accessBlog:

11 Aug 2010

A-Tag ’10 in Wien

Die österreichweite Plattform accessible media veranstaltet im Herbst zum fünften Mal den A-Tag, eine Veranstaltung zum Thema Web Accessibility. Das Internet ist in unserer Informationsgesellschaft ein fixer Bestandteil des Alltags, ob nun Tageszeitungen, Nachschlagewerke, Behördenwege, Bankgeschäfte, Einkäufe oder Anwendungen für soziale Netzwerke. Oft genug gibt es zu Internet-Angeboten keine Alternativen – daher ist ein für alle Menschen gut zugängliches Internet eine wesentliche Voraussetzung der gesellschaftlichen Teilhabe.

Der diesjährige A-Tag präsentiert sich in der gewohnten Vielfalt: Untertitelung von Videos und anderer Multimedia-Inhalte, barrierefreies Theme für ein CMS, HTML5 und WAI ARIA sind ebenso Thema wie die ökonomische Planung von Accessibility und – nicht zu vergessen – Informationen darüber, wie man sich das nötige Wissen aneignet.

Weiterlesen …

Merken Sie sich also den 5. November vor. Informationen zur Anmeldung sowie Details zu Referentinnen und Referenten und den Vorträgen erfolgen in Kürze unter atag.accessiblemedia.at/2010. Dank einer Förderung des Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend ist auch dieses Jahr der Eintritt frei.

Freitag, 05. November, TechGate Vienna, Donau-City-Straße 1, A-1220 Wien, weitere Infos demnächst unter atag.accessiblemedia.at/2010.

Kongress ›Bildung durch Gebärdensprache‹ in Saarbrücken

Aus eigener Erfahrung wissen viele Gehörlose, dass Bildungsdefizite Rückstände verursachen und dass sie gleiche Entwicklungschancen hätten, wenn ihnen angemessene Bildungsangebote zur Verfügung stehen würden. Information und Bildung sind der Schlüssel zur aktiven Mitbestimmung und Teilhabe an der Gesellschaft. Bildung heißt auch für gehörlose Menschen: Lebenslanges Lernen für Jung und Alt.

Deshalb veranstaltet der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. den 1. internationalen Kongress zum Thema »Bildung durch Gebärdensprache«. Er findet vom 26. bis 28. August 2010 in Saarbrücken statt.

Internationale Fachleute werden dort gemeinsam mit allen Teilnehmern Ideen, Konzepte und vorbildliche Beispiele diskutieren. So soll ein nationales Bildungskonzept für Gehörlose entwickelt werden. Die Vorträge werden in Deutscher Gebärdensprache oder International Sign gehalten. Der Kongress soll ein Auftakt sein, gehörlosen Menschen künftig einen besseren Zugang zu verschiedenen Bildungsangeboten zu garantieren. Alle Bereiche werden in Saarbrücken angesprochen: Lernen im Vorschulalter, Schulbildung, Berufsausbildung, Studium und berufliche Weiterbildung. Mehr Visualisierung und mehr Gebärdensprache in allen Bildungseinrichtungen stehen dabei im Mittelpunkt.

Damit der Kongress ein Erfolg wird, sollen viele Meinungen, Ideen und Vorschläge gebündelt werden. Deshalb ist es wichtig, dass viele Gehörlose und Hörende aus den unterschiedlichsten Teilen der Gesellschaft und den verschiedensten Berufszweigen an den Diskussionen teilnehmen. Das Informationsvideo von Rudolf Sailer, Präsident des Deutschen Gehörlosen-Bunds, gibt es auch auf Youtube unter: www.youtube.com/watch?v=Ru6GaSBZLIE; weitere Informationen zum Programm und zu organisatorischen Fragen unter: www.gehoerlosen-bund.de.

26. - 28. August, Congress Centrum Saar, Hafenstraße 12, 66111 Saarbrücken.

W3C-Tag 2010

»Lücken im Web schließen – wie sich das Web der Daten und das Web der Menschen langsam, aber stetig annähern« Auch in diesem Jahr setzt das Deutsch-Österreichische W3C-Büro seine Kooperation mit den Xinnovations, der Konferenz für netzbasierte Systeme, in Form eines öffentlichen Thementages fort. Auf dem W3C-Tag 2009 wurde unter dem Motto »Das Web der Daten und das Web der Menschen« die Spannung zwischen aktuellen Technologieentwicklungen thematisiert: Semantic Web einerseits und HTML andererseits. Diese Spannung besteht nach wie vor, aber in den letzten Monaten wurden große Anstrengungen unternommen, die Lücke zu schließen:

  • RDFa ist eine Schlüsseltechnologie, um Semantic-Web-basierte Informationen in HTML zu integrieren. Seit diesem Jahr hat das W3C begonnen, die Nutzung von RDFa in HTML5 in einer eigenen Arbeitsgruppe zu standardisieren. Der W3C-Tag 2010 wird einen Zwischenbericht zu diesem wichtigen Verbindungsglied für die beiden Bereiche des Web geben.
  • Obwohl es noch kein fertiger Standard ist, hat HTML5 bereits einen Siegeszug ohnegleichen angetreten. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Entwicklung durch Implementationen in aktuellen Browsern vorangetrieben wird. Auf dem W3C-Tag werden deshalb Browserentwickler zu Wort kommen und Einsichten in den aktuellen Stand bieten.
  • Nicht nur zwischen HTML5 und dem Semantic Web gilt es Lücken zu schließen – auch eine Annäherung von Nutzern des Web zu Web-Standardisierung hat beim W3C eine wachsende Priorität. Deshalb werden beim W3C-Tag 2010 in einem besonderen Maße die Stimmen der Web-Entwickler ein Podium erhalten, die selten direkt am Standardisierungsprozess beteiligt sind.

Mittwoch, 15. September, Humboldt-Universität zu Berlin, Hegelplatz, weitere Infos unter xinnovations.de/w3c-tag.html.

Barrierefreiheit 2.0 - Wissen für alle

Für Menschen mit Behinderungen baut das Web 2.0 – als eines der Schlagwörter der Gegenwart – vor allem soziale Barrieren ab. Das war eine der Kernaussagen aus den einleitenden Expertengesprächen der ersten Studie zur Nutzung des Web 2.0 durch Menschen mit Behinderung. Konkrete Ansätze für die »Barrierefreiheit 2.0« existieren bereits, auch wenn die Normen neu aufgestellt werden. Trotzdem ist die Komplexität und Qualität der Webangebote in letzter Zeit deutlich gestiegen.

Charakteristisch für das Web 2.0 ist dabei die Nutzbarmachung »kollektiver Intelligenz«. Der Nutzer ist nicht mehr nur Informationskonsument, sondern auch aktiver Informationslieferant. So entstehen und verbreiten sich Informationen [Blogs, Communities, Foren, …] in bisher nicht gekannter Geschwindigkeit. Selbst Unternehmen können es sich heute nicht mehr leisten, nicht zuzuhören, über was und wie sich bestehende und potenzielle Kunden über sie und ihre Wettbewerber austauschen. Gleichzeitig hat das Web 2.0 aber auch Folgen für das Lernen: Wissensmanagement erfolgt in Netzwerkkommunikation, z.B. In Wikis, Webcasts oder in E-Learning-Szenarien. Schließlich schaffen semantische Technologien weitere Möglichkeiten der Wissensgenerierung.

Wo liegen dabei die Grenzen für Menschen mit Behinderung? Oder auch die Chancen? Hierum geht es auf dem Workshop. Diskutiert wird, welche Chancen und Probleme für Menschen mit Behinderungen mit dem Web 2.0 verbunden sind.

Mittwoch, 22. September, Schenck Technologie- und Industriepark, Landwehrstrasse 55, Darmstadt, Kooperationspartner: WEB for ALL, weitere Infos unter exousia-management.de/workshops/barrierefreiheit-220910.

Web Accessibility London Unconference 2010

The Web Accessibility London 2010 Unconference is a one day event being organised on a voluntary basis. The unconference will focus on areas of motor impairment, but will also consider issues of cognitive impairment and the wider disability population. The format will include presentations, workshops and a demonstration fair where attendees can try out existing and new assistive technology. The event is directed at end-users, web designers/developers, accessibility specialists and universities, charities and companies. For more information please email a11yLDN@googlemail.com or follow on twitter.com/a11yLDN.

Dienstag, 21. September, City University London,
Northampton Square, 
EC1V 0HB, London
(UK), weitere Infos unter a11yldn.eventbrite.com/.

28 Jul 2010

Im Zeitalter der Computer­technologie sollte eine barrier­efreie Kommunikation eigentlich kein Problem sein. Die Wirklich­keit sieht jedoch anders aus, obwohl es viele Möglich­keiten gibt, digitale Infor­mationen für alle Menschen zugänglich zu machen.

Nun gibt es das Bundes­kompetenz­zentrum Barriere­frei­heit e. V., BKB. Es ist ein privater Zweck­verband von derzeit 15 bundes­weit tätigen Sozial- und Behinderten­verbänden. Ziel des Kompetenz­zentrums ist es, barriere­freie Standards im Internet durch­zusetzen und damit die gesetzlichen Vorgaben des Bundes­behinderten­gleich­stellungs­gesetzes BGG voranzutreiben.

Das BKB wendet sich unter anderem an Menschen mit Behinderung, deren Verbände und Beauftragte sowie Entscheider in Unternehmen, Politik und Verwaltung. Das Kompetenz­zentrum unter­stützt sie dabei, den Anfor­derungen ihres Bereichs ent­sprechend, barriere­freie Lösungen zu ent­wickeln und diesen Prozess beispiels­weise durch Programme zu definieren oder an gesetzliche Vorgaben zu binden – es ist somit erste Anlauf­stelle für fachliche, organisatorische und juristische Fragen.

