad an Barriere­freiheit und Benutz­bar­keit zu erstellen.

Das Ziel dieses Frage­bogens ist die Er­fassung der Anwen­der­bedürf­nisse von Ent­wicklern barriere­freier IT. So können gewünschte Unter­stützungen bei der Identi­fizierung und dem Testen der Zugäng­lichkeit von Infor­mations- und Kommu­nika­tions­techniken genau bestimmt werden. Die Aus­wertung der Be­fragung wird dazu bei­tragen, in Zukunft spezielle Bewertungs­tools für Entwickler, Richt­linien und Wissens­daten­banken zur Verfügung stellen zu können.

Die Auswertung der Frage­bögen erfolgt voll­ständig anonym, die Beant­wortung der Fragen ist frei­willig und wird dabei helfen, die Bedürf­nisse von Nuztern zu erfassen. Die Ergebnisse des Projektes sind von großer Bedeutung für die Förderung der Zugäng­lichkeit für Soft­ware­ent­wicklungen in ganz Europa.

Weitere Informationen über das Projekt gibt es unter www.accessible-project.eu, der Fragebogen selbst ist aufgeteilt in die Zielgruppen Web-Entwickler, Sachverständige zur Barrierefreiheit, Menschen mit körperlichen Einschränkungen, Öffentliche Einrichtungen und Service-Provider.

05 Mai 2009

Aktion Mensch und Stiftung Digitale Chancen suchen zum sechsten Mal die besten barrierefreien Webseiten / Einreichungen bis zum 15. Juli möglich

Das Internet durchdringt fast alle Lebensbereiche. Laut (N)Onliner Atlas, Deutschlands größter Studie zur Internet-Nutzung, sind zwei Drittel der Deutschen regelmäßig online. »Diese Zahlen klingen gut«, sagt Iris Cornelssen, Leiterin Internet-Projekte bei der Aktion Mensch. »Allerdings schließen die meisten Webseiten Menschen mit Behinderung aus, denn Sie sind nicht barrierefrei gestaltet.«

Um das zu ändern, starten die Stiftung Digitale Chancen und die Aktion Mensch am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag der Menschen mit Behinderung, bereits zum sechsten Mal gemeinsam den BIENE-Wettbewerb. Ziel des Wettbewerbs ist es, die besten barrierefreien deutschsprachigen Webseiten zu finden und als Vorbild bekannt zu machen.

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Bewerbungen sind in vier Kategorien möglich:

  • Informations- und Kommunikationsangebote wie Themenportale, tagesaktuelle Medien oder Foren
  • Recherche- und Serviceangebote wie Fahrplanauskünfte, Routenplaner, Kataloge oder Datenbanken
  • Einkaufs- und Transaktionsangebote wie Einkaufs-, Buchungs- und Zahlungsplattformen oder Seiten, die eine Online-Abwicklung von Behörden- und Geschäftsvorgängen ermöglichen
  • Gemeinschafts- und Interaktionsangebote wie Online-Communities und Netzwerkplattformen, Wikis oder Gemeinschaftsweblogs

Am Wettbewerb können Anbieter und Gestalter deutschsprachiger Internet-Angebote teilnehmen. Für Studierende und Auszubildende haben die Veranstalter einen Nachwuchspreis ausgeschrieben. Zudem haben Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit, Webseiten, die sie im Sinne der Barrierefreiheit für vorbildlich halten, für eine BIENE vorzuschlagen. Bewerbungen und Vorschläge können auf der Webseite des Wettbewerbs unter www.biene-wettbewerb.de bis zum 15. Juli 2009 eingereicht werden.

