BIENE-Award 2005 – Experten-Statements

Flexibel nach Standard – Webexperte Michael Charlier arbeitet nach W3C-Richtlinien.

22.07.2005

Es ist ein urjournalistisches Interesse: Inhalte so zu präsentieren, dass sie möglichst jeder versteht. Auch im Web. Als Mittel, das zu gewährleisten, hat Michael Charlier die Webstandards entdeckt. Heute hilft er in seiner Agentur »KommKonzept« Kunden dabei, ihren Webauftritten eine hohe Zugänglichkeit und große Reichweite zu verschaffen – Standard und Barrierefreiheit inklusive.

W3C lautet die Formel, nach der Charlier arbeitet. W3C bezeichnet ein internationales Konsortium: World Wide Web Consortium. Es setzt sich dafür ein, dass Technologien kompatibel sind und mit jeder beliebigen Hard- und Software auf das Web zugegriffen werden kann. Das W3C hat Standards festgelegt, nach denen Seiten gebaut werden sollen, damit jeder darauf zugreifen kann, egal ob er mit oder ohne Hilfsmittel – etwa Software zum Vorlesen einer Seite (Screenreader) – arbeitet.

Dr. Michael Charlier, Journalist und Webexperte, ist Inhaber der Agentur KommKonzept für Webkommunikation und Interaktionsdesign. Er hat den mit dem BIENE-Award ausgezeichneten Auftritt der Polizei NRW konzipiert.

Standards gibt es schon lange. Die technischen Voraussetzungen aber, um damit optisch anspruchsvolle Seiten zu gestalten, existieren erst seit ein paar Jahren. »Heute«, sagt Charlier, »kann man Seiten so bauen, dass Browser sie korrekt wiedergeben können und gleichzeitig ein Layout zeigen, das modernen Anforderungen entspricht.« Antidiskriminierungsgesetze in den USA und in Deutschland taten ein Übriges, Interesse an den Standards zu wecken.

»Zusätzliche Kosten entstehen nicht durch barrierefreies Design«, erläutert Charlier. Zwar ist die erste Erstellung solcher Seiten aufwändiger – weil unter anderem Dokumente strukturiert werden müssen, damit sie von Screenreadern gelesen werden können –, aber die redaktionelle Pflege im Anschluss einfacher. Außerdem verringern standardisierte Seiten die Serverlast um bis zu 60 Prozent: Das spart Kosten und macht für den Nutzer den Zugriff schneller.