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23 Sep 2005

Was sind Abkürzungen und was sind Akronyme? Warum sollte man diese auszeichnen? Wie geht es auch ohne HTML? Diese und viele andere Fragen beantwortet Jan Hellbusch in seinem neuesten Artikel bei EfA und gibt dabei viele Praxistipps für Webentwickler und Redakteure: Zett Punkt Bee Punkt.

Kommentare zu dieser Meldung: 7

Permalink Harald Kampen meinte am 26.09.2005:

Die Auszeichnung von Abkürzungen / Acronymen lässt sich auf Seiten hervorragen automaitsieren, wenn die Website einen bestimmten iohaltlichen Rahmen umfasst. Dann gibt es kaum doppelte Bedeutungen.
Die Basis sollte eine Datenbank sein, um die Begriffe bei Bedarf ergänzen zu können. So eine Datenbank kann auch für ein Glossar genutzt werden, wobei eine Beschreibung und eine Typen-Auswahl (Begriff, Abkürzung, Acronym) vorhanden sein sollte.

Permalink Arnd meinte am 26.09.2005:

Die Wikipedia versteht unter einem Akronym etwas anderes:
http://de.wikipedia.org/wiki/Akronym
... das war auch mein Wissensstand zu diesem Begriff bisher.
Arnd

Permalink Thomas Hey'l meinte am 07.10.2005:

Über die leidige Akronym- beziehungsweise Abkürzungsfrage sind wir auch gestolpert. Nach längeren Diskussionen und Versuchen zum Thema sind wir zu dem Schluss gekommen, die Definition der Wikipedia zu benutzen. Danach ist ein Akronym ein selbst aussprechbares Kunstwort aus Bestandteilen mehrerer Wörter (Beispiele: NATO, Radar). Alles andere behandelt wir als Abkürzung (Beispiele: GmbH, usw., z.B.).
Ob der Internet Explorer die Anzeige des Titel-Attributs so wie beispielsweise Firefox, Mozilla oder Opera auch bei Abkürzungen unterstützt oder nicht, ist solange egal, als es ein Glossar gibt, das oben und unten auf den Seiten erreichbar ist und es bei wichtigen Abkürzungen die Möglichkeit gibt, direkt auf die Definition zu verlinken. Dies geschieht bei uns mit einem voran gestellten Symbol, dessen Alt-Attributstext auch gleich "Link zum Glossar:" lautet. Dem entsprechend gibt auch der Webformator: "Grafik: Link zum Glossar: HSS-E" aus.
Dazu ist noch zu bedenken, dass die Benutzer von Screen Readern bei entsprechenden Einstellungen das Titel-Attribut auch mit dem Explorer nutzen können.
Die anderen Besucher werden hingegen keine Schwierigkeiten haben, das Glossar aufzurufen. Von dort führt bei uns stets ein Link zurück zum aufrufenden Dokument (Server-seitig), der mit JavaScript überschrieben wird. Dadurch kommt der Benutzer bei eingeschaltetem JavaScript genau an die Aufrufstelle zurück.
Da unser Glossar serverseitig dynamisch erzeugt wird, kann auch beliebig innerhalb des Glossars weiter navigiert werden. Es gibt dennoch immer den den Link zurück zum Dokument, von dem aus das Glossar aufgerufen wurde.
Das ist wichtig, weil - ähnlich einem Lexikon - innerhalb des Glossars Querverweise zu weiteren Definitionen stehen können.

Permalink Yarramalong meinte am 19.10.2005:

Die Anforderung, Abkürzungen beim ersten Auftreten zu kennzeichnen, gilt auch für wissenschaftliche Publikationen. Im Web kann man weiter gehen und eine Automatisierung fordern, damit eine Konsistenz erreicht wird. Wenn der Autor nach eigenem Gusto die Abkürzungen bildet, gibt es Inkonsistenzen. Man sollte die vorhandenen Normen bzw. normähnliche Listen für Akronyme und Abkürzungen benutze. Z.B. DIN 2340 "Kurzformen für Benennungen und Namen; Bilden von Abkürzungen und Ersatzkürzungen; Begriffe und Regeln" oder spezifisch DIN 80004 "Schiffbauliche Begriffe und Abkürzungen in Deutsch und Englisch"

Permalink trixta meinte am 04.11.2005:

sehr interessanter artikel, der zeigt, dass man nicht stur die anforderungen befolgen kann, sondern auch mitdenken muss und daneben auch viel tun kann um den service-wert einer seite zu steigern. ebenfalls sehr bereichernd finde ich den post von Thomas Hey'l. zusammenfassend kann man folgendes sagen. abkürzungen und akkronyme - gleichgültig wie man sie verwendet - können folgende unterschiedliche "zustände" aufweisen (kombinationen sind möglich) und sollten entsprechend mit html ausgetzeichnet werden:
1. (nur) volles aussprechen im screenreader (z.B.: z.B. =zum Beispiel)
2. verständnis/bedeutung bei schwierigeren oder unbekannteren abkürzungen
3. sprachwechsel, wobei danach zu unterscheiden ist, ob a) der sprachwechsel, die abkürzung selbst oder b) beziehungsweise und c) die "beschreibung" betrifft
4. buchstabiert oder zusammenhängend ausgesprochen
diese komplexität zeigt m. E. nach jedoch, dass alles was mit aussprache (also 1. 3. und 4.) zu tun hat eher von den softwareherstellern (screenreader) zu fordern ist. wenn man ein barrierefreies internet nicht nur für alle, sondern von allen wünscht, muss man sehr genau schauen, wer was effektiv leisten kann. es ist einfach utopisch zu meinen, dass webseite-betreiber, denen dass thema nicht so wichtig ist, diese komplexität nachvollziehen. hinzukommt, dass sich diese genaue unterscheidung nicht für mehrere menschen mit behinderung wichtig ist, sondern "nur" für screenreader benutzer, die erfahrungsgemäß wohl nicht so oft auf einer seite landen, wie menschen mit sehschwäche oder menschen, denen einige begriffe nichts sagen.
eine weitere sache, die in diesem zusammenhang erwähnenswert wäre, wäre zu sagen, dass einige "programmierer" das akkronym tag, nicht nur für abkürzungen (miss||ge)brauchen, sondern verschiedene begriffe mit ganzen sätzen beschreiben (bei den von bik beanstandungslos getesteten seiten gesehen). wenn ein screenreader user sich das mit abürzungen-ersetzen-funktion vorlesen lässt, bekommt er dementsprechend keine information, sondern zwei gramatikalisch ineinader verschachtelte sätze zu hören. ein unding wenn man bedenkt, dass es hierfür den dfn tag gibt...

Permalink Thomas Hey'l meinte am 27.11.2005:

Hallo trixta!

Ein bißchen spät, meine Antwort <zwinker>.

Was die Software-Hersteller - speziell Freedom Scientific und Audiodata (Jaws bzw. Webformator) angeht - mit deren Vorlese-Problemen haben wir uns ausgiebig beschäftigt und beide mit ausführlichen Schreiben "beglückt".

Während Audiodata sich prinzipiell entgegen kommend und Neuerungen gegenüber aufgeschlossen zeigte (Zitat: "...ist unsere nächste Aufgabe"), haben wir außer von einem Mitarbeiter (Marco Zehe, der sehr nett war) von Freedom Scientific nur krasse Ablehnung erfahren.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich sogar schon Reaktionen aus Italien mit "Wunschlisten" für Jaws. Jaws liest übrigens auf Italienisch erheblich viel besser vor als auf Deutsch - ob das wohl an den Italo-Amwerikanern liegt?

Die Abkürzungs- bzw. Akronym-Frage würde nämlich neben vielen anderen den Webentwicklern erheblich erleichtert, wenn Jaws wenigstens drei aurale Styles unterstützen würde: speak:none, spell-out und pause-after.

Damit gäbe es nämlich ganz einfach die Möglichkeit, sehenden und auf Vorleseprogramme angewiesenen Nutzern zwei unterschiedliche Versionen eines "Konfliktfalls" anzubieten.

Ich will das in ein Beispiel kleiden, "zett Punkt B Punkt".

Fast alle Jaws-Nutzer lassen sich Satzzeichen nicht vorlesen, wie mir von Martin Kirchner berichtet wurde - das dauert zu lange und verwirrt. In Folge liest Jaws "zett Beeh" vor.

Das wird wohl allen verständlich sein, aber wie gesagt, mittels des title-Attributs sollte es ja "zum Beispiel" lauten - was den Lesefluss in der Tat entscheidend verbessert.

Für den sehenden Benutzer ist es herzlich egal, ob da "z.B." steht oder "beispielsweise".

Das erste Problem ist, dass Jaws in der Standard-Installation die Option "Abkürzungen erweitern" nicht angewählt hat. Warum nicht? Gibt es keinen title, wird auch nichts vorgelesen.

Das zweite ist, wie von Jan Hellbusch richtig beschrieben, dass der weit verbreitete MSIE <abbr> nicht mittels Tooltip erweitert, <acronym> aber schon. Das mag bei "zett Beeh" sogar gut sein, bei anderen Abkürzungen ist es schädlich.

Würde ich nun eine Ideallösung favorisieren, sähe die so aus (wieder am trivialen Beispiel zett Beeh):
<abbr title="zum Beispiel">z.B.</abbr>.

Bei wirklich erklärungsbedürftigen Abkürzungen (IR kann auch für "Infrarot" stehen) setzen wir den Cursor auf "help". Das ist aber nicht abhängig vom title, denn den Benutzern von Vorleseprogrammen, die "Expandieren" eingeschaltet haben, bringt das nichts, den Anderen ebenso wenig . Da MSIE den Cursor-Style bei abbr ignoriert, kann uns das das egal sein.

Kommen wir auf das Infrarot-Beispiel zurück. Beim ersten Vorkommen müsste es dann lauten: <abbr title="Infrarot">IR</abbr> <span style="speak:none;">(Infrarot)</span> ...

Die Folge sollte klar sein. Wenn sich die Screen Reader ein klein bißchen an auralen Styles orientieren würden, würde deren Benutzern "Infrarot" und den Anderen "IR (Infrarot)" präsentiert.

Bei jedem weiteren Vorkommen sollte aber unbedingt wieder <abbr>IR</abbr>.

Permalink Jan Eric Hellbusch meinte am 31.01.2008:

Jahre später ...

Jetzt hat Michael Gampe einen kleinen Beitrag zur automatischen Auszeichnung von Abkürzungen und Sprachwechsel verfasst:

http://www.barrierefreies-webdesign.de/knowhow/automatische_auszeichnung/

Einige Probleme sind immer noch nicht gelöst, es wird nur auf abbr und nicht acronym gesetzt.

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