Kriterienkatalog wird überarbeitet

Bevor die Gewinner im Dezember 2009 eine der begehrten Auszeichnungen in Empfang nehmen können, müssen sich die eingereichten Seiten einem mehrstufigen Testverfahren unterziehen. Dabei werden auch die aktuellen internationalen Richtlinien zur Zugänglichkeit von Webseiten berücksichtigt; die so genannten Web Content Accessibility Guidelines 2.0 (WCAG 2.0) hatte das oberste Gremium zur Standardisierung der im World Wide Web eingesetzten Techniken, das World Wide Web Consortium (W3C), erst im Dezember 2008 verabschiedet. »Mit dem neuen Kriterienkatalog wird die BIENE einmal mehr eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung eines barrierefreien Internets einnehmen«, betont Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen, die Signalwirkung des Wettbewerbs und erklärt: »Die BIENE 2009 wird eine der ersten Möglichkeiten sein, die Wirkung der neuen Richtlinien in Deutschland in der Praxis zu bewerten.«

Über die BIENE

Seit 2003 prämieren die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen die besten deutschsprachigen barrierefreien Angebote im Internet mit einer BIENE. BIENE steht für »Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten«, aber auch für Kommunikation, gemeinsames Handeln und produktives Miteinander. Weit mehr als 1.400 Unternehmen und Organisationen, Behörden und Ministerien, Städte und Gemeinden sowie Vereine und Verbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol haben sich bislang mit Webseiten am Wettbewerb beteiligt – allein 2008 wieder 340. Mehr als 80 Anbieter – große Namen ebenso wie Betreiber kleinerer Webseiten – haben bisher eine BIENE gewonnen.

Am BIENE-Wettbewerb können Anbieter und Gestalter deutschsprachiger Webangebote teilnehmen. Für Webentwickler in Ausbildung oder im Studium schreiben die Veranstalter einen Nachwuchspreis aus. Sonderpreise können für Lösungen vergeben werden, die spezifische Bedürfnisse einzelner Nutzergruppen berücksichtigen. Das können sein: Angebote für gehörlose Menschen, die Gebärdensprache verwenden, Angebote für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder andere herausragende und innovative Entwicklungen. Der Preis ist rein ideeller Natur. Für die Betreiber nicht kommerzieller Webseiten, wie Vereine oder Selbsthilfegruppen mit Angeboten von öffentlichem Interesse, können Förderpreise vergeben werden.

Die Ausschreibungsfrist für die BIENE 2009 hat am 5. Mai 2009 begonnen. Einsendeschluss ist der 15. Juli 2009. Die Preisverleihung findet am 4. Dezember 2009 in Berlin statt. Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.biene-wettbewerb.de oder bei:

Pressestelle der Aktion Mensch
Iris Cornelssen und Christian Schmitz
Heinemannstraße 36
53175 Bonn
Telefon: (02 28) 20 92-3 77 oder 3 64
Telefax: (02 28) 20 92-3 33
iris.cornelssen@aktion-mensch.de
christian.schmitz@aktion-mensch.de
www.aktion-mensch.de

Stiftung Digitale Chancen
Jutta Croll, M. A.
Büro Berlin:
Fasanenstraße 3
10623 Berlin
Telefon: (0 30) 43 72 77-30
Telefax: (0 30) 43 72 77-39
Mobil: (01 63) 5 49 37 73
Büro Bremen:
Am Fallturm 1
28359 Bremen
Telefon: (04 21) 2 18-40 46
Telefax: (04 21) 2 18-48 94
jcroll@digitale-chancen.de
www.digitale-chancen.de

21 Apr 2009

Folgende Anfrage einer Doktorandin an der Technischen Universität Dresden hat uns erreicht, die wir hiermit gerne weiterreichen. Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Usability-Methoden für Nutzer mit Behinderungen, speziell blinden Nutzern. Ziel der Dissertation ist, neue Methoden für Evaluationen mit blinden Nutzern zu entwickeln:

Liebe Accessibility- und Usability-Experten,

mein Name ist Mei Miao. Ich bin Doktorandin an der TU Dresden. In meiner Arbeit geht es um das Thema Usability-Methoden für Nutzer mit Behinderungen, speziell für blinde Nutzer. Da ich keine ausreichende praktische Erfahrung habe, möchte ich Sie um Ihre Unterstützung bitten.

