BIENE 2008 – Wettbewerb Barrierefreies Internet

Informationen zum Wettbewerb, zum Bewertungsverfahren, den Prüfkriterien und Infos in Leichter Sprache.

BIENE mag es interaktiv

30. Januar 2009

Aktion Mensch und Stiftung Digitale Chancen prämieren die besten barrierefreien Webseiten / Insgesamt 19 Angebote ausgezeichnet

Hochspannung in Berlin: Am 30. Januar zeichneten die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen zum fünften Mal die besten barrierefreien Webseiten aus. Die höchste Auszeichnung, eine BIENE in Gold, erhielten die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, der Stadtsportbund Bochum und das österreichische Patientenportal des Pharmaunternehmens Merck zum Thema Darmkrebs.

Besonders gut schnitten die Finalisten in der erstmals ausgeschriebenen Kategorie Gemeinschafts- und Interaktionsangebote ab. Neben Gold für Darmkrebs.at gab es jeweils eine BIENE in Silber für On-Line (www.on-line-on.eu) eine mehrsprachige Lernplattform für Menschen mit Lernschwierigkeiten und die deutsche Webseite zum Welt-Aids-Tag (www.welt-aids-tag.de). Insgesamt konnten auch die komplexeren Webangebote überzeugen. So gingen weitere BIENEN in Silber an die Projektseite des zukünftigen Hauptbahnhofs Wien (www.hauptbahnhof-wien.at), die Stadt Linz (www.linz.at) und den Verbund Öffentlicher Bibliotheken Berlin (www.voebb.de).

Aus dem Stand an die Spitze

»Damit setzt sich ein Trend fort, den wir schon bei der letzten BIENE beobachten konnten«, sagt Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen: »Barrierefreiheit ist inzwischen ein Qualitätsmerkmal, das gerade auch komplexe Angebote auszeichnet und diese Webseiten für alle Nutzer besser zugänglich macht.« Besonders freut sich Iris Cornelssen, BIENE-Projektleiterin bei der Aktion Mensch, über die guten Resultate in der neuen Kategorie Gemeinschafts- und Interaktionsangebote. »Diese Kategorie ist, was die Qualität angeht, quasi aus dem Stand an die Spitze gestürmt. Und dadurch, dass wir unsere Kategorien erweitert und den Kriterienkatalog weiterentwickelt haben, kann die BIENE auch weiterhin die Leuchttürme der Barrierefreiheit finden und auszeichnen. Das ist eine wesentliche Grundlage, um den Gedanken der Barrierefreiheit nachhaltig bei Anbietern und Gestaltern zu etablieren.«

Diese Wirkung der BIENE wird auch an den weiteren Preisträgern deutlich. Nach dem Gewinn einer BIENE im Jahr 2004 war die brandenburgische Gemeinde Schönefeld in diesem Jahr mit ihrer komplett überarbeiteten Webseite erneut erfolgreich und erhielt eine BIENE in Bronze. Und am Niederrhein nahm sich die Gemeinde Kranenburg am 2006 ausgezeichneten Straelen ein Beispiel und konnte in diesem Jahr eine BIENE in Silber gewinnen. Auch die hohe Zahl an erfolgreichen Teilnehmern aus Österreich zeigt, wie sich der Gedanke der Barrierefreiheit verbreitet.

Die Gewinner einer BIENE 2008

Zukunftsentwurf einer umfassend zugänglichen digitalen Gesellschaft

In einer engagierten und mit viel Applaus bedachten Rede griff Markus Beckedahl, Gründer des Blogs Netzpolitik.org und Organisator der Netzkonferenz re:publica, den Gedanken der Barrierefreiheit auf und skizzierte seinen Zukunftsentwurf einer umfassend zugänglichen digitalen Gesellschaft. »Wenn wir die Chancen, die uns das Internet bietet, nutzen wollen, müssen wir auf allen Ebenen für Zugänglichkeit sorgen. Das beginnt bei der flächendeckenden Versorgung mit schnellen Internetzugängen, geht über eine umfassende Informationsfreiheit und reicht bis zur gezielten Förderung des Einsatzes freier Software«.

Die weiteren BIENE-Preisträger sind die Vereinigung Integrations-Förderung mit ihrem Angebot www.vif-selbstbestimmt-leben.de, das Integrationsportal des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, die Datenbank Barrierefrei durch Tübingen (www.sozialforum-tuebingen.de), das Bayerische Verwaltungsportal (www.verwaltung.bayern.de), das Angebot Biogas Netzeinspeisung (www.biogas-netzeinspeisung.at), Düsselenergie (www.duesselenergie.de) und der Verein jugend hilft jugend Hamburg (www.jugend-hilft-jugend.de). Einen Sonderpreis vergaben die Veranstalter an eine von der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) gemeinsam mit dem Rhein-Erft-Kreis entwickelte Anwendung zur Internetzulassung von Fahrzeugen (www.rhein-erft-kreis.de/vorfahrt). Einen Förderpreis erhielt die Seite Deafkids, ein Blog für gehörlose und schwerhörige Kinder und Jugendliche (www.deafkids.de).

Fotos der BIENE-Preisträger finden Sie zum kostenlosen Download im Pressezentrum der Aktion Mensch oder bei flickr.com/photos/einfachfueralle.

In der Kategorie »Einfache Informations- und Kommunikationsangebote«:

In der Kategorie »Komplexe Informations- und Kommunikationsangebote«:

In der Kategorie »Einfache Recherche- und Serviceangebote«:

In der Kategorie »Komplexe Recherche- und Serviceangebote«:

In der Kategorie »Einfache Einkaufs- und Transaktionsangebote«:

In der Kategorie »Komplexe Einkaufs- und Transaktionsangebote«:

In der Kategorie »Komplexe Gemeinschafts- und Interaktionsangebote«:

Einen Sonderpreis hat gewonnen:

Einen Förderpreis hat gewonnen:

  • Deafkids – Die Site für gehörlose und schwerhörige Kids: www.deafkids.de

Über die BIENE

Die Auszeichnungen der BIENE 2008

Seit 2003 prämieren die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen die besten deutschsprachigen barrierefreien Angebote im Internet mit einer BIENE. BIENE steht für »Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten«, aber auch für Kommunikation, gemeinsames Handeln und produktives Miteinander. Über 1.000 Unternehmen und Organisationen, Behörden und Ministerien, Städte und Gemeinden sowie Vereine und Verbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol haben sich bislang mit Webseiten am Wettbewerb beteiligt – allein 2008 wieder 340. Mehr als 60 Anbieter – große Namen ebenso wie Betreiber kleinerer Webseiten – haben bisher eine BIENE gewonnen.

Am BIENE-Wettbewerb können Anbieter und Gestalter deutschsprachiger Webangebote teilnehmen. Für Webentwickler in Ausbildung oder im Studium schreiben die Veranstalter einen Nachwuchspreis aus. Sonderpreise können für Lösungen vergeben werden, die spezifische Bedürfnisse einzelner Nutzergruppen berücksichtigen. Das können sein: Angebote für gehörlose Menschen, die Gebärdensprache verwenden, Angebote für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder andere herausragende und innovative Entwicklungen. Der Preis ist rein ideeller Natur. Für die Betreiber nicht kommerzieller Webseiten, wie Vereine oder Selbsthilfegruppen mit Angeboten von öffentlichem Interesse, können Förderpreise vergeben werden.

