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30 Jul 2003

Flash-Entwickler haben die Notwendigkeit zur Barrierefreiheit traditionell übersehen, zumindest waren sie bisher nicht in der Lage, die Empfehlungen und Techniken der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) direkt umzusetzen. Ein neuer Artikel im EfA-Magazin beschreibt die Anwendung der WCAG-Checkpunkte und damit der BITV auf die Flash MX Multimedia -Entwicklungsumgebung und diskutiert, wie eine weitgehende Barrierefreiheit durch eine Vielzahl von Techniken erreicht werden kann:

Barrierefreieres Multimedia - Flash MX und die WCAG-Richtlinien.

Kommentare zu dieser Meldung: 7

Permalink test meinte am 31.07.2003:

na ja, der artikel beschreibt nicht unbedingt das tatsächlich machbare.
kann sich überhaupt jede technologie an alle richten?
gibt es hörspiele für gehörlose ? wo bekomme ich fernsehen für blinde welches sich deutlich vom radio unterscheidet? ...
ist es nicht besser jeweils optimierte ansätze zu präsentieren statt eine lösung für alle zurechzuschustern?

Permalink Tomas Caspers meinte am 31.07.2003:

Hallo test,
> wo bekomme ich fernsehen für blinde welches
> sich deutlich vom radio unterscheidet?
Na zum Beispiel beim WDR. Die vertonte Version von Schimanski hört sich im TV anders an als ein beliebiges Hörspiel im Radio des gleichen Senders. Wenn es wie bei Schimanski gut gemacht ist, bekommt man auch ohne das Bild eine gute Beschreibung vom Schmuddelwetter in Duisburg-Ruhrort :-)
/T

Permalink test meinte am 01.08.2003:

auch wieder wahr :)

Permalink sami meinte am 07.08.2003:

flash ist das schlechteste mittel der wahl
für diese zwecke
das einzige was alle vorausetzung erfühlt ist director
damit habe ich ein sicheres pogrammm(ES GIBT IZWISCHEN FLASH DEKOMPEILER DIE EINE FLASHFILM WIEDER IN ARBEITSDATEIEN UMWANDELN)
und ich kann alles einsetzt inkl. content systeme und datenbanken
system übergreifende sprachausgabe sowie untertietelung von audio inhalten ist möglich

Permalink chris meinte am 14.10.2003:

@ sami
bin gerade dabei eine multimedia anwendung mit director mx zu erstellen. du hast recht, zugriff auf datenbanken geht gut. sprachausgabe geht aber nicht so einfach, wie du das beschreibst.
innerhalb der windows-familie gibt es probleme. unter xp gehen die deutschen stimmen von microsoft nämlich nicht, man hat eine deutsche aussprache mit englischen akzent. lösung wären lizenspflichtige deutsche stimmen, die man mit der cd mitliefert. wir wollen kostenlos vertreiben und für die stimme hätten wir kosten von 100 000 euro. macromedia hat den fehler zugegeben, eine lösung ist aber nicht in sicht.
das gleichstellungsgesetz fordert zugang in der "allgemein üblichen weise" (bgg, §4). das hieße in unserem fall: cd einlegen und die startet mit dem installierten screenreader bzw. installiert den beigelegten.
durch die inkompatibilität zu anderen screenreadern geht das aber nicht.
weiteres problem:
braillezeilen werden nicht angesprochen, da keine schnittstelle zum director gehört. damit kann die versprochene barrierefreiheit eben nicht automatisch erreicht werden.
vielleicht gibt es ja hier eine(n) leserIn mit einer lösung.

Permalink Jörn Budesheim meinte am 09.01.2004:

Wie barrierefrei auch immer dieser Artikel dargereicht wird: Barrierefrei ist er nicht - im Gegenteil, er reißt selbst die niedrigsten Hürden der Rhetorik und Verständlichkeit. ?Barrierefreie Bildung ist eine Anforderung vieler Bildungseinrichtungen.? Oh weh. Noch schlimmer ist das: ? ... die elektronische Bereitstellung von Lernanwendungen kann das erreichbare Publikum erweitern.? Wie erweitere ich ein Publikum? Das stelle ich mir sehr schmerzhaft vor ...
Technische Barrieren beiseite zu räumen, genügt einfach nicht - man muss auch verstanden werden wollen.

Permalink Roman Stemero meinte am 10.12.2004:

Barrierefreiheit ist als Idee schön, eine sinnvolle Umsetzung ist bei Multimediainhalten aber nur selten möglich. Das ergibt sich schon aus der Natur der Dinge und einen fundamentalen Widerspruch: multimediale Applikationen leben von der Vielfalt und Medienintegration. Je größer die Vielfalt, je mehr Sinne angesprochen werden desto multimedialer das Ergebnis.Streeming-Media leben von dem esthetischen Anspruch - viel Rücksicht auf Sehbehinderte ist zwar politisch korrekt, für Entwicklung des Mediums aber tödlich.
Die Wirklichkeit ist nicht barrierefrei. Wälder, Felder, Seen, Kriege, Konflikte. Die Kunst an sich ist nicht barrierefrei. Weder Mona Lisa noch Pergamonaltar. Ein virtuelles Abbild einer nichtbarrierefreien Wirklichkeit kann entweder den Anspruch aufgeben das Abbild zu sein oder wird diesem Anspruch nicht gerecht. So einfach ist es. Es gibt keine barrierefreie Multimedialität und es wird keine geben. Auch wenn es vielleicht wünschenswert wäre. Und ansonsten halte ich diese Disskussion - da sie in einem Land geführt wird wo Fahrkarten- und Geldautomaten noch nicht behindertengerecht sind und der Gesetzgeber vergessen hat die Braille-Beschriftung für Medikamentenverpackungen vorzuschreiben für absurd und obsolet.

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