Mit dieser Umfrage möchte ich erfahren, welche Usability-Methoden in der Praxis für Nutzer mit Behinderungen, speziell blinde Nutzer, häufig verwendet werden und welche Erfahrungen Sie damit gemacht haben. Es wäre für mich sehr hilfreich, wenn Sie sich die Zeit nehmen könnten, den Fragebogen, den Sie unter http://141.76.84.200:8080/Fragebogen/ finden, auszufüllen.

Für Fragen stehe ich Ihnen unter mm33@inf.tu-dresden.de gern zur Verfügung.

Ich bedanke mich für Ihre Mühe im Voraus!

Mei Miao

20 Apr 2009

Heute nochmal so ganz pauschal zu unserem Kernthema Accessibility:

16 Apr 2009

Informations- und Kommunikationstechnologien entwickeln sich rasant – und werfen zahlreiche Fragen zur barrierefreien Aufbereitung von Dokumenten auf. Einige der drängendsten Fragestellungen: Wo liegen geeignete Ansatzpunkte für eine barrierefreie Aufbereitung von Dokumenten? Welche Benutzergruppen und Zugangswege sind zu berücksichtigen? Wem nützt leichte Sprache? Was sind DAISY und barrierefreies PDF und wie können Informationen in Braille, Großdruck und oder Gebärdensprache angeboten werden?

Vom 21. bis 27. September 2009 lädt die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (www.dzb.de) alle Interessierten und Anwender, Entwickler und Experten des multifunktionalen Informationsmediums DAISY (Digital Accessible Information System) zur Veranstaltungswoche DAISY2009 nach Leipzig ein.

Call for Papers

Die DZB lädt interessierte Fachleute herzlich ein, sich mit einem Beitrag zu einem der folgenden Themen aktiv in die Fachtagung einzubringen:

  • Lesen von und ohne Papier
  • Barrierefreie Vielfalt
  • E-Books und neue Inhalte in den MEDIBUS-Bibliotheken
  • Braille, Großdruck und Gebärdensprache
  • Produkte und Werkzeuge zur barrierefreien Aufbereitung von Dokumenten
  • Inklusives Publizieren

Weitere Informationen und Anmeldeformular unter daisy2009.de/…

08 Apr 2009

War schon

EAFra am 27. März in Frankfurt:

re:publica'09 am 1.–3. April in Berlin:

Kommt noch:

19 Mär 2009

›Talk im Schloss‹ am 28.04.2009

Das World Wide Web bietet eine Fülle von Informationen und Diensten, die aus Privat- und Berufsleben nicht mehr weg zu denken sind. Es gibt aber immer noch große Gruppen potenzieller Nutzer, die an diese Dienste nicht herankommen. Menschen mit Behinderungen erleben vielerlei Barrieren, wenn sie das Internet nutzen möchten. Ein »Internet für Alle« wäre ihre große Chance, den Alltag zu erleichtern, Beziehungen zu pflegen und an der Gesellschaft teilzuhaben.

Es ist mittlerweile in Europa erklärtes politisches Ziel, durch barrierefreie Gestaltung von Internetdiensten der Ausgrenzung von Behinderten, Älteren und anderen benachteiligten Gruppen entgegen zu wirken. Aber wie können wir den unterschiedlichen Bedürfnissen von Sehbehinderten oder Blinden, Hörgeschädigten oder Gehörlosen Rechnung tragen? Und gleichzeitig auch Menschen mit motorischen, kognitiven oder alterstypischen Einschränkungen unterstützen?

Expertinnen und Experten des Web Compliance Centers – WebCC in Fraunhofer FIT beleuchten in Kurzvorträgen vier zentrale Aspekte: Nutzergruppen, Standards, Evaluation und Projektstrategien. Der offizielle Flyer zur Veranstaltung kann als FUN_TIS_20090428_flyer.pdf herunter geladen werden.