Die Ausschreibungsfrist für die BIENE 2008 hatte am 6. Mai 2008 begonnen. Einsendeschluss war der 15. Juli 2008. Die Preisverleihung fand am 30. Januar 2009 in Berlin statt. Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.biene-wettbewerb.de.

BIENE-Wettbewerb: 34 für's Finale

23. Januar 2009

So viele Seiten wie noch nie qualifizieren sich für die Endrunde des Wettbewerb für ein Barrierefreies Internet /
Feierliche Preisverleihung am 30. Januar im Jüdischen Museum Berlin

Das Warten hat sich gelohnt. Nach der verlängerten Testphase hat der Fachliche Beirat der BIENE 34 Webseiten für das Finale des Wettbewerbs für ein Barrierefreies Internet nominiert. Das ist neuer Rekord für die Endrunde des Wettbewerbs, den die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen bereits zum fünften Mal ausgeschrieben haben. Welche Beiträge tatsächlich eine der begehrten BIENEN bekommen, entscheidet eine prominente Jury am 29. Januar. Die Preisträger werden dann im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung am 30. Januar im Jüdischen Museum Berlin ausgezeichnet.

»Die hohe Anzahl der Finalisten ist nicht nur ein quantitativer Erfolg«, erklärt Iris Cornelssen, Projektleiterin BIENE der Aktion Mensch. »Die höhere Qualität der Einreichungen wird daran deutlich, dass sich viel mehr komplexe Angebote für das Finale qualifizieren konnten. Diese kommen darüber hinaus immer mehr aus Bereichen, in denen Barrierefreiheit bislang keine herausragende Rolle gespielt hat oder keine gesetzliche Verpflichtung bestand. Die BIENE zieht also sehr erfolgreich ihre Kreise.«

Um mit der rasanten technischen Entwicklung des Internets Schritt halten zu können, hatte die BIENE im vergangenen Jahr das Prüfverfahren des Wettbewerbs komplett überarbeitet und mit der ›Einfach für Alle‹-Studie erstmals die Nutzung des Internets und von Web 2.0-Angeboten durch Menschen mit Behinderung untersucht. »Barrierefreie Seiten sind spannend und attraktiv für die Nutzer, das beweisen die diesjährigen Finalteilnehmer erneut«, hebt Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen hervor. »Wir freuen uns, dass viele der Nominierten die Nutzerinnen und Nutzer aktiv mit einbeziehen und damit auf das in der Studie geäußerte Interesse von Menschen mit Behinderung an Interaktion und Beteiligung eingehen.«

In der Kategorie »Einfache Informations- und Kommunikationsangebote«:

In der Kategorie »Komplexe Informations- und Kommunikationsangebote«:

In der Kategorie »Einfache Recherche- und Serviceangebote«:

In der Kategorie Komplexe Recherche- und Serviceangebote«:

In der Kategorie »Einfache Einkaufs- und Transaktionsangebote«:

In der Kategorie »Komplexe Einkaufs- und Transaktionsangebote«:

In der Kategorie »Komplexe Gemeinschafts- und Interaktionsangebote«:

Für einen Sonderpreis nominiert ist:

BIENE 2008: Erstmals Jury aus drei Ländern

05. Januar 2009

Bekannte Unternehmen und Organisationen unterstützen Wettbewerb für ein Barrierefreies Internet / Feierliche Preisverleihung am 30. Januar im Jüdischen Museum Berlin

Seitdem die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen im Jahr 2003 erstmals die BIENE ausgeschrieben haben, unterstützen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekannter Unternehmen und Organisationen den Wettbewerb für die besten barrierefreien deutschsprachigen Webseiten als Mitglieder der Jury. Sie entscheiden zum Abschluss des mehrstufigen Testverfahrens, welche der eingereichten Angebote eine der begehrten BIENEN mit nach Hause nehmen dürfen. Durch Luzia Hafen, beim Schweizer IT-Unternehmen ELCA für das Thema Accessibility (Zugänglichkeit) verantwortlich, und Martin Ladstätter vom Behindertenberatungszentrum BIZEPS in Wien, sind zum ersten Mal alle drei großen deutschsprachigen Länder in der BIENE-Jury vertreten.

Erstmals in der Jury sind in diesem Jahr, Hiltrud Fischer-Taubert, verantwortliche Redakteurin der ZDF-Sendung »MENSCHEN.das Magazin«, Matthias Schultze, Vorsitzender des Web Excellence Forum, und Professor Klaus Siebenhaar, Direktoriumsmitglied der BerlinMediaProfessional School. Als langjährige Begleiter des Wettbewerbs unterstützen Dr. Verena Metze-Mangold, Vizepräsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Dr. Silke Springensguth, Geschäftsführerin von DuMont Net, Uwe Proll, Chefredakteur des Behördenspiegels, und Herbert Braun, Redakteur beim Computerfachmagazin c’t, den Wettbewerb.

Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen freut sich über die prominente Unterstützung: »Die Bereitschaft der Jurymitglieder und der Unternehmen und Organisationen, für die sie tätig sind, ist ein Zeichen der Anerkennung für alle Teilnehmenden. Indem wir jedes Jahr neue Juroren für diese Aufgabe begeistern können, gelingt es uns, den Gedanken der Barrierefreiheit in immer weitere Kreise hineinzutragen.«

Auf eine besondere Stärke der Jurybesetzung weist Iris Cornelssen, BIENE-Projektleiterin bei der Aktion Mensch, hin: »Die wesentliche Aufgabe der Jury ist es, die Wettbewerbsbeiträge aus ihrer jeweiligen professionellen und persönlichen Perspektive zu bewerten. So stellen wir sicher, dass die BIENE-Gewinner nicht nur barrierefrei sind, sondern auch interessant und relevant. Digitale Integration beschränkt sich nicht nur auf die technischen Aspekte und bedeutet nicht, Nischenangebote zu schaffen, sondern möglichst allen Nutzerinnen und Nutzern den Zugang zu für sie relevanten Informationen und Anwendungen zu ermöglichen.« Welche der weit mehr als 300 eingereichten Angebote diese Anforderungen am besten erfüllen, entscheidet sich in der Sitzung der BIENE-Jury am 29. Januar 2009. Und am Abend des darauffolgenden Tages heißt es im Jüdischen Museum Berlin ab etwa 19 Uhr dann wieder »Eine BIENE in Gold geht an …«

Die Mitglieder der Jury der BIENE 2008 sind:

  • Herbert Braun, Redakteur c’t
  • Hiltrud Fischer-Taubert, Verantwortliche Redakteurin MENSCHEN.das Magazin
  • Luzia Hafen, Lead Accessibility ELCA
  • Martin Ladstätter, Redakteur BIZEPS-INFO
  • Dr. Verena Metze-Mangold, Vizepräsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission
  • Uwe Proll, Chefredakteur Behördenspiegel
  • Matthias Schultze, Vorsitzender Web Excellence Forum
  • Prof. Dr. Klaus Siebenhaar, Direktoriumsmitglied BerlinMediaProfessional School
  • Dr. Silke Springensguth, Geschäftsführerin DuMont Net
  • sowie zwei Mitglieder aus dem Fachlichen Beirat des Wettbewerbs

BIENE landet Anfang 2009

10. Oktober 2008

Preisverleihung des BIENE-Wettbewerbs am 30. Januar / Veranstalter verlängern Testphase wegen hoher Zahl komplexer Angebote

Die Preisverleihung der BIENE 2008, des Wettbewerbs für die besten deutschsprachigen barrierefreien Internetangebote, findet am 30. Januar im Jüdischen Museum in Berlin statt. Ursprünglich hatten die Veranstalter, die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen, geplant, die Preise im Dezember dieses Jahres zu überreichen. Wir freuen uns über die hohe Zahl komplexer Angebote, die sich für die Feintests qualifizieren konnten erläutert Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen. Um diese Seiten aber mit dem gleichen Qualitätsanspruch wie bisher zu testen, benötigen das Prüfteam und unsere Praxistester mit Behinderung mehr Zeit. Nur so können wir gewährleisten, dass alle Webseiten, die sich für das Finale qualifizieren, so barrierefrei wie möglich sind.