Weitere Informationen zum Bundes­kompetenz­zentrum Barriere­freiheit gibt es unter www.barrierefreiheit.de.
(via kobinet)

26 Jul 2010

BIENE 2010: Unternehmen erstmals vorn

Erstmals in der Geschichte des BIENE-Wettbewerbs sind es nicht die zur Barrierefreiheit durch die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) verpflichteten Verwaltungen und Organisationen, die die meisten Bewerbungen um eine BIENE eingereicht haben. Dieses Jahr strecken vor allem Unternehmen ihre Fühler nach den begehrten Auszeichnungen aus: Von den 224 Bewerbungen und Vorschlägen entfallen 118 auf Webangebote aus der freien Wirtschaft.

Darüber freuen sich die BIENE-Veranstalter, die Stiftung Digitale Chancen und die Aktion Mensch, ganz besonders. »Aus unserer Sicht liegt ein Grund für den erfreulich hohen Anteil von Unternehmen in der Konzentration auf Transaktionsangebote – wie Online-Einkauf, Reisebuchung oder Online-Bankgeschäft. Gerade Menschen mit Behinderung nutzen solche Angebote, sie erleichtern ihren Alltag. Deshalb suchen wir auf diesem Gebiet die besten, innovativsten Webseiten«, erläutert Iris Cornelssen, Projektleiterin für die BIENE bei der Aktion Mensch. »So ist es für uns folgerichtig, dass die einfachen den komplexen und serviceorientierten Webangeboten weichen«, so Iris Cornelssen weiter.

Weiterlesen …

BIENE fliegt über den großen Teich

Verwaltungen, z. B. Kommunen und andere Behörden, sind mit 37 Bewerbungen im Rennen. Von Organisationen, wie Verbänden, Vereinen oder Stiftungen kommen 44 Bewerbungen um eine BIENE. Aus dem Bereich der tagesaktuellen Medien liegen 25 Wettbewerbsbeiträge vor. »Städte und Gemeinden sind in diesem Jahr wieder stark repräsentiert. Ebenso zählen Zeitungen und andere Medien sowie Web 2.0-Angebote zu den BIENE-Anwärtern. Wir sind gespannt, ob sie unsere Anforderungen tatsächlich erfüllen«, fasst Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen, zusammen. »Traditionell sind auch Webangebote aus unseren Nachbarländern im Wettbewerb vertreten. In diesem Jahr liegen zwölf Bewerbungen aus Österreich und fünf aus der Schweiz vor. Außerdem haben uns deutschsprachige Angebote aus Italien sowie erstmals aus Dänemark, Rumänien, Ungarn, Russland und sogar aus den USA erreicht«, freut sich Jutta Croll.

Das Prüfverfahren startet

Obere Reihe: Schreiber, Besteman, Vaziri, Klaus; Untere Reihe: Ostermann, Pieters, Willner, Specchia, Saal

Die Spreu vom Weizen trennt in den kommenden Monaten das mehrstufige Prüfverfahren, das auch dieses Jahr vom Fachlichen Beirat, der aus Experten mit und ohne Behinderung besteht, begleitet wird. Fachleute der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg nehmen die technische Umsetzung der Angebote unter die Lupe. Die praktische Handhabung testen Menschen mit Behinderung am Ende des Verfahrens im Praxistest. Das letzte Wort hat schließlich die prominent besetzte Jury. Sie legt am Vortag der Preisverleihung fest, wer am 10. Dezember 2010 Gewinner einer BIENE ist.

Über die BIENE

Seit 2003 prämieren die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen die besten deutschsprachigen barrierefreien Angebote im Internet mit einer BIENE. BIENE steht für »Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten«, aber auch für Kommunikation, gemeinsames Handeln und produktives Miteinander. Rund 1.800 Unternehmen und Organisationen, Behörden und Ministerien, Städte und Gemeinden sowie Vereine und Verbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol haben sich bislang mit Webseiten am Wettbewerb beteiligt. Mehr als 100 Webseiten wurden bisher mit einer BIENE ausgezeichnet.

Am BIENE-Wettbewerb können Anbieter und Gestalter deutschsprachiger Webangebote teilnehmen. Sonderpreise können für Lösungen vergeben werden, die spezifische Bedürfnisse einzelner Nutzergruppen berücksichtigen. Das können sein: Angebote für gehörlose Menschen, die Gebärdensprache verwenden, Angebote für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder andere herausragende und innovative Entwicklungen. Der Preis ist rein ideeller Natur.

Die Preisverleihung findet am 10. Dezember 2010 in Berlin statt. Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.biene-wettbewerb.de.

