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02 Jan 2008

Nicht dass wir ein besonderes Faible für Statistiken hätten, aber einmal im Jahr macht die Auswertung von Serverlogs ja dann doch Spaß. Und weil nichts interessanter ist als nutzlose Daten über nutzlose Daten wollen wir diese unseren Lesern auch nicht vorenthalten.

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Browser-Anteile 2007 bei EfA

Insgesamt haben 4.373 verschiedene Programme (sog. User Agents) auf ›Einfach für Alle‹ zugegriffen, die sich mit ihren jeweiligen Bezeichnungen und Versionsnummern beim Server identifizierten. Mit dabei sind nicht nur die klassischen Web-Browser, sondern immer stärker auch Feedreader oder andere Programme wie iTunes für unseren Podcast und natürlich die Suchmaschinen-Roboter.

Bereinigt um letztgenannte ergeben die Aufzeichnungen folgendes Bild bei den herkömmlichen Web-Browsern:

Rang Browser Anteil
1. Netscape 5.0 (Firefox, Mozilla, Camino etc.) 52,51%
2. Internet Explorer 6.0 25,19%
3. Internet Explorer 7.0 12,88%
4. Safari 3,67%
5. Opera 9.x 3,28%
6. Internet Explorer 5.x 1,30%
7. Netscape 4.x 0,89%
8. Konqueror 0,29%

Bemerkenswert dabei ist, dass mittlerweile ca. 75% der Zugriffe mit Browsern geschehen, die man getrost den »modernen« und weitgehend Standard-konformen Browsern zurechnen kann (d.h. Geckos, Safari, Opera, IE 7). Auch hier bestätigt sich der allgemeine Trend, dass Nutzer alternativer Browser (also alle jenseits des IE) durch die Bank Update-freudiger sind. Wenn mit einem dieser Browser gesurft wird, dann geschieht dies in der Regel mit der allerneuesten Version oder einer Versionsnummer nach dem Komma zurück.

Den 0,89% der Nutzer die immer noch herausfinden wollen, ob barrierefreies Webdesign und Netscape 4 miteinander vereinbar sind, sei gesagt: nein, das geht immer noch nicht und das wird sich auch nicht mehr ändern.

Bei den Betriebssystemen gab es keine Überraschungen: Microsoft Windows in allen Varianten führt mit 83%, gefolgt von Apple Macintosh mit 12% und den diversen Linuxen mit 5%. Amüsant fanden wir auch den oder die Rechner, die sich mit Windows 3.1 beim Server identifizierten – wenn sich unsere Erinnerung nicht täuscht, konnte WfW3.1 noch gar kein TCP/IP und Webseiten können höchstens per Floppy Disk auf solche Rechner gelangen.

Suchmaschinen & -anfragen

Bei den Anfragen, die hier über Suchmaschinen reinkommen ergibt sich kein so uneinheitliches Bild wie bei den Web-Browsern: dort liegt der Platzhirsch Google mit 98,92% aller Referer ganz klar vorne (basierend auf mehreren hunderttausend Anfragen):

1. Google 98,92%
2. Yahoo 0,59%
3. MSN 0,28%
4. Web.de 0,09%
5. Altavista 0,08%
6. Lycos 0,04%
7. AOL NetFind 0,01%

Dabei zeigt sich, dass die meisten Nutzer zwar Google verwenden, aber viele Nutzer mit der Funktionsweise einer Suchmaschine nicht wirklich vertraut sind. So suchen viele immer noch nach nur einem Wort oder Suchbegriff, was dann in der Regel in einer unüberschaubaren Anzahl von Treffern mündet.

Wenn nach einer Kette von Suchbegriffen gegugelt wird, dann sind dies oft Begriffe, die durch ein einfaches Anhängen von .de zu einer kompletten Adresse würden – wie bei den 2.387 Suchen nach »einfach für alle«, die hier gelandet sind. Die Eingabe von kompletten oder nahezu kompletten URLs in die Suchmaschine tritt so häufig auf, dass es sich kaum noch um eine Verwechslung zwischen dem Adressfeld und der Suchmaske handeln kann.

Weil wir nicht wissen können, ob alle diese Suchen immer zur vollsten Zufriedenheit bedient wurden hier noch ein paar Hinweise zu Anfragen, die uns irgendwie aufgefallen sind:

»target.com«
accessCast - der Einfach für Alle-Podcast vom 10. August 2006 zum Thema Target-Klage
»wie benutzt man das marquee werkzeug bei photoshop«
Das Ding heißt Auswahlwerkzeug, eine Einführung in die Handhabung gibt es hier
»jaws theme song«
Der Film oder der Screenreader?
».dfxp format tool«
»Timed Text (TT) Authoring Format 1.0 – Distribution Format Exchange Profile (DFXP)«, das passende Werkzeug dazu gibt's hier
»artikel über weblogs«
weblogs: a history and perspective vom 7. September 2000.
»firefox«
Einfach ›firefox‹ in die Adresszeile eingeben und Enter drücken.
»html testen«
Kann man hier.
»einfach für alle«
Ja, Sie sind hier richtig.
»staumeldungen österreich«
Nein, Sie sind hier falsch.
»kalender+2007«
Stimmt, den gibt's auch noch!
»css formular«
Bitte hier entlang…
»tabindex«
Einfach weglassen…

