WCAG 2.0 im Überblick
Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) erklären, wie man Webinhalte zugänglich für Menschen mit Behinderung macht. »Webinhalte« bezieht sich generell auf die Informationen in einer Webseite oder Web-Applikation, inklusive Text, Bilder, Formulare, Töne und Videos etc.
Die WCAG sind Teil einer Serie von Accessibility-Richtlinien, andere Teile sind die Authoring Tool Accessibility Guidelines (ATAG) und die User Agent Accessibility Guidelines (UAAG). Das Dokument »Essential Components of Web Accessibility« erklärt die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Richtlinien.
Stand: 08.09.2011, Autor: tc
Für wen sind die WCAG?
Die WCAG sind primär gedacht für:
- Webentwickler, Autoren und Webdesigner
- Entwickler von Werkzeugen zur Erstellung von Webinhalten
- Entwickler von Testwerkzeugen zur Evaluation der Barrierefreiheit
- Andere die einen technischen Standard für Barrierefreiheit benötigen
WCAG und verwandte Ressourcen sind ebenso für andere Zielgruppen gedacht, z.B. Menschen die neu im Thema Barrierefreiheit sind, Gesetzgeber, Manager etc.
Was steht in den WCAG 2.0?
WCAG 2.0 besteht aus 12 Richtlinien, die 4 Prinzipien zugeordnet sind: Wahrnehmbar, Bedienbar, Verständlich und Robust. Für jede Richtlinie gibt es testbare Erfolgskriterien auf drei Ebenen: A, AA und AAA.
Eine kurze Zusammenfassung der WCAG 2.0-Richtlinien finden Sie im Dokument »WCAG 2.0 auf einen Blick«.
Die meisten Anwender der Richtlinien werden sicher eher die unterstützenden Materialien statt des eigentlichen technischen Standards benutzen, wenn sie Webinhalte entwickeln. Die unterstützenden Materialien der WCAG 2.0 bestehen aus:
- »Wie man WCAG 2.0 erfüllt: Eine anpassbare Schnellreferenz zu den Bedingungen (Erfolgskriterien) und Techniken der Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0« ist die WCAG 2.0-Checkliste.
- WCAG 2.0 verstehen: Ein Leitfaden zum Verständnis und zur Implementierung der Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0 gibt weitere Hilfestellung für Entwickler welche die Richtlinien und Erfolgskriterien besser verstehen wollen.
- Techniken für WCAG 2.0: Techniken und Fehler für die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0 beinhaltet spezifische Details dazu, wie man barrierefreie Webinhalte entwickelt, wie zum Beispiel HTML Code-Beispiele.
Für weitere Informationen über den Zusammenhang diese Dokumente lesen Sie bitte »Die WCAG 2.0-Dokumente«.
Der beste Einstieg in die Arbeit mit den WCAG 2.0 ist »Wie man WCAG 2.0 erfüllt (Schnellreferenz)«.
WCAG Versionen: 1.0 und 2.0
Die Web Content Accessibility Guidelines 1.0 wurden im Mai 1999 veröffentlicht. WCAG 2.0 wurde am 11. Dezember 2008 veröffentlicht. Die WCAG 2.0 lassen sich auf moderne und fortgeschrittene Web-Techniken anwenden, sie sind einfacher zu verstehen und anzuwenden, und sie sind präzise testbar mit einer Kombination aus automatisierten Tests und Evaluation durch menschliche Tester.
W3C WAI empfiehlt die Verwendung von WCAG 2.0 statt der veralteten WCAG 1.0.
Die meisten Websites, die bisher schon konform zu WCAG 1.0 waren werden keine signifikanten Änderungen benötigen, um konform zu WCAG 2.0 zu sein; einige sind eventuell bereits konform ohne Änderungen. Um Ihnen zu helfen den Schritt zu WCAG 2.0 zu machen hat die W3C WAI folgende Hilfen veröffentlicht:
- »Wie sich die WCAG 2.0 von den WCAG 1.0 unterscheiden«
- »Vergleich der WCAG 1.0-Checkpunkte mit den WCAG 2.0«
- »Wie Sie Ihre Website von den WCAG 1.0 auf die WCAG 2.0 aktualisieren«
Verschiedene WCAG 2.0 Dokumente für verschiedene Zwecke
Dieser Abschnitt beschreibt die verschiedenen technischen Dokumente der WCAG damit Sie wissen wo Sie welche Art von Informationen finden.