Aus Sicht der Menschen mit Behinderung ist die verlängerte Testphase ein Gewinn, sagt Iris Cornelssen, BIENE-Projektleiterin bei der Aktion Mensch. Deutlich mehr Webseiten als in den vergangenen Jahren bieten den Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen und beispielsweise eigene Inhalte zu erstellen. Das ist eine echte Bereicherung, stellt aus Sicht des Testverfahrens aber auch eine Herausforderung dar. Den neuen Termin für die Preisverleihung sieht Cornelssen positiv: Die bisherigen Preisverleihungen waren für alle, die sich professionell mit der Barrierefreiheit im Internet beschäftigen immer ein gelungener Jahresabschluss. Mit der Verleihung der BIENE im Januar 2009 geben wir nun ein deutliches Signal für ein barrierefreies Internet zum Jahresauftakt.

BIENE schaut genauer hin

2. September 2008

134 Internet-Angebote qualifizieren sich für die Feintests des Wettbewerbs für barrierefreie Webgestaltung / Qualität deutlich gestiegen

Die erste Hürde auf dem Weg zur BIENE 2008 ist geschafft. Von insgesamt 340 Bewerbern haben sich 134 für die Feintestphase des Wettbewerbs für die besten deutschsprachigen barrierefreien Webseiten qualifiziert. Aus Sicht der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen als Veranstalter ist besonders erfreulich, dass die Qualität der Einreichungen deutlich gestiegen ist.

»Im Unterschied zu den vergangenen Jahren haben insbesondere viele größere Internet-Angebote den Ausschlusstest bestanden«, zieht Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen, eine erste positive Zwischenbilanz. »Die Feintestkandidaten zeigen, dass Anbieter und Entwickler auch komplexe Webseiten entsprechend den grundlegenden Mindestanforderungen an Barrierefreiheit gestalten können. Aus technischer Sicht spricht heute kaum etwas dagegen, Internet-Angebote barrierefrei umzusetzen.«

Gesetzliche Vorgaben wirken

Dass Barrierefreiheit kein technisches Problem ist, zeigen nach Einschätzung von Iris Cornelssen, BIENE-Projektleiterin bei der Aktion Mensch, vor allem die Angebote von Behörden und öffentlichen Auftraggebern. »Anhand der Menge und der Qualität der Einreichungen können wir feststellen, dass die gesetzlichen Vorgaben für eine barrierefreie Informationstechnik in Bund und Ländern wirken. Ähnlich scheint es in Österreich zu sein. Dort ist seit 2004 das E-Governmentgesetz in Kraft, und die Zahl der bei der BIENE eingereichten und prämierten Webseiten ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Darüber hinaus sehen wir, dass sich immer mehr Banken sowie Internetseiten zu den Themen Mobilität und Reisen in Richtung Barrierefreiheit bewegen. Für Menschen mit Behinderung ist das ein wesentlicher Schritt zu mehr Teilhabe und Gleichstellung im Internet.«

Web 2.0 barrierefrei?

Mit Blick auf die umfassenden Beteiligungsmöglichkeiten des Internets sind die Veranstalter vor allem gespannt, wie die Angebote mit Web 2.0-Funktionalitäten im Feintest abschneiden, wie Iris Cornelssen erläutert. »Dann wird sich zeigen, ob diese Angebote von der quasi eingebauten Barrierefreiheit einiger Web 2.0-Techniken profitieren oder ob hinter der Zugänglichkeit ein umfassendes Verständnis von Barrierefreiheit steht.«

Mehrstufiges Testverfahren

Der Feintest ist Teil eines umfangreichen, mehrstufigen Testverfahrens, dessen Grundlagen Experten mit und ohne Behinderung im Fachlichen Beirat des BIENE-Wettbewerbs erarbeitet haben. Auf Internet-Angebote, die die Kriterien des Feintests erfüllen, wartet anschließend ein Praxistest durch Menschen mit Behinderungen. »Die Praxistests sind ein wesentliches Qualitätsmerkmal der BIENE, denn sie geben wertvolle Rückmeldungen zu den Eindrücken der Nutzerinnen und Nutzer mit Behinderungen, die die Ergebnisse aus dem standardisierten Prüfverfahren sinnvoll ergänzen«, erklärt Jutta Croll. »Nur so können wir sicher sein, dass die ausgezeichneten Webseiten auch wirklich bei den Menschen ankommen.«

Eine BIENE erhalten schließlich die Webseiten, die über die reine Barrierefreiheit hinaus für Menschen mit und ohne Behinderung interessant und gut gestaltet sind. Wie in den Vorjahren hat eine prominente Jury, zu der auch Mitglieder des Fachlichen Beirats gehören, das letzte Wort. Alle Gewinner werden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 5. Dezember 2008 in Berlin ausgezeichnet.

Interaktiver BIENEN-Korb

25. Juli 2008

Das erweiterte Testverfahren wirkt: Bei der BIENE 2008 lockt die neugeschaffene Kategorie »Gemeinschafts- und Interaktionsangebote« auf Anhieb elf Prozent Web 2.0-Angebote. Insgesamt freuen sich die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen als Veranstalter über 340 Bewerber. In den weiteren drei Kategorien häufen sich die Webseiten mit einer oder mehreren Web 2.0-Funktionalitäten – 15 Prozent erlauben den Nutzern, eigene Inhalte zu veröffentlichen, oder haben Videos eingebunden, 13 Prozent bieten Kommentarfunktionen. »Die Zahlen belegen, wie weit sich die Welt des barrierefreien Internet insgesamt Richtung WEB 2.0 entwickelt hat«, kommentiert Iris Cornelssen, Projektleiterin bei der Aktion Mensch.

Ebenso stellen sich immer mehr umfangreiche Angebote dem bedeutendsten Wettbewerb für barrierefreie Internetseiten im deutschsprachigen Raum: 60 Prozent gehen als »komplexes Angebot« mit umfassenden Inhalten und zahlreichen Funktionen an den Start. Zehn Prozent erfüllten sogar die Voraussetzung, in die Kategorie »Einkaufs- und Transaktionsangebote« aufgenommen zu werden. »Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung des Prüfverfahrens bietet die BIENE eine gute, wenn nicht gar die einzige Orientierung für Agenturen und Anbieter, die gerne neue Funktionalitäten einsetzen möchten«, erläutert Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen.

Rekordbeteiligung aus Österreich

Auch außerhalb Deutschlands ist die BIENE bekannt: Aus Österreich wurden 25 Webseiten gemeldet – das ist neuer Rekord! – die Schweiz ist mit zwei, Italien, Tschechien und Russland jeweils mit einem Angebot dabei. »Die Zahlen, aber auch mitgeschickte Kommentare zeigen, dass die BIENE ein grenzüberschreitender Wettbewerb der Ideen und ein Marktplatz der Entwicklungen und Erfahrungen geworden ist«, freut sich Iris Cornelssen. Und dies nicht nur bei Agenturen und Anbietern, sondern auch bei den Nutzern.

