BIENE-Award 2003

Rede von Dieter Gutschick, Geschäftsführer der Aktion Mensch

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Gäste,
mein Name ist Dieter Gutschick, ich bin der Geschäftsführer der Aktion Mensch und ich möchte Sie alle ganz herzlich in diesem wunderschönen Museum zur Verleihung des BIENE-Awards begrüßen, den die Aktion Mensch gemeinsam mit der Stiftung Digitale Chancen ausgelobt hat.

Besonders begrüßen möchte ich unseren Ehrengast, Frau Dr. Petra Leuschner, Staatssekretärin bei der Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz des Landes Berlin, die im Anschluss an meine Begrüßung ein kurzes Grußwort an uns richten wird. Ebenso wird in Vertretung des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung seine Mitarbeiterin Anke Glasmacher, ein Grußwort von Herrn Haack verlesen, auch Ihnen ein herzliches Willkommen.

Bundeswirtschaftsminister Clement und auch Bundesinnenminister Schily lassen sich für heute Abend entschuldigen. Beide haben uns aber für heute Abend ein Grußwort gesandt, das auf den Tischen ausliegt.

Von der Aktion Mensch möchte ich ganz herzlich unseren stellvertretenden Vorsitzenden, Dr. Gohde, das Vorstandsmitglied Dr. Conrads, den Kuratoriumsvorsitzenden Müller-Probst und die Mitglieder des Spezialausschusses begrüßen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
wenn man BIENE hört, denkt man zuerst an die kleine, freche Biene Maja, die dank Ihrer Pfiffigkeit und Ihrer Fähigkeiten zu Kooperation und Gemeinsamkeit all Ihre Abenteuer meistert. Assoziationen, die uns bei der Kreation dieses Namens durchaus gefallen haben.

BIENE steht für »Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten«. Hinter diesem Satz steht eine Feststellung, die zugleich politische Forderung und Appell ist.

Das »World Wide Web« ist angetreten, um frei, ohne Barrieren elektronischen Informationsaustausch über Grenzen hinweg zu ermöglichen. Dabei macht es aber allzu oft Halt bei Menschen, für die z.B. aufgrund einer Behinderung aufwendig gestaltete Seiten nicht zugänglich sind. Wir wissen, dass dies in den meisten Fällen nicht absichtlich geschieht, sondern eher Gedankenlosigkeit ist. Das Internet ist aber zum Bestandteil des allgemeinen Lebens geworden, so dass die Anbieter im Netz - heute viel mehr als früher – auch eine Verantwortung für die Zugänglichkeit ihrer Seiten haben.

Unser BIENE-Award, ist deshalb in erster Linie Aufklärung und Bekanntmachen eines Problems, von dem viele Anbieter im Netz nicht einmal wissen. Menschen mit Behinderung sind jedoch mit gut 80 Prozent äußerst aktive User. Im Bevölkerungsdurchschnitt sind nur 42 Prozent online.

Wir von der Aktion Mensch und von der Stiftung Digitale Chancen sagen daher:

»Liebe Internet-Anbieter, hier ist ein Potential, das es zu beachten lohnt!« Der Aufwand für Barrierefreiheit in der virtuellen Welt des Internets ist dabei vergleichsweise gering.

Liebe Gäste, meine sehr verehrten Damen und Herren, ich möchte nicht versäumen all denjenigen zu danken, die den BIENE-Award zu diesem erfolgreichen und in der Internet-Branche vielbeachteten Wettbewerb gemacht haben, der er ist:

Da steht an erster Stelle die Stiftung Digitale Chancen. Ich nenne hier stellvertretend Prof. Kubicek und Frau Croll, ohne deren Sachkenntnis und Engagement der Wettbewerb nicht durchführbar gewesen wäre.

Mein Dank gilt aber auch dem Fachlichen Beirat. Gemeinsam mit der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen hat der Beirat die Kriterien des Wettbewerbs entwickelt und deren Einhaltung überwacht.

Ferner möchte ich der prominent besetzten Jury danken, die heute Nachmittag die Aufgabe übernahm, die Webpräsenzen, die alle Tests erfolgreich durchlaufen haben, nochmals genau unter die Lupe zu nehmen und die Preisträger des heutigen Abends zu ermitteln. Dies geschah aus dem Blickwinkel von Fachleuten, in deren täglicher Arbeit Barrierefreiheit eigentlich keine Rolle spielt.

Die überaus große Resonanz und nicht zuletzt Ihr zahlreiches Erscheinen hier heute Abend ist meines Erachtens Ansporn für uns, den BIENE-Award auch 2004 weiterzuführen. Ich hoffe sehr, dass ihm das Schicksal einer Eintagsfliege erspart wird. Ich jedenfalls werde mich nach Kräften dafür einsetzen.

Meine sehr verehrten Gäste,
ich komme zum Schluss. Von heute Abend geht die Botschaft aus: Lasst uns das Internet zu dem zu machen, was es sein will: ein weltweites Netz, das allen Menschen zugänglich ist und von dem alle profitieren können.

Herzlichen Dank!

Frau Staatsseketärin, Sie haben das Wort.