Abb. 1: Die WCAG 2.0 Dokumente
WCAG 2.0
Richtlinien für barrierefreie Webinhalte – Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0 sind ein stabiler, referenzierbarer technischer Standard. Die meisten Anwender der Richtlinien werden sicher eher die unterstützenden Materialien statt des eigentlichen technischen Standards benutzen, wenn sie Webinhalte oder Anwendungen entwickeln.
Wie man WCAG 2.0 erfüllt (Schnellreferenz)

Abb. 2: Beispiel für die Anpassungsoptionen
»Wie man WCAG 2.0 erfüllt« ist eine zentrale Ressource für Webdesigner und -Entwickler für die praktische Anwendung der WCAG 2.0. Das Dokument enthält alle WCAG 2.0-Richtlinien und Erfolgskriterien.
Die Erfolgskriterien sind testbare Statements die definieren welche Eigenschaften Webinhalte haben, die konform zu WCAG 2.0 sind. Unter jedem Erfolgskriterium finden Sie eine Liste von ausreichenden Techniken; d.h. wenn Sie diese Technik anwenden, dann erfüllen Sie damit diese Richtlinie. Die Sammlung von Techniken enthält auch verbreitete Fehler, d.h. Dinge die nicht die Richtlinien erfüllen.
Sie können das »How to Meet WCAG 2.0«-Dokument auf Ihre Bedürfnisse hin anpassen, je nach dem ob Sie z.B. HTML, CSS, JavaScript, Multimedia oder andere Web-Technologien entwickeln. Sie können auch auswählen, ob die Erfolgskriterien der Ebene A, AA oder AAA angezeigt werden.
WCAG 2.0 verstehen
Das Dokument »WCAG 2.0 verstehen: Ein Leitfaden zum Verständnis und zur Implementierung der Richtlinien für barrierefreie Webinhalte 2.0« bringt zusätzliche Detail-Informationen für Anwender, die ein tieferes Verständnis der Richtlinien und Erfolgskriterien wollen. Es beinhaltet ausführliche Erklärungen zu den Hintergründen und Intentionen der jeweiligen Richtlinien oder Erfolgskriterien, zeigt wie dadurch Menschen mit verschiedenen Behinderungen besser unterstützt werden, enthält Hinweise zur Unterstützung der Techniken in Browsern und Hilfsmitteln, Code-Beispiele und weitere Ressourcen wie zum Beispiel Werkzeuge um Farbkontraste zu messen.
Techniken für WCAG 2.0
Die Techniques for WCAG 2.0: Techniques and Failures for Web Content Accessibility Guidelines 2.0 enthalten spezifische Hilfen für Entwickler, um barrierefreie Webinhalte zu erstellen. Das Dokument gibt allgemeine und Technologie-spezifische Beispiele z.B. für HTML/XHTML, CSS, Scripting, Multimedia und WAI-ARIA, sowie Fehler die man vermeiden sollte.
Wie man von einem Dokument zum nächsten kommt
Die WCAG 2.0-Dokumente sind alle miteinander durch Links verknüpft. Zum Beispiel:
- In den WCAG 2.0 verweisen Links wie »How to Meet 1.1.1« auf das »How to Meet WCAG 2.0«-Dokument; die Links springen unmittelbar zum betreffenden Abschnitt.
- Links wie »Understanding 1.1.1« verweisen auf eine Seite zum Thema im Bereich »Understanding WCAG 2.0«.
- Sowohl in »How to Meet WCAG 2.0« als auch in »Understanding WCAG 2.0« gibt es Listen von Techniken; die Links führen zu speziellen Seiten zum jeweiligen Thema im Bereich der »Techniques for WCAG 2.0«.

Abb. 3: Beispiele der Verlinkung zwischen den Dokumenten
Themen:
- Best Practice
- AJAX
- ATAG
- Ausbildung
- Barrierefreiheit
- Barrieren
- Best Practice
- BIENE
- BITV
- Blogs
- Browser
- CMS
- CSS
- Design
- DGS
- eCommerce
- EfATagung
- eGovernment
- eLearning
- Flash
- Gesetze
- Hausmitteilung
- Hilfsmittel
- Hörbehinderung
- HTML
- i18n
- JavaScript
- Leichte Sprache
- Lernbehinderung
- Linux
- Literatur
- Mac
- Microformats
- Mobile Web
- Motorische Behinderung
- Multimedia
- Navigation
- Österreich
- Podcast
- Schweiz
- Sehbehinderung
- Testen
- Typografie
- UAAG
- Übersetzungen
- Usability
- Veranstaltungen
- W3C
- WAI-ARIA
- WCAG
- Web 2.0
- Webstandards
- Werkzeuge
- Windows
- Zertifizierung
