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06 Sep 2007

Ausfüllen, abschicken, fertig: Diskussionen in Foren und Weblogs, Jobangebote und –gesuche in Stellen­börsen, Fahrplan­auskünfte bei der Bahn oder Bestellungen und Bezahlung in Online-Shops funktionieren mit Formularen. Redaktions­systeme und Weblogs arbeiten in der Regel formular­basiert. Formulare sind oft der Kern interaktiver Angebote und Grundlage der Kommu­nikation zwischen Anbietern und Nutzern einer Webseite.

Die Grundfunktionen eines Formulars – ausfüllen und abschicken – müssen mit allen möglichen Mitteln der Bedienung und der Ausgabe gelingen. Der Anbieter einer Webseite sollte ein Interesse daran haben allen Nutzern, auch wenn sie assistive Werkzeuge wie z. B. Screenreader, Sprach­erkennung oder Spezial­tastaturen einsetzen, das vollständige Ausfüllen und Abschicken seiner Formulare zu ermöglichen.

Gerade bei Formularen gilt das POUR-Prinzip der WCAG 2.0 in Reinform: Formulare müssen wahrnehmbar (perceivable), bedienbar (operable), verständlich (understandable) und robust (robust) sein. In den Richtlinien finden sich zwar nur wenige direkte Vorgaben zu Formularen, jedoch sind fast alle Punkte der WCAG bzw. BITV anwendbar – von HTML über CSS und Bilder bis zu JavaScript. Nur der vollständige Einsatz aller Möglichkeiten stellt sicher, dass Ihre Formulare mit allen denkbaren Zugangs­formen verstanden und bedient werden können. Aber obwohl HTML seit Jahren viele Elemente für barrierefreie und damit bediener­freundliche Formulare enthält, werden diese nur sehr sparsam eingesetzt.

Für öffentliche Anbieter, die den Vorgaben der BITV unterliegen, ist der Einsatz dieser Mittel klar geregelt: die Verordnung verlangt den Einsatz der korrekten HTML-Elemente und CSS für die Gestaltung; weitergehende Vorgaben zur Orientierung und geräte­unabhängigen Bedienung treffen selbst­redend auch auf Formulare zu.

Um die Markup-Grundlage von Formularen geht es in Teil 1 unserer Serie: »HTML-Elemente für Formulare«. In Teil 2 – »Formulardesign« – dreht sich alles um die Gestaltung und Usability und im dritten Teil der Serie geht es um Fehler und wie man mit ihnen umgeht: »Toleranz und Rücksicht«.

In Zeiten des Mitmach-Webs werden Formulare noch wichtiger, sie sind sozusagen das Bindeglied zwischen Web 1.0 und 2.0. Neben den für die Struktur benötigten HTML-Elementen und CSS für die Gestaltung kommt hier in der Regel noch JavaScript für das Verhalten der Formulare zum Einsatz. In der fest in der statischen Web 1.0-Welt verhafteten BITV ist Dynamik via JavaScript effektiv verboten, besonders wenn keine Alternativen ohne clientseitiges Scripting bereit­gestellt werden. Viele Web-basierte Anwendungen sind jedoch ohne JavaScript kaum oder gar nicht nutzbar. Daher geht es in Teil 4 der Serie um »Dynamik in Formularen«.

In Teil 5 der Serie zeigen wir, wie Sie mit einigen einfachen Tests schon während der Entwicklung eine erste Qualitäts­sicherung vornehmen können und geben Tipps für Tests mit echten Nutzern: »Testen von Formularen und Web-basierten Anwendungen«. Zum Abschluss geht es um Dinge, die sie besser nicht oder nur nach reiflicher Überlegung in ihre Formulare einbauen sollten: »Strittige Punkte«.

Kommentare zu dieser Meldung: 6

Permalink Peter Kammerer meinte am 09.09.2007:

Ein aus der Sicht von Zugänglichkeit und Benutzbarkeit wirklich seltenes Exemplar eines Formulars:

http://www.da-dieweissen.de/10.html

Da ich kein "Medienberater" bin, hab ich eine Weile gebraucht um dahinterzukommen, wo man etwas eingeben muß ;-)

Hoffentlich liest dieser zukünftige Kollege diese Serie...

Permalink Till Voß meinte am 10.09.2007:

Super, das Thema wollte ich mir schon lange vorknöpfen und dank der guten Print.css, muss ich es nicht vor der Flimmerkiste machen, so macht Barrierefreiheit Spaß ;-)

Hoffentlich ist es auch so gut, wie es sich anhört, ich bin gespannt

Till

Permalink Iris Niedermann meinte am 13.09.2007:

Echt toller Bericht über Formulare und alles was damit zusammenhängt. Obschon ein altes Thema, werden trotzdem auf vielen Webseiten und Webapplikationen die gleichen Fehler gemacht.

Permalink Pseudonym meinte am 14.09.2007:

Toller Artikel! Auch wenn ein Barrierefreiheit bisher nicht interessiert hat, nach dem Lesen ist man zumindest sehr nachdenklich! Leider muss ich barrieremäßig auch hier beim Kommentar meine E-Mail-Adresse eingeben, und das Feld war nicht als required gekennzeichnet! Nach Eingabe der E-Mail-Adresse bekam ich nur die Fehlermeldung dass ich nicht alle Felder ausgefüllt hatte. Welches aber fehlte? Wars der Name oder die URL? Ich probier's mal mit der URL. Nein die URL war's nicht. Werden Sie mir auch noch einen Fehler anzeigen wenn ich nur ein Pseudonym ohne Leerzeichen dazwischen eintrage?

Ich geh mal nochmal schnell den Artikel lesen, ist ja auch als Referenz ganz gut geeignet meiner Meinung nach!

Permalink Oho meinte am 14.09.2007:

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Permalink Mickey meinte am 21.09.2007:

Super Artikel
Das wollte ich schon lange mal wissen, wie sich dies verhält. Super Sache Danke

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