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06 Okt 2006

Eigentlich hatten wir für heute wieder eine unserer üblichen Wochenendbeilagen vorbereitet, aber wir unterbrechen das übliche Programm für eine wichtige Durchsage: Mike Davies von der WaSP Accessibility Task Force (ATF) hat einen Weckruf veröffentlicht, der zum besten gehört, was wir seit langer Zeit über Web Accessibility gelesen haben.

In der bisher vierteiligen Serie »Accessibility in Trouble« prangert er die Mißstände in der Szene der für Barrierefreiheit engagierten Webentwickler an und fordert dazu auf, zu den Wurzeln zurückzukehren: dem ungehinderten Zugang für Menschen mit Behinderung. Punkt, Ende der Durchsage, alles weitere in der Serie, für die Lesebefehl erteilt wird und der wir nichts hinzuzufügen haben:

(ausser vielleicht, dass der Text dringend mal ins Deutsche übersetzt werden sollte)

Kommentare zu dieser Meldung: 7

Permalink Christiane meinte am 06.10.2006:

Ich verstehe nicht wirklich, was er uns damit sagen will und teile damit auch die Begeisterung nicht. Flash ist gar nicht so böse und Lynx nicht so wichtig. So what? Ich mag diese Sonntagsreden nicht sonderlich, muss ich sagen. Barrierefreiheit passiert nicht durchs Reden schwingen. Diese Diskutiererei nervt nur noch und das ist meines Erachtens der Hauptgrund für die Krise in der Barrierefreiheitsszene. Es gibt zu viele Selbstdarsteller und zu wenig behinderte Menschen, die sich engagieren.

Permalink Tomas Caspers meinte am 06.10.2006:

> Es gibt zu viele Selbstdarsteller und zu wenig
> behinderte Menschen, die sich engagieren

Stimmt. Ich denke das ist genau das, was Mike damit ausdrücken wollte. Deswegen der Link.

Permalink Anke Richter meinte am 08.10.2006:

Na so vertreit er also seine Zeit, na gut!
LG Anke

Permalink Ansgar Hein meinte am 09.10.2006:

Flash ist gut. Lynx ist böse. WCAG 2 ist gut. WCAG 1 ist böse. Das Pferd ist vorne hinten als höher. Eine Diskussion auf derart pathetischem Level mag für ein Promill derer, die schon einmal eine standardkonforme Seite gebaut haben lustig, bizarr oder sogar informativ sein, aber Schwarz-Weiß-Malerei hat noch nie geholfen, die Nuancen dazwischen sind es.

Flash ist nicht böse, wenn man es richtig nutzt. Einen Persil-Schein für Flash gibt es nicht und ich muss nicht erst Lynx nehmen, um das Argument "Pro Flash" in Frage zu stellen: Flash auf Linux, Flash auf Mobiles, Actionscript plattformübergreifend --- Bodenstation an Major Tom, können Sie hören? Wo sind die guten Beispiele, die zugänglich sind und den Anforderungen des Autors (standardkonform, universell, benutzerorientiert) entsprechen?

Schön viel Staub aufwirbeln, der dann lange in den Augen brennt ist sicherlich auch eine Strategie. Gottlob ist es nur die Aussage einer einzelnen Person, keine Richtlinie und kein Gesetz. Deshalb genieße ich mein Recht auf freie Papierkorbwahl und gebe ab zum Sport.

Permalink Tomas Caspers meinte am 09.10.2006:

> Flash auf Linux

hier

> Flash auf Mobiles

und hier

> Wo sind die guten Beispiele

und da

> Actionscript plattformübergreifend

Actionscript ist ECMA-262, im Volksmund aus als JavaScript bekannt. Nächste Frage?

Ansgar, auch durch dauernde Wiederholung gewinnen die alten Märchen kein Jota an Wahrheit hinzu.

Permalink Ansgar Hein meinte am 10.10.2006:

> Flash auf Linux

_Wird_ es geben. Es _wird_ auch Frieden geben. Ich bestreite nicht die zukünftigen Möglichkeiten, ich leugne aber die Alltagstauglichkeit im Hier und Jetzt. Projekte, wie Windstärke8 zeigen, was heute möglich ist

> Wo sind die guten Beispiele

Nicht skalierbare Schrift (sieht man mal von der Micker-Möglichkeit in der Applikation ab), Texte für Screenreader (JAWS, Windows Eyes) zugänglich aber nicht für Suchmaschinen, übernimmt mein Farbschema nicht, etc. --- sonst noch was? Ach ja: Flash 9 ist installiert. Mir persönlich fehlt nur der Button "Optimiert für JAWS".

Wenn das die guten Beispiele sind, dann sprechen wir im Hier und Jetzt jedenfalls nicht über Flash-Alltagstauglichkeit auf Desktops für alle Plattformen (siehe Linux, siehe Flash-Verbreitung -> http://www.darw.de/statistik/statistik-flash.php und http://www.adobe.com/products/player_census/flashplayer/version_penetration.html)

> Flash auf Mobiles

Ah, BREW!!! Fast nur für UMTS-Mobiltelefone zur Zeit im Einsatz. Also auch "in Zukunft".

Was in Zukunft ist, bestreite ich nicht, aber hier und heute werden Websites für die nächsten 3 Jahre gebaut, die für Kunden eine Investition darstellen. Und am Ende steht da eventuell BITV-Konformität. Wir können nicht einfach alle Regeln, die das Spielfeld eingrenzen, einfach so über Bord werfen, so gerne 99,9% von uns das tun würden.

Deine Weisheiten klilngen aber so, als wenn hier und heute schon alles bestens mit Flash, JavaScript und dergleichen funktionieren würde.

Permalink Michael Jendryschik meinte am 10.10.2006:

> Wenn das die guten Beispiele sind, dann sprechen wir im Hier
> und Jetzt jedenfalls nicht über Flash-Alltagstauglichkeit auf
> Desktops für alle Plattformen (siehe Linux, siehe
> Flash-Verbreitung -> [www.darw.de] und [www.adobe.com]

Hast du die verlinkte Übersichtsseite gelesen? »Wir danken PHP, MySQL, Google, dem W3C und den freien Projekten BRAiN, CrystalBall und telePATHIC für ihre Unterstützung.«

BRAin? CrystalBall? telePATHIC? Hm...? darw.de? Nicht so ernst nehmen, diese Statistik. ;-)

MI

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