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Aktuelles zum Thema Barrierefreies Webdesign.

11 Dez 2008

Gemeinsame Anstrengung führt zu einem flexibleren und testbaren Standard; Zugänglichkeit des Webs wird gefördert

Das W3C veröffentlicht heute einen neuen Standard, der Webdesignern und Entwicklern dabei hilft Websites zu erstellen, die den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen besser entsprechen. Aufbauend auf umfangreichen Erfahrungen und Rückmeldungen von Betroffenen, verbessern die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0 den bahnbrechenden ursprünglichen W3C-Standard für zugängliche Web-Inhalte.

Dieser neue Standard der Web Accessibility Initiative (WAI) des W3C wird die Barrierefreiheit über alle Arten von Web-Inhalten (Text, Bilder, Audio und Video) und Web-Applikationen hinweg verbessern. Die Einhaltung der WCAG 2.0 kann nun genauer getestet werden, trotzdem geben sie Web-Entwicklern mehr Flexibilität und Raum für Innovationen. Zusammen mit den unterstützenden technischen und aufklärenden Materialien ist die WCAG 2.0 einfacher zu verstehen und anzuwenden.

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WCAG 2.0 adressiert Barrieren in der Web-Nutzung, die Menschen mit Sehbehinderungen, Hörbehinderungen, motorischen Behinderungen, kognitiven und neurologischen Behinderungen und ältere Web-Nutzer mit Unterstützungsbedarf betreffen. WCAG 2.0 zeigt, wie man Web-Inhalte nach den folgenden Prinzipien erstellt:

Wahrnehmbar
(zum Beispiel durch Textalternativen für Bilder, Untertitel für Audio, Anpassbarkeit der Darstellung und Farbkontraste);
Bedienbar
(indem Tastaturbedienung, Farbkontraste, Zeitbegrenzungen bei Eingaben, Verhinderung von Anfällen und die Navigierbarkeit angesprochen werden);
Verständlich
(durch Lesbarkeit, Vorhersagbarkeit und Hilfen bei der Eingabe); sowie
Robust
(zum Beispiel durch Kompatibilität mit assistiven Werkzeugen).

Breite Unterstützung für WCAG 2.0

»Weil die WCAG 2.0 auf sämtliche Web-Techniken anwendbar ist, hilft sie dabei sicherzustellen, dass das Web für Menschen mit Behinderungen offen bleibt – selbst wenn wir laufend neue Techniken einführen. Wir haben während der Entwicklung der WCAG 2.0 Rückmeldungen aus tausenden von Kommentaren zu den Bedürfnissen der Nutzer und der technischen Machbarkeit eingearbeitet«, sagte Dr. Gregg Vanderheiden, einer der Vorsitzenden der WCAG-Arbeitsgruppe und Direktor des Trace R&D Center an der Universität von Wisconsin. »WCAG 2.0 ist das Ergebnis einer großen kollaborativen Arbeit, und ihr fertiger Zustand findet breite Unterstützung in der Industrie, bei Behindertenorganisationen, in der Forschung und bei Regierungen. Diese Ausgewogenheit ist wichtig, damit die WCAG 2.0 als einheitlicher internationaler Standard für Web-Accessibility dienen kann.«

Umfangreiche unterstützende Materialien um Entwicklern und Entscheidungsträgern zu helfen sind: WCAG 2.0 at a Glance, WCAG 2.0 Documents, How to Meet WCAG 2.0: A Customizable Quick Reference, Understanding WCAG 2.0 und Techniques for WCAG 2.0. Techniken sind bereits für HTML, CSS, SMIL, Scripting und Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) verfügbar, und für weitere Web-Techniken sind sie in der Entwicklung. Ressourcen zur Unterstützung der Umstellung schließen How to Update Your Web Site to WCAG 2.0 ein. Essential Components of Web Accessibility beschreibt den Zusammenhang zwischen WCAG 2.0 und anderen Richtlinien der Web Accessibility Initiative (WAI), deren 2.0-Versionen ebenfalls in der Entwicklung sind.