Übrigens: irgendwer oder irgendwas hat tatsächlich 1.167× nach dem Buchstaben »t« gesucht – wir hätten hier noch ein paar besonders schöne Exemplare abzugeben: T T T T

Dann wären da natürlich noch die Klassiker, über die schon seit Jahren der meiste Suchmaschinen-Verkehr hier vorbeikommt. Was bei dem Thema dieser Website ja nicht wirklich verwunderlich ist:

12.051× »bitv«
2.274× »barrierefreiheit«
2.157× »barrierefrei«
913× »barrierefreies webdesign«
523× »barrierefreies internet«

Nach wie vor häufig nachgefragt sind einzelne Techniken und Formate wie HTML, CSS, aber in letzte Zeit auch JavaScript (stark zunehmend) & Flash (leicht zunehmend). Immer mehr Anwender scheinen sich auch mit den (zumindest theoretisch vorhandenen) Möglichkeiten zur Erstellung barrierefreier PDFs zu beschäftigen; Suchanfragen in diesem Bereich haben nach unserer Beobachtung ebenfalls zugelegt:

1.139× »tagged pdf«
1.092× »*.pdf«
1.024× »pdf maker«
915× »pdf dokumente«
558× »barrierefreie pdf«

Kommentare zu dieser Meldung: 6

Permalink Martin Ladstätter meinte am 03.01.2008:

Man konnte auch auch mit Windows Windows 3.x schon ins Internet. Es war - daran kann ich mich lebhaft erinnern - etwas aufwendig, aber es ging so.

Permalink Peter Kammerer meinte am 06.01.2008:

Eine interessante Auflistung - Danke.

Der Vergleich mit den Statistiken anderer Webprojekte zeigt aber auch, wie sehr solche Statistiken projektbezogen sind und sich nur bedingt verallgemeinern lassen.

Für alle Statistik-Freaks wertfrei die Daten für zwei weitere Auftritte:

Projekt 1 (Ausbildung, Arbeitsmarkt):
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
IE gesamt:.......... 65,57%
FF gesamt:......... 22,54%
unbekannt: ............5,33%
Opera gesamt: ......2,05

IE im Detail:
- IE 6: 46,88%
- IE 7: 44,38%
- IE5.5: 8,75%

Beim FF führt die Version 2.0.0.11 mit 67,27%

Projekt 2 (Verein):
~~~~~~~~~~~~~~
IE gesamt:.......... 64,51%
FF gesamt:......... 27,08%
unbekannt: ............3,28%
Safari: ....................1,44%
Opera gesamt: ...... 0,82%

IE im Detail:
- IE 6: 81,40%
- IE 7: 16,85%
- IE5.5: 1,11%

Beim FF ein ganz anderes Bild als im Proj.1.

FF 2.0.0.6: 14,77%
FF 2.0.0.3: 13,26%
FF 2.0.0.11: 12,5%
FF 1.5.0.11: 12,12%
Alle anderen Versionen deutlich unter 9%.

Permalink Justin meinte am 22.01.2008:

Das der Anteil an Mozilla-Nutzern so groß ist, hätte ich nicht gedacht. Da lohnt es sich ja kaum noch eine Webseite zu bauen, die auch der IE richtig anzeigen kann...denn beim IE 6 gibt es da ja viele Probleme!

Permalink Peter Kammerer meinte am 23.01.2008:

Sicher Justin, das kann man so sehen.

Aber wäre das zielführend? Alle drei Statistiken zeigen, dass die Verteilung der geliebten und ungeliebten Browser sehr von der Hauptnutzergruppe des jeweiligen Webprojektes abhängig ist.

Bei efa versammeln sich vordergründig diejenigen, die dem Thema Internet/Web zugeneigt sind und demzufolge, wie zu erwarten, auf zeitgemäße Browser setzen. Das erklärt sicher den hohen Mozilla-Anteil.

Bei den von mir angeführten Statistiken handelt es sich um Projekte, die eher von "Otto-Normalverbraucher" frequentiert werden. Die aber sind froh, wenn ihr System überhaupt läuft - oder aber der Lieblingsenkel den Eltern/Großeltern den älteren Rechner überläßt. Daher vermutlich der hohe IE-Anteil, der mich nicht wirklich überrascht hat. Zumindest nicht bei der Vereinsseite.

Um bei Deiner Kernaussage zu bleiben:
Bei den paar Menschen mit Behinderung lohnt es sich ja fast nicht, auf a & u zu achten, denn das macht ja deutlich mehr Arbeit und setzt einiges mehr an Wissen voraus....

Kein guter Ansatz, wie ich meine.

P.S.
@efa: Könnte man die Pflichtfelder kennzeichnen?

Permalink /T meinte am 23.01.2008:

Oder um das noch kürzer auszudrücken: jede Statistik gilt immer nur für genau eine Website.

Permalink Chris meinte am 08.02.2008:

Der hohe Anteil an Netscape Browsern ist überraschend, die Dominanz von Google war zu erwarten.

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