23 Jul 2010

Musik gehört jedem und jeder sollte zu ihr Zugang haben. Und ob man es glauben mag oder nicht: Auch gehörlose Menschen können Musik empfinden und genießen. Das Video »Waiting« der Frankfurter Band BREITENBACH, bestehend aus Toby, Robby und PogoTS, will dies beweisen. Es ist das erste Musikvideo, das nicht nur in Deutsche Gebärdensprache übersetzt und mit Untertiteln versehen wurde, sondern das auch gleichzeitig Musik-Untertitel liefert: Beat-Points und Sound-Bars.

Die Band BREITENBACH sowie die gehörlosen Performer Fabian, Anna, Okan und Erik stehen gleichberechtigt nebeneinander und demonstrieren Barrierefreiheit und wie einfach es ist, die oft betonten Barrieren zwischen Gehörlose und Hörende zu durchbrechen.

Weiterlesen …

Das schreibt die Frankfurter Neue Presse dazu:

»Ein Musikvideo für Gehörlose – wie geht das denn? Das fragten sich alle, denen Max Heidenfelder von seinem Projekt erzählte. […] Denn der Frankfurter Kameramann hat nicht einfach ein Video mit Untertiteln versehen. In dem Film zum Titel ›Waiting‹ der Band Breitenbach zeigen dazu Dolmetscher und die Musiker den Text in Gebärdensprache. Und selbst die Musik wird optisch umgesetzt – mit einem grauen Punkt am Bildrand, der den Takt angibt und Diagrammen, die die Dynamik von Gitarre, Bass und Schlagzeug zeigen. ›Die sind wie Untertitel für die Musik. Das war viel Fummelarbeit, weil es sowas noch nicht gab‹, sagt Max Heidenfelder.«

»Waiting« – barrierefreies Musikvideo von max heidenfelder bei Vimeo.

Gedreht wurde das Video mit einer Canon 7D an 2 Tagen; Idee, Konzept & Postproduktion sind von Max Heidenfelder, der das Video auch zusammen mit Anna-Lilja Häfele produziert hat. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es bei facebook.com/breitenbachwaiting, Infos zur Band BREITENBACH bei www.breitenbach.tv und mehr zu den Machern bei www.maxheidenfelder.de bzw. www.lilien-film.de.

22 Jul 2010

Wir haben uns mal die Mühe gemacht, eine ganze Reihe neuer Konferenzen, Seminare und Workshops auf der Übersichtsseite bei einfach-fuer-alle.de/events einzutragen (›Mühe‹ deshalb, weil die manuelle Einpflege von Microformats nun wirklich keinen Spaß macht). Falls Sie also im zweiten Halbjahr noch nichts vorhatten – dort finden Sie sicher eine ganze Reihe interessanter Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum, aber auch im französisch- oder englischsprachigen Ausland.

Wenn Sie eine Veranstaltung zum Thema Webdesign im Allgemeinen oder Barrierefreies Internet im Speziellen kennen, die dort noch nicht aufgelistet ist, würden wir uns wie üblich über eine kurze Nachricht per Kommentar oder Kontaktformular freuen.

07 Jul 2010

Aktion Mensch und Stiftung Digitale Chancen suchen die besten deutschsprachigen barrierefreien Webseiten / Voraussetzung: Angebote müssen Transaktionen ermöglichen

Endspurt bei der BIENE 2010: Noch bis zum 15. Juli können Unternehmen, Organisationen, Behörden und Medien unter www.biene-wettbewerb.de ihre Internet-Angebote zum Wettbewerb der Stiftung Digitale Chancen und der Aktion Mensch für die besten barrierefreien deutschsprachigen Webseiten anmelden.

Auch dieses Jahr haben die Initiatoren die Teilnahmekriterien den Entwicklungen im World Wide Web angepasst und Voraussetzungen formuliert, die stärker die veränderten Nutzungsgewohnheiten berücksichtigen. Menschen nutzen das Internet immer mehr, um sich mit anderen auszutauschen, Einkäufe, Bankgeschäfte und Behördengänge zu erledigen. Technisch sind dazu Transaktionen nötig, erklärt Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen. Gleichzeitig werden immer mehr Interaktionen und Dienstleistungen von den Anbietern ins Internet verlagert. Um diese Transaktionen auch für Menschen mit Behinderung zugänglich zu machen, müssen sie barrierefrei gestaltet sein. Deshalb ist die zentrale Voraussetzung für die Bewerbungen um die BIENE 2010, dass das Angebot Nutzerinnen und Nutzern mindestens eine barrierefreie Transaktion ermöglicht.

Weiterlesen …

Was das im Detail heißt, führt Iris Cornelssen, Projektleiterin für die BIENE bei der Aktion Mensch aus: Der Online-Kauf eines Buches, die Buchung einer Reise, das Beantragen eines Personalausweises im Internet oder die Anmeldung bei einem Sportverein per Internet – das sind populäre Beispiele für digitale Transaktionsprozesse. Entscheidend ist, dass die Transaktionen dem Kern des Angebots entsprechen. Eine Bank bietet ein barrierefreies Onlinebanking an, eine Behörde einen Verwaltungsvorgang oder ein soziales Netzwerk die Anmeldung und das Anlegen eines Profils. Die Ergebnisse der BIENE in den vergangen Jahren haben gezeigt, dass dies barrierefrei möglich ist – wenn die Anbieter das wollen. Und wir suchen die, die das vorbildlich tun.