Denn 35 Prozent der Einreichungen 2008 sind Nutzer-Vorschläge. »Die Themen der eingereichten Webseiten sind so vielfältig wie das Leben im und außerhalb des Internet«, beschreibt Jutta Croll. Eine erste Sichtung zeige auch, dass Nutzer sehr gut einschätzen könnten, ob ein Angebot barrierefrei sei oder nicht.

Einen weiteren Trend aus den Einreichungen macht Iris Cornelssen aus: »Neben den zur Barrierefreiheit verpflichteten Behörden und öffentlichen Anbietern gehen vor allem hochwertige Dienstleister wie Banken und Touristikunternehmen an den Start.« Dies beweise, dass Barrierefreiheit im Internet in manchen Branchen mittlerweile vom wirtschaftlich interessanten Alleinstellungsmerkmal zum allgemeinen Standard geworden sei.

Mehrstufiges Testverfahren

In den kommenden Monaten entscheiden der Fachliche Beirat und eine prominent besetzte Jury in einem mehrstufigen Prozess, welche Anbieter oder Gestalter tatsächlich eine BIENE mit nach Hause nehmen dürfen. Im Fachlichen Beirat der BIENE haben Experten mit und ohne Behinderung die Grundlagen für das umfangreiche, mehrstufige Testverfahren erarbeitet. An dessen Ende steht ein Praxistest durch Menschen mit Behinderungen. »Angebote, die die Anforderungen dieses Verfahrens erfüllen, qualifizieren sich nicht nur für das Finale, sondern gehören bereits zu den besten barrierefreien Webseiten im deutschsprachigen Raum«, erklärt Jutta Croll.

Eine BIENE erhalten schließlich die Webseiten, die über die reine Barrierefreiheit hinaus für Menschen mit und ohne Behinderung interessant und gut gestaltet sind. Wie in den Vorjahren hat eine prominente Jury, zu der auch Mitglieder des Fachlichen Beirats gehören, das letzte Wort. Alle Gewinner werden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 5. Dezember in Berlin ausgezeichnet.

Barrierefreiheit ist ein Meilenstein auf dem Weg zum Internet der Zukunft

06. Mai 2008

Erste Studie im deutschsprachigen Raum: Menschen mit Behinderung nutzen das Internet und Web 2.0-Angebote weitgehend selbständig / Mehr als 2.500 Zuschauer verfolgen Einfach für Alle-Fachtagung der Aktion Mensch im Internet / BIENE Wettbewerb für die besten barrierefreien Webseiten gestartet

»Barrierefreiheit ist ein Meilenstein auf dem Weg zum Internet der Zukunft.« So lautet das Fazit der Einfach für Alle-Fachtagung der Aktion Mensch. Mehr als 300 Expertinnen und Experten waren der Einladung der Aktion Mensch in den Wissenschaftspark Gelsenkirchen gefolgt, um über »Konzepte und Zukunftsbilder für ein Barrierefreies Internet« – so der Tagungstitel – zu diskutieren. Zum Auftakt präsentierte die Aktion Mensch die Ergebnisse der ersten deutschsprachigen Studie zur Nutzung des Internets und von Web 2.0-Angeboten durch Menschen mit Behinderung.

Menschen mit Behinderung nutzen das Internet weitgehend selbständig

Ein sicher überraschendes Ergebnis: Die befragten Menschen mit Behinderung nutzen das Internet und Web 2.0-Angebote – auch mit Hilfe assistiver Techniken – weitgehend selbständig. »Dies unterstreicht«, so Iris Cornelssen, Projektleiterin der Aktion Mensch-Initiative Einfach für Alle, »dass Barrierefreiheit wirklich ein Meilenstein auf dem Weg zum Internet der Zukunft ist.« Das wird auch daran deutlich, dass Menschen mit Behinderung das Internet und das Web 2.0 deutlich häufiger nutzen als der Durchschnitt der Bundesbürger. Während laut der ARD/ZDF-Onlinestudie von 2007 jeder Bürger durchschnittlich an 5,1 Tagen pro Woche ins Netz geht, sind die befragten Nutzer mit Behinderung 6,5-mal pro Woche online.

Das Netz verändert sich, die Barrieren bleiben dieselben

Denn auch das zeigt die Studie eindeutig: Nach wie vor treffen Menschen mit Behinderung je nach Behinderungsart auch im Web 2.0 immer wieder auf dieselben Barrieren. Dazu gehören beispielsweise die Eingabe von Codes – so genannte Captchas – bei Registrierungen für Communities oder zur Nutzung von Kommentarfunktionen, unklare Nutzerführung und insbesondere Sprache im weitesten Sinne, die nicht nur für Menschen mit Behinderung ein viel höheres Hindernis als bisher angenommen darstellt. Hoffnung macht vor allem, dass diese Barrieren hinlänglich bekannt sind und relativ leicht abzubauen sind – wenn die Anbieter von Webseiten sich ernsthaft des Themas Barrierefreiheit annehmen.

Experten diskutieren Zukunft der Barrierefreiheit

Zahlreiche Impulse für die Zukunft der Barrierefreiheit lieferten die Diskussionen in den insgesamt 16 Workshops. Mehr als 300 Experten betrachteten das Thema Barrierefreiheit aus den Perspektiven von Gesellschaft, Wirtschaft, Technik und Design. Die – durchaus kontroversen – Diskussionen zeigten, dass Barrierefreiheit im Kern ein kooperativer Prozess ist, an dem alle mitwirken müssen, um ihn erfolgreich zu gestalten.

Deutlich wurde in den Workshops, dass das nötige Wissen und die Techniken vorhanden sind, um Barrieren im Internet abzubauen. Nun geht es vor allem darum, dieses Wissen zu nutzen und die Barrierefreiheit als Meilenstein auf dem Weg zum Internet der Zukunft zu etablieren. Die Relevanz des Themas wurde auch an der hohen Beteiligung über das Internet deutlich. Mehr als 2.500 Teilnehmer nutzten das angebotene Live-Streaming. »Das ist einmalig im deutschsprachigen Raum«, freut sich Iris Cornelssen. »Es zeigt, dass die Grenzen zwischen real und virtuell durchlässiger werden und Teilhabe über das Internet barrierefrei möglich ist.«

BIENE Wettbewerb 2008 gestartet

Ob und wie sich die Impulse der Tagung in der Praxis auswirken, könnte sich bereits im Dezember zeigen. Anlässlich der Tagung starteten die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen zum fünften Mal den BIENE Wettbewerb für die besten deutschsprachigen barrierefreien Webseiten. Anbieter können ihre Webseiten bis zum 15. Juli unter www.biene-wettbewerb.de einreichen. Die Preisverleihung findet im Dezember 2008 in Berlin statt.

