03 Mai 2013
Zahlen und Fakten rund um digitale Mobilität und Barrierefreiheit
Wie viele Menschen mit Behinderung haben eigentlich Smartphones? Wie viel Zeit verbringen sie im Internet? Wir haben mal einige spannende Zahlen und Fakten zusammengefasst.
Zahlen und Fakten rund um digitale Mobilität und Barrierefreiheit …
Fast jeder siebte Mensch hat eine Behinderung
Rund eine Milliarde Menschen haben eine Form von Behinderung, rund 110 Millionen Menschen haben große Schwierigkeiten bei der Nutzung von Technologien. Die zugängliche Gestaltung von Smartphones kann ihre Lebensqualität oft wesentlich verbessern und Zugänge und Mitgestaltung in wichtigen Lebensbereichen unterstützen.
Quelle: guardian.co.uk
Menschen mit Behinderung überdurchschnittlich stark im Web aktiv
Nach einer Online-Umfrage der Aktion Mensch unter mehr als 600 Menschen mit Behinderung ist diese Gruppe von Menschen mit Behinderung überdurchschnittlich stark im Web aktiv. Demnach sind Menschen ohne Behinderung an etwa 5,1 Tagen pro Woche im Internet, bei Menschen mit einer Behinderung sind es rund 6,5 Tage pro Woche.
Quelle: einfach-fuer-alle.de/studie
2013 erstmals mehr Smartphones als Handys verkauft
Nach den Marktforschern des IDC (International Data Corporation) wurden im ersten Quartal 2013 weltweit erstmals mehr Smartphones als einfache Handys verkauft. Insgesamt konnten in den ersten drei Monaten 2013 über 216 Millionen Smartphones abgesetzt werden. Dies entspricht im Segment der Mobiltelefone einem Marktanteil von 51,6 Prozent.
Quelle: zdnet.de
Mobile Internet-Nutzung wächst rasant
Der mobile Zugriff auf das Internet nimmt stetig zu. Im Dezember 2012 haben 16 Millionen Deutsche mit ihren Smartphones auf soziale Netzwerke zugegriffen, so das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsunternehmens ComScore.
Quelle: smo14.de
Jeder zweite Mensch mit einer Behinderung hat ein Smartphone
Zumindest in Kanada. Das Wireless RERC (Rehabilitation Engineering Research Center) hat 452 Menschen mit Behinderung nach ihrer Nutzung mobiler Endgeräte befragt. 92 Prozent besaßen zumindest ein mobiles Endgerät. 53 Prozent haben ein Smartphone, 25 Prozent benutzen einen Tablet-Computer. Das überraschende Ergebnis ist, dass nur 45 Prozent der kanadischen Durchschnittsbevölkerung ein Smartphone besitzen, Menschen mit Behinderung also eher ein Smartphone nutzen als Menschen ohne Behinderung.
Quelle: zomigi.com
Zwei Drittel der EU-Bürger würden mehr für barrierefreie Produkte bezahlen
Eine Umfrage der Euopäischen Union zeigte, dass 66 Prozent der EU-Bürger bereit wären, mehr Geld für barrierefreie Produkte zu bezahlen. Für sie steht dabei die Inklusion von Menschen mit Behinderung und älteren Menschen in die Gesellschaft im Vordergrund.
Quelle: ec.europa.eu (PDF)
Apps für Menschen mit Behinderung
Es gibt bereits zahlreiche gute Beispiele für Apps, die vor allem für Menschen mit Behinderung im Alltag hilfreich sein können. Einige Best Practice Beispiele werden wir hier zukünftig näher vorstellen, die Liste wird dabei immer wieder erweitert. Den Anfang machen die »Klassiker«, wichtige Basis-Apps für bestimmte Behinderungen.
Apps für Menschen mit Behinderung …
Für Menschen mit Sehbehinderungen
Ariadne GPS
Mit Ariadne GPS können blinde Menschen durch ihnen bekannte oder auch fremde Umgebungen navigieren. Die App bietet die Möglichkeit, Karten zu nutzen, um damit die eigene Wohngegend neu kennen zu lernen oder neue Orte zu finden.
Sie kann den aktuellen Standort einer Person über den eingebauten GPS-Empfänger oder über das Handy-Signal ermitteln oder sagt bei Berührung an, welche Straßen vor oder hinter der Person liegen.
Dadurch wird das Smartphone zu einem Navigationssystem für Blinde. In vielen Fällen ist die Navigation sogar genauer als bei einem einfachen Navigationssystem, weil die Standortinformationen aus mehreren Quellen wie GPS und dem Handysignal ermittelt werden können. Für Blinde ist das wichtig, weil sie nicht ohne weiteres den Namen der Straße oder die Hausnummer herausfinden können. Aktuell gibt es die App nur für das iPhone.
Für Menschen mit Hörbehinderungen
VerbaVoice
Bei VerbaVoice handelt es sich um einen mobilen Text-Dolmetschdienst. Gehörlose oder schwerhörige Menschen können den Dienst bei Bedarf zuschalten, um sich das vom Gesprächspartner Gesagte in Text übersetzen zu lassen. Das ist praktisch, da es oft schwierig und teuerer ist, in jeder Situation einen Textdolmetscher zu organisieren.
Der Dolmetsch-Dienst kann zum Beispiel in einer Vorlesung genutzt werden, um das vom Dozenten Gesagte live in Text übertragen zu lassen. Gehörlose und schwerhörige Menschen können dadurch leichter dem Vortragenden folgen. Wenn der Dozent besonders schnell spricht, kann der Schriftdolmetscher auch eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte anfertigen. Man kann außerdem eine Mitschrift des Gesprochenen bestellen, um Informationen nachzulesen, die in der konkreten Situation nicht verstanden wurden.
VerbaVoice gibt es für PCs, für das iPhone und Android.
Für Menschen mit sprachlichen Einschränkungen
Grace-App
Die Entwicklung der Grace-App wurde von der Mutter eines Kindes mit Autismus angestoßen. Das Kind erhielt dadurch die Möglichkeit, über Bilder zu kommunizieren und seinen Gefühlszustand auszudrücken. Zugleich dient die App zur Verbesserung der sprachlichen Fähigkeiten des Kindes.
Ursprünglich hatte die Tochter der Entwicklerin ein Bilderbuch. Wenn sie Hunger hatte oder sich unwohl fühlte, zeigte sie auf ein bestimmtes Bild, um diesen Zustand auszudrücken. Das Buch war aber zu groß, um es überall hin mitzunehmen. Die App ist überall verfügbar und kann bei Bedarf auch um neue Bilder erweitert werden.
Die Entwicklerin hat bewusst auf eine Sprachausgabe verzichtet, die in vielen Apps zur Unterstützten Kommunikation eingebaut ist, um die sprachlichen Fähigkeiten ihrer Tochter zu fördern. Der Benutzer kann dazu angehalten werden, auch auszusprechen, was er mitteilen möchte, wenn er auf ein bestimmtes Bild zeigt. Die angesprochene Person kann ihm helfen, indem sie das Gesagte wiederholt oder korrigiert.
Die App gibt es aktuell nur für das iPhone.
Für Menschen mit motorischer Behinderung
Wheelmap
Wheelmap ermöglicht es Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, barrierefreie Orte zu finden. Das erleichtert ihnen sowohl die Planung von Reisen als auch das spontane Aufsuchen beispielsweise von Cafés oder Restaurants. Die Orte auf WheelMap werden von vielen Freiwilligen eingetragen und auf ihre Barrierefreiheit bewertet. Die Anwendung ist auch für Menschen mit Gehbehinderung oder Eltern mit Kinderwagen nützlich.