Wenn diese Mindestanforderung erfüllt ist, ist es grundsätzlich möglich, auch Teillösungen von Webangeboten einzureichen. Für die Webseiten tagesaktueller Medien, die von einer Vollredaktion bearbeitet werden, gilt, dass im Wesentlichen die Nachrichten den Kern des Angebots darstellen, Transaktionen sind daher für diese Webseiten verzichtbar.

Die genauen Kriterien 2010 können sich Interessenten bereits vorab unter www.biene-wettbewerb.de anschauen. Sowohl der gesamte BIENE-Kriterienkatalog als auch neun Basisanforderungen, die die Veranstalter gemeinsam mit dem Fachlichen Beirat des Wettbewerbs auf Grundlage des Kriterienkatalogs erarbeitet haben, bieten den Bewerbern eine Orientierung, worauf es beim Wettbewerb ankommt. Dort können Anbieter und Agenturen auch ihre Webseiten zum Wettbewerb anmelden. Zudem haben Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit, Webseiten, die sie im Sinne der Barrierefreiheit für vorbildlich halten, für eine BIENE vorzuschlagen.

11 Jun 2010

Testverfahren veröffentlicht / Teilnahme bis 15. Juli möglich

Mit dem BIENE-Wettbewerb 2010 suchen die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen bereits zum siebten Mal die Vor­reiter bei der barriere­freien Gestaltung von Inter­net-Angeboten. Gesucht werden inno­vative und kreative Lösungen, die nicht nur die gesetz­lichen und technischen Mindest­anforder­ungen an Barriere­frei­heit erfüllen und den Bewertungs­kriterien des Wett­bewerbs ent­sprechen, sondern darüber hinausgehen.

Weil die bisherigen Wett­bewerbe gezeigt haben, dass ein­fache Webseiten relativ leicht barriere­frei zu gestal­ten sind, haben die Veran­stalter die Mindest­anforderungen für die Teil­nahme erhöht. Abhängig von den Ergeb­nissen des jetzt veröffent­lichen überarbeiteten Testverfahrens und dem abschließenden Urteil der Jury werden die Preise am 10. Dezember in Berlin vergeben.

Das Bewertungsverfahren

Die Veranstalter haben gemeinsam mit dem Fachlichen Beirat des Wett­bewerbs ein mehr­stufiges Bewertungs­ver­fahren ent­wickelt, um Inter­net-Angebote auf Barriere­frei­heit zu über­prüfen. Grund­lage des Ver­fahrens sind unter anderem die Barriere­freie Infor­mations­technik-Verord­nung des Bundes (BITV) sowie weitere inter­national aner­kannte Richt­linien wie beispiels­weise die Empfehlungen des Word Wide Web Consortiums, die Web Content Accessi­bility Guidelines (WCAG 2.0).

Weiterlesen …

Die Kategorien

Die BIENE 2010 wird in vier Kategorien ausge­schrieben, die sich an den Tätig­keits­bereichen der Anbieter orientieren. Die Kategorien sind: Unternehmen (öffentliche und private Unter­nehmen, private Bildungs­einrichtungen); Organisationen (Verbände, Stiftungen, Nicht­regierungs­organisationen); Verwaltung (Kommunen, Bundes- und Landes­behörden, öffent­liche Bildungs­einrichtungen); Tagesaktuelle Medien.

Mitmachen:

19 Mai 2010

Das Web 2.0 ist eine Einladung zum Mitmachen: Leser werden zu Schreibern, Hinschauer werden zu Fotografen, Menschen schließen sich zu Communities zusammen.

Große Teile des Mitmach-Web sind textbasiert. Für das Blogging und Mikro-Blogging gibt es netzbasierte Lösungen wie Wordpress oder AccessibleTwitter. Der blinde Heiko Kunert benutzt einige der Web-2.0-Tools wie Wordpress, Twitter oder Friendfeed, um unter anderem über die alltäglichen Schwierigkeiten Blinder zu berichten. Der ebenfalls blinde Programm-Entwickler Marco Zehe berichtet in seinem Weblog über seine Beteiligung an der Entwicklung des Firefox-Browsers und Aspekte der Barrierefreiheit. Der blinde Hörfunk-Journalist Marko Schlichting produziert »Markos Medienpodcast«, in dem er kritisch über die Medienkultur berichtet.