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Im Netz und ohne doppelten Boden:
Fachtagung der Aktion Mensch zur Zukunft der Barrierefreien Internets wird live übertragen

30. April 2008

Bislang größte deutschsprachige Fachtagung zur Barrierefreiheit / Mehr als 300 Teilnehmer aus Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Verbänden diskutieren am 6. Mai in Gelsenkirchen / Teilnahme via Internet möglich

Alle Plätze für die Einfach für Alle-Fachtagung zur Zukunft des Barrierenfreien Internets sind vergeben. Mehr als 300 Teilnehmer aus Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Verbänden kommen am 6. Mai in den Wissenschaftspark nach Gelsenkirchen. Alle Interessierte, die nicht in Gelsenkirchen vor Ort sind, können sich virtuell an der Tagung beteiligen. Die Aktion Mensch überträgt das komplette Programm auf der Webseite www.einfach-fuer-alle.de/tagung live als Flash-Stream. Über ein Kommentarfeld können Internet-Teilnehmer ihre Fragen und Anmerkungen direkt an die Experten in den insgesamt 16 Workshops richten.

Bislang größte deutschsprachige Veranstaltung zur Barrierefreiheit

Die Tagung unter dem Titel »Konzepte und Zukunftsbilder für ein Barrierefreies Internet« ist die bislang größte Veranstaltung zu diesem Thema. Die Relevanz der Tagung zeigt sich unter anderem an den Unternehmen und Organisationen, aus denen die Teilnehmenden kommen, wie beispielsweise Accenture, Bahn, BASF, Bundesagentur für Arbeit, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Bundesverwaltungsamt Köln, Commerzbank, Evangelische Kirche Deutschland, Microsoft, Österreichische Bundesbahn, Pfizer, Postbank, SAP, Staatskanzlei NRW, Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, Vodafone, WDR, Yahoo!, ZDF. Auch zahlreiche Online- und Behindertenbeauftragten aus den Bundesländern sowie Städten und Kommunen kommen nach Gelsenkirchen, ebenso Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich und der Schweiz.

Im Mittelpunkt der Diskussionen werden die Zukunft des Internets und besonders der Barrierefreiheit stehen. Dabei gehen die Experten auch der Frage nach, welche konkreten Projekte bereits umgesetzt werden und was Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Internetschaffende in Zukunft zum barrierefreien Internet beitragen können.

Umfangreiches Tagungsprogramm

Die Tagung beginnt um 9:30 Uhr. Nach einer kurzen Begrüßung und einer Videobotschaft des nordrhein-westfälischen Ministers für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Andreas Krautscheid, präsentiert die Aktion Mensch von 09:45 Uhr bis 10:30 Uhr die Ergebnisse der Studie »Chancen und Risiken des Internets der Zukunft aus Sicht von Menschen mit Behinderungen«. Das Workshopprogramm beginnt um 11:00 Uhr.

Technische Voraussetzungen

Um die Übertragung nutzen können, müssen Computer folgende technische Voraussetzungen erfüllen:

  • Für den Empfang der Übertragung und die Kommentarfunktion muss im Browser JavaScript aktiviert sein.
  • Es muss das Flash-PlugIn in der neuesten Version installiert sein.

Einladung für Journalisten

Wir möchten Sie herzlich zur Tagung einladen. Bitte akkreditieren Sie sich bitte per E-Mail an tagung@einfach-fuer-alle.de. Das komplette Tagungsprogramm finden Sie unter www.einfach-fuer-alle.de/tagung.

Ausgebucht

24. April 2008

Die am 6. Mai in Gelsenkirchen stattfindende EfA-Tagung »Konzepte und Zukunftsbilder für ein Barrierefreies Internet« ist ausgebucht, leider können wir neue Anmeldungen zurzeit nicht mehr annehmen. Sollten kurzfristig noch Plätze frei werden, informieren wir Sie gerne; bitte melden Sie sich bei uns per E-Mail an tagung@einfach-fuer-alle.de.

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Das Ziel ist der Weg:
Experten diskutieren die Zukunft des Barrierefreien Internets

07. April 2008

Webseite mit Informationen zur Fachtagung der Aktion Mensch jetzt online / Mehr als 50 Experten aus Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Verbänden unterstützen die Vorbereitung

Die Vorbereitungen für die Einfach für Alle-Fachtagung der Aktion Mensch zur Zukunft des Barrierefreien Internets laufen auf Hochtouren. Ab sofort können sich Teilnehmer und Interessenten unter www.einfach-fuer-alle.de/tagung umfassend über Ablauf und Themen des Kongresses am 6. Mai im Wissenschaftspark Gelsenkirchen informieren. »Die Tagung ›Konzepte und Zukunftsbilder für ein Barrierefreies Internet‹ betrachtet aus der Perspektive von Gesellschaft, Wirtschaft, Technik und Design das Thema Barrierefreiheit«, erklärt Iris Cornelssen, Projektleiterin bei der Aktion Mensch. »Ziel ist es, gemeinsam mit den Fachleuten konkrete Lösungsansätze zu entwickeln und so Anbietern und Entwicklern von Internet-Angeboten zu helfen, diese barrierefrei zu gestalten.«

Diskussionen über die Zukunft des Internets und der Barrierefreiheit

Mehr als 50 Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Verbänden bereiten derzeit die 16 Workshops inhaltlich vor. Im Mittelpunkt der Diskussionen werden die Zukunft des Internets und besonders der Barrierefreiheit stehen. Dabei gehen die Experten auch der Frage nach, welche konkreten Projekte bereits umgesetzt werden und was Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Internetschaffende in Zukunft zum barrierefreien Internet beitragen können.

Unter den Fachleuten sind neben renommierten Webentwicklern unter anderem Experten von Fraunhofer, dem Gesundheitsministerium, Microsoft, Pfizer, Postbank, den Universitäten Berlin, Bremen, Dortmund, Duisburg-Essen und Rostock, Vodafone, Wikimedia, dem World Wide Web Consortium (W3C), Yahoo! sowie den Verbänden der Behindertenhilfe und -selbsthilfe.

An der Debatte beteiligen können sich neben den Besuchern der Tagung auch externe Teilnehmer via Chat bzw. E-Mail mit Fragen, Statements und Kommentaren. Experten und Entscheider, die bislang keine Einladung zur Tagung erhalten haben, aber am Thema barrierefreies Internet interessiert sind, können sich per E-Mail an  tagung@einfach-fuer-alle.de um freie Tagungsplätze bewerben.

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EfA-Fachtagung eröffnet neue Perspektiven auf Barrierefreiheit

06. März 2008

Das Programm für die EfA-Fachtagung am 6. Mai 2008 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen steht fest. Es betrachtet das Internet aus den Perspektiven Gesellschaft, Wirtschaft, Technik und Design:

»Wie verändert das Internet das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern?«, »Wie kann das Internet den Ersten Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen öffnen?«, »Warum ist Barrierefreiheit wirtschaftlich?« und »Welchen Beitrag kann ein barrierefreies mobiles Web zur Bewegungsfreiheit von Menschen mit Behinderungen leisten?«.

Diese und andere Fragen werden Experten und Entscheider in insgesamt 16 jeweils zweistündigen Workshops diskutieren. Ziel der Aktion Mensch ist es, ganz im Sinne des Titels der Tagung »Konzepte und Zukunftsbilder für ein barrierefreies Internet« mit den Teilnehmern neue Perspektiven auf Barrierefreiheit zu eröffnen. Dabei geht es vor allem darum, Fragen aufzuwerfen und gemeinsam Ansätze zu entwickeln, mit denen Anbieter, Entwickler und Designer das Internet der Zukunft barrierefrei gestalten können.

