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26 Jun 2006

Die erste Version der Zugänglichkeitsrichtlinien für Web-Inhalte (WCAG 1.0) wurde nach einem langen Konsultationsprozess im Jahr 1999 veröffentlicht – und war schnell veraltet. Die nun vorgeschlagene zweite Version – WCAG 2.0 – ist das Ergebnis eines langjährigen Arbeitsprozesses.

Bereits Mitte November 2003 hat der Kanadier Joe Clark bei A List Apart einen vielbeachteten Artikel über den (noch immer) laufenden Prozess der Aktualisierung und Neuformulierung der Zugänglichkeitsrichtlinien veröffentlicht. Ein Prozess, der sich schließlich in Gesetztexten niederschlagen kann. Damals Grund genug für Clark, zu warnen und zu appellieren. Clark forderte alle Web-Entwickler auf, den aktuellen Stand zu kommentieren, Beispiele zu liefern, sich einzumischen – damit die sprachliche und inhaltliche Neugestaltung der Richtlinien nicht an ihrem eigenen Anspruch scheitert und die Barrierefreiheit noch vor sich selbst gerettet werden kann.

Inzwischen, dreieinhalb Jahre später, ist der WCAG 2-Prozess noch immer nicht beendet. Am 27. April 2006 wurden jetzt drei zentrale Dokumente veröffentlicht. Die WAI lädt – mit unangemessen kurzer Frist – zu letzten Kommentaren ein. 450 Seiten Papier, an dem Experten mehr als sieben Jahre gearbeitet und redigiert haben. Das ist der Aufhänger für Clarks neuen Artikel »To Hell with WCAG, den wir in der deutschen Übersetzung von Dr. Andreas K. Bittner veröffentlichen:

Kommentare zu dieser Meldung: 2

Permalink Martin Kliehm meinte am 01.09.2006:

Ich bin auch nicht wirklich glücklich mit der Form und Lesbarkeit der Guidelines, obwohl sie inhaltlich eine enorme Verbesserung darstellen. Für einen Vortrag beim Frankfurter Webmontag Mitte August habe ich endlich die Zeit gefunden, mich eingehender mit Joe Clark’s Artikel und den WCAG 2.0 zu befassen. Ich war überrascht, wie sehr manche Behauptungen von Clark von der Realität abwichen! Die Ergebnisse meiner Betrachtungen habe ich in diesem Artikel zusammengefaßt: http://learningtheworld.eu/2006/to-hell-with-joe-clark/ – auf englisch, denn ich wollte, daß auch Joe Clark meinen Gegenstandpunkt lesen kann.

Permalink David Bruchmann meinte am 20.09.2006:

Ohne mir die Entwürfe der Richtlinie angesehen zu haben, möchte ich etwas zu dem Artikel von Joe Clark anmerken:

Ein Begriffliche Abstufung unterschiedlicher Verschachtelungsebenen kann kompliziert sein. Gerade wer mit CMS arbeitet oder z.B. per PHP verschiedene Elemente zu einer Einheit verbindet kann nachvollziehen, daß es teilweise sehr schwierig ist, rein sprachlich die Elemente richtig zu benennen, wenn sie keine eindeutigen Namen haben.
Unter diesem Aspekt ist die abstufende Unterteilung 'web unit' > 'authored unit' > 'authored component' wirklich einfach zu verstehen und strukturell primitiv. Ich kann nicht verstehen was an einer solchen sprachlichen Vereinbarung kompliziert sein soll.

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