Mapping für Blinde

Die Routenplanungen für Fußgänger von GoogleMaps oder BingMaps erlauben Blinden, eine zu laufende Route bezüglich Entfernung und Namen der Straßen abzuschätzen und leistet damit einen Beitrag zur selbstständigen Mobilität. Noch weiter geht das freie Karten-Projekt OpenStreetMap. Hier haben alle Beteiligten die Möglichkeit, mit einem GPS-Tracker Material zu freien Karten beizusteuern. Die Nutzer werden auch dazu angehalten, für Blinde wichtige Punkte wie Haltestellen exakt zu kennzeichnen. Auch Blinde sind dazu eingeladen, Tracks zu spenden, schließlich wissen sie am besten, welche Orte für sie wichtig sind.

Weiterlesen …

Soziale Netzwerke

Die großen sozialen Netzwerke gelten bisher als eher unzugänglich. Die Websites sind sehr komplex aufgebaut. Außerdem werden oft CAPTCHAs verwendet, das sind in Bildern versteckte Zeichen, die der menschliche Leser eingeben muss, um zum Beispiel Freunde oder Anwendungen zu seinem Profil hinzuzufügen. Die im ersten Beitrag erwähnten Mailinglisten können ähnliche Aufgaben wie die sozialen Netzwerke Erfüllen.

Offen und zugänglich – ein Web für Alle

Die Beiträge zeigen nur einen Bruchteil der Möglichkeiten und Anwendungen im Internet. Blinde Programmierer sind unter anderem an der Entwicklung der im ersten Teil genannten freien Screenreader oder an der freien Handy-Navigation Loadstone GPS beteiligt und verwenden dazu Anwendungen zur Zusammenarbeit im Netz wie Wikis.

Jeder Blinde im Besonderen und Behinderte im Allgemeinen entwickelt seine eigenen Strategien, um mit dem Netz zurecht zu kommen. Ein häufiges Argument, Anwendungen nicht barrierefrei zu machen lautet, dass diese sowieso nicht von Behinderten verwendet würden. Eine selbst erfüllende Prophezeiung.

Barrierefreiheit ist nicht nur für Blinde und Sehbehinderte wichtig. Auch Menschen mit Lernschwäche, motorischen Einschränkungen oder ältere Menschen stoßen auf mehr oder weniger große Schwierigkeiten bei der Nutzung des Web. Deswegen gehören selbstverständlich auch Bilder, Videos oder Animationen zur barrierefreien Webgestaltung.

Im Mitmach-Web muss Barrierefreiheit weiter gedacht werden:

  • Die Websites vieler freier Redaktionssysteme sind oft schon barrierefrei. Behinderte sind aber nicht nur Konsumenten von Inhalten, sondern wollen selbst Inhalte bereit stellen. Deshalb sollte auch das Backend von Redaktionssystemen barrierefrei zugänglich sein.
  • Die Frage sollte nicht lauten, ob Behinderte eine bestimmte Anwendung einsetzen werden. Eine Anwendung sollte möglichst für alle zugänglich sein. Im Rahmen des E-Goverment und von Open Data wird das Web nicht nur gesellschaftlich, sondern auch für die politische Teilnahme entscheidend an Bedeutung gewinnen. Das E-Goverment soll Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung online bereit stellen, im Rahmen von Open Data sollen Daten öffentlicher und wissenschaftlicher Einrichtungen bereit gestellt werden.
  • Entscheidend für Anwendungen wie Easy YouTube oder AccessibleTwitter sind die Programmschnittstellen, die viele der großen Web-2.0-Anwendungen anbieten. Diese Application Programming Interfaces (APIs) erlauben den Zugriff auf Daten und Funktionen der Webanwendungen. APIs sind allerdings kein Ersatz, sondern eine Ergänzung barrierefreier Angebote. Sie erlauben alternative Zugriffswege und Darstellungsformen.
  • Zu einem guten Web-Angebot gehören auch multimediale Inhalte und auch diese Inhalte müssen möglichst für alle zugänglich sein.

Das Internet macht es zum ersten Mal möglich, dass sich Behinderte und Nicht-Behinderte ohne große Berührungsängste untereinander austauschen. Dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen und die Zugänglichkeit der Plattformen ist die wichtigste Voraussetzung.

17 Mai 2010

Obwohl das Web nach wie vor ein textbasiertes Medium ist, kommt kaum eine Website heute ohne multimediale Angebote aus. Vor allem im Bildungsbereich spielen Podcasts, Videos und Präsentationen eine immer größere Rolle.

Podcasts – hören statt sehen

Podcasts können mit geringem Aufwand produziert und angeboten werden und erfreuen sich großer Beliebtheit, weil sie problemlos mobil genutzt werden können. Für Blinde liegt der Vorteil von Podcasts darin, dass sie rein akkustisch sind, zumeist als Download angeboten werden und problemlos auf dem PC oder anderen Geräten angehört werden können.