Fraunhofer FIT und der Förderverein Usability-Netzwerk Bonn/Rhein-Sieg e.V. freuen sich, Sie am 28. April 2009 um 18:00 Uhr im Foyer des Fraunhofer IAIS auf Schloss Birlinghoven begrüßen zu dürfen. Einlass ist ab 17:30 Uhr. Die Teilnahme ist bei Voranmeldung kostenfrei, die Teilnehmerzahl ist leider begrenzt. Bitte melden Sie Ihren Besuch per E-Mail an unter: tis@fun-ev.org. Weitere Infos zur Veranstaltungen auf den Seiten des Fördervereins Usability-Netzwerk: ›Talk im Schloss‹ am 28.04.2009: Ohne Barrieren ins Netz – Internet für Alle.

02 Mär 2009

Wie üblich haben uns auch beim letzten Relaunch viele Rückmeldungen und kritische Anmerkungen (und in seltenen Fällen sogar Lob) per E-Mail oder über die Kontakt- und Kommentarformulare erreicht. Zu einigen Punkten hatten wir ja bereits ausführlich was geschrieben; heute geht es um einen Teil des HTML-Codes dieser Seiten, der schon öfter Anlass zu Diskussionen war: die »Tag Cloud«, auch Schlagwort- oder Stichwortwolke genannt.

Laut Wikipedia ist eine Tag Cloud »eine Methode zur Informationsvisualisierung, bei der eine Liste aus Schlagworten alphabetisch sortiert flächig angezeigt wird, wobei einzelne unterschiedlich gewichtete Wörter größer oder auf andere Weise hervorgehoben dargestellt werden.« Lustigerweise ist die Tag Cloud in der linken Spalte eines der wenigen Code-Fragmente, die nicht nur den letzten Relaunch, sondern auch einige Relaunches davor unbeschadet überstanden hat – das zu Grunde liegende Konstrukt hat sich also seit Jahren nicht geändert. Aber wie bei jedem Relaunch erreichen uns wohl-gemeinte Tipps, wie man diese Tag Clouds besser umsetzen und semantisch anreichern könnte (womit sich mal wieder die alte Regel bewahrheitet, dass die Menge des Diskussionsbedarfs immer umgekehrt proportional zur Komplexität des Problems ist).

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So auch diesmal:

»… die Größe eines Links in der Tag-Cloud habt Ihr ja mit "strong in strong in strong …" realisiert. Ich habe gerade mal mit JAWS etwas herumgespielt, vor allem mit dem Konfigurationsmanager, und da keine Einstellung gefunden, mit der ich mir die Anzahl der strong-Tags vorlesen lassen kann. Daher mein Tipp: Schreibt doch die Nummer der strong-Tags als Zahl in Klammern hinter den jeweiligen Link und schiebt das dann per CSS aus dem Viewport. In der Überschrift ›Themen:‹ schreibt Ihr das halt als ›(Beliebtheit als Zahl in Klammern)‹, ebenfalls versteckt, dahinter. Das ist zwar so knapp, dass man erst nicht weiß, ob der Zahlenwert mit der Beliebtheit steigt oder ob es hier umgekehrt proportional gesehen werden muss, aber das wird spätestens bei der vier für HTML klar.«

(Detlef Girke per E-Mail)

Zum Hintergrund des ganzen: unsere Tag Cloud besteht aus einer Liste von Einträgen, die alphabetisch sortiert als Unordered List (UL) angelegt sind, jeder Eintrag steht in einem separatem List Item (LI). Wir bekamen auch einige Mails mit Vorschlägen, statt der UL doch eine geordnete Liste (OL) zu nehmen – danke für die Vorschläge, aber das Kriterium zur Sortierung der Einträge ist das Alphabet – damit sind die (zusätzlichen) Ordnungszahlen komplett überflüssig und bringen dem Nutzer keine brauchbaren Erkenntnisse.

