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08 Jul 2003

Die vom W3C im Mai 1999 verabschiedeten Web Content Accessibility Guidelines 1.0 sind inzwischen nicht nur in die Gesetze verschiedener Länder eingeflossen, sondern bilden auch die Basis für viele der bekannten Testwerkzeuge. Alle diese Verordnungen und Testwerkzeuge haben ein gemeinsames Problem: viele der in den WCAG 1 gemachten Vorgaben sind entweder zu restriktiv oder irrelevant, zu unverständlich, sie entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik, oder sie sind international nicht durchsetzbar. Die WCAG-Arbeitsgruppe des W3C hat diese Problematik natürlich auch erkannt und arbeitet schon seit geraumer Zeit an einem Nachfolger. Was sich in dieser Version 2.0 alles ändern wird, können Sie im EfA-Magazin nachlesen: WCAG 2 - was ändert sich?

Kommentare zu dieser Meldung: 6

Permalink Brigitte Bornemann-Jeske meinte am 09.07.2003:

Leider ist WCAG 2.0 doch nicht so stabil, wie es uns Mitte letzten Jahres versprochen wurde. Da haben wir nun alle unsere BITV-Checkpunkte auf 5 Prinzipien umsortiert. Und nun kommt WCAG 2.0 Working Draft 24 June 2003
und reduziert die Zahl der Prinzipien wieder auf 4: perceivable, operable, understandable, robust. Ich persönlich finde das nachvollziehbar, denn ich habe mich schon immer über "navigable" geärgert. Mal nachlesen, ob die Änderung mehr bedeutet als eine neue Nummerierung ...

Permalink Takashi meinte am 25.07.2003:

Ich finde es gut, das es eine Trennung von den "weiche"(Erfüllung vom Mensch abhängig) und "harten"(durch Tools prüfbar) Checkpunkten gibt.
Merkwürdig finde ich nur "Ergebnisorientiert" und die Erklärung dazu. Ist es denn nicht so, das es auch jetzt schon wichtig ist, was am "Useragenten" ankommt. Denn dort soll doch der barrierefrei Code einen optimale Informationsdarstellung auf dem jeweiligen Useragenten garantieren, oder ? Mir fällt auch spontan kein Szenario ein, so das was ich losschicke anders ist, als das was dann empfangen wird...naja es sein denn ein Hacker...nicht wirklich ernst gemeint. Kann mir das einer Erklären ? Thomas ?
Danke und Gruss
Takashi

Permalink Tomas Caspers meinte am 29.07.2003:

> Mir fällt auch spontan kein Szenario ein,
> so das was ich losschicke anders ist, als das was
> dann empfangen wird
Es könnte ja zum Beispiel irgendwo auf dem Weg noch eine Transformation (Stichwort XSLT, Proxies) stattfinden, wenn z.B. die Daten in einem neutralen Format gelagert werden und dann für verschiedene Ausgabemedien noch zusätzlich aufbereitet werden. Wenn dann ein Prüftool nur den Stand auf dem Server bewertet, hat das noch nichts mit dem zu tun, was beim Nutzer tatsächlich ankommt.
Frei nach Helmut Kohl:"Wichtig ist was hinten rauskommt"
/T

Permalink Jens Meiert meinte am 10.08.2004:

Die Einschaetzung des Zeitplans ist zweifelhaft, denn die WCAG 2.0 werden, wenn sie bereits in den naechsten Wochen als 'Candidate Recommendation' (CR) verabschiedet werden, fruehestens im Februar 2005 den Status einer 'Proposed Recommendation' erhalten koennen -- um dann (sollte kein Ruecksprung in den Status 'Working Draft' erforderlich sein) vielleicht Anfang des zweiten Quartals 2005 auch offiziell verabschiedet zu werden.
Als an der Entwicklung der Richtlinien Beteiligter wage ich die Prognose, das sich die finale Freigabe gut auf Juli/August 2005 hinauszoegern kann, derzeit ist IMO noch nicht mit einer CR zu rechnen.

Permalink Tomas Caspers meinte am 12.08.2004:

> Die Einschaetzung des Zeitplans ist zweifelhaft
Jens, die Einschätzung des Zeitplans stammt wie der genannte Artikel auch aus dem Sommer letzten Jahres und ist im Nachgang zu einem WCAG-WG f2f entstanden. Damals kam auf Nachfrage die grobe Schätzung der Editoren, bis zum Sommer des nächsten Jahres fertig zu sein. Also ungefähr jetzt :-)

Permalink Jens Meiert meinte am 13.08.2004:

/T, das habe ich im Eifer des Gefechts glatt uebersehen -- und konnte dann hoffentlich mit einer aktualisierten Einschaetzung weiterhelfen ;)

Alles Gute,
Jens.

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