Auch Blinde schauen Videos

Viele Leute scheinen zu glauben, Blinde würden sich keine Videos anschauen. Allerdings dürfte es kaum jemanden überraschen, dass auch Blinde oft einen Fernseher zuhause stehen haben. Videos haben einen sehr hohen sprachlichen Anteil. Viele Vorträge, Vorlesungen, Interviews oder Ausschnitte aus aktuellen Fernsehsendungen werden als Video bereit gestellt. Das Einbinden und Verweisen auf Videos gehört zum Alltag im Web 2.0.

Weiterlesen …

Flash als Barriere

Das Kernproblem bei der Zugänglichkeit der Videos besteht im verbreiteten Einsatz des Flash-Player. Videos auf YouTube lassen sich über Tastatur weder starten noch stoppen. Für Blinde wäre es besonders wichtig, die Lautstärke von Videos zu steuern, da sie bei zu lauten Videos ihre Sprachausgabe nicht mehr verstehen können.

Wie es anders geht, zeigen die Anwendungen EasyYouTube oder Accessible Interface to YouTube. Diese Anwendungen sind über den Screenreader steuerbar. Für den Browser Firefox gibt es verschiedene Erweiterungen, die das Herunterladen und bequeme Steuern der Videos zulassen. Der Online-Dienst Video2mp3 erlaubt das Konvertieren von Videos in mp3. Die Nachteile solcher Anwendungen sind aber offensichtlich:

  • Es ist nicht klar, ob diese Anwendungen mit den Benutzungsbedingungen der Anbieter und dem Urheberrecht harmonieren.
  • Diese Anwendungen sind oft auf bestimmte Plattformen zugeschnitten. Wenn man zum Beispiel Videostreams der eigenen Universität ansehen möchte, dann funktionieren auf YouTube zugeschnittene Programme nicht. Die Website Podcampus bietet Vorträge verschiedener Universitäten im Flash-Format an, ist aber von Haus aus nicht zugänglich.
  • Zudem entgehen dem Nutzer viele Informationen und Funktionen der Ursprungs-Website, mehr oder weniger nützliche Kommentare und Anmerkungen, die Anzeige verwandter Inhalte oder erweiterte Suchfunktionen mit Filtermöglichkeiten.

Bedenklich ist auch die Tendenz, Präsentationen als Flash-Animation wie auf SlideShare bereit zu stellen. Präsentationen enthalten normalerweise keine Audio-Kommentierung und die Texte der Präsentationen sind für den Screenreader nicht lesbar. Besser sind die Screencasts, dabei werden Präsentationen und Vorlesungstext parallel aufgesprochen. Davon können auch Sehbehinderte profitieren, die an ihrem eigenen Bildschirm der Präsentation wesentlich besser folgen können als einer Leinwand-Projektion. Die Screencasts werden aber zumeist ebenfalls im Flash-Format angeboten und sind damit für Blinde nicht zugänglich.

Multimedia dient nicht nur der Unterhaltung, sondern wird zunehmend auch in den Bereichen Bildung und E-Learning eingesetzt. Daher wird es für Blinde immer wichtiger, dass auch solche Angebote zugänglich sind.

12 Mai 2010

Wie klingt eigentlich eine Website? Das ist eine Frage, die vor allem Blinde beantworten können. Blinde und Sehgeschädigte gehören zu den intensivsten Nutzern des Internet. Wie sie das Netz nutzen, erfahren Sie in dieser dreiteiligen Artikelserie.

Am Beispiel von Texten wollen wir zunächst zeigen, wie Blinde eine optische Oberfläche für sich zugänglich machen. Im zweiten Teil wird es um die Nutzung multimedialer Angebote gehen. Wie Blinde selbst Inhalte im Web bereit stellen, erfahren die Leser im dritten Teil.

Die graphische Benutzeroberfläche und der Screenreader

Um einen Computer nutzen zu können, verwenden Blinde einen Screenreader. Dieses Programm gibt visuelle Inhalte wie Menüs oder Texte als Sprache oder als Blindenschrift auf einem Braille-Display aus. Die Steuerung erfolgt vollständig über die Tastatur. Die Zugänglichkeit der Programme ist sehr unterschiedlich, manche Programme lassen sich sehr gut über Tastatur und Screenreader bedienen, andere gar nicht.

Weiterlesen …

Das Internet gehört zu den wichtigsten Bereichen der Computernutzung und ist über Screenreader generell gut zu erreichen. Der Screenreader orientiert sich nicht am optischen Erscheinungsbild, sondern an der Struktur einer Website. Elemente, die für den sehenden Nutzer parallel erscheinen, sind für den Nutzer von Screenreadern linear angeordnet.

Während der Sehende mit einem Blick wichtige Elemente wie die Navigation und Text von Schmuckelementen wie Bannern oder Werbung unterscheiden kann, gilt es für den Blinden, zunächst alle Elemente der Website einmal zu erfassen, um sich auf der Website zurecht finden zu können. Der Inhalt von Bildern, Graphiken und Animationen bleibt für Blinde unsichtbar.