Umfangreiches Programm mit interaktiver Beteiligung

Zum Auftakt der Tagung präsentiert die Aktion Mensch die Ergebnisse der ersten Studie zur Nutzung des Web 2.0 durch Menschen mit Behinderungen. Im Rahmen dieser Studie hatten Anfang 2008 mehr als 600 behinderte Nutzerinnen und Nutzer an einer Online-Umfrage teilgenommen und Auskunft darüber gegeben, welche Webanwendungen sie nutzen und auf welche Barrieren sie dabei stoßen.

Zum ersten Mal können bei einer Veranstaltung in Deutschland alle am Thema interessierten Menschen via Internet an der Tagung teilnehmen und sich interaktiv an den Diskussionen beteiligen. Außerdem fällt auf der Tagung der offizielle Startschuss für die BIENE 2008. Mit dem BIENE Wettbewerb suchen die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen dann bereits zum fünften Mal die besten barrierefreien deutschsprachigen Internetangebote.

Aktuelle Informationen zur Tagung finden Sie auf der Webseite www.einfach-fuer-alle.de/tagung.

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Am Aschermittwoch ist alles vorbei

31. Januar 2008

Online-Umfrage der Aktion Mensch zur Nutzung des Web 2.0 durch Menschen mit Behinderung endet am 6. Februar

Noch bis zum 6. Februar können Menschen mit Behinderung auf der Webseite der Initiative ›Einfach für Alle‹ an einer Online-Umfrage der Aktion Mensch teilnehmen. Ziel der Umfrage ist es, erstmals zu ermitteln, wie Menschen mit Behinderung das so genannte Web 2.0 nutzen. Bereits jetzt haben mehr als 500 Teilnehmer den Online-Fragebogen ausgefüllt.

»Das ist ein sehr guter Zwischenstand«, freut sich Iris Cornelssen von der Aktion Mensch »aber wir wünschen uns noch mehr Beteiligung. Denn je mehr Menschen mit Behinderung unsere Fragen beantworten, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse.« Die Resultate der Umfrage stellt die Aktion Mensch im Mai im Rahmen eines Fachkongresses vor.

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Wo sind die Barrieren im Web 2.0?

17. Januar 2008

Aktion Mensch startet heute Online-Umfrage zur Nutzung des Web 2.0 durch Menschen mit Behinderung

Die erste Studie zur Nutzung des Web 2.0 durch Menschen mit Behinderung geht in die entscheidende Phase. Heute startet unter www.einfach-fuer-alle.de/umfrage eine Online-Umfrage, an der sich Menschen mit Behinderung bis Anfang Februar beteiligen können. Die Umfrage haben die Aktion Mensch, die Stiftung Digitale Chancen und der Fachliche Beirat des BIENE-Wettbewerbs entwickelt. Ziel ist es, erstmals einen Einblick zu bekommen, wie behinderte Nutzerinnen und Nutzer mit den neuen technischen Möglichkeiten des Internets umgehen.

»Daher ist wichtig, dass sich möglichst viele Menschen mit Behinderung an der Umfrage beteiligen«, appelliert Iris Cornelssen, die bei der Aktion Mensch für die Studie verantwortlich ist. Neben den Nutzungsgewohnheiten will die Aktion Mensch vor allem erforschen, auf welche Barrieren Menschen mit Behinderung im Internet stoßen. »Durch die Umfrage haben Nutzerinnen und Nutzern mit Behinderung erstmals die Möglichkeit, sich direkt zum Thema Web 2.0 zu äußern«, erklärt Cornelssen. »So kommen wir zu aussagekräftigen Ergebnissen, die allen Menschen nutzen.«

Studienergebnisse als Grundlage zur Weiterentwicklung der BIENE-Kriterien

Die Ergebnisse der Umfrage, die im Mai im Rahmen eines Fachkongresses vorgestellt werden, dienen unter anderem dazu, die BIENE-Kriterien weiterzuentwickeln, wie Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung, betont: »Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir präzise Aussagen darüber erhalten, auf welche Barrieren Menschen mit Behinderungen im Web 2.0 stoßen. Auf dieser Grundlage werden wir dann Kriterien entwickeln, an denen sich Anbieter und Entwickler orientieren können, um Web 2.0-Angebote barrierefrei zu gestalten.«

Damit leistet die Studie nach Überzeugung der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen einen wichtigen Beitrag zur digitalen Integration. Die Initiatoren der BIENE sind sehr gespannt, wie die Teilnehmer des Wettbewerbs um die besten deutschsprachigen barrierefreien Webseiten die Erkenntnisse der Studie umsetzen werden. Der Startschuss für die BIENE 2008 fällt ebenfalls im Mai.

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Bundesverdienstkreuz für Petra Groß

18. Dezember 2007

Petra Groß erhält das Bundesverdienstkreuz. Damit wird ihr Einsatz für leichte Sprache und für die Rechte von Menschen mit Lernschwierigkeiten gewürdigt. Seit 2003 vertritt sie für das Netzwerk »Mensch zuerst« die Belange von Menschen mit Lernschwierigkeiten auch im Fachlichen Beirat der BIENE – und zählt damit zu den Urgesteinen des Wettbewerbs.

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Wir wollen wissen, was Sie wissen wollen …

23. November 2007

Wie sicher schon bekannt ist, führt ›Einfach für Alle‹ zur Zeit eine Untersuchung durch. Erforscht werden soll das Nutzungsverhalten von Menschen mit Behinderungen bei modernen Web-basierten Anwendungen – Stichwort Web 2.0 – und die Barrieren, die sich möglicherweise aus einer Vielzahl von neuen Konzepten und Techniken ergeben. Bereits abgeschlossen ist die persönliche Befragung von Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen in Form von Gruppen-Interviews durch die Stiftung Digitale Chancen.

Die Ergebnisse der Studie sollen Anfang Mai 2008 im Rahmen eines Fachkongresses präsentiert werden. Dort fällt dann auch der Startschuss für den BIENE-Wettbewerb 2008. Neben der Studie wird ein weiterer Schwerpukt des Kongresses auf hochkarätigen Vorträgen und Workshops zum Thema ›Barrierefreies Internet‹ liegen.

Falls Sie etwas zum Thema ›Web Accessibility‹ haben, was Sie schon immer mal wissen wollten, wozu Sie schon immer mal einen Vortrag hören wollten oder wozu Sie gerne mal einen Workshop besuchen möchten: wir sammeln Themenvorschläge. Schicken Sie uns Ihre Ideen einfach über das Kontaktformular, per E-Mail an die Redaktion der Aktion Mensch. Die fünf besten Vorschläge werden von der ›Einfach für Alle‹-Redaktion ausgewählt und die Menschen hinter den Vorschlägen erhalten als Belohnung eine persönliche Einladung zum EfA-Kongress 2008!

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Barrierefreiheit 2.0: Wie sozial ist das Netz?

02. Oktober 2007

Web 2.0 baut für Menschen mit Behinderungen soziale Barrieren ab / Zunehmender Wunsch nach individuellen Angeboten / Fachkongress zur Studie und Start des nächsten BIENE-Wettbewerbs am 5. Mai 2008

Für Menschen mit Behinderungen baut das Web 2.0 vor allem soziale Barrieren ab. Das ist eine der Kernaussagen aus den einleitenden Expertengesprächen der ersten Studie zur Nutzung des Web 2.0 durch Menschen mit Behinderung. In den vergangenen Wochen haben die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen dazu insgesamt zehn Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Behindertenhilfe und -selbsthilfe sowie -forschung befragt.