Eine Sortierung nach Häufigkeit würde ebenfalls keinerlei Vorteile für den Nutzer bringen. Zum einen wäre für den Nutzer die Orientierung entlang des Alphabets dahin; zum anderen würde sich diese Sortierung auch laufend ändern. Ein weiteres Problem bleibt dadurch ebenfalls ungelöst: in den vergangenen Jahren haben wir sehr viel über HTML & CSS gebloggt, entsprechend viele Treffer gäbe es bei einer Sortierung nach diesen Tags. Nun gibt es aber Techniken wie z.B. WAI-ARIA, die relativ neu sind und daher in Summe nicht so häufig im Blog vorkommen – aber genau von diesen Beiträgen möchten wir, dass sich unsere Leser damit beschäftigen und eine alleinige Sortierung nach Häufigkeit käme einer Abwertung gleich und ginge somit am Ziel vorbei. Im Ernstfall würde man damit höchstens den Digg-Effekt erreichen, bei dem alle User auf das Ding mit der höchsten Zahl draufklicken.

Im Urzustand sieht unsere listenförmige Tag Cloud folgerichtig so aus:

  1. <div id="tagcloud">
  2. <h4>Themen:</h4>
  3. <ul>
  4. <li><a href="/blog/tags/ajax/" rel="tag">AJAX</a></li>
  5. <li><a href="/blog/tags/atag/" rel="tag">ATAG</a></li>
  6. [...]
  7. </ul>
  8. </div>

Allerdings ist dies noch nicht alles, und genau daran entzündet sich die Kritik: je nach Häufigkeit des Tags enthält der Link noch ein oder mehrere <strong> – je häufiger, desto mehr <strong> sind dort hineingeschachtelt:

  1. <li><a href="/blog/tags/bitv/" rel="tag"><strong><strong>BITV</strong></strong></a></li>

Durch geschicktes Ausnutzen der Vererbungen in CSS wird der enthaltene Linktext immer größer, je öfter strong ineinander verschachtelt ist:

  1. #tagcloud li strong {
  2. font-size: 1.1em;
  3. }

Nun bezieht sich einige Kritik darauf, dass <strong> unsemantisch sei – leider konnte uns jedoch bisher noch niemand eine echte, passendere Alternative aufzeigen. Kurzfristig hatten wir über die Verwendung von <small> & <big> zur Gewichtung der Einträge nachgedacht, aber dann davon abgesehen. Nicht weil es unpassend wäre (wobei: eventuell wäre es sogar passender und damit ehrlicher gewesen), sondern weil dies wohl einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen hätte. Das Problem bleibt also: HTML bietet kein 100%-ig passendes Element zur semantisch korrekten Auszeichnung von Gewichtungen in Tag Clouds an. Also läuft es (wie so oft in HTML) auf eine Annäherung hinaus, die nach den Prinzipien der Einfachheit diejenige sein sollte, die am wenigsten stört (›least obtrusive‹) und dem Nutzer nichts vorgaukelt, das effektiv nicht vorhanden ist bzw. die Handhabung für den Nutzer nicht unnötig verkompliziert. Eben einfach.

Daher hatten wir uns damals nach intensivem Nachdenken für <strong> entschieden, eben genau weil mit <strong> ausgezeichneter Text in sämtlichen uns bekannten Screenreadern nicht anders vorgelesen wird als herkömmlicher Text ohne <strong> (wie übrigens bei <big> & <small> auch nicht, neben einer ganzen Reihe anderer, seit über einem Jahrzehnt spezifizierter Elemente).