Texte und Foren

Normale Fließtexte stellen in der Regel kein Problem dar. Die kleine Anwendung RSS hat dabei zu einer wesentlichen Verbesserung geführt. Die Feeds erlauben das bequeme Lesen der Artikel, ohne die jeweiligen Seiten durchnavigieren zu müssen. Schwieriger sieht es bei komplexen Angeboten aus, wir wollen das hier am Beispiel von Foren deutlich machen.

Die klassischen Foren basieren auf der sogenannten Baumstruktur. Die Baumstruktur erlaubt das Erkennen von Diskussionssträngen. Der Nutzer sieht auf den ersten Blick, wer auf wen geantwortet hat. Für den Blinden ist das allerdings nicht erkennbar. Ebenfalls problematisch ist, dass Beiträge nur einzeln angezeigt werden. Der Screenreader muss bei jedem Aufruf die Seite neu einlesen und beginnt am Anfang der Seite. Der Blinde muss bei jedem Seitenaufruf nach dem Anfang des Beitrags suchen, ohne zu wissen, ob tatsächlich etwas lesenswertes in dem Beitrag steht. Manche Diskussionsfäden ziehen sich über Dutzende von Beiträgen, so dass selbst Normal-Sehende hier nicht alle Beiträge lesen würden.

Günstiger sind die Newsboards, wo die Antworten untereinander angeordnet werden, hier ist zumeist auch für den Sehenden nicht erkennbar, wer auf wen geantwortet hat. Das Projekt selfHTML hat das in seinem Forum elegant gelöst: Oben auf der Website wird der Forenbaum angezeigt, darunter werden alle Beiträge untereinander eingeblendet.

E-Mails als Austauschmedium

Viele Blinde bevorzugen für Austausch und Diskussionen E-Mails. Auf der Plattform Blindzeln gibt es über 70 Mailinglisten zu so verschiedenen Themen wie Kochen, Lesen oder Blindenhunden.

Das Mailprogramm bietet ein einheitliches Erscheinungsbild und hat viele Funktionen, die Foren und Newsboards entweder gar nicht bieten oder die für Blinde nur schwer oder gar nicht zugänglich sind:

  • die Absender sind leicht erkennbar
  • die Nachrichten lassen sich einfach nach Absender, Datum oder Thema sortieren
  • die Diskussionsstränge lassen sich anhand der Betreffzeile erkennen

Der größte Vorteil besteht darin, dass alle Funktionen des Mailprogramms per Tastatur zugänglich sind.

Der Nachteil dieser Mailinglisten ist allerdings ebenso offensichtlich: Obwohl auch Menschen ohne Sehschädigung bei Blindzeln willkommen sind, bevorzugen die meisten Sehenden für sie attraktivere Austauschmedien. Was für den Blinden übersichtlich und einfach ist, wirkt auf den Sehenden unübersichtlich und textlastig.

Die Kommunikation verlagert sich zunehmend von E-Mails hin zu Statusmeldungen über Twitter oder zum Nachrichtenaustausch innerhalb der sozialen Netzwerke.

Zudem entgehen den Blinden wichtige Informationen und Hilfsmöglichkeiten, wenn sie gezielt Foren ausweichen. Foren werden gern zur Selbsthilfe genutzt und oftmals sind die hier gegebenen Antworten hilfreicher als die Hilfeseiten professioneller Anbieter.

Komplexe Anwendungen und Interaktion

Komplexe Websites erfordern einen hohen Lernaufwand des blinden Nutzers und sind daher oft nicht attraktiv. Schwierig sind zum Beispiel Shopping-Angebote und Online-Auktionen. Grundlegende Informationen wie Preise, Artikelbeschreibung oder allgemeine Geschäftsbedingungen sind zumeist noch erschließbar. Schwierig ist vor allem die Interaktion mit der Website, wenn es um die Eingabe von Daten und die Zahlungsmodalitäten geht. Die Shop-Betreiber setzen zumeist auf Technologien, die vom Screenreader nicht unterstützt werden, die nicht mit der Tastatur bedienbar sind und deren Rückmeldungen oft nicht verständlich sind.

Die Folgen können hier sehr schwerwiegend sein, wenn etwa aus Versehen falsche Artikel bestellt werden. Deswegen bleiben viele Blinde lieber bei den Webseiten, die sie gut genug kennen, um sie bedienen und überschauen zu können.

Screenreader testen

Mittlerweile hat jeder die Möglichkeit, selbst mit Screenreadern zu experimentieren: Unter Windows gibt es die freien Screenreader NVDA und Thunder, die Linux-Distributionen Ubuntu und Knoppix haben von Haus aus die Screenreader Orca und ADRIANE an Bord. Die Apple-Betriebsysteme werden mit dem Screenreader VoiceOver ausgeliefert. Die professionelle Nutzung eines Screenreaders erfordert allerdings viel Erfahrung und Übung.