»Die Expertengespräche bestätigen uns, dass wir den richtigen Ansatz gewählt haben, um herauszufinden, wie Menschen mit Behinderungen mit dem Web 2.0 umgehen und wie sie davon profitieren können«, sagt Iris Cornelssen, die bei der Aktion Mensch für die Studie verantwortlich ist. »Außerdem wird deutlich, dass Barrierefreiheit eine zentrale Zukunftsaufgabe ist, um das so genannte soziale Web auch wirklich für alle zu öffnen. Wie das möglich ist, wollen wir nun mit Hilfe der weiteren Untersuchungen zeigen«, unterstreicht Cornelssen den Anspruch der Studie.

Von der digitalen zur realen Veränderung

Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen, betont vor allem die Chancen, die sich aus den neuen Internettechniken für Menschen mit Behinderungen ergeben: »Ein ganz entscheidender Vorteil der digitalen Kommunikation ist, dass die individuellen Interessen im Mittelpunkt stehen und beispielsweise nicht eine sichtbare Behinderung. Das Internet an sich baut hier bereits Barrieren ab. Und die erweiterten Interaktionsmöglichkeiten der Web 2.0-Angebote können auch die soziale Realität verändern: Der Freundeskreis erweitert sich individuell und Kontakte bleiben nicht mehr nur auf Verbände oder Selbsthilfegruppen beschränkt.«

Spezifische Angebote gewünscht

Ausdruck des Wunsches nach Beteiligung und einer stärkeren Individualisierung ist nach Einschätzung der Experten auch, dass Nutzerinnen und Nutzer zunehmend nach Angeboten suchten, die sowohl barrierefrei als auch spezifisch auf die jeweilige Behinderungsart zugeschnitten sind. So seien beispielsweise gehörlose und hörgeschädigte Menschen sehr an einer verbesserten Infrastruktur mit höheren Upload-Raten interessiert, um die Kommunikation mit Gebärdensprachvideos oder Videokonferenzen zu erleichtern. Bei Menschen mit motorischen Behinderungen seien unter anderem leicht zugängliche Alternativen zur ausschließlichen Tastatur- bzw. Mausbedienung besonders gefragt, während blinde und sehbehinderte Menschen vor allem von klar strukturierten Seiten und Inhalten profitierten. Gemeinsame Basis – da sind sich die Experten einig – müssten jedoch Angebote sein, die zunächst grundsätzlich barrierefrei sind, bevor sie die Interessen spezifischer Nutzergruppen bedienten. Genau solche Angebote gäbe es aber noch viel zu selten, weil viele Anbieter die technischen Möglichkeiten des »Mitmachwebs« noch nicht nutzten, um ihre Internetseiten auch für Menschen mit Behinderung attraktiv zu machen.

Barrierefreiheit als Zeichen der Kundenorientierung

Für Iris Cornelssen ist es angesichts der rund 8 bis 10 Millionen Menschen in Deutschland, die mit einer oder mehreren Behinderungen leben, nicht nur eine Frage der gesetzlichen Verpflichtung, sondern der Wirtschaftlichkeit und Kundenorientierung, ein Web-Angebot barrierefrei zu gestalten: »Die meisten erfolgreichen Internetangebote zeichnen sich dadurch aus, dass sie für die Anwender leicht bedienbar sind. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs können es sich Unternehmen gar nicht leisten, bestimmte Nutzergruppen auszuschließen.«

»Über den wirtschaftlichen Bereich hinaus ergeben sich vor allem auch im politischen Bereich neue Schnittstellen und entsprechende Chancen«, unterstreicht Jutta Croll die Bedeutung des barrierefreien Zugangs zu Web 2.0-Angeboten. »Das beginnt bei »digitalen Behördengängen«, geht über politische Diskussionsforen und Portale bis hin zu einer deutlich aktiveren Bürgerbeteiligung, wenn Bund, Länder und Kommunen bei ihren Entscheidungen sowohl das Verfahren als auch die entsprechenden Dokumente vollumfänglich und barrierefrei publizieren. Das Ziel im Web 2.0 muss daher Barrierefreiheit 2.0 heißen.«

Studienergebnisse und Start des nächsten BIENE-Wettbewerbs im Mai 2008

Konkrete Ansätze für diese Barrierefreiheit 2.0 werden die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen im kommenden Jahr vorstellen. Am 5. Mai 2008, dem europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, wollen sie die Studienergebnisse im Rahmen eines Fachkongresses präsentieren. Dort fällt dann auch der Startschuss für den BIENE-Wettbewerb 2008. Bevor es soweit ist, werden bis Ende 2007 die Ergebnisse der Expertengespräche in Gruppeninterviews mit Internet erfahrenen behinderten Nutzerinnen und Nutzern vertieft. Auf dieser Grundlage entwickeln die Projektpartner anschließend eine Nutzerbefragung, an der sich möglichst viele Menschen mit Behinderung beteiligen sollen.

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Was die BIENE wissen will

21. Juni 2007

Konzept der Studie zur Nutzung des Web 2.0 durch Menschen mit Behinderung vorgestellt / Kombination von Nutzerbefragung und anwendungsorientierter Forschung / Grundlage für BIENE-Wettbewerb 2008

Nach intensiven Diskussionen weiß die BIENE, was sie wissen will. Der Fachliche Beirat des gemeinsamen Projekts der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen hat sich über das Vorgehen bei der ersten Grundlagenstudie zur Nutzung des Web 2.0 durch Menschen mit Behinderung verständigt. Die Studie ist inhaltlich in eine Nutzerbefragung und eine Untersuchung der technischen Grundlagen des Web 2.0 im Hinblick auf Barrierefreiheit unterteilt.

Die Nutzerbefragung ist mehrstufig aufgebaut. Sie beginnt im Juli und umfasst Expertengespräche, Gruppeninterviews und eine Online-Befragung. »In den Expertengesprächen werden wir Wissenschaftler und Experten aus der Behindertenhilfe und -selbsthilfe zum aktuellen Wissensstand zur Internetnutzung durch Menschen mit Behinderung befragen«, erklärt Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen, den ersten Schritt. »Anschließend werden wir in Gruppeninterviews erfahrene behinderte Nutzerinnen und Nutzer bitten, uns Auskunft darüber zu geben, wie sie die neuen Internettechniken nutzen, was sie zukünftig davon erwarten und auf welche Barrieren sie dabei treffen. Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden wir dann eine Online-Umfrage starten und hoffen, dass möglichst viele Menschen mit Behinderung daran teilnehmen«, so Croll weiter.

Kombination von Nutzerbefragung und anwendungsorientierter Forschung

Parallel zu den Befragungen werden die BIENE-Forscher unterschiedliche Internetangebote und die dahinterliegenden Funktionalitäten in den Blick nehmen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den so genannten Web 2.0-Angeboten, also Webanwendungen wie Wikipedia, Flickr, YouTube oder google maps. »Diese Seiten bieten enorm viele Möglichkeiten, um mit anderen zu kommunizieren, sich zu informieren, mit dem Web zu arbeiten oder sich zu unterhalten«, unterstreicht Iris Cornelssen, Projektleiterin bei der Aktion Mensch, die Chancen, die mit den neuen Techniken verbunden sind. »Deshalb möchten wir herausfinden, ob und wenn ja, welche Barrieren diese Angebote für Menschen mit Behinderungen aufbauen. Die wollen wir im Rahmen der Studie identifizieren und erste Lösungsansätze skizzieren, damit Menschen mit Behinderung diese neuen Anwendungen ebenso selbstverständlich nutzen können, wie andere barrierefreie Webseiten. Die BIENE soll im Web 2.0 also genauso erfolgreich wirken wie bisher«, bringt Cornelssen die Ziele der Studie auf den Punkt.

