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24 Jun 2004

Bisher haben wir uns immer brav die Mühe gemacht, bei Links auf fremdsprachige Angebote auch das hreflang-Attribut zu setzen, um die verwendete Sprache des Linkziels anzugeben. Und das in dem vollen Bewusstsein, das dieses Attribut sowieso von keinem Browser in irgendeiner Form unterstützt wird (und schon gar nicht von Sprachbrowsern und Screenreadern, wo es wirklich sinnvoll wäre). Wir haben beim vergangenen Relaunch auch mit Möglichkeiten experimentiert, automatisch den Typ von Dokumenten auszugeben wenn, wie im Pressezentrum, auf PDF- oder RTF-Dokumente verlinkt wird (und es wieder gelassen).

Was wir aber nun bei dem wie immer brillianten Anne van Kesteren lesen, lässt uns dann doch an der Sinnhaftigkeit dieser Attribute zweifeln: HREFLANG and TYPE considered harmful.

Ok, man könnte mit a[type="application/pdf"] ::after { content:" (PDF)";} dem Besucher mitteilen, daß sein Browser gleich abstürzen wird. Aber dass die im Browser des Benutzers voreingestellte Sprache (der Accept-Language Header) mit dem hreflang-Attribut kollidieren könnte und unvorhersehbare Ergebnisse geben kann, kam uns gar nicht in den Sinn. Beim nächsten Relaunch nehmen wir einfach wieder HTML 1.0 (ASCII-Text, englisch).

Ach ja, und BITV 4.1 hätte sich damit wohl auch zumindest teilweise erledigt.

Kommentare zu dieser Meldung: 4

Permalink Ingmar Friedrichsen meinte am 24.06.2004:

Das Verhalten von type wird in XHTML 2.0 zumindest teilweise umdefiniert und hreflang verschwindet ganz. Ich würde mir allerdings auch eine Art hreflang-Attribut wünschen, das dem Verhalten von dem neuen type-Attribut ähneln würde. So könnte man man direkt auf eine konkrete Übersetzung verweisen, wenn man z.B. auf Fehler in dieser Hinweisen will.

Permalink Ingmar Friedrichsen meinte am 24.06.2004:

> Noch zwei für die Streichliste
Das ist aber, denke ich, noch lange kein Grund Webstandarts und die BITV in die Tonne zu werfen.

Permalink Martin Stehle meinte am 24.06.2004:

Das hreflang-Attribut beisst sich mit den Browser-Einstellungen nur, wenn bei einer bestimmten Adresse der Server sich nach der Browser-Einstellung richtet. Dh., in einem Link, das auf www.google.com zeigt, würde ich kein hreflang einbauen. Der Grund ist, ein Nutzer, der italienisch als seine bevorzugte Sprache eingestellt hat, würde die italienische Version von google.com erhalten. Auf die Browsereinstellungen meiner Besucher habe ich als Seitenbauer keinen Einfluss, also setze ich auch kein hreflang in einen Link auf www.google.com
Dagegen, wenn ich auf eine Seite linke, von der ich weiß, dass sie nur in einer einzigen Sprache geliefert wird, macht ein hreflang Sinn. Daher würde ich das und BITV 4.1 nicht gleich in die Tonne kloppen.
M.

Permalink Tomas Caspers meinte am 24.06.2004:

Nur: wie stelle ich fest, ob ein Server, auf den ich verlinken möchte, Content Negotiation benutzt? Ok, du weisst es und ich weiss es auch, aber wie stellt das der Redakteur fest, der vor der Entscheidung steht im CMS nun den Knopf "hreflang einfügen" zu drücken oder auch nicht?

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