Gleich mehrere Mails und IMs beschäftigten sich mit der Frage, ob man die Gewichtung dem Screenreader-Nutzer dann nicht besser durch die Ansage der Zahl der gefundenen Treffer mit diesem Tag mitteilen sollte. Auch mit diesem Vorschlag haben wir ein paar Probleme:

  1. Wenn die Zahlen einen Nutzwert haben sollen, dann müsste sich der Nutzer beim durchhören der Tag Cloud die Zahlen merken, dann nochmals zurückgehen und dann auf Basis der Zahlen als Entscheidungskriterium (Welcher Zahl? Der höchsten? Der niedrigsten? Dem Mittelwert?) entscheiden, welchem Link er folgt. Was aber nicht das eigentliche Problem des Vorschlags löst, nämlich:
  2. Warum sollte ein Nutzer einen Link anklicken, nur weil ihm die (hohe oder niedrige) Zahl irgendwie zusagt? Wenn jemand nach Tipps zu CSS sucht, dann ist es für ihn vollkommen unerheblich, ob da nun 2 oder 20 oder 200 Einträge dahinter sind. Weder wir noch der Benutzer können wissen, ob das Gesuchte gefunden wird (und zwar vollkommen unabhängig von der Anzahl; und nein, die Wahrscheinlichkeit das Gesuchte zu finden steigt nur unwesentlich mit der Zahl der verlinkten Blog-Beiträge).

Die wesentliche Information ist auch jetzt schon der verlinkte Text (›BITV‹, ›CSS‹, …), alles darüber hinaus wäre nicht Beiwerk oder zusätzlicher Komfort, sondern akustischer Müll. Wir glauben nicht, dass allzu viele Nutzer zu EfA kommen nur um nachzulesen, wie viel wir über ein bestimmtes Thema berichten – das ist vielleicht später mal für Archäologen interessant, aber nicht hier und jetzt für die Nutzer, die sich über bestimmte Themen informieren wollen.

Daher können wir auch den Nutzwert einiger Tutorials nicht nachvollziehen, die man zu dem Thema im Netz findet. Mark Norman Francis hatte im Dezember 2006 im Adventskalender von 24 ways eine Anleitung veröffentlicht, die nach seiner Auffassung alle Probleme löst und somit absolut barrierefrei zugänglich sei. Im fertigen Code-Beispiel stehen zusätzliche Informationen über die Anzahl zwar im HTML innerhalb des Links, diese werden aber per CSS aus dem Viewport geschoben.

In die gleiche Richtung geht ein neuerer Artikel »Semantische Tag Cloud« im SELFHTML aktuell Weblog, auf den Wolfgang Wiese per IM hinwies: auch hier werden zusätzliche (für grafische Browser wiederum versteckte) Infos wie »eher selten«, »ausgesprochen häufig«, usw. in die Tag Cloud geschrieben – allerdings ausserhalb der Links:

  1. <ul>
  2. […]
  3. <li><span style="font-size:169%"><a href="linkziel">Arzt-Suchdienst</a></span><span class="ignore"> ausgesprochen häufig</span></li>
  4. […]
  5. </ul>

Leider zeigen beide Ansätze bei genauerem Hinsehen, dass sie wohl kaum mit echten Screenreader-Nutzern getestet sein können, denn beide Ansätze haben grundsätzliche Probleme:

  1. Entweder lässt der Screenreader-Nutzer sich das alles vorlesen – dann steigt der Nutzer nach unserer Erfahrung ob der Menge der unnützen Zusatzinfos nach der Hälfte der Tag Cloud aus; oder
  2. Der Screenreader-Nutzer tabbt durch die Tag Cloud (von Link zu Link) – dann wiederum bleibt ihm die Zusatzinfo verborgen, wenn diese ausserhalb der Links steht. Und nein, die Infos in die Links selbst reinzuschreiben ist wie gesagt auch keine Lösung, weil dann wieder Punkt 1 greift.

Und deswegen ist die Tag Cloud so wie sie ist.

