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08 Jun 2009
Nächster Schritt zur deutschen Version der WCAG 2.0
Die seit Anfang April laufende Übersetzung der Web Content Accessibility Guidelines des W3C (WCAG 2.0) ins Deutsche (wir berichteten) hat einen weiteren wichtigen Schritt unternommen: das W3C hat die Liste der sog. Stakeholder akzeptiert, die nun auch hochoffiziell an einer »Candidate Authorized Translation« arbeiten:
»… On behalf of the W3C and of the WAI team, I am happy to notify you, as the LTO, to proceed with the preparation of a Candidate Authorized Translation of WCAG 2.0 (…) into German. We are now at step 3 of the policy for Authorized W3C Translations …«
Unter Stakeholdern versteht man in diesem Zusammenhang Verbände der Behindertenhilfe und -selbsthilfe, Forschungsinstitute, Industrieunternehmen und andere Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich beruflich um das Thema Accessibility kümmern; diese arbeiten teils aktiv an der Übersetzung mit oder liefern wertvolle Anregungen zur Arbeit der Übersetzer, die bereits in vollem Gange ist. Zurzeit läuft die Revision der Übersetzung des Glossars, die wir vorgezogen haben, da hier sehr viele wichtige (und nicht gerade einfache) Definitionen stehen, deren exakte Formulierung weitreichende Auswirkungen auf die eigentlichen Richtlinien haben werden.
Leider haben wir bei dieser Art von Übersetzung nicht die literarische Freiheit, den teils hochkomplizierten Text der Richtlinien zu ›verbessern‹, im Gegenteil – bei der Übersetzung müssen wir uns sehr eng an das englische Original halten, der Stil und vor allem der Sinn des Dokumentes darf nicht verändert werden und selbst eventuell noch vorhandene Fehler im Original müssen übernommen werden.
Nach der Übersetzung der Richtlinien werden wir noch, wie angekündigt, die Techniken übersetzen, da diese der für Web-Entwickler interessanteste Teil der WCAG sind. Die Techniken sind im Gegensatz zum Glossar nicht normativ und im Original schon verständlicher geschrieben. Dort haben wir dann die Möglichkeit, diese so zu formulieren, dass sie von den jeweiligen Zielgruppen leichter zu verstehen sind und eventuelle Unklarheiten aus den Richtlinien zu beseitigen.
In einem letzten Schritt muss dann dem W3C gegenüber nachgewiesen werden, dass die benannten Stakeholder die Übersetzung der Richtlinien gegengelesen und für gut befunden haben – dann folgt eine öffentliche Kommentierungsfrist, bevor die Übersetzung als gleichrangige, normative Version der WCAG 2.0 veröffentlicht wird.
Die Liste der Stakeholder:
- Netzwerk accessible media, Eva Papst, Martin Ladstätter
- Schweizerische Stiftung zur behindertengerechten Technologienutzung, Markus Riesch
- Universität Linz, Prof. Dr. Klaus Miesenberger
- Technischer Jugendfreizeit- und Bildungsverein e.V., Thomas Hänsgen, Edeltraut Hanfland
- Kompetenznetzwerk Informationstechnologie zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen, Dipl.-Ing. Dr. Franz Pühretmair
- Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (ABI)
- Forschungsinstitut Technologie Behindertenhilfe, Prof. Dr. Christian Bühler
- Magistrat der Stadt Wien, Michael Rederer
- Justus-Liebig-Universität Gießen, Hochschulrechenzentrum, Dr. rer. pol. Steffen Puhl
- Stiftung Digitale Chancen, Jutta Croll
- Behindertenberatungszentrum, Zentrum für Selbstbestimmtes Leben (BIZEPS), Markus Ladstätter
- RWTH Aachen, Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft, Kilian Knörzer, Dr. Florian Kramer
- wienfluss, Mag. Sascha Nemecek, DI Michael Stenitzer, Mag. Maria Putzhuber
- IBM Human Ability and Accessibility Center, Dr. Karl-Heinz Weirich
- namics, Jürg Stuker
- d-Sire, Christian Oestreich
- atempo, Mag. Klaus Candussi
- World Wide Web Consortium - Regional Office in Germany and Austria, Prof. Dr. Felix Sasaki
- Webkrauts, Jens Grochtdreis
- SAP AG, Gisbert Loff, Dr. Tanja Schaetz
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS / Va1), Melanie Müller
- Österreichischer Gehörlosenbund, Lukas Huber
- Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT.LIFE) Web Compliance Center, Gabriele Nordbrock
- The Web Standards Project / Accessibility Task Force, Patrick H. Lauke
- Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, Klaus Höckner
- Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V., Andreas Bethke
- Deutsche Gesellschaft der Hörgeschädigten - Selbsthilfe und Fachverbände e.V., Martin Stehle


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