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Aktuelles zum Thema Barrierefreies Webdesign.

18 Nov 2010

Es ist kein Widerspruch: Die Grundlagen für die Umsetzung mobiler Applikationen ähneln in vielen Punkten denen für barrierefreies Webdesign. Ein wichtiger Punkt in der Umsetzung barrierefreier Internetseiten ist die Geräteunabhängigkeit. Für die Praxis bedeutet das: Jeder Nutzer hat mit jedem beliebigen Endgerät wie Monitor, Screenreader oder dem Handy jederzeit Zugang zu Internetseiten.

Das W3C hat die Mobile Web Application Best Practices als sogenannte Proposed Recommendation veröffentlicht. Dieser Text stellt Methoden vor, die die steigende Vielfalt im Bereich der mobilen Endgeräte berücksichtigen. Auch mit Blick auf die Barrierefreiheit zeigt dieser Text: eine Geräte-unabhängige und an die Bedürfnisse der Nutzer angepasste Entwicklungsweise bringt nur Vorteile.

Im Bereich mobiles Web hat sich in letzter Zeit viel verändert. Das betrifft nicht nur Form und Größe der Displays, sondern auch die Art und Weise, wie Nutzer mit den Inhalten auf diesen Displays interagieren. So wird zum Beispiel die Meinung, dass blinde Nutzer für eine komplexe Interaktionen grundsätzlich ein taktiles Feedback benötigen, von genau dieser Zielgruppe widerlegt: Eine Vielzahl von blinden Nutzern kommt mit der glatten Glasoberfläche von iPad, iPhone & Co. hervorragend zurecht!

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Das funktioniert aber nur dann, wenn diese neuen Interaktions-Möglichkeiten angeboten werden. Und genau hierbei helfen die Informationen, die das W3C bereitstellt. Es zeigt: Neben der althergebrachten Fokus-basierten Interaktion – der Fokus springt von Element zu Element – und der Interaktion über Zeigegeräte müssen auch neuere Formen des Umgangs mit Inhalten und Funktionen berücksichtigt werden. Bei Touch-basierten Geräten neuerer Bauart wird der Nutzer sogar selbst zum Eingabegerät: Ohne Umwege über Tastatur oder Zeigegeräte kann er direkt mit den Objekten auf dem Bildschirm interagieren.

Für die sichere Auswahl- und Bedienweise müssen die Elemente auf dem Bildschirm allerdings eine ausreichende Größe und genügend Abstand zueinander haben (vgl. Fitts's law). Die Unsitte, grundlegende Informationen über ein Objekt in title-Attributen zu verstecken, die sich erst beim Überfahren mit der Maus enthüllen, gehört damit hoffentlich bald der Vergangenheit an.

Weitere wertvolle Tipps gibt es zum Wechselspiel zwischen möglichst hoher Performance der Seiten und der Zugänglichkeit der Inhalte. Gerade bei der mobilen Nutzung sollten wegen der hohen Latenzzeiten so wenig Dateien wie möglich für den Bau einer Seite benötigt werden. Als Technik hierfür bietet sich das sogenannte Spriting an. Hier werden mehrere Bilder zusammengefasst, die dann ausschnittsweise angezeigt werden. Der Vorteil: es spart http-Requests, also Anfragen des Browsers beim Server nach den einzelnen Dateien. Der Nachteil: sinnvolle Alternativtexte für die Grafiken kann man damit leider nicht vergeben.

Weiterführende Literatur zum Thema Mobiles Web & Accessibility

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