12 Jan 2012
Online-Befragung zum europäischen Barrierefreiheitsgesetz
Die Europäische Union plant ein allgemeines Gesetz zur Barrierefreiheit in den Bereichen Informationstechnik, Gebäude und Verkehr. Dafür hat sie eine Online-Befragung gestartet. An der Befragung können Menschen mit und ohne Behinderung, Unternehmen und Organisationen teilnehmen.
Die Befragung läuft bis zum 29. Februar 2012 und ist aktuell nur auf Englisch verfügbar.
Informationen zur Umfrage vom Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit (deutsch): www.barrierefreiheit.de/…
Die Online-Befragung der Europäischen Union (englisch): ec.europa.eu/…
30 Nov 2011
Einfache Tests zur Barrierefreiheit von Webseiten
Für das Prüfen von barrierefreien Webseiten gibt es eine ganze Reihe ausgefeilter Testverfahren. Sie werden in der Regel von Experten durchgeführt. Im folgenden wollen wir zeigen, wie Sie selbst einige einfache Tests zur Barrierefreiheit Ihrer Webseiten durchführen können. Für diese Tests benötigen Sie lediglich einen Browser und ein wenig Geduld.
Tastaturbedienbarkeit
Eine der wichtigsten Säulen der Barrierefreiheit ist die Tastaturbedienbarkeit. Zunächst legen wir also die Maus bei Seite und arbeiten nur mit der Tastatur.
Basis der Tastaturbedienung ist die Tabulator-Taste. mit dieser Taste kann man von Element zu Element springen. Im ersten Schritt versuchen wir also, alle anklickbaren oder ausfüllbaren Elemente, also Links und Formular-Elemente der Website anzuspringen. Bei jedem anklickbaren Element sollte eine Änderung des fokussierten Elements eintreten. In der Regel ist das ein Rahmen, es kann aber auch eine farbliche Änderung oder eine Unterstreichung bei Links sein. Eine rein farbliche Änderung kann für farbfehlsichtige oder sehbehinderte Menschen problematisch sein. Entweder nehmen sie die Änderung nicht wahr oder sie können einen Link etwa wegen einer schlechten Farbauswahl oder zu geringen Kontrasten nicht mehr lesen.
Grundsätzlich ist es sinnvoll, eine Information über zwei Wege zu vermitteln: also etwa über eine Unterstreichung und eine Farbänderung oder eine Farbänderung und einen Rahmen.
Bei ›Einfach für Alle‹ wird der angetabbte Link unterstrichen und und umrandet sowie die Hintergrundfarbe angepasst
Mit der Return- oder Leertaste sollten wir Links, Buttons und alles andere Klickbare versuchen zu aktivieren. Wenn es keine deutlich sichtbare Änderung im angetabbten Zustand gibt oder beim Auslösen nichts passiert, haben wir schon ein Barrierefreiheits-Problem aufgespürt.
Außerdem sollte der Tabulator nicht an irgendeiner Stelle der Seite hängen bleiben – das kann besonders bei Flashanimationen oder Werbebannern passieren.
Wir greifen nun – ausnahmsweise – zur Maus und prüfen, ob wir bei klickbaren Elementen wie Links eine deutliche Hervorhebung sehen können, wenn wir diese mit der Maus ansteuern. Das dient vor allem Sehbehinderten oder Menschen mit motorischen Einschränkungen. Sie setzen eventuell die Maus ein, sind dabei aber wesentlich unsicherer als Sehende. Sie müssen deutlich erkennen können, dass sie ein Element mit dem Mauscursor fokussiert haben, dass dieses Element also anklickbar ist und brauchen eine hinreichend große Klickfläche. Üblich ist eine farbliche Veränderung bei Links oder Formularelementen, ein Rahmen oder Ähnliches. Der Mausfokus kann sich vom Tastaturfokus unterscheiden, das ist aber kein Muss.
Besonderes Augenmerk sollten wir außerdem noch auf Elemente legen, die dynamisch eingeblendet werden, also ohne dass die Seite neu geladen wird. Das sind zum Beispiel Menüs die bei Mausberührung aufklappen. Wenn wir – wieder mit der Tastatur – auf den entsprechenden Link kommen, sollte das Menü nach einem Druck auf Return aufklappen und aufgeklappt bleiben. Wir können nun alle Links in diesem aufgeklappten Menüpunkt durchgehen und sollten auch einen davon ausprobieren. Natürlich sollte auch in diesen Menüs deutlich sein, welches Element gerade den Fokus hat.
Die gleichen Elemente sollten auch mit der Maus getestet werden. Wie oben erwähnt agieren viele Menschen unsicher mit der Maus. Für sie wird es sehr schwierig, wenn sie dynamische Elemente fokussieren müssen. Das aufklappende Menü sollte nicht unmittelbar zuklappen, wenn der Mauscursor das Element kurz verlässt.
Formulare
In nächsten Schritt sollten wir noch einen speziellen Blick auf Formulare werfen. Zunächst einmal tabben wir einmal quer durch das Formular. Die Tabreihenfolge sollte logisch sein, dass heißt, so wie die Elemente optisch auf der Website angeordnet sind, so sollten sie auch angetabbt werden. Hier kann das Verhalten unerwartet sein: zum Beispiel springt der Cursor von der Auswahl der Ansprache zur Eingabe des Straßennamens und übergeht die Eingabe des Personennamens. Wenn man die Stadt eingegeben hat, springt der Cursor auf einmal zum Vornamen. Das ist nicht nur verwirrend, sondern nervig, weil wir an ein bestimmtes Ausfüll-Schema so gewöhnt sind, dass wir ein solches Verhalten als störend empfinden.
Wenn Sie in Ihrem Formular eine Funktion zum Löschen der Eingaben anbieten, sollte diese Funktion deutlich vom Absende-Button unterscheidbar sein und in der Tabreihenfolge hinter dem Absendebutton liegen. Formulare werden häufig halbautomatisch ausgefüllt– die Gefahr ist dann relativ groß, dass unaufmerksame Nutzer ihre eingegebenen Daten unabsichtlich löschen.
Weiterführendes
- Einfach für Alle: Testen mit Hilfsmitteln
- Einfach für Alle: Testen von Formularen und Web-basierten Anwendungen
- Hyperkontext: Dropout-Rate bei Flyout-Menüs auf Websites
Nach der korrekten Tabreihenfolge prüfen wir, ob wir alle Auswahlboxen aktivieren oder deaktivieren können. Das machen wir mit der Leertaste, nicht mit Return! Jedes auswählbare Element sollte nur mit der Tastatur (Pfeiltasten) ausgewählt werden können. Bei Auswahllisten, die man aufklappen kann, sollte man mit der Cursor-auf und Cursor-ab-Taste die gewünschte Option auswählen können. Wenn man sich auf der Auswahlliste befindet, kann man sie mit der Alt und der Cursor-Runter-Taste aufklappen, um eine Übersicht über die auswählbaren Optionen zu erhalten.
Unter keinen Umständen sollte bei jeder Cursor-Bewegung in der Auswahlliste die Seite oder der Seiteninhalt neu geladen werden. Dynamische Änderungen in Formularen sind vor allem mit älterer Hilfstechnik generell sehr problematisch. Zudem wird es für Blinde schwierig, sich einen Überblick über Auswahlmöglichkeiten zu verschaffen und eine Auswahl zu treffen, wenn jede Tastaturbewegung eine ungewünschte Aktion auslöst.
Im letzten Formular-Testschritt geben wir passende Daten in die Maske ein und schauen, ob wir diese Daten mit der Tastatur abschicken können. Es gibt wohl nichts Ärgerlicheres als ein ausgefülltes Formular, welches sich nicht abschicken lässt. Man sollte dem Empfänger mitteilen, dass es sich nur um einen Test handelt. Das Abschicken erledigen wir mit Return, sobald wir den zuständigen Button erreicht haben.