Nachtrag:

(Tipp von Rainer Schlegel via E-Mail)

28 Jan 2009

Barrierefreiheit hat eine Wandlung vollzogen. Angesichts der demographischen Entwicklung ist Barrierefreiheit ein wirtschaftlicher und ethischer Imperativ geworden, aber auch ein Zeichen von Professionalität. Die Innovationsführer der Branche – darunter die Europäische Kommission, France Télécom, Google, IBM, Microsoft, Mozilla, Opera, das W3C, The Web Standards Project und Yahoo! – teilen am 27. März 2009 in Frankfurt / Main ihr Wissen beim Europäischen Accessibility Forum, diskutieren soziale und politische Entwicklungen im Internet: Das Netz, das uns überall umgibt und durch dessen Maschen wir auch dann nicht fallen wollen, wenn wir im Alter eine Behinderung erwerben.

Die Veranstalter wollen Barrierefreiheit aus verschiedenen Perspektiven beleuchten: Technologie, Wirtschaftlichkeit, Politik und Hochschulausbildung. In sieben Gesprächsrunden kommen Expertinnen und Experten zusammen, stellen jeweils in einer kurzen Präsentation ihre Arbeit und ihren Aspekt des Themas vor und diskutieren anschließend darüber.

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Die gesamte Veranstaltung wird in Deutsch, Englisch und Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt; der Veranstaltungsort (Haus am Dom) und auch das Tagungshotel sind barrierefrei; weitere aktuelle Infos gibt's via twitter.com/eafra.

Das Frühbucher-Ticket kostet €150, ab 15. Februar kostet die Teilnahme €220. Die Konferenz ist auf maximal 200 Teilnehmende beschränkt. Wirtschaftliche Gründe sollen aber niemanden ausgrenzen. Bitte treten Sie in Kontakt mit mit dem Veranstalter, wenn Sie an der Konferenz teilnehmen möchten, die Teilnahmegebühr aber ein ernstes Hindernis darstellt.

14 Jan 2009

Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Forschung führt der Lehrstuhl für Strategisches Tourismusmanagement der Universität Trier eine Studie zum Thema »Informationsverhalten und Barrierefreier Tourismus« im deutschsprachigen Raum durch. Zielsetzung der Studie ist es, Besonderheiten des Informations- und Kommunikations-, Konsum- und Reiseverhaltens von Menschen mit einer Beeinträchtigung bzw. Behinderung herauszuarbeiten.

Sofern Sie in Ihrer Mobilität oder Aktivität beeinträchtigt, oder an der Reiseorganisation für Menschen mit einer Mobilitäts- oder Aktivitätsbeeinträchtigung beteiligt sind, sollten Sie sich ca. 15 Minuten Zeit nehmen würden, um die Fragen zu beantworten. Sie helfen dadurch, die Reise-Situation für Behinderte bzw. Menschen mit Mobilitäts- und/oder Aktivitäts-Beeinträchtigungen zu verbessern.

Die Befragung kann unter tourismus.forschungsfragen.de aufgerufen werden.

01 Jul 2008

Wie man zugängliche Werbebanner erstellt wird im Web Access Centre Blog des RNIB erklärt: »Accessible banner adverts« für statische Banner und »Accessible Flash banner ad guidelines« für die interaktive Variante. (via)

Jede Menge Accessibility-Tipps gibt es in mundgerechte Häppchen verpackt bei Mike Davies unter accessibilitytips.com.

Wenn dann noch Appetit auf mehr herrscht, dann empfehlen wir das »Accessibility Tutorial« bei webucator.com, einer überarbeiteten Version des Tutorials von Accessibility-Urgestein Jim Thatcher. Die Grundlagen sind zwar auf den amerikanischen Markt und die §508 zugeschnitten, aber die praktische Umsetzung ist ja dieselbe.

Ebenfalls brauchbar:

Damit keiner mehr sagen kann es gäbe keine brauchbaren Anleitungen …