Im technischen Bereich der Studie arbeiten die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen eng mit Experten für Barrierefreiheit, Programmierung und Webdesign zusammen. Einen Schwerpunkt bildet die Frage, wie die Ein- und Ausgabe- sowie Dialogschnittstellen dynamischer Webanwendungen barrierefrei gestaltet werden können. Ziel dieser Kombination von Nutzerbefragung und technisch orientierter Forschung ist, erstmalig die technischen Anforderungen an die barrierefreie Gestaltung von interaktiven Webseiten in Bezug zu den tatsächlichen Nutzungsgewohnheiten und Wünschen von Menschen mit Behinderung zu setzen. Auf dieser Basis wird gemeinsam mit dem Fachlichen Beirat ein neuer Kriterienkatalog für den BIENE-Wettbewerb entwickelt.

Studie liefert Grundlage für Kriterienkatalog des BIENE-Wettbewerbs 2008

Der neue Kriterienkatalog baut auf den Erkenntnissen aus den vier BIENE-Wettbewerben auf und soll im Rahmen eines Fachkongresses im Frühjahr 2008 präsentiert werden. Auf diesem Kongress soll auch der Startschuss für die BIENE 2008 fallen. Dann wollen die Stiftung Digitale Chancen und die Aktion Mensch zum fünften Mal die besten barrierefreien deutschsprachigen Internetangebote finden und auszeichnen.

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BIENE nimmt Forschungssemester

10.05.2007

Studie zur Internetnutzung von Menschen mit Behinderungen und zur barrierefreien Gestaltung des Web 2.0 geplant / Fachkongress und Neustart des Wettbewerbs im Frühjahr 2008

Nach vier erfolgreichen Jahren nimmt die BIENE, ein gemeinsames Projekt der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen, eine Auszeit und widmet sich einem Forschungssemester. In den kommenden Monaten soll eine Grundlagenstudie zur Nutzung des Web 2.0 durch Menschen mit Behinderungen erstellt werden.

Die Studie soll unter anderem die Anforderungen an die barrierefreie Gestaltung dynamischer Webanwendungen wie Wikipedia, Flickr, YouTube oder Google Maps skizzieren, die auf Basis neuer Techniken wie AJAX entwickelt werden.

Dabei arbeiten die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen wieder eng mit dem Fachlichen Beirat der BIENE sowie weiteren Experten für Barrierefreiheit, Programmierung und Webdesign zusammen. Ziel ist es, den Ansatz der BIENE zu erweitern, um zukünftig alle Webangebote im Hinblick auf ihre Barrierefreiheit bewerten zu können.

Überarbeitete Kriterien und erweiterte Kategorien

»Wir haben im Jahr 2003 die BIENE ins Leben gerufen, um die Zugangsprobleme von Menschen mit Behinderungen im Internet aufzuzeigen und die besten barrierefreien Angebote bekannt zu machen. Das ist gelungen: Die Gewinner des Wettbewerbs haben Standards gesetzt und die BIENE ist zu einem Markenzeichen barrierefreier Internetgestaltung geworden«, zieht Iris Cornelssen, Projektleiterin für die BIENE bei der Aktion Mensch, eine überaus positive Bilanz. »Mit unserer Studie schaffen wir die Grundlagen dafür, dass die BIENE auch die barrierefreie Gestaltung des Web 2.0 begleiten kann. Das ist deshalb so wichtig, weil die neue Internet-Technik vor allem Menschen mit Behinderungen vielfältige Chancen zur selbstbestimmten Beteiligung in allen Lebensbereichen eröffnet – von der politischen Diskussion über Einkäufe und Behördengänge bis hin zu privaten Kontakten und Unterhaltungsangeboten. Ob und wie Menschen mit Behinderungen mit den neuen Möglichkeiten umgehen und wie sie davon profitieren können, wollen wir mit der Studie herausfinden«, so Cornelssen weiter. »Unser Ziel ist, dass die BIENE 2008 im kommenden Jahr mit komplett überarbeiteten Kriterien und erweiterten Kategorien neu starten kann, um die besten barrierefreien Internetangebote zu finden und auszuzeichnen.«

Erste Studie zur Nutzung des Web 2.0 durch Menschen mit Behinderungen

Die Stiftung Digitale Chancen wird für die Studie zunächst unterschiedliche Internetangebote und die dahinterliegenden Technologien kategorisieren. Anschließend sollen in enger Abstimmung mit dem Fachlichen Beirat die grundlegenden Anforderungen an eine barrierefreie Umsetzung definiert werden. Auf dieser Basis werden dann die Beurteilungskriterien und die entsprechenden Prüfschritte entwickelt. »Dieser Prozess wird voraussichtlich bis Anfang des kommenden Jahres dauern«, schätzt Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen, und erläutert die Bedeutung des Vorgehens: »Die Studie baut auf den Erfahrungen aus vier Jahren BIENE auf. Außerdem binden wir gemeinsam mit der Aktion Mensch ausgewählte Experten ein. Damit sind wir unserer Einschätzung nach die ersten, die einen Rahmen erarbeiten, in dem die Möglichkeiten dynamischer Webanwendungen mit den konkreten Anforderungen der Menschen mit Behinderungen in Beziehung gesetzt werden können, um auf dieser Basis das Web 2.0 auch wirklich allen zugänglich zu machen.«

BIENE als Vernetzungsplattform zum Thema barrierefreies Internet

Die Forschungsarbeit der BIENE wollen die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen auch nutzen, um die erfolgreiche Vernetzung der unterschiedlichen Akteure aus Wirtschaft, Verbänden, Ministerien, Wissenschaft und Webentwicklung im Themenfeld barrierefreies Internet weiter zu fördern. Exemplarisch dafür steht der Fachliche Beirat, in dem unter anderem Angehörige von Verbänden der Behindertenhilfe und -selbsthilfe, Vertreter von Ministerien und Internet-Experten zusammenarbeiten und aus Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer die Bewertungskriterien für barrierefreie Webseiten entwickeln. Und damit die BIENE trotz der Wettbewerbspause auch weiterhin nach außen wirkt, werden die Veranstalter die Öffentlichkeit regelmäßig über den Entwicklungsprozess informieren und zur Diskussion einladen, wie Iris Cornelssen erklärt: »Wir wollen die BIENE auch unabhängig vom Wettbewerb als Vernetzungsplattform zum Thema barrierefreies Internet etablieren und planen, die Ergebnisse der Studie im Rahmen eines Fachkongresses im Frühjahr 2008 zu präsentieren. Spätestens bei der Preisverleihung der BIENE 2008 werden sich dann die Anbieter, Gestalter und Nutzer der besten deutschsprachigen barrierefreien Webseiten wieder direkt begegnen und ihre Erfahrungen austauschen.«

Über die BIENE

Seit 2003 prämieren die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen die besten barrierefreien Angebote im Internet mit einer BIENE. BIENE steht für »Barrierefreies Internet Eröffnet Neue Einsichten«, aber auch für Kommunikation, gemeinsames Handeln und produktives Miteinander. Mehr als 1.000 Unternehmen, bundesweit arbeitende Organisationen sowie Behörden und Ministerien haben sich bislang am Wettbewerb beteiligt. Der nächste Wettbewerb startet im Frühjahr 2008. Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.biene-award.de.

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