Verzichten Sie in jedem Fall auf rein visuelle CAPTCHAs. Wenn Sie Audio-CAPTCHAs anbieten, sollten Sie testen, ob Sie selber in der Lage sind, die Audio-Aufgaben zu lösen. Auch die CAPTCHAs sollten im übrigen komplett über die Tastatur bearbeitet werden können.
Vergrößerbarkeit
Alle gängigen Browser erlauben es, Inhalte von Webseiten zu vergrößern. Eine Ausnahme ist der IE 6, der relative Größenangaben für Texte im CSS benötigt. Über die Tastatur erfolgt die Vergrößerung über STRG/Cmd und + bzw. STRG/Cmd und Mausrad. Die Inhalte der Seite sollten sich dabei gleichmäßig vergrößern. Das heißt, alle Inhalte verschieben sich nach rechts unten. Die Inhalte sollten sich nicht schon bei geringer Vergrößerung ineinander schieben oder gegenseitig überlagern.
Strukturierung
Vor allem für blinde Nutzer ist es wichtig, dass die Seiten korrekt strukturiert sind. Der einfachste Weg zur Prüfung der Struktur: Wählen Sie im Firefox unter Ansicht → Webseiten-Stil → Kein Stil. Hier sehen Sie das Skelett der Website und stellen auch fest, ob der logische Aufbau der Website durch Überschriften mit und ohne Design übereinstimmt. Ähnliche Funktionen finden Sie auch in anderen Browsern. Um das Design wiederherzustellen, wählen Sie im Firefox unter Ansicht → Webseiten-Stil → Standardstil.
Es kann auch nützlich sein, den Quellcode einer Webseite zu betrachten, um potentielle Probleme aufzuspüren. Einige einfache Probleme lassen sich auch ohne Kenntnis von HTML, CSS und JavaScript erkennen.
Zum Betrachten des Quellcodes rufen Sie mit der rechten Maustaste das Kontextmenü auf und wählen dort Quelltext ansehen. Die meisten Browser arbeiten mit Syntaxhighlighting, das heißt, der Code wird farblich hervorgehoben. Wir können alles ignorieren, was zwischen spitzen Klammern < und > steht und schauen uns nur den Text an.
Hier können Sie prüfen, ob überhaupt Inhalte im Quelltext zu sehen sind. Häufig sieht man einen sehr kurzen Quelltext, wo im Codebereich so etwas wie frame steht. Oder es wird nur sehr viel Programmcode angezeigt, aber kein menschenlesbarer Text. Im ersten Fall wurde die Website mit Frames gestaltet und ist damit vor allem für ältere Hilfstechnik von Blinden problematisch. Im letzteren Fall wird die Seite vermutlich komplett über JavaScript direkt im Browser erzeugt. Auch damit kommt ältere Hilfssoftware eher schlecht zurecht.
Fazit
Diese einfachen Tests können schwere Probleme in der Zugänglichkeit Ihrer Webseite aufzeigen. Sie sind allerdings kein Ersatz für eine Evaluation durch Experten oder für Praxistests durch Betroffene.
14 Sep 2011
Fortbildung für Web-Arbeiter
Wir haben uns wieder mal die Mühe gemacht, eine ganze Reihe neuer Konferenzen und Workshops auf der Übersichtsseite bei einfach-fuer-alle.de/events einzutragen (›Mühe‹ deshalb, weil die manuelle Einpflege von Microformats nun wirklich keinen Spaß macht, aber dafür können Sie dann alle Einträge als Kalenderdatei für Outlook oder iCal herunterladen). Falls Sie also im Herbst noch nichts vorhaben – dort finden Sie sicher eine ganze Reihe interessanter Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum, aber auch im angrenzenden Ausland.
Besonders interessant erscheinen uns die ›beyond tellerrand‹-Konferenz am 20. – 22. November in Düsseldorf, die Fronteers-Konferenz am 06. – 07. Oktober in Amsterdam sowie der Accessibility Summit, der als reine Online-Konferenz konzipiert und durchgeführt wird. Auf der Fronteers gibt es die einmalige Chance, von internationalen Accessibility-Experten wie z.B. Derek Featherstone in einem Workshop zu lernen – Teilnehmer nehmen automatisch an der Verlosung von zwei Tickets für den Accessibility Summit teil.
Wenn Sie eine Veranstaltung zum Thema Webdesign im Allgemeinen oder Barrierefreies Internet im Speziellen kennen, die dort noch nicht aufgelistet ist, würden wir uns wie üblich über eine kurze Nachricht per Kommentar oder über das Kontaktformular freuen.
13 Jul 2011
Das Web für Alle – W3C-Tag zu Barrierefreiheit und Sprachtechnologie im Web
»Leichte Sprache« ist ein wichtiger Aspekt im Bereich der Barrierefreiheit im Web. Bisher gibt es wenig Forschung und Erkenntnisse als Grundlage für konkrete Anforderungen. Der diesjährige W3C-Tag beschäftigt sich mit leichter Sprache im Web, und möchte dabei Brücken schlagen: zwischen leichter Sprache aus der Sicht von Barrierefreiheit, und den Entwicklern von Sprachtechnologien.
Der W3C-Tag 2011 möchte diskutieren, welche Ansätze für leichte Sprache aus Sicht der Barrierefreiheit wichtig sein können, was davon im Web relevant ist und wie weit Aspekte leichter Sprache objektiv überprüfbar sind. Ziel der Diskussion soll die Entwicklung von Standardisierungs- und Projektthemen sein, bei denen auch die Projektteilnehmer Grenzen überschreiten. Diskutieren Sie auf dem W3C-Tag 2011 mit, wie Sprachtechnologie helfen kann Barrieren für und zwischen Menschen zu überwinden.
W3C-Tag: Das Web für Alle entsteht jetzt
Das Deutsch-Österreichische W3C-Büro mit Sitz am DFKI Projektbüro in Berlin setzt seine erfolgreiche Kooperation mit den Xinnovations in Form eines öffentlichen W3C-Thementages fort und lädt zum W3C-Tag 2011 »Barrierefreiheit / Accessibility und Sprachtechnologie im Web« am 19. September ein in der
Humboldt-Universität zu Berlin
Seminargebäude am Hegelplatz
Dorotheenstr. 24
10117 Berlin
www.xinnovations.de/w3c-tag
Zentral für den Erfolg dieser Diskussion sind die Teilnehmer. Der W3C-Tag versammelt
- führende Experten aus dem Bereich Web-Accessibility des W3C;
- Vorkämpfer für Barrierefreiheit aus verschiedenen Forschungsinstituten und Communities, welche Anforderungen an leichte Sprache formulieren;
- sprachtechnologische Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die Lösungen zu diesen Anforderungen beitragen können;
- große Industrieunternehmen, deren Nutzung solcher Lösungen letztlich eine Voraussetzung für ihren Erfolg ist.
Die große Bandbreite der Teilnehmer macht deutlich, dass der W3C-Tag selbst in diesem Jahr vor einer Herausforderung steht: Brücken zwischen Gruppen bauen, die bisher kaum miteinander zu tun hatten. Das Ziel wird sein, dem Motto der gastgebenden Xinnovations über Sprach-, Länder- und Community-Grenzen hinweg gerecht zu werden: »Better by Networking«. Weitere Informationen: www.xinnovations.de
01 Jul 2011
Barrierefreiheit für Menschen mit kognitiven Behinderungen
Wie muss die Umwelt gestaltet sein, damit Menschen mit kognitiver Behinderung selbstständig am öffentlichen Leben teilnehmen können? Wenn es um die Teilhabe am öffentlichen Leben ging, stand bislang die Verwendung der so genannten Leichten Sprache im Vordergrund. Die Leichte Sprache verzichtet zum Beispiel auf Fremdwörter und komplizierte Satzstrukturen. Erstmals sind nun in einem Forschungsprojekt Anforderungen einer barrierefreien Umweltgestaltung für Menschen mit kognitiver Behinderung außerhalb der Leichten Sprache untersucht worden.