Weitreichende Auswirkungen

»Web-Accessibility hilft uns, ein breiteres Publikum zu erreichen, indem der Zugang zum Web für Menschen mit Behinderung unterstützt wird, und indem die Gebrauchstauglichkeit für eine Vielzahl von mobilen Endgeräten erhöht wird,« erklärt Loretta Guarino Reid, eine der Vorsitzenden der WCAG-Arbeitsgruppe und Google Accessibility Engineer. »Die Web-Community hat uns dabei geholfen zu zeigen, dass sich WCAG 2.0 und die WCAG 2.0-Prüfverfahren auf unterschiedliche Arten von Web-Techniken, Web-Inhalten, interaktiven Applikationen und natürliche Sprachen erfolgreich anwenden lassen. Diese Beispiel-Implementierungen zeigen auch die Kontinuität zwischen WCAG 1.0 und 2.0, da die meisten Websites, die bereits konform zu WCAG 1.0 waren, keine signifikanten Änderungen benötigten, um WCAG 2.0 zu erfüllen.«

Während WCAG 1.0 breite Anwendung fand, gibt es ein noch breiteres Interesse an der Übernahme von WCAG 2.0 durch Organisationen und Regierungen auf der ganzen Welt. Die Policy for Authorized W3C Translations soll die Übersetzung in die jeweiligen Sprachen erleichtern.

»In der kürzlich verabschiedeten Resolution der Vereinten Nationen zu den Rechten von Menschen mit Behinderungen wird das Recht auf Zugang zu Informationen und Kommunikation erstmalig als Menschenrecht international anerkannt«, so George Kerscher, Generalsekretär des DAISY Consortium. »WCAG 2.0 wird dabei helfen, dass der Zugang zu Informationen auf der ganzen Welt zur Realität wird.«

Aktuelle und neue Teilnehmer an der WCAG Working Group sind unter anderem Adobe, AOL, Google, IBM, International Webmasters Association/HTML Writers' Guild, Microsoft, NIST, SAP und Vision Australia, sowie eingeladene Experten aus der Forschung, von Behindertenorganisationen, Regierungen und Standardisierungs-Organisationen aus Australien, Kanada, Europa, Japan und den Vereinigten Staaten. Darüber hinaus hat der umfangreiche öffentliche Prozess zur Begutachtung Kommentare von hunderten von Organisationen und Individuen aus der ganzen Welt ergeben.

Über das World Wide Web Consortium (W3C)

Das World Wide Web Consortium (W3C) ist ein internationales Konsortium, in dem Mitgliederorganisationen, ein Vollzeit-Mitarbeiterstab und die Öffentlichkeit zusammenarbeiten, um Web-Standards zu entwickeln. W3C verfolgt seine Aufgabe hauptsächlich über die Erstellung von Web-Standards und Richtlinien, die gedacht sind, das langfristige Wachstum des Webs sicherzustellen. Über 400 Organisationen sind Mitglieder des Konsortiums. W3C wird gemeinschaftlich vom MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (MIT CSAIL) in den USA, dem Europäischen Forschungskonsortium für Informatik und Mathematik (ERCIM) mit Hauptsitz in Frankreich und der Keio Universität in Japan geführt und besitzt 17 weitere Büros weltweit. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.w3.org/.

Über die Web Accessibility Initiative (WAI)

Die Web Accessibility Initiative des W3C (WAI) arbeitet mit Organisationen auf der ganzen Welt, um das Web zugänglicher für Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen zu machen. Die WAI fördert Web-Accessibility indem sie sicherstellt dass Web-Techniken barrierefrei sind; sie entwickelt Richtlinien für Web-Inhalte, Browser und Media-Player sowie Autorenwerkzeuge; sie entwickelt Ressourcen um verbesserte Werkzeuge zur Evaluation zu unterstützen; sie übernimmt Informations- und Schulungsaufgaben und kooperiert mit Forschung und Entwicklung, die eine zukünftige Barrierefreiheit des Web beeinflussen könnte. WAI wird unter anderem vom National Institute on Disability and Rehabilitation Research (NIDRR) des U.S. Department of Education, dem Information Society Technologies-Programm der Europäischen Kommission, HP, IBM, Microsoft Corporation, SAP und Wells Fargo unterstützt. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.w3.org/WAI/.

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