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14 Sep 2007

So langsam wird's zu einer echten Tradition, jeden Freitag hier an dieser Stelle über die neuesten Flamewars Weiterentwicklungen rund um HTML5 zu berichten. Na dann wollen wir mal:

longdesc?

Mark Pilgrim wagt sich im WHATWG-Blog an den Beweis, dass die Chancen auf einen 6er im Lotto höher sind als die Wahrschein­lich­keit, dass irgendein Nutzer das longdesc-Attribut von IMG nutzt: »The longdesc lottery«.
Das deckt sich übrigens mit unseren Beob­achtungen: kein Mensch benutzt longdesc (weder Autoren noch Nutzer) – also braucht es sinnvolle Alternativen, um komplexe Bild­in­halte so zu beschreiben, dass diese bei Bedarf auch von beiden genutzt werden können. Genau daran arbeitet die HTML5-Arbeits­gruppe und benötigt Input.

alt?

Mike Davies macht sich Gedanken über den Preis, der für den Ent­fall eines zwingend vor­ge­schriebenen alt-Attri­buts zu zahlen wäre: »Web Accessibility: The Price of omitting the alt«.
Auf das der Diskussion zu Grunde liegende Problem wird man sich sicher schnell einigen können: die Mehr­zahl der im Web zu findenden Alter­nativ­texte sind (sofern über­haupt vorhan­den) von schlechter Qualität. Und seit 10 Jahre zwingend vorgeschrieben zu sein hat, global betrachtet, die Verwen­dung auch nicht nur in die Nähe von 100% gebracht. Web-Entwickler, die sich einen feuchten Kehr­richt um die Validi­tät ihrer Seiten kümmern werden dies auch in zehn Jahren nicht tun; Web-Entwickler, die alt vernünftig ein­setzen tun dies auch weiterhin ohne Zwang durch den Validator.

Das eigentliche Problem ist also nicht die Tatsache, dass der Zwang zur Vergabe von alt-Attri­buten in der Praxis höchstens dazu führt, dass die meisten Alter­nativ­texte kurzer­hand leer bleiben (alt=""), sondern dass die gegen­wärtigen Methoden zu wenig Mög­lich­keiten bieten, es ganz richtig zu machen. Hier über­schneidet sich die Diskussion um alt mit der Diskussion um longdesc: es fehlt in der Tat die Mög­lich­keit, als Autor anzugeben, dass z. B. der Bild­inhalt irgendwo im daneben stehenden Text erklärt wird. Wobei natürlich Redun­danzen eine wesentlich geringere Hürde sind als gar nicht vorhandene Informationen.

Vollkommen neu war uns übrigens die Erkenntnis, dass das typische Ver­halten von verbreiteten Screenreadern, bei fehlenden alt-Texten kurzer­hand den URL des Bildes vorzu­lesen, durchaus gewünscht und konform zu den User Agent Accessibility Guidelines (UAAG checkpoint 2.7) ist – da sollte man beizeiten doch mal über bessere Möglichkeiten nachdenken.

Was gab's sonst noch?

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