Die praktischen Testsituationen bezogen sich zum einen auf die Bedeutung von Bildzeichen wie Piktogrammen und zum anderen auf die Bedienung von Automaten. Die Ergebnisse sind teilweise überraschend: Es zeigte sich zum Beispiel, dass das als weltweit nachvollziehbar eingeschätzte Piktogramm für Toilette für die betroffene Personengruppe kaum verständlich ist. Die schlichte Abkürzung »WC« wird dagegen von vielen richtig gedeutet, obwohl Menschen mit kognitiver Behinderung oftmals nur eine gering ausgeprägte Lesefähigkeit haben.
Der bereits mit animierten Abbildungen und Sprachausgabe ausgestattete Test-Automat konnte von einem Großteil der Probanden nicht gestartet werden, weil die Bedienweise nicht nachvollzogen werden konnte. Nach einem kurzen Hinweis des Testleiters konnten die folgenden Auswahlseiten dann aber korrekt ausgeführt werden.
Die Studie »Barrierefreiheit für Menschen mit kognitiven Einschränkungen: Kriterienkatalog« wurde im Auftrag des BKB Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit von der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung und dem Landesverband Baden-Württemberg der Lebenshilfe durchgeführt. Sie ist als 50-seitige Broschüre in Druckform über die drei beteiligten Verbände erhältlich und auch als PDF-Datei herunterladbar (vorbildlich barrierefreies PDF, 4,3 MB).
30 Mär 2011
Buchtipp: »Barrierefreiheit verstehen und umsetzen«
Viele kennen den Begriff ›Barrierefreies Webdesign‹, aber nur wenige haben eine konkrete Vorstellung, was sich dahinter verbirgt. Trotz der Webstandards zur Barrierefreiheit, den Web Content Accessibility Guidelines 2.0 (WCAG 2.0) des W3C, stellt barrierefreies Webdesign viele Entwickler vor Rätsel. Standardkonformität oder CSS-Design, skalierbare Schriften oder Alternativtexte mögen geläufig sein, aber wer sich mit der Materie näher beschäftigt, entdeckt zunächst mehr Fragen als Antworten.
Kerstin Probiesch (@kprobiesch) und Jan Eric Hellbusch (@2bweb) haben gemeinsam ein neues Buch über Accessibility geschrieben, das diese Fragen beantwortet: »Barrierefreiheit verstehen und umsetzen – Webstandards für ein zugängliches und nutzbares Internet« ist im dpunkt.verlag erschienen.
Das 812 Seiten starke Buch bietet konkrete Handlungsanweisungen, wie mit einzelnen Aspekten des Webdesigns umzugehen ist und wie relevante Punkte der Barrierefreiheit bereits zu Beginn Eingang in die Planung von Webangeboten finden können. Die Erfolgskriterien der WCAG 2.0 werden beispielhaft einzelnen Phasen der Webseitenentwicklung zugeordnet. Ausgehend von der Arbeitsweise behinderter Nutzer wird die Umsetzung von Barrierefreiheit anhand der Entwicklung einer konkreten Beispielwebsite gezeigt.
Buch zu gewinnen

Die Initiative ›Webkrauts‹ veröffentlicht das Kapitel »Mehrfachkennzeichnung in der Praxis« in drei Teilen. Leser haben die Möglichkeit, drei Exemplare des Buchs zu gewinnnen, die der dpunkt.verlag zur Verfügung gestellt hat. Dazu müssen Sie bis spätestens zum 31. März um Mitternacht einen der Teile kommentieren und dabei mindestens einen empfehlenswerten Link zum Thema Barrierefreiheit nennen. Sie können natürlich auch alle drei Teile kommentieren, vorzugsweise mit jeweils einem anderen Link. Aus den Kommentaren wird pro Tag jeweils einen Gewinner gezogen.
- Barrierefreiheit: Mehrfachkennzeichnung in der Praxis – Teil 1
- Barrierefreiheit: Mehrfachkennzeichnung in der Praxis – Teil 2
- Barrierefreiheit: Mehrfachkennzeichnung in der Praxis – Teil 3
Wer das Buch bestellen möchte, tut den Autoren einen Gefallen, wenn er den Amazon-Link auf barrierefreies-webdesign.de verwendet.
11 Mär 2011
Das Netz als täglicher Begleiter
Studie zu barrierefreiem Internet belegt: Menschen mit Behinderung nutzen das Internet und Web 2.0 überdurchschnittlich. Leichte Sprache ist wichtig
Menschen mit Behinderung nutzen das Internet öfter als Menschen ohne Behinderung. Das geht aus der ersten umfassenden Studie zum Nutzungsverhalten von Menschen mit Behinderung im Auftrag der Aktion Mensch hervor. Während der durchschnittliche Bundesbürger an 5,1 Tagen die Woche ins Netz geht, besuchen Nutzer mit Behinderung rund 6,5 mal in der Woche das World Wide Web. Menschen mit Behinderung übernehmen damit eine Vorreiterrolle bei der Aneignung und Nutzung von Web 2.0-Anwendungen.
Web 2.0 fördert gesellschaftliche Teilhabe
Mehr als 600 Nutzerinnen und Nutzer mit Behinderung nahmen an der Online-Umfrage teil und gaben detailliert Auskunft über ihre Nutzungsgewohnheiten. »Das Ergebnis dokumentiert, dass das Internet die selbständige Lebensführung aller Gruppen von Menschen mit Behinderung stärkt«
, so Iris Hobler von der Aktion Mensch. »Je nach Behinderung kann das Internet dazu beitragen, Beeinträchtigungen zu kompensieren. Sehbehinderte und blinde Onliner zum Beispiel nutzen das Web als wichtige Informationsquelle. Schwerhörige und gehörlose Befragte dagegen sehen darin vor allem ein Kommunikationsmittel und setzen Videos mit Gebärdensprache zur Verständigung ein.«
Leichte Sprache – Zugewinn für alle
Insgesamt eröffnen die neuen Internet-Techniken vielfältige Chancen zur selbstbestimmten Beteiligung in allen Lebensbereichen – von der politischen Diskussion über Einkäufe und Behördengänge bis hin zu privaten Kontakten und Unterhaltungsangeboten. Nach wie vor aber verhindern komplizierte Registrierungsverfahren und Reklamationswege, die Potentiale des Internets voll auszuschöpfen.
Erstmals wurde mit der aktuellen Studie systematisch erfasst, wo und wie Internetnutzer Barrieren erfahren. Ein großes Hindernis stellen die so genannten Captchas dar. Das sind nicht-maschinenlesbare, optisch verzerrte Zahlen- oder Buchstaben-Grafikcodes, wie sie bei der Registrierung für Communities oder zur Nutzung von Bankmodulen vorgeschaltet sind. Aber auch Sprache und Texte bereiten vielen Menschen mit Behinderung größere Probleme als bisher angenommen. Dabei zeigt die Praxis, dass alle Nutzer eine klare und leichte Sprache bevorzugen.
Die Studie legt nahe, bei der Entwicklung von neuen Webangeboten die Zugänglichkeit undNutzbarkeit für alle Menschen im Blick zu haben. »Das Internet sorgt schon heute dafür, dass Menschen mit Behinderungen autonom und selbstbestimmt an der Gesellschaft teilhaben können«
, bilanziert Iris Hobler. »Ein barrierefreies Internet ist deshalb ein wichtiger Beitrag auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft.«
Download der Studie
Studie_Web_2.0.pdf (barrierefreies PDF, ca. 6,3 MB)
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Aktion Mensch
Iris Cornelssen
Pressereferentin Förderung
Telefon: 0228/2092-377
Mobil: 0174-3412725
E-Mail: iris.cornelssen@aktion-mensch.de
Presse-Hotline: 0228-2092-344
www.aktion-mensch.de/presse
26 Jan 2011
Zugänglichkeit von Word- und PDF-Dokumenten
Im Internet finden sich viele Dokumente wie Jahresberichte, Broschüren, Verträge, Berichte und Zeitschriften. Um eine geräteunabhängige Layout-Darstellung zu garantieren wird hierfür oft das PDF-Format verwendet. Dieses Format hat für sehende Menschen einige Vorteile: die Software für die Anzeige ist kostenlos erhältlich und das Layout der Dokumente bleibt erhalten. Blinde und sehbehinderte Menschen stehen dem PDF-Format immer noch sehr kritisch gegenüber. PDF-Dokumente sind in unbearbeitetem Status oft gar nicht lesbar; ein Word-Dokument hingegen ist zwar meistens auch nicht barrierefrei, aber doch zumindest meist teilweise lesbar.
Im Netz gibt es sehr viele schlechte und nur wenige gute strukturierte Word-Dokumente; dasselbe gilt auch für schlechte beziehungsweise korrekte barrierefreie PDF-Dokumente. Die Tester der schweizerischen Stiftung »Zugang für alle« kennen die Vor- und Nachteile der beiden Formate. Dies ermöglicht ihnen, die gemachten Erfahrungen mit barrierefreien Word- und PDF-Dokumenten einander gegenüberzustellen. Die häufig zu hörende Meinung »PDF-Dokumente sind schlecht«
soll durch einen Test mit Fakten hinterfragt werden.
Anhand von 20 Accessibility-Prüfkriterien hat die Stiftung einen Vergleich der beiden Formate mit dem Screenreader JAWS durchgeführt. Untersucht wurden 20 JAWS-Befehle, die für die Benutzung von Dokumenten für blinde und sehbehinderte Menschen am wichtigsten sind. Der Vergleich zeigt, dass bei 11 von 20 untersuchten Kriterien das PDF-Format von JAWS deutlich besser unterstützt wird. In Word werden lediglich zwei Funktionen besser vom verwendeten Screenreader unterstützt als im vergleichbaren PDF-Dokument.
Die kompletten Ergebnisse des Tests sind unter »Zugänglichkeit von Word- vs. PDF-Dokumenten mit JAWS«.
18 Nov 2010
Mobil oder barrierefrei?
Es ist kein Widerspruch: Die Grundlagen für die Umsetzung mobiler Applikationen ähneln in vielen Punkten denen für barrierefreies Webdesign. Ein wichtiger Punkt in der Umsetzung barrierefreier Internetseiten ist die Geräteunabhängigkeit. Für die Praxis bedeutet das: Jeder Nutzer hat mit jedem beliebigen Endgerät wie Monitor, Screenreader oder dem Handy jederzeit Zugang zu Internetseiten.
Das W3C hat die Mobile Web Application Best Practices als sogenannte Proposed Recommendation veröffentlicht. Dieser Text stellt Methoden vor, die die steigende Vielfalt im Bereich der mobilen Endgeräte berücksichtigen. Auch mit Blick auf die Barrierefreiheit zeigt dieser Text: eine Geräte-unabhängige und an die Bedürfnisse der Nutzer angepasste Entwicklungsweise bringt nur Vorteile.
Im Bereich mobiles Web hat sich in letzter Zeit viel verändert. Das betrifft nicht nur Form und Größe der Displays, sondern auch die Art und Weise, wie Nutzer mit den Inhalten auf diesen Displays interagieren. So wird zum Beispiel die Meinung, dass blinde Nutzer für eine komplexe Interaktionen grundsätzlich ein taktiles Feedback benötigen, von genau dieser Zielgruppe widerlegt: Eine Vielzahl von blinden Nutzern kommt mit der glatten Glasoberfläche von iPad, iPhone & Co. hervorragend zurecht!
Das funktioniert aber nur dann, wenn diese neuen Interaktions-Möglichkeiten angeboten werden. Und genau hierbei helfen die Informationen, die das W3C bereitstellt. Es zeigt: Neben der althergebrachten Fokus-basierten Interaktion – der Fokus springt von Element zu Element – und der Interaktion über Zeigegeräte müssen auch neuere Formen des Umgangs mit Inhalten und Funktionen berücksichtigt werden. Bei Touch-basierten Geräten neuerer Bauart wird der Nutzer sogar selbst zum Eingabegerät: Ohne Umwege über Tastatur oder Zeigegeräte kann er direkt mit den Objekten auf dem Bildschirm interagieren.
Für die sichere Auswahl- und Bedienweise müssen die Elemente auf dem Bildschirm allerdings eine ausreichende Größe und genügend Abstand zueinander haben (vgl. Fitts's law). Die Unsitte, grundlegende Informationen über ein Objekt in title-Attributen zu verstecken, die sich erst beim Überfahren mit der Maus enthüllen, gehört damit hoffentlich bald der Vergangenheit an.
Weitere wertvolle Tipps gibt es zum Wechselspiel zwischen möglichst hoher Performance der Seiten und der Zugänglichkeit der Inhalte. Gerade bei der mobilen Nutzung sollten wegen der hohen Latenzzeiten so wenig Dateien wie möglich für den Bau einer Seite benötigt werden. Als Technik hierfür bietet sich das sogenannte Spriting an. Hier werden mehrere Bilder zusammengefasst, die dann ausschnittsweise angezeigt werden. Der Vorteil: es spart http-Requests, also Anfragen des Browsers beim Server nach den einzelnen Dateien. Der Nachteil: sinnvolle Alternativtexte für die Grafiken kann man damit leider nicht vergeben.
Weiterführende Literatur zum Thema Mobiles Web & Accessibility
- W3C: Mobile Web Application Best Practices on their way to becoming a standard
- Bryan Rieger: Rethinking the Mobile Web
- Luke Wroblewski: Mobile First
- Dev.Opera: Mobile-friendly: The mobile web optimization guide
- Keegan Street: 10 tips for designing mobile websites
- Bruce Lawson: Forget the mobile web: One site should work for all
- Dominique Hazaël-Massieux: Return of the Mobile Stylesheet
- Dean Hamack: Bulletproof Mobile Device Detection and Style Sheets without User Agent Detection or Server-Side Scripting
- BIENE-Gewinner Zeit Online zu den Vorteilen geräteunabhängiger Entwicklung: Finger statt Maus
14 Okt 2010
Standards machen die Welt für alle zugänglich
»Standards make the world accessible for all«
– das ist das Motto des diesjährigen ›World Standards Day‹, der jedes Jahr am 14. Oktober stattfindet. An diesem Datum wurde bei einer Konferenz in London die Schaffung einer internationalen Standardisierungs-Organisation beschlossen, aus der später die ISO hervorgegeangen ist.
Die jährlich wechselnden Mottos waren unter anderem der Klimaschutz oder die globale Informationsgesellschaft, in diesem Jahr steht das Thema Barrierefreiheit im Zentrum. Mit mindestens 650 Millionen Menschen, die von einer Form der Behinderung betroffen sind und einer steigenden Anzahl älterer Menschen – ein Viertel der Weltbevölkerung ist über 60 Jahre alt – wird das Thema Barrierefreiheit immer wichtiger.
Barrierefreiheit ist dabei der Gradmesser, ob ein Produkt, ein Gerät, ein Dienst, eine Umgebung oder Einrichtung für so viele Menschen wie möglich nutzbar ist, einschließlich Menschen mit Behinderung. International anerkannte Standards helfen dabei, diese Dinge so zu gestalten, dass sie zugänglich für alle sind und es auch in Zukunft bleiben.
Der ›World Standards Day‹ wird von drei führenden internationalen Standardisierungs-Gremien unterstützt: die International Electrotechnical Commission (IEC), die International Organization for Standardization (ISO) und die International Telecommunication Union (ITU); weitere Infos dazu bei www.iso.org …
06 Okt 2010
Lehrvideos zur Barrierefreiheit
Wie Gründer Ryan Carson per Twitter verkündete gibt es bei Think Vitamin ab sofort sämtliche Video-Tutorials zum Thema Accessibility zum kostenlosen Download (Link für iTunes oder den Feedreader).
Die Videos in englischer Sprache sind jeweils angenehme 5–7 Minuten lang und gehen vom Allgemeinen zum Speziellen – also der ideale Einstieg in das Thema Barrierefreiheit im Web. So geht es zunächst um verschiedene Arten sensorischer oder motorischer Behinderungen, Hilfsmittel wie Screenreader werden eingeführt, und am Schluss lernt man, wie man Formulare, Datentabellen und komplexe Web-Anwendungen barrierefrei an den Start bringt.
Grundlegendes:
Websites:
Web-Anwendungen:
- Forms: Part 1
- Forms: Part 2
- Forms: Part 3
- Tables: Part 1
- Tables: Part 2
- Complex Tables: Part 1
- Complex Tables: Part 2
- Dynamic Elements: Part 1
- Dynamic Elements: Part 2
27 Sep 2010
Universelles Design für eine Welt ohne Barrieren
Die neu erschienene Broschüre »Barrierefreiheit - Universelles Design« erläutert, wie Usability Professionals die Barrierefreiheit in ihren Designs berücksichtigen können, indem sie den Gestaltungsprinzipien des Universellen Designs folgen.
Barrierefreiheit – Universelles Design
Die Broschüre zeigt unter dem Motto ›Gut für Alle‹, dass sich Barrierefreiheit lohnt. Außerdem enthalten sind zahlreiche Beispiele und praktische Tipps ebenso wie eine Zusammenfassung der aktuellen Richtlinien und weiterführende Literatur.
Sie wurde von Mitgliedern und Experten des Arbeitskreises Barrierefreiheit der Usability Professionals' Association (UPA) erstellt. Der Verband ist ein Netzwerk von und für Usability-Experten, die sich der Wissensvermittlung und Meinungsbildung rund um das Thema Usability und User Experience verpflichtet fühlen.
Die Mitglieder des Arbeitskreis Barrierefreiheit vertreten innerhalb der UPA die Schnittstelle zwischen Usability und Barrierefreiheit. Neben der Öffentlichkeitsarbeit findet ein reger Wissens- und Erfahrungsaustausch statt. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen; nähere Informationen finden Sie auf der Webseite der German UPA.
[Update 28.10.10: Die Broschüre »Barrierefreiheit - Universelles Design« ist nun auch als barrierefreies PDF (684 kB) erhältlich.]
11 Aug 2010
Neue Einträge bei Events
A-Tag ’10 in Wien
Die österreichweite Plattform accessible media veranstaltet im Herbst zum fünften Mal den A-Tag, eine Veranstaltung zum Thema Web Accessibility. Das Internet ist in unserer Informationsgesellschaft ein fixer Bestandteil des Alltags, ob nun Tageszeitungen, Nachschlagewerke, Behördenwege, Bankgeschäfte, Einkäufe oder Anwendungen für soziale Netzwerke. Oft genug gibt es zu Internet-Angeboten keine Alternativen – daher ist ein für alle Menschen gut zugängliches Internet eine wesentliche Voraussetzung der gesellschaftlichen Teilhabe.
Der diesjährige A-Tag präsentiert sich in der gewohnten Vielfalt: Untertitelung von Videos und anderer Multimedia-Inhalte, barrierefreies Theme für ein CMS, HTML5 und WAI ARIA sind ebenso Thema wie die ökonomische Planung von Accessibility und – nicht zu vergessen – Informationen darüber, wie man sich das nötige Wissen aneignet.
Merken Sie sich also den 5. November vor. Informationen zur Anmeldung sowie Details zu Referentinnen und Referenten und den Vorträgen erfolgen in Kürze unter atag.accessiblemedia.at/2010. Dank einer Förderung des Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend ist auch dieses Jahr der Eintritt frei.
Freitag, 05. November, TechGate Vienna, Donau-City-Straße 1, A-1220 Wien, weitere Infos demnächst unter atag.accessiblemedia.at/2010.
Kongress ›Bildung durch Gebärdensprache‹ in Saarbrücken
Aus eigener Erfahrung wissen viele Gehörlose, dass Bildungsdefizite Rückstände verursachen und dass sie gleiche Entwicklungschancen hätten, wenn ihnen angemessene Bildungsangebote zur Verfügung stehen würden. Information und Bildung sind der Schlüssel zur aktiven Mitbestimmung und Teilhabe an der Gesellschaft. Bildung heißt auch für gehörlose Menschen: Lebenslanges Lernen für Jung und Alt.
Deshalb veranstaltet der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. den 1. internationalen Kongress zum Thema »Bildung durch Gebärdensprache«. Er findet vom 26. bis 28. August 2010 in Saarbrücken statt.
Internationale Fachleute werden dort gemeinsam mit allen Teilnehmern Ideen, Konzepte und vorbildliche Beispiele diskutieren. So soll ein nationales Bildungskonzept für Gehörlose entwickelt werden. Die Vorträge werden in Deutscher Gebärdensprache oder International Sign gehalten. Der Kongress soll ein Auftakt sein, gehörlosen Menschen künftig einen besseren Zugang zu verschiedenen Bildungsangeboten zu garantieren. Alle Bereiche werden in Saarbrücken angesprochen: Lernen im Vorschulalter, Schulbildung, Berufsausbildung, Studium und berufliche Weiterbildung. Mehr Visualisierung und mehr Gebärdensprache in allen Bildungseinrichtungen stehen dabei im Mittelpunkt.
Damit der Kongress ein Erfolg wird, sollen viele Meinungen, Ideen und Vorschläge gebündelt werden. Deshalb ist es wichtig, dass viele Gehörlose und Hörende aus den unterschiedlichsten Teilen der Gesellschaft und den verschiedensten Berufszweigen an den Diskussionen teilnehmen. Das Informationsvideo von Rudolf Sailer, Präsident des Deutschen Gehörlosen-Bunds, gibt es auch auf Youtube unter: www.youtube.com/watch?v=Ru6GaSBZLIE; weitere Informationen zum Programm und zu organisatorischen Fragen unter: www.gehoerlosen-bund.de.
26. - 28. August, Congress Centrum Saar, Hafenstraße 12, 66111 Saarbrücken.
W3C-Tag 2010
»Lücken im Web schließen – wie sich das Web der Daten und das Web der Menschen langsam, aber stetig annähern« Auch in diesem Jahr setzt das Deutsch-Österreichische W3C-Büro seine Kooperation mit den Xinnovations, der Konferenz für netzbasierte Systeme, in Form eines öffentlichen Thementages fort. Auf dem W3C-Tag 2009 wurde unter dem Motto »Das Web der Daten und das Web der Menschen« die Spannung zwischen aktuellen Technologieentwicklungen thematisiert: Semantic Web einerseits und HTML andererseits. Diese Spannung besteht nach wie vor, aber in den letzten Monaten wurden große Anstrengungen unternommen, die Lücke zu schließen:
- RDFa ist eine Schlüsseltechnologie, um Semantic-Web-basierte Informationen in HTML zu integrieren. Seit diesem Jahr hat das W3C begonnen, die Nutzung von RDFa in HTML5 in einer eigenen Arbeitsgruppe zu standardisieren. Der W3C-Tag 2010 wird einen Zwischenbericht zu diesem wichtigen Verbindungsglied für die beiden Bereiche des Web geben.
- Obwohl es noch kein fertiger Standard ist, hat HTML5 bereits einen Siegeszug ohnegleichen angetreten. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Entwicklung durch Implementationen in aktuellen Browsern vorangetrieben wird. Auf dem W3C-Tag werden deshalb Browserentwickler zu Wort kommen und Einsichten in den aktuellen Stand bieten.
- Nicht nur zwischen HTML5 und dem Semantic Web gilt es Lücken zu schließen – auch eine Annäherung von Nutzern des Web zu Web-Standardisierung hat beim W3C eine wachsende Priorität. Deshalb werden beim W3C-Tag 2010 in einem besonderen Maße die Stimmen der Web-Entwickler ein Podium erhalten, die selten direkt am Standardisierungsprozess beteiligt sind.
Mittwoch, 15. September, Humboldt-Universität zu Berlin, Hegelplatz, weitere Infos unter xinnovations.de/w3c-tag.html.
Barrierefreiheit 2.0 - Wissen für alle
Für Menschen mit Behinderungen baut das Web 2.0 – als eines der Schlagwörter der Gegenwart – vor allem soziale Barrieren ab. Das war eine der Kernaussagen aus den einleitenden Expertengesprächen der ersten Studie zur Nutzung des Web 2.0 durch Menschen mit Behinderung. Konkrete Ansätze für die »Barrierefreiheit 2.0« existieren bereits, auch wenn die Normen neu aufgestellt werden. Trotzdem ist die Komplexität und Qualität der Webangebote in letzter Zeit deutlich gestiegen.
Charakteristisch für das Web 2.0 ist dabei die Nutzbarmachung »kollektiver Intelligenz«. Der Nutzer ist nicht mehr nur Informationskonsument, sondern auch aktiver Informationslieferant. So entstehen und verbreiten sich Informationen [Blogs, Communities, Foren, …] in bisher nicht gekannter Geschwindigkeit. Selbst Unternehmen können es sich heute nicht mehr leisten, nicht zuzuhören, über was und wie sich bestehende und potenzielle Kunden über sie und ihre Wettbewerber austauschen. Gleichzeitig hat das Web 2.0 aber auch Folgen für das Lernen: Wissensmanagement erfolgt in Netzwerkkommunikation, z.B. In Wikis, Webcasts oder in E-Learning-Szenarien. Schließlich schaffen semantische Technologien weitere Möglichkeiten der Wissensgenerierung.
Wo liegen dabei die Grenzen für Menschen mit Behinderung? Oder auch die Chancen? Hierum geht es auf dem Workshop. Diskutiert wird, welche Chancen und Probleme für Menschen mit Behinderungen mit dem Web 2.0 verbunden sind.
Mittwoch, 22. September, Schenck Technologie- und Industriepark, Landwehrstrasse 55, Darmstadt, Kooperationspartner: WEB for ALL, weitere Infos unter exousia-management.de/workshops/barrierefreiheit-220910.
Web Accessibility London Unconference 2010
The Web Accessibility London 2010 Unconference is a one day event being organised on a voluntary basis. The unconference will focus on areas of motor impairment, but will also consider issues of cognitive impairment and the wider disability population. The format will include presentations, workshops and a demonstration fair where attendees can try out existing and new assistive technology. The event is directed at end-users, web designers/developers, accessibility specialists and universities, charities and companies. For more information please email a11yLDN@googlemail.com or follow on twitter.com/a11yLDN.
Dienstag, 21. September, City University London, Northampton Square, EC1V 0HB, London (UK), weitere Infos unter a11yldn.eventbrite.com/.
28 Jul 2010
Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit ist online
Im Zeitalter der Computertechnologie sollte eine barrierefreie Kommunikation eigentlich kein Problem sein. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus, obwohl es viele Möglichkeiten gibt, digitale Informationen für alle Menschen zugänglich zu machen.
Nun gibt es das Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit e. V., BKB. Es ist ein privater Zweckverband von derzeit 15 bundesweit tätigen Sozial- und Behindertenverbänden. Ziel des Kompetenzzentrums ist es, barrierefreie Standards im Internet durchzusetzen und damit die gesetzlichen Vorgaben des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes BGG voranzutreiben.
Das BKB wendet sich unter anderem an Menschen mit Behinderung, deren Verbände und Beauftragte sowie Entscheider in Unternehmen, Politik und Verwaltung. Das Kompetenzzentrum unterstützt sie dabei, den Anforderungen ihres Bereichs entsprechend, barrierefreie Lösungen zu entwickeln und diesen Prozess beispielsweise durch Programme zu definieren oder an gesetzliche Vorgaben zu binden – es ist somit erste Anlaufstelle für fachliche, organisatorische und juristische Fragen.
Weitere Informationen zum Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit gibt es unter www.barrierefreiheit.de.
(via kobinet)
01 Mär 2010
Cebit und Inklusion
Das Institut für Inklusion fördert als sozial-digitales Kompetenzzentrum die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am öffentlichen Leben und in der Arbeitswelt. Hierfür sollen in Kooperation mit ExpertInnen in eigener Sache, Universitäten und Unternehmen barrierefreie Internetdienste zur sozial-digitalen Teilhabe für Menschen mit spezifischen Anforderungen gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention und der EU-Dienstleistungsrichtlinie entwickelt werden.
Einige spannende Veranstaltungen finden in den nächsten Tagen auf der Cebit am Sonderexponat-Stand E-Inklusion mit barrierefreien ID-Security-Technologien, Halle 9, Stand B60 statt:
- Dienstag, 2.3.
- 9–11h: Karl Finke, Behindertenbeauftragter von Niedersachsen, www.behindertenbeauftragter-niedersachsen.de
- 9–9.30h: Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière
- 9.30–10h: Bundesbeauftragte für IT, Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe
- Mittwoch, 3.3.
- 10.30h: Ottmar Miles-Paul, Landesbeauftragter für die Belange behinderter Menschen in Rheinland-Pfalz, (www.lb.rlp.de) auf dem Rheinland-Pfalz-Stand C39, ebenfalls in Halle 9. An der Diskussion unter dem Motto »Neue Techniken – Zugang für Alle« nehmen auch der Vizepräsident des rheinland-pfälzischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung, Detlev Placzek, Wilhelm Lickteig vom Landesblinden- und Sehbehindertenverband Rheinland-Pfalz sowie Melanie Müller und André Necke vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales teil.
- 13–14h: Ottmar Miles Paul zum Gespräch »Informationstechnik ohne Barrieren« beim Institut für Inklusion.
- 15.40–16h: Im Forum: Slot des Instituts für Inklusion: »Sozial-digitale Inklusion sicher und barrierefrei im Web 2.0 mit dem neuen Personalausweis realisieren!«
- Donnerstag, 4.3.
- 10–10.30h: Interview zum Thema »Barrierefreiheit im Web durch Design for all« mit dem Internet-TV-Sender »Live im Netz« – wird live ausgestrahlt.
- Freitag, 5.3.
- 15–15.30h: Hannelore Loskill, Sprecherin des Sprecherrates des Deutschen Behindertenrates, stellvertretenden Bundesvorsitzenden der BAG Selbsthilfe, Diplom-Informatikerin, Anwendungs- und Systemprogrammiererin im Rechenzentrum der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Gespräch über »E-Inklusion mit barrierefreien ID-Security-Technologien.«
- Samstag, 6.3. (Publikumstag)
- 14.–14.20h: Im Forum: Slot des Instituts für Inklusion: »Sozial-digitale Inklusion sicher und barrierefrei im Web 2.0 mit dem neuen Personalausweis realisieren!«
18 Nov 2009
Forum Barrierefreiheit
Das Thema »Barrierefreie Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen« gewinnt an Bedeutung: Zum einen erhöht sich durch die zunehmende Alterung unserer Gesellschaft die Nachfrage nach barrierefreien Produkten und Dienstleistungen. Zum anderen wird Barrierefreiheit bald ein wichtiges Vergabekriterium in Ausschreibungen der öffentlichen Hand sein. Die EU-Kommission hat ein Mandat an die europäischen Normungsinstitute vergeben, dazu die grundsätzlichen Regeln zu setzen.
Nur wenige Unternehmen kennen bislang die Anforderungen, die sich daraus ergeben können. Die meisten Anbieter haben sich noch nicht mit den möglichen weit reichenden Konsequenzen auseinandergesetzt. Aus diesem Grund möchte der Arbeitskreis Barrierefreiheit des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) mit einem öffentlichen Forum Unternehmen und Interessierten die Möglichkeit bieten, sich umfassend über aktuelle und kommende Regulierungen und Standardisierungen zu informieren. Dazu werden neben Vertretern von namhaften Unternehmen auch Repräsentanten der Bundesregierung und der Europäischen Kommission als Referenten zu Wort kommen.
Die gemeinsame Informationsveranstaltung der Verbände BDI, BITKOM, DKE und ZVEI richtet sich sowohl an die Management-Ebene sowie an die Designer von Produkten und Dienstleistungen. Die Darstellung von Barrieren in unserer Gesellschaft, eine Übersicht über die aktuellen und geplanten Gesetze und relevanten Normen sowie zahlreiche Praxisbeispiele sollen den Teilnehmern die Bedeutung des Themas näher bringen.
10. Februar 2010; Hotel Aquino Tagungszentrum, Hannoversche Straße 5b, 10115 Berlin. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, weitere Infos und Anmeldung beim BITKOM.
13 Nov 2009
einfach-teilhaben! Das Portal für Menschen mit Behinderungen - kennenlernen und weiterentwickeln
Das Portal www.einfach-teilhaben.de wurde im Juli 2009 eröffnet und möchte Menschen mit Behinderungen sowie deren Angehörige, aber auch Verwaltungen und Arbeitgeber über Angebote zur Unterstützung informieren und bei der Inanspruchnahme von Leistungen beraten. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Stiftung Digitale Chancen laden am 16. Dezember 2009 von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr ein zu der Veranstaltung ›einfach teilhaben!‹.
Die Teilnehmer sind aufgefordert, in verschiedenen Workshops gemeinsam Ideen zur Nutzung und Weiterentwicklung des Portals zu erarbeiten. Die Zahl der Veranstaltungsteilnehmer ist begrenzt, eine Anmeldung ist nur auf Einladung möglich. Wenn Sie bereits eine schriftliche Einladung erhalten haben, registrieren Sie sich bitte über das Anmeldeformular. Wenn Sie an der Teilnahme interessiert sind und noch keine Einladung erhalten haben, senden Sie bitte eine E-Mail an sbernsmann@digitale-chancen.de.
Datum: 16.12.09, 10:30 bis 17:30 Uhr; Veranstaltungsort: Neue Mälzerei, Friedenstr. 91, 10249 Berlin
28 Okt 2009
YAML 3.2 - Handwerkszeug für die Barrierefreiheit
Das HTML & CSS-Framework YAML, auf dem auch diese Seiten hier aufgebaut sind, ist seit heute in der fertigen Version 3.2 am Start. Erst vor wenigen Tagen konnte das Projekt seinen vierten Geburtstag feiern und auch nach einer so langen Zeit ist die Luft für Verbesserungen und Weiterentwicklungen noch nicht aufgebraucht. Die vorliegende Version 3.2 bringt einige wichtige Änderungen mit sich: neben dem schlankeren Framework-Kern, der Vereinfachung der Code-Basis, der Erweiterung der Gestaltungsraster (sog. Grids) und den Performance-Gewinnen gibt es eine ganze Reihe von Verbesserungen im Bereich der Accessibility, die uns natürlich besonders interessieren.
Barrierefreiheit eingebaut
Kein Framework, auch nicht YAML, ist ein Garant für barrierefreie Webseiten (obwohl eine ganze Reihe von YAML-basierten Sites bereits mit einer BIENE ausgezeichnet wurden). Dennoch zeigt sich mehr und mehr, wie sinnvoll und richtig es ist, Webentwicklern das grundlegende Handwerkszeug innerhalb von Frameworks zur Verfügung zu stellen. In YAML 3.2 wird eine neue Darstellungsmöglichkeit für Skiplinks unterstützt, die ein Überlagern des Layouts für die eingeblendeten Skiplinks ermöglicht und dadurch die sonst üblichen Probleme bei deren Integration beseitigt. Zudem wird für Webkit-basierte Browser ein JavaScript-Fix mitgeliefert, um auch Apple’s Safari und Google Chrome dazu zu bewegen, den Fokus auf die angesprungene ID zu setzen.
Ein weiterer Schritt ist die konsequente Einbeziehung von WAI-ARIA: sämtliche bei YAML mitgelieferte Beispiel-Layouts sind nun mit sog. ARIA-Landmark-Roles versehen. Zwar handelt es sich hierbei nicht wirklich um ein Feature des Frameworks (die korrekte Auszeichnung sollte nach wie vor der Webentwickler vornehmen), dennoch ist dieser Schritt wichtig, um trotz der noch fehlenden Validierungsmöglichkeiten im W3C-Validator die positiven Effekte des kommenden Standards hervorzuheben, denn schon heute können alle modernen Browser (einschließlich des IE 8) mit WAI-ARIA umgehen und ermöglichen somit einen deutlichen Zugewinn an Barrierefreiheit auf Webseiten jeder Komplexitätsstufe.
Das ›Accessible Tabs‹-Plugin von Dirk Ginader wird mit YAML 3.2 als Erweiterung ein fester Bestandteil des Frameworks. Die Umsetzung im Rahmen dieses Plugins ist mittlerweile ausgereift, umfangreich getestet und funktioniert auch hervorragend mit aktuellen Hilfsmitteln wie Screenreadern.
Entsorgung von Altlasten
Manchmal liegt eine Verbesserung auch im Verzicht auf ein Feature: so bot das Framework bisher die Möglichkeit, Spaltenhintergründe mit Hilfe der CSS-border-Definition von bestimmten Spalten zu erzeugen. Zwar ist diese Technik denkbar einfach in der Umsetzung, sie beschwört aber in Verbindung mit den für viele Sehbehinderte typischen Einstellungen von Benutzer-definierten Farben (z.B. den Windows-Kontrastmodi) ein Zugänglichkeitsproblem herauf, da dort Vordergrund- und Rahmenfarben auf den gleichen Farbwert gesetzt werden. Inhalte mit dahinterliegenden farbigen Rahmen (den simulierten Spaltenhintergründen) waren infolgedessen zum Teil nicht mehr lesbar. Erschwerend kam hinzu, dass diese Technik im Internet Explorer ein CSS-Anpassung benötigte, die in seltenen Fällen das Auswählen von Inhalten mit der Maus im Browser blockierte. Daher ist diese Variante nun, auch aufgrund unserer Überzeugungsarbeit, nicht mehr im Framework enthalten.
Neben diesen großen Neuerungen stehen zahlreiche kleinere Korrekturen, über die das Changelog im Detail Ausfunft gibt. Download des Gesamtpakets, Lizenzbedingungen; YAML Dokumentation: Deutsch